Sonntagssachen 26/2016

Früh am Sonntagmorgen erwacht, die Sonne kitzelte gerade so den Giebel des Nachbarhauses, Mann, schon ganz schön herbstliches Morgenlicht. Leider hält sich meine Erkältung recht hartnäckig, also erstmal Hustentropfen im Bett -Geht doch nix über nen Schnaps am Morgen. Danach aber extra flott und mit aufgebackenen Brötchen gefrühstückt, die Haare Hitze-tauglich weg gesteckt und uns sehr bemüht früh weg zu kommen. Klappte so semi aber schließlich waren wir und das Kanu an der Ruhr – aufpumpen und los. Auf dem Wasser keine Fotos, das Belohnungseis auch nicht festgehalten. Zurück zuhause stand am Nachmittag eine Backsession an, Mandel-Kirschkuchen und Sonmerquiche für meinen Abschied im Büro. Mit Gasherd und Ofen im Dauerbetrieb erreichte die Küche dann ziemlich unerträgliche Temperaturen, so dass das Abendessen Brötchen, Salat und Käse sein musste. Als es kühl genug war dann noch etwas am Erster-Arbeitstag-Rock genäht, leider durch Abwesenheit passender Reißverschlüsse aus gebremst.

Campinggarderobe 1

Ich war im Verlaufe des Juli ausgesprochen nähproduktiv. Für unseren Campingurlaub wollte ich eine unkomplizierte Sommergarderobe nähen. Wir sind da ganz massiv packplatz-beschränkt und deshalb kamen meine sonstigen Sommerkleider und Röcke nicht recht in Frage. Webstoff, viel helles, wenig gut kombinierbar. Da hätte ich zu viele Teile einpacken müssen, die auch noch knitteranfällig gewesen wären. Mein Einpack-Plan war daher: 4 Jerseykleider, 2 Röcke, 1 Jeans, 4 Oberteile, 1 Pulli, 1 Strickjacke. (Südfrankreich im August ist heiß)

Zu diesem Zwecke hatte ich mich an einem heißen Tag Ende Juni (?) auf dem Stoffmarkt mit Frau Fantipanti und Freundin J. mit reichlich Jersey eingedeckt. Tatsächlich habe ich 3 Jerseykleider, 2 Röcke und 3 Shirts unmittelbar vor dem Urlaub genäht und alles hat sich sehr bewährt. 

Hier kommt meine absolute Nr. 1 meiner Campingkleider:

Campingkleid in seinem natürlichen Habitat

Dieses Kleid habe ich im Urlaub richtig viel, und auf der Rückfahrt und in den letzten heißen Tagen auch wieder getragen. Es ist luftig, bequem und sehr hübsch. Perfektes Urlaubskleid.

Der Schnitt ist ein Patternhack. Das Oberteil ist von einem Burda-Kleid (Nr. 111 aus 10/2014), das eigentlich schmal im Rockteil ist. Daran habe ich einen halben Teller angesetzt und in der Taillennaht ein Gummi mit gefasst. Der Stoff ist Viskosejersey und leider leiert er mit dem Tragen sehr aus. Trotz Aushängens hat der Rock jetzt wieder massiv Zipfel und ist auch insg zu lang. Auch die Taille sitzt inzwischen deutlich zu tief. Aber egal. Ein Top- Sommerkleid. 

Bessere Fotos gibt es leider nicht, hier zuhause leben wir ja bei heißem Wetter mehr so immer im Dämmerlicht. Und zu heiß für Fotoaction ist es auch. 

Meanwhile at the siebenhundertsachens

Es sind, ganz ohne dass ich hier dazu bisher viele Worte verlor, im Hintergrund Dinge geschehen. Wer mir auf Twitter folgt, hat zumindest eine Ahnung.

Das größte und wichtigste ist, dass ich bald eine neue Arbeit anfangen werde. Eine richtig tolle Arbeit, auf die ich mich sehr freue. Und die zudem nicht befristet ist. Ich werde in Zukunft nicht mehr lehren und forschen, dennoch arbeite ich weiterhin an einer Uni, allerdings an einer anderen als bisher. Ich werde im Wissenschaftsmanagement tätig sein und obwohl das gemeinhin als das Methadon für Wissenschaftler gilt, freue ich mich darüber sehr. Ich habe die Entscheidung gegen eine Wissenschaftskarriere nun ca 2 Jahre in mir herumgewälzt und dann doch recht überzeugt und leicht gefällt. Ich habe immer sehr gern gelehrt und geforscht und ich mag mein Fach sehr. Dennoch ist es sehr gut, jetzt etwas neues anzufangen. Der Wissenschaftsbetrieb hat mich in letzter Zeit sehr oft wütend und verzweifelt gemacht. So offensichtlich laufen wir in Deutschland als Wissenschaftsstandort geradewegs und sehenden Auges gegen die Wand, dass man darüber nur den Kopf schütteln kann (oder ihn gleich vielfach auf die Tischplatte knallen lassen). Ich habe für mich die Hoffnung aufgegeben, dass sich an meinen Arbeitsbedingungen etwas ändert, festgestellt, dass meine Prioritäten nicht hergeben, mich damit abzufinden und daraus (spät) Konsequenzen gezogen. Nun bin ich sehr sehr zufrieden und bereue nix. Allein, an mir selbst zu beobachten, wie enorm riesig das Gefühl der Erleichterung war, als mir klar wurde, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben unbefristet eingestellt werden werde, hat mich sehr überrascht und in meiner Entscheidung bestätigt. Ich werde also bald womöglich mittwochs Kleiderfotos in einem anderen Büro machen, vielleicht sogar andere Kleider, denn möglicherweise ist der Dresscode formaler als bisher. Und ich werde etwas mehr arbeiten und etwas weniger Auto fahren.

