Das war 2014 – danke tschüss und auf ein Neues!

Mein Jahresrückblick kommt dieses Jahr spät und evtl. wird er auch eher kurz. Das Jahr 2014 hat sich auf die letzten Tage nochmal richtig ins Zeug gelegt und uns mit Stress, schlechten Nachrichten und Krankheit so richtig geflutet. Da war für Weihnachtswünsche, Rückblicksposts oder ähnliches keine Zeit und vor allem auch keine Energie. In den letzten Wochen hatten wir beide, insbesondere aber Herr Siebenhundertsachen, sehr sehr viel Arbeit, viele Termine zusätzlich zum üblichen Vorweihnachtsstress, den man sich jedes Jahr wieder gar nicht machen will und dann ist er doch da. Ich war schon Mitte Dezember sehr urlaubsreif und froh nicht noch ein Weihnachtskleid begonnen zu haben. Außerdem ereilte uns dann noch kurz vor Weihnachten eine Todesfall-Nachricht aus der Familie, dicht gefolgt von einer Kündigung für unsere Wohnung und einem ziemlich miesen grippalen Infekt über die Feiertage. So waren dann alle Besuchs- und Reisepläne obsolet und wir kränkeln (Mann und Kind mit teils sehr hohem Fieber) uns nun so durch die Woche zwischen den Jahren, eine Woche, die für mich immer einen besonderen entspannten Zauber hatte. Im Real Life und in meinen Timelines kam es mir so vor, als seien alle in ähnlicher Verfassung, krank, genervt, gestresst, gründlich fertig mit diesem ablaufenden Jahr. Der vorherrschende Eindruck ist also: 2014 hau bloß ab.

Gefühlt war 2014 voll von Regen, viel zu kalt. Ich war abgehetzt und gestresst, ständig nur im Kampf mit langen lange To Do Listen. Lieben Menschen in meiner Umgebung sind sehr doofe Dinge widerfahren. Es gab keinen Sommer, dafür ein paar Frust-Kilos und unreine Haut. Ich hab gefühlt nichts so richtig, alles nur halb geschafft. Aber eine Sichtung der Fotos aus diesem Jahr, sowohl hier in der Blog-Mediathek als auch beim Erstellen des jährlichen Fotobuchs (natürlich auf den allerallerletzten Drücker) ergibt durchaus ein sehr viel positiveres Bild. Tatsächlich sieht man viel Sonne. Wenn wir auch meist für die Jahreszeit irritierend warm angezogen sind. Es gibt sehr viele Bilder vom glücklich im Garten matschenden Minimensch. Von Erntesegen und Blumenreichtum. Von leckerem Essen und Gebäck. Und von einigen genähten Lieblingsstücken. Von zwei schönen entspannten Urlauben im Mittelgebirge und -klar- auch viele von kindinduziertem Chaos. Aber das ist gutes Chaos.

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Das Jahr war für mich bestimmt vom hereinwachsen in die Vereinbarkeit, für uns vom suchen nach ausgewogener Verteilung von eigener und gemeinsamer Zeit, Arbeitszeit, Familienzeit und Freizeit. Wir sind da, glaub ich, auf einem guten Weg, auch wenn natürlich ständig und immer neu nachjustiert werden muss. Wir haben viel viel wertvolle und tolle Unterstützung erfahren, durch unsere Eltern und Geschwister und auch durch wirklich liebe und kompetente Babysitterinnen. Auch das ist ja viel wert. Zu merken „puh, das ist verdammt knapp alles, man jongliert da mit verdammt vielen Bällen, aber wir sind nicht allein.“

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Auch hatten wir beide recht grundsätzliche, richtungsweisende berufliche Entscheidungen zu treffen. Ich musste mich hier ganz genau fragen, was ich eigentlich will und zu welchem Preis. Das war für mich vor allem deshalb frustrierend, weil ich alle bisherigen Entscheidungen in meiner Ausbildung mit der Prämisse getroffen hatte, dass ich als Frau, auch mit Kindern, keinen Nachteil haben würde, nun aber doch einsehen muss, dass Familie haben in Bezug auf eine akademische Karriere sehr wohl ein Nachteil ist, es sei denn die Familie besteht aus einer Hausfrau und noch nicht schulpflichtigen Kindern. Es bleibt ein Gefühl von betrogen worden sein. Aber nur an schlechten Tagen.  Denn das nachdenken über die berufliche Zukunft hat mir auch deutlich gemacht, wie gern ich die Arbeit mache, die ich mache. Es mag stressig sein, alles unter einen Hut zu bringen und ungewiss, wohin mich das führt, aber ich gehe wirklich gern arbeiten und das tatsächlich an fast jedem Arbeitstag.

wpid-IMG_20140222_080740.jpg wpid-IMG_20140128_170736.jpgwpid-img_20140320_172035.jpg wpid-img_20140320_172146.jpg wpid-IMG_20140222_163543.jpg

Tatsächlich habe ich auch Dinge fertig gestellt. Sogar ziemlich viele Lieblingsstücke. Ich habe mir erstmals (in reverse order) einen Wintermantel, zwei Petticoats und ein Jackett genäht. Das hätte ich noch vor 2 Jahren kaum für möglich gehalten. Außerdem mehrere sehr schöne Kleider, einige Tellerröcke, zwei Trägerröcke und viele viele Kindersachen. Ich habe sogar ein Jäckchen gestrickt. Heureka.

 

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wpid-img_20140626_103110.jpg  wpid-P1060258.jpg Und in der Nähnerdwelt war das ein ziemlich tolles Jahr, finde ich. Ich war – wenn auch nur kurz – beim Bloggerinnentreffen in Bielefeld, wir hatten zwei großartige Stoffwechselrunden, die mir ziemlich viel Spaß gemacht, nur so mit Nähnerdflausch um sich geworfen und zwei tolle Kleidungsstücke eingebracht haben und den Abschluss bildete das Köln-Bielefeld-Treffen mit Stoffshopping in Krefeld. Ich habe viele tolle nähnerds (wieder) getroffen, sehr viele neue Blogs zu meinem Reader hinzugefügt und enger werdende Online-Freundschaften gehegt und gepflegt.

2015 wird, das ist nun ja schon sicher, für uns einen Umzug (und je nach Lage dann auch noch die Suche nach einem neuen Kitaplatz) bringen, eine räumliche Neuorientierung also. Ich hoffe, dass dafür beruflich etwas mehr Routine einkehrt und wir uns da so langsam eingrooven. An der Nähfront würde ich dann doch gern dem Probejackett nun mal ein Kostüm folgen lassen, auch Unterkleider und -röcke stehen auf der Liste. Und natürlich, ganz bald, schon ein paar Oberteile. Schnitte und Stoff sind da. Zeit allerdings gerade eher nicht so. Nunja. Ein paar Nähte hier und da schaffe ich ja scheinbar auch zwischendurch.