#projektbrotundbutter jetzt für alle

Im vergangenen Jahr ging mir irgendwann im Herbst auf, dass ich im Verhältnis viel zu wenig ‚Übergangskleidung‘ habe. Also Kleidung für die ca 10 Monate im Jahr mit Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad, die wir gemeinhin als Übergangszeit in unserer Jahreswahrnehmung klein reden. Aber gerade wer in tendenziell überheiztem Büro arbeitet, braucht recht wenig wollene Gewänder und die ganz flattrig dünnen Sommerfähnchen auch nur in der Freizeit. Ich stellte an mir eine Tendenz fest, mir zu viel außergewöhnliches und zu wenig alltägliches zu nähen, denn klar, das außergewöhnliche macht ja viel mehr Spaß.

Ich habe gerade 10 Sommerkleider und 10 Sommerröcke eingemottet und es warten ebensoviele Winterkleider, die aber eigentlich selbst im Winter oft zu dick sind. Und dazwischen stehen nur einige Röcke und zunehmend löchrig-dünne Shirts und ungeliebte Feinstrickpullis. Dabei ist es die Übergangs- oder eigentlich Jahreshauptbekleidung, die die Hauptrolle in der Kleidungsrealität spielen sollte. Und auch könnte, wenn man sie nicht so stiefkindlich behandeln würde.

Und so proklamierte ich ab Oktober das Brot-und-Butter-Nähen und fertigte tatsächlich immerhin zwei Röcke und zwei Oberteile, einen Cardigan und einen Pullunder, zudem reparierte ich auch noch zwei Röcke. Dennoch ist das #projektbrotundbutter für mich noch lang nicht beendet. Gerade Oberteile brauche ich dringend. Und einige Workhorses meines Keiderschrankes muss ich aussortieren. Daher werde ich dem berühmten Januar-Nähtief mit einer Fortsetzung des Projektes entgegenwirken. Denn im November und Dezember musste das Ganze wegen Wintermantel, Geschenkfabrikation, Arbeitsstress und allerlei gesundheitlichen Tiefschlägen leider ruhen. Und weil ich auf Twitter ein verhaltenes aber positives Echo erhielt, möchte ich euch einladen, dabei zu sein.
image

Hiermit rufe ich das #projektbrotundbutter als Sewalong oder Blogchallenge ins Leben. Wer auch schon länger denkt, sein Kleiderschrank brauche mal ein paar mehr Alltagsstücke, ein bisschen Basics, ein paar Workhorses*, Kombitalente für Zwiebellook an all den unentschieden halb kalt halb warmen Tagen, die das Jahr zu bieten hat, der ist hiermit aufgerufen, sich mir anzuschließen und die traditionelle Saure-Gurken-Zeit vor der fiebrigen Frühjahrsnäherei sinnvoll zu nutzen.

Ich bin eigentlich keine große Meisterin auf dem Gebiet des planvollen Nähens, der SWAPs und großer Konzeptnäherei. Ich folge oft der Lust oder dem letzten Stoffkauf, der sofort vernäht werden möchte. Ich beginne meist das letzte Sommerkleid noch im September und den Wintermantel am ersten Schneetag. Ich kann also nicht sehr viel strategisches beitragen. Aber einen groben Zeitplan, ein klein wenig Orientierung, den biete ich schon an. Und ansonsten seid ihr frei, euch eure Ziele so zu stecken, wie es passt. Manche mag – wie ich – eher die Masse in ihrem Schrank missen, anderen mag eher das eine Teil fehlen, das zu vielem passt. Wieder andere haben vielleicht gerade ihren Stil gewandelt und wollen neue Sachen schaffen, die sie bisher noch gar nicht hatten. All das kann uns zu einer besseren Grundausstattung führen, zu einem Kleiderschrank, der uns erlaubt, blind hineinzugreifen und erwas herauszuziehen, das in unseren Alltag passt.

Ich will hier stilistisch keine Grenze setzen. Alltag und Übergangswetter stellen sicher nicht bei jeder die gleichen Erfordernisse. Die inhaltliche Klammer soll allein die Alltagstauglichkeit sein, Brot und Butter eben. Da kann dann durchaus auch ein Blazer dazu gehören. Oder endlich gut sitzende Unterwäsche. Oder eben doch Oberteile, zur Bekämpfung der berühmt-berüchtigten Oberteilschwäche.

Also der Zeitplan:

Ich habe mir überlegt, dass ein Zeitraum von drei Monaten wohl ganz passend ist. Auch würde ich nicht öfter als alle vier Wochen ein Treffen ansetzen, denn wir arbeiten ja nicht engmaschig an einem – alle dem gleichen – Kleidungsstück, sondern jede folgt ein wenig ihrem eigenen Tempo und Rhythmus. Der Wochentag ist dabei nicht ganz so entscheidend, da ich das Linktool eh jeweils eine Woche offen lasse. Daher wie folgt:

Freitag, 8.1.2016: Plan und Konzept
Was brauche ich denn überhaupt? Welche Kleidungsstücke trage ich in heavy rotation, bis sie auseinanderfallen? Welche vermisse ich jedes Mal, wenn ich ratlos am Morgen vorm Kleiderschrank stehe? Fehlen mir nur bestimmte Elemente (Oberteile, Röcke, Hosen, Jacken, Bhs) oder ganze Outfits oder doch das entscheidende eine Teil (ein grauer Blazer, ein schwarzes Strickjäckchen, eine weiße Bluse)? Was hat Priorität? Was kann ich realistisch in knapp drei Monaten schaffen?

Sonntag 31.1.2016: Projekte vorstellen
Jetzt haben wir alle begonnen zu nähen, stricken und häkeln, haben uns Stoffe rausgelegt, konkrete Schnitte gesucht, Material nachgekauft. Zeit unsere Pläne zu konkretisieren, die ersten konkreten Projekte vorzustellen, oder gar schon erste Ergebnisse zu präsentieren. Vielleicht lagen ja noch ein paar Ufos rum, die schnell beendet wurden? Oder ein flott genähtes Shirt gibt uns ersten Aufwind im kalt-grauen Januar?

Sonntag, 28.2.2016: Zwischenstand
Jetzt haben wir ganz sicher schon was fertig, es gar schon getragen und auf Herz und Nieren geprüft. Vielleicht haben wir auch unseren Plan korrigiert. Oder wir kommen nicht weiter und brauchen aufmunternde Worte? Oder wir haben ausgemistet und uns von 3/4 der abgeliebten Schätze getrennt und Platz für frisches geschaffen?

Sonntag, 27.3.2016: Fertig!
Schon sind annähernd drei Monate rum, der Frühling ist da und wir haben ordentlich was geschafft. Keine Temperatureskapaden, keine Waschrückstände können uns mehr etwas anhaben. Wir haben was anzuziehen und können uns jetzt mit Wonne in die Planung von außergewöhnlichem, unpraktischem und Schnickschnack stürzen. Zeigt her eure Brot und Butter-Stücke!

Auf Twitter können wir uns unter #projektbrotundbutter austauschen. Stricken, nähen, häkeln, alles ist erlaubt. Auch umarbeiten, reparieren, fertigstellen**. Alles was euch passt. Ich bitte jedoch darum, keine Werbung zu verlinken und die Aktion adäquat im jeweiligen Post zu erwähnen. Das Bildchen dürft ihr gern mitnehmen!

*Zitat von Mamamachtsachen, die mit ihrem Style Bootcamp eine Möglichkeit gibt, dem ganzen konzeptionell auf den Grund zu gehen.

** wie ich höre wird Muriel auf ihrem Blog Nahtzugabe5cm wieder einen Ufo-Sewalong hosten, das lässt sich doch verbinden.

23 Gedanken zu “#projektbrotundbutter jetzt für alle

  1. marinellasworld schreibt:

    Wie schön, dass du uns zu deinem Brot und Butter Nähen einlädst. Der Begriff hat mich in der letzten Zeit schon beim Nähen begleitet, er passt einfach so gut und beschreibt auch meine momentanen Überlegungen. Ich mache also sehr gerne mit!
    Liebe Grüsse,
    Julia

  2. lottiekamel schreibt:

    Eine sehr tolle Idee, auch wenn ich nicht mitmache (zu viele andere Projekte und ich bin sowieso sehr schlecht in SAL) schaue ich gerne vorbei und bin gespannt auf die Schnitte und Stoffe, die sich als alltagstauglich und zwischen-den-Jahreszeiten-tauglich erweisen!

  3. zitronentarte schreibt:

    Tolle Idee! Allerdings weiß ich nicht was mir fehlt im Schrank (außer Platz) und meine Näherfahrung in Sachen Klamotten ist begrenzt.
    Mir ist gerade eine Pyjamahose von der Maschine gesprungen. Das passt hier aber eher nicht so gut rein. 😉
    Ich werde Deinen Aufruf mit Interesse verfolgen und freue mich auf Anregungen.
    LG

  4. Silke schreibt:

    Eine sehr schöne Idee und passt genau in meine Überlegungen
    für meine Nähpläne in diesem Jahr.
    Zu gerne werden die Basics bei mir vernachlässigt und dann
    ärgere ich mich immer, wenn ich mal wieder nichts passendes
    zum Anziehen bzw. kombinieren habe.
    Da werde ich gerne versuchen mitzunähen.
    LG Silke

  5. caro bac schreibt:

    Super Idee! Da fällt mir sicher etwas ein. Und Business-Alltagskleidung kann ich auf jeden Fall brauchen. Stoffe und Schnitte sind da, aber der Schwung diese dann zu nähen fehlt mir manchmal. LG Carola

  6. Friederike schreibt:

    sehr schöne Idee. Ich wollte ja nicht mehr, aber diese Zeitvorgaben verlocken – und der mäßig gefüllte Kleiderschrank ebenso.
    lieben Gruß, Friederike

  7. Kraut und Kleid schreibt:

    Cool, da würde ich gerne mitmachen, allerdings hoste ich gerade selbst eine Aktion. Aber Basics brauche ich dringend, und vielleicht kann ich ja zweigleisig fahren :).
    LG, Stefanie

  8. made with Blümchen schreibt:

    Haha: „Ich beginne meist das letzte Sommerkleid noch im September und den Wintermantel am ersten Schneetag“ – that’s me! Feine Aktion, mal sehen wie das zeitlich reinpasst, ich wäre gern dabei. Habe mir sowieso fürs erste Halbjahr meinen Kleiderschrank vorgenommen, und zwar genau die ganzen Basic-Teile, da würde das ja wunderbar passen. lg, Gabi

Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s