Kampf dem Zettelchaos

Kennt ihr das, dass man im Portemonnaie und an irgendeinem Platz in der Wohnung lauter Kassenzettel sammelt, weil man die ja 4 Wochen aufbewahren muss wegen der EC-Zahlung? Bei uns liegen sogar bar bezahlte Quittungen rum, weil sie noch ins Haushaltsbuch eingetragen werden müssen. Dieses Problem wollte ich endlich mal angehen.
Dabei konnte ich ein anderes Problem gleich mitlösen. Denn folgende Situation tritt derzeit bei uns mehrfach pro Woche auf:
Frau Siebenhundertsachen: „Oh, wir brauchen XYZ.“ Notiert XYZ auf herumfliegendem Zettel.
2 Tage später bei Erstellung des Einkaufszettels wird alles mögliche aufgeschrieben, nur nicht XYZ weil Zettel weg und Gedächtnis auch.
Einen weiteren Tag später:
“ Ach Mist, XYZ hatte ich dir gar nicht aufgeschrieben. Da müsstest du nochmal schnell los, weil das brauchen wir dringend.“
Kaum ist Herr Siebenhundertsachen unterwegs, fällt mir ein: “ Oh, ABCD ist auch leer.“ Notiert auf herumliegendem Zettel und …
Es muss also ein zentrales Einkaufsgedächtnis her, denn meins ist derzeit nicht verfügbar. Also eine Tafel. Aber nirgendwo in der Wohnung ist Platz für eine Tafel, wir haben nicht viel freie Wand weil viele Fenster. Die Lösung beider Probleme sieht nun so aus:
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Oben die Kassenzettelablage nach Wochen. 1 = max. 1 Woche alt, 2 = 1-2 Wochen alt, usw. Jeden Samstag wird durchgereicht und die älteren entsorgt oder abgeheftet falls Garantie-relevant.
Die Wäscheklammern sind mit Powerstrips angeklebt, darunter ein Streifen Tafelfolie.
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Die große Tafel ist auch aus Tafelfolie, inspiriert von Nike. Da hab ih auch den Trick her, alles erstmal gründlich einzukreiden.

Wegen Abneigung gegen Kreide beim männlichen Teil des Haushalts schreiben wir mit Kreidemarkern. Die stauben und quietschen nicht.

Die Tafelfolie ist sehr günstig gewesen und wie auch die Bewertungen prophezeiten, hält sie nur so mäßig gut und das ganze ist wohl nicht für die Ewigkeit. Ich wollte aber das Prinzip erstmal antesten bevor ich da mehr Geld reinstecke, außerdem habe ich Angst vor bleibender Türverschandelung. Weiß jemand eine Quelle für hochqualitativere Folie? Denn im Onlinekaufhaus hatten auch teurere Fabrikate ähnliche Bewertungen.

Bisher klappt das ordnen ganz gut, mal gucken ob das so bleibt.

7 Sachen im neuen Jahr

So, zurück aus dem Urlaub und langsam soll auch hier im Blog wieder Alltag einkehren. Heute also wie gewohnt: 7 Bilder von 7 Sachen, für die ich heute meine Hände benutzt hab. Die Idee stammt von Frau Liebe.

1. Den Tag gemütlich angegangen: Milch geschäumt fù Chai Latte zum Frühstück.
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2. Ein paar Reihen löchriges gestrickt. Ich weiß noch nicht, ob Lace und ich Freundinnen werden.
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3. Ein Schraubenpuzzle ausgepackt und KEINE Anleitung dabei.
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4. Viele Tackernadeln aus Gummidingern gezogen, um das Lattenrost vollständig in seine (verwertbaren) Einzelteile zu zerlegen.
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5. Während Herr Siebenhundertsachen das Zerlegungswerk fortsetzte, einen Korb Urlaubswäsche weggefaltet.
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6. Den Boden am Ort des Geschehens gewischt.
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7. Gesteckt, geschraubt und gar nicht geflucht. Der Lohn für unsere Mühen und endlich der zweite Teil unseres Hochzeitsgeschenks:Ein richtig richtig gutes neues Bett. Aus Eiche, massiv und gut gefertigt. Wir lachen dem Schweden ins Gesicht und ruhen fortan ohne knarren und wackeln.
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Lagebericht #2

Viel Schatten wenig Licht in der Planumsetzung diese Woche. Aber wir hatten ja auch Störungen im Betriebsablauf. Also fangen wir mal mit dem Licht an:
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Der Kübelgartenunterbau ist fertig und fasst auch alle bisher noch unbepflanzten Töpfe sowie die schon bepflanzten:

Wir haben zwei Bänke gebaut, aus sägerauem Holz, und dann miteinander verschraubt. Die untere Etage ist 40cm hoch und etwas über 1m breit. Die obere Etage ist 80cm hoch. Das ganze habe ich dann noch mit Gartenmöbellasur in „nussbaum“ wasserfest gemacht.

