Brot backen

Schon ewig wollte ich hier mal wieder berichten, wie ich derzeit unser Brot backe. Selbstgebackenes Brot gibt es hier ja schon seit ca 3 Jahren, seit ich nämlich das Topfbrot entdeckte. Tatsächlich ist Topf-Brot eine ziemlich sichere Bank und vor allem sehr bequem. Nicht kneten, einfach warten, fertig. Ich buk nach diesem Rezept, abgewandelt in Vollkorn und ohne Essig, einige Jahre recht okay unser Brot. Aber oft gab es dann doch gekauftes. Weil die Zeit nicht reichte oder auch, weil der immer gleiche Geschmack dann doch langweilig wird. Außerdem wird normales Hefebrot recht schnell trocken und so richtig gut schmeckt es dann doch nur frisch.

Es begab sich allerdings, dass mich irgendwann – angefixt von der Drehumdiebolzeningenieurin – der Ehrgeiz befiel auch Brötchen selbst zu backen. Nicht so sehr weil wir keine leckeren Brötchen in Laufweite bekämen, mehr so aus Prinzip. Ich wollte das einfach gern können. Mit dem Rezept von Drehumdiebolzens ging es bei mir nicht zufriedenstellend, andere Temperatur in der Küche, keine Gärstufe, Dinkelmehl, who knows. Die Brötchen wurden platt. Als nächstes probierte ich das Rezept von Herrn Grün. Effekt der selbe: Plattbrötchen. Ich vermutete, es läge evtl. am Dinkel (da Weizenallergiker im Haus, hier das Standard-Mehl) googelte mich so durch das Internet auf der Suche nach Über-Nacht-Brötchen und stieß auf die Dinkelbrötchen vom Blog Hefe und mehr. Und die gelangen auf Anhieb gut. In der nächsten Woche probierte ich die Kieler Semmeln. Ein voller Erfolg. Wir waren richtig gehend begeistert und seitdem werden hier oft Brötchen auf der Basis dieses Rezeptes gebacken.


Und damit war ich dann drin im Kaninchenloch. Schnell buk ich auch die ersten ihrer Hefebrote nach und war begeistert. „Schmeckt wie gekauft“ sagte der Mann anerkennend. Und tatsächlich, richtig knusprige, lockere Brote. Und das obwohl ich stets einen Teil des Mehls durch Vollkornmehl ersetzte. Den Anfang machte, glaub ich, das Buttermilch-Brot. Und so nach und nach probierte ich mich durch viele der Hefebrote in dem Blog und fast jedes gelang sehr gut. Was ich an dem Blog sehr schätze, ist dass es erklärt _warum_ welche Zutat ins Brot kommt, was die Eigenschaften beeinflusst. So fällt es auch leicht, Variationen auszuprobieren und abschätzen zu können, ob diese gelingen könnten.

Schnell entwickelte ich also erneute Lust, es mal mit Sauerteig zu probieren und bekam von meiner Mutter einen Sauerteig, den ich nun gemäß der Anleitung regelmäßig füttere. Auch süßen Starter habe ich inzwischen gemacht. Ich nehme inzwischen schon auch Abkürzungen, setze nicht alles exakt so um wie im Blog, aber finde die Vielfalt und Präzision der Rezepte nach wie vor sehr bereichernd. Inzwischen habe ich mir Gärkörbchen angeschafft, was nochmal eine deutliche Verbesserung der Brote gebracht hat und auch Backmalz ist hier eingezogen. Zuletzt kam zum letzten Geburtstag noch ein Backstein dazu. Und so wird nun doch tatsächlich schon wieder seit fast einem Jahr so gut wie jedes Brot selbst gebacken, und dabei aber nicht immer das selbe. Das ist sehr schön.

Ich backe meistens Sauerteigbrot auf Basis von Roggensauerteig. Aber es passiert natürlich, dass das Brot alle ist und dann muss es schneller gehen, dann greife ich gern auf die Nur-mit-Hefe-Kategorie zurück. Bisher habe ich in der Regel Brote gebacken, die ohne Form gebacken werden. Brote aus der Kastenform erinnern den Mann und mich beide an die selbst-gebackenen Vollkornbrote aus unserer Kindheit und wir freuen uns dann doch irgendwie zu sehr, dass mir nun gelingt, Vollkornbrote mit knuspriger Kruste zu backen.

Die persönlichen Top 5 aus dem Blog Hefe und mehr sind:

Der Buttermilch-Laib

Das Märchenkönig-Brot

Das Bier-Saaten-Brot

Der westfälische Bauernstuten (ein Gedicht!!)

Kekkis Alltagsbrot

Aber es gibt noch genug Techniken und Zutaten, die ich noch nicht probiert habe…

 

5 Gedanken zu “Brot backen

  1. kleiderschmiede schreibt:

    Ich habe auch mal eine Zeit lang Roggenbrot aus selbstgezogenem Sauerteig gebacken. Echt lecker und die Brote vom Bäcker kommen dagegen echt nicht an.
    Allerdings hatte ich Probleme den Teig zu kneten. Mit der Hand ging es doch arg in die Gelenke, aber der Handrührer hat komplett kapituliert und die sehr gut motorisierte Küchenmaschine hat sich arg durchgekämpft. Hast Du das Problem auch?
    Alles Liebe,
    Marianne

    • Frau 700Sachen schreibt:

      Ich habe eine kleine Kirchen Aid, die kommt bei 750g Broten gut zurecht. Wenn die Menge drüber geht, wirft sie den Teig manchmal oben aus der Schüssel raus 😀
      Aber ich backe meist nur mit Roggenanteil und der Rest Dinkel und eigentlich sind die meisten Teige recht locker oder sogar etwas weich.

  2. Marja Katz schreibt:

    Supertoller Tip, vielen Dank! Ich geh da direkt mal stöbern.

    Wir backen auch seit….keine Ahnung…5 Jahren? fast alle unsere Brote selber. In der Regel mit Roggensauerteig, Roggenvollkorn+Dinkelvollkorn, einem Mix aus verschiedenen Saaten und Brotgewürz. Hefeteig backe ich eher als „last-minute“-Brot, wenn ich vergessen habe, den Sauerteig rechtzeitig anzusetzen – oder einfach mal als geschmackliche Abwechslung. Dann oft mit verschiedenen „leichteren“ Mehlsorten.

    Das Problem mit dem Kneten habe ich eigentlich nicht. Eigentlich arbeite nur ich mit einem Esslöffel erst den Sauerteig und dann warmes Wasser ein. Ich rühre den Teig nur solange durch, bis sich Wasser und Mehl gerade verbunden haben. Hier steht ein bisschen was dazu: https://www.brotstation.de/wissenswertes/g%C3%A4ren-kneten-und-backen-von-roggenhaltigen-teige/

    Hefeteig knete ich durchweg mit der Hand und finde, das geht auch sehr gut. Ich habe aber auch selten Brote über 750g.

    Liebe Grüße,
    Antonia

  3. marinellasworld schreibt:

    Danke für deinen sehr spannenden Bericht und die vielen Links! Ich habe auch schon das ein oder andere Brot gebacken, würde das aber sehr gerne (gerade angesichts des hiesigen Angebots) noch weiter ausbauen. Vor allem die Erklärungen warum was in den Teig gehört interessieren mich sehr, ich verstehe wie du gerne was ich da tue.

    Liebe Grüsse
    Julia

Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber!

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