Projekt Brot und Butter – Erstes Treffen: Bestandsaufnahme

Ich freue mich sehr, dass offenbar einige Lust haben, mit mir zusammen das Projekt „Brot und Butter“ anzugehen. Seid herzlich willkommen und auf geht’s!

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Das Sewalong-Logo dürft ihr gern verwenden.

Heute wollen wir erstmal den Bedarf analysieren und uns einen groben Plan machen, was wir in den nächsten drei Monaten von diesem Bedarf wohl decken können, ohne dabei in allzuviel Stress zu verfallen. (Denn Stress finde ich ja an Sew-Alongs meistens doof, und ein Hobby, das Stress macht will ja auch keine.)

Also stellen wir uns mal die Frage, was wir denn tatsächlich bei normalem Ganzjahreswetter – Frübst – und normalen Gegebenheiten so tragen? Welche unserer Kleidungsstücke werden ständig direkt von der Leine wieder angezogen, sind schon ganz fadenscheinig und brauchen Kollegen? Gibt es eine Gemeinsamkeit? Ein „Standardoutfit“ – das wir vielleicht bisher verleugnen, das aber de facto zu uns gehört? Ziehen sich Farben durch? Das Projekt „Brot und Butter“ will aufgreifen, was da ist und dort auffüllen, wo Lücken sind. Also suchen wir den roten Faden in unserer Alltagsgarderobe stilistisch, farblich, vom Material und orientieren uns daran.

Bei mir heißt Alltag: In ein Büro gehen, das im Winter überheizt und sobald die Sonne scheint, dank Südfenster tropisch ist, aber auch von einem Frischluft-fanatischen Kollegen bewohnt, der gern mal über Nacht das Fenster offen lässt. Alltag heißt aber auch auf den Spielplatz, in den Sandkasten, einkaufen und spazieren gehen – zu Fuß und auf dem Fahrrad unterwegs sein genauso wie im Auto. Und auf dem Boden spielen, auf dem Sofa kuscheln, den Haushalt mit-erledigen. Ich ziehe mich dabei selten untertags um. Das heißt meine Garderobe muss modular funktionieren. Ich muss einen Schal oder eine Strickjacke überziehen können, ich muss auch mal ein Teil, das Flecken abbekommen hat, austauschen können und ich muss mich in meiner Kleidung bewegen können. Dafür habe ich selten Bedarf für förmlichere Kleidung, ich fühle mich aber dennoch gern hübsch angezogen und das bedeutet, dass ich fast in jedem Kontext vermutlich als „chic“ wahrgenommen würde.

Eine riguros ehrliche Betrachtung meiner Bekleidung in den letzten Monaten hat ergeben, dass meine Outfits zu mindestens 80% aus Tellerrock und Shirt bestehen. Das ist nicht unbedingt, wie ich es mir wünsche. Ich mag sehr gern Kleider und würde sie gern mehr tragen. Aber einerseits ist ein Kleid halt schnell mal als ganzes dreckig und kann nicht teilweise ausgetauscht werden, ich habe aber andererseits auch zu wenig kombinations-schlaue Kleider. Meine Kleider sind fast durchweg gemustert, haben oft Puffärmel und sind farblich weder auf meine Shirts, noch auf meine Strickjacken abgestimmt. Dadurch sind sie für meine Bedürfnisse zu unflexibel.

Was trage ich also genau?

Ich trage im Wesentlichen derzeit 5 Röcke: 1 roter, 1 petrol-karierter, 1 lilaner, 1 blauer. Ergänzt durch einen Jeansrock, der aber unbequem ist und den Probeträgerrock. Jetzt wo die Temperaturen unter 5 Grad waren, trug ich zudem einen Wollrock in rot, einen Wollrock in grau und den wollenen Trägerrock.

