#projektbrotundbutter: Zweites Treffen – Der Plan

Hallo in die Runde. Ich bin vollkommen geflasht, wieviele sich beim ersten Treffen verlinkt haben und mitmachen wollen bei „Projekt Brot und Butter“. Es war auch ganz toll, dass ich bei der AnNÄHerung live bei der Umsetzung einiger Brot-und-Butterteile dabei war und dass zwischendurch viele von euch schon Teile für die Aktion gezeigt haben. Ich freue mich sehr.

Heute soll es nun konkret werden. Welche Schnitte und welche Stoffe habt ihr euch rausgesucht? Habt ihr schon alles da, oder müsst ihr noch shoppen gehen, abpausen und passende Knöpfe finden? Braucht ihr Rat oder einen kleinen Schubs? Habt ihr schon angefangen zu nähen oder gar schon was fertig?
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Ich habe meinen Plan nun fast komplett fertig und kann auch die meisten Teile aus meinem Vorrat bestreiten, so dass ich, wann immer ich Zeit finde, direkt ein Teil anfangen kann. Das plane ich:

  1. Oberteile

Ich habe vor mindestens 5 Oberteile zu nähen. Dabei sollen möglichst gute Kombiteile entstehen, das heißt farblich sollte lila, petrol, rot, beere, blau, grau, schwarz vertreten sein. Schön wäre, wenn es ein paar Musterteile gäbe, außerdem sollte mindestens eins eine Bluse sein, einfach weil das schon solang auf meiner Wunschliste steht, mal von den immer gleichen Shirts wegzukommen.

Schon fest geplant sind:

2 klein gemusterte Shirts nach meinem bewährten Oberteilschnitt, das Plaintain-Top von Deer and Doe. Einmal Paisleymuster in blau, den Viskose-Jersey habe ich aus der Restekiste meines lokalen Stoffladens und es waren nur 63cm Stoff. Einmal sehr feine Blümchen in petrol-braun, auch Viskosejersey, den ich in Bielefeld vom Tauschtisch genommen habe.

Mindestens 2 schwarze Shirts, eins aus sehr feinem Merinojersey, eins aus normalem Viskosejersey. Beides ist vorhanden. Vermutlich nehme ich da auch Plaintain.

Eine Bluse nach dem Schnitt Oakridge oder dem Schnitt Alma von Sewaholic. Hier hätte ich dreimal Stretch-Popeline von fashion for designers in rot, lila und beere. Alma habe ich bereits mit kurzen Ärmeln genäht und würde ich jetzt mit langen Ärmeln fertigen. Oakridge reizt mich wegen der Knopfleiste OHNE Hemdkragen, wäre aber mehr Anpassungsarbeit und ich habe keine passenden Knöpfe- hier muss ich mich noch entscheiden.

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Jersey für mindestens 3 weitere Shirts hätte ich hier in petrol, lila und blau. Da würde ich vielleicht mal das Cabarita Knit Top probieren wollen, aber da müsste ich Ärmel ansetzen. Mal schauen, wieviel Luft für Experimente mir bleibt.

2. Röcke

Ich möchte gern drei Röcke im Rahmen der Aktion nähen.

Fest geplant ist:

Ginger Skirt von Colette aus diagonal gestreiftem dickerem Hosen/Rockstoff in schwarz mit grauen Streifen. Zwar habe ich mit meinem Probe-Ginger einen Reinfall erlitten, denke aber, dass das ein Zuschnittfehler war und bin daher optimistisch, dass das ein einfaches und schnelles Projekt ist.

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Faltenrock aus Flanell in Bordeauxrot. Das ist ein Versuch, den schwarzen Faltenrock zu klonen, den ich zu meinem Blazer vorletzten Mittwoch trug. Ich habe den Rock genau vermessen und einen Schnitt konstruiert. Als möglichst tragbare Probe würde ich diesen Salt-and-Pepper-Flanell nehmen, der ein Rest-Stück von meinem letztjährigen Wintermantel ist, das ich weinrot gefärbt habe. Der Stoff reicht gerade so, aber ein Reinfall würde nicht schmerzen und der Fall passt gut.

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Weitere Rockstoffe sind vorhanden, bspw. dieser Wollstoff in lila-schwarzem Muster. Auch graue und blaue Woll- und Baumwollstoffe mit festem Fall gibt es reichlich. Bei den Schnitten bin ich noch nicht 100% entschieden. Einen Simplicity 2451 könnte ich zum Beispiel auf jeden Fall noch integrieren. Auch der Bahnenrock aus der Burda, den ich schon in lila zur Probe genäht hab, böte sich an. Beide Schnitte sind kopiert und angepasst, das werde ich wohl nach Laune entscheiden.

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Ein Rock zum Blazer fehlt auch noch, da werde ich vermutlich einen Tellerrock und einen Simplicity 2451, schmale Variante, das muss aber nicht beides in den nächsten zwei Monaten sein.

3. Kleider

Eigentlich hatte ich nur ein Trägerkleid und ein Jerseykleid geplant. Allerdings hat mir das Trägerkleid, das ich am Mittwoch gezeigt habe, so gut gefallen, dass ich es wohl klonen werde. Es scheint mir sehr alltagstauglich und war nicht kompliziert zu nähen. Beim nächsten Mal lasse ich den Reißverschluss hinten einfach weg, dann geht es noch schneller. Als Stoff habe ich diesen sehr weich fallenden aber sehr schweren grau-schwarzen Stoff ins Auge gefasst, den ich von meiner Schwiegermutter bekam und von dem ich vermute, dass er zum Großteil aus Viskose ist.

