Sonntagssachen 9/2017

Morgens zunächst Hustensaft und Nasenspray verabreicht. Seufz. Brötchen holen allein und bei strahlendem Sonnenschein. Frühstück. Stricken, rumhängen, Duplo. Den Balkon genießen. Und dass man endlich wieder draußen spielen kann. Rote Bete eingelegt. Früh ins Bett wegen Erkältungskopf. 

Konsumterror Elternschaft

Was ich eigentlich am allerwenigsten geahnt hätte, bevor ich ein Kind hatte, ist wie riesig die vollkommene Kommerzialisierung des Elternseins ist. Es scheint mir fast so, dass die Baby-Krams-Branche versucht, die bescheidene Geburtenrate durch eineb massive Erhöhung des Pro-Kind-Konsums zu kompensieren. Während ich naiv dachte „Ja so ein Baby braucht ja quasi nix“ scheinen werdende und frische Eltern sich als Zielgruppe in Summe sehr zu lohnen.

Das geht quasi mit dem positiven Schwangerschaftstest los: da bekommt eine eine gesponsorte Hülle für den Mutterpass mit Gimmicks drin. (Bei mir in diesem Durchgang: Stilleinlagen. Braucht eine ja sehr dringend in der 6. Schwangerschaftswoche…) Meine Frage, ob es nicht vielleicht eine einfache klare Hülle gäbe wurde mit Unverständnis quittiert „aber das Heft sieht doch gar nicht schön aus!“ Ja aber dafür ist es doch auch gar nicht da, es ist eine medizinische Dokumentation und kein Kunstprojekt!


Kaum war erstmals ein klopfendes Pixel im Ultraschall zu sehen, folgte – ebenfalls in der Gyn-Praxis – das hier:


Ein Ding außen voller Klischees und innen voller Anregung zum Konsum:


Das pinke Seidenpapier hat für mich noch den größten Nutzen. Ansonsten Gutscheinchen von diversen einschlägigen Marken, eine Broschüre zu Alkohol in der Schwangerschaft, ein Eltern-Probeheft. Viel Altpapier in Altpapier.

Und so ist es überall: Im Wartezimmer der Pränatalpraxis fast nur als Zeitschriften getarnte Werbung der Firma Pampers. In der Hebammenpraxis ein Körbchen mit Proben diverser Naturkosmetikhersteller.Und wehe Facebook hat herausgefunden, dass man etwas zu oft Schwangerschaftsbeschwerden googelte und Umstandskleidung in einem Onlineshop anschaute oder man hat eine der vielen (qualitativ z.T. katastrophalen) Schwangerschafts-Begleit-Apps runtergeladen. Oho, dann geht es erst richtig los.

Später dann, in der Klinik gibt es ein „Willkommenspaket“ voll mit Pröbchen (Stilleinlagen, Brustwarzencreme, Pampers, Creme) und Werbezettelchen, Prozentgutscheinen etc. Außerdem und noch perfider ist wie zufällig jede Windel, die man in den ersten Tagen im Krankenhaus erhält und mit der man also das Wickeln lernt von der Firma Pampers. Und auch bei der Milchnahrung kriegt man, wiederum wie zufällig immer und in jeder Klinik das eine selbe Markenprodukt. Und insbesondere bei der Milch aber auch bei den Windeln wird man dann ja denken: Das läuft ja jetzt gut, das ändere ich nicht – nachher verträgt mein Kind nix anderes.

