Wickeln auf dem Schoß

Ich erzähle ja gern immer mal wieder, dass wir keinen Wickeltisch haben und brauchen. Das erscheint vollkommen verrückt, ist aber de facto absolut praktikabel. Als die Minimenschen noch ganz mikroklein waren, also noch relativ unbeweglich rumlagen und ihren Kopf noch nicht selbst halten konnten, haben wir sie einfach auf dem Bett gewickelt. Da ist dann auch genug Platz für’s große Geschwister um zu „helfen“. Das Bett nutze ich immernoch, wenn ich den Mikromensch nach dem Baden einöle und zum – streng beaufsichtigt – nackig rumtollen. Ansonsten ist der Mikromensch aber jetzt mit knapp acht Monaten so agil, dass das wickeln in Rückenlage eine stressige Kampfkunsteinlage ist. Das ist beim wickeln in Bauchlage auf dem Schoß vollkommen anders. Da hat man selbst trotzige zweijährige noch gut im Griff. Außerdem geht das tatsächlich überall und man ist nicht auf das Vorhandensein einer Wickelmöglichkeit angewiesen. (Und wenn die nur auf dem Damenklo ist, kann das dem Mann auch egal sein.) Weil sich allerdings wohl niemand so recht vorstellen kann, wie das gehen soll mit dem Schoßwickeln und ich auch keine Anleitung im Internet finden konnte, haben der Mikromensch und ich für euch mal ein paar Fotos gemacht:

1. Wichtig ist, dass man einen Stuhl oder Hocker hat, der nicht zu hoch ist. Die Beine sollten idealerweise einen 90-Grad-Winkel haben. Und los geht’s. Das Kind quer auf den Schoß legen:

Die Arme des Kindes hängen vorn locker runter. Man kann ihm ein Spielzeug geben oder ein Buch auf den Boden legen. Zum Schutz der Kleidung lege ich ein Moltontuch unter. Das eine Bein kann man etwas strecken, so dass das Kind hinten niedriger liegt, das ist aber Geschmackssache bzw. vom Kind abhängig. Das Kind liegt nah an meinem Bauch.

2.

Mit meinem linken Arm halte ich das Kind fest indem ich den Ellbogen vorm Kind auf mein Knie Stütze, die Hand kann ich dann trotzdem noch benutzen. Um unter dem Kind zu arbeiten, zB Windel aufmachen, Body hoch ziehen etc drehe ich die Hüfte des Kindes mit der rechten Hand hoch.

3. Auf geht’s. Windel öffnen:

Hier sieht man das gedrehte ganz gut. Das Kind liegt nun mit seinem Rücken an meinem Bauch und ich kann mit der linken Hand die Windel öffnen.

4. Windel drunter rausziehen geht meist ohne aufdrehen. Den Po säubern geht logischerweise viel besser von oben. Dann wieder aufdrehen um die frische Windel unterzulegen.

Hier lege ich gerade die frische Windel unter, dann Kippe ich das Kind wieder runter, sortiere die Windel am Rücken und hebe es dann nochmal halb an zum Windel zu machen.

5. Windel schließen

6. Body zu machen.

Wie man sieht chillt der Mikromensch bei dem ganzen ab und guckt sich den Boden an. Kein Vergleich zum wickeln in Rückenlage, wo er derzeit wie eine kleine Schlange sofort wegrollt wenn ich versuche irgendwas an ihm an- oder auszuziehen.

7. Jetzt noch die Hose wieder an.

8. Und fertig.

Natürlich kann man in der gleichenWeise auch das Oberteil wechseln. Aber zum üben reicht erstmal nur unten rum wahrscheinlich aus. Meldet euch wenn ihr Fragen habt.

2 Gedanken zu “Wickeln auf dem Schoß

  1. Mimperella schreibt:

    Wunderbar. Aber einige Anmerkungen zur korrekten Ausführung . Das beinwärige Bein der Mutter MUSS gestreckt sein, die Arme des Kindes ebenfalls nach vorne gestreckt. Neurophysiologischer Sinn: raus aus reflektorischen Mustern, keine Beugemuster der Arme, Kind hat Augenkontakt zu den Händen und Fingern, oft spielen sie ja auch mit den Händen. Wichtig ist die saubere Drehung: der Oberkörper des Kindes bleibt liegen, der Unterkörper wird rotiert. Sinn: s.o.
    Toll wäre es noch, wenn man beim Überkopfziehen eines Pullovers z.B. Mit der einen Hand den hinteren Kragen im Nacken des Kindes fixiert, seine Finger über dem Kopf spreizt und so den Pullover über die eigene Hand und nicht über den Kopf zieht. Damit vermeidet man das reflektorische Überstrecken des Kopfes bzw. Den Streckreiz und somit wieder ein Training abzubauender frühkindlicher Reflexe. Denn eigentlich stammt das super praktische Wickeln in Bauchlage auf dem Schoß aus dem neurophysiologischen Handling. Dass du es vormachst, super. Zum Schluss die rechte Hand ( im Falle man wickelt wie auf dem Foto) in die Kniekehle des Kindes, die linke Hand macht ein Käppchen auf der linken Schulter des Kindes, Knie beugen und in einer Rotation lk. Schulter und rechtes Knie zueinander bewegen, schwups sitzt das Kind auf dem unteren Bein und braucht nur noch richtig gesetzt werden.

  2. g.satansbraten schreibt:

    Herrrrrrrlich, ich kam (total kichernd!) zur ‚Ueberschrift‘ WEGEN der Zweideutigkeit des Themas und gestehe: besseres Ergebnis als in Sachen ‚Mode‘ (= die Wickel/Baenderkleider)! Aus DEM ‚Dingens‘ kann wirklich was laaaangfristig Brauchbares werden; auf dass es gelinge bzw. viiiiel Glueck dazu (und auch Spass dazwischen) !

    GlG, Gerlinde

Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s