 

Dazu trage ich einfach Shirts aus Baumwoll- oder Viskosejersey in schwarz, dunkelblau, petrol und rot oder Feinstrickpullis in blau, grau, schwarz. Ich besitze derzeit 2 tragbare schwarze, 1 petrolfarbenes, 1 rotes, 1 braunes, 1 blaues mit Punkten und ein türkis-gestreiftes. 2 schwarze, 1 blauer, 1 grauer Feinstrickpulli. Außerdem einen blau-weiß-gestreiften und einen petrolfarbenen Cardi und 3 ungeliebte und ausgewaschene längere Baumwollstrickjacken. Die meisten meiner Shirts sind viele Jahre alt und ich flicke sie nach so gut wie jeder Wäsche, z.T. haben sie Löcher…

Falls ich Kleider trage, dann kurzärmelige mit Strickjacke drüber oder Shirt drunter. Z.b. das Stoffwechsel I-Kleid oder eins meiner beiden Anna-Dresses.

Ich trage außerdem natürlich auch Unterwäsche und Schlafanzüge und um die ist es ebenfalls katastrophal bestellt.

Das ist alles in allem gar nicht so wenig, allerdings habe ich mich an vielen dieser Kleidungsstücke auch erheblich satt gesehen, sie sind z.T. Jahre alt und ich trage sie in eingespielten Kombinationen.

Bereits für „Brot und Butter beta“ genäht habe ich: 1 geraden Rock, 1 lila Tellerrock, 1 beerenfarbenen Cardi und 2 der genannten Shirts. Der Cardi löst sich leider schon etwas auf und der gerade Rock ist etwas weit. Außerdem habe ich einen Pullunder fertig gestrickt und einen Walk-Cardigan genäht. Ich habe dabei festgestellt, dass ein neues Teil oft ausreicht, um alte Teile reaktivieren und dem aktiven Bestand hinzufügen zu können. So hat z.B. der beerenfarbenene Cardigan das Stoffwechsel I-Kleid winterfähig gemacht und der Walk-Cardigan nimmt dem Stoffwechsel III-Kleid genug seiner gemusterten sommerlichen Festlichkeit, dass ich es auf einmal häufig trage und nicht zu hell für den Winter finde. Der Pullunder macht viele Outfits weniger grau-schwarz und ich trage ihn sehr oft.

Meine Farbpalette ist klar, und da rüttel ich auch nicht dran: blau, petrol, lila, rot, beere. Ergänzt durch grau und schwarz. Ich kombiniere allerdings nach etwas anfänglicher Befangenheit nun lila und rot und petrol und beere oder petrol und lila – was auch wieder erheblich die Vielfalt erhöht.

Ein großes Kopfzerbrechen bereiten mir Muster. Ich  bin sehr zurückhaltend mit Mustermix, mag aber eigentlich auch nicht „ganz in uni“ rumlaufen. Ich nähe also meist gemusterte Röcke und uni-farbene Shirts (weil Muster-Jersey so schwer in schön aufzutreiben ist) und stehe dann aber oft da und es gibt nur noch Uni-Rock und Uni-Shirt und das finde ich langweilig. Mehr kombinierfreudige Muster wären schon schön. Auch müssten es gar nicht zwangsläufig Shirts sein. Ich mag auch Blusen. Unter der Bedingung, das sie keinen Hemdkragen haben und Elasthan im Stoff ist.

Ich werde im Rahmen des Brot-und-Butter-Nähens etwas zweigleisig fahren. Einerseits fülle ich auf, was ich bis dato viel trage, nähe also Röcke und Shirts. Andererseits nähe ich Ergänzungsteile, die mir erlauben auch mal wieder öfter ein Kleid/was gemustertes zu tragen – auch hier wären das dann Shirts, Cardigans, Blazer oder Pullunder aber auch mal Blusen. Vorzugsweise werde ich dabei Stoffe verarbeiten, die ich schon habe und da kann ich in meinem Schrank ganz bequem im Bereich lila, petrol, beere, grau und schwarz was finden. Blau ist derzeit eher dünn besetzt, aber an blau hängt mein Herz auch nicht so wirklich.

Hätte ich unendlich viel Zeit, würde ich mir eine komplette Batterie von 12-14 Oberteilen, 4-5 Röcken, 2-3 Kleidern und 5 Jacken sowie mehrere Schlafshirts und sehr viele Unterhosen nähen. Konkret plane ich für diesen Sew-Along, also für knapp 3 Monate aber nur folgendes:

  • 5 Oberteile in mindestens 3 Farben und mindestens eins davon eine Bluse
  • 2 Röcke, davon keiner ein halber Teller
  • 1 Trägerkleid, das mit Shirt drunter getragen werden kann
  • 1 Blazer
  • 1 Cardigan
  • 2 Schlafshirts
  • Bonus: ein Jerseykleid

Hui, das klingt viel. Aber ich kalkuliere ein, dass ich zur AnNÄHerung fahre und mindestens ein Nähkränzchen in die Zeit fallen wird, außerdem werde ich präferiert auf bereits abgepauste und angepasste Schnitte zurückgreifen.