Natürlich sind Gratispröbchen und Gutscheine was feines. Es gibt ja den Babykram nicht umsonst, da freut man sich, wenn man was umsonst oder günstiger bekommt. Aber gleichzeitig kreieren diese ganzen Sachen in guter Kooperation mit den Zeitschriften für (werdende) Eltern, die vor Product Placement und unzureichend gekennzeichneter Werbung nur so strotzen, ja das Bild, man brauche das alles. Nicht wenige der Damen in meinem Geburtsvorbereitungskurs beim Minimensch fragten voll Sorge „braucht man dies, braucht man das, braucht man jenes.“ Und natürlich sind wir theoretisch alle aufgeklärte Konsumentinnen, die sich von der Werbung nicht alles erzählen lassen. Aber so rund um die Geburt ist man eben dann schon eher ein hormonbeladenes Wrack, vollkommen überfrachtet von der neu gewonnen Verantwortung und mit dem riesigen Wunsch beseelt, ja nix falsch zu machen. Da sagt man schwer nein, zu einem überzeugend dargebotenen Angebot. Natürlich ist das der Sinn von Werbung. Und dass auf Gratis-Informationsseiten und -Apps geworben wird, finde ich nur normal – ich zahle nix, also bin ich die Ware. Aber verantwortungsvolle Betreuung in Arztpraxen, Hebammenpraxen und Krankenhäusern stelle ich mir anders vor. Da wünsche ich mir Neutralität und einen ehrlichen Rat dazu, was ich wirklich brauche und nicht die vollkommen reflektionsbefreite Weitergabe von Werbematerial.

Und was mich ganz besonders stört: das ganze zieht sich auch durch sehr viele der sogenannten „Mami-Blogs“ und auch durch solche, die explizit betonen, dass man ja fast nichts brauche um ein Kind großzuziehen (was stimmt) – fast nichts, außer sauteure Pflegeprodukte von Weleda, drölfzig Ratgeberbücher und Wolle-Seide-Bodys vom Natur-Kleidungs-Riesen. Und wer sich das nicht leisten kann? Tja, Pech, schlechte Mutter.

Dieser Blogpost ist schon sehr lang, daher behalte ich meine eigenen Ratschläge, was man wirklich braucht, mal für mich. Und als Mutter eines fast vierjährigen kann ich sagen: das hört auch nicht mehr auf. Es ist unfassbar, was für hirnrissige Dinge es alle in „extra für Kinder“ oder besser noch „für Jungs“ und „für Mädchen“ gibt, die dann doppelt so teuer, ansonsten exakt genauso oder schlechter sind, als die „normalen“ Produkte für alle. Aber scheinbar wirkt die Maschinerie ja, denn der Absatz belohnt da wohl die Werbestrategen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spring Style Along 2 & 3: Wunschkonzert und Battle of Will

Burda-Wasserfall-Kleid

Jersey-Vorrat

Ich bin etwas zurück mit dem Spring Style Along – nicht mit den Plänen aber mit dem Bloggen. Daher frühstücke ich jetzt Teil 2 – das Wunschkonzert und Teil 3 – die realistische Planung gemeinsam ab.

Nachdem inzwischen auch noch einige meiner Umstandsklamotten und Leihgaben von Freundin Z. bei mir (wieder) eingetroffen sind und ich zudem eine Stoffschrankinventur gemacht habe, habe ich eine recht klare Vorstellung davon, was ich gern hätte.

Vor zwei Wochen hatte ich wundervollen Besuch von der Drehumdiebolzen-Familie. Dabei habe ich mich auch etwas länger mit Frau Drehumdiebolzeningenieurin über Umstandsklamotten unterhalten. Sie schilderte, woran ich mich auch aus der ersten Schwangerschaft noch erinnere – dass ihr ein paar Hosen und etwas größer gekaufte normale Shirts schon recht weit reichten ergänzt um wenige echte Umstandsklamotten. Ich habe in der ersten Schwangerschaft auch lange Zeit meine normalen Oberteile weitertragen können – ich besaß überhaupt nur zwei Umstandsoberteile und trug, so scheint es mir aus der Inventur meiner Umstandsklamotten in der Hauptsache zwei Hosen und drei Röcke sowie einige meiner normalen Jerseykleider. Allerdings kommt es mir nicht so vor, als würde eine ähnliche Strategie diesmal auch fruchten. Das hat im Wesentlichen 3 Gründe: 1. Mein Bauch wächst sehr viel schneller als in der letzten Schwangerschaft. 2. Meine gewohnte Silhouette (tailliert, weiter Rock, kurze Oberteile, fast immer Webstoffkleider/-röcke) ist sehr wenig schwangerschaftskompatibel – anders als noch vor der letzten Schwangerschaft, wo ich z.T. recht viele Kleider mit Empire-Taille und insg. mehr Jersey und mehr Hosen trug. 3. Ich möchte gern auch für mich nähen.

