Ein Kleid! Ein Kleid!

Ich habe seit vielen vielen Monden nichts mehr wirklich für mich und zuende genäht. Seit der AnNÄHerung um genau zu sein. Als die Nähecke in der neuen Wohnung provisorisch eingerichtet war, nähte ich erstmal Bettwäsche für den unermüdlichen Umzugshelfer, Kollege J. und eine Hose für den Minimensch. Dann produzierte ich ein vortreffliches UFO mit starker Tendenz zu TfT nach dem Lemmingkleidschnitt B6018, das jetzt erstmal ein wenig abhängt, bis ich mich durchringe es zu säumen. Im Herbst oder so. Derart vom Nähkarma gebeutelt erhielt ich zu Ostern ein liebes Päckchen meiner nähenden und ältesten Freundin L. die mir diesen wundervollen Viskosejersey schickte, den sie einfach so für mich im Stoffladen mitgenommen hatte. Ist es nicht schön, wenn man solche Freundinnen hat?
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Er ist in echt deutlich blauer. Hauchfein und sehr hochwertig.

Nun habe ich seit der Schwangerschaft kein Jerseykleid mehr genäht, Oberteile aus Viskosejersey haben sich für mich als nicht ideal erwiesen. Ich hatte also nicht direkt ein passendes Projekt vor Augen. Es waren auch nur 1,5m Stoff, was die Schnittauswahl einschränkte und ich wollte sehr dringend mit dem nähen beginnen und nicht erst einen Schnitt kopieren. Also kamen nur bereits kopierte, schmal geschnittene Kleider in Frage. Ja, hm.

Nun hatte ich, ebenfalls von Freundin L. einen Schnittadventskalender bekommen, mit jede Woche einem Schnitt, fertig kopiert und der Anleitung. Sagte ich bereits, dass es toll ist, sie zur Freundin zu haben? Also nicht nur deshalb. Darunter war auch ein Burda-Jerseykleid mit Wasserfallkragen. (Modell 111, Burda 10/2014) Schmal geschnitten, schon kopiert, auflegen der Teile ergab, dass es passen könnte mit dem Stoffverbrauch.
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Nun bin ich mit Burda ja eher so nicht besonders gut befreundet. Das letzte Burdakleid ist Jahre her. Meine Erfahrung zeigt, dass ich keine ‚Burdafigur‘ habe und immer sehr umfangreich anpassen muss. Ich hoffte jedoch, dass es bei einem Jerseykleid wohl gehen würde.
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Nun. Es ging. Die Anleitung half nicht direkt weiter, verwirrte mich eher. Allerdings habe ich ja schon mal was mit Wasserfallkragen genäht und war so einigermaßen sicher, es auch ohne Anleitung hinzubekomnen.
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Im Dunklen blieb letztlich nur, wie die Raffung des Kragens gemacht wird. Die Anleitung sieht nämlich vor, dass am fertigen Kleid am Ausschnitt Rollfalten abgebracht werden sollen. Hierzu konnte ich weder Markierungen auf meiner Schnittkopie finden, noch der Anleitung entnehmen wie genau das denn zu machen sei. Ich habe die für mich wahrnehmbare Mehrweite zwischen Ausschnitt und Schulter per Handnaht leicht eingereiht. Ob das so gehört? Keine Ahnung.
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Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Der Stoff ist so schön, dass ich das Kleid gern trage und der Schnitt ausreichend schick, dass es mir nicht zu sehr wie ein Schlafanzug vorkommt.
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Ich habe das Kleid, da der Oberstoff sehr fein und durchscheinend ist, komplett mit grauem Viskosejersey gefüttert. Den musste ich erst bestellen, was die Anfertigung etwas verzögerte. Hat sich aber gelohnt, denn jetzt ist es gemütlich warm und scheint nicht durch. Dadurch konnte ich es am Montag, als ich die Fotos machte, gut mit Strumpfhose tragen. Aber es wird bestimmt auch ohne gut zu tragen sein.
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Ich habe das Kleid mit der Ovi gerollsäumt, einerseits weil ein doppelt umgeschlagener Saum bei dem Stoff etwas wuchtig gewesen wäre, vor allem aber, weil das Kleid trotz 4cm Saumzugabe dann zu kurz geworden wäre.

