Me made Mittwoch: Die unendliche Pullunder-Geschichte

Heute trage ich einen recht alten Rock, nämlich meinen Disputationsrock, zusammen mit einem recht neuen Pullunder. Auch dieses Outfit ist wieder klar Kategorie #projektbrotundbutter und dass es das sein könnte, fiel mir gestern abend so spontan ein, dass ich mich endlich aufraffen konnte, die Fäden am Pullunder zu vernähen.

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Der Rock ist von Anfang 2012 und ich trug ihn zu meiner Disputation und seitdem recht regelmäßig ins Büro zu semi-offiziellen Anlässen und auch mal zur Vorlesung. Der Schnitt ist Simplicity 2451, ein Geht-bei-mir-immer-Schnitt. Der Stoff, eine wirklich hochwertige Feingarbardine aus 100% Wolle, war ein kleines Reststück und bei der (vollkommen gerechtfertigten) Geschäftsaufgabe eines recht unfreundlichen und eher nicht gut sortierten Essener Stoffgeschäfts („Stoff Müller“, heute „Stoffe am Kopstadtplatz“) für mich erschwinglich zu kaufen. Und der Stoff ist wirklich toll, er ist auch nach 3 Jahren noch kaum abgenutzt und weder verzogen noch gepillt, ein „Hurra“ auf hochwertige Stoffe.

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Und der Pullunder. Nunja. Ich begann diesen Pullover als Winterstrickprojekt 2012/2013. Das Strickmuster „Cadence“ (Link führt zu ravelry, der war aber auch in der Knitty Fall 2010) war allerdings voller Fehler, so dass ich es sehr ausführlich neu berechnen musste. Zudem strickte ich in sehr viel dünnerer Wolle als angegeben und daher in größerer Größe als meiner benötigten. So schleppte ich mich durch den Kragenmustersatz hindurch, wurde in der Zeit schwangerer und schwangerer und verlegte mich dann, als nur noch rechte Maschen in Runden auf mich warteten lieber auf Babymützchen und Babysöckchen. Der angefangene Pullover wanderte in den Korb, aus dem ich ihn erst im Winter 2014/2015 befreite, als mir aufging, dass Pullunder für mich eine sehr gute Garderobenergänzung sein könnten, als Alternative zum Cardigan und nicht so brüllend heiß wie wollene Pullover. Ich strickte einige Runden und bemerkte dann, dass das Strickmuster vorsah, das Rücken und Brust gleich breit sind. Ja hm, das mag an flachbusigen Menschen mit Ringerschultern funktionieren, bei mir geht das nicht. Also legte ich den Pullover erstmal wieder weg. Dann fasste ich mir ein Herz, strickte nach Vorbild anderer Pullover Abnahmen, denn den Rücken im ganzen schmaler anlegen ging ja nicht mehr, die Maschenzahl folgt ja aus dem Muster. Irgendwann im Sommerurlaub wurde er dann schließlich fertig. Und lag dann unvernäht weiter herum. Bis mir gestern abend aufging, dass ja Pullunder auch total Übergangsgarderobe sind und ich dort ein heimliches Mitglied der #projektbrotundbutter-Gang liegen hatte. Da vernähte ich ratzfatz im Bett noch schnell die Fäden und kann so schließlich nach nur fast drei Jahren den Winter 2012/2013 für beendet erklären. Heureka!

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Die Kombi gefällt mir richtig gut und das Konzept Pullunder geht für mich gut auf, wärmt Schulter und Rücken bei ungemütlichem Wind aber ist nicht zu warm auch im  wohlgeheizten Büro oder ÖPNV. Da muss ich wohl dann doch mal noch ein-zwei grau/schwarz/rote Röcke dazu produzieren, was?

 

Details:

Rock: Simplicity 2451, Gr. 12, Stoff: Wollgabardine in grau, Verbrauch 0,8m. Wiederholungsgefahr: groß

Pullunder: Grob angelegt an Cadence, gestrickt in Gr. XL mit Nadelstärke 3,5 aus Garn Drops Karisma, Verbrauch: 4 (?) Knäuel. Ergibt nach MaPro und Umrechnung die Maße von M. Ist aber dann de facto zu groß. Die Anleitung hat außerdem grandios viele Fehler. Daher eher keine Wiederholung in Sicht obwohl ich das Muster mag und gern Raglan von oben stricke.

Nina zeigt auf dem Me made Mittwoch-Blog ein Ultimate Shirt Dress, das bei mir einen ganz schlimmen Habenwollen-Reflex auslöst, obwohl ich genau weiß, dass mir Hemdblusenkleider an mir überhaupt nicht gefallen.

6 Gedanken zu “Me made Mittwoch: Die unendliche Pullunder-Geschichte

  1. Bele schreibt:

    Ein schöner Pullunder! Meines Erachtens ein völlig unterbewertetes Kleidungsstück für unsere Breitengrade und dein Exemplar beweist, dass er nicht gelb und spießig sein muss, sondern auch anders kann. Den Disputationsrock schaue ich mir immer wieder gerne an dir an und in Kombination durchaus mehr als „Brot und Butter“.
    LG Bele

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