#projektbrotundbutter: Zwischenstand

Heute treffen wir uns wieder beim „Projekt Brot und Butter“ mit den inzwischen über 50 Mitstreiterinnen. Ich freu mich sehr, dass sich sogar noch einige beim letzten Treffen dazu gesellt haben.

In der Zwischenzeit sind wir alle schon mitten drin im Brot-und-Butter-nähen und ich habe mit großer Freude auch schon das eine oder andere Ergebnis auf Twitter und beim Me Made Mittwoch gesehen. Ich finde es sehr schön, dass Zwischenergebnisse auftauchen und relativ viel von dem Projekt „gesprochen“ wird. Das ist sehr anspornend und inspirierend. In den letzten Wochen machte das Wetter ja auch wieder einige Kapriolen, so dass wir die Frübst-Tauglichkeit der neuen Garderobe schon testen konnten. Heute wollen wir also berichten, wie es uns mit dem Projekt geht. Läuft es gut, sind wir im Plan? Oder sind wir stecken geblieben, wissen nicht weiter, haben alle Pläne über den Haufen geworfen und gänzlich neu angefangen? Oder sind gar einige schon fertig und beginnen schon mit der Sommergarderobe und den Extras? Und wie geht es euch mit dem Brot-und-Butter-Nähen? Ist es so zäh und langweilig wie unsere Drückebergerei vor dem Thema im Vorfeld uns Glauben machte?

Ich stelle fest, dass das Projekt auf jeden Fall meinen Sinn für Kombinationsmöglichkeiten und modulares Denken im Kleiderschrank schärft. Ich habe schon einige neue Kombinationen aus älteren Teilen getragen in letzter Zeit und achte auch beim Zuschnitt von neuen Teilen viel mehr auf Kombipartner. Das ist wirklich sehr positiv. Ich habe auch meinen Stoffschrank systematisch gesichtet und jetzt wieder einen besseren Überblick.

Und ich bin auch tatsächlich voll im Plan. Ich halte mich sehr sklavisch an meinen Plan, habe zwar viel gestrickt aber fast nichts abseits des Plans genäht (außer ein bisschen NfA). Nach den Teilen, die ich letzten Monat schon hatte (1 Shirt, Blazer und Telisabie), habe ich nun im Februar ein weiteres Shirt, einen Cardigan und zwei Röcke, ein Jerseykleid sowie (Bonus!) zwei Unterhosen und einen Unterrock genäht.

Vom Shirt habe ich nur ein etwas ausschnitthaftes Foto, aber es passt sehr gut zu Telisabie, hier die Kombi:

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Den Cardigan zeigte ich schon am Me made Mittwoch, ebenso wie den Faltenrock. Zudem ist ein Ginger Skirt mit Diagonalstreifen fertig geworden, den ich am Freitag husch husch fotografierte aber nochmal ausführlicher zeigen werde. Nach etwas Anpassungen passt er gut und macht mich sehr zufrieden.
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Das Anna Dress aus Jersey stimmt mich nicht vollends froh. Es hat dieses typische Jerseykleidgefühl, dass irgendwie zu wenig Kontur da ist. Ich fürchte, es braucht wärmere Temperaturen und weiße Strümpfe. Mal sehen. Und vielleicht suche ich nochmal nach anderen Schnitten für Jerseykleider, die irgendwie kleidiger und weniger schlumpfig wirken.
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Nun stehen auf meinem Plan noch 3 Oberteile (2 Shirts und 1 Bluse). Hier werde ich evtl. eine Abwandlung vornehmen und nur 1 Shirt und 2 Blusen nähen. Ich habe spontan eine exakt zum Faltenrock passende Alma Blouse zugeschnitten. Da diese aber aufgrund stark begrenzter Stoffmenge kurzärmlig wird, werde ich dann noch eine Langarm-Alma dazu nähen. Es ist ja auch sehr effizient, den Schnitt gleich zweimal zu nähen, dann sitzen die Änderungen.

Weiterhin fehlt noch 1 Rock. Hier bin ich immernoch unentschieden und schwanke zwischen Simplicity 2451, Variante C, noch einem Ginger oder irgendwas neuem. Auf jeden Fall wird der Rock grau oder blau. Das sagt der Stoffschrank.

Und dann noch ein Kleid. Dann bin ich durch. Das werde ich schaffen, denke ich. Und dann guck ich mal, ob ich vielleicht noch einen Cardigan, mehr Shirts und noch mehr Unterhosen nähe. Stoff für weitere Shirts ist zufällig schon irgendwie zu mir gekommen, evtl. habe ich ihn bestellt. Allerdings schiebe ich, damit es etwas spannender wird, jetzt erstmal einen Pullover für den Mann und eine Mütze für den Minimensch ein. Es muss ja alles sportlich bleiben.

Und ihr so?

Zum Linktool bitte hier entlang:

Noch ein Hinweis: Ich schaue mir alle eure Beiträge an, leider kann ich auf vielen Blogs nicht kommentieren, da sie die Option Name/URL nicht zulassen. Vielleicht wissen manche von euch nicht: das Nicht-Erlauben von Kommentaren via Name/URL und die Roboter-Prüfung machen es für wordpressnutzer aber auch vom Handy aus extrem schwierig zu kommentieren. Vielleicht testet ihr ja mal, wie es ohne Roboter-Prüfung und Login geht. Das würde sicher viele freuen, die bisher nicht bei euch kommentieren konnten.

