Me made Mittwoch: Sonntagskleid

Ich bin in der sehr luxuriösen und sehr seltenen Situation, dass ich in der vergangenen Woche gleich zwei Kleidungsstücke fertig gestellt habe. Das ist mir ca. seit Menschengedenken nicht mehr passiert. Ich zeige heute also nur eins meiner neuen Stücke. Ein Kleid nach dem schon getesteten und für gut befundenen Schnitt des Anna-Dress. Als ich es zum Nähkränzchen am Sonntag zum ersten Mal trug, sagte Lotti direkt, das sei ein richtiges Sonntagskleid. Und das finde ich auch. Ich trage es auch heute im Büro mit einer gewissen Festlichkeit und kann mir gut vorstellen es auch zu einer standesamtlichen Trauung oder einem Geburtstagsfest zu tragen.

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Der Stoff ist von fashion for designers und ich habe ihn beim Besuch dort im Rahmen des Köln-Bielefeld-Treffens im vergangenen November gekauft. Er ist also nicht nur schön, sondern auch mit sehr schönen Erinnerungen an 1a-Nähnerdflausch verknüpft. Der Stoff ist ein etwas festerer Baumwollstoff mit 3% Elasthan, dicker als Quiltstoff, also eher für ein Frühjahrs- als ein Sommerkleid geeignet. Ich habe ihn schon im Gedanken an eine Anna Dress gekauft, da das Oberteil mit den angeschnittenen Ärmeln dem großem Muster viel Raum bietet. Der Stoff ist tolle Qualität und ließ sich gar traumhaft verarbeiten.

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Da mich die Belege des Anna Dress tendenziell beim tragen nerven, habe ich das Oberteil komplett mit dunkelblauem Futter gefüttert. Dabei habe ich zum ersten Mal die Variante mit komplett verstürztem Halsausschnitt und Ärmeln ausprobiert. Nachdem ich zunächst deutlich Knoten in meinem Kopf hatte, hat mir das Internet (und nicht das Burda-Buch) geholfen. Hier gibt es eine super Anleitung. Weil ich den Stoff so gut finde und er auch verspricht haltbar zu sein, habe ich zudem erstmalig die Nahtzugaben mittels Hong-Kong-Finish versäubert. Allerdings war der Rest hellblauen Atlas-Schrägbandes, den ich dafür zur Hand nahm ziemlich minderwertig, deshalb ist es nicht so besonders brilliant gut geworden. Aber mein Bandeinfasserfüßchen tut einen guten Job, das weiß ich jetzt (insbesondere nachdem ich am Sonntag die gefühlten 200m Saum meines Petticoats eingefasst habe). Um das Muster nicht zu brechen habe ich statt des Bahnen-Rockteils einen halben Tellerrock mit Seitennahttaschen angesetzt. Das geht hervorragend und ich werde es bei folgenden Anna-Dresses wohl wieder so machen, spart es doch mindestens 3 Nähte (und das nehme ich als gute Nähschlampe natürlich gern mit).

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Das Kleid ist in der Taille etwas weit, ich habe den Eindruck, ich hatte an dem Tag, als ich es anprobierte ein recht großes Abendessen zu mir genommen, da passte es nämlich. Ich warte mal ab, ob ich das so ok finde, sonst ändere ich es halt nochmal, allzu kompliziert ist diese Änderung ja nicht. Das Rockteil ist ungefüttert. Ich rechne damit, das Kleid meist mit einem schlanken Petticoat, meinem doppelten Tüll-Teller (wie heute) oder zumindest einem Unterrock zu tragen, will es aber auch im Hochsommer tragen können und da wäre mir die dickere Baumwolle plus Futter zu warm.

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Auch in Kombi mit Strickjacke macht es sich gut und ich bin recht stolz auf die für mich sehr gelungene Verarbeitungsqualität. Ich weiß genau, das ist ein Lieblingskleid. Und noch mehr Lieblingskleidungsstücke gibt es auch heute wieder auf dem Me made Mittwoch-Blog zu sehen.