Me made Mittwoch: Kuscheldecke

 

IMG_20160203_093225909Geht es euch auch so, dass ihr es derzeit ausgesprochen ungemütlich findet? Ich jedenfalls hatte in den letzten Tagen oft, obwohl es ja eigentlich nicht kalt ist, das dringende Bedürfnis, mich sehr kuschelig einzupacken. Decke, warme Socken, Tee, Sofa. Bloß nicht raus in dieses nass-stürmische Grau des herbstesquen Winters. Gerade am Schreibtisch kroch mir da schonmal eine unangenehme Kälte in den Nacken. Igitt! Und so traf es sich gut, dass auf meiner #projektbrotundbutter-Abarbeitungsliste an nächster Position der Cardigan „Hope“ aus der La Maison Victor Sept-Okt 2015 stand. Der lag bereits seit Monaten zugeschnitten herum und wurde von mir in grandiosen 30 Minuten am Montagabend zusammengeoverlockt. Und stellte sich dann bei der ersten Anprobe als tragbare Kuscheldecke heraus. Tatsächlich hat das ganze mit einem Cardigan weniger Ähnlichkeit als mit einem komfortablen Schultertuch – nicht gerade meine ansonsten präferierte Silhouette aber momentan doch dann irgendwie genau richtig.

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Eigentlich sieht der Schnitt noch ein umlaufendes Bündchen und Ärmelbündchen vor – das würde vermutlich den Kuscheldecken-Eindruck etwas abmildern. Allerdings hatte ich dafür nicht genug von diesem wirklich tollen rauchlilanen Strickstoff von dem ich in irgendeiner Umnachtung nämlich nur 1,2m gekauft hatte. Ich habe ihn vor 2 Jahren im Alfatex-Winter-SSV erworben, da kaufte ich ca. 70m Stoff um mich für die Durststrecke nach der Elternzeit zu bevorraten, von denen ich heute noch zehre. Möglicherweise war er ein Reststück, konkrete Pläne hatte ich länger nicht. Für einen Nina-Cardigan reichte er nicht und so beschloss ich, es mal mit Hope zu versuchen. Ich musste bei der Armlänge etwas Kompromisse machen und Bündchen wären definitiv sowas von nicht mehr aus dem Stoff zu quetschen gewesen. Ich hatte dann zunächst Ärmelbündchen und Belege aus einem ebenfalls lilanen Crashjersey zugeschnitten, der auch schon länger lagerte. Als ich dann aber die großen Teile zusammengenäht hatte, fand ich die Farbe und pure Anmutung des ganzen so schön, dass ich einfach nur alle Kanten schmal umgeschlagen und abgesteppt habe.

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Aus den wirklich mickrigen Resten des Strickstoffs konnte ich noch genau Armstulpen zuschneiden, die ich nun bei Bedarf noch als zusätzliche Eskalationsstufe ergänzen kann, falls mir die halben Ärmel zu frostig sind.

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Sollte mir im Laufe des Tages warm genug sein – zum Beispiel nach adrenalingeladener Vorlesung – kann ich dann die Decke abwerfen und darunter versteckt sich ein weiteres #projektbrotundbutter-Teil, nämlich ein Shirt (!) im Paisleymuster (!), das blau, lila und türkis ist. Quasi quietschebunt also und kompatibel mit ca 50% meiner Röcke. Heureka. Der Jersey ist ein edler Markenjersey von Polytex aus Viskose, Baumwolle und Elasthan. Es handelte sich um ein Reststück von 63cm, das ich jetzt ein halbes Jahr lang jedes Mal aus der Restekiste meines lokalen Herzens-Stoffgeschäfts zog und ob des immernoch stolzen Preises zurücklegte. Für #projektbrotundbutter habe ich es dann jetzt doch gekauft und in ein Shirt vernäht. Der Schnitt ist Plaintain von Deer and Doe, allerdings nähe ich den stets abgewandelt: Ich nehme die Weite in der Hüfte und die Länge weg, das habe ich einfach von einem Kaufshirt, das gut saß abgenommen, auch das Armloch verkleinere ich leicht. Ich nähe 34 in den Schultern, 38 in der Brustweite und 36 an Ärmeln und Rücken. Aus Stoffmangel habe ich für dieses Shirt zudem die Arme etwas verschmälert und das Armloch weiter verkleinert, das ging weil der Stoff sehr dehnbar ist.