Nicht in meinem Land

Ich muss da jetzt doch noch mal was zu schreiben. Vielmehr müsste man eigentlich täglich dazu schreiben. Und reden. Und in Megafone schreien. Und auf große Plakate malen: Ich verabscheue was mit diesem unserem Land geschieht. Und es beunruhigt mich in sehr erheblichem Ausmaß, ja eigentlich macht es mir sehr große Angst. Täglich kommt es zu massiven rechtsradikalen Angriffen auf das Leib und Leben von zu uns Geflüchteten. Und damit auch zu massiven Angriffen auf die Grundfesten unserer Demokratie und all dessen wozu wir uns im Rahmen von Menschenrechtskonvention, europäischen Verträgen und Grundgesetz bekannt haben. Das ist widerlich und vielmehr noch: brandgefährlich. Und es lässt mich sprachlos und irgendwie auch seltsam paralysiert zurück. Aber das dürfen wir nicht sein. Nicht sprachlos und nicht tatenlos. Und das bedeutet auch: wir dürfen nicht relativieren. Wir dürfen rassistische Argumentation nicht einreißen lassen. Wir müssen klar machen, dass es eine glasklare unverrückbare Grenze gibt. Und die hat Dunja Hayali in ihrer wundervollen Dankesrede für die verdiente goldene Kamera auch klar benannt: „Wer rassistisch denkt und spricht, der ist Rassist“. Punkt.

Und das heißt: Egal welche Sorgen man auch immer um die Integration, den sozialen Frieden und das Wohlergehen unseres Landes haben mag – nichts von alledem darf uns je dazu verleiten, rassistischer Argumentation beizupflichten oder sie stillschweigend zu ignorieren. Denn es ist ja nun mal so: Da kommen gerade sehr viele Menschen zu uns, die vor wirklich furchtbarem Krieg, Bürgerkrieg, Verfolgung geflohen sind. Und auch Menschen die vor furchtbarer Armut und furchtbarem Elend geflohen sind. Und Europa sowie übrigens auch die anderen Industrieländer ist verdammt nochmal dazu verpflichtet, diesen Menschen zu helfen. Weil sie Menschen sind, und weil wir Menschen sind. Und nebenbei auch noch, weil wir politisch dies und das und jenes getan und unterlassen haben, was Konflikte  und Armut in der Welt massiv begünstigt hat. Und dann mag es sein, dass diese Menschen zufällig eine andere Sprache sprechen, eine andere Religion haben, eine andere Kultur haben und anders aussehen. Aber sie sind Menschen. Wir behandeln Menschen human. Das ist eine der großen Errungenschaften der modernen Gesellschaft, dass wir humane Lebensbedingungen schaffen und bewahren. Und Humanität macht nicht an Grenzen, Moscheetüren oder Meeren halt. Humanität gilt überall und allumfassend. Sie ist eine der Grundfesten dessen, was unsere Vorväter und Vormütter in der Aufklärung erstritten und vielfach mit dem Leben bezahlt haben.

Und was gerade geschieht ist nicht human. Nicht nur offene Gewalt. Auch das Schachern um Obergrenzen, um Kontingente, um Auffanglager in der Türkei. Das ist nicht human. Das ist widerlich. Unsere Regierung verhandelt in unserem Namen über die Einschränkung der Menschenrechte. Und natürlich tut sie das auch, weil die anderen europäischen Staaten sich aus der Affäre ziehen – aber auch hier sollte, meiner Meinung nach, die Grenze klar sein. Und sich undemokratischen osteuropäischen Präsidenten zu beugen und billigend sämtliche Menschenrechtsverletzungen in der Türkei in Kauf zu nehmen, nur um „das Problem“ abwälzen zu können, das liegt klar weit hinter der Grenze.

Und dass eine Partei in Deutschland antreten und werben und existieren darf, die offen und ohne Scham in Menschen in solche erster und solche zweiter Klasse unterteilt (und das bei weitem nicht nur der Herkunft nach, wer da etwas tiefer in Ideologie und Parteiprogramm der AfD nachliest findet schnell auch Klassierung nach Gesundheit, Vermögen und Gesinnung) und die offen für eine Abschaffung grundlegender Menschenrechte für manche Gruppe eintritt, das finde ich sehr schlimm. Noch schlimmer jedoch, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung diese Partei auch noch wählen würden. Denn genau, indem man die Humanität relativiert, einem (großen, ja überwiegenden) Teil der Menschheit das Menschsein abspricht, schafft man den ideologischen Boden für Gewalttaten wie die in Clausnitz und allüberall sonst in dieser Republik. Denn wenn es nicht um Menschen sondern um irgendwelche „Fremden“ geht – da ist es gleich viel leichter menschenwürdigen Umgang abzusprechen.

Ich möchte gar nicht anfangen und für alle Sachsen, Rentner und Idioten auseinandersetzen, an welchen Stellen sie schon Solidarität erfahren haben, welchen Nutzen oder Nicht-Nutzen Flüchtlinge für unser Sozialsystem haben usw. Denn darum geht es nicht. Es geht weder um Solidarkarmapunkte noch um Nutzen nicht um anonyme „Ströme“, um etwas was wir mit einer Quote regeln, so wie Importe oder mit einer Obergrenze, so wie Schadstoffe. Es geht um Menschen. Menschen, die wir verdammt nochmal menschenwürdig behandeln.

