Sonntagssachen 14/2017

Um 7.00 irgendwie unausgeschlafen erwacht, die morgendliche Abhängzeit für schön machen der Nägel genutzt. Derweil baute der Minimensch innovative Legowerke. Frühstück. Strickzeit – ca. 2/3 sind fertig und Millionen Fäden zu vernähen. Seeausflug mit Kletterpartie. Das nagelneue Kleid angezogen. Um endlich mal das (relativ) neue Bochumer Musikforum zu besichtigen – gefällt sehr, die ehemalige Marienkirche ist nun der Pausensaal des Konzerthauses, die Kirchenglocke fungiert nun als Pausengong. Es gab Kammermusik in eher unüblicher Quintettbesetzung, gut war ’s. Und danach noch was zugeschnitten – der Sommerurlaub naht mit recht flotten Schritten.

Sonntagssachen 13/2017


„Lang“ (7.30) geschlafen und mit aufgebackenen Brötchen gefrühstückt. Nägel lackiert. Rhabarber-Baiser-Kuchen gebacken. Mich in ein schickes neues Kleid geworfen. Und einen Sonnenspaziergang mit demokratischer Rechtewahrnehmung gemacht. Die Kaffeetafel gedeckt und Kuchen geschlemmt. Zugeguckt wie die Großeltern damit dem Minimensch Lego bauen. Und dabei ein paar Reihen gestrickt – langsam wird es warm unter der Babydecke. Pizza gemacht.

Sonntagssachen

pixlr_20170410062809107Um 7.15 von Licht erwacht – Sonnenlicht – kurz darauf kam der Minimensch angetapert um mir zu verkünden, es sei schon hell – wir kuscheln noch etwas und stehen dann auf. Vor dem Frühstück schnell die Spitze an mein neues Mikrojersey-Unterkleid genäht, nach nur 2 Jahren, die der Stoff im Schrank lag, war es binnen 30 Minuten am Samstagabend fertig. Gefrühstückt. Den Bodensatz der Handtasche sortiert. Verschiedene Schokolade gehackt. Eine Blume geschenkt bekommen. Einen Muffin in der Sonne gegessen. Die genau mittige Reihe der Babydecke gestrickt. Die Zubereitung von Rosmarinkartoffeln an die Filialgeneration delegiert. Yoga gemacht.

Wahlplakat-Dadaismus

Ich habe das relativ zweifelhafte Vergnügen in letzter Zeit recht viel mit dem Auto innerstädtisch in mehreren Ruhrgebietsstädten unterwegs zu sein. Das gibt mir einen recht guten Überblick über den Status der Plakat-Wahlkampfes hier in NRW. Und was ich da so sehe ist auf der ganzen Parteien-Bandbreite dermaßen sinnbefreit, dass ich schon jetzt diese Wahl nicht mehr ernst nehmen kann:

Der SPD hat scheinbar irgendwer gesagt, dass man heutzutage eigentlich keine Inhalte braucht, solang man Hashtags hat, weswegen sie allüberall #NRWIR drauf druckt. Ergänzt um das Konterfei von Hannelore Kraft. Fertig ist das Plakat. Mehr braucht man ja nicht zu wissen, oder? Falls doch gibt es noch die fast genauso sinnfreien Varianten #NRWIR RABAUKEN (Bild von Kindern), #NRWIR MALOCHER (Bild von „Arbeitern“) sowie bestimmt noch weitere, die mich gnädigerweise bisher nicht ereilt haben. Wir halten fest, mit einer tollen Landesmutter und einem Wir-Gefühl kommt man schon aus. Na gut.

