Me made Mittwoch – Passformgedanken

Hach, diese Sonne. Herrlich. Als ich gestern abend vor dem Kleiderschrank stand um mein Outfit für heute auszuwählen, hätte ich zu gern schon nach einem Baumwollkleid gegriffen. Aber die Vernunft (morgens sind halt doch nur 2 Grad, das ist dann auf dem Fahrrad recht frisch) hat mich dann doch nochmal ein Wollkleid herausziehen lassen: Das Weihnachtskleid 2011.
IMG_20150311_091541IMG_20150311_091401Dieses Kleid zeigt mir deutlicher als viele andere, wie sind mein Nähvermögen und meine Beurteilung von Passform parallel entwickelt haben. Das Kleid hat wirklich erhebliche Passformschwächen. Das sieht man besonders gut von der Seite und von hinten, aber auch der Ausschnitt ist alles andere als optimal. IMG_20150311_091620IMG_20150311_091558Als ich es nähte kannte ich außer dem anpassen von Abnähern noch keine Möglichkeit das Kleidungsstück an meine Figur anzupassen und wusste auch noch nicht genug über meine Proportionen, um dies im vorhinein machen zu können. Während heute sowohl ein FBA als auch eine Anpassung der rückwärtigen Abnäher eigentlich schon im Schlaf und von allein vonstatten gehen, hatte ich hier einfach das Oberteil in einer größeren Größe, passend halt zum angegebenen Brustmaß zugeschnitten und genäht und gefüttert, um dann festzustellen, dass ich in einem um die Brust zu engen und darunter zu kurzen Oberteilsack stecke. Als mir dann über kreativ gesetzte Abnäher und tricksen an Reißverschluss und Seitennaht die Anpassung an meine Figur gelungen war, war ich so stolz, dass ich die verbliebenen Passformmängel gar nicht bemerkte. Jahrelang war ich mit dem Kleid vollkommen im Reinen. IMG_20150311_091453

Und ich trage es auch immernoch gern und ohne mich darin kritisch zu beäugen, das Gefühl von der Fertigstellung hängt einfach am Kleid dran. Sehr viel besser sitzende Kleider, die ich in jüngerer Zeit genäht habe, beäuge ich viel kritischer und lasse ich schon wegen sehr viel kleineren Fehlern öfter im Schrank. Warum? Vermutlich weil ich weiß, dass ich diese Fehler durchaus hätte vermeiden können und sie nur durch Unachtsamkeit und Verpeilung zustande gekommen sind. Das ist in gewisser Weise viel ärgerlicher. Und so ruft mir (und euch) dieses Kleid auch ein bisschen zu: Mensch, sei mal gelassener, es kommt eh nur auf das Gefühl an, das ein Kleidungsstück in dir weckt.

IMG_20150311_091736Zur Abrundung des Outfits trage ich seit dieser Woche wieder mein ganz klar am meisten getragenes Kleidungsstück: den Robson Coat. Ich freue mich jedes Jahr, wenn es wieder Zeit ist ihn aus dem Schrank zu holen und liebe ihn sehr sehr heiß und innig. Er hat vielleicht keine sonnige Farbe aber ist doch für mich DAS Frühlingskleidungsstück schlechthin.

Lucy zeigt heute auf dem MMM-Blog eine wollige Jacke, deren Farbkombi mich schon bei der Entstehung begeisterte und philosophiert auch ein wenig über echte und wahrgenommene Passform von selbstgenähtem.

3 Gedanken zu “Me made Mittwoch – Passformgedanken

  1. Sabrina schreibt:

    Mir gefällt dein Kleid auch ungeachtet seiner Mängel gut und ich finde es toll, dass du es so gerne trägst, obwohl die Mängel dir bewusst sind.
    Wenn man sich dann auch mal überlegt, wie gekaufte Sachen passen (oder eben auch nicht), sieht man die selbstproduzierten Passformprobleme auch immer nochmal in einem anderen Licht, ist mir aufgefallen.

    LG, Sabrina

  2. Sylvie schreibt:

    Schick schick! Schön, dass du dein Weihnachtskleid trotz der kleinen Schwächen noch trägst. Das mit der Nähentwicklung kann ich sehr gut nachvollziehen – mein erstes Weihnachtskleid ist nämlich Mottenfutter..
    Liebe Grüsse, Sylvie

  3. Prinzenrolle schreibt:

    Das kenn ich auch: heiß geliebt trotz kleiner Mängel. Der „Brokatmantel“ ist wirklich toll – der Frühling kann also kommen!

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