Und ich möchte von meinem Land, meiner Regierung, meinen Mitbürgern genau das: zu jedem Zeitpunkt jeden Menschen menschenwürdig zu behandeln.

Und diese Forderung nach Humanität kann nicht relativiert werden durch „Sorgen“ um Integration, sozialen Frieden und Verteilung. Das sind wichtige und drängende Fragen. Aber sie sind genau das: Fragen, Dinge die wir diskutieren müssen, um die man ringen und die man auslegen kann. Sie haben nichts damit zu tun, dass wir eine universelle Erklärung der Menschenrechte haben, die vor allem und für alle gilt, darüber kann und darf nicht gestritten, gefeilscht und diskutiert werden.

Schlussbemerkung: Ich bin froh und dankbar, dass viele Medienschaffende unermüdlich gegen den braunen Morast anschreiben, filmen und reden. Trotz Anfeindungen und Frustration. Und ich verlinke hier nochmal zu Blogger für Flüchtlinge und zu iha.help – es gibt immernoch viel zu tun und es braucht dazu – neben Engagement – auch immernoch Geld.

Veggieblogtag reloaded: Spitzpaprika mit Brotfüllung

Einer meiner Neujahrsvorsätze war: „Weniger Essen wegschmeißen“ und das funktioniert – ganz sang- und klanglos – erstaunlich gut. Wir kaufen einfach für einen Tag weniger ein, als die Woche hat und es ist, wer hätte das gedacht, auch am Vor-Einkaufstag immer noch genug Essen da. Außerdem wird gnadenlos was vom Vortag übrig war am nächsten Tag ins Essen geworfen. Das ist zwar manchmal zunächst merkwürdig, z.B. wenn in der Nudelsoße ein paar Kartoffeln verschwinden sollen – aber eigentlich geht es immer gut und ist uns bislang nie negativ aufgefallen. (Ok, manchmal wird das Vortagsessen auch einfach als Mittagessen am nächsten Tag aufgewärmt, das zählt ja auch). Neben weniger Essensmüll fällt dadurch übrigens auch weniger Verpackungsmüll an, das merke ich deutlich an den gelben Säcken und begrüße diesen unbedachten Nebeneffekt außerordentlich. Aus diesem Verwertungsgedanken heraus entstand das heutige Veggietagsgericht:
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(Randbemerkung: Ich finde Essen fotografieren wirklich furchtbar anstrengend und unser normaler Abendrhythmus lässt es beim besten Willen nicht zu, das Essen zunächst noch in Szene zu setzen, womöglich in einem anderen Zimmer mit extra Fotoplatz und gutem Licht. Ich habe wirklich Hemmungen, diese unschönen Essensbilder überhaupt zu zeigen. Ich hoffe, im Sommer wird alles besser.)

Zutaten für ca 3 Personen (je nach Hunger):

3 große oder 6 kleine Spitzpaprika (wir hatten 4 mittelgroße und das war auch ok für 2,5 Personen)

ca. 6 EL altes dunkles Brot – zu Semmelbröseln gerieben

50g herzhafter Käse (hier eine fröhliche Sammlung von Resten von Bergkäse, mittelaltem Gouda und Emmentaler)

1 Ei

1/2 Packung Kräuterfrischkäse (hier Mischung aus Ziege und Kuh, was halt so da ist. Frischkäse ohne Kräuter oder Quark gehen wohl auch)

1 TL Ajvar

1 Zwiebel, fein gewürfelt

3 EL Tomatenmark

100ml Sahne

Gemüsebrühe, Paprika edelsüß, 1 TL Zucker, Salz, Pfeffer

dazu: Reis

Zuerst die Füllung vorbereiten indem Semmelbrösel, Ei, Frischkäse, Ajvar, Käse gemischt werden, mit Salz und Pfeffer würzen (schlau ist, wer erst das Ei rauslässt, abschmeckt, und dann das Ei dazu tut).

Dann die Paprika putzen und der Länge nach halbieren.

In einer Pfanne Öl aufsetzen.

Jeweils eine Paprikahälfte übervoll füllen, die andere Hälfte wieder draufsetzen, mit 2-3 Zahnstochern an Ort und Stelle fixieren.

Jetzt die Paprika zusammen mit den Zwiebelwürfeln kurz kräftig anbraten, das Tomatenmark und den Zucker mit in die Pfanne geben und mit soviel Gemüsebrühe ablöschen, dass die Paprika noch mindestens halb rausgucken. 1 TL Paprikapulver und je nach Geschmack Chili zugeben. Deckel drauf und bei schwacher Hitze gar ziehen lassen. Wenn die Paprika durch sind, die Sahne einrühren, die Soße ist dann hoffentlich sämig.

Nebenher hat man natürlich Reis gekocht, so dass man jetzt alles zusammen essen kann.

Man kann auch alle möglichen Gemüsereste (gekocht) dezent in der Füllung verschwinden lassen sowie den Käse durch Feta ersetzen. Es geht auch mit normalen Paprika, die verwässern nur etwas mehr und wer ganz wild drauf ist kann auch Pilze oder Zucchini mit der Füllung füllen.

Der Minimensch war erstaunlich begeistert (wahrscheinlich von den Zahnstochern – wer kein Fleisch ist, macht ja selten Rouladen, Essen mit Zahnstochern drin kennt er daher nicht so.) und hat gut zugeschlagen. Bis auf die Spitzpaprika waren alle anderen Zutaten irgendwie Reste und das Essen folglich extrem karma-wirksam.