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Außerdem ein Anna-Dress aus Jersey. Der Schnitt ist bekannt und geliebt, allerdings ist es natürlich ein Experiment, ihn aus Jersey umzusetzen.

4. Jacken

Ein Blazer stand schon lang auf meiner Wunschliste. Den habe ich jetzt schon fertig und kann ihn als Erfolg verbuchen.

Zusätzlich werde ich einen Cardigan nach dem Schnitt „Hope“ aus der La Maison Victor Herbstausgabe 2015 nähen. Aus einem rauchlilanen Wollstrick mit langen Ärmelbündchen aus Viskosejersey.

Strick für noch einen Nina-Cardigan ist vorhanden, das wäre ein Bonusprojekt.

Und was habe ich schon geschafft?

Zuerst habe ich den Blazer genäht. Das bot sich an, dieses Mammutprojekt zu Beginn mit dem frischen Schwung des neuen Jahres und auf der AnNÄHerung mit reichlich Unterstützung anzugehen. Der Blazer ist fertig und schon mehrfach getragen, ich bin sehr zufrieden und freue mich, ihn z.B. demnächst mit einem roten Faltenrock kombinieren zu können.

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Dann habe ich das Trägerkleid Telisabie genäht, das ich auch schon für die AnNÄHerung zugeschnitten hatte. Auch das hat sich schon als Alltagsstück bewährt, ich werde es aber noch etwas enger machen, da der Stoff beim tragen sehr nachgibt und es jetzt in der Taille ziemlich bollert.

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Da habe ich mir natürlich gleich zu Anfang mal die eigentlichen Außenseiter meines Plans (keine Röcke, keine Oberteile) vorgenommen. Als mir das irgendwann Mitte letzter Woche aufging, habe ich sofort pflichtschuldig drei Kinderunterhosen genäht drei Shirts zugeschnitten und auch bereits eins davon genäht:

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Das Paisleyshirt ist fertig. Es Zuschnitttetris-Profilevel von Nöten, aber ich habe tatsächlich aus 63cm Jersey mit nur einer Dehnrichtung ein langärmeliges Shirt gequetscht. Es sitzt auch gewohnt gut und wird fortan meine blauen Röcke gut ergänzen.

Zugeschnitten außerdem das petrol-braune Blümchenshirt sowie das Merinoshirt.

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Bereits für die AnNÄHerung hatte ich das Anna Dress zugeschnitten und zwar aus diesem roten Baumwolljersey mit Schmetterlingen. Das liegt hier also und wartet drauf, genäht zu werden.

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Auch schon länger zugeschnitten ist der Hope Cardigan.

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Diese Teile werde ich also dann jetzt erstmal wegnähen, bevor die Projektstapel hier überhand nehmen. Danach werde ich mutmaßlich erstmal den Ginger oder den Faltenrock machen, allein schon um mal wieder was aus festem Webstoff zu nähen. Danach werde ich dann die nächsten paar Teile zuschneiden.

Bevor ich an euch weitergebe noch ein kleiner Hinweis, weil die Frage danach aufkam: ihr könnt selbstverständlich die im Rahmen dieser Aktion fabrizierten Dinge auch schon vor den Terminen auf eurem Blog zeigen, zum Beispiel im Rahmen des MMM. Die monatlichen Treffen hier sind ja ohnehin eher Sammel- und Planungsposts und fassen dann ja hoffentlich immer gleich mehrere Teile zusammen.

Und nun bin ich sehr sehr gespannt, was ihr plant und wie weit ihr schon seid! Das Linktool bleibt wieder eine Woche geöffnet, bitte verlinkt zurück auf diesen Post und keine Werbung, bitte!

Me made Mittwoch: Telisabie

Für mein heutiges Kleid bekam ich eben eine Kompliment von meinem Chef. Das passiert nur alle paar hundert Monde mal und ist deshalb ein eindeutiges Qualitätsmerkmal auch was sein Kompatibilität mit meinem Alltag anbelangt. Es ist schön UND passt offenbar gut in mein Arbeitsumfeld, ist bequem und trotzdem „sehr stilsicher“ (Zitat Chef). Es ist außerdem petrol und damit hat es eh einen festen Platz in meinem Herzkleiderschrank.
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Es handelt sich um mein zweites anNÄHerungsprojekt, das ich in Bielefeld nur noch begann und dann zuhause fertigstellte. Der Schnitt ist eine Fusion aus dem Oberteil von Elisalex (by hand London) mit dem Taillenband und den Taschen von Cambie (sewaholic) und einem selbst konstruierten 2/5-Teller (ich habe eigentlich natürlich einen halben Teller konstruiert, aber mich beim Winkel oben ein bisschen verzeichnet, das macht dann im Saum schon satte 20 cm aus und da ich die etlichen damit produzierten Röcke gern trage, bleibt es jetzt halt bei 2/5-Saumweite). Daher Teller-Elisalex-Cambie oder kurz Telisabieimage

 

Der Stoff ist ein Flanell-Köper aus Wollbaumwollmischgewebe von Alfatex, relativ fest und sehr angenehm zu vernähen und zu tragen. Er ist leicht petrol-schwarz changierend weil die Schussfäden schwarz und die Kettfäden petrol sind.image

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Das Oberteil ist mit dem Rest des mintfarbenen Mantelfutters gefüttert und der Saum ist überhaupt der weltschönste, den ich je nähte: Verstürzt mit wundervollem Blümchenschrägband. Ich bin hellauf begeistert, wie toll das aussiehtimage

Ein ganz kleines bisschen ist das Kleid ein potemkinsches Dorf, denn das Futter flattert innen noch lose herum. Das liegt daran, dass mir bei der Anprobe das Oberteil unter der Brust und im Taillenband etwas weit schien, ich aber erst den Bequemlichkeitstest im Alltag machen wollte. Denn ein Brot-und-Butter-Kleidungsstück soll ja auch genug Platz zum bewegen, atmen, essen und vor allem am Schreibtisch sitzen bieten. Schon auf den Fotos sieht man aber, dass sowohl unter der Brust als auch im Rücken noch Weite weg kann. Nach einem Tag tragen hat sich inzwischen alles nochmal ziemlich geweitet und schlackert jetzt an mir herum. Das Futter allerdings nicht. Ich werde also wohl das Futter noch etwas raus lassen und das Kleid noch etwas enger machen. Im Rücken habe ich auch wiederum ein bisschen viel Länge – obwohl ich schon von vornherein welche rausgenommen hab, aber ich bin da, gerade bei rückwärtigem Reißverschluss wohl immernoch zu zaghaft mit der Hohlkreuzanpassung.

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Dann wird das Kleid aber tatsächlich ganz Brot und Butter sein, denn es lässt sich mit Shirt oder Bluse drunter tragen. Ich finde solche Träger-Kleider mit Oberteil drunter haben immer eine leichte Uniform-Anmutung und das passt ja auch irgendwie zu dem Gedanken, dass Brot-und-Butter-Kleidung letztlich unsere Alltagsuniform ist.

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Beim Me made Mittwoch gibt es heute wieder haufenweise Alltagskleidung zu sehen. Unter anderem ganz viele Kleidungsstücke aus dem #projektbrotundbutter. Sehr schön!

Sonntagssachen #2/2016

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Milchkaffee mit zufälligem Palmwedel. Bücher vorgelesen, sehr viele Bücher. Den Klamottenablagestuhl aufgeräumt. Den Kopfschmerzen einen mit der medizinischen Keule drüber gegeben. Einen Faltenrock konstruiert. Das Zwischenübernachtungszelt zur Probe im Wohnzimmer aufgebaut, zur großen Freude des Minimensch. Auf besonderen Wunsch Apfelunterhosen in Gr. 98 zugeschnitten. Incentives sind alles. Puschen gestrickt. Mit fleißiger Unterstützung Pizza gebacken. Urlaubsplanung.

Me made Mittwoch: Der anNÄHerungs-Blazer

Heute trage ich meinen neuen Blazer, den ich am Wochenende in Bielefeld genäht habe.
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Man muss vielleicht dazu sagen, dass ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt jemals tatsächlich ein Kostüm brauche. Ich besitze ein schwarzes Kostüm und einen grauen Blazer, die ich zu formellen Anlässen trage und die damit vollkommen ausreichend sind. Ein Blazer oder dann auch später ein Kostüm ist daher für mich eher eine Variante oder Spielerei um der Rock-Oberteil- und Kleid-Uniform noch etwas hinzuzufügen. Ich würde ein Kostüm daher auch eher wie ein Kleid tragen. Entsprechend ist mein Blazer auch aus einem eher unkomplizierten Stoff, einem robusten Baumwollstoff mit leicht flanelliger Rückseite in dunkelgrau mit schwarzem und dunkelrotem Webkaro. Das dunkelrote Karo ist aus einem Lurex-Faden und deshalb kaufte ich den Stoff vor ca. 2 Jahren, dieser dezente Glitzer gefiel mir auf Anhieb. Der Stoff ist von der Haptik etwa wie Jeansstoff, aber nicht Köper- sondern Leinwand-gewebt. Leider hat er in der ersten Wäsche eine enorme Menge Flusen auf sich selbst verteilt und auch ziemlich ausgeblutet, so dass er jetzt mehr ‚used‘ aussieht, als eigentlich meine Absicht war. Ich nehme ihn aber wie er ist- jetzt also in used.

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Der Schnitt ist auch schon seit 1,5 Jahren getestet und angepasst gewesen. Aber dann fehlte immer die Zeit ein solches Mammutprojekt anzugehen, vor allem weil ich die Taschen des Originalschnittmusters dringend abwandeln wollte und aber noch nie Paspeltaschen genäht hatte. Da fand ich natürlich auf der anNÄHerung fachkundige und nette Unterstützung, so dass ich nun perfekte Paspeltaschen habe. Ich bin sehr sehr stolz.
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Ich trage den Blazer heute mit einem alten Faltenrock aus sehr fester schwarzer Gabardine von H&M, weil ich natürlich noch Stoff aber noch keine Zeit hatte, einen passenden Rock zu nähen. Obwohl der Stoff grau mit schwarzem Karo ist, wirkt er neben dem schwarz recht blau. Ich werde wohl auch noch einen dunkelroten und einen grauen Rock nähen, so dass ich dann eine kleine Blazer-Entourage habe. Also irgendwann, wenn ich halt passend grauen und dunkelroten Stoff gefunden habe.

Der Rock ist übrigens der einzige Faltenrock der Welt, der mir gut steht. Alle Versuche einen schönen Faltenrock zu nähen sind bisher gescheitert, ich vermute, dieser lebt von der Kombi aus Keller- und anderen Falten sowie dem sehr festen Stoff. Irgendwann, eines schönen Tages, baue ich ihn aus einem Grundschnitt heraus nach.

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Praktischerweise habe ich vor ca. 4 Jahren einen Kragen im perfekten Dunkelrot gestrickt, der mir heute ganz hervorragende Dienste leistete und den ich – gemeinsam mit Stulpen – genau perfekt grungig zum etwas abgerockten Stil des Blazers fand.

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Die Rückenansicht offenbart: Ich könnte noch ein wenig an der Hohlkreuzkorrektur optimieren und ich habe vergessen, die Schulterpolster einzusetzen. Letzteres hole ich noch nach, bei ersterem bin ich noch etwas ratlos und werde mich wohl noch etwas weiterbilden müssen.

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Und nun noch eine kleine Flut von Detailfotos ohne schlechtes Bürolicht und auf dem Bügel:

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Der Schnitt ist aus der Knipmode 3/2011 und ich habe ihn schonmal zur Probe genäht und dabei die Änderungen identifiziert. Ich habe dieses Mal zusätzlich die Ärmel angepasst. Im Original sind weite Ärmel mit Manschette vorgesehen, ich hatte letztes Mal 3/4-Ärmel, dieses Mal habe ich daran gedacht, die Schnittteile entsprechend zu verlängern. Zusätzlich habe ich Falten in der Armbeuge gelegt, die dadurch eine gerundete Ärmelform geben, das macht die Ärmel unendlich bequemer als gerade Ärmel. Der Oberärmel ist 5cm länger als der Unterärmel und diese Mehrlänge steckt in den drei Falten. Das Prinzip habe ich von meinem Kaufblazer abgeguckt und dann mittels heften und probieren am Samstagvormittag nachgebaut.

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Außerdem habe ich Paspeltaschen und -knopflöcher genäht und die aufgesetzten Taschen aus dem Schnitt weggelassen. Die senkrechten Abnäher habe ich nach innen versetzt und deutlich verlängert, die Schultern verschmälert und die Ärmel verschmälert. In der Hüfte habe ich an der Seitennaht etwas zugegeben.

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Dieses Bild gibt die Farbe am besten wieder

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Ich bin sehr sehr zufrieden und freue mich schon auf die 1-4 Röcke dazu. Ich besitze sogar eine farblich sehr gut passende Jeans dazu (hört, hört!) und habe mich heute im Büro auch sehr gut angezogen und bequem gefühlt, besonders knautschig ist der Stoff auch nicht und ich werde den Blazer auch waschen. Er ist also tatsächlich auch ein Brot- und Butter-Teil geworden.

 

Dodo zeigt am heutigen MMM einen sehr schönen Mantel und ich habe schon zahlreiche andere anNÄHerungs-Produkte entdeckt!

 

Details:

Schnitt: Jasje 4, Knipmode 3/2011 (Danke Katharina und Sarah fürs leihen), Größe 40

Änderungen:

  • Ärmel verlängert, verschmälert, Bewegungsfalten zugegeben und keine Manschette angenäht.
  • Aufgesetzte Taschen durch Paspeltaschen ersetzt
  • Schultern schmäler, Abnäher nach innen versetzt und verlängert, Hüfte etwas rausgelassen
  • Futter komplett mit der Maschine verstürzt, Paspelknopflöcher genäht

Stoff und Material: Karierte feste Baumwolle von Alfatex (5,90/m), Futter von fashion for designers (Coupon, vermutlich teurer als der Oberstoff), Knöpfe aus dem lokalen Stoffladen, Gewebeeinlage

anNÄHerung in Bielefeld 2016

Am letzten Wochenende war ich mit meinen Nähmaschinen und der Bügelpresse mal wieder auf Reisen. Es ging nach Bielefeld, wo sich ja nun schon traditionell im Januar die Creme de la Creme der Nähnerdszene versammelt um ungestört und nach Lust und Laune mal bis zu 42 Stunden durchzunähen. Wie immer noch großen Treffen mit nähnerds bin ich angefüllt mit Eindrücken, die vermutlich den Rahmen eines einzelnen Posts sprengen und die zum Teil auch noch in mir nachreifen müssen. Aber ich beginne einfach mal mit einem „Reisebericht“ und hebe mir die weitergehenden Gedanken dann für später auf. Kommt Zeit, kommt Post, gewissermaßen.
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Ich hatte das Glück, schon auf der Fahrt beste Gesellschaft der Pott-nähnerds Frau Fantipanti und Ella Mara zu haben. Das Auto aber ächzte ziemlich unter der Last von 5 Nähmaschinen, 1 Bügelpresse, 1 Bügelstation und diverser Taschen. Ein bisschen spät waren wir auch, aber alle bekamen noch einen Platz und das Abendessen kriegten wir auch noch mit. Bei der Vorstellungsrunde waren mir tatsächlich die allermeisten bekannt, es ist ja irgendwie auch wie nach Hause kommen, so ein nähnerd-Treffen. Die Nervosität, die ich bei meinen ersten Bloggerinnentreffen hatte ist längst einer kribbeligen Vorfreude gewichen. Spannend auch, dass locker 1/3 bis die Hälfte der Teilnehmerinnen sich – heimlich oder öffentlich – als #projektbrotundbutter-Mitstreiterinnen entpuppten und ich so schon einen ersten Eindruck von einigen der geplanten Stücke bekommen konnte. Wie schön das war!

Ich hatte mir für das Wochenende vorgenommen, endlich meinen schon lang geplanten Blazer zu nähen und war wegen dieses Projektes ordentlich nervös. Im Vorfeld hatte ich schon mit dem Stoff und fehlenden Schnittteilen gekämpft und meine Notizen zu den notwendigen Änderungen waren auch recht unvollständig. Zum Glück hatte ich auch einiges hier im Blog notiert.

Am Freitagabend stellte ich den Korpus fertig, am Samstagmorgen beschäftigte ich mich lange mit Passform-Optimierung der Ärmel, am Nachmittag nähte ich meine allerersten Paspeltaschen und am Abend folgte das Futter. Kurz nach 23 Uhr am Samstag nähte ich die Knöpfe an und platzte fast vor Stolz. Am Sonntagmorgen begann ich noch ein Trägerkleid, schaffte aber nur das Oberteil fertig.

Es ist für mich etwas ganz besonderes, wirklich lang am Stück nähen zu können. Ich nähe oft in Häppchen von halben Stunden am Abend. Da schleichen sich Fehler ein und es stellt sich nicht so richtig ein „Flow“ ein. So wundervoll lang am Stück nähen zu können, ist sehr motivierend. Zusätzlich habe ich dieses Mal auch sehr von der Expertise der vielen Nähnerdettes profitieren können. Immer war eine da, um etwas zu stecken, einen Passformrat zu geben, das Händchen zu halten vor dem entscheidenden Schnitt in die Paspeltasche. Ich habe viel gelernt, das ist auch sehr gut.

Und natürlich blieb Zeit für spannende Gespräche, wühlen auf dem Tauschtisch, Sekt und Knabberkram, fachsimpeln, lachen und ernst sein. Es ergab sich die Möglichkeit in Büchern zu blättern, Schnitte anzugucken, Kleidungsstücke anzuprobieren und Nähgadgets zu testen. Taktisch geschickt saßen Frau Crafteln, die eine wundervolle Sitznachbarin ist, und ich in der Nähe der Bügelbretter, so dass wir stets guten Nachschub an Gesprächspartner innen hatten, die sich während des Wartens kurz zu uns gesellten. Auch die schwarz gefädelte Overlock war da ein guter Magnet für Besuch.

Auch wenn ich früher als andere ins Bett gegangen bin (und  mich dann jeweils noch lang mit meinen <3-Zimmerkolleginnen verquatscht habe), war ich doch am Sonntag unendlich müde, vollkommen gesättigt mit Eindrücken und doch motiviert, direkt weiterzunähen. Und natürlich noch tagelang bezaubert von der wundervollen Atmosphäre und den vielen tollen Frauen dort.

Mit vielen hätte ich gern noch länger geredet, wie immer bleibt auch der Eindruck, nicht jede lang und breit genug gesprochen zu haben. Aber was soll’s, es wird weitere Gelegenheiten geben und das ist doch auch eine wundervolle Aussicht.

 

Sonntagsbilder #1/2016

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Sonntagfrühstück. Einige länger notwendige Reparaturen, Knöpfe, Haken, Futter, Säume. Immer wieder aufgeregt #projektbrotundbutter checken. Sooo viele Teilnehmerinnen, das ist toll! Waldspaziergang mit ganz viel Matschspaß. Und lästiges Übertragen von schludrig notierten Änderungen auf die Blazer-Schnittteile.

Projekt Brot und Butter – Erstes Treffen: Bestandsaufnahme

Ich freue mich sehr, dass offenbar einige Lust haben, mit mir zusammen das Projekt „Brot und Butter“ anzugehen. Seid herzlich willkommen und auf geht’s!

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Das Sewalong-Logo dürft ihr gern verwenden.

Heute wollen wir erstmal den Bedarf analysieren und uns einen groben Plan machen, was wir in den nächsten drei Monaten von diesem Bedarf wohl decken können, ohne dabei in allzuviel Stress zu verfallen. (Denn Stress finde ich ja an Sew-Alongs meistens doof, und ein Hobby, das Stress macht will ja auch keine.)

Also stellen wir uns mal die Frage, was wir denn tatsächlich bei normalem Ganzjahreswetter – Frübst – und normalen Gegebenheiten so tragen? Welche unserer Kleidungsstücke werden ständig direkt von der Leine wieder angezogen, sind schon ganz fadenscheinig und brauchen Kollegen? Gibt es eine Gemeinsamkeit? Ein „Standardoutfit“ – das wir vielleicht bisher verleugnen, das aber de facto zu uns gehört? Ziehen sich Farben durch? Das Projekt „Brot und Butter“ will aufgreifen, was da ist und dort auffüllen, wo Lücken sind. Also suchen wir den roten Faden in unserer Alltagsgarderobe stilistisch, farblich, vom Material und orientieren uns daran.

Bei mir heißt Alltag: In ein Büro gehen, das im Winter überheizt und sobald die Sonne scheint, dank Südfenster tropisch ist, aber auch von einem Frischluft-fanatischen Kollegen bewohnt, der gern mal über Nacht das Fenster offen lässt. Alltag heißt aber auch auf den Spielplatz, in den Sandkasten, einkaufen und spazieren gehen – zu Fuß und auf dem Fahrrad unterwegs sein genauso wie im Auto. Und auf dem Boden spielen, auf dem Sofa kuscheln, den Haushalt mit-erledigen. Ich ziehe mich dabei selten untertags um. Das heißt meine Garderobe muss modular funktionieren. Ich muss einen Schal oder eine Strickjacke überziehen können, ich muss auch mal ein Teil, das Flecken abbekommen hat, austauschen können und ich muss mich in meiner Kleidung bewegen können. Dafür habe ich selten Bedarf für förmlichere Kleidung, ich fühle mich aber dennoch gern hübsch angezogen und das bedeutet, dass ich fast in jedem Kontext vermutlich als „chic“ wahrgenommen würde.

Eine riguros ehrliche Betrachtung meiner Bekleidung in den letzten Monaten hat ergeben, dass meine Outfits zu mindestens 80% aus Tellerrock und Shirt bestehen. Das ist nicht unbedingt, wie ich es mir wünsche. Ich mag sehr gern Kleider und würde sie gern mehr tragen. Aber einerseits ist ein Kleid halt schnell mal als ganzes dreckig und kann nicht teilweise ausgetauscht werden, ich habe aber andererseits auch zu wenig kombinations-schlaue Kleider. Meine Kleider sind fast durchweg gemustert, haben oft Puffärmel und sind farblich weder auf meine Shirts, noch auf meine Strickjacken abgestimmt. Dadurch sind sie für meine Bedürfnisse zu unflexibel.

Was trage ich also genau?

Ich trage im Wesentlichen derzeit 5 Röcke: 1 roter, 1 petrol-karierter, 1 lilaner, 1 blauer. Ergänzt durch einen Jeansrock, der aber unbequem ist und den Probeträgerrock. Jetzt wo die Temperaturen unter 5 Grad waren, trug ich zudem einen Wollrock in rot, einen Wollrock in grau und den wollenen Trägerrock.

 

Dazu trage ich einfach Shirts aus Baumwoll- oder Viskosejersey in schwarz, dunkelblau, petrol und rot oder Feinstrickpullis in blau, grau, schwarz. Ich besitze derzeit 2 tragbare schwarze, 1 petrolfarbenes, 1 rotes, 1 braunes, 1 blaues mit Punkten und ein türkis-gestreiftes. 2 schwarze, 1 blauer, 1 grauer Feinstrickpulli. Außerdem einen blau-weiß-gestreiften und einen petrolfarbenen Cardi und 3 ungeliebte und ausgewaschene längere Baumwollstrickjacken. Die meisten meiner Shirts sind viele Jahre alt und ich flicke sie nach so gut wie jeder Wäsche, z.T. haben sie Löcher…

Falls ich Kleider trage, dann kurzärmelige mit Strickjacke drüber oder Shirt drunter. Z.b. das Stoffwechsel I-Kleid oder eins meiner beiden Anna-Dresses.

Ich trage außerdem natürlich auch Unterwäsche und Schlafanzüge und um die ist es ebenfalls katastrophal bestellt.

Das ist alles in allem gar nicht so wenig, allerdings habe ich mich an vielen dieser Kleidungsstücke auch erheblich satt gesehen, sie sind z.T. Jahre alt und ich trage sie in eingespielten Kombinationen.

Bereits für „Brot und Butter beta“ genäht habe ich: 1 geraden Rock, 1 lila Tellerrock, 1 beerenfarbenen Cardi und 2 der genannten Shirts. Der Cardi löst sich leider schon etwas auf und der gerade Rock ist etwas weit. Außerdem habe ich einen Pullunder fertig gestrickt und einen Walk-Cardigan genäht. Ich habe dabei festgestellt, dass ein neues Teil oft ausreicht, um alte Teile reaktivieren und dem aktiven Bestand hinzufügen zu können. So hat z.B. der beerenfarbenene Cardigan das Stoffwechsel I-Kleid winterfähig gemacht und der Walk-Cardigan nimmt dem Stoffwechsel III-Kleid genug seiner gemusterten sommerlichen Festlichkeit, dass ich es auf einmal häufig trage und nicht zu hell für den Winter finde. Der Pullunder macht viele Outfits weniger grau-schwarz und ich trage ihn sehr oft.

Meine Farbpalette ist klar, und da rüttel ich auch nicht dran: blau, petrol, lila, rot, beere. Ergänzt durch grau und schwarz. Ich kombiniere allerdings nach etwas anfänglicher Befangenheit nun lila und rot und petrol und beere oder petrol und lila – was auch wieder erheblich die Vielfalt erhöht.

Ein großes Kopfzerbrechen bereiten mir Muster. Ich  bin sehr zurückhaltend mit Mustermix, mag aber eigentlich auch nicht „ganz in uni“ rumlaufen. Ich nähe also meist gemusterte Röcke und uni-farbene Shirts (weil Muster-Jersey so schwer in schön aufzutreiben ist) und stehe dann aber oft da und es gibt nur noch Uni-Rock und Uni-Shirt und das finde ich langweilig. Mehr kombinierfreudige Muster wären schon schön. Auch müssten es gar nicht zwangsläufig Shirts sein. Ich mag auch Blusen. Unter der Bedingung, das sie keinen Hemdkragen haben und Elasthan im Stoff ist.

Ich werde im Rahmen des Brot-und-Butter-Nähens etwas zweigleisig fahren. Einerseits fülle ich auf, was ich bis dato viel trage, nähe also Röcke und Shirts. Andererseits nähe ich Ergänzungsteile, die mir erlauben auch mal wieder öfter ein Kleid/was gemustertes zu tragen – auch hier wären das dann Shirts, Cardigans, Blazer oder Pullunder aber auch mal Blusen. Vorzugsweise werde ich dabei Stoffe verarbeiten, die ich schon habe und da kann ich in meinem Schrank ganz bequem im Bereich lila, petrol, beere, grau und schwarz was finden. Blau ist derzeit eher dünn besetzt, aber an blau hängt mein Herz auch nicht so wirklich.

Hätte ich unendlich viel Zeit, würde ich mir eine komplette Batterie von 12-14 Oberteilen, 4-5 Röcken, 2-3 Kleidern und 5 Jacken sowie mehrere Schlafshirts und sehr viele Unterhosen nähen. Konkret plane ich für diesen Sew-Along, also für knapp 3 Monate aber nur folgendes:

  • 5 Oberteile in mindestens 3 Farben und mindestens eins davon eine Bluse
  • 2 Röcke, davon keiner ein halber Teller
  • 1 Trägerkleid, das mit Shirt drunter getragen werden kann
  • 1 Blazer
  • 1 Cardigan
  • 2 Schlafshirts
  • Bonus: ein Jerseykleid

Hui, das klingt viel. Aber ich kalkuliere ein, dass ich zur AnNÄHerung fahre und mindestens ein Nähkränzchen in die Zeit fallen wird, außerdem werde ich präferiert auf bereits abgepauste und angepasste Schnitte zurückgreifen.

Welche Schnitte und Stoffe ich umsetze werde ich dann beim nächsten Treffen in drei Wochen berichten und dann kann ich auch sicher schon erzählen, was ich in der Zwischenzeit so genäht haben werde.

Und nun ihr! Was tragt ihr viel, was braucht ihr dringend, was nehmt ihr euch vor?

Das Linktool öffnet sich bei Klick auf den Button in einem neuen Fenster – das erlaubt wordpress mir nicht anders. Das „Projekt Brot und Butter“ ist ein offener Sewalong, jede ist herzlich eingeladen mitzumachen egal wieviele Teile ihr euch vornehmt, ob gehäkelt, gestrickt oder genäht, solang es sich um Alltagskleidung für euch selbst handelt. Ich bitte allerdings darum, keine Werbung zu verlinken und im verlinkten Blogpost auf die Aktion zu verweisen und einen Backlink zu diesem Post zu setzen. Das Linktool bleibt jeweils eine Woche geöffnet.

#projektbrotundbutter jetzt für alle

Im vergangenen Jahr ging mir irgendwann im Herbst auf, dass ich im Verhältnis viel zu wenig ‚Übergangskleidung‘ habe. Also Kleidung für die ca 10 Monate im Jahr mit Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad, die wir gemeinhin als Übergangszeit in unserer Jahreswahrnehmung klein reden. Aber gerade wer in tendenziell überheiztem Büro arbeitet, braucht recht wenig wollene Gewänder und die ganz flattrig dünnen Sommerfähnchen auch nur in der Freizeit. Ich stellte an mir eine Tendenz fest, mir zu viel außergewöhnliches und zu wenig alltägliches zu nähen, denn klar, das außergewöhnliche macht ja viel mehr Spaß.

Ich habe gerade 10 Sommerkleider und 10 Sommerröcke eingemottet und es warten ebensoviele Winterkleider, die aber eigentlich selbst im Winter oft zu dick sind. Und dazwischen stehen nur einige Röcke und zunehmend löchrig-dünne Shirts und ungeliebte Feinstrickpullis. Dabei ist es die Übergangs- oder eigentlich Jahreshauptbekleidung, die die Hauptrolle in der Kleidungsrealität spielen sollte. Und auch könnte, wenn man sie nicht so stiefkindlich behandeln würde.

Und so proklamierte ich ab Oktober das Brot-und-Butter-Nähen und fertigte tatsächlich immerhin zwei Röcke und zwei Oberteile, einen Cardigan und einen Pullunder, zudem reparierte ich auch noch zwei Röcke. Dennoch ist das #projektbrotundbutter für mich noch lang nicht beendet. Gerade Oberteile brauche ich dringend. Und einige Workhorses meines Keiderschrankes muss ich aussortieren. Daher werde ich dem berühmten Januar-Nähtief mit einer Fortsetzung des Projektes entgegenwirken. Denn im November und Dezember musste das Ganze wegen Wintermantel, Geschenkfabrikation, Arbeitsstress und allerlei gesundheitlichen Tiefschlägen leider ruhen. Und weil ich auf Twitter ein verhaltenes aber positives Echo erhielt, möchte ich euch einladen, dabei zu sein.
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Hiermit rufe ich das #projektbrotundbutter als Sewalong oder Blogchallenge ins Leben. Wer auch schon länger denkt, sein Kleiderschrank brauche mal ein paar mehr Alltagsstücke, ein bisschen Basics, ein paar Workhorses*, Kombitalente für Zwiebellook an all den unentschieden halb kalt halb warmen Tagen, die das Jahr zu bieten hat, der ist hiermit aufgerufen, sich mir anzuschließen und die traditionelle Saure-Gurken-Zeit vor der fiebrigen Frühjahrsnäherei sinnvoll zu nutzen.

Ich bin eigentlich keine große Meisterin auf dem Gebiet des planvollen Nähens, der SWAPs und großer Konzeptnäherei. Ich folge oft der Lust oder dem letzten Stoffkauf, der sofort vernäht werden möchte. Ich beginne meist das letzte Sommerkleid noch im September und den Wintermantel am ersten Schneetag. Ich kann also nicht sehr viel strategisches beitragen. Aber einen groben Zeitplan, ein klein wenig Orientierung, den biete ich schon an. Und ansonsten seid ihr frei, euch eure Ziele so zu stecken, wie es passt. Manche mag – wie ich – eher die Masse in ihrem Schrank missen, anderen mag eher das eine Teil fehlen, das zu vielem passt. Wieder andere haben vielleicht gerade ihren Stil gewandelt und wollen neue Sachen schaffen, die sie bisher noch gar nicht hatten. All das kann uns zu einer besseren Grundausstattung führen, zu einem Kleiderschrank, der uns erlaubt, blind hineinzugreifen und erwas herauszuziehen, das in unseren Alltag passt.

Ich will hier stilistisch keine Grenze setzen. Alltag und Übergangswetter stellen sicher nicht bei jeder die gleichen Erfordernisse. Die inhaltliche Klammer soll allein die Alltagstauglichkeit sein, Brot und Butter eben. Da kann dann durchaus auch ein Blazer dazu gehören. Oder endlich gut sitzende Unterwäsche. Oder eben doch Oberteile, zur Bekämpfung der berühmt-berüchtigten Oberteilschwäche.

Also der Zeitplan:

Ich habe mir überlegt, dass ein Zeitraum von drei Monaten wohl ganz passend ist. Auch würde ich nicht öfter als alle vier Wochen ein Treffen ansetzen, denn wir arbeiten ja nicht engmaschig an einem – alle dem gleichen – Kleidungsstück, sondern jede folgt ein wenig ihrem eigenen Tempo und Rhythmus. Der Wochentag ist dabei nicht ganz so entscheidend, da ich das Linktool eh jeweils eine Woche offen lasse. Daher wie folgt:

Freitag, 8.1.2016: Plan und Konzept
Was brauche ich denn überhaupt? Welche Kleidungsstücke trage ich in heavy rotation, bis sie auseinanderfallen? Welche vermisse ich jedes Mal, wenn ich ratlos am Morgen vorm Kleiderschrank stehe? Fehlen mir nur bestimmte Elemente (Oberteile, Röcke, Hosen, Jacken, Bhs) oder ganze Outfits oder doch das entscheidende eine Teil (ein grauer Blazer, ein schwarzes Strickjäckchen, eine weiße Bluse)? Was hat Priorität? Was kann ich realistisch in knapp drei Monaten schaffen?

Sonntag 31.1.2016: Projekte vorstellen
Jetzt haben wir alle begonnen zu nähen, stricken und häkeln, haben uns Stoffe rausgelegt, konkrete Schnitte gesucht, Material nachgekauft. Zeit unsere Pläne zu konkretisieren, die ersten konkreten Projekte vorzustellen, oder gar schon erste Ergebnisse zu präsentieren. Vielleicht lagen ja noch ein paar Ufos rum, die schnell beendet wurden? Oder ein flott genähtes Shirt gibt uns ersten Aufwind im kalt-grauen Januar?

Sonntag, 28.2.2016: Zwischenstand
Jetzt haben wir ganz sicher schon was fertig, es gar schon getragen und auf Herz und Nieren geprüft. Vielleicht haben wir auch unseren Plan korrigiert. Oder wir kommen nicht weiter und brauchen aufmunternde Worte? Oder wir haben ausgemistet und uns von 3/4 der abgeliebten Schätze getrennt und Platz für frisches geschaffen?

Sonntag, 27.3.2016: Fertig!
Schon sind annähernd drei Monate rum, der Frühling ist da und wir haben ordentlich was geschafft. Keine Temperatureskapaden, keine Waschrückstände können uns mehr etwas anhaben. Wir haben was anzuziehen und können uns jetzt mit Wonne in die Planung von außergewöhnlichem, unpraktischem und Schnickschnack stürzen. Zeigt her eure Brot und Butter-Stücke!

Auf Twitter können wir uns unter #projektbrotundbutter austauschen. Stricken, nähen, häkeln, alles ist erlaubt. Auch umarbeiten, reparieren, fertigstellen**. Alles was euch passt. Ich bitte jedoch darum, keine Werbung zu verlinken und die Aktion adäquat im jeweiligen Post zu erwähnen. Das Bildchen dürft ihr gern mitnehmen!

*Zitat von Mamamachtsachen, die mit ihrem Style Bootcamp eine Möglichkeit gibt, dem ganzen konzeptionell auf den Grund zu gehen.

** wie ich höre wird Muriel auf ihrem Blog Nahtzugabe5cm wieder einen Ufo-Sewalong hosten, das lässt sich doch verbinden.