Me made Mittwoch: Morris

Ich trage heute trug letzte Woche einen neuen Sweatblazer über einem alten Shirt und einem Rock aus dem Frühjahr 2016. Da Wiebke heute beim Me made Mittwoch die Gretchenfrage „Jersey oder Webstoff“ thematisiert, grabe ich die Fotos von letzter Woche aus, aus denen dann doch kein Blogpost mehr geworden war. Ich bin eigentlich eine Webstoffperson. Ich trage wirklich sehr selten Jerseykleider und sehr gern Webstoffkleider und -röcke. Aber ich trage natürlich Shirts und ich mag nicht so sehr gern Blusen. In meinem Job trage ich tatsächlich relativ häufig einen Blazer. Selten ist tatsächlich formelle Kleidung im engeren Sinne notwendig aber oft möchte ich etwas mehr als ein schnödes Shirt anhaben. Auch weil es öfter etwas zugig im Büro ist und ein Schal nicht reicht, mich zu wärmen. Daher greife ich in letzter Zeit wieder häufiger zu meinen Einzel-Blazern aus Cord, Samt oder eben Sweat. So schien es mir eine gute Idee, mir noch ein paar Sweat-Blazer zu nähen, als etwas schickere Strickjacken quasi, schön kurz für über weite Röcke passend. Dies ist nun der erste Versuch – den ich zunächst dann doch noch stark optimierungsbedürftig finde.

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Das Schnittmuster von Grainline-Studio habe ich schon länger. Ich ließ es auch schon vor einiger Zeit plotten, aber so richtig aufraffen konnte ich mich auch nicht. Nun habe ich doch mal einen Versuch gewagt. Den Sweat, der nicht angeraut ist, habe ich als „Sommersweat“ im Internet bestellt und dachte erst er sei zu dünn. Er hat sich von der Dicke her aber als richtig erwiesen, allerdings hat er sich leider in der Verarbeitung recht deutlich gedehnt, das kann aber auch an meinem Unvermögen liegen, mit der neuen Nähmaschine die passenden Einstellungen zu wählen. Die vorgesehene Verstärkung aller Belege war für diesen Stoff unbrauchbar. Trotz dünnster Gewebeeinlage waren die Belege im Verhältnis zum sonstigen Blazer viel zu steif und verhielten sich höchst unschön, so dass ich sie größtenteils im Nachhinein wieder herausgerupft habe. Für die nächste geplante Version aus Indoor-Walk werde ich auf jeden Fall auf die Verstärkung der Belege verzichten.

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Ich betrachte die Jacke mehr so als Beta-Variante, besonders gut finde ich sie nicht, aber ich sehe, der Schnitt hat für meinen Anwendungsfall Potenzial. Folgendes würde ich für die nächste Variante ändern:

  • Insg. eine Größe kleiner zuschneiden, den Rücken evtl. sogar 2 Größen kleiner (ich habe meine übliche Größe 12 genommen, die auch nach Brustumfangsangabe richtig war, die Jacke ist aber – für meinen Geschmack – zu weit.)
  • Die Ärmel deutlich verlängern. Ich trage sie hier gekrempelt, weil sie schon ohne Umschlag gut 5 cm zu kurz waren. Das muss ich oft machen und denke zu selten dran.
  • Bei Sweat, Walk und ich denke auch Romanit werde ich auf die Einlage in Reversbelegen, Kragenteilen und vor allem Saum werde ich definitiv weglassen. Nicht nur war das unschön beim nähen, weil sich die nicht verstärkten Teile gedehnt hatten und dann nicht mehr auf die verstärkten passten – es fiel auch total doof und nahm dem Blazer alles legere.
  • Schultern verschmälern – auch eine Standardänderung, die ich gern mal vergesse.

 

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Wenn ich das alles ändere könnte es aber eine durchaus alltagstaugliche Alternative zu gekauften Strickjäckchen sein. Ich werde aber alternativ auch noch den Schnitt „Lady Grace“ ausprobieren, der Teilungsnähte und ein echtes Revers und Knöpfe hat – möglicherweise wird er dann „blazerhafter“ – wir werden sehen.