Me made Mittwoch: Aus dem Kopfkleiderschrank

Der Rock, den ich heute zeige, wurde gestern abend fertig und ich habe mich schon wirklich lang nicht mehr so über ein fertiges Kleidungsstück gefreut. Das liegt daran, dass dieser Rock schon seit Jahren in meinem Kopfkleiderschrank hängt, aber die Umsetzung einfach hakte. Aber jetzt ist er da und passt zudem sehr hervorragend zu meinem Blazer.

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Der Rock ist ein nahezu exakter Klon des schwarzen Faltenrocks, den ich vor vier Wochen zum Blazer trug. Diesen schwarzen Rock habe ich vor vielen Jahren bei H&M gekauft und dann nur „für chic“ getragen, weil ich den glatten schwarzen Stoff in Kombi mit dem Rockschnitt schon ziemlich fein für den Alltag fand. Aber, er saß und sitzt einfach perfekt. Ich suchte also viele Jahre nach einem Faltenrock-Schnitt, der mir auch so gut steht und produzierte viele Teile für die Tonne. Erst als ich ihn jetzt zum Blazer trug, guckte ich mir mal wirklich genau die Konstruktion an und bemerkte, warum dieser Rock mir steht und alle anderen Faltenröcke nicht: während Faltenrock meist aus einem Rechteck genäht werden, ist die Basis für diesen Rock ein Teller. So einfach. Wenn man es weiß, sieht man es sofort, die Falten fallen als Trapeze und die Stellen dazwischen sind auch trapezförmig.

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Basierend auf dieser Erkenntnis musste ich nur noch rechnen und einen geeignet festen Stoff finden. Die Wahl fiel auf den Rest meines letztjährigen Wintermantels, den ich dunkelrot gefärbt habe und außerdem die andere Stoffseite nach außen genommen. Hier sieht man links die Außenseite, rechts die Seite, die beim Wintermantel außen ist und oben das Futter (das ist das vom Blazer).

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Der fertige Rock hat eine Saumweite von etwa 3,15. Die aber so schmal fällt, wie ca ein halber Teller. Toll. Ich bin absolut sehr begeistert von diesem Rock.

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Zur genauen Konstruktion muss ich nochmal einen gesonderten Post verfassen. Er hat vor zwei Quetschfalten und eine Kellerfalte und hinten drei Quetschfalten. Leider ist die Hinteransicht nach der Autofahrt schon etwas verknittert gewesen.

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Eine Tasche habe ich als einzige Abweichung zum Original noch eingefügt.

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Für die Tasche und den inneren Bund habe ich ein Reststück von diesem Faltenrockversuch  verwendet und als ich sah, wie gut das passt, habe ich den missglückten Rock auseinander genommen und eine passende Alma Blouse zugeschnitten. Die ist aber noch nicht fertig.

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Das #projektbrotundbutter hat mir wirklich jetzt schon zu einigen guten Kleiderschrankergänzungen verholfen, und auch dazu beigetragen, dass ich ausgesprochen sklavisch bei meinem strukturierten Plan bleibe. Das ist die positive Seite von Sew-Alongs, wie Meike sie heute auf dem Me made Mittwoch-Blog beschreibt.

Noch mehr Fotos:
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Sonntagssachen #6/2016

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Nach sehr unruhiger Nacht dann doch schon wieder wach um *gähn* sieben. Alle. Hrmpf. Also auch frühes Frühstück und schon vormittags los zu einem Klinikbesuch. Den dringend benötigten Kaffee mussten wir rein schmuggeln. Der Spaziergang fand dann kurz um die Klinik statt und der Mittagsschlaf im Auto. Wieder zuhause wurde Pizzateig bereitet. Zur Abwechslung mal Eisenbahn gebaut. Strickzeug passend zur Strumpfhose. Und erste zaghafte Gartenplanung. Dann Pizza und Wein. Und schließlich noch der Ginger Skirt.

Handarbeiten mit Kleinkind

Bei der AnNÄHerung kam mehrfach beim nähen und auch am Essenstisch die Sprache auf das Nähen mit Kind. Sowohl unter dem Aspekt, ob das Kind irgendwann selbst nähen will und wann und was, als auch, ob man nähen oder anderes Handarbeiten macht, während das Kind dabei ist oder gar unter Einbeziehung des Kindes. Es scheint mir, dass erste selbständige Nähprojekte so etwa ab Grundschulalter sinnvoll sind. Nun ist mein Minimensch da natürlich noch sehr viel kleiner (2,5) und ich habe seitdem etwas darüber nachgedacht, wie und warum ich ihn in handarbeitende Tätigkeiten einbinde.
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Tatsächlich machen wir insgesamt viel von dem, was wir so tun, mit Kind. Das heißt, ich handarbeite oft mit Kind, der Mann schreinert mit dem Kind und schraubt am Motorrad (ja, wir sind voll die Hobby-Stereotypen. Naaaa und?). Aber wir putzen auch mit ihm und falten mit ihm zusammen die Wäsche. Generell lassen wir ihn erstmal an allem teilhaben, was wir so tun, bzw. unterscheiden nicht zwischen „Sachen, die Kinder machen“ und „Sachen, die große machen“ (also jetzt bis auf wenige, ausgewählte Dinge). Es ist uns, denke ich, wichtig nur möglichst selten zu sagen „nein, das ist nichts für dich“ und „nein, das kannst du nicht“. Allerdings hat die Teilhabe an unseren schaffenden Hobbys für mich noch zwei darüberhinausgehende Aspekte:

  1. Eine gewisse Grundmentalität vermitteln, die zeigt „man kann total viele Sachen selbst machen“. Also den Spaß daran vermitteln, etwas mit den Händen zu tun, etwas zu schaffen und auch klar zu machen, dass die Sachen, die wir so benutzen von jemandem gemacht wurden und nicht einfach im Supermarkt/Bekleidungsgeschäft/Möbelhaus appariert sind. Ich hoffe sehr, dadurch Respekt für Menschen, die unsere Sachen herstellen vermitteln zu können und damit auch zu gutem und schonendem Umgang mit diesen Dingen anregen zu können. Es ist mir wichtig, dass der Minimensch sieht, dass es Zeit und Mühe kostet, Dinge zu machen und dass es Alternativen dazu gibt, kaputte Dinge wegzuschmeißen und neue zu kaufen, oder überhaupt Alternativen zum kaufen. Dabei geht es mir nicht darum, dass der Minimensch dann nachher zwingend auch seine Kleidung selbst macht. Aber vielleicht, dass er sich insgesamt ein schaffendes Hobby zulegt und daran Freude hat. Ob das dann Teppiche weben, Bildhauen, Töpfern oder eben schreinern, nähen oder stricken ist, das ist mir da dann wirklich egal. Solang ich die Freude daran vermitteln kann, etwas selbst zu machen, hab ich das Ziel erreicht. Und solang das Kind versteht, dass man nicht alles kaufen muss, dass es sich lohnt, darüber nachzudenken, ob ich etwas selbst machen oder selbst reparieren kann.

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2. Selbst meinen Hobbys nachgehen können, und zwar nicht nur wenn das Kind schläft. Dieser Punkt ist mir nochmal klar geworden, als ich heute morgen eine ältere Episode des ausfasernd-Podcast von @DamnedSnob gehört habe (große Hörempfehlung!). Sie berichtet da, dass sie gern handspinnt, während das Kind spielt, weil das Kind beim Spielen gern Gesellschaft hat. Das kenne ich sehr sehr gut. Der Minimensch ist eigentlich gut im sich selbst beschäftigen. Die besten Spielideen kommen ihm, wenn man ihn einfach lässt. Und ich möchte ihn gern dieses selbstbestimmte Spielen auch ausleben lassen, es dadurch fördern, dass ich ihn nicht die ganze Zeit bespaße und ihm letztlich auch zeigen, dass ich nicht nur dazu da bin, ihn zu beschäftigen, sondern dass ich auch selbst Dinge mache. Er fordert schon dann ab und zu ein, dass man mit ihm interagiert, ihn mal kuschelt oder was vorliest, aber dann spielt er auch wieder versunken. Allerdings auch am liebsten in Gesellschaft. Und da habe ich dann schon auch das Bedürfnis etwas sinnvolles mit mir anzufangen. Wenn ich lese findet das Kind irgendwie uncool und immer nur mittels schlauem Telefon im Internet rumhängen finde ich nicht sehr vorbildlich. Ich habe aber festgestellt, dass der Minimensch völlig akzeptiert, wenn ich etwas mit Sinn nebenher mache, also Handnähte, Stricken, Filzen. Das Wobei beim filzen möchte er dann lieber gleich mitmachen. Nicht so gut klappt Schnitte abpausen und Zuschneiden ist etwas Glückssache. Es scheint mir tatsächlich so, dass er es vollkommen ok findet, wenn ich was anderes mache, solang er sieht, was dabei herauskommt. Ich nähe auch schonmal Sachen für den Minimensch mit ihm zusammen an der Maschine. Das ist ja zeitlich überschaubar und er kann Stoff aussuchen. Er drückt dann an der Maschine den Nadelpositionsknopf, schneidet am Ende die Fäden ab oder zieht Stecknadeln raus. Das geht nicht unendlich aber ist für Regen nachmittags durchaus eine gangbare Alternative, wenn schon 20 Bilder gemalt und Geschichten vorgelesen sind. Noch findet er es auch ziemlich toll, von mir selbst genähte Sachen zu bekommen und zu tragen. Diese Phase will ja auch ausgenutzt werden.

Ob diese Geduld mit der handarbeitenden Mama anhält, bleibt natürlich abzuwarten. Aber ich finde zumindest sehr positiv, dass er anerkennt, dass ich etwas sinnvolles tue und das entweder OK findet, oder mitmachen will.
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Veggieblogtag reloaded: Pilaw mit Minzjoghurt

imagePilaw gehört zu meinen absoluten Soulfood-Favoriten und ist außerdem auch sehr gut so „nebenbei“ zu kochen. Kurz bisschen schnippeln, dann lange nur köcheln lassen. Nur ein Topf. Unkompliziertes Alltagsessen. Pilaw ist sowas wie „arabisches Risotto bzw. arabische Paella“ – ich habe einige Rezepte getestet, die meisten enthalten Hühnerfleisch, manche auch Fisch, es geht aber auch sehr gut ohne. Ich mache Pilaw immer mit dem, was gerade so im Hause ist. Der Grundstock ist: Reis, ich nehme Basmati, vollkorn, einige Sorten Gemüse, Dosentomaten und Rosinen. Optional können zur Eiweißanreicherung Kichererbsen aus dem Glas/der Dose oder Cashewnüsse oder Mandeln oder Pinienkerne mit rein, oder auch mal Soja-Schnetzel (fein nicht „sehr fein“) oder Tofu-Reste. Dazu gibt es Joghurtsoße, entweder mit Gurken oder mit Minze drin.