Ceduna von Schnittquelle

Tatsächlich fremdele ich sehr mit meiner schwangeren Silhouette. Der Mangel an Taille ist mir sehr ungewohnt. Ich kann mich weder an schmale Hose + langes Oberteil noch an schmalere Röcke so recht gewöhnen. Aber Tellerröcke sehen zugegebenermaßen an schwangerem Bauch doch auch eher merkwürdig aus. Also nähere ich mich langsam an Wohlfühl-Look an. In der letzten Woche trug ich zweimal Hose und fand es sehr befremdlich, einerseits wurde ich dauernd verwundert angesprochen, dann fand ich kaum ein passendes Oberteil (so gut wie alle meine Shirts sind taillenkurz) und vor allem haben Umstandshosen das Problem, das ich mit allen Hosen habe: Sitzen sie um die Hüfte, sitzen sie überall anders nur so geht so. Am wohlsten fühlte ich mich in meinen beiden bereits frisch genähten Kleider. Dem am Mittwoch gezeigten Burda-Wasserfall-Kleid und einem noch nicht gezeigten Knotenkleid nach dem Schnitt Ceduna von Schnittquelle. Beides Jerseykleider, aber nach Schnitten mit netten Details. Besonders Ceduna mit seiner hohen Taille bietet sich sehr an als Schwangerschaftskleid. Ich habe auch in der letzten Schwangerschaft eins genäht, das ich auch gern zum Stillen trug und werde sicher noch weitere folgen lassen. Ich schlussfolgere daraus, dass ich Kleider insgesamt vorziehe. Auch deshalb, weil sie sich relativ gut mit einem Blazer in ein bürotaugliches Outfit verwandeln lassen, denn den Jeans+Ringelshirt-Look finde ich jetzt keineswegs jeden Tag angemessen. Nun haben Kleider leider auch die Angewohnheit, dass sie immer gleich als ganzes Outfit in die Wäsche müssen, so dass man irgendwie dann doch recht viele davon braucht. Ich witzelte schon, ich könne nächste Woche nicht arbeiten, weil meine vier Outfits alle in der Wäsche seien.
Also, das Wunschkkonzert. Ich hätte gern:

  • Mindestens 6 Jerseykleider (2 davon schon genäht)
  • Mindestens 3 Röcke, A-Linie oder gerade
  • Mindestens 3 Kleider aus Webstoff
  • Mindestens 1 Bluse
  • Mindestens 5 Shirts in Farben, die nicht blau, grau oder schwarz sind (blau-grau-schwarze hab ich genug) und die lang genug sind um sie auch über die ungeliebten Schwangerschaftshosen zu tragen.
  • 1 Jersey-Unterkleid
  • 1 Badeanzug
  • Farbige Umstandsstrumpfhosen
  • 1-2 Schlafhosen
  • Viele Slips

Meine Stoffinventur brachte wenig unmittelbar erfreuliches zutage.
Jersey in ausreichender Menge für langärmelige Kleider gab es in schwarz, dunkelblau und grau. Alle anderen sind nur Shirtmenge, z.T. nur Kurzarmshirt.

Auch bei den Webstoffen, wo ich gedacht hätte, da hab ich viel im Lager, sah es nicht erfreulich aus. 2-3 Rock-geeignete Stoffe, also dickere Baumwollstoffe etwa Köper, Feincord oder Hosenstoffe konnte ich finden. Dünnere Baumwolle in Kleidmenge war fast nur noch solche da, die ich geschenkt bekam und wo ich es schade fände, daraus Umstandskleidung zu machen, die nur eine Saison getragen wird. Immerhin Blusenstoff in Petrol und Lila liegt bereit.

Bevor ich nun also meinen Stoffschrank mit 50m neuem Stoff fülle, sollte ich erstmal eine Priorisierung meiner Pläne und einen Abgleich mit dem Vorrat machen. Das hab ich z.T. schon gemacht und umgesetzt.

Die ausreichend vorhandenen Jerseystoffe wurden bereits 2 Kleider und 1 Shirt. Ein weiteres Kleid aus einem Coupon, und daher kurzärmelig, ist zugeschnitten (auch Ceduna). Ich denke, für mindestens 2 farbige Shirts mit 3/4-Arm hab ich auch Stoff. Webstoff habe ich für 1 Bluse (lila) und 1 Kleid (petrol). Außerdem für 2 Röcke (1 blau, 1 rot). Bunte Strumpfhosen hab ich schon bei ebay bestellt.

