Wintermantel-Sewalong: Finale

Ich bin tatsächlich gerade so pünktlich zum Finale des Winterjacken-Sewalongs auf dem Me Made Mittwoch-Blog mit meinem neuen Wintermantel fertig geworden. Nachdem ich Stoff und Schnitt zu Beginn schon hatte, hat es mich einigen Anschub gekostet, dann auch tatsächlich anzufangen. Ich freue mich sehr über meine selbst genähten Mäntel, aber den Herstellungsprozess mag ich nicht sehr. Soooo viele Schnitteile, die Aussicht, wochenlang mit einem Projekt beschäftigt zu sein und riesige dicke Teile auf meinem recht kleinen Nähtisch herum manövrieren zu müssen, lähmt mich etwas. Durch einige ungeplante Umstände wurde es dann auch wirklich knapp. Aber jetzt ist er fertig, aller Ärger vergessen und ich hoch zufrieden.

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Genäht habe ich den Abbey Coat von Jamie Christina. Das Schnittmuster bekam ich letztes Jahr zu Weihnachten und ich finde den Schnitt vom Design her wirklich gelungen. Der Schnitt und die Anleitung sind allerdings eher so mittel.

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Es ging damit los, dass ich feststellte, dass das Schnittteil für das hintere mittlere Futter deutlich (>10cm) kürzer war, als die Seitenteile. Auch mehrmaliger Abgleich mit Schnittbogen und Folienteil brachte keine Aufklärung. Allerdings stellte ich bald darauf fest, dass alle Futterteile unterschiedlich lang waren, ohne ersichtlichen Grund und entgegen der Zeichnungen im Booklet. Ich löste das Problem mit der Schere und wie man sieht, war auch das kürzeste Teil noch lang genug. Kein Stoffstau im Rücken.

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Die Anleitung fand ich manchmal auch recht seltsam, da werden Stellen mit staystitch versehen, die dann direkt im nächsten Schritt schon beim stecken eingeschnitten werden sollen. Warum?

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Mit dem Sitz des Mantels bin ich sehr zufrieden, ich habe 12 zugeschnitten, aber dann nach heften deutlich enger gemacht, das ging dank Prinzessnähten super. Die Oberstoffteile passten auch alle gut aneinander.

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Im Wesentlichen habe ich zwei Änderungen vorgenommen: Die Ärmel auf normale Länge verlängert und die Manschetten geschlossen angenäht. Einerseits fand ich einen langen Schlitz am Ärmel potenziell unpraktisch, weil es reinzieht, genauso wie die 3/4-Länge, die der Schnitt vorsieht. Andereseits ist mein Stoff einfach so dick, dass ich mir diese zusätzliche Wulst am Ärmel sparen wollte.
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Man sieht auf einigen Fotos auch, dass die Paspelknopflöcher manchmal versuchen, die Knöpfe aufzufressen, ich werde die Knöpfe noch etwas loser annähen. Der Stoff ist tatsächlich fast zu dick zum vernähen gewesen, ich musste an einigen Stellen sehr kämpfen, um die Lagen unter das Nähfüßchen zu bekommen. Es handelt sich um blaugrauen Wollfilz, den ich als Coupon in Paris gekauft habe, die 3m des Coupon haben gerade so für alle Teile gereicht, es war wirklich haarscharf. Aufgrund der Stoffdicke habe ich auch erstmal auf das Topstitching verzichtet. Das hätte für meinen Geschmack zu tiefe ‚Rillen‘ in den flauschigen Stoff gemacht. Ich hoffe, es geht so und verzieht sich nichts.
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Ich hatte ja lang über passende Taschen sinniert und habe nun doch dir riesigen Nahttaschen meines letztjährigen Butterick-Mantels eingenäht. Aus Reststoff von meinem Anna Dress. Hier sieht man auch schön die Farbe des Stoffes, die camouflagesk zu blau, grau, braun und schwarz gut passt.
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Auch wenn man den schönen Bubikragen unter Schals dann im Alltag oft kaum sieht: ich bin wirklich rundum zufrieden. Der Mantel ist bei den derzeitigen Temperaturen von 5-10 Grad ideal. Für kältere Tage habe ich ja letztes Jahr ein dick gefüttertes Teil genäht. Dieser hier hat nur ein Viskosefutter. Mint mit Punkten von fashion for designers und sehr hochwertig anzufassen. Man beachte auch den Ersatzknopf.
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Die Knöpfe sind von „Petras Stoffelchen“ in Witten. Ein Stoffgeschäft wie aus dem Bilderbuch mit der besten Knopfauswahl im Umkreis von 50km, ich schreib demnächst nochmal einen Post über das Geschäft. Die Knöpfe jedenfalls sind recht schwere leicht unregelmäßige Metallknöpfe, die sich gut knöpfen lassen und ideal groß sind.
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Und nach diesem langen Bericht noch der Dank an Karin und Lucy, die uns mit fachkundiger Unterstützung durch diesen Sewalong geleitet haben. Danke für euer Engagement und den Ansporn, durchzuhalten.