Hier eine Grundvariante zur freien Abwandlung:

Für 4 Portionen:

  • 250g Basmati-Vollkornreis
  • 1 Dose Tomaten in Stücken
  • 1 Zwiebel
  • 2 TL Pinienkerne
  • 100g Zuckerschoten
  • 2 Möhren
  • 1 rote Paprika
  • Gemüsebrühe (Pulver)
  • 1 Handvoll Rosinen
  • 1/2 TL Ras el hanout (oder ähnliche arabische Gewürzmischung)
  • 1 TL Schwarzkümmel
  • Salz, Pfeffer

 

  • 250g Joghurt (am besten mit 10% Fett)
  • 1 TL trockene marokkanische Minze
  • Salz, Pfeffer

Den Reis waschen und mit der doppelten Menge Brühe aufsetzen. Aufkochen und ca. 15 Min auf kleiner Flamme köcheln lassen. Derweil die sämtliches Gemüse in mundgerechte stücke schnipseln und in etwas neutralem Öl in einer großen Pfanne anbraten. Den angekochten Reis mitsamt seiner Rest-Flüssigkeit, die Tomaten, die Pinienkerne, Rosinen und Gewürze zugeben, Deckel auf die Pfanne und auf kleiner Flamme köcheln lassen. Ab und an umrühren, ggf etwas Flüssigkeit auffüllen, es sollte wenn der Reis gar ist immer noch etwas „Soße“ verbleiben. Wenn der Reis gar ist abschmecken. Fertig.

Aus Joghurt, Minze, Salz, Pfeffer eine schnelle Soße rühren. Voilà.

 

 

 

 

Me made Mittwoch: not Bread and Butter

Ich gebe zu, heute habe ich mein Outfit ausnahmsweise extra für den MMM angezogen. Es gibt heute überhaupt keinen Anlass derart schick ins Büro zu gehen und mir wäre eigentlich auch eher nach Wollkleid gewesen. Aber ich hab den Rock nach über 1 Jahr beendet, da muss ich jetzt durch. Das fotografieren war heute auch eher herausfordernd, das Licht und mein Handy wollten sich nicht recht einigen.

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Diesen Rock habe ich auf der AnNÄHerung 2014(!) angefangen. Auch kurz danach zuende genäht und beim ersten anziehen ging der Reißverschluss kaputt. Ich sage ja immer, ich hätte keine UFOs. Tatsache ist, dass ich zwar eigentlich alles zuende nähe oder sehr zeitnah wegschmeiße, aber dafür hüte ich den Inhalt der Flickkiste sehr sehr lang. In diesem Fall ist der Rock sogar in der Kiste mit umgezogen. Dafür war er übrigens erstaunlich unverknittert, als ich ihn am Sonntag rauszog und mit einem neuen Reißverschluss versah.

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Ich bin recht erstaunt, dass er gut passt, wiege ich doch locker 4kg mehr als vor einem Jahr. Aber der Stoff ist einfach sehr stretchig. Es handelt sich um Stretchgabardine von Alfatex und trotz hohen Polyanteils finde ich sie sehr angenehm. Gefüttert ist der Rock mit Wirkfutter.

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Ich weiß offen gestanden nicht, welcher Schnitt das ist. Er ist von Butterick, so viel ist aber sicher.

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Die Schößchen habe ich etwas verschmälert, sie waren doch recht wuchtig. Sonst nähte ich ihn nur etwas eingestellter, das mache ich immer bei schmalen Röcken. Durch die Teilungsnähte war er gut anzupassen.

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Ich bin ganz froh, dass er fertig ist, er trägt sich auch angenehm. Aber ich weiß, dass er überhaupt nicht in meinen Alltag passt. Schon der morgendliche Anziehkampf mit dem Minimensch inklusive Zusatzchallenge Schneehose war eine Herausforderung. Ich werde ihn zuhause sicher sofort ausziehen. Und dann vor allem auf Konferenzen tragen. Bleistiftröcke sind für mich einfach zu unpraktisch und ich hab auch nicht immer die Laune derart hohe Schuhe zu tragen. Also heute mal kein Brot und Butter-Projekt.
imageDieses für mich untypische Outfit verlinke ich heute beim Me made Mittwoch, dem wöchentlichen Treff der selbst benähten Damen.

Balkongarten – Vorgeplänkel

Schon seit vier Jahren habe ich mich ja in Small Scale Gardening versucht. Zuerst mit einem Topfregal im Hof und Kästen auf der Fensterbank, dann im Schrebergarten  und letztes Jahr auf dem Balkon. Ich bin zwar noch in der Lernphase, aber einiges hat sich bei mir nun auch schon an Erfahrungsschatz angesammelt und so hoffe ich, dass es dieses Jahr auch mit der Balkonernte gut klappt. Ich will auch ein bisschen experimentieren und dachte, dass das vielleicht einige von euch auch interessiert. In loser Folge werde ich euch daher an der Planung und Umsetzung unseres Balkongartens für dieses Jahr teilhaben lassen.

