Work-Life-Balance

Wie hier kaum zu überlesen war, hatte ich in den letzten Wochen ziemlich viel Stress. Es sind einfach viel mehr Studenten in unseren Veranstaltungen als geplant, und die geben auch viel mehr Übungen ab, als erträglich wäre, dazu ein Projektantrag und eine neu zu erdenkende Vorlesung. Und schwupp bin ich wirklich wirklich bis zum Hals in Arbeit. Ohne dass ich auch nur eine Minute der Woche forschen würde, was ich eigentlich sollte.

Darunter leidet vieles. Bei mir immer zuerst die Ordnung in der Wohnung. Ordnung fällt mir schwer. Wenn die erstmal verlustig ist, macht die Laune sich auch bald aus dem Staub. Und wenn ich viel unerledigtes habe, schlafe ich auch immer total schlecht, weil alles sich in meinem Kopf breit macht. Ich merke dann recht schnell, dass man mir einen dauerhaft derart intensiven Job wohl mit keinem Geld der Welt entlohnen könnte. Ich kann einfach zu schlecht abschalten.

Hinzu kommt, dass auch der Life-Teil derzeit eher stressig ist. Die Steuererklärung zu lang aufgeschoben, viele Einladungen und dann wartet da noch eine von uns kurzfristiger als gut ist anberaumte Feierlichkeiten (wir sind eher nicht so die Planer)…
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Also, es brennt an allen Fronten und da muss was geschehen. Erste Schritte sind zum Glück in die Wege geleitet. Zunächst mal hab ich ab jetzt einen home office Tag. Das ist gerade als Pendlerin sehr angenehm. In Sachen Projekt hab ich auch zurückgeschaltet. Außerdem ist für das lange Wochenende ein Kurzurlaub geplant. Die Seele baumeln lassen.

Sehr gern würde ich mich am Blümchen-Monat-Mai beteiligen. Ich habe sogar 3 Blumen-Projekte in der Pipeline. Aber erst ist die Steuer dran. Und dann hat Herr Siebenhundertsachen bald Geburtstag und einen außergewöhnlichen Wunsch.

Aber wie Wiebke würde ich wohl bei einem Blümchen-Sommer nicht nein sagen.

Ich wünsche euch ein schönes entspanntes Wochenende und (allen die katholische Feiertage haben) eine ausgeglichene kurze Woche!

7 Sachen

Puh, bin ich schon wieder spät dran. Das Semester schafft mich. Uiuiui. Nun aber los, 7 Sachen, die ich am Sonntag mit meinen Händen gemacht hab. Frau Liebe hat’s erfunden.

Ein Osternest zum orthodoxen Ostern für Freundin Z. bestückt.

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Ein letzter Blick in die Nähzeitschriften, letzte Notizen und looooos.
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Stoffe befühlt (und gekauft… Traum!)
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Zwischendurch die durchgefrorenen Finger im Ärmel versteckt.

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Und im Kakao gerührt.
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Mit reichlich Beute und hochmotiviert haufenweise Schnitte abgepaust.
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Den besten Haushaltshelfer freundlich um Reinigung des Geschirrs gebeten.
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Butter bei die Fische !

Das kann ja so nicht weitergehen. Seit Wochen schleiche ich um meine imaginäre Projektliste herum und kriege nichts davon so richtig angepackt. Weil immer nur wenig Zeit war und viel anderes zu tun, müsste ich eigentlich sehr viel organisierter da dran gehen. Aber jetzt kommt das Frühjahr und ich bin fest entschlossen mir NICHTS zu kaufen, also nichts, was ich schöner, ökologischer, gerechter und günstiger selbst herstellen könnte. Außerdem will ich unbedingt auch einige Sachen im Wohnumfeld angehen. Kurzum: Ein Plan und sozialer Druck müssen her. Jawollja!

