Das Nachweihnachtskleid 2018

Eigentlich hatte ich klammheimlich den Plan ein Weihnachtskleid zu nähen und zwar in Gänze an einem Nähtag kurz vor Weihnachten mit der Drehumdiebolzeningenieurin. Leider kamen verschiedene Krankheitsumstände dazwischen so dass ich nicht vor Weihnachten fertig wurde. Nun habe ich das Nichtstun zwischen den Jahren genutzt um mein Weihnachtskleid fertig zu nähen und es einfach heute zum einkaufen und Wäsche verräumen getragen. Da kam ich am Spiegel vorbei und machte kurz entschlossen schnell schnell Fotos.

Es handelt sich um eine Elisanna also einen Pattern-Hack aus Elisalex (oben) und Anna (unten) von By Hand London aus Wollstoff mit Tartan-Muster.

Den Stoff habe ich vor einigen Jahren von meiner Schwiegermutter bekommen. Er schien mir sehr weihnachtlich, aber ich hatte ordentlich Respekt vorm Karo-Zuschnitt. Deshalb wollte ich unbedingt möglichst wenig Nähte wo das Karo-Muster genau aufeinandertreffen muss. Außerdem war klar, dass kein Tellerrock geht, weil da das Muster auslaufen würde und mir ein Faltenrock zu stressig sein würde. Also habe ich mich für oben und unten Teilungsnähte entschieden.

Was mir irgendwie anders in Erinnerung war ist, dass die Nähte von Elisalex und Anna vor nicht aufeinander treffen. In meiner Erinnerung hatte ich das schonmal genäht und da passte es. Hm. Hinten passen die Nähte perfekt, tja. Das ist einer der Gründe warum ich das Kleid mit Gürtel trage obwohl mir das Muster-Matching an der Seite und der seitliche Reißverschluss gut gelungen sind. Ich mag aber auch einfach lieber eine klar sichtbare Taillenlinie. Deshalb nähe ich zumeist Kleider mit Taillenband.

Die Tasche in der Seitennaht beult etwas, aber vielleicht muss ich das nur bügeln. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit dem Kleid, überlege aber, den Ausschnitt abzusteppen, weil das Futter trotz Understitchings rauskrabbelt.

Und damit einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Weihnachtssachen 2018

Eine kleine Auswahl: gestrickt, geschmückt, geschenkt, Bratapfelpunsch, Unglaubliche Ausmaße an Kinderchaos, neue Strickliteratur und ein sehr schöner Jahresplaner, Kekse, viele, nach Rotkraut mit Serviettenknödeln und Sojaragout, gab es am 2. Feiertag gebratene Semmelknödel mit Kalamata-Soße und Wintersalat, das Weihnachtskleid wird erst heute fertig…

Weihnachtsgeschenke-Replay 3: Weihnachtspunsch

Dieser Punsch wird in meiner Familie seit vielen Jahren zu Weihnachten verschenkt und immer mal wieder sind Unwissende etwas unvorsichtig mit der Dosierung und sagen dann „Hui, also der Punsch, also Puh!“ Es handelt sich um einen Orangen-Rum-Punschextrakt, der mit heißem Wasser aufgegossen wird. Ich bin dazu übergegangen ihn in eher kleinen Flaschen zu verschenken 😉

Zutaten:
Schale und Saft von 2 Bio-Orangen
Schale und Saft von 2 Bio-Zitronen
1 Flasche Rum 54%
1 TL Gewürznelken
2 Stangen Zimt
2 Sterne Anis
300ml Wasser
500 ml Orangensaft
2 EL schwarzer Tee
700g Zucker

Die Orangen und Zitronen heiß abwaschen und die Schale dünn abschälen. Schalen, Saft, Wasser und die Gewürze aufkochen und 15 Minuten köcheln lassen. Den schwarzen Tee zugeben, 5 Minuten weiter köcheln. Den Ansatz abseien, zurück in den Topf geben, den Zucker und den Rum in den heißen Sud rühren. Diesen Punsch-Extrakt in Flaschen füllen und mit einer Bedienungsanleitung versehen. Zum Verzehr im Verhältnis 1:2 mit heißem Wasser aufgießen.

Sonntagssachen 42/2018

In den kümmerlichen Schnee rausgegangen, für Schneemann reichte es trotz großer Bemühungen nicht. Gefrühstückt. Sirup abgefüllt. Baby-Fäustlinge gesucht und nur 2 rechte in unterschiedlichen Größen gefunden. Ein Geschenk verpackt. Gestrickt. Mit sehr vielen netten Menschen, die wir nur einmal im Jahr sehen gegessen, gequatscht und Kaffee getrunken. Zugeschnitten.

