Festes Shampoo selbst herstellen

Ich bin schon seit längerem auf festes Shampoo umgestiegen. Das ist nicht nur Plastikfrei, es ist auch sehr viel handlicher zu transportieren und als ich erstmal die richtigen Produkte gefunden hatte, war es für meine Haare und Waschrhythmen auch insgesamt am verträglichsten. Festes Shampoo ist – im Gegensatz zu Haarseife – keine Seife, also nicht gesiedet und hat üblicherweise einen sehr viel neutraleren PH-Wert als Seife. Auch festes Duschgel ist keine Seife sondern basiert auf hautverträglicheren weil milderen Tensiden als Seife, letztlich ist es das selbe wie Seifenfreies Waschstück nur in More Fancy und instagramable.

Ich habe trockene, lockige Haare und eine sehr empfindliche Kopfhaut, die zu jucken neigt. Ich wasche alle 2-3 Tage und wende danach eine Spülung oder Haaröl an. Mit dieser Konstellation komme ich sehr gut zurecht mit den meisten festen Shampoos von Lush und dem Shampoo Nessi von sauberkunst. Demgegenüber sind die festen Shampoos von alverde und von Foamie bei mir durchgefallen. Leider kann ich beide Lieblinge nicht vor Ort kaufen sondern muss sie immer mit teuren Versandkosten bestellen und günstig sind die ohnehin schon nicht. Gerade Lush finde ich auch schon länger etwas fragwürdig, eher greenwashing als Green. Selbermachen liegt also nahe. Wichtig ist für mich, dass ein festes Shampoo gut und leicht stabilen Schaum produziert, ohne dass man es wie bekloppt auf dem Kopf rumschubbeln muss (sonst sind die Locken nämlich nachher ein Vogelnest) und dass der Fettanteil gering ist, sonst sind meine Haare zu stark beschwert. Im Idealfall ist außerdem das Tensid sehr mild, damit meine Kopfhaut nicht gereizt wird. Mir fiel auf, dass alle festen Shampoos, die ich gut vertrage eine eher körnige Grundstruktur haben und nicht sehr dicht sind, während die, die meine Haare pappig oder schwer oder störrisch machen, eher eine Grundstruktur wie Seife haben. Ich suchte daher nach Anleitungen, wo die Fotos eine ähnliche körnige Oberfläche erahnen lassen und wurde fündig bei mix dich glücklich. Diese Anleitung adaptierte ich so, dass die Inhaltsstoffe gut für empfindliche Kopfhaut sind. Das Ergebnis überzeugt mich sehr. Ich habe nun Shampoo, das toll schäumt, so gut reinigt, dass ich nur alle 3 Tage waschen muss und bisher auch kein Jucken verursacht hat.

Folgendermaßen mache ich mein festes Shampoo:

Für 2-3 Stück

50 g SLSA Tensid in Pulverform

30g Speisestärke

20g Heilerde-Pulver

20 g Mandelöl

15 Tropfen Rosmarinöl

15 Tropfen Teebaumöl

Mundschutz tragen, da das SLSA sehr staubt – ist ja derzeit eh stets zur Hand.

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut durchkneten. Das geht mit der Hand oder auch mit den Knethaken der Küchenmaschine. Aus dem „Teig“ 2-3 Stücke formen. Wer hat kann eine Seifenform nehmen, es geht aber auch Freihand. Wichtig ist, die Masse sehr gut zusammenzudrücken. Ich Knete Freihand und nehme als Orientierung meine Seifendose, das geht auch.

Die fertigen Stücke sollten 2-3 Tage aushärten. Zur Aufbewahrung empfiehlt sich eine Seifendose oder ein Seifensäckchen. Das feste Shampoo in der offenen Dose stets wieder abtrocknen lassen vorm verschließen und möglichst nicht in der Dusche stehen lassen, da es Feuchtigkeit zieht und dann ein matschiger Klumpatsch wird.

Noch einige Worte zur Wahl des Tensids. SLSA gehört zu den milderen Tensiden, es gibt aber sicher noch mildere. Ich verwende es in erster Linie, weil es wirklich gut zu bekommen ist (Meines ist von einem Kosmetik-Bedarfs-Shop auf eBay) und auch einfach in der Verarbeitung, weil es ein Pulver ist. Ich praktiziere die Curly Girl Haarpflege Routine und habe eher empfindliche Haut und komme gut mit SLSA klar. Wer allerdings ein noch sanfteres Tensid sucht, könnte SCI ausprobieren, das ist sogar Vegan. Es ist allerdings auch 3-4mal teurer und soweit ich lese etwas komplizierter im Handling. Mein SLSA Vorrat ist nun leer, also vielleicht bestelle ich mal etwas SCI für den nächsten Batch Shampoo….

Mit festem Duschgel laborierte ich etwas länger. Schon zu Weihnachten habe ich verschiedene Rezepturen probiert, die sich in erster Linie durch ihren Fettanteil unterschieden. Weil ich sehr trockene Haut habe, verwende ich normalerweise Duschöl. Ein hoher Fettanteil im festen Duschgel impliziert allerdings nur sehr wenig Schaum. Da brauchte ich etwas, bis ich das für mich so gedreht hatte, dass es mir ideal erscheint und auch vom Verbrauch her ok ist – denn weniger Fett bedeutet oft auch, dass das Dusch.Stück sehr schnell weg ist. Ich habe nun eine Rezeptur gefunden, die ich im nächsten Post vorstellen werde.