Nähbloggerinnentreffen Köln 2015 – Ankommen und aufgenommen sein

Über das wundervolle Treffen am letzten Wochenende in Köln haben schon einige berichtet und ja, ich habe es genauso schön empfunden, wie bei vielen schon beschrieben. Nähnerdflausch eben. Gleichzeitig sah ich mich zufällig mehrfach in der letzten Woche, in der Situation zu erklären, was genau denn den Reiz eines solchen Treffens ausmacht, ganz ohne nähen, ob da denn das gemeinsame Hobby als Bindeglied reicht. Das hat mich ein wenig die Gedanken weiter spinnen lassen. Was ist denn eigentlich nähnerdflausch für mich? Warum gehe ich inzwischen wenig nervös sondern hauptsächlich sehr vorfreudig zu Treffen mit doch auch immer wieder sehr viel Fremden? Wie entsteht diese besondere, wundervolle Stimmung, die solche Treffen ausmacht?

Tatsächlich denke ich, das große Faszinosum ist genau, dass es über das gemeinsame Hobby hinaus geht. Es ist eben nicht nur ein Treffen zum Fachsimpeln, auch wenn natürlich auch  viel gefachsimpelt wird. Es gibt auf Treffen der Nähbloggerinnenszene, die rund um den Me Made Mittwoch entstanden ist, für mich eigentlich immer eine große Zahl von Frauen mit denen ich jeweils über Stunden plaudern könnte, und dabei geht es eigentlich nicht vorrangig oder schnell nicht mehr um Fachsimpeln. Mit vielen eint mich mehr als das Nähen an sich. Wir schwingen einfach auf einer Wellenlänge, also natürlich selten alle 50 aber eben doch ein nennenswerter Anteil. Es besteht eben ein Grundverständnis der anderen Person, nicht nur deren Tun. Woran liegt das?

Ich denke, das hat zwei Komponenten: Zunächst ist diese Community geprägt von großer Wertschätzung. Es ist einfach leicht, sich wohl zu fühlen, wenn einer offen und interessiert, wohlwollend begegnet wird. Das zeigt sich in vielfach sehr wertvollen und wertschätzenden Kommentaren, in Aktionen wie dem Stoffwechsel oder in großer Hilfsbereitschaft zb. bei Sewalongs. Diese virtuelle Wertschätzung überträgt sich praktisch 1:1 auch in das reale Kennenlernen. Schnell ist auch da eine hilfreiche Beratung zum Stoffkauf zur Stelle, wird schon nach wenigen Sätzen das Ausleihen eines Schnittmusters angeboten, Stoffproben gezeigt oder Kleidungsstücke zur Anprobe herumgereicht. Oder eben auch, wie jetzt in Köln, einfach mal bisher „Fremden“ eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten, so dass Bloggerinnen-WGs auf Zeit entstehen, rund um diese Treffen.

Der andere Aspekt ist, dass viele, die zum festen Kern des Me made Mittwoch zählen und auch regelmäßig und gern zu Treffen kommen, Kleidung nähen nicht nur als ein kreatives Hobby wie, z.B. Töpfern, sondern eher als einen Akt der Selbstermächtigung sehen. Es geht vielen von uns eben nicht nur um das kreative Tun, sondern darum, dass wir in unserer Kleidung sein dürfen wie wir sein wollen. Und damit ist die Wahrscheinlichkeit, auf einer Wellenlänge zu liegen, gleich viel größer. Denn wäre das einzig bindende Element das nähen, dann wäre es wohl wirklich eher eine Fachtagung. So sieht man jedoch direkt: es geht hier um Selbstverständnis und Weigerung, sich durch Mode und Normierung beschränken zu lassen. Und der Wunsch, sich nicht von Normen festlegen zu lassen zeugt dann eben auch von einem anderen Selbstbewusstsein, einem anderen Selbstverständnis, einem, das wir – immer natürlich nur ausschnittweise – teilen. Das manifestiert sich recht schön in dem viel-zitierten Bild der „50 gut gekleideten Frauen auf einem Haufen“: denn tatsächlich fällt das sofort auf, wie ausgesprochen adrett so eine Bloggerinnengruppe daher kommt. Natürlich entspricht dabei nie die Kleidung aller 50 meinem Geschmack oder gefällt mir persönlich, aber jede einzelne wirkt mit ihrer Garderobe gut gekleidet und im Reinen. Nicht verkleidet oder ausstaffiert, sondern eben stimmig. Und so ergibt sich eben mit vielen schnell ein Anknüpfungspunkt, der dann den Gesprächsfaden hierhin und dorthin gleiten lässt, mal mehr mal weniger fachlich.
Hieraus haben sich für mich persönliche Bindungen entwickelt und ich gehe natürlich auch zu Treffen, um sehr geschätzte Mitbloggerinnen wiederzusehen, mit denen ich immer und jederzeit Abende verquatschen würde. Es haben sich, nicht nur für mich, aus dieser virtuellen Wertschätzung, Freundschaften entwickelt, die auch bei solchen Treffen gehegt und gepflegt werden. Aber es freut mich eben auch, dass ich immer auch neue, mir bisher nur virtuell bekannte, persönlich kennenlernen darf, die mich bereichern.