Zunächst vielleicht ein paar Worte für alle Kübelgarten-Anfänger. Wer einen Kübelgarten plant sollte vor allem drei Dinge beachten:

  1. So gut wie alles Gemüse und alle Kräuter benötigen viel Sonne, d.h. ein Standort mit Süd- oder zumindest Süd-Ost- oder Süd-West-Lage ist eigentlich zwingend, um Erfolg mit dem Kübelgartenvorhaben zu haben.
  2. Kübelgemüse muss, im Gegensatz zu Freilandgemüse, recht regelmäßig gedüngt und gegossen werden. Die Erfordernisse variieren zwar von Pflanze zu Pflanze, aber einen Urlaub ohne Vertretung kann man praktisch vergessen.
  3. Geduld! Nicht zu früh vorziehen, nicht zu früh rausstellen! Kübelpflanzen sind empfindlicher als Freilandpflanzen, vor den Eisheiligen muss man sich gedulden. Dafür kann man später in den Herbst noch säen, wenn die Kübel windgeschützt und sonnig stehen.

Ich werde hier meine Planung für unseren Südbalkon vorstellen. In einem nächsten Post beschreibe ich genauer, was die Standortbedingungen, die Restriktionen (wir nutzen den Balkon ja auch noch für anderes als Pflanzen) sind. Zunächst möchte ich zusammenfassen, was ich in den vergangenen Jahren über das Gemüseziehen in Kübeln und Kästen für mich gelernt hab.

  1. Geeignetes Gemüse: Gut für die Kultur im Kübel eignen sich (nach meinem dafürhalten):
    • Kräuter. Da gehen die meisten gut. Insbesondere einjährige, also Petersilie, Basilikum, Salbei. Aber auch mehrjährige Sorten, wobei das Überwintern ein großes Problem ist. Derzeit hoffe ich, dass mein Rosmarin, Thymian und Bohnenkrautes schaffen. Die marokkanische Minze wirkt nicht sehr gesund, ich glaube ihr ist es vor allem viel zu nass.
    • Salat. Vor allem Pflücksalate wachsen super in Töpfen. Ich ernte immernoch frischen Feldsalat und Asia-Leaf aus meinen Kästen für den Green Smoothie. Auch Rucola wächst praktisch das ganze Jahr. Im Sommer hatte ich auch noch grüne und rote Eichblatt-Pflücksorten, Lollo Bionda und sog. amerikanischen Pfücksalat.
    • Gemüse ist schon viel schwerer. Radieschen wachsen super im Topf und auch Mangold hatte ich schon sehr schönen. Tomaten können gelingen, wenn sie trocken und sonnig stehen und man (das ist wichtig) eine Topfsorte nimmt. Versuche mit Kürbis sind bisher gescheitert. Auch alle größeren Wurzelgemüse brauchen zu viel Erde. Die Kartoffeltonne hat durchaus einige Mahlzeiten Kartoffeln produziert, aber ist zu groß und Erde-intensiv für den Balkon, eher was für Hof oder Garten.
    • Obst: Ein Versuch mit Kübelerdbeeren wurde nix, derzeit steht ein Mini-Pflaumenbaum auf dem Balkon, wir sind gespannt, ob er irgendwann trägt. Wer mehr Platz hat für richtig große Kübel, mag mit Kübelsorten von Apfel oder Pfirsich vielleicht Glück haben, für den Balkon ist das nix.
  2. Geeignete Kübel: Je größer desto besser. Je mehr Erde die Pflanze hat, desto unempfindlicher ist sie.  Gerade Gemüse braucht schon große Töpfe. Kräuter und Salat wachsen auch in recht kleinen Gefäßen. Ich habe einen kleinen Balkon und deshalb alles, was geht in Hängetöpfen und Blumenkästen. Salat in Blumenkästen geht super. Auch viele Kräuter wachsen problemlos in Kästen. Mehrjährige Kräuterbüsche brauchen allerdings größere Kübel und insb. Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini und Paprika müssen in große Töpfe. Größere Töpfe bleiben auch länger feucht und müssen nicht mehrmals täglich bewässert werden. Da Blumentöpfe teuer sind, habe ich zum Großteil einfache Tontöpfe mit Teller und Kunststoffkästen, das ist zwar nicht so dekorativ wie handbemalte Kunst-Terrakotta-Töpfe, aber praktisch.
  3. Welches Saatgut? Vorziehen oder Pflanzen kaufen? Ich ziehe nichts mehr vor. Alles, was als Pflanze ins Freiland/den Kübel kommt, kaufe ich als Pflanze auf dem Markt. Warum? Ich pflanze so wenig, dass der Preis kaum ins Gewicht fällt, spare mir aber einiges an Frust mit nicht angehenden Setzlingen und auch das wochenlange Belagern sämtlicher Fensterbänke mit Setzlingen in unterschiedlichen Stadien. Wichtig ist allerdings, dass man Pflanzen kauft, die auch für den Garten/Kübel gedacht sind. Also insb. nicht die Kräutertöpfe aus der Gemüseabteilung des Supermarktes, sondern echte Setzlinge aus dem Gartenmarkt/einer Gärtnerei oder von Pflanzen-Ständen auf dem Wochenmarkt. Die sind kleiner, wachsen langsamer und sind viel robuster. Ich säe allerdings Salat und Radieschen ohne Vorziehen sofort in die Erde, das Saatgut habe ich bisher meist bei Bingenheimer Saatgut bestellt aber auch schonmal welches im Gartenmarkt mitgenommen. Ich nehme normalerweise Bio-Saatgut und Bio-Erde.
  4. Zeitplan. Da vor Anfang Mai eigentlich fast nichts nach draußen kann, hat man viel Zeit für Planung. Ich beginne jetzt so Anfang März mal, den Balkon aufzuräumen und zu gucken, was von den letztjährigen Pflanzen überlebt hat. Dann mache ich mir einen Plan, was ich pflanzen will und ab wann das raus kann, besorge Saatgut und ersetze kaputte Kübel. Im April, wenn es verlässlich über 10 Grad bleibt, etwa dann wenn man auch die Balkonkästen bepflanzen würde, säe ich Salat aus und pflanze die unempfindlicheren Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch. Gemüse, empfindliche Südkräuter und empfindlichere Sommerblumen müssen bis nach der kalten Sophie warten. Aber zum Pflanzplan folgt nochmal gesondert ein Post.

