Zuschnitttetris

Als Mutter des Begriffes „Zuschnitttetris“ wollte ich schon lang mal ein paar Tricks diesbzgl verbloggen. Ich bin ja damit quasi Stoffknauserbotschafterin. Allerdings hatte ich dann bei vielen Projekten genug Stoff, so dass es etwas dauerte, bis sich die Gelegenheit ergab. Doch beim Osterrock sich dann doch wieder ein leichter Stoffmangel. Allerdings ist das nur Zuschnitttetris Level 1: Stoff mit feinem Muster und ohne Richtung. Ich hatte einen 90cm Rest, den ich eigentlich für einen schmalen Rock vorgesehen hatte, wollte aber Simplicity 2451 nähen, der laut Umschlag 1,50m in meiner Größe braucht.
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Ich kann übrigens keine Grundwerte nennen, sowas wie „ich komme immer mit 75% der Stoffmenge hin“. Ich habe aber fast noch nie die angegebene Stoffmenge gebraucht. So bin ich übrigens zur Stoffknauserin geworden. Nachdem ich einige Male 30-50cm Stoff übrig hatte, habe ich begonnen weniger zu kaufen. Denn wie ärgerlich ist bitte so ein Rest von 30cm? Da kann eine ja gar nix mehr mit anfangen. Es ist sehr Hersteller-abhängig wieviel Stoff ich sparen kann, außerdem hängt es auch von der Anzahl der Schnittteile ab. Ich kaufe meist für Röcke 1m, für Kleider 2m aber ich bin damit auch schonmal auf die Nase gefallen. Risiko gehört dazu.

Doch erstmal die Zuschnitttetris-Grundregeln:
1. Stoff ohne Richtung im Muster eignet sich besser zum Zuschnitttetris
2. Je mehr kleinere Schnittteile, desto besser
3. Vorher Saum- und Armlänge ausmessen. Wer später den Rock um 10cm kürzt, hätte diese am Stoff sparen können.
4. Schnitte mit enthaltener Nahtzugabe sind leichter eng aufzulegen
5. Nicht sichtbare Teile (Bundbeleg, Taschenbeutel, Unterkragen) können gut aus Stoffresten anderer Stoffe zugeschnitten werden – ich finde das sogar sehr schön.
6. Werden viele Teile im Bruch zugeschnitten, zwei Brüche auf die Stoffbreite legen, also jeweils 1/4 zur Mitte hin falten.

Profis kennen noch folgende Tricks:
7. Belege stückeln
8. Kleine Teile schräg auflegen
9. Mit Schrägband säumen
10. In einfacher Stofflage zuschneiden

Und hier nun also mein Rock:
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Wie man sieht, habe ich die Teile jeweils oben-unten-gedreht aufgelegt, das spart viel Verschnitt. Der Stoff liegt doppelt, alle Teile sind laut Schnittangabe gedoppelt bzw im Bruch.
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Außerdem habe ich die Taschenbeutel und Saumbelege aus einen Rest Baumwollstoff zugeschnitten.
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Dadurch bin ich genau mit dem Stoff ausgekommen. Hier noch die Reste:
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Wenn ich demnächst mal ein Kleid mit knappem Stoff hab, zeige ich auch nochmal, wie man größere Teile platziert.