Mit diesen Projekten beginne ich also. Als Schnitte habe ich mir erstmal zurechtgelegt:

  • Melli und Jella von Confettipatterns – beide haben schon Raffungen, die sich gut schwangerschaftstauglich erweitern lassen und sind prinzipiell lang genug.
  • Plaintain von Deer and Doe, entsprechend im Vorderteil mit einer zusätzlichen Kräuselung zu versehen.
  • Die Bluse „Tunique midi“ von deuxième arrondissement
  • Das Kleid „Robe 14h“ von deuxiéme arrondissement
  • Einen Bahnenrock aus der Knipmode bzw. Simplicity 2451 als Basis für die Röcke.

Ich habe außerdem Jersey für weitere Shirts und Kleider bestellt, einen Webstoff in petrol mit Muster vor Ort gekauft und plane noch einen Ausflug zu Stoff und Stil, um Rib-Stretch oder Courtelle-Jersey zu kaufen, für Jerseyröcke.

Wenn ich meine ersten Projekte geschafft hab, dann schaue ich wieder, was mir dann am dringensten erscheint. Möglicherweise ist das dann auch erstmal der Badeanzug.

Me made Mittwoch: Burda Wasserfallkleid

Heute trage ich mein erstes frisches Umstandskleid. In freudigem Schwarz. Man kann es leider auf den Fotos nicht erkennen und den Schal hätte ich auch mal ausziehen können, aber es handelt sich um ein Jerseykleid mit Wasserfallausschnitt, das ich schon zweimal nähte, hier und hier.


Ich habe im Vorderteil die Taillenverjüngung rausgelassen, an der Stelle um 10cm verlängert und diese Mehrlänge gekräuselt. Von der Seite erahnt man, dass noch einige Falten Stoff da sind, die die wachsende Kugel noch ein paar Monate füllen kann.


Außerdem musste ich die Schultern massiv schmaler und die Armlöcher enger machen. Der Stoff ist ein Viskosejersey, leider zieht er feinen Dreck magisch an…


Darüber trug ich heute morgen noch eine Strickjacke, die ich fast nie trage, weil sie nur zu einfarbig schwarzem richtig gut passt.

Und damit mache ich seit langem mal wieder beim Me made Mittwoch mit.

Sonntagssachen 8/2017

Beim stricklieseln assistiert. Ein Umstandsjerseykleid genäht mit tatkräftiger Hilfe des Minimensch. Gefrühstückt. Eine Burg besucht. Die Aussicht über die Ruhr genossen. Frühlingsboten gesehen. Uns für Grundfreiheiten und ein geeintes Europa eingesetzt. Tacos in den Ofen geschoben. Schnittmuster kopiert. 

Sonntagssachen 7/2017

wp-image-779163617jpg.jpgStifte gespitzt (alle Stifte!!!). Eine Jerseyinventur durchgeführt – Ergebnis: Schwarz, grau und dunkelblau in Kleidermenge, alles andere nur Shirtmenge und z.T. auch eher nicht Umstandsshirtmenge. Orangensaft fabriziert. Die alte Nähmaschine aufgeschraubt, eine hereingefallene Mutter gefunden und die Maschine saubergemacht – mit tatkräftiger Minimensch-Unterstützung. Bolognese vorgekocht. Ein fröhlich-schwarzes Kleid zugeschnitten. Einen sehr leckeren Kuchen gegessen, den Familie Drehumdiebolzen liebenswerterweise mitgebracht hatte und dabei ganz viel gequatscht. In Wald und Matsch und Bach herumgestromert. Wäsche aufgehängt.

Spring Style Along: Bestandsaufnahme

Also ja, ich brauche wohl eine recht komplette Frühjahrsgarderobe. Nählust hab ich zwar, Zeit aber nicht, weil ich abends gegen 21 Uhr halb tot ins Bett falle oder maximal noch apathisch auf dem Sofa zu liegen imstande bin. Auch nach dem ersten Drittel bin ich extrem müde, vor allem weil ich schlecht schlafe. Aber, es nützt ja nichts, der Bauch rundet sich sichtbar, die Klamotten werden knapp. Ich werde wohl mal ein paar Nähsessions machen müssen… Da trifft es sich gut, dass Alex einen SpringStyle-Along ausrichtet. Unterstützung kann ich gut gebrauchen. Diese Woche ist Bestandsaufnahme.

Also, was hab ich?

Tja. Ich war beim Minimensch 90% der Schwangerschaft im Winter schwanger. Denn 2013 dauerte der Winter eeeewig. Zudem hatte ich auch kaum Bauch und konnte sehr viele normale Shirts und Kleider fast bis zum Ende weiter tragen. Ich habe also Wollröcke (ungeeignet ab 10Grad), eine Handvoll Umstandsstrumpfhosen (schwarz), drei Umstandshosen (schwarz, grau), ein Umstandsshirt (schwarz), drei noch passende Jerseykleider (rot, schwarz, grau), ein Umstandskleid (schwarz). Tendenz erkennbar, was? Farbe Fehlanzeige. Jobtauglichkeit Fehlanzeige. 

Einige meiner Kleider passen noch leidlich, wenige meiner Oberteile sind lang genug, dass sie über den Bauch reichen. Darauf kann ich aber nicht bauen. Vor allem brauche ich auch einigermaßen repräsentative Klamotten für’s Büro. 

Was mir also fehlt: 

  • 5 Shirts, möglichst farbig
  • 3 Röcke
  • 3 Kleider 
  • 1 legerer Blazer oder leichte Jacke
  • 1 Bluse
  • Nicht-schwarze Strumpfhosen
  • Schlafanzüge

Ich sinniere mal darüber, welche meiner Stoffe da geeignet sind, ich fürchte aber, zumindest Jersey werde ich kaufen müssen. 

Derweil verlinke ich mich mal beim Spring-Style-Along

Auf den Nadeln: März

Seit zwei Sonntagen taucht in den Sonntagssachen nach gefühlt einem halben Jahr ein neues Strickstück auf. Gestrickt in angenehm dicker Nadelstärke 5 aus Resten: 

Es wird eine Babydecke. Für einen Zuwachs in der Minigeneration im Hause 700Sachen. Sie wächst schnell und wird wohl schon lange vor dem Mini-Minimensch fertig sein. 

Stand vor zwei Wochen

Ich stricke nach dem popelig einfachen kostenlosen Strickmuster Garter Stitch Baby  Blanket. Im Gegensatz zur ersten Schwangerschaft ist es mir diesmal ein Bedürfnis schon früh etwas für das Baby zu machen, um es greifbarer zu machen. Also habe gleich nach Ablauf der ersten risikoreichen zwölf Wochen Wolle zusammengesucht und angefangen.  Da ich aber meine Schnecken-Eigenschaften im Bezug auf das stricken kenne, musste es auf jeden Fall schnell und mit dicken Nadeln zu stricken sein.

Ich stricke aus Resten die irgendwo im Bereiche Worsted Weight (NS 3-4) liegen mit doppeltem Faden und Nadelstärke 5. Das Garn der Hauptfarbe (türkis) habe ich vor ca 10 Jahren von meiner Oma bekommen und sie hatte es sicher 10 Jahre oder länger im Schrank liegen. Leider haben alle Knäule etwas Fraß von der langen z.t. inadäquaten Lagerung und ich muss immer erstmal einige Meter vom Knäuel abwickeln. Da ich aber immer noch 9 Knäule von den ursprünglich 18 hab, reicht das locker. Das weiße Garn habe ich mir kurz nach dem Abi gekauft, mit einem weißen leichten Sommerpulli mit Lochmuster  im Sinn – das überstieg aber meine Fähigkeiten und auch den Glamour meines Lebens etwas und so lagert diese Wolle nun auch bereits 15 Jahre. Der Rest stammt von verschiedenen Projekten der letzten Jahre. Es ist schön gedankenlos an einem so einfachen Projekt zu stricken, das schnell wächst und dabei lang gelagerte Wolle mit Geschichte endlich einer sinnvollen Bestimmung zuführt. Das beruhigt und entspannt mich. Und zu komplexerem bin ich im Moment eh nicht in der Lage. 

Stand heute