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Ich bin mit Shirt und Jacke sehr zufrieden und finde auch die für mich gewagte Kombi von drei (!) Farben durchaus stimmig. Vermutlich werde ich den Cardigan zuhause ständig tragen, weil er so schön flauschig ist. Unter dem Mantel ist er eher nicht ideal und zu weiten Röcken passt er auch nur mäßig – aber gut, was soll’s – hauptsachen warm!

Die wundervolle Karin zeigt heute meinen Liebling Anna in Lieblingsfarbe blau und mit einer Jacke, die im Gegensatz zu meiner kein unförmiger Sack ist. Wie schön!

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Der Vollständigkeit halber: Der Rock ist ein alter Bekannter. Der Blaurock, nach Knipmode 11/2012. Inzwischen mit neuem Bund und neuem Reißverschluss und ohne Bindeband.

9 Gedanken zu “Me made Mittwoch: Kuscheldecke

  1. SuSe schreibt:

    Verstehe ich voll, Dein Einkuschel-Bedürfnis! Und dafür ist diese Jacke doch einfach super.
    Zusammen mit den Stulpen finde ich sie mega cool! Auch in Kombination mit Shirt (das ist doch das, wofür Du nur 62 cm Stoff verbraucht hast, oder???), Halstuch und Rock sieht sie prima aus – es ist Winter, da darf man sich einmummeln 😉
    LG SuSe

  2. Zuzsa schreibt:

    Ich hülle mich derzeit in ein Wolltuch, dass in etwa so groß ist wie eine Tagesdecke … insofern, ja, dein Kuschelbedürfnis kann ich absolut nachvollziehen! Mir gefällt das ganze Ensemble sehr und der Cardigan im Besonderen. LG, Zuzsa

  3. Chris' Nadel-Spiele schreibt:

    Ich finde ihn klasse, so wie er ist. Ich glaube Armbündchen würden den Charakter der Jacke total verändern und genau das Gefühl von „Kuscheldecke“ mag ich an ihr besonders.
    Auch Rock und Shirt sind toll geworden und stehen dir gut.
    LG Christine

  4. Sylvia schreibt:

    Ich bin ja ein Fan von Kuscheldecken jeder Art als Bekleidung, weil sehr fröstelig veranlagt. Der Cardigan passt doch sehr gut zum Rock und die Farbe gefällt mir sehr.
    Liebe Grüße
    Sylvia

  5. friedalene schreibt:

    Ja, genau so fühle ich mich auch – daher würde ich deine „Kuscheldecke“ auch sofort übernehmen. Dieses Gefühl, mich einhüllen zu müssen, habe ich oft zu dieser Jahreszeit. Ich kann daher deine Vorliebe für den Cardigan gut verstehen. Dein Ton-in-Ton-Outfit ist wirklich gelungen. Das Shirt gefällt mir auch ausgesprochen gut.
    Viele Grüße
    Friedalene

  6. cutiecakeswelt schreibt:

    Huhu, ein wirklich gelungenes Outfit. Gefällt mir sehr gut.
    Ich selber bin ja auch so eine Strickjacken-Liebhaberin. Hab sogar im Hochsommer welche an. Diese Kuscheldecke hat was. Und ich muss doch mal schauen ob ich diese LaMaisonVictor nicht auch noch habe, zumindest mal anschauen. Obwohl ich im Rahmen vom StyleBootCamp ja beschlossen habe, dass es Sachen gibt, die ich nicht nähen muss. Dazu gehört neben Wäsche auch Strickjacken. Ok gestrickt wird es die eine oder andere werden, aber nicht so als tägliches Werk. Wenn es mal reinpasst. Passt ne Kuscheldecke da rein? Hm..
    Egal, ich find das Outfit toll. Das Paisley-Muster-Shirt steht dir wirklich ausgezeichnet und scheint ein echter Allrounder zu deinen Röcken zu sein. Davon könntest du auch gern mehr nähen.
    LG und schöne abend Dana

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