Ein positiver Nebeneffekt meines Jobwechsels ist, dass ich gezwungen bin, nun meinen wirklich riesigen Berg von Resturlaub zu nehmen und daher gerade bereits in der vierten Woche Urlaub in Folge bin. Heureka! Ich genieße also nun nach zwei Wochen Südfrankreich noch 2,5 Wochen Urlaub zuhause und das Wetter macht ganz hervorragend mit. ich dachte natürlich, ich würde in dieser Zeit sehr viel nähen. Das ist bisher allerdings nicht so der Fall. Da der Minimensch gerade von der U3-Kita in den „echten“ Kindergarten wechselt, profitiert er auch davon, dass ich zuhause bin und ist ebenfalls recht früh wieder zuhause. Und zudem habe ich mir da ein kleines Projekt angelacht, dass bisher erstaunlich viel Zeit in Anspruch nimmt:

Ich beginne ein zweites Blog. Ein Blog über ökonomische, politökonomische und feministisch-ökonomische Themen. Auch das war auf Twitter in letzter Zeit ein bisschen rauszulesen. Bisher haben sich ja die ökonomischen Posts hier zwischen viel anderem versteckt. Ich finde das auch richtig. Dieses Blog hier ist meine Wohnung im Internet und es hat viele und verschiedene Zimmer. Ein großes Handarbeitszimmer, eine Küche, ein Kinderzimmer, ein Wohnzimmer, einen Garten und eben auch ein Arbeitszimmer. Und ich denke, den meisten meiner Leserinnen gefällt genau diese Mischung auch sehr gut. Allerdings gibt es gleichzeitig in den Weiten der Wirtschaftsblog-Szene und auch bei den klassischen Medien sehr sehr wenige Frauen, die über Wirtschaftsthemen schreiben, reden oder filmen. Das finde ich schade und das würde ich gern ändern. Aus der Resonanz zu meinen bisherigen Posts mit Wirtschaftsbezug schließe ich auch, dass es da durchaus ein Interesse gibt. Und dieser Leserinnenkreis möchte offenbar nur in mein Arbeitszimmer gucken. Gleichzeitig werde ich mich ja nun beruflich von der Ökonomie weitestgehend verabschieden, und das war für mich der Auslöser, das neue Blog tatsächlich in Angriff zu nehmen. Denn nun ist Ökonomie für mich Freizeit, so wie Bloggen Freizeit ist und damit finde ich es ok. Ich hätte nur ungern meine Freizeit mit beruflichem verbracht und wollte auch nie so ein semi-öffentliches Berufsleben führen. Ich hänge ja auch ein wenig an meiner Pseudonymität, das passte eben bisher alles nicht so recht. Jetzt passt es und deshalb geht es auch los.

Hier auf dem siebenhundertsachenBlog soll sich dadurch nichts ändern. Ich mag dieses Blog und ich schätze euch, meine Leserinnen, sehr. Hier gibt es nix zu rütteln. Ich werde daher Posts, die auf dem neuen Blog erscheinen und etwa so sind, wie die bisherigen Ökonomie-Posts hier, doppelposten. Möglicherweise wird es aber auf dem zweiten Blog noch weitere Posts geben, das weiß ich noch gar nicht so genau, aber ich halte euch auf dem Laufenden.

Und, wollt ihr mal gucken gehen? Dann hier entlang: Beyond Milchmädchen – Ein Blog über Ökonomie.

Ich freue mich, wenn ihr weitersagt, dass ich ein neues Blog habe und mir eine Leserschaft vermittelt, die vielleicht Interesse an meinem Ökonomie-Blog hat, denn ich bin ja von diesem Blog ziemlich Leserinnen-verwöhnt und sehr gespannt, was für ein Wind wohl in meiner neuen Zweit-Wohnung weht.

Sonntagssachen 25/2016

Wir sind früh wach, obwohl wir am Vortag spät im Bett waren, der Minimensch geht jetzt in den richtigen Kindergarten, da muss nachts ein bisschen verarbeitet werden. Es riecht morgens schon nach Herbst und sieht auch so aus. Aber schön. – Frühstück, das erste Sonntagsfrühstück nach dem Urlaub, wir vermissen die französischen Croissants ein wenig. – Dafür ist Zwetschgenzeit und es wird also Kuchen gebacken. Mit Streuseln. – Im Bekanntenkreis ist mal wieder ein Baby eingetroffen, ich nähe mein Standardgeschenk, eine Pumphose nach eigenem Schnitt. Der Minimensch sucht den Stoff aus und sortiert Knöpfe. – Weiter geht es mit Kuchen. Danach widme ich mich einem Rock aus einem wirklich absolut schrecklichen Stoff, meine Nerven leiden etwas, derweil schrauben Mann und Minimensch an Skateboards. – Während der Minimensch selig die Duplos bespielt, die nicht mit im Urlaub waren – denke ich kurz darüber nach, zum zweiten Mal die Knöpfe an mein EM-Jäckchen zu nähen, beschließe aber dann, dass mich die nicht ganz passende Farbe zu sehr stört und ich lieber andere suchen will. – Des abends schlüpfen ich in meine Sportklamotten und quäle mich durch ein eigentlich recht unanspruchsvolles Workout, so ein fauler Sonntag macht nicht eben sportlustig. – Und danach bastel ich an einem geheimen Geheimprojekt, bin aber unzufrieden und muss schlafen bevor es besser werden kann.