Me made Mittwoch: Nicht-so-toll-Faltenrock

Pünktlich zum Temperatursturz ist der MMM aus der Sommerpause zurück und ich trage einen neuen Rock. Das trifft sich ja ganz gut. An der bescheidenen Menge von Fotos kann die geneigte Leserin aber schon ablesen: Zufrieden bin ich nicht.
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Der Rock hat eine etwas verworrene Entwicklungsgeschichte. Sie begann damit, dass ich mir rote Schnürschuhe bei Kleiderkreisel bestellte, die sich dann, als sie ankamen, als sehr schön und sehr himbeerrot herausstellten. Ich mag Himbeerrot. Aber ich hatte tatsächlich exakt kein passendes Kleidungsstück im Schrank. Also musste nun Kleidung für die neuen Schuhe her. (ja, ich habe auch NOCH ein Paar Himbeerschuhe bestellt.) Bei meinem Alfatex-Beutezug bei dem ich den Stoff für marrus gekauft habe, wanderte daher auch der Stoff dieses Rockes in meine Tüte mit dem Plan daraus einen Tellerrock zu nähen. Dann waren wir auf einer Hochzeit, zu der ich einen sehr geliebten schwarzen H&M-Faltenrock trug und ich beschloss, dass ich doch nochmal einen Faltenrock-Versuch machen sollte. Denn ich liebe das Aussehen von Faltenröcken. Ich mag nur die meisten davon so gar nicht an mir. Meine bisherigen Faltenröcke sind alle direkt nach Fertigstellung entsorgt worden, es klappte einfach nicht. Aber dieser eine Rock, der ist toll, sowas muss sich doch hinkriegen lassen. Er hat eine sehr ausgeklügelte Kombi aus Keller- und Andersrum (wie heißt das???)-Falten und Taschen im Faltenboden, der nach vorn verlegten Seitennaht. Dann fiel mir die Fashion Style April (?) in die Hände, darin dieser Schnitt. Und weil ja der Stoff, die Himbeerschuhe usw. da waren, beschloss ich, einfach noch mal einem Faltenrock-Schnitt eine Chance zu geben, bevor ich mir die Mühe mache, den geliebten Rock nachzukonstruieren. Dödöööö. Weitere Monate später war dann auch der Schnitt abgepaust, der Stoff gewaschen und ein Nähkränzchen angesetzt und ich nähte den Rock. Aufmerksame Leserinnen haben ihn schon in den Sonntagsfotos von vor 2 Wochen gefunden. Das nähen gelang nicht unbedingt reibungslos. Ich trennte jede Naht, zum Teil mehrfach, was aber nicht am Rock oder der Anleitung lag, sondern daran, dass ich nicht in die Anleitung schaute, dafür aber recht viel quatschte. Außerdem stimmten der Rock in meinem Kopf und der im Heft einfach nicht überein. So versuchte ich, den innenliegenden Bundbeleg oben als Bund anzunähen, weil ich einfach dachte, es müsse einen Bund geben, der aber gar nicht da ist. Und ähnliches. Am Ende war der Rock fertig, aber monster zu groß und vor allem fast knöchellang. Das hab ich bei der Knip manchmal, aber so krass noch nie. Ich kürzte als um 18 (!) cm und nähte ihn noch ordentlich enger so dass er eine tragbare Form erhielt. Aber mehr halt auch nicht.
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Er ist immernoch zu weit, sitzt für meinen Geschmack zu hüftig und ist deshalb auch wieder zu lang. Das bundlose Dasein finde ich auch höchst irritierend, dadurch dreht er sich beim gehen und ich muss das Shirt darübertragen. Und ich finde er hat auch viel zu wenig Falten und die springen genau an der breitesten Stelle meiner Hüfte auf. Hmpf. Das ist nicht, was ich mir wünsche. Aber ich hab auch nicht so viel Lust nochmal zu ändern, denn ich hab noch zwei Röcke zu flicken und sowas macht einfach keinen Spaß. Also trag ich ihn erstmal so. Ich hab aber auch kein Shirt, das richtig gut passt. Dieses ist eigentlich zu pink und trotzdem immernoch besser als alle anderen. Aber meine Motivation ein passendes Shirt zu nähen, hält sich auch in Grenzen. Ihr seht: Ich mag ihn nicht, den Faltenrock. Aber ich habe natürlich ein bisschen was darüber gelernt, wie ein Faltenrock sein sollte. Also probier ich es halt bald mal wieder… oder eben nicht.
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Einen Hinweis in eigener Sache möchte ich aber noch unterbringen: Ich habe gestern einen Post zur Aktion „Blogger für Flüchtlinge“ beigetragen, und weil der jetzt durch den MMM-Post im Blog nach unten rutscht, möchte ich ihn hier nochmal explizit verlinken, denn die Sache ist (mir) wichtig.

Und jetzt ein letzter Hauch vom Sommer bei MMM.

8 Gedanken zu “Me made Mittwoch: Nicht-so-toll-Faltenrock

  1. Mema schreibt:

    Nicht jedes Selbstgenähte wird gleichermaßen geliebt. Das ist bei mir auch so. Ich sehe und verstehe was du am Rock nicht magst. Aber du hast einen weiteren Schritt in Richtung guter Faltenrock gemacht. Viel Erfolg dabei. Mema

  2. selberschön schreibt:

    …also ich sags jetzt so wie ich das meinen Töchtern sagen würde: der Rock ist nett..und sieht an dir auch okay aus..und sei froh dass du so hübsch bist!Aber die anderen Kleider/Röcke machten immer aus einer hübschen jungen Frau eine ganz zauberhafte!
    Grüße aus dem Rheinland!.

  3. Muriel.Nahtzugabe5cm schreibt:

    18cm – das ist ja ne Menge. Das hat ja schon fast ByHandLondon Ausmaße.
    Innenliegende Bünde (Mehrzahl von Bund?) sind auch nicht so meins. Irgendwie fühlt sich das falsch an.
    Vielleicht musst Du noch einen himbeerfarbenen Rock nähen 🙂
    Ich finde der Rock sieht schön aus, könnte aber noch einen Tick kürzer sein.
    Lieber Gruß,
    Muriel

  4. lila und gelb schreibt:

    Ich weiß genau wovon Du redest/ schreibst – meine Röcke mag ich auch am liebsten, wenn sie etwas weiter oben sitzen. Eine Spur zu tief legt meine Speckfalte frei, mit der ich mich arrangiert habe, wenn sie denn verpackt ist. Das ist aber mein eigenes Empfinden.
    Deinen Rock finde ich gar nicht so schlecht. Auch die Falten an der Hüfte finde ich okay. Er ist eben etwas weiblicher geschnitten.
    Die Farbe ist toll und die Schuhe erst. Viele Grüße!

  5. DreiPunkteWerk schreibt:

    Ihr Nörgeltanten 😉 Mir gefällt der Rock gut, besonders die verschiedenen Faltenarten! Es kann auch nicht jeder Rock ein Lieblingsrock sein, vielleicht ist dieser eben ein Brot-und-Butter-Rock 🙂
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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