Welche Schnitte und Stoffe ich umsetze werde ich dann beim nächsten Treffen in drei Wochen berichten und dann kann ich auch sicher schon erzählen, was ich in der Zwischenzeit so genäht haben werde.

Und nun ihr! Was tragt ihr viel, was braucht ihr dringend, was nehmt ihr euch vor?

Das Linktool öffnet sich bei Klick auf den Button in einem neuen Fenster – das erlaubt wordpress mir nicht anders. Das „Projekt Brot und Butter“ ist ein offener Sewalong, jede ist herzlich eingeladen mitzumachen egal wieviele Teile ihr euch vornehmt, ob gehäkelt, gestrickt oder genäht, solang es sich um Alltagskleidung für euch selbst handelt. Ich bitte allerdings darum, keine Werbung zu verlinken und im verlinkten Blogpost auf die Aktion zu verweisen und einen Backlink zu diesem Post zu setzen. Das Linktool bleibt jeweils eine Woche geöffnet.

42 Gedanken zu “Projekt Brot und Butter – Erstes Treffen: Bestandsaufnahme

  1. Pingback: Mit heisser Nadel
  2. Karin schreibt:

    Ganz wunderbar finde ich deine Idee für den Alltag zu nähen bzw das, was wir sowieso gerne und oft tragen. Ich werde jedoch nicht bei deinem sew along mitmache (erstens aus Zeitgründen) und vor allem, weil ich festgestellt habe, dass ich wirklich schon konsequent für meinen Berufs – und sonstigen Alltag nähe. Deshalb produziere ich auch so viele Jerseykleider und bequeme Klamotte, die nicht immer spektakulär sind, aber die ich trage und die brauche. Meine Kleidungsvorgaben beim Job sind aber auch eher locker. Auf jeden Fall werde ich deinen sew along sehr gerne mitverfolgen, den Inspiration wird es zuhauf geben. Danke dafür.
    LG und schönes Wochenende
    Karin

  3. VerywellThen schreibt:

    Das wird super! Was zuerst für mich so etwas war wie „the good thing to do“ hat mir nun gleich zu Beginn etwas über mich offenbart, was ich zwar wusste aber nicht bisher nicht beachtete!

  4. Christiane schreibt:

    Ich finde die Idee für das Projekt so toll und mag solche gemeinsamen Aktionen sehr! Vor allen Dingen ist dies ein schönes Projekt zum Fortführen. Danke fürs Organisieren! Bei deinen Bildern ist mir wieder aufgefallen, wie sehr mir deine Trägerröcke gefallen.
    Liebe Grüße
    Christiane

  5. luzie schreibt:

    Du hast Dir ganz schön was vorgenommen. Andererseits, wenn erst die Schnitte stehen, ist ein Shirt oder ein Rock ja relativ schnell genäht.
    Ich bin mal gespannt, wieviel wir in Bielefeld schaffen werden.
    Vielen Dank für den Tip mit den Ärmeln vom Anna Dress; mich wird das auch eher nicht stören.
    Ich freue mich, Dich bald wiederzusehen!

    LG Luzie

  6. Elke schreibt:

    Tolle Idee.
    Mit dem Blazer allerdings auch sehr ambitioniert,
    Und ich mußte schmunzeln bei „kein halber Teller“.
    Lieber Gruß
    Elke

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Ja, ich sage immer, ich sei keine Seriennäherin – aber ausgerechnet bei den halben Tellern bin ich es scheinbar doch.
      Ja, den Blazer würde ich nicht machen, wenn ich nicht bei der AnNÄHerung ein Wochenende am Stück Zeit hätte

  7. Mema schreibt:

    Hallo Siebenhundertsachen,
    dein Sew Along gefällt mir sehr. Und ich bin versucht mitzumachen. Nun bin ich ja sowieso eine BrotundButter Näherin. In den nächsten drei Monaten ist aber meine Urlaubsgarderobe dran und das ist zwar ausnahmslos völlige altagstaugliche Normalkleidung aber eben zunächst für den Urlaub und das wird vermutlich dein Thema sprengen?!
    Schöner Gruß Mema

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Eigentlich finde ich, deine Gedanken zur Urlaubsgarderobe passen perfekt ins Thema, denn es geht dir ja auch um modular, Kombinationsfreudig, für ein breites Temperatur Spektrum. Von daher: von mir aus gern.