Zum Schluss noch der Hinweis auf zwei Bücher:

Antony Atha: Küchengarten auf Balkon und Terrasse. Das Buch ist leider vergriffen, aber gebraucht gut zu finden.

Karen Liebreich: Mein Selbstversorger-Garten Monat für Monat. Das Buch bietet vor allem gute Hilfe bei der Zeitplanung, auch wenn es für Freilandgärten gedacht ist.

Sonntagssachen #5/2016

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Da der Mann das ganze Wochenende arbeiten musste, begann der Sonntag weniger gemütlich als üblich mit Brötchenholen in der Dämmerung und bei Regen. Orangensaft und „Ssssaummilch“ gab es trotzdem. Dann allerdings blieben Mutter und Kind allein zuhause und das Wetter war auch nicht eben gnädig. * Obwohl ich großen Teilen der Walforfschen Erziehungsideologie krititisch gegenüberstehe, fand ich schon als Kind diese Sache mit den Jahreszeitentischen ziemlich gut. Für phantastische Welten hab ich im Allgemeinen viel Übrig und alle Arten von Wichteln sind mir sympathisch. Als der Minimensch mich  nach Abbau der Weihnachtsdeko fragte, was wir denn jetzt hinstellen (er kennt auch einen Jahreszeitentisch aus der Kita) habe ich daher beschlossen, dass wir es mal probieren mit einem Jahreszeitentisch. Nachdem ich kurz über die Preise der entsprechenden drülfzig Figürchen, die in Frage kommen, bei dawanda in Schockstarre gefallen und danach in ein gigantisches Kaninchenloch bei pinterest gefallen bin, habe ich beschlossen, dass wir es mal mit einer Kombi aus Nadelfilzen und Holzkegel-Figuren probieren, eine überschaubare Wichtelschar selbst zu machen. Ich sehe sofort den Reiz, den all diese märchenhaften Zwerge, Gnome und Wichtelchen auf Kinder haben und finde es schön den Monaten und Jahreszeiten auf diese Art etwas Struktur zu geben, möchte aber auch nicht, dass es allzu lieblich wird, ist ja schließlich auch unser Wohnzimmer – also filzen wir Figuren ohne pausbäckige Gesichtchen (trotz Protest von Minimensch-Seite, der sehr gern Gesichter hätte). Es ist sehr schön zu sehen, mit wieviel Eifer der Minimensch dabei ist und vor allem, wie gut er das Nadelfilzen schon hinbekommt. Während der Tisch derzeit noch mit Schneeflocken dekoriert ist, arbeiten wir für’s Tauwetter vor und haben über’s Wochenende eine Frau Tau und das erste Wurzelkind fertiggestellt. * Nachdem wir allerdings über die Herrschaft über den Wollvorrat etwas in Streit gerieten, verlegten wir unsere Basis erstmal ins Kinderzimmer: Notoperation am offenen Kuschelkissen * Gespensterchenlichterkette über das Minimensch-Bett gehängt * Ein überraschend alleinerziehendes Wochenende impliziert ja leider auch ein überraschend alleinhaushaltendes Wochenende. Das führte zu Verzögerungen im Betriebsablauf und ungeplanter Sonntags-Putzarbeit und Wäsche. Muss ja. * Einen Stapel Waschlappen für ein im Bekanntenkreis erwartetes Baby genäht, der Minimensch schnitt die Fäden ab – das klappt auch mit der Stickschere inzwischen schon sehr gut. * Ein neues Garnknäuel angebrochen! Yeah! 100g verstrickt! * Den beidseitig sehr benötigten Mittagsschlaf ließ der Minimensch lieber aus, was zu recht intensivem Betreuungsbedarf am Nachmittag führte. So wurde viel gebaut und vorgelesen. Und gekuschelt und gejammert. Ach das Leben ist aber auch manchmal doof. * Immerhin ging das Einschlafen am Abend schnell (das ist mein erklärtes Rabenmutter-Gebiet – in einschläfern bin ich scheinbar schlecht.) so dass ich mich noch ein wenig mit Streifenzuschnitt amüsieren konnte. Zum nähen des Rocks reichte meine Energie dann nicht mehr. Aber den Reißverschluss und Haken und Öse in ein über ein Jahr lagerndes Ufo eingesetzt, das hab ich noch gemacht. Trageprobe folgt dann morgen.