Morgenmantel Sew-Along Teil 1

Da philosophiert man so über imaginäre Nähpläne vor sich hin und schwups kommt ein passender Sew-Along um die Ecke. So geschehen auf Twitter über den Jahreswechsel. Da tweetete ich, dass ich einen Morgenmantel nähen würde, wenn ich meine Nähmaschine mit in den Urlaub nehmen würde. Es entspann sich ein Gespräch über den Nutzen von Morgenmänteln an dessen Ende Muriel einen Sew-Along startete. Heute geht es los.

Tatsächlich habe ich schon länger den Wunsch nach einem Morgenmantel. Am Wochenende brauchen wir hier immer lang um in die Gänge zu kommen. So lang laufe ich in einer wilden Kombination aus Schlafanzughose, irgendeinem alten Shirt und irgendeiner Strickjacke rum. Das kann so nicht weitergehen. Ein hübscher und kuscheliger Morgenmantel wäre da doch irgendwie besser.

Von den Stoffen hatte ich eine recht genaue Vorstellung. Außen ein glatter Stoff, dunkelgrundig mit Vögeln oder Pflanzen oder Schmetterlingen. Innen ein weicher Strickfrottee.

Als ich letzte Woche bei alfatex meinen Weihnachtsgutschein eingelöst habe, fiel mir der perfekte Stoff für außen in die Hände. Glatte Viskose, schwarz mit bunten Vögeln eng bedruckt. Leider dachte ich in dem Moment nur an Blusen und Kleider und fand den Stoff dann doch zu schreiend für eine Bluse… also ließ ich ihn dort, kaufte einen schönen Stapel andere Stoffe und erst zuhause bemerkte ich, dass ich einen Morgenmantel daraus nähen könnte. Als ich also zwei Tage später erneut da war, war der schöne Stoff schon weg. Nun muss also dieser hier genügen:

Viskose-Crêpe, weniger klein und dicht bedruckt und blau statt schwarz. Dafür sind die Kolibris echt schön. Für das Futter habe ich Strickfrottee in weiß bestellt, den ich nun noch passend färben muss. Am schönsten fänd ich – logisch – petrol. Aber es gibt keinen hübschen Petrolton als Textilfarbe. Also wird es wohl pink, Kobaltblau oder Türkis werden.

So sicher ich mit den Stoffen bin, so unsicher bin ich mit dem Schnitt. Ich möchte nicht so einen klassischen Bademantel mit Gürtel.

Zunächst habe ich also im üblichen Beuteschema also nach Vintage/Retro-Schnitten gesucht. Das war mir aber alles zu rüschig und zu wenig kuschelig. Dann dachte ich an einen Kimono. Aber die sind alle so kurz, ich hätte schon gern was langes. Schließlich habe ich nun folgende Schnitte in die engere Auswahl genommen:

Der selbst zu bastelnde Kimonoschnitt von arstextura. Der Vorteil: sehr einfach und schnell gemacht, selbst mit Futter. Allerdings sind mir diese voluminösen Ärmel aus Crêpe mit Frotteefutter wahrscheinlich zu schwer. Ich würde meinen außerdem gern deutlich länger nähen.

Butterick 4406. Schön finde ich, dass der nicht den klassischen Bademantel-mit-Gürtel-Look hat. Bin aber unsicher ob ich dieses hochgeschlossene so praktikabel finde.

Butterick 5963. Das ist bisher mein Favorit. Ich würde evtl statt Schleife einen Knopf anbringen, ansonsten macht der mir aber einen guten Eindruck. Ich habe bisher zwar mit Butterick schon recht desaströs Schiffbruch erlitten, aber so ein Morgenmantel ist ja nicht so passformsensibel… Der enthaltene Pyjamahosen-Schnitt käme mir auch gelegen, da müsste ich nämlich auch mal dringend ein wenig aufmöbeln…

Aber vielleicht komme ich durch den ersten Teil des Sew-Alongs ja auch noch auf weitere Ideen?

Mandarinenmarmelade

Letzte Woche tauchte in den Sonntagssachen die diesjährige Produktion an Mandarinenmarmelade auf. Ich mag sehr gern Zitrusfruchtmarmelade, gerade auch die leicht bittere Note, die durch die Schalen hineinkommt. Aber ich mag es gar nicht, auf Schalen zu beißen, weder haptisch noch geschmacklich. Zum Glück kann man ja beim Selbermachen alles genau so machen, wie man möchte.

Zutaten:

2kg Bio-Mandarinen/Clementinen/Satsumas (Kerne sind egal)

1kg Gelierzucker 2:1

Die Mandarinen heiß waschen und mit Schale achteln und in einen großen Topf geben. Den Zucker zugeben, gut durchrühren und 6-12 Stunden ziehen lassen.

Wenn das ganze gut Saft gezogen hat aufkochen und eine Stunde köcheln lassen. Am Ende sollte sich Saft und Fruchtfleisch weitgehend von den Schalen gelöst haben.

