Sonntagssachen 9/2018

Eine sehr schön mit reverse appliqué geflickte Kinderhose schon wieder zum flicken aufgetrennt. Gefrühstückt feat Toastbrot von @drehumdiebolzen. Einen Rock zugeschnitten. Die Hose nun durch Teilaustausch hoffentlich haltbarer gemacht. Süßkartoffelcurry mit Naan gegessen. Gelesen.

Me made Mittwoch: Januarrock

Im Januar habe ich relativ viel genäht, das meiste allerdings für die Kinder, die beeindruckend schnell wachsen zur Zeit. Aber an dem Wochenende, an dem in Bielefeld die AnNÄHerung war, habe ich quasi virtuell mitgenäht und zwar diesen Rock, der schon sehr fest in meine Garderobe integriert ist:

Der Schnitt ist altbewährt, Burda 5/2012, diesmal ohne Knopfleiste und dafür mit rückwärtigem Reißverschluss. Bei Röcken ist mir selten nach Abwechslung. Ich Nähe Tellerröcke, manchmal mit Falten, Simplicity 2451 mal schmal und mal ausgestellt und halt diesen Burda-Rock, auch als der Lotti-Rock bekannt. Im Grunde brauche ich nicht mehr Schnitte, alle anderen Rockdesigns, die ich probierte wurden zu Schrankleichen oder sind zumindest nicht zur Wiederholung vorgesehen.

Bei diesem Rock lag die Herausforderung darin, die Streifenverläufe gut hinzukriegen. Da das Stück eigentlich nur ein Reststück von etwa 1,30m war, war das ziemlich sportlich. Hinten musste ich daher bei den seitlichen Rockbahnen Kompromisse machen. In den Mitten treffen die Streifen aber sehr schön aufeinander.

Der Schnitt eignet sich sehr gut für Streifen oder Karos, weil er einen angeschnittenen Bund hat. Das macht es einfacher, Musterverläufe gut zu verteilen. Und die Paspeltaschen bieten sich an um etwas Ruhe durch einfarbige Paspeln reinzubringen.

Der Stoff ist ein dicker Woll-Poly-Nadelstreifen von alfatex, er hat 3,90€/m gekostet und trägt sich super.

Der Rest des Outfits: Deer and Doe Plaintain, verschmälert und gekürzt aus Viskosejersey sowie ein Häkeltuch von Freundin L. nach dieser Anleitung. Und unten drunter ein neuer Unterrock, eigentlich für hellere Kleider im Frühling und Sommer: ein 3/4 Teller in doppelter Lage aus Futterstoff und Tüll mit Saum-Rüsche.

Katharina tanzt beim heutigen MeMadeMittwoch im Knipkleid vor und ich versuche mal noch schnell da reinzurutschen.

Sonntagssachen 8/2018

Vorgelesen. Gefrühstückt. Die Maus geguckt. Brei verfüttert. Sonne und milde Temperaturen genossen. Tiere gestapelt. Was mit Erdmännchen drauf genäht. Ein flottes, einfaches Brot gebacken.

Der Morgenmantel

Natürlich war mein Morgenmantel auch zum Finale schon fertig. Aber zuerst hatte ich keine Zeit für Fotos und dann hatte ich einen anderen wichtigeren Blogpost einzuschieben. Nun will ich aber doch noch schnell kurz vor knapp auch am Finale bei Muriel teilnehmen.

Der Mantel ist wirklich sehr sehr zufriedenstellend geworden. Ich trage ihn fast täglich und er hält mich schön kuschelig warm beim ersten Tee und Kinder fertigmachen.

Ich habe den Schnitt B…. in Gr 12 genäht, obwohl ich laut Tabelle Gr. 16 gehabt hätte. Da aber alle anderen Schnitte, die ich je von Butterick genäht habe in Gr 12 kopiert waren, hab ich die einfach mal genommen. Selbst in der viel kleineren Größe musste ich noch die Schultern verschmälern und ich überschlage ihn auch weiter als vorgesehen- ein Knoten oder eine Schleife würde nämlich nicht mehr zwischen Vorderteil und Seitennaht passen.

Die riesigen Taschen in der Seitennaht sind super, besonders mit Dauererkältung…. Ich habe den Verschluss mit Bindeband gegen einen Verschluss mit Knöpfen und Schlaufen ersetzt.

Außerdem ist mein Mantel gefüttert, daher habe ich statt des angeschnittenen Beleges den Beleg einzeln zugeschnitten und mit den Futtermantel verstürzt. Am Ärmel habe ich eine Manschette statt eines umgeschlagenen Saums genäht. Die gesamte Vorderteilkante hat eine Paspel bekommen, das gibt der Kante auch mehr Stabilität.

Den Saum hatte ich erst gemeinsam für Außenmantel und Futtermantel durchgesteppt. Dann ist passiert was man auf den Bildern gut erkennen kann: der Crêpe hat sich sehr sehr krass ausgehängt, das Frotteefutter aber nicht so. Dadurch gab es über dem Saum dieses Beule. Also habe ich den Saum noch mal aufgetrennt und beide Lagen einzeln gesäumt. Nun kann der Crêpe von mir aus ins unendlich wachsen, wenn es sein muss.

Daran sieht man auch, dass der Mantel schon ein ziemlich großes Kleidungsstück für diesen Stoff ist. Die Schnittteile sind riesig und hängen sich entsprechend doll aus.

Ein weiteres Problem an dem Stoff ist mir leider erst nach dem Zuschnitt aufgefallen: er ist quer zum Fadenlauf bedruckt. Ich hatte vorher sehr doll geschaut, ob das Muster eine Richtung hat, war aber vollkommen auf die Richtung des Fadenlaufs fixiert. Erst bei der ersten Anprobe fiel mir dann auf, dass die Mehrheit der Kolibris nun am Mantel hoch- und runterfliegen. Das ist mir bei alfatex schon ein paar Mal aufgefallen, dass der Musterverlauf nicht zum Fadenlauf passt. Ich vermute es handelt sich bei diesen Stoffen um Reste aus der Modeproduktion, die für irgendeinen Kunden optimal für dessen Schnittteile/Zuschnitt bedruckt wurden.

Danke liebe Muriel für diesen Sewalong und deinen unermüdlichen Einsatz für die Nähnerd-Vernetzung! Nachdem das oben drüber nun zur Zufriedenheit erledigt ist, sollte ich mich nun mal um ein paar Schlafhosen kümmern…

Kennt ihr alle schon Muriels Podcast? Nein? Dann aber mal los!