Weihnachtsgeschenke-Replay 2: Chai-Sirup

Mir ist aufgefallen, dass mein Link zum Rezept für Chai-Sirup ins Leere führt. Scheinbar würde das Blog geschlossen. Nun also hier konserviert:

1l Wasser

2 Zimtstangen

4 Anissterne

1 TL Kardamom-Kapseln, leicht angestoßen

1 TL Nelken ganz

1/2 TL Peperoncino

10cm Ingwer

Schale von 1 Orange

2 EL schwarzer Tee

600g Zucker

Die Gewürze in einem großen Topf kurz anrösten bis sie duften. Mit dem Wasser ablöschen, den Ingwer in Scheiben geschnitten zugeben, die Orangenschale ebenfalls. Aufkochen und mindestens 6 Std, besser über Nacht ziehen lassen. Erneut aufkochen, den Tee zugeben, 10 Minuten köcheln lassen und dann abseien. Den Zucker im noch heißen Süd lösen, einmal aufkochen und heiß in Flaschen füllen.

Schmeckt in Tee, Milch und Kakao, aber auch als Basisgewürz für Punsch in heißem Apfelsaft, Apfelwein oder Rotwein.

Knüppelhart

Die letzten Monate sind wie im Flug vergangen, viel mehr als Sonntagssachen gibt es hier kaum zu sehen, dass bald Weihnachten ist, merkt man bei uns nur am Adventskalender und der noch höheren Termindichte, nicht jedoch daran, dass schon Geschenke besorgt, womöglich gebastelt wären oder so. Ich beantworte Mails selbst an sehr enge Freunde mit einer Latenz von Wochen. Der Bügelkorb hat bald die Höhe des Bügelbrettes erreicht und die Dreckwäsche sprengt beständig ihre Behältnisse. Das alles aus dem schlichten Grund: hier leben zwei Kinder, eins davon ist gerade 1, ich gehe ins Büro, der Mann ebenfalls und es ist Herbst/Winter. Seit 6 Wochen ist hier immer mindestens einer krank. So ist das, institutionalisierter Ausnahmezustand.

Als der Minimensch gerade auf der Welt war, sagte ein Bekannter zu uns:

Das erste halbe Jahr ist hart, die nächsten eineinhalb Jahre sind knüppelhart, danach wird es besser.

Und genauso ist das, liebe werdende Eltern und liebe Freunde von Menschen mit kleinen Kindern. Unter dem Hashtag #ehrlicheeltern sammeln Menschen auf Twitter gerade genau das. Und ich hatte diesen Beitrag schon sehr passend einige Tage in den Entwürfen liegen.

Wenn man ganz frisch ein Baby bekommt, ist man vollkommen haltlos überfordert, mitten in stark schwankenden Hormonen, total in Alarmmodus und fragt sich: „Ey, wer hat gesagt, dass ich das kann? Diese Verantwortung, wie geht das?“ Wenn man wieder etwas von den Hormonen runter ist (und ja, Männer haben da auch Hormone) und sich ein paar Wochen an den Gedanken gewöhnt hat, merken die meisten Eltern, dass so ein Minibaby relativ anspruchslos ist. Es muss satt werden, schlafen und keinen nassen Po haben. Manchmal muss man es rumtragen oder schieben. Ok, manche haben Reflux und kotzen alle Milch wieder aus. Ja, es gibt Schreibabys, die sind nicht entspannt. Aber die allermeisten Babys sind ganz gut in den Griff zu bekommen, wenn man sie ein bisschen kennt. Routine, Training, man kommt irgendwie wieder klar.

Tja, und dann fangen die an zu Zahnen. Sie weinen ganze Nächte, sind anhänglich und fangen sich jeden vorbeifliegenden Infekt ein. Sie lernen krabbeln und laufen, das ist total toll aber auf einmal muss man ständig Sachen vor ihnen in Sicherheit bringen. Und naja, wenn sie wachsen werden sie auch lauter. Und dann machen sie wirklich viele Geräusche. Süße und lustige aber eben auch laute Geräusche. Und dann ist man ständig müde, dauernd fast krank, aber man kann sich ja auch nicht erholen, denn naja da ist das Kind und das ist laut und wirft mit Sachen und will rumgetragen werden.

Und vielleicht geht man auch noch arbeiten, das wirkt dann manchmal fast erholsam, weil keiner schreit, nicht zwanzig Dinge gleichzeitig zu Bruch gehen und Erwachsene das Konzept „geschlossene Tür“ ein bisschen besser verstehen als Kinder. Aber man ist halt auch müde und dauernd fast krank und dann ist das mit dem konzentrieren schon auch nicht so einfach. Und man muss dauernd die Uhr im Auge haben, denn es naht die Abholzeit, die Abendessenzeit, die Bettbringzeit. Und das berufliche Umfeld ist da auch wenig bis gar nicht verständnisvoll. Wie sagte meine Oberchefin vor Kurzem, als ich ihre Frage „Wie geht’s?“ Mit „müde“ beantwortete:

Ich fand immer das zweite Lebensjahr am härtesten. Kaum können Sie essen und laufen, denkt der Rest der Welt, dass Kinder jetzt keine Aufmerksamkeit mehr brauchen und von allein mitlaufen, dabei geht es dann erst richtig los, das sieht keiner.

Hat man ältere Kinder, dann muss man auch noch Freizeitaktivitäten, Sport, Spielbesuche unterbringen, wo das kleine Kind dann immer noch engmaschiger beobachtet werden muss, weil es sich sonst auf Steckdosen und von Treppen stürzt.

