Veggieblogtag-Revival #1: Vegetarische Bolognese

Ich habe einen ganzen Haufen Fotos von Essen, das ich dann nicht zu bloggen geschafft hab. Und bevor ich vergesse, was ich da eigentlich gekocht habe, arbeite ich das jetzt mal ab. Ist ja auch Donnerstag, also Veggietag. Beginnen möchte ich mit einem Rezept, das hier quasi als zweite Auflage daherkommt. Dieses Blog wird dieses Jahr fünf Jahre alt und es bleibt nicht aus, dass ich Rezepte, die ich in den Anfangsjahren verbloggte inzwischen überarbeitet und verbessert habe. So wir dieses. Vegetarische Bolognese.
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Mit Bolognese ist es ja so, dass sie mich – wie vermutlich die meisten – an die glückseligsten Stunden der Kindheit erinnert. Umso wichtiger, dass ich eine vegetarische Alternative habe, die den Geschmack trifft, der diese Erinnerungen hervorruft, ohne jedoch Hackfleisch zu benötigen. Es mag sein, dass der Kindheits-Bolognese-Geschmack bei anderen anders schmeckt. Jede Familie mag da ihr eigenes überliefertes Rezept haben. Meines zum Beispiel stammt von meiner Großtante Moni und ist erstaunlich ausgefeilt dafür, dass es der Überlieferung zufolge aus deren Studiums-WG stammt. Wer also ein Familien-Bolognesen-Rezept hat, der kann dieses bequem mit meinem vereinen in dem Sinne, dass er die Soja-Verarbeitung übernimmt und dann gemäß gusto damit weiter verfährt.

Ich verwende inzwischen frischen Tofu eigentlich nur noch für asiatische Gerichte, in geräucherter Form als geschmacklicher Schinkenersatz und gelegentlich für Bratlinge, für die meisten anderen Belange nehme ich getrocknetes Soja oder auch mal Convenience-Soja-Produkte wie Sojahack oder Sojaschnetzel aus dem Kühlregal (vor allem, wenn es schnell gehen soll). Neben der für mich schöneren Konsistenz ist der große Vorteil an Trocken-Soja, das man es gut lagern und passgenau dosieren kann. Vom Tofublock bleibt dann zum Teil was über, das dann verdirbt.

Zutaten für 8 Portionen (ich koche vor und mache die Soße ein):

100g Sojaschnetzel fein
2 Zwiebeln
2 Zehen Knoblauch
1 Stange Lauch
2 Möhren
1/4 Sellerie
2 EL Tomatenmark
2 Dosen Tomaten (gewürfelt)
100 ml Milch

Sojasoße
Gemüsebrühe
Zucker
Oregano
Paprika edelsüß
1 Lorbeerblatt
Pfeffer
Salz
Chilipulver nach persönlicher Präferenz

  • Los geht es mit den Sojaschnetzeln (wer convenience-Soja-Bolognese verwendet, startet sofort beim nächsten Punkt): Die Sojaschnetzel in eine Schüssel geben, dazu kommen 2 EL Sojasoße, 1 EL Zucker, 1 TL Oregano und eine gute Prise Pfeffer, dann das ganze mit einer kräftigen Brühe (ich nehme Brühpulver – ich Banausin) übergießen, so dass die Schnetzelchen gut bedeckt sind und stehen lassen, bis die Schnetzel weich sind. Das dauert je nach Fabrikat 10-20 Minuten. Man kann die probieren, ist zwar nicht sehr lecker aber auch nicht schädlich.
  • Nun alles Gemüsen inkl. Zwiebeln und Knoblauch in feine (!) Würfel schneiden. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen. Nun kommen die Gemüsewürfel und das eingeweichte Soja (oder das fertige Soja-Gehackte) inkl. seiner Einweichbrühe dazu. Das ganze jetzt bei mittlerer anschmoren bis alle Flüssigkeit verdunstet ist. Dabei schön geduldig sein, nicht zu oft rühren, das braucht seine Zeit.
  • Wenn die Sojaschnetzel leicht Farbe bekommen, das Tomatenmark zugeben, kurz mitbraten (das vertreibt den „dosigen Geschmack“) und dann mit den Tomatenwürfel ablöschen. Das Lorbeerblatt reinwerfen, kräftig salzen, pfeffern und mit 1 TL Paprikapulver sowie einer vorsichtigen Prise Chili würzen.
  • Jetzt mindestens 45 Minuten mit Deckel drauf auf kleiner Flamme köcheln lassen. Zwischendurch ggf. Flüssigkeit auffüllen.
  • Kurz vor Ende der Garzeit die Milch zugeben und abschmecken.