Schön, dass es diese Gelegenheiten gibt, die virtuelle Herzlichkeit unserer kuscheligen Ecke des Internets auch in die „echte Welt“ mitzunehmen. Danke, liebe Frau Dreikah, Frau Alle Wünsche, Frau Machen statt Kaufen, Bele, Frau Overluck, Marja Katz, Luzie und Frl. Ideal, dass ihr uns das in Köln aufs wunderbarste ermöglicht habt!

Farbenspiele und Geschenkgedanken

Mein heutiges Outfit vom Dienstag sieht so aus:
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(Der Minimensch findet Fotos mit Selbstauslöser neuerdings sehr toll und kam immer passend zum Auslöserton noch angerannt)

Ich zeige es heute aus zwei Gründen. 1. Als ich letzte Woche meinen roten Pullunder zeigte, kam auf Twitter eine Diskussion über mögliche Kombi-Möglichkeiten für Rot auf. Ich versuche ja gerade, mich von blau-petrol-grau-schwarz  zu Beerentönen und Rot hin zu erweitern. Dabei fällt mir auf, dass ich dadurch auch beim kombinieren umdenken muss. Bei blau passen alle Schattierungen zusammen, dadurch kombiniere ich meist sehr monochrom. Bei rot wären mir verschiedene Rottöne vermutlich zu viel, so fällt mir immer nur die Kombi mit Schwarz und grau ein. Da ich heute im home office bin, habe ich mal ein wenig farblich meine Komfortzone verlassen und schaue, wie mir das gefällt.
2. Ich zeige das Outfit heute und nicht Mittwoch, weil der Rock zwar selbst genäht ist, aber nicht von mir. Er war ein Geschenk meiner Freundin L. Der Stoff hat eigentlich ein blasses Rot, nicht so pink wie auf dem Outfitfoto, eher so:
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Das herannahende Weihnachtsfest war für mich auch wieder Anlass, über selbst genähte Geschenke nachzudenken. Tatsächlich verschenke ich fast nie selbst genähtes. Ausnahme sind Babyklamotten oder Windeltäschchen. Ansonsten verschenke ich zwar jedes Jahr selbst gemachte Kleinigkeiten, aber eher Essen, Likör, Sirup, Chutneys oder Kekse, gepflanztes, gebasteltes aber nie genähtes. Warum? Darauf angesprochen würde ich stets sagen „Es würde das niemand zu schätzen wissen.“ Und tatsächlich gibt es sicher viele, auf die das zutrifft. Andererseits wissen diese Leute Handarbeit vielleicht generell nicht zu schätzen. Aber die, die den Wert eines Hand gemachten Geschenkes zu schätzen wissen, die können sich doch meistens dann das Ganze auch selbst machen. Oder?
Nun. Würde L. so denken, hätte ich diesen Rock nicht. Und auch keinen ähnlichen. Ich hätte den Schnitt (Crescent Skirt von Sewaholic) für mich nicht genäht. Und den Stoff hätte ich mir auch nicht geleistet. Ich trage den Rock aber gern und viel und habe ausgesprochen Freude daran. Was sagt uns das? Womöglich macht man sich manches nicht selbst. Weil man es nicht kann, nicht auf die Idee kommt oder es hinten anstellt. Und da ist es doch schön, eine nähende Freundin zu haben, die einem ein so wertvolles Geschenk macht. Vielleicht nähe ich ja doch noch 1-2 Geschenke…

Paris.

Eigentlich würde ich gern Gedanken zum Bloggerinnentreffen am Wochenende hier hinein schreiben. Aber ich kann nicht. Ich muss erst meine Gedanken zum so ungleich wichtigeren und vor allem verstörenderen Rest der Wochenend-Ereignisse sortieren.

Ich las von den Anschlägen in Paris via Twitter am späten Freitagabend, nach quatschen mit meinen Eltern und einem kurzen Telefonat mit dem Mann zu Hause. Neben dem Minimensch in meinem ehemaligen Kinderzimmer im Gäste-Bett liegend. Und gerade dieses sehr spezielle Setting ließ mich das, was da geschehen war, noch viel ungläubiger lesen, es noch viel unbegreiflicher finden. Jemand hatte in Paris, ausgerechnet in Paris, beschlossen vielen Menschen das Leben zu nehmen. Paris ist für mich ca. so nebenan wie der Bäcker, wo ich sonntags die Brötchen hole. Ich war dort erst vor einigen Wochen. Ich war schneller dort als bei meiner Schwiegermutter in Franken. Das ist nur eine kurze angenehme Zugfahrt weit weg. Ich bin ausgesprochen frankophil, habe einige Zeit in Frankreich gelebt, einige Male Paris besucht. Jemand will meinem Lieblingsland an den Kragen, das Land in dem ich mich zuhause fühle. Wir wollten eigentlich bald mal mit dem Minimensch nach Paris, dem kleinen Mensch, der da neben mir lag und schlief. Den ich doch so gern vor allem Unheil der Welt schützen würde. Dem ich beim besten Willen noch nicht erklären kann und will, dass es derart abscheulich böse Dinge wie Terror gibt.