Deshalb hier nun meine Kopf-Projekte in grober Struktur:

Kleidung Frühjahr:

  • ein Kellerfaltenrock aus Jeans nach eigenem Schnitt (Stoff vorhanden)
  • ein Jerseykleid in Wickeloptik (Modell 29 aus Knipmode 12/2011) (Stoff vorhanden)
  • ein Rock gerade oder tulpig geschnitten (entweder auch Knipmode 12/2011 oder Simplicity 2451) aus leichtem Woll/Polystoff (Stoff vorhanden)
  • ein Jerseykleid mit gekreuztem Ausschnitt (Knipmode 2/2012) (Stoff noch zu kaufen)
  • ein weiteres Etuikleid aus nicht-wollenem Stoff (mal das Stofflager durchforsten)
  • mindestens 3 Oberteile, davon eins (nach „Meine Nähmode Frühjahr“) bereits halb fertig (Stoff teilweise vorhanden, Schnitte nur teilweise ausgesucht)

Wohnung:

  • Lampe in der Nähecke anbringen
  • Haken für Lineale und Scheren in der Nähecke anbringen
  • Wand in der Nähecke anstreichen
  • Kabuff-Verkleidung im MuFuZi (das Holzlager sollte endlich mal vom Rest des Raumes abgetrennt werden)
  • Lampenlösung fürs Wohnzimmer finden (die Diskokugel ist einfach keine adäquate Beleuchtung, männo)
  • Die Wand neben dem großen Bücherregal farbig gestalten
  • Fotos bestellen, rahmen und aufhängen
  • Die Spiegel und Spiegelleuchten im Bad anbringen

Garten/Fensterbänke/Blumen:

  • Tomaten und Salat vorziehen
  • Die Vermieterin um Kübelgartenerlaubnis bitten
  • Kübel suchen, bauen, kaufen
  • Hocker für die Kübel bauen
  • Den Kräuterkasten entwintern und mit neuen Kräutern füllen
  • Tomaten, Kartoffeln, Zucchini, Salat und Radieschen anpflanzen
  • Die Aloe Vera und den Olivenbaum umtopfen

Tja, hm. Wieviele Wochenenden hat das Frühjahr nochmal?Kommt das nur mir ziemlich viel vor? Womit fang ich also an? Da das Wetter schön wird, werde ich wohl am Wochenende das umtopfen und die Kräuter angehen, dann kann ich das draußen machen. Und vielleicht näh ich erstmal das, wofür schon Stoff da ist, was? Nur die Lampen im Wohnzimmer, da will uns einfach nichts nichts nichts zu einfallen.

Ok, Zielvorgabe für die kommende Woche: Pflanzen umtopfen, Kräuter aufmöbeln, Kübelgartenerlaubnis, Kellerfaltenrock. Ergebnisbericht nächste Woche, gleiche Zeit, gleicher Ort. Die Wette gilt! Chacka!

Neues Blogprojekt: Pott kreativ

Endlich komme ich dazu, mein neues Blogprojekt „Pott kreativ“ anzukündigen. Die Idee gärt schon länger in mir. Aber über die Diss und das Weihnachtskleid war keine Luft dafür. Mit dem neuen Jahr würde ich die Idee aber gern umsetzen. Also los:

Schon immer ein bisschen, aber insbesondere seit ich mich etwas regelmäßiger im DIY-Bloggerland umsehe, fühle ich mich hier im Ruhrgebiet ein bisschen wie im kreativen Niemandsland. Versteht mich nicht falsch. Wir fühlen uns hier sehr sehr wohl. Ich schätze die Vielfalt des kulturellen Lebens sehr und die (professionelle) Künstlerszene ist, wie die Kulturhauptstadt-Aktionen zusammen mit den Unprojekten deutlich zeigten, vielseitig, bunt und wachsend. Was aber doch, verglichen mit Berlin und auch anderen Großstädten, eher bescheiden daherkommt ist die hiesige DIY-Landschaft. Zumindest ist das der Eindruck von mir und meinem Herzensmann. Seit ich zum ersten Mal (ich glaube im Eigenwerk-Magazin) von der Kölner Dingfabrik gelesen habe, könnte ich platzen vor Neid. Ich bin ja relativ gut dran, ich habe einen festen Nähplatz, wo ich nicht immer alles wegräumen muss und ich verfüge, dankenswerterweise, sogar über ein Nähkränzchen. Trotzdem wäre ein richtiger Werkstattraum, wie zum Beispiel Paulas Atelier, welches ich letzte Woche virtuell bewundert habe (mit Tränen in den Augen), schon was feines. Und für alles, was jenseits von nähen ist, insbesondere werkeln mit Holz, gibt es bei uns in der Wohnung ohne Keller kaum Möglichkeiten. Mein Mann hätte sehr gern Zugriff auf professionelle Schreiner-Ausstattung und bestimmt auch auf viele andere Maschinen und Geräte und schwärmt deshalb von amerikanischen Hackerspaces und den wenigen echten Co-Working Spaces /Fablabs die es hierzulande gibt. Als „Kind“ der musisch-kreativen Werkwochen in Aachen’s Bleiberger Fabrik (dicke Empfehlung an alle Eltern mit halbwüchsigen Kindern im weiteren Einzugsgebiet an dieser Stelle) weiß ich, wie toll es ist, einfach mal Dinge ausprobieren zu können, die Dreck, Lärm, Staub oder Matsch machen. Das würde ich mir heute oft wünschen.