 

Ich mache die Hälfte der Soße ein, indem ich sie in ein Schraubglas gebe und bei 120 Grad eine Stunde im Ofen sterilisiere (ich mache das wenn ich den Ofen eh brauche oder wenn ich noch anderes eingemacht hab) – man kann sie auch sehr gut einfrieren egal ob mit oder ohne Nudeln. So kann ich entweder für einen anderen Tag eine „Fertigsoße“ vorproduzieren oder einige Portionen Büroessen vorbereiten.
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Hat noch jemand vegetarische Rezepte auf Lager und wartet nur darauf, sie zu verbloggen? Her damit!

6 Gedanken zu “Veggieblogtag-Revival #1: Vegetarische Bolognese

  1. fraumuellermachtsachen schreibt:

    Wow super, passt zu meinem Fleischfasten😄. Ich hätte da noch ein leckeres Rezept von Jasmin (Schwatzkatz.com): Carob Pasta mit Cashewparmesan und grünem Spargel. Schmeckt lecker, ist aber mit Weißwein. Kannst ja mal gucken-da gibts noch mehr.
    LG Simone

  2. Lucy schreibt:

    Ich probiere regelmäßig Rezepte aus der New-York-Times-Rezeptsammlung aus, die sind eigentlich immer gut, und manche sind so einfach und gut, dass sie in das handschriftliche Rezeptbuch übernommen werden. Genial ist z. B. das hier, wenn man Rote Bete und Salbei mag: http://cooking.nytimes.com/recipes/1015276-sauteed-beets-with-pasta-sage-and-brown-butter

    Das hier mochte ich auch sehr, und es sind alles Zutaten, die ich (bis auf die Auberginen) im allgemeinen immer zuhause habe: http://cooking.nytimes.com/recipes/1013039-northeastern-potato-eggplant-and-peppers-di-san-xian

  3. Mimperella schreibt:

    So ist das mit den Kindheitserinnerungen , es geht schonmal was flöten. Es fehlt die rote Paprikaschote und die Champignons, die in der WG aus Glas oder Dose stammten, in eurer Kindheit aber frische waren. Mimperella

  4. Verena schreibt:

    Danke, das Rezept klingt lecker! Das Einkochen funktioniert übrigens auch ohne Ofen: Glas heiß ausspülen oder auskochen. Die Soße oder – dann kann man es als selbstgemachtes Fertiggericht mit zur Arbeit nehmen – ein Soße-Nudel-Gemisch sehr heiß in ein Schraubglas füllen und sofort umdrehen wie beim Marmelade kochen (Rand dabei vorm Zuschrauben sauber wischen). Bei Selbstversuchen hielt sich das drei Wochen – dann habe ich es verwendet.
    Beste Grüße, Verena

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Jein. Das kann gut gehen, wenn man es dann im Kühlschrank aufbewahrt, ist es vermutlich eine Zeit lang haltbar (etwa so wie Kuchen im Glas, schätze ich). Aber richtig sicher ist einmachen nur wenn man min 30 minuten sterilisiert, insb bei Sachen ohne Essig, Zucker oder Salzlake, die konservieren könnten.

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