  8. Zuzsa schreibt:

    Dein Sewalong passt gerade ganz wunderbar, um mich für einige schwierige Nähaufgaben zu motivieren 🙂 Und im übrigen mag ich deine Garderobe sehr: Alltag mit Stil, genau mein Geschmack! Liebe Grüße, Zuzsa

  9. Sylvia schreibt:

    Ich danke dir, eine hervorragende Idee mal die Basis ordentlich aufzustocken.Ich bin mal gespannt für welchen Blusenschnitt du dich entscheidest, da hätte ich auch gern mal eine aber ebenfalls unbedingt ohne Kragen.
    Viele Grüße
    Sylvia

  10. Ute schreibt:

    Danke für die tolle Idee!! Passt genau in meinen Plan für dieses Jahr. Ich möchte auch eine Alltagsgarderobe mit Stil und weg von diesen ewigen Jeans. Liebe Grüße Ute

  11. Claudia von Reetselig schreibt:

    Klasse Idee! Das kommt mir gerade Recht, da ich gerade Inventur in allen Schränken mache. Und so eine Inventur kann dann ja auch immer was neues nach sich ziehen. Inbesondere, wenn was fehlt.
    Liebe Grüße vom deich
    Claudia

  12. couseuse schreibt:

    Sehr schöne Idee, das Brot und Butter-Nähen. Zum Mitmachen hab ich leider keine Zeit, aber zuschauen und mitdenken werde ich sicher! Viel Freude wünscht
    Almut

  13. Pingback: Tweed-Culotte –
  14. BESTRICKEND UMGARNT schreibt:

    Oh, was für ein toller Sewalong! Und so schöne Grundlagen in deinem Kleiderschrank, auf die du dabei zurückgreifen kannst.
    Mitmachen werde ich nicht, das schaffe ich nicht – bin schon froh, wenn ich dieses Jahr mal wenigstens eine Handvoll Teile für mich und nicht nur Kleinkindkleidung für Sohnemann oder Geschenke nähe. Aber deine Auflistung finde ich gedanklich sehr inspirierend für den hoffentlich nicht in allzuweiter Ferne liegenden Zeitpunkt, an dem ich meine Garderobe auch mal Stück für Stück auf mehr selbstgenähte Stücke umstellen werde …
    LG

  15. Julia schreibt:

    Vielen Dank für die Organisation und den Anstuppser in die richtige Richtung. Damit hast du gerade einen ziemlichen Nerv getroffen, wie es scheint. Ich freue mich, dabei zu sein und finde es sehr faszinierend, wie unterschiedlich doch jede einzelne für sich die Bedürfnisse formuliert.

    Viel Erfolg und liebe Grüße
    Julia

  16. Jomi schreibt:

    Ui!! Das ist ja mal ein schönes Projekt! Da mache ich sehr gerne mit. Ich hoffe, ich vertue mich nicht allzusehr in der Zeit. Ich freue mich auf die vielen verschienen Outfits von allen und auf das stöbern in euren Posts!

    Liebe Grüße
    Steffi

  17. Goldengelchen schreibt:

    Wow, jetzt sind wir schon über 50 Brot-und-Butter-Näherinnen!
    Vielen Dank für diesen tollen Sew-Along, ich bin gespannt, wie viele meiner geplanten Projekte ich tatsächlich schaffe.
    Deine Pläne sind ja nicht weniger ambitioniert, viel Erfolg dabei. Dein Kleiderschrank-Inhalt wirkt auf alle Fälle schon farblich sehr stimmig – da hat jemand ihre Farben gefunden 🙂

    Viele Grüße und viel Spaß bei der Annäherung!
    Goldengelchen

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