Nun gilt es, die Schalen und Kerne rauszunehmen. Dazu habe ich zwei Varianten erfolgreich getestet: a) Flotte Lotte. Durch das gröbste Blech der flotten Lotte geht das ganz hervorragend. b) Schaumlöffel&Durchschlag. Zuerst mittels Schaumlöffel die Schalen und Kerne abfischen. Dabei kommt noch recht viel Fruchtfleisch mit. Deshalb gibt man die Schalenmatsche dann noch in einen Durchschlag (wichtig kein Sieb, das ist zu fein).

Egal wie, am Ende ist hoffentlich das Fruchtfleisch in der Marmelade, die Schalen aber nicht. Aus Hygienegründen noch einmal aufkochen und in Gläser füllen.

Am besten auf Brötchen mit Salzbutter!

Quinoa-Frikadellen

Ich beklage hier und da und dort ganz gern, dass mein Feedreader immer langweiliger wird, weil viele geschätzte Bloggerinnen nicht mehr bloggen. Nun könnte man mich altmodisch und trotzig nennen, ich olle Instagram-Verweigerin. Aber ich schätze Blogs wirklich sehr als Wissenssammlung und Nachschlagewerk. Aber auch mein Blog schläft ja im Moment ein wenig vor sich hin, alle beide Blogs eigentlich. Daher – obacht – Neujahrsvorsatz: mehr bloggen. Was halt so da ist, diesmal ein Rezept.

Vegetarische Bratlinge kommen traditionell entweder aus Grünkern oder aus Gemüsepapp daher. Während ich Grünkernbratlinge sehr mag, sind mir diese (Convenience-)Gemüse-Patties, die in Mensen und Burgerketten als Frikadellen-Surrogat auftauchen ziemlich zuwider. Schön, dass Hülsenfrüchte und Scheingetreide auch noch gute Bratlinge-Basis sind.

Für etwa 3 Erwachsene:

100g Quinoa

100g Tofu

Einige EL Kichererbsen/Soja/Dinkel-Mehl

1 kleine Zwiebel

2 Eier

Harissa

Senf

Salz

Pfeffer

Gemüsebrühe

Quinoa mit der doppelten Menge Gemüsebrühe aufsetzen und sehr weich kochen.

Tofu fein bröseln, Zwiebel fein hacken, beides mit dem Quinoa mischen und kräftig würzen mit 1 TL Senf, 1 TL Harissa, Salz und Pfeffer. Wenn fertig abgeschmeckt, die Eier unterrühren und mit Mehl anbinden bis der Teig nicht mehr matschig sondern nur noch klebrig ist. Ich präferiere hier Kichererbsen- oder Sojamehl aber Maismehl oder normales weißes Mehl geht auch.

Öl in einer Pfanne erhitzen und Bratlinge darin bei mittlerer Hitze knusprig von beiden Seiten ausbacken.

Die Geburtstagsbluse

Ja, also diese Bluse ist inzwischen nun doch schon über einen Monat alt. Genäht habe ich sie zu meinem Geburtstagskaffee im November. Ich trug sie aber auch an Weihnachten und diese Woche zu einem Diensttermin. Und heute komme ich endlich dazu, sie zu verbloggen.

Der Stoff dürfte denjenigen, die letztes Jahr bei der AnNÄHerung waren, bekannt vorkommen. Dort hat sich Frau Dreikah daraus ein Kleid genäht, das sie dann spontan zur Bluse kürzte und den Stoffrest auf den Tauschtisch legte. Ich sah mein Farbbeuteschema, griff zu und habe nun also ein Jahr später eine Partnerlookbluse.

Der Schnitt ist aus der Retro-Knip/Fashion-Style von 4/2016 und ich habe schon eine Kurzarmbluse nach dem Schnitt genäht, die leider ein Mottenloch bekommen hat, aaargh. Nun habe ich die Langarmversion probiert. Ich mag die Bluse sehr.

Allerdings habe ich nicht wie letztes Mal den Stehkragen selbst gebastelt, sondern das Schnittteil dafür genommen und nun ja, während mein selbst gebastelter Kragen etwas zu weit ist, ist dieser definitiv zu kurz gewesen. Ich musste die Ausschnittlinie einhalten und jetzt zieht sich die Schulterpartie hoch. Ich werde das mal für die nächste Wiederholung vermerken, denn ich werde sicher weitere Blusen nach dem Schnitt nähen, ich mag ihn sehr.

Ich habe außerdem im Rücken Abnäher hinzu gefügt, vorn die Falten leicht verlängert und die Bluse insgesamt 3 cm verlängert. Das könnte noch mehr sein, im Rockbund hält sie, aber aus der Hose rutscht sie raus.

Silvestersachen 2017

Lang, breit und gemütlich gefrühstückt. Gestrickt und dabei gequatscht. Zusammen mit den Drehumdiebolzeningenieurin die Wanderschuhe geschnürt. Und ziemlich viel Schmelzwasser in den Bächen bestaunt. Kekse, Tee und ganz viel Quatschen. Leckeres Raclette.

Ähnlichkeiten mit den Silvestersachen von @drehumdiebolzen sind keinesfalls zufällig.