Me made Mittwoch: Das Murkskleid Nr. 2

Es ist passend zum erheblich sommerlichen Wetter fertig zusammengepfuscht: Das Murkskleid. Als gestern abend Kollege J.(!) zum Nähen(!) bei mir war, nähte ich die letzten fixierenden Hand-Pfusch-Stiche an diesem durch und durch gepfuschten Kleid.
image

Den Schnitt McCalls6503 habe ich insbesondere bei Frau Rothedinges Weihnachtskleid bewundert und auch andere gelungene Modelle fanden sich im Netz, weswegen ich ihn mir von Lotti auslieh, dann erstmal ein halbes Jahr verklüngelte und nach dem Umzug wieder ausgrub und dann endlich zum erwarteten Sommer anging. Glücklicherweise wählte ich einen Stoff, den ich zwar schön finde, der aber mal Beifang bei einer stoffkontor.eu-Bestellung war und von dem ich daher a) über 2m hatte und b) keine besondere emotionale Bindung. Denn nunja – perfekt ist anders, sag ich mal.
image

Ich maß die Vorderteile in Gr.10 (entsprechend der Maßtabelle meine Größe) aus, verglich sie mit meinem Grundschnitt und machte Bedarf für ein FBA aus. Dieses machte ich dann gemäß der Burda-Anleitung. Aus purer Faulheit, weil ich nach der von mir sonst präferierten Methode nach Fit for real people erst meine Pinterest-Boards hätte durchsuchen müssen, das Burda-Buch hingegen in meinem Regal steht. Dies war der erste Fehler. Ich gab außerdem zuviel zu, da ich vergaß, die angesetzte Knopfleiste mitzuberechnen. Zweiter Fehler. Vollkommen Schnitt-Anpassungs-Theorie-konform änderte ich nicht nur die Weite sondern auch die Länge. Dritter Fehler. Das Rückteil maß ich nicht. Vierter Fehler. Dafür gab ich auch am Taillenband Weite zu. Fünfter Fehler. I had it coming, right?

Dann nähte ich fröhlich bei einem Nähkränzchen mit Freundin L. das Oberteil zusammen und … war entsetzt. Ich steckte in einem Sack und der Kragen passte außerdem überhaupt nicht an den Halsausschnitt, das ist – glaube ich – auf die Burda-Methode zurückzuführen, die auch über der Brust Weite zugibt. Ich nahm dann erstmal pauschal Weite raus indem ich an der Knopfleiste was wegnahm. Sechster Fehler. Danach war es um die Brust knapp und sonst immernoch überall zu weit. Oder wie Frifris sagte: „unter meiner Brust hätte eine kleine Mäusefamilie einziehen können.“

Da mir die Rockform mit den kleinen Falten recht gut gefiel und ich einfach UNBEDINGT ein Kleid mit Stehkragen haben wollte, beschloss ich, es noch einmal zu ändern. Erst erwog ich einfach die Kräusel in zugesteppte Falten a la Anna-Dress umzuwandeln. Aber ich will ja auch nicht nur noch Anna Dresses haben (obwohl ? Vielleicht doch…) es wäre dann ja immernoch um die Brust zu eng gewesen. Eine Bildsuche brachte mich zur Variante von Anja Rieger (toll!), die mich vermuten ließ, ich müsse das Oberteil kürzen, was Cat mir via twitter bestätigte. So schnitt ich aus dem großen Rest des Stoffes dann zwei neue Oberteile zu, denen ich nur minimal mehr Weite um die Brust, keine Mehrweite über der Brust und keine Mehrlänge verpasste und nähte diese in das halb sezierte Kleid ein, den Kragen, das vordere Taillenband und die Knopfleisten schnitt ich ebenfalls neu zu, unter der Brust legte ich Falten statt Kräusel. Nun ist das Kleid tragbar, wenn es auch sicher nicht perfekt ist.
image

Die Balance stimmt nicht, das hintere Oberteil ist nun optisch zu lang im Verhältnis zum vorderen, weil die Brust vorn nach oben zieht. Außerdem ist das Rückteil auch zu weit. Es gibt aufgrund des Teil-Austauschs beim Oberteil außerdem einen Versatz an den Nähten. Der Stehkragen springt, ich denke weil die Brust daran zieht, zu weit auf, ich hatte ihn mir anliegender gewünscht. Auch sitzt es nun um die Brust und darunter ok, ich finde es aber dennoch nicht vorteilhaft, ich glaube blusige Oberteile sind einfach nix für mich.
image

Mein Fazit: Ich finde den Schnitt für mich schwierig, ohnehin bin ich insgesamt selten zufrieden mit Hemdblusenkleidern. Ich würde beim nächsten Mal das Taillenband vorn verbreitern oder das Rückteil kürzen, aber ich bin nicht sicher, ob ich das Kleid nochmal nähe. Vielleicht bastel ich mir einfach einen Stehkragen an einen anderen Schnitt. Und jetzt näh ich erstmal ein paar Kleider aus der Knip oder von Indie-Herstellern. Zur Erholung.
image

Dazu trage ich, mangels akzeptabler Sandalen, meine Erdbeerschuhe. Sind sie nicht absolut großartig? Von innen haben sie Kirschen. Kann man diese Schuhe nicht mögen? Also ich liebe sie. image

Monika zeigt heute beim MMM das von mir sehr geliebte Anna-Dress. In der V-Kragenvariante. Ich will sofort auch eine.

5 Gedanken zu “Me made Mittwoch: Das Murkskleid Nr. 2

  1. Marrus (@selbstIDMarrus) schreibt:

    Also ich muss auch sagen, meine ungemurksten Kleider sehen teilweise schlimmer aus. 😉 Ich finde das Kleid so schön, der Stoff is toll. Und die Schuhe natürlich auch. Ich hoffe die Arbeit war nicht umsonst und Du trägst es ab und zu.
    LG marrus

  2. Steffi schreibt:

    Auch wenn es ein langer (und vermutlich ärgerlicher) Weg bis zu den Tragefotos war, den Fotos sieht man nichts davon an – im Gegenteil, ich finde das Kleid (und natürlich die Schuhe!!) stehen dir ausgezeichnet.
    liebe Grüße Steffi

  3. Lotti Katzkowski schreibt:

    Alles gut mit deinem Murks-Kleid. Ich finde, von vorn sieht es ganz toll aus und plädiere dafür es am hinteren Taillenband noch mal aufzutrennen und ein Stück vom Rückenteil wegzunehmen, damit die Balance stimmt. War jetzt nicht das, was du hören wolltest, ne? 😉
    Stoff und Schühchen sind Zucker.
    LG Lotti

  4. caro bac schreibt:

    ich finde dein Murkskleid wunderschön. Ohne deine Beschreibung wäre mir das alles gar nicht aufgefallen. Nur beim Seitenfoto sieht man das Zuviel an Länge.

Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s