Der CDU hat das mit den Hashtags wieder keiner verraten, weswegen da das Bild von Armin Laschet mit dem Schriftzug „Armin Laschet“ ohne weitere Inhalte reichen muss. Armin Laschet ist nicht Hannelore Kraft, reicht auch als Aussage, was? Ansonsten gibt es von der CDU Plakate mit seltsamen Aussagen-Zusammenstellungen, die mir z.T. wirklich wie beliebig aus dem Generator gezogen vorkommen: „Mehr Bewegung. Weniger Stau.“ Gesehen am Bochumer Innenstadtring. Herzhaft gelacht. Oder „Mehr Polizisten. Weniger Einbrüche.“ Sind das Kausalitätsaussagen? Wunschaufzählungen? Was soll das sein? Ich hätte da als weitere heiße Kandidaten: „Mehr Sonntage. Weniger Montage.“ und „Mehr Katzenbilder. Weniger sinnlose Wahlplakate.“ Aber gut, das ist ja der Landesverband, der sich einst mit „Kinder statt Inder“ aus der Existenzberechtigung schoss und deren ehemaliger Ministerpräsident im Interview sagte, zur Feier des Wahlsieges bekomme seine Frau jetzt eine Spülmaschine.

Die FDP wirbt mit schon fast revolutionär viel Inhalt. Nämlich mehr oder weniger Sinn machenden Aussagen zum Politikbetrieb. Über das Schwarz-weiß-Bild von Christian Lindner in verschiedenen schwer politikermäßigen Posen gedruckt. Er redet engagiert, schaut kämpferisch oder macht konzentriert Notizen. Staatsmännisch. Leider lässt das Pink-Gelb-Blau des Schriftzuges dann doch irgendwie auf merkwürdige Drogen beim Plakatdesigner schließen und macht den staatsmännischen Eindruck kaputt. Der Minimensch denkt schon seit Tagen intensiv darüber nach, was der Mann da wohl schreibt und ist zu dem Schluss gekommen, dass er ein Anamnese-Formular beim Arzt ausfüllt – ist vielleicht notwendig, wenn man sich die Farbkombi zu lang angucken musste.

Auch die Grünen haben Inhalt. Allerdings kommt der verstörenderweise immer als Aufzählung mit 1. & 2. vor. „1. Beherzt regieren. 2. Weniger Hass“ oder „1. Freíheit. 2. Sichern“ Was soll denn das? Sind schon 4-Wort-Sätze so lang, dass man sie nur in Etappen verstehen kann? Oder brauchen die Grünen überraschend viele Milestones auf dem Weg zu gar nicht mal so riesigen Zielen? Es bleibt schleierhaft.

Die Linke wiederum wirbt mit dem Slogan „Zeig Stärke!“, unbekannten Menschen und darunter in kleiner Schrift Erläuterungen, wofür man Stärke zeigen solle „Mindestlohn, der kein Armutsrisiko ist“ „Bezahlbaren Wohnraum“ „Günstigen ÖPNV“ – inhaltlich solide linke Kernforderungen. Aber was soll das „Zeig Stärke!“??? Ich möchte hier doch wissen, was die Partei zu tun gedenkt und nicht von der Partei befohlen bekommen, was ich zu tun habe. Und wie bitteschön zeige ich Stärke für günstigen ÖPNV? Oder will man mir sagen, dass es Stärke erfordert, die Linke zu wählen? Ja, das stimmt vielleicht ist aber dann doch irgendwie auch ein  merkwürdiges Selbstbild, oder? „Überwinde dich, wähl uns!“ – hm, nein.

Der Quell der größten Freude sind die erstaunlich zahlreichen Plakate der MLPD. Da gibt es dann geradezu einen Überfluss an Inhalt. In bunten Farben. Und sehr zum lachen, denn ich komme nicht umhin mich zu fragen, ob die sich eigentlich mal kurz selbst zuhören. Mein Favorit: „Revolution ist kein Verbrechen – Weg mit §129 ab/b“ Also, 1. Revolution strebt qua Definition nach dem Umsturz des existenten (Rechts-)Systems, damit muss sie im gegenwärtig gültigen System ein Verbrechen sein. 2.Und dann, was soll denn das? „Nee Leute, Revolution find ich ja voll knorke, wär ich ja dabei, wenn es nur nicht verboten wär…“ ?! Oder wie hab ich mir das in revolutionären Kreisen vorzustellen? Schön auch „Politik für Arbeiter*innen – Nicht für Milliardäre“ 1. Warum haben Arbeiterinnen ein Sternchen verdient und Milliardärinnen werden qua Plakat exkludiert? 2. Wieviele Milliardär*innen denkt die MLPD denn so haben wir in Deutschland, dass es sich lohnt danach die Politik auszurichten? Auch noch ganz toll: „Protest ist links!“ Ja, sieht man ja z.B. schön montags in Dresden, den ganzen linken Protest, ne? Das klingt mir dann doch irgendwie stark nach dreijährigem Trotzkind: „Ist es doch! Männo! *fußaufstapfend ab*“

Am erfreulichsten jedoch: ich habe noch kein einziges AfD-Plakat gesehen. Die haben nämlich scheinbar den Wahlkampfauftakt um eine Woche verpennt und jetzt hängt schon an jeder Laterne ein Plakat.