Mein Ausschnitt der Blogwelt wirkt oft sehr Berlin-zentriert, auch wenn ich das natürlich in vielen Fällen nicht zuordnen kann. Erst heute hat Lucy vom wundervoll anmutenden Nähcafé Nadelwald berichtet und mir wurde gleich wieder ganz warm ums Herz.

Aber ehrlich. Es gibt im Pott eine riesige Menge von Menschen und Millionen günstige Industrieimmobilien. Wir müssen doch hier mehr drauf haben, als mein Eindruck sagt! Bestimmt hat sich die DIY-Szene nur bisher vor mir versteckt. Und deshalb ist die Suche nach dem kreativen Ruhrgebiet ab heute meine neue Mission. Und ihr, liebe Leser, sollt mir dabei helfen.

Ich würde gerne im Verlauf des Jahres 2012, kreative Räume und Menschen im Ruhrgebiet hier sammeln und präsentieren. Mir schweben dabei verschiedene Kategorien vor:

– Kreativräume. Also offene Werkstätten, Ateliers, Co-Working Spaces und andere Orte an denen mit den Händen was geschaffen wird.

– Kreativmaterial. Also Beschaffungsmöglichkeiten für Materialien, Werkzeug usw. Geschäfte und Lädchen, die mehr als nur das übliche Oma-Sortiment haben.

– Kreativmenschen. Also Blogs und die zugehörigen Menschen, die hier im Ruhrgebiet DIY-mäßig tätig sind.

Natürlich habe ich schon ein paar Ideen, aber vor allem bin ich neugierig, ob ihr mir noch Tipps geben könnt. Wer Lust hat in seinem Blog selbst einen Artikel zum Thema zu schreiben, die Pott kreativ-Aktion weiterzusagen oder ein Teil davon zu werden, der ist herzlich eingeladen und ich werde mit Freude Beiträge verlinken! Wer nur einen Tipp weitersagen möchte oder keinen Blog hat, kann sich hier in den Kommentaren oder per Mail (siebenhundertsachenÄTgmxPUNKTde) melden. Natürlich dürfen sich auch Exilanten oder Austausch-Pott-Besucher zu Wort melden. Ich hoffe auf eine bunte Sammlung toller Menschen und Orte!

Ich plane das ganze bewusst nicht als Wochentags-Aktion. Meinem Empfinden nach stellt sich in vielen Blogs gerade eine leise Müdigkeit bzgl. regelmäßigen „Blogterminen“ ein. Selbst MMM-Veteraninnen schwächeln zuweilen und ich merke an mir selbst, dass mir bspw. Meikes wunderbare Nähfragezeichen zu beantworten meist nicht gelingt, weil so viel anderes ansteht. Deshalb gibt’s „Pott kreativ“ unregelmäßig wenn Zeit und Inhalt gerade gut zusammen finden.

Und, wer ist dabei?

7 Sachen

Immer wieder sonn… (ähm) montags: Sieben Bilder von sieben Sachen, für die ich am Sonntag meine Hände gebraucht habe. Nach Idee und heut auch wieder gesammelt bei Frau Liebe.


Die Spülmaschine ausräumen.


Einen eigentlich schönen, aber immernoch nicht passenden, Schal wieder aufribbeln.


Spielmännchen, Spielgeld, Häuschen und Karten gehalten, getauscht und gezogen. Viele Spiele angespielt und das Beste auch gekauft auf der Spielemesse in Essen.


Leckere Double-Chocolate-Peanut-Cookies gebacken. Yummi!


In Vorfreude auf technische Neuerungen im Büro (Mikrowelle) eine Erbsensuppe fürs zukünftig warme Lunchpaket vorgekocht.


Zwei wundervoll aussehende (Vollkorn-Sauerteig-)Brote gebacken. Ich bin so stolz auf meinen kleinen Sauerteig, wie gut er sich entwickelt hat.


