Baby-Erstausstattung: meine persönliche Empfehlung

Es gibt Listen zu Babyausstattung zuhauf. Solche die eher das Konsumbedürfnis werdender Eltern befeuern, die vielleicht auch nutzen, dass man so händeringend alles richtig machen will genauso wie solche die betonen, dass man ja quasi nichts braucht und gleich darauf teure bio Wollsachen und Naturkosmetik empfehlen.

Vor der Geburt des Minimensch ahnte ich schon, dass mein Ansatz wohl eher ein pragmatischer sein würde. Allerdings kam der Minimensch dann ja früher und sehr viel kleiner als geplant auf die Welt und wir waren tatsächlich nicht ganz fertig mit dem Vorbereiten. Wir hatten z.B. noch keine Babyschale, das Bettchen war nicht aufgebaut, Windeln in kleinster Größe hatten wir auch nicht da. Und alle vorher gekauften Klamotten waren zu groß. Das ließ sich aber alles schnell regeln. Dennoch bin ich diesmal früher dran mit der Babysachen-Vorbereitung.

Was man wirklich unbedingt sofort braucht:

  • Autositz
  • Bettchen, inkl. Matratzenauflage und Spannbetttuch
  • Schlafsack
  • Windeln in Größe 1 – ruhig mehr als eine Packung
  • Wundschutzsalbe vorzugsweise ohne synthetische Fette, da hat inzwischen ja jede Drogeriemarktkette eine Bio-Serie, das muss nicht immer das teure Anthroposophie-Produkt sein
  • 10 Bodies aus Baumwolle, mehr Langarm als Kurzärmlig, am besten zum wickeln (da braucht es auch mal zwei am Tag)
  • 5 Garnituren Oberbekleidung, also Shirt und Strampler/Hose
  • Dünne Jacke
  • Spucktücher, reichlich
  • Wickelunterlage(n)
  • Baby-Wolldecke
  • Fieberthermometer
  • Wärmestrahler oder Lampe
  • 2 Kapuzenhandtücher
  • Verschiedene Mützchen/Sonnenhüte
  • Wollsöckchen

Das mit den Langarmbodies sollte man im Blick haben. Denn es gibt im Sommer kaum Langarmbodies zu kaufen. Ist Saisonware – sagte man dem vollkommen verdatterten Mann als er Mitte Mai versuchte, adäquat kleine Kleidung für den Minimensch zu kaufen. So ein Mummpitz. Babys zieht man tendenziell langärmelig an und es ist ja auch eher nicht von Mai bis September am Stück 30 Grad. Diesmal habe ich im Frühjahr Langarmbodies zum Wickeln in Gr. 50 und 56 gekauft um unsere Bestände aufzufüllen.

So gut wie alle unsere anderen Babyklamotten sind gebraucht gekauft, die meisten bei eBay. Und sie werden jetzt das fünfte Kind kleiden ohne dass die meisten nennenswert abgenutzt sind. Denn auch wenn man sie viel wäscht, die Trageperiode je Kind ist einfach kurz. Durch den Gebrauchtkauf erspare ich der Welt Ressourcen- und mir Geldverschwendung. Zudem sind auch alle Schadstoffe schon rausgewaschen. Unsere Schlafsäcke und wenige Wollsachen haben wir neu und bio gekauft, bzw. uns gewünscht. Aber eine komplette Marken-Bio-Ausstattung finde ich – persönlich – übertrieben.

Natürlich haben wir viel mehr als 10 Bodies und 5 Kombis an Oberbekleidung – allein schon weil wir noch Sachen geliehen und geschenkt bekommen haben. Aber wirklich richtig dringend notwendig sind wahrscheinlich nur 10/5. Natürlich auch schon in der nächst größeren Größe, denn so mancher Säugling wächst binnen Tagen aus Größe 50 raus.

Was manche auf dieser Liste vermissen werden:

1. Wickelkommode

Wir hatten keine. Wir haben die ersten Wochen den Minimensch mit Wickelunterlage auf dem Bett oder Sofa gewickelt. Als er seinen Kopf selbst halten konnte haben wir begonnen, ihn in Bauchlage auf dem Schoß zu wickeln. Wenn man das einmal kann ist das ein grandioser Life-Hack. Denn man kannwirklich überall sauber und hygienisch wickeln, muss nie einen ekeligen Wickelplatz im öffentlichen Klo erstmal grundreinigen und ist auch nicht auf die gendergebiaste Zurverfügungstellung von Wickelgelegenheiten angewiesen.

2. Babybadewanne

Wir haben den Minimensch in einem Wäschekorb/Wanne gebadet. Das ging wunderbar und das Ding steht jetzt nicht im Weg, sondern kommt seinem Ursprungszweck wieder zu.

Was ich darüberhinaus sehr nützlich finde:

  • Mullwaschlappen (Anleitung folgt)
  • Baby-Hängematte
  • Tragetuch
  • Krabbeldecke
  • Kleine Windeltasche
  • Babyöl ohne synthetische Öle
  • Baby-Sonnencreme (je nach Jahreszeit)
  • Kleine Traubenkern- oder Dinkelkissen
  • Strampel- oder Pucksack mit Gurt-Durchlass für den Autositz

Die Baby-Hängematte war sicher das beste, was ich für den Minimensch genäht habe. Er hat hierin mindestens ein halbes Jahr seine Tagschläfchen gemacht. In den ersten Monaten haben wir sie außerdem als Reisebett mitgenommen, das war sehr praktisch.