Die Nachrichtenlage war eher undurchsichtig, die Zahl der Toten noch nicht bestimmt, die Geiselnahme dauerte noch an, als ich in unruhigen Schlaf fiel. Als der Minimensch am Morgen viel zu früh wach war, holte ich die Nachrichten der Nacht nach, tauschte entsetzte Sätze mit meiner Mutter aus und las dem Minimensch gleichzeitig Bilderbücher von Freundschaft und Toleranz vor. Und fand das so surreal. Einen gemütlichen Samstagmorgen in der Welt meiner Kindheit und Jugend. Und ein Bloggerinnentreffen vor mir, der Inbegriff von Zuwendung und Nettigkeit also. Und daneben Hass, Gewalt, scheinbar gefühllose Attentäter und Angst. Angst, dass auch in Deutschland so etwas jederzeit passieren kann. Angst auch vor den mutmaßlich auf den Fuß folgenden demagogischen Auswüchsen von rechts. Angst vor der politischen Reaktion, die im Zweifel mehr Überwachung, mehr Staat, weniger Freiheit sein würde.

Ja, kann man denn da einfach so weitermachen? Sollte man, will man, darf man?

Tatsächlich denke ich: nein nicht einfach so, aber ja, weitermachen. Und ich denke das, weil ich in Israel war. Und gesehen habe, wie die Israelis mit der ständig lauernden Terrorgefahr umgehen. (und ja, natürlich ist Israel keinesfalls frei von Fehlern, und im Moment geht alles dort auch ganz schön in die falsche Richtung) Ich habe Israel als eines der positivsten Länder erlebt, in denen ich je war. Kein Israeli würde die Gefahr verkennen, in der er oder sie sich tagtäglich befindet. Sie ist irgendwie allgegenwärtig. Man sieht sie gespiegelt in Checkpoints, Metalldetektoren an Bahnhöfen, öffentlichen Gebäuden, selbst Museen. Man sieht sie an Bunkern vor vielen Häusern. An Maschinenpistolen in Reisebussen und an Hotelbuffets. Und man bemerkt sie am vielstufigen und hoch effizienten Sicherheitsscreening am Flughafen. Aber man merkt sie den Menschen nicht an. Die Menschen sind nicht in Angst, in Panik. Sie sind voller Freude am Leben, voller Freundlichkeit und Gastfreundschaft. Sie kriegen viele Kinder und nehmen diese mit in den öffentlichen Raum, in Cafés, auf große, bedeutungsschwere Plätze. Diese Lebensfreude ist wohl schon trotzig. Aber sie setzt ein Zeichen, sie zeigt: „Wir mögen umzingelt sein von Feinden, ständig bedroht – aber wir lassen uns davon nicht im Leben beschränken, nicht die Angst regiert unser Leben.“ (Natürlich sind unsere Geheimdienste auch ziemliche Amateure gegen den israelischen und über Überwachungsstaat braucht man dort auch nicht wirklich groß diskutieren. Sicher setzen die Israelis, zurecht, viel Vertrauen in Staat und Militär, dass es sie beschützt. Aber trotzdem.)
Und dann kamen sie, die Reaktionen, die ich befürchtet hatte. Ohne stichhaltige Hinweise wurde da gleich auf die Flüchtlinge gedeutet. Und eine Quasi-Aussetzung von Schengen erfolgte auch praktisch direkt. Da sehen wir Europa dahinbröckeln. Das Europa, das ich stets als meine Heimat sah. Ein Europa ohne Grenzen. Ein friedliches Europa. Wie schnell das alles sich auflöst. Und ist das nicht genau das Ziel? Verhalten wir uns damit nicht genau so, wie gewollt, erfüllen wir nicht aus dem Lehrbuch quasi das, was Terror bezwecken will? Indem wir uns abschotten, uns von Angst regieren lassen, Fremde ausgrenzen und Menschen, die verzweifelt zu uns kommen kritisch beäugen, voll Misstrauen und Abgrenzung anstatt mit Wärme und Toleranz? Ich möchte so nicht leben. Nicht in einem Klima von Misstrauen und Missgunst, von Schuldzuweisung und Ausgrenzung. Aber natürlich habe ich Angst, natürlich muss ich mich kurz zur Ordnung rufen, wenn ich an Orte wie den Kölner Hbf gehe, auf die Domplatte, oder in die U-Bahn. Natürlich betrachte ich Polizeiabsperrungen im Essener Norden dieser Tage mit mehr Argwohn als sonst. Wie auch nicht?