Den Mist wieder aufgetrennt, den ich Samstag abend zusammengenäht hab. Zweimal !!!

Zweiter Frühling für Omas Ösen

Ich schleiche schon seit langer Zeit um die Geschirrtücher von Hema herum. Sie sind nicht nur sehr schön bunt, sondern sie haben außerdem anstatt eines Aufhängehakens eine Öse im Stoff.

Das finde ich eine mega praktische Idee, die mich so fasziniert, dass ich jedes Mal kurz davor bin, welche davon zu kaufen. Ich finde nämlich Geschirrhandtücher mit abgerissenem Haken höchst nervig und mag auch diese Klemmhaken gar nicht leiden.

Vor kurzem habe ich es getan, drei Stück gekauft … und war leider etwas enttäuscht. Die Handtücher sind zwar schön knallig rot und türkis. Und lassen sich auch super aufhängen. Aber leider sind sie nicht besonders nützlich zum abtrocknen. Sie sind aus zu dünnem, zu weichem Baumwollstoff und saugen das Wasser nicht gut auf. Wenn man gute halbleinene Generationen alte Geschirrtücher gewöhnt ist, kommt man sich mit ihnen wie in der Amateurliga vor.

Glücklicherweise ist die Sache mit der Öse ja eigentlich nicht schwer. Ich habe also meine Geschirrhandtücher durchsortiert und die knappe Hälfte von ihnen mit abgerissenem Haken ausgemacht. Jetzt brauchte es nur noch Ösen. Ich habe letztes Jahr den Nähkasten meiner Oma geerbt und wurde hier fündig. Große Ösen mit 11mm Durchmesser schienen mir ziemlich optimal. Leider war das Einschlag-Werkzeug nicht mit dem Nähkasten angekommen. So musste ich heute trotzdem eine neue Packung Ösen erwerben. Aber zum Glück hat sich an der Ösenfront in den letzen 15-20 Jahren nicht viel geändert, außer der Preis. Früher 7,40 DM, heute 7,60 Euro – Inflation verständlich gemacht… egal, Handtücher, Ösen, Werkzeug und Hammer am Start. Fröhlich losgehämmert.

Schwuppdiwupp ein großer Berg wieder vollkommen brauchbarer Abtrockentücher, die nie wieder einen Haken verlieren können. Alles schöne Leinen-Dinger mit netten Mustern, die nun noch für Jahre in unserem Dienst bleiben können. Und Omas Ösen haben nach einigen Jahren bis Jahrzehnten im Kästchen auch noch einen Zweck gefunden. Wenn das kein Happy End ist.

Wo ich gerade schonmal dabei war, hab ich auch noch aus zwei schon etwas angerissenen mit einigen Zickzacknähten ein neues gemacht. So viel Erfolgserlebnis in nur 30 Minuten.

Luftschlösschen

Heute habe ich, in einem Anfall von PC-Aufräumwahn, meine zahlreichen offenen Browser-Tabs und Lesezeichen durchgesehen. Dabei hat sich, praktisch von allein, eine kreative To-Do-Liste erstellt, die ich nun einfach mal hier ablege, zur  späteren Wiederverwendung:

Nunja. Das sollte mich erstmal einige Monate beschäftigen…

Leider gibt es vorher noch einige wenig kreative aber sehr notwendige Wohnungsdinge: Einen Spiegel erwerben = staatsbesuchsmäßige Priorität. Zudem Lampen für Bade-, Schlaf-, Wohn- & Kreativzimmer.

Es gibt allerdings an der Wohnungsfront auch Fortschritte. Gestern war ich bei IKEA und habe das letzte fehlende Regal erworben (und bin dabei noch mit mehr als 100 Euro Plus wieder rausgegangen, das mache mir mal einer nach). Der Entpackung der letzten Kisten steht also praktisch nichts mehr im Wege. Auch ist das Kabel eingetroffen, dessen Fehlen uns bisher von gemütlicher Beleuchtung in der Küche trennte. Es ist also ein Silberstreif am Wohnungshorizont in Sicht.

Außerdem habe ich endlich endlich zumindest die Hälfte der neuen Stoffe im Dawanda-Shop eingestellt. Ein Etappensieg, gewissermaßen.

Edit 15.08.: Marmeladenvorrat wächst und gedeiht. Fotos erfolgreich gerahmt.