Bloggen und Leben in Zeiten von Corona 4/x

Pause. Das wäre schön.

Als wir nach den „Ferien“ wieder den Plan für die Schultage erstellten, der ja auch beinhaltet, wann der Mann und wann ich Arbeitszeit haben, habe ich mir jeweils vormittags und nachmittags eine halbe Stunde Pause aufgeschrieben. Denn tatsächlich sitzen wir zwar de facto viel Zeit hier rum, kommen nicht so produktiv zu nix, aber machen doch nie Pause. Nie wirklich.

Der Alltag besteht jetzt aus sehr eng getakteten Fenstern. Das war schon im „normal“ so – aber ist jetzt potenziert. Man ist immer in einem stark eingeengten Zeitfenster in das zudem lauter andere Sachen reindrängen.

Aufstehen, kuscheln, vorlesen. Huch, das war das Dusch-Zeitfenster. Jetzt aber schnell Frühstück, gleichzeitig schminken, denn vor der Telko um 9 müssten noch die Aufgaben für den Tag besprochen, 17 Dinge wiedergefunden und kurz kurz schnell die Unterlagen für das Meeting gelesen werden. Nach dem Meeting aber zacki raus aus dem Arbeitszimmer, kaum noch Zeit zu notieren, was gleich noch schnell gemacht werden muss, besser den Laptop mit ins Kinderzimmer nehmen, der Mann braucht das Arbeitszimmer für Videokonferenz. Das kleine Kind bespaßen, zeitgleich Wäsche sortieren und die Spülmaschine anwerfen denn zack – da kommt das große Kind und hat Frühstückspause. Smoothie und mehrere Brote später. Neuer Versuch Spülmaschine. Ach das war das Sport-Zeitfenster. Nee, das vertagen wir, denn huch – dringende Mail. Derweil malt das kleine Kind mit Wasserfarben ohne Kittel und schüttet den Smoothie auf den Kinderzimmerboden. Während eigentlich nun dran wäre die Küche in betretbaren Zustand zu bringen, passiert leider ein Pipiunfall und das große Kind versteht die Matheaufgaben nicht, Papa kann aber nicht helfen weil Video. Ich überspringe Mittagessen und das „schnell mal Mails checken“-Zeitfenster, das die Kinder „Mittagsmedien“ nennen. Puh, meine Arbeitszeit beginnt, den Mann vom Schreibtisch schubsen und noch schnell den Kaffee auffüllen, da ist auch schon das nächste Videomeeting. Im Rest des Hauses Eskalationsgeräusche, kurz darauf schnaubendes Kind am Schreibtisch neben mir. Scheinbar hat Papa das nächste Lernzeitfenster angemahnt. Nach dem Meeting wäre die Zeit alle Dinge abzuarbeiten, die eigentlich meine Arbeit sind, wenn ich nicht in Videokonferenzen bin. Allerdings sind das Dinge für die ich denken muss und das lohnt eigentlich gar nicht mehr, das für die nächste Stunde noch anzufangen und da kommt auch eh noch ne wichtige Mail und müde bin ich auch. Aber besser schnell machen, in zwei Stunden ist wieder der Mann am Schreibtisch dran. Raus aus dem Arbeitszimmer haben die Kinder schon Quengelstunde, die Sonne scheint, schnell in den Garten, dort etwas rumwerkeln aber halt – wer macht denn eigentlich was zum Abendessen? Sobald die Kinder in den Betten liegen, ist leider alle Energie weg. Aber noch Arbeit da, und Küchenchaos, und besorgniserregende Nachrichten.

Es fehlt sehr konkret Zeit für Sport, selbst die normale 15-minütige Yogapraxis ist einfach nicht unterzubringen, es ist immer irgendwo ein Kind, eine Videokonferenz, Chaos oder Streitschlichtungsbedarf. Und Zeit, die eigenen Gedanken zu hören, die fehlt auch sehr, innehalten. Z.B. Auf dem Heimweg. Einfach mal kurz sortieren. Zeit für Podcasts und für lesen. Und natürlich auch um ohne dass direkt daneben jemand bombenmäßige Chaoseskalation macht, irgendwo irgendwas aufzuräumen und zu putzen. Zeit zu zweit. Zeit allein. Pausen.

Ich mache jetzt, wenn ich aus dem Arbeitszimmer komme, eine halbe Stunde Pause. Ich sage in der Zeit ca. 80 mal „Ich habe gerade Pause, ihr müsst euch gedulden“. Aber ich sitze mit einem Kaffee irgendwo und bemühe mich, Lärm, Chaos und schlechte Nachrichten zu ignorieren. Braucht noch etwas Übung, aber der Wille zählt.

Macht das, alle! Plant euch Pausen ein.

Sonntagssachen 13/2020

Eine Croissantfamilie gebacken. Gefrühstückt. Fußball gespielt – das Kind vermisst die Hofpause und die OGS. Im Gemüsebeet nach dem rechten gesehen. Aufgetauten Kuchen gegessen. Kartoffel-Bohnen-Gemüse mit Thymian. Masken genäht.