Was mich immer irritiert ist dieser Schuldzuweisungs-Experten-Quatsch, der schon kurz nach solchen Ereignissen losgetreten wird. Diese dreckige Maschinerie von Nutznießerschaft. Als noch nichts, gar nichts über die Terroristen und ihren Weg an die Anschlagsorte bekannt war – direkt erstmal von Flüchtlingen reden. WARUM? Selbst mir, mit nur oberflächlichen Kenntnissen der Pariser/französischen Subgesellschaften war klar, dass Terrorismus heute überall entsteht, wo Aus- und Abgrenzung, Perspektivlosigkeit und Männerüberhang regieren. Dass fanatische Anhängerschaft für egal welche Bewegung daraus entsteht, dass sich Individuen einen Sinn für ihr Leben, eine Bedeutung, ja vielleicht auch einfach ein zuhause oder eine Ordnung für ihr Leben wünschen. Und dass sich nur Menschen in die Luft sprengen, die echt wenig zu verlieren haben. Und wie fatal ist es da, mit noch mehr Polarisierung, noch mehr Schwarz-Weiß-Denken, noch mehr Ausgrenzung und noch mehr Hass zu antworten. Menschen, die sich im heiligen Krieg wähnen auch noch mit dem gleichen Vokabular zu antworten. Menschen, die sich durch eine Überfremdung bedroht sehen auch noch zuzustimmen und auf das Fremde zu deuten, wo organisierte Kriminalität und Terror heute leider international sind und sich nicht in einfache nationale und kulturelle Kategorien stecken lassen. Ich möchte, verdammte Axt, nicht in so einer Welt leben. Ich will nicht eine Million Menschen für den Knall im Kopf von einigen hundert verknacken. So wie ich mich nicht unter Pauschalverdacht stellen lassen will, indem meine Bewegungen, meine Daten, meine Telefonate, meine Facebook-Nachrichten ausgewertet werden, so will ich auch nicht andere unter Pauschalverdacht stellen.

 

Nein. Ich. Will. So. Nicht. Leben.

 

 

 

Weiterführende Links:

Ein podcast der Reihe Dradio Wissen Hörsaal zu den philosophischen Vordenkern des Salafismus „Der Islam als Weltanschauung“ (Link führt direkt zum mp3). Hochinteressant und in der Tat bedrückend. Wer hätte geahnt, dass selbst der Salafismus maßgeblich von der bipolaren chaotisch-ideologischen Zersplitterung Europas in den 1920er Jahren maßgeblich beeinflusst wurde? Interessant auch, dass der Vortragende (dem ich sicher nicht in allen Punkten in seinen teilweise für mich zu wertenden Aussagen zustimmen würde) eine Parallele zieht, zwischen der Orientierungslosigkeit in den 1920er Jahren und der Orientierungslosigkeit in den Nachwehen des arabischen Frühlings.

Terror can only succeed with our cooperation. Von Simon Jenkins im guardian.

 

Me made Mittwoch: Die unendliche Pullunder-Geschichte

Heute trage ich einen recht alten Rock, nämlich meinen Disputationsrock, zusammen mit einem recht neuen Pullunder. Auch dieses Outfit ist wieder klar Kategorie #projektbrotundbutter und dass es das sein könnte, fiel mir gestern abend so spontan ein, dass ich mich endlich aufraffen konnte, die Fäden am Pullunder zu vernähen.

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Der Rock ist von Anfang 2012 und ich trug ihn zu meiner Disputation und seitdem recht regelmäßig ins Büro zu semi-offiziellen Anlässen und auch mal zur Vorlesung. Der Schnitt ist Simplicity 2451, ein Geht-bei-mir-immer-Schnitt. Der Stoff, eine wirklich hochwertige Feingarbardine aus 100% Wolle, war ein kleines Reststück und bei der (vollkommen gerechtfertigten) Geschäftsaufgabe eines recht unfreundlichen und eher nicht gut sortierten Essener Stoffgeschäfts („Stoff Müller“, heute „Stoffe am Kopstadtplatz“) für mich erschwinglich zu kaufen. Und der Stoff ist wirklich toll, er ist auch nach 3 Jahren noch kaum abgenutzt und weder verzogen noch gepillt, ein „Hurra“ auf hochwertige Stoffe.

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Und der Pullunder. Nunja. Ich begann diesen Pullover als Winterstrickprojekt 2012/2013. Das Strickmuster „Cadence“ (Link führt zu ravelry, der war aber auch in der Knitty Fall 2010) war allerdings voller Fehler, so dass ich es sehr ausführlich neu berechnen musste. Zudem strickte ich in sehr viel dünnerer Wolle als angegeben und daher in größerer Größe als meiner benötigten. So schleppte ich mich durch den Kragenmustersatz hindurch, wurde in der Zeit schwangerer und schwangerer und verlegte mich dann, als nur noch rechte Maschen in Runden auf mich warteten lieber auf Babymützchen und Babysöckchen. Der angefangene Pullover wanderte in den Korb, aus dem ich ihn erst im Winter 2014/2015 befreite, als mir aufging, dass Pullunder für mich eine sehr gute Garderobenergänzung sein könnten, als Alternative zum Cardigan und nicht so brüllend heiß wie wollene Pullover. Ich strickte einige Runden und bemerkte dann, dass das Strickmuster vorsah, das Rücken und Brust gleich breit sind. Ja hm, das mag an flachbusigen Menschen mit Ringerschultern funktionieren, bei mir geht das nicht. Also legte ich den Pullover erstmal wieder weg. Dann fasste ich mir ein Herz, strickte nach Vorbild anderer Pullover Abnahmen, denn den Rücken im ganzen schmaler anlegen ging ja nicht mehr, die Maschenzahl folgt ja aus dem Muster. Irgendwann im Sommerurlaub wurde er dann schließlich fertig. Und lag dann unvernäht weiter herum. Bis mir gestern abend aufging, dass ja Pullunder auch total Übergangsgarderobe sind und ich dort ein heimliches Mitglied der #projektbrotundbutter-Gang liegen hatte. Da vernähte ich ratzfatz im Bett noch schnell die Fäden und kann so schließlich nach nur fast drei Jahren den Winter 2012/2013 für beendet erklären. Heureka!

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Die Kombi gefällt mir richtig gut und das Konzept Pullunder geht für mich gut auf, wärmt Schulter und Rücken bei ungemütlichem Wind aber ist nicht zu warm auch im  wohlgeheizten Büro oder ÖPNV. Da muss ich wohl dann doch mal noch ein-zwei grau/schwarz/rote Röcke dazu produzieren, was?

 

Details:

Rock: Simplicity 2451, Gr. 12, Stoff: Wollgabardine in grau, Verbrauch 0,8m. Wiederholungsgefahr: groß

Pullunder: Grob angelegt an Cadence, gestrickt in Gr. XL mit Nadelstärke 3,5 aus Garn Drops Karisma, Verbrauch: 4 (?) Knäuel. Ergibt nach MaPro und Umrechnung die Maße von M. Ist aber dann de facto zu groß. Die Anleitung hat außerdem grandios viele Fehler. Daher eher keine Wiederholung in Sicht obwohl ich das Muster mag und gern Raglan von oben stricke.

Nina zeigt auf dem Me made Mittwoch-Blog ein Ultimate Shirt Dress, das bei mir einen ganz schlimmen Habenwollen-Reflex auslöst, obwohl ich genau weiß, dass mir Hemdblusenkleider an mir überhaupt nicht gefallen.

Podcastempfehlung und Gedanken zur Emanzipation

In der vergangenen Woche habe ich einige Folgen der Podcastreihe Dradio Wissen Hörsaal gehört, die jeweils Samstag und Sonntag im Radio ausgestrahlt wird. Die einzelnen Folgen sind 55 Minuten lang, das passt sehr gut in eine Fahrtstrecke Kita-Büro. Die Folgen enthalten jeweils ein bis zwei Vorträge, die oft, aber nicht immer, auf Konferenzen oder Workshops gehalten wurden, oft von Wissenschaftlerinnen, aber meinem Eindruck nach für fachfremdes oder fachgemischtes  Publikum. Ich finde dabei lang nicht jede Folge interessant genug, um 55 Minuten zuzuhören. Aber diese Woche hat mich eine Folge sehr beeindruckt:
Der Vortrag der amerikanischen Philosophin Susan Neiman zum Thema „Why grow up?“  (Vortrag auf englisch) basierend auf ihrem gleichnamigen Buch (deutsche Version). Der war wirklich gut und hat mich noch lang zum nachdenken gebracht.
Es ist schwierig, den wirklich eloquenten Vortrag kurz zusammenzufassen. Im Wesentlichen sagt Susan Neiman, wir leben in einer Gesellschaft, in der die Zeit des Heranwachsens, die eigentlich oft gar nicht super ist, im Nachhinein zur besten Zeit des Lebens stilisiert und damit das Erwachsensein als im großen und ganzen schrecklich dargestellt wird. Sie interpretiert diesen Jugendwahn als selbst- und fremdgewählte Unmündigkeit, sagt, das Kindsein zu idealisieren entspreche einer Angst vorm Leben. Davor, den gegebenen Entscheidungsspielraum auch wahrzunehmen und selbst zu gestalten. Sie argumentiert dabei anthropologisch und philosophisch, mit zahlreichen Beobachtungen und Fakten. Dabei sehr treffend und scharfzüngig.
Ich bin nun durchaus eine, die sich viel inneres Kind erhalten hat und die bisher auf das erwachsene Gefühl irgendwie noch wartet. Im ersten Moment fand ich deshalb die Aufforderung zum erwachsen werden im Titel wenig ansprechend. Allerdings verstehe ich Susan Neimans Aufforderung eher in Richtung „mündig und selbst bestimmt werden“ und da bin ich dann doch sehr dabei. Beim zweiten und dritten durchdenken fiel mir auf, dass es mich schon lang irritiert, wenn erwachsene Frauen sich als Mädchen bezeichnen, „Mädelsabend“, “ meine Mädels, „ich bin halt ein Mädchen“ aber eben auch wenn von „Jungs“, maximal noch „Typen“ nicht jedoch von Männern gesprochen wird. Mir kommt es vor als würden Frauen direkt von Mädchen zu Mamis. Dass ganz bewusst und selbstbewusst von „Frauen“ gesprochen wird, das habe ich zuerst im Rahmen des Me made Mittwoch wahrgenommen. Dass es eben genau um Selbstbestimmung, in dem Fall über die eigene Kleidung, geht. Da sehe ich dann eben die Verknüpfung von erwachsenen Begriffen und dem Akt der (Mode-)Emanzipation.

Direkt musste ich auch daran denken, dass wir oft überlegen woher die breite Zustimmung für Angela Merkel auch in unserer Generation kommt. Und einer der Punkte scheint mir tatsächlich dieses diffuse Gefühl, dass da eine ist, die sich schon kümmert. Dass man sich keine Gedanken machen muss, weil jemand regelt schon alles. Das kommt mir dann auch wie selbst gewählte Unmündigkeit vor, indeed.

Auch dachte ich an Katrin Rönickes Buch, das ja zum einen auch diese Coming of age-Komponente hat und ja die Selbstbestimmung und Selbstermächtigung in den Fokus stellt, speziell natürlich der Frauen, aber auch hier finde ich eben den Gedanken des erwachsen werdens im Sinne von „Entscheidungsspielraum nutzen“ wieder.

Und so dachte ich bei mir, dass ich Susan Neimans Aufruf zum Erwachsenwerden nur zustimmen kann.

Randnotiz: ich habe auch die Folge „Wie integrieren wir uns?„(deutscher Vortrag) gehört und dabei oft „nein“ gedacht. Nicht dass ich nicht prinzipiell die Idee einer pluralistischen Gesellschaft mag und sehr der Meinung bin, dass wir Integration beidseitig und frühzeitig denken müssen. Aber beide Rednerinnen argumentierten für mich seltsam ideologisch und weltfremd. Insb. habe ich extreme Abwehr entwickelt, als die Pädagogik-Professorin mehrfach erklärte, dass sie einfach nicht akzeptiere, dass die gesellschaftliche Mehrheit Angst habe, das könne nicht sein. Punkt. Das ist genau die Art von geisteswissenschaftlichem Vortrag, bei der ich nur schlecht folgen kann, weil mir die Argumentation zeitgleich unterkomplex und verbal aufgebläht vorkommt. Dennoch bleibt das Thema natürlich wichtig. Ich hätte mir nur sehr gewünscht, die Rednerinnen würden ihren Standpunkt eher so präsentieren wie Susan Neiman, die stichhaltig, präzise und undogmatisch bleibt und ihre Meinung klar als solche und nicht als Glaubenssatz kommuniziert.

Nähzeitschriftenvorstellung und Exemplar abzugeben

Als ich im September in Paris war, habe ich mir neben einer großen Tüte Stoff auch eine Zeitschrift mitgebracht. Immer auf der Suche nach Nähzeitschriften fernab von Burda und Ottobre stromerte ich durch die Kioske und wurde fündig: die fait mains war mir bis dato unbekannt und durfte mit. So sieht sie aus:
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Gelesen wurde sie direkt im Thalys auf dem Rückweg. Mein Eindruck: schöne Zeitschrift, leider nicht mein Stil.

Die Zusammenstellung aus schwerpunktmäßig Damenmode mit etwas Kindermode und etwas häkeln/stricken erinnert an das Gesamtkonzept der La Maison Victor jedoch gibt es insgesamt etwas mehr Modelle. Das geht auf Kosten der Haptik und Optik. An die tolle Aufmachung der Maison Victor reicht die fait mains leider nicht heran. Dennoch sind die meisten Modelle aus mehreren Perspektiven fotografiert, die Fotos sind durchaus nett und vermitteln einen guten Eindruck der Kleidungsstücke.
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Der Schnittbogen ist dreifarbig und auf grauem Papier, eher unübersichtlich, ähnlich wie bei der Neue Nähmode. Die Anleitungen sind knapp gehalten aber durchaus ausreichend, mit aussagekräftigen technischen Zeichnungen.
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Mein Gesamteindruck ist also durchaus gut, mit 5,50€ ist das Heft auch durchaus erschwinglich. Einzig: der Stil der Schnitte in diesem Heft ist nicht meins. Zu gerade, zu viele Gummizüge, etwas viel 80er-Style.
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Deshalb möchte ich das Heft gern hier an eine interessierte Leserin weiter vermitteln. Wer das Heft gern hätte, hinterlasse bitte bis Samstagmorgen 10Uhr einen Kommentar unter Angabe der Mailadresse (das sehe nur ich, wenn ihr die angebt), bei mehreren Interessierten entscheidet das Los.
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Me made Mittwoch: Der Flauschrock (#projektbrotundbutter Nr. 3)

Gestern trug ich erstmals und mit großer Freude einen neuen Rock, der als weiteres Element meiner Frübst-Garderobe auf der Stelle super in meine Garderobe passte und ein neues Lieblingsstück ist:

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Der Rock heißt Flauschrock, weil sich in ihm ganz viel #nähnerdflausch versteckt. Der Schnitt ist aus der Burda 5/2012 (Modell 106) und ist für mich vollkommen untrennbar mit Lotti verbunden, die mir auch das Heft lieh. Sie hat gefühlt 10 Röcke nach diesem Schnitt, alle toll oder toller und so erwachte bei mir der dringende Wunsch nach auch einem. Da ich aber ja keine Probeteile mache, musste zunächst ein günstiger Stoff dafür her. Diesen fand ich bei einem Spontanbesuch bei Alfatex vor drei Wochen. In der Filiale in Bochum gibt es seit einigen Monaten einen „Schnäppchen“-Bereich, der normalerweise nur absolut ekelhaften Ramsch enthält (aber alles unter 5 Euro/m) – als ich dort kurz hinschaute stand da aber ein ganzer Tisch mit stark reduzierten Anzug- und Kostümstoffen mit Wollanteil und es lagen auch etliche Ballen sehr brauchbare Hosen- und Kostümstoffe zwischen den üblichen Polytierchen. Ich kaufte daher 8m Stoff für 24 Euro, darunter diesen hier. Ein dünner Köperstoff, denim-artig vom Ansehen aber dünner vom Anfassen her. Der Stoff hat schwarze, lilane und hellgraue Fäden und war laut seinem Ballen aus 60% Baumwolle und 40% Polyester. Durch die schwarzen Schussfäden und die abwechselnd lila und grauen Kettfäden ergibt sich eine leicht melierte oder verwaschene Optik. Nach Feinwäsche und Bügeln bin ich da nicht ganz sicher, denn er ist etwas steif und recht bügelekelig geblieben. Innen im Bundbeleg und in den Taschen verstecken sich wohl-gehütete Reste meines Stoffwechselstoffs von Meike aus dem ersten Stoffwechsel, was mich bei jedem angucken erneut sehr erfreut und so hab ich einen Rock der mich zeitgleich an gleich zwei wundervolle tolle Mitbloggerinnen erinnert. Total super.

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Ich bin mit dem Ergebnis ausgesprochen zufrieden. Die Burda-Anleitung habe ich natürlich ignoriert, ich bin Burda-Legasthenikerin aus Überzeugung und wollte ohnehin die unsichtbare vorgesehene Knopfleiste durch eine sichtbare Knopfleiste ersetzen, so wie Lotti dies jüngst bei ihrem Sommerexemplar aus Jeans tat. Ich habe zudem nur die obersten vier Knöpfe tatsächlich nutzbar gemacht, der Rest der Knopfleiste ist zwar genäht aber dann miteinander versteppt und die Knöpfe sind durch alle Lagen aufgenäht. Warum? Weil der Rock gefüttert ist. Der Futterrock hat demnach eine vordere Mittelnaht und ist im oberen Bereich unsichtbar von Hand an die Knopfleisten angenäht. Bis auf die Tatsache, dass die vorderen Belegteile zu schmal waren – weiß der Henker was mir da passiert ist, ich nehme an, ich habe irgendwo die Nahtzugabe vergessen, denn ich nähe ja selten nach Schnitten ohne enthaltene Nahtzugabe – passt der Rock hervorragend ohne Änderungen bis auf radikales kürzen um ca. 10cm.

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Allerdings werde ich das Oberteil wohl stets drüber und nicht in den Bund gesteckt tragen, denn trotz sorgfätigen Bebügelns mit (Gewebe-)Einlage, recht robustem Stoff und der Tatsache, dass mir der Bund sogar etwas weit ist, ziehen sich die oberen beiden Knopflöcher leider unschön. Das habe ich bei Röcken mit Knöpfen öfter und kann es mir nicht recht erklären, ich werde es wohl mit einem Druckknopf zwischen den beiden Knöpfen zumindest etwas abmildern.

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Der Me made Mittwoch steht heute unter dem Motto Jeans und da passt mein optischer Jeansrock doch ganz gut rein, nicht wahr?