Also ja, das zweite Lebensjahr finde ich knüppelhart. Aber natürlich auch ganz toll, weil das Kind lernt zu kommunizieren und selbständig zu sein. Und bis heute finde ich eigentlich, dass Kinder mit jedem Entwicklungsschritt toller werden, mehr zu richtigen interessanten echten Menschen.

Und zum Glück auch irgendwann zu Menschen die nachts schlafen, Tags auch mal allein oder gar außerhäusig spielen, selbst auf Toilette gehen und manchmal sogar gesund sind. Ich freu mich drauf!

Zero Waste Geschenke verpacken (1)

Kennt ihr das?

Wir bestellen wirklich viel online, Geschenke aber auch Dinge des täglichen Bedarfs wie Kinderklamotten, Drogerieartikel, verschreibungsfreie Medikamente, Gewürze und andere trockene Nahrungsmittel. Ja ich weiß, das wird alles rumgefahren, allerdings würde ich sonst sehr viel öfter an sehr viele verschiedene Orte mit dem Auto fahren, für vieles in die nächstgrößere Stadt. Und ich finde Innenstädte, gerade mit Kindern, wirklich fürchterlich, hasse shoppen und man kriegt nie alles was man braucht.

Der Effekt sind allerdings unendliche Altpapierberge. Denn alles kommt ja inzwischen mit Papier gepolstert (oder mit diesen verrottenden Verpackungschips, die wandern hier sofort zum Playmais) auch wenn Papier ja gar nicht immer ökologischer ist als Plastik.

Die Kartons werden hier bespielt, zum Versand anderer Dinge genutzt und vielfach dann in der Tonne entsorgt, das Polsterpapier hebe ich aber auf. Daraus werden Bastel- und Malkiste bestückt, klein geschnitten wird es zu Einkaufszetteln und wenn Anlässe wie Weihnachten nahen, werden daraus Geschenkverpackungen.

Und zwar nähe ich die Geschenke darin ein:

Das geht total einfach. Mit der Zickzackschere passend schneiden, Geschenk rein, 90er Nadel, rotes oder goldenes oder geschmacklich ausgewähltes Garn und dann einmal rumsteppen. Auch eine schöne Gelegenheit um mal die Zierstiche alle zu benutzen. Selbst der Minimensch kann das schon.

Kleinere Sachen, z.b. Seifenstücke, Schmuck oder Gutscheine kann man auch toll in die Seiten von ausgemusterten Büchern einnähen.

Außerdem mache ich aus dem Packpapier auch Geschenktüten. Hier ein Beispiel vom letzten Kindergeburtstag:

Zur Verzierung geht hier natürlich auch Goldstift, weihnachtliches Masking-Tape oder Glitzerkleber. Ich hab auch eine kleine Kollektion Weihnachtsstempel. Eine gute Anleitung für Falzbodentüten ist zum Beispiel diese.

Tipp: auch geeignet ist schon benutztes dickes Geschenkpapier, dessen Rückseite ungefärbt ist, oder das keine großen Tesa-Rückstände hat.

Me made Mittwoch: Geburtstags-Outfit

Am Wochenende habe ich meinen Geburtstag gefeiert und es traf sich, dass ich passend ein neues Outfit fertig genäht hab, das ich heute kurz noch fotografieren konnte. Bei schlechtem Licht und mit kranken Kindern zuhause. Daher nur ganz schnell:

Es handelt sich um den Lizzie Skirt von sew over it, den ich durch Chrissy entdeckt habe und die Bluse Sofia aus der Herbstausgabe der La Maison Victor, die ich mir extra wegen dieses Schnittes gekauft hab.

Lizzie gefällt mir ganz gut. Ist halt schon ganz schön viel Stoff. Ich habe die Rocklänge um 10cm gekürzt und ich bin nicht klein. Aber aus diesem recht schweren Wollstoff wirkte das ganze in wadenlang ziemlich wie Soutane. Der Stoff ist von alfatex und wurde dort als Kostümstoff verkauft. Der Stoff ist in Köperbindung gewebt und löst sich blitzschnell auf, ansonsten mag ich ihn.

Sofia mag ich sehr. Ich habe sie aus Viskosejersey genäht, den ich exakt passend zum Rockstoff ebenfalls bei alfatex gekauft habe. Die Ärmel musste ich auf 3/4 kürzen, weil ich nur 1m Stoff hatte. Das Ding war quasi in keiner Zeit genäht. Allerdings finde ich das, hier nicht sichtbare, Bündchen zu weit. Das müsste enger sein. Aus Viskosejersey geht die Bluse mit der Tragezeit schon auch merklich in die Länge und Weite, heute sitzt sie deutlich freizügiger als am Sonntag. Mich stört außerdem, dass die Ausschnittkante nur 4cm eingeschlagen wird, das faltet sich ab und zu raus.

Aber sonst: zufriedenstellendes Outfit.

Und jetzt noch ganz schnell zur Staffelstabweitergabe beim Me made Mittwoch!