Ansonsten habe ich das Rockteil leicht ausgestellt, denn ein eng anliegendes, wenig elastisches Schlauchkleid erschien mir etwas presswurstig und zudem unpraktisch.

Derzeit sind wir hier seit 14 Tagen im Dauerlazarett. Erst das Kind, dann der Mann zum guten Schluss ich. Es bleibt also wohl erstmal bei Nähabstinenz.

Tag 14-18

Die Woche stand im Zeichen eines Erkältung-Magendarm-Zahnkomplexes beim Minimensch und brachte damit die Erkenntnis, dass Listen auch oft nur Theorie sind.
Immerhin konnte ich anfangen die letzte Nähkiste auszupacken, ein Kleid zu nähen, dem nur noch der Rollsaum fehlt und habe recht viel Wäsche geschafft.

Tag 12&13

Tag 12:
To-Do-Listen-Bilanz: 8/12 (Bad, Staubsaugen, Wäsche, Markt, Pflanzen zum Garten bringen, Kräuter auf Balkon pflanzen, Apothekenbestellung, Neues Minimenschbett geschliffen, geölt, aufgebaut)

Dazwischen geschoben: Küche, Spargelbeet entmulcht und gejätet, Krankes Kind getröstet und gekuschelt

Tomatensaft: Ja
Zucker: weiß nicht mehr
Essen: Grillgemüse + Tsatziki

Tag 13:
To-Do-Listen-Bilanz: 7/9 (Gästeklo, wischen, Wäsche, Wäsche, Garten Bücher auspacken, Kisten konsolidieren, Saatgut bestellen)

Dazwischen geschoben: Küche,  Wäsche falten, Wohnzimmer komplett kistenbefreit und Musikecke eingerichtet (Yeah!!!), Stoffresteregal teilweise eingeräumt

Tomatensaft: alle
Zucker: fast keinen
Essen: Salat, Ofenkartoffeln, Feta

Tag 11

To-Do-Bilanz: 3/9 (Ärztin, Friseurin, Gartenbücher auspacken)
Dazwischen geschoben: Bioeinkauf, Babysitterin wegbringen, Edeka
Arbeitsbilanz: 2/3
Tomatensaft: ja
Zucker: ja
Essen: Spinat, Bratkartoffeln, FischstäbchenFischstäbchen

Tag 7-10

Die letzten Tage war hier Ausnahmezustand, ich hatte ein Paper einzureichen, das noch sehr – sagen wir mal – roh war und der Mann hatte zeitgleich 2 Deadlines, die auch eher tough einzuhalten waren. Daher Liste erst heute wieder.

To-Do-Bilanz: 12/12 (Musikschule, Wäsche, Wäsche, Wäsche, Küche, kochen, einkaufen, einkaufen, Post, Telefonat, Telefonat, Überweisungen)
Zusätzlich: Brot gebacken, Wäsche verräumt, grobe Ordnung hergestellt, Müll runter
Arbeitsbilanz: 2/2 (heute war Pausentag)
Abends für mich: Besuch von einem lieben Freund
Tomatensaft: nein
Zucker: ja
Essen: Süßkartoffelsuppe