Ansonsten trägt jedenfalls kein einziges dieser Plakate auch nur einen Hauch zu meiner Wahlentscheidung bei und es fiel mir auch sichtlich schwer, dem Minimensch zu erklären, wofür genau die eigentlich alle gut sind…

P.S. Wer außerhalb von NRW wohnt und sich das ganze Drama angucken möchte: die Google-Bildersuche ist da recht ergiebig…

Sonntagssachen 9/2017

Morgens zunächst Hustensaft und Nasenspray verabreicht. Seufz. Brötchen holen allein und bei strahlendem Sonnenschein. Frühstück. Stricken, rumhängen, Duplo. Den Balkon genießen. Und dass man endlich wieder draußen spielen kann. Rote Bete eingelegt. Früh ins Bett wegen Erkältungskopf. 

Sonntagssachen 8/2017

Beim stricklieseln assistiert. Ein Umstandsjerseykleid genäht mit tatkräftiger Hilfe des Minimensch. Gefrühstückt. Eine Burg besucht. Die Aussicht über die Ruhr genossen. Frühlingsboten gesehen. Uns für Grundfreiheiten und ein geeintes Europa eingesetzt. Tacos in den Ofen geschoben. Schnittmuster kopiert. 

Sonntagssachen 5/2017

Als das Kind mich weckt erfreut festgestellt, dass es 1. nicht halb sechs ist und 2. das Kind bislang in seinem eigenen Bett geschlafen hatte. Einen Eisbär gebastelt. Gefrühstückt. Brot gebacken. Beim Spaziergang festgestellt, dass in unserer Gegend ein sehr eifriges Mitglied der Sozialistischen Arbeiter-Jugend wohnt. Vor-Karnevals-inspirierter Sonntagskaffee. Das nicht endende Stricktuch. Vorlesen. Restwollknäule für ein neues Projekt rausgesucht. Krallen an das Protoceratops-Kostüm genäht. 

Sonntagssachen 38/2016

Der Mann lag fiebrig erkältet im Bett, der Minimensch war um sechs zu mir ins Bett gekrochen und auf meinem Arm liegend wieder eingeschlafen – entsprechend mobil und energiereich begann der Sonntag. Geschichten vorgelesen. Adventskalenderpäckchen ausgepackt. Versucht uns zusammenzuraufen und anzuziehen denn wir waren erst auf einem Geburtstagsbrunch und dann auf einem Adventscafé eingeladen. Bei ersterem gab es Tannenbäume auf dem Tisch und Lego zum spielen. Außerdem die WELT, in der erschreckenderweise drin stand, Marx habe evtl gar nicht unrecht gehabt – ich verdauen das immer noch. Erst am Abend kamen der Minimensch und ich zum kranken Mann zurück nach Hause, zündeten die Dritte Kerze an. Und machten Wäsche. Nach Insbettbringen war ich dann eigentlich auch schon bettreif – aber wer macht dann die Weihnachtsgeschenke? Also einen Espresso getrunken. Und endlich was zugeschnitten, was gebastelt und was genäht. Geheim alles, versteht sich. 

Sonntagssachen 36/2016

Frühstück mit dem ersten frischen O-Saft der Saison. Einen Wickelknäueladventskalender verpackt. Die Balkonpflanzen in Wintermäntelchen gesteckt. Einen Fliegenpilz gefilzt.Lebkuchenhausbruch zum Tee.Kinderbücher aussortiert. Wäsche gefaltet. Heißen Apfelsaft gemacht. Vergeblich versucht, aussagekräftige Fotos vom Yoga zu machen. Genäht.