Ohne Tragetuch hätte ich nicht gewusst, wie ich Zahnen, Blähungen und diverse Entwicklungsschübe überstanden hätte. Ich könnte auf den Kinderwagen verzichten, auf das Tuch sicher nicht. Allein schon, dass man Tragen kann und dennoch die Hände nutzen ist unbezahlbar. Nach einiger Zeit bin ich dazu übergegangen den Minimensch auf dem Rücken in der Manduca zu tragen, das ist Rücken- und Hüft-schonender geht aber eben erst nach einigen Monaten.

Die Traubenkernkissen waren in der Blähungszeit im Dauereinsatz, heute noch kommen Sie bei Mittelohrentzündung zum Einsatz. Inzwischen wurden sie durch selbst genähte Dinkelkissen ersetzt.

Ein ganz persönlicher Tipp noch: Ich habe allen Stramplern die Füße abgeschnitten und Bündchen angenäht. Einerseits war der Minimensch oft drinnen im Warmen mit nackten Füßen viel zufriedener, andererseits sind die Klamotten dann viel flexibler, man kann sie umgekrempelt schon anziehen, wenn sie noch etwas lang sind und auch noch wenn sie schon ein bisschen kurz werden. Denn am Ende wachsen Babys ja nicht normgerecht und dann passen die Strampler mit Füßen vielleicht nie oder nur kurz, weil das Kind einfach lange oder kurze Beine hat. Das amputieren von Stramplerfüßen war meine erste Nähmaschinen-Handlung nach der Geburt des Minimensch und genau richtig für die erste halbe Stunde Zeit, die ich mir irgendwo für mich rausnehmen konnte.

Es lohnt sich, auch wenn man fest vorhat, zu stillen auch Fläschchen, Sauger und ein Päckchen Milchpulver da zu haben. Auch Informationen einzuholen, welche Apotheken elektrische Milchpumpen vermieten macht Sinn.

4 Gedanken zu “Baby-Erstausstattung: meine persönliche Empfehlung

  1. Melanie Günzel schreibt:

    Hallo
    Ich bin ja mittlerweile auch schon 3 fach Mama und kann vielem in deiner Liste nur zustimmen aber bitte erklären mir doch genauer wie du ein Baby auf dem Bauch liegend auf deinen knien wickeln kannst??
    Ich kann mir das mit meiner Maus (1/2 jahr alt) absolut nicht vorstellen. Bzw ich verstehe nicht wie es ausschauen soll
    Liebe grüße aus österreich melanie

    • Frau 700Sachen schreibt:

      Ich hab das von meiner Mutter gelernt, schon meine Geschwister und ich wurden so gewickelt. Ich konnte im Internet leider keine bebilderte Anleitung oder ein Video finden.
      Das Kind liegt quer auf dem Schoß, dein kopfseitiger Arm (also bei Rechtshändern der Linke) greift über das Kind und hebt die Hüfte leicht hoch, damit der rechte Arm die Windel rausziehen und die neue unterlegen kann. Dadurch hält der Arm gleichzeitig das Kind auf dem Schoß fest.

  2. dickespaulinchen schreibt:

    Hallo! Ich muss gestehen, ich finde da wird sehr viel drüber geschrieben und oft lese ich mit Staunen solche Listen. Vor allem der Tipp, eine wickelkommode sei verzichtbar, leuchtet mir wenig ein. Meine drei Kinder waren alle groß und schwer, ich hatte oft rückenprobleme und meine Knie sind schon lange nicht mehr toll, wickeln nicht in Stehhöhe ist für mich der Horror. War es auch beim 1. Kind schon.
    Das mit den Stramplern finde ich auch, nur ohne Füße. Mal abgesehen vom praktisch sein fand ich die Vorstellung furchtbar, dass die Neugeborenen ihre Füße nicht mehr spüren können.
    Aus meiner Erfahrung ist die weleda-salbe die beste, auch wenn ich nicht weiß warum. Aber es reichen die kleinen probetübchen.
    Sowas wie schaukeln und tragetuch ist toll, aber nicht alle Kinder mögen es, meine fanden es doof. Alerdings ist ein solcher Kauf in der ronatischen Verklärung der ersten Schwangerschaft wohl kaum aufzuhalten, wenn man sowas möchte.
    Grundsätzlich würde ich bei vielem zu Zurückhaltung raten, einkaufen kann man schließlich wenn das Kind da ist immer noch.
    Ich wünsche dir eine schöne Restschwsngerschaft und alles gute!
    Lg, Katharina

  3. Mimperella schreibt:

    Man sitzt auf einem Hocker, ein Bein normal ( Fuß unter Knie im rechten Winkel, bei Rechtshändern das linke) das andere in gestreckten Zustand , sodass eine Schräge entsteht.
    Das Kind liegt ebenfalls §chräg, mit seiner Brust auf dem stehenden Bein so, dass die Arme nach vorne gestreckt liegen, der Kopf ebenfalls vor dem Bein. Das Becken auf dem schräg nach unten laufenden Bein. Die Mutter stützt sich mit ihrem stehend- Bein – seitigen Unterarm auf ihrem Oberschenkel ab und kann mit dieser Hand ( bei Rechtshändern ist es sinnvollerweise die Linke) das Kind am Becken aufdrehen , sodass man Windel mit der rechten Hand entfernen und Neu anlegen kann. Alles andere macht man mit beiden Händen, da das Kind auf dem Bauch liegt und eigentlich nichts passieren kann, da man es wie oben sichern oder auch gut fassen kann. Das kommt aus dem neurophysiologischen Therapiebereich, fördert den Abbau der primitiven Reflexe, fördert den Aufbau der Kopfkontrolle. Ist praktischerweise überall möglich.

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