Die ersten 6 Tage meines Experiments haben mir gezeigt, dass ich vieles einfach auf der Liste vergesse. So z.b. habe ich ja die letzten 2 Wochen außergewöhnlicherweise Insbettbringdienst gehabt. Das ist locker eine Std die für Kram machen und arbeiten fehlt, stand aber nicht auf meinen Zetteln. Auch neige ich dazu, die nicht geschafften Sachen vom.Vortag nicht wieder auf die nächste Liste zu übernehmen. Da habe ich an Tag 6 und heute schon wesentlich besser geplant.
Es ist generell sehr gut,  mich jeden Tag dazu zu treten, eine Liste zu schreiben, und sei sie noch so kurz. Ich hoffe, ich Kriege das in eine Routine überführt.
Was über haupt nicht klappt, ist Zuckerverzicht. Irgendwie ist zu viel müde-hungrig-Kopfweh-keineZeitfürSnacks das wurmt mich, denn eigentlich war ich da mal sehr eisern und weiß auch, dass es mir viel besser ginge, wäre ich da zurückhaltender. Das also weiterhin als Aufgabe.

Me made Mittwoch: Anna

Ich bin etwas sehr ausgelastet derzeit, aber ich machte gestern Fotos von meinem Outfit:
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Ich trug gestern und trage auch heute mein erstes, aber sicher nicht letztes, Anna Dress. Es hat noch ein paar Kinderkrankheiten, aber ich mag es sehr.
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Genäht aus einem etwas zu steifen Patchworkstoff von Buttinette, dessen Muster und Farbe ich aber sehr mag. Ich plane für dieses Jahre weitere Annas, denn ich mag den Schnitt und Sitz des Kleides und es passte mir praktisch ohne Anpassungen. Es lässt sich außerdem gut mit Shirt drunter aber auch ganz ohne alles tragen, was es – kombiniert mit Unterrock – recht Frühling-Sommer-Herbst-kompatibel macht.

Gestern noch mit blickdichter Strumpfhose und Shirt drunter. Ich brauche immer etwas, bis ich glauben kann, dass es ohne Strumpfhose und Schal geht. Heute konnte ich mich schon zu einer Caprileggins durchringen. Ich mag ja Caprileggins. Allein schon zur Entwöhnung, damit der Übergang zu nackten Beinen nicht so plötzlich kommt.

Der Schal aus Strängen von geflochtenen Stoffresten ist übrigens auch selbst gemacht. Und auch gut zur Schalentwöhnung, denn da brauch ich auch immer etwas, um diese Nacktheit am Hals ertragen zu können.

Und nun husche ich – sehr eilig – zum MMM herüber, wo heute Nina ein schönes Simplicity-Kleid zeigt, dessen Schnitt auch noch hier liegt. Für wenn bald alles besser ist…

12.04.15 – Tag 6

To-do-Listen-Bilanz: 10/10. Hahaha! (Bad, Gästeklo, den verdammten Putzschrank mit Schublade, Brettern und Tür bestückt, und eingeräumt, Spülmaschine ausgeräumt, allen Müll runter, Wäsche1, Wäsche2, kochen, Küche, Kind ins Bett bringen)
Zusätzlich dazwischen geschoben: Wasserkocher entkalkt, Spülmaschine gereinigt, mein Handy neu eingerichtet weil es sich zerschossen hatte, den Klamottenablageundvergessenstuhl im Schlafzimmer sortiert.
Abends für mich: mit meiner Mutter telefoniert
Arbeitsbilanz: 3,5/6
Ins Bett: 23.00
Tomatensaft: nein
Zucker: ja (Kuchen beim Großelternbesuch)
Essen: Cashew-Curry mit Reis

Ein erfolgreicher Tag. Ca. 100 solche Tage und es wäre nicht mehr vollkommen chaotisch …

11.04.15 – Tag 5

To-Do-Listenbilanz: 6/10 (es wird nicht besser…) (Balkonpflanzen kaufen, Balkon bepflanzen, Balkon putzen, Wäsche1, Wäsche2, das verdammte Raclettegerät endlich verräumen)
Zusätzlich dazwischen geschoben: Bäcker, staubsaugen (Wo ständig dieser Dreck herkommt ist mir ja ein Rätsel), einkaufen, Altpapier wegfahren – 2mal, Küche, Minimensch ins Bett bringen, Leergut wegfahren, Überweisungen, Einmachgläser wegräumen
Abends für mich: Nägel lackiert, Gesichtsmaske
Arbeitsbilanz: 2,5/3
Ins Bett: 22.45 (fast gut!)
Tomatensaft: ja
Zucker: fast nein (Dringende Ausnahme!)
Essen: Pfannkuchen

10.04.15 – Tag 4

Also. Worum geht es bei diesen mysteriösen Aufzählungen am Abend?

Ich denke sehr oft, dass ich mich mal besser organisieren sollte. Ich kann das prinzipiell. Ich arbeite nämlich sehr geplant und organisiert, halte Arbeitsdeadlines meist sehr locker ein und schaffe gut, was ich mir vorgenommen habe. Zuhause hingegen sitze ich abends da und frage mich, wo die Zeit hin ist und was ich nochmal gemacht habe. Gleichzeitig finde ich auch keine Zeit für mich, weil ich dann abends gegen halb zehn noch versuche, die Tagesbilanz zu retten. Ohne nennenswerten Erfolg . Ich schreibe schon auch manchmal Listen, aber ich mache dann scheinbar nie, was da drauf steht.
Deshalb kam ich auf die Idee, mich mal zu beobachten und zu vergleichen, was ich aufschreibe und was ich dann tatsächlich mache.
Wo ich dann schon mal beim disziplinieren dabei bin, nehme ich gleich noch drei Punkte auf, die ich eh schon länger in den Griff kriegen wollte: 1. eine längere Zucker Pause einlegen. Dass ich Zucker schlecht vertrage dürfte inzwischen weithin bekannt sein. Dennoch hat sich über packen, umziehen, einrichten und Arbeitsstress ein erheblicher Süßigkeitenkonsum hier eingeschlichen. Da muss ich mal bei.
2. Um 22.30 ins Bett gehen und spätestens 23 Uhr schlafen. Quasi selbst erklärend. Der Minimensch ist allerspätestens um 7 morgens quietschfidel und schläft zwar meist aber nicht immer durch. Folglich ist wenig Puffer da.
3. Der ominöse Tomatensaft. Ich nehme mir auch gern mal Gesundheitsdinge vor. Vitamin B12 nehmen, Yoga machen, eine Darmkur machen, Kieselerde nehmen, mehr trinken, you name it. Solche Vorsätze halten üblicherweise maximal 2 Tage. Dann geht die gewünschte Routine sang-und klanglos unter. Stellvertretend für diese Rubrik der Selbstdisziplin steht der Tomatensaft. Tomatensaft ist nämlich sehr sehr gesund, voll krebsrisikomindernd und vitaminreich, vor allem aber lecker und eine erheblich bessere Zwischenmahlzeit als Marzipaneier. Daher also jeden Tag ein kleines Hungerloch mit Tomatensaft füllen.

Nach der ersten Woche werde ich versuchen zu ergründen, was ich warum nicht schaffe.

To-Do-Listenbilanz: 4,5 von 8 (den Minimensch ins Bett bringen, Altpapier wegfahren, Sommerkinderklamotten gebraucht shoppen, Mails, Sommerkinderschuhe zwar ausgesucht, aber noch nicht bestellt)
Zusätzlich dazwischen geschoben: ungeplantes Home office
Abends für mich: nichts.
Arbeitsbilanz: 4,5/7
Ins Bett: 23.40 (ohje)
Tomatensaft: ja
Zucker: ja
Essen: Salat, Kartoffeln, gebackener Feta

09.04.15 – Tag 3

To-do-Bilanz: 4/8 (Minimenschjahresinspektion, saugen, Garten, einkaufen)
Zusätzlich dazwischen geschoben: Minimensch ins Bett gebracht, Sicht- und Rauskletterschutz am Balkon angebracht, Küche, Mails
Abends für mich: ähm. Twitter.
Arbeitsbilanz: 2/3
Ins Bett: 0.10 (ohje)
Tomatensaft: nein
Zucker: nein (yeah!)
Essen: Gulasch