Das Speißfass unten drunter soll eine Kartoffeltonne werden. Die darf auf dem Boden bleiben.

Oben drauf finden sich meine zahlreichen Erdbeerpflanzen, die sogar zum Teil schon blühen. Anstatt so einen Erdbeertopf teuer zu erstehen, habe ich mehrere „Erdbeertürmchen“ gebaut. Das Wasser sickert von oben nach unten durch und es scheint ihnen bisher gut zu bekommen.

Auch schon draußen: Die Radieschen. Also dieser Punkt auch erledigt. Chacka. Zusätzlich noch der Rosmarin, der hält ja was aus.

Ich plane außerdem noch Tomaten, Zucchini und einige Kräuter. Salat soll in einen Blumenkasten auf die Fensterbank. Nur muss ich mir langsam mal einen Plan machen, wann ich was pflanzen muss.

So. Garten läuft.

Und der Rest? Also was hatten wir noch? Nähzimmer aufräumen und Stoffvorrat sortieren? Hab ich gemacht! erfolgreich und zu meiner vollsten Zufriedenheit. Ich war sogar so zufrieden, dass ich schnell bei Alfatex noch 5 neue Stoffe kaufen musste. Kam mir alles so steril vor, da oben…

Dann hatten wir noch ein Jerseykleid. Tja… hm… also zugeschnitten hab ich es. Aber dann war ich irgendwie unmotiviert, mich mit der holländischen Anleitung auseinanderzusetzen. Also hab ich einen Jerseyrock angefangen. Klassische Prokrastinationsstrategie. Mit bekanntem Nicht-Erfolg. Also Jerseykleid still due.

Fotos bestellen war erst gar nicht drin. Da kam dann irgendwie der partielle Ausfall von Herrn Siebenhundertsachen dazwischen. Muss auf die länger-aufgeschoben-Liste. Denn jetzt wo der Liebste nicht so richtig einsatzfähig ist, merkt man schon, was im Haus so alles liegen bleibt. Deshalb sind die Pläne für die nächste Woche eher bescheiden: Pflanzplan schreiben. Neue Erde besorgen. Das blöde Jerseykleid fertig nähen. Die verdammte Wohnung aufräumen (bäh), staubsaugen (bäh), putzen  und waschen. Hm. Und vielleicht wär ein wenig Osterdeko nicht völlig unangebracht, was?

7 Sachen

Immer wieder sonntags, bei Frau Liebe und bei mir: 7 Sachen für die ich meine Hände benutzt hab.

1. Kresse aus eigener Zucht geerntet. Das „Garten“jahr kann losgehen!

2. Das Samstag gebaute Kübelregal lasiert.

3. Sonnengetrocknete Wäsche eingeholt.

4. Die Tulpen neu angeschnitten und mit neuem Wasser versehen.

5. Ein Programmheft aufgeschlagen und dann andächtig still gehalten.

6. Zarte kleine Jung-Radieschen in die große weite Welt/den großen Topf umgepflanzt.

7. Oliven genascht.

Lagebericht

So, Zeit für den Ergebnisbericht von letzter Woche. Wir erinnern uns, im Soll hatte ich:
1 Kellerfaltenrock
1 Kübelgartenerlaubnis
1 Kräuterkasten
Blumen umtopfen.

Jetzt die Habenseite: zunächst war ich gleich am Freitag im Gartencenter und habe 5 verschiedene Sorten Erde, Samen, Pflanzen und noch ein paar weitere Sachen gekauft. Am Samstag wurde zuerst erfolgreich die Kübelgartenerlaubnis eingeholt (check!), dann die bedürftigen Pflanzen umgetopft (check!) Und der Kräuterkasten bepflanzt. (check!)
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On top of this einige Töpfe mit Erdbeerpflanzen bestückt und Tomaten und Radieschen in Anzuchtschälchen gepflanzt. Haha! Und es geht ihnen sichtlich gut:
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Der Kübelgarten steht derzeit noch provisorisch auf einem umgedrehten Fass. Er muss hoch stehen, weil der Garten auch von Hunden genutzt wird.
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Tja und dann der Kellerfaltenrock… Ich habe einen Rockbasisschnitt mit Hilfe eines ukrainischen Schneiderbuchs für den Schulunterricht konstruiert. Nicht dass ich ukrainischen könnte. Ich habe die Notizen meiner Nähfreundin Z. zu Hilfe genommen, die sich einen bezaubernden Faltenrock nach dem Schnitt genährt hat. Dann habe ich die Kellerfalte ergänzt und das ganze aus einer alten Jeans und einem Quiltstoff für den Einsatz zugeschnitten. Dabei musste ich ziemlich stückeln, denn die Teile waren breiter als die Jeansstücke. Hm. Irgendwo auf diesem Weg ist mir ein Fehler unterlaufen. Der Rock passte nicht. Eindeutig zu eng. Mist. Also in die Tonne damit und auf die Suche nach neuen Probestoffen gegangen. Das war schwierig, denn alle waren entweder zu klein oder hatten nicht genug Stand oder oder. Der einzige, der ging war ein alter Vorhang von meinen Eltern. Dunkelgrün – nicht so meine Farbe. Und der einzige, der dazu passte war ein wilder Blumenstoff vom Schweden. Puh, bunt! Aber ich hatte ja Bringschuld. Also nochmal zugeschnitten, genährt – zu weit. Wieder aufgetrennt, enger gemacht. Passt! Die bunte Stoff- und Farbkombi war zwar so nicht geplant und ich hatte auch Mühe ein Oberteil dazu zu finden. Er hat auch noch ein paar Kinderkrankheiten. Aber er ist sehr frühlingshaft und ich habe jetzt einen 100% nach meinen Vorstellungen gemachten Kellerfaltenrock-Schnitt. Endgegner bezwungen. Check!
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Jetzt sieht das Nähzimmer allerdings aus, als wäre jemand eingebrochen… Deshalb hier die Zielvorgaben für die kommende Woche:
Stoffvorrat aufräumen und sortieren. Aus zu kleinen Stücken sofort Herzkissen zuschneiden oder weg damit. Topf für die Radieschen besorgen. Einen Tisch und Hocker für den Kübelgarten bauen. Das schon abgepauste Jerseykleid nähen. Fotos für’s Wohnzimmer bestellen. Die Wette gilt.

Butter bei die Fische !

Das kann ja so nicht weitergehen. Seit Wochen schleiche ich um meine imaginäre Projektliste herum und kriege nichts davon so richtig angepackt. Weil immer nur wenig Zeit war und viel anderes zu tun, müsste ich eigentlich sehr viel organisierter da dran gehen. Aber jetzt kommt das Frühjahr und ich bin fest entschlossen mir NICHTS zu kaufen, also nichts, was ich schöner, ökologischer, gerechter und günstiger selbst herstellen könnte. Außerdem will ich unbedingt auch einige Sachen im Wohnumfeld angehen. Kurzum: Ein Plan und sozialer Druck müssen her. Jawollja!

Deshalb hier nun meine Kopf-Projekte in grober Struktur:

Kleidung Frühjahr:

  • ein Kellerfaltenrock aus Jeans nach eigenem Schnitt (Stoff vorhanden)
  • ein Jerseykleid in Wickeloptik (Modell 29 aus Knipmode 12/2011) (Stoff vorhanden)
  • ein Rock gerade oder tulpig geschnitten (entweder auch Knipmode 12/2011 oder Simplicity 2451) aus leichtem Woll/Polystoff (Stoff vorhanden)
  • ein Jerseykleid mit gekreuztem Ausschnitt (Knipmode 2/2012) (Stoff noch zu kaufen)
  • ein weiteres Etuikleid aus nicht-wollenem Stoff (mal das Stofflager durchforsten)
  • mindestens 3 Oberteile, davon eins (nach „Meine Nähmode Frühjahr“) bereits halb fertig (Stoff teilweise vorhanden, Schnitte nur teilweise ausgesucht)

Wohnung:

  • Lampe in der Nähecke anbringen
  • Haken für Lineale und Scheren in der Nähecke anbringen
  • Wand in der Nähecke anstreichen
  • Kabuff-Verkleidung im MuFuZi (das Holzlager sollte endlich mal vom Rest des Raumes abgetrennt werden)
  • Lampenlösung fürs Wohnzimmer finden (die Diskokugel ist einfach keine adäquate Beleuchtung, männo)
  • Die Wand neben dem großen Bücherregal farbig gestalten
  • Fotos bestellen, rahmen und aufhängen
  • Die Spiegel und Spiegelleuchten im Bad anbringen

Garten/Fensterbänke/Blumen:

  • Tomaten und Salat vorziehen
  • Die Vermieterin um Kübelgartenerlaubnis bitten
  • Kübel suchen, bauen, kaufen
  • Hocker für die Kübel bauen
  • Den Kräuterkasten entwintern und mit neuen Kräutern füllen
  • Tomaten, Kartoffeln, Zucchini, Salat und Radieschen anpflanzen
  • Die Aloe Vera und den Olivenbaum umtopfen

Tja, hm. Wieviele Wochenenden hat das Frühjahr nochmal?Kommt das nur mir ziemlich viel vor? Womit fang ich also an? Da das Wetter schön wird, werde ich wohl am Wochenende das umtopfen und die Kräuter angehen, dann kann ich das draußen machen. Und vielleicht näh ich erstmal das, wofür schon Stoff da ist, was? Nur die Lampen im Wohnzimmer, da will uns einfach nichts nichts nichts zu einfallen.

Ok, Zielvorgabe für die kommende Woche: Pflanzen umtopfen, Kräuter aufmöbeln, Kübelgartenerlaubnis, Kellerfaltenrock. Ergebnisbericht nächste Woche, gleiche Zeit, gleicher Ort. Die Wette gilt! Chacka!

Neues Blogprojekt: Pott kreativ

Endlich komme ich dazu, mein neues Blogprojekt „Pott kreativ“ anzukündigen. Die Idee gärt schon länger in mir. Aber über die Diss und das Weihnachtskleid war keine Luft dafür. Mit dem neuen Jahr würde ich die Idee aber gern umsetzen. Also los:

Schon immer ein bisschen, aber insbesondere seit ich mich etwas regelmäßiger im DIY-Bloggerland umsehe, fühle ich mich hier im Ruhrgebiet ein bisschen wie im kreativen Niemandsland. Versteht mich nicht falsch. Wir fühlen uns hier sehr sehr wohl. Ich schätze die Vielfalt des kulturellen Lebens sehr und die (professionelle) Künstlerszene ist, wie die Kulturhauptstadt-Aktionen zusammen mit den Unprojekten deutlich zeigten, vielseitig, bunt und wachsend. Was aber doch, verglichen mit Berlin und auch anderen Großstädten, eher bescheiden daherkommt ist die hiesige DIY-Landschaft. Zumindest ist das der Eindruck von mir und meinem Herzensmann. Seit ich zum ersten Mal (ich glaube im Eigenwerk-Magazin) von der Kölner Dingfabrik gelesen habe, könnte ich platzen vor Neid. Ich bin ja relativ gut dran, ich habe einen festen Nähplatz, wo ich nicht immer alles wegräumen muss und ich verfüge, dankenswerterweise, sogar über ein Nähkränzchen. Trotzdem wäre ein richtiger Werkstattraum, wie zum Beispiel Paulas Atelier, welches ich letzte Woche virtuell bewundert habe (mit Tränen in den Augen), schon was feines. Und für alles, was jenseits von nähen ist, insbesondere werkeln mit Holz, gibt es bei uns in der Wohnung ohne Keller kaum Möglichkeiten. Mein Mann hätte sehr gern Zugriff auf professionelle Schreiner-Ausstattung und bestimmt auch auf viele andere Maschinen und Geräte und schwärmt deshalb von amerikanischen Hackerspaces und den wenigen echten Co-Working Spaces /Fablabs die es hierzulande gibt. Als „Kind“ der musisch-kreativen Werkwochen in Aachen’s Bleiberger Fabrik (dicke Empfehlung an alle Eltern mit halbwüchsigen Kindern im weiteren Einzugsgebiet an dieser Stelle) weiß ich, wie toll es ist, einfach mal Dinge ausprobieren zu können, die Dreck, Lärm, Staub oder Matsch machen. Das würde ich mir heute oft wünschen.

Mein Ausschnitt der Blogwelt wirkt oft sehr Berlin-zentriert, auch wenn ich das natürlich in vielen Fällen nicht zuordnen kann. Erst heute hat Lucy vom wundervoll anmutenden Nähcafé Nadelwald berichtet und mir wurde gleich wieder ganz warm ums Herz.

Aber ehrlich. Es gibt im Pott eine riesige Menge von Menschen und Millionen günstige Industrieimmobilien. Wir müssen doch hier mehr drauf haben, als mein Eindruck sagt! Bestimmt hat sich die DIY-Szene nur bisher vor mir versteckt. Und deshalb ist die Suche nach dem kreativen Ruhrgebiet ab heute meine neue Mission. Und ihr, liebe Leser, sollt mir dabei helfen.

Ich würde gerne im Verlauf des Jahres 2012, kreative Räume und Menschen im Ruhrgebiet hier sammeln und präsentieren. Mir schweben dabei verschiedene Kategorien vor:

– Kreativräume. Also offene Werkstätten, Ateliers, Co-Working Spaces und andere Orte an denen mit den Händen was geschaffen wird.

– Kreativmaterial. Also Beschaffungsmöglichkeiten für Materialien, Werkzeug usw. Geschäfte und Lädchen, die mehr als nur das übliche Oma-Sortiment haben.

– Kreativmenschen. Also Blogs und die zugehörigen Menschen, die hier im Ruhrgebiet DIY-mäßig tätig sind.

Natürlich habe ich schon ein paar Ideen, aber vor allem bin ich neugierig, ob ihr mir noch Tipps geben könnt. Wer Lust hat in seinem Blog selbst einen Artikel zum Thema zu schreiben, die Pott kreativ-Aktion weiterzusagen oder ein Teil davon zu werden, der ist herzlich eingeladen und ich werde mit Freude Beiträge verlinken! Wer nur einen Tipp weitersagen möchte oder keinen Blog hat, kann sich hier in den Kommentaren oder per Mail (siebenhundertsachenÄTgmxPUNKTde) melden. Natürlich dürfen sich auch Exilanten oder Austausch-Pott-Besucher zu Wort melden. Ich hoffe auf eine bunte Sammlung toller Menschen und Orte!

Ich plane das ganze bewusst nicht als Wochentags-Aktion. Meinem Empfinden nach stellt sich in vielen Blogs gerade eine leise Müdigkeit bzgl. regelmäßigen „Blogterminen“ ein. Selbst MMM-Veteraninnen schwächeln zuweilen und ich merke an mir selbst, dass mir bspw. Meikes wunderbare Nähfragezeichen zu beantworten meist nicht gelingt, weil so viel anderes ansteht. Deshalb gibt’s „Pott kreativ“ unregelmäßig wenn Zeit und Inhalt gerade gut zusammen finden.

Und, wer ist dabei?

Bücherregal-Upgrade

Eigentlich ist heute Upcycling-Dienstag und ich hätte sogar was zu zeigen. Aber gerade stauen sich die Posts etwas und weil das Wetter mir doofe Laune macht, die Arbeit auch derzeit nicht unbedingt zur Launenerhellung beiträgt und überhaupt hier zu viele Nähposts sind in letzter Zeit gibt es jetzt erstmal unser Herzensprojekt zu sehen: Der wesentliche Ausbau der literarischen Einrichtung unseres Wohnzimmers.

So sah unsere Leseecke kurz nach dem Einzug aus:

Davor steht inzwischen ein gemütlicher Sessel und das Regalchen sieht wunderschön aus, wie es sich da unter die Treppe kuschelt, beleuchtet und genau passend. Das Problem ist: Es ist inzwischen rappelvoll. Auf allen Buchreihen liegen noch Bücher quer und manche Fächer haben noch eine zweite Reihe. Bei unserem Bücherkonsum keine dauerhaft tragbare Situation.

Vor kurzem saßen wir auf dem Sofa und betrachteten diese Misere und philosophierten darüber, wie schön es wäre, eine Bibliothek zu haben mit Regalen bis unter die Decke und Leitern um überall dran zu kommen. Dann fiel unser Blick auf den leeren Platz neben dem Sofa und die dort knapp 4m offene Raumhöhe (Galerieausbau) und unsere Augen begannen zu glitzern.

Neben dem Eingang zum Wohnzimmer liegt ein Kaminvorsprung und dahinter ist ein Plätzchen welches genau einen Meter breit und 3 Meter hoch ist. Wie geschaffen für ein richtig richtig richtig großes Bücherregal in Bibliotheksdimension. Nach gründlichem Messen sind wir also in unserem Urlaub Anfang Januar zum Einkaufskampf beim Möbelschweden aufgebrochen und haben dort ein hohes (1,99) und ein kleines (1,06) Billyregal erworben. Der liebe Mann hat dem kleinen Billy zunächst das „Füßchen“ abgesägt. Da waren sie zusammen noch 2,98 m hoch. Und ein kleines Puzzlestündchen am Sonntag später waren wir bereit, die beiden zu stapeln.

Unten steht das große, drauf das kleine. Zur Sicherheit ist das kleine oben mit Winkel an der Wand verankert (seitlich in Billy geschraubt und dann durch die Rückwand und ein Abstandsklötzchen in die Wand). In dieser Disziplin haben wir schon Erfahrung denn in unserer alten Wohnung hingen unsere Billys an der Wand. Wer sich genauer für die Konstruktion interessiert, möge sich melden.

Und nach zweimal bohren, schrauben und feste Daumendrücken und Bretter einsetzen sah das ganze dann so aus:

Alle Fotos sind leider sehr schlecht von der Qualität, denn ich bin im Moment IMMER nur im Dunkeln zu Hause (kein Wunder, dass meine Laune täglich schlechter wird). Sonntagabend sind dann die bisher gestapelten und gequetschten Bücher in das große Regal umgezogen. Und es ist noch sooooo viel Platz für viel viel mehr Lesestoff. Und Zeitschriftenkörbe. Traumhaft. Erstaunlicherweise wirkt der Raum jetzt höher als vorher und nicht enger und vollgestellter.

Für die Kaminwand direkt rechts daneben wünsche ich mir noch ein literarisches Wandtattoo. Aber hier ist noch ein wenig innerhaushaltliche Verhandlung nötig, bis Text, Schrift und Farbe konsensfähig sind. Trotzdem: wir sind begeistert!

2011 selbst gemacht

Meike fragt im Nähfragezeichen diese Woche nach einem Rückblick auf das Nähjahr. Ich habe mich in den letzten Tagen sehr gefreut, wie viele der Blogs in meinem Reader dieser Aufforderung nachgekommen sind. Ich habe auch gestaunt, wie produktiv viele von euch waren. Gern ziehe ich auch ein Resümee.

2011 war ein ziemlich ereignisreiches Jahr. Begonnen hat es mit der Schweinegrippe. Ja, die hatten wir. Beide. An Silvester. Sehr unschön. Die Erholung hat sich hingezogen, so eine Woche Fieber ist für Erwachsene doch irgendwie schwer wegzustecken.

An der Selbstgemacht-Front war das erste Quartal vor allem mit nähen von kleineren Accessoires für den DaWanda-Shop und einstellen von vielen neuen Stoffen geprägt. Außerdem habe ich eine Strickjacke (letztendlich Weste) angefangen und gelernt, wie man zwei Socken auf einer Rund-Nadel strickt.

Das Sommersemester über hatte ich forschungsfrei. Das war ziemlich produktiv und ziemlich anstrengend. Ich war viel unterwegs auf Konferenzen und habe, worauf ich sehr stolz bin, zwei Papiere zu sehr unterschiedlichen Themen und Methoden geschrieben. Am Ende des Forschungssemesters war dann tatsächlich die Diss beinahe fertig, ich hätte es zwischendurch nicht mehr geglaubt.

Mitten während der produktiven Forschung sind wir umgezogen. Mit nur einer Woche Urlaub für den Umzug bedeutete das viele viele Wochenenden im Baumarkt, an der Malerrolle, im Ausmistechaos und an der Schleifmaschine. Die Wohnung war ja zunächst noch nicht annähernd so fertig wie erwartet und hat uns einiges abverlangt. Hat sich aber gelohnt. Heute sind wir hier sehr zufrieden, genießen den Platz drinnen und draußen und die Tatsache, dass wir vieles einfach durchdacht einrichten konnten.

Mit der neuen Wohnung kam auch endlich Platz für eine Nähecke. Und das hat, neben dem Bloggen, meine Kreativität merklich angekurbelt.

Denn mit der neuen Wohnung habe ich auch beschlossen, ein Blog einzurichten. Zunächst vor allem, um meine Ideen zu strukturieren und meine Einrichtungs- und sonstigen Einfälle zu teilen. Im Endeffekt ist beim Thema Einrichtung vieles noch eher offen und einige Projekte liegen noch im Hinterkopf. Aber was soll’s…

Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal regelmäßige Teilnehmerin des Me Made Mittwoch sein könnte. Ich habe auch schon vor dem Bloggen viel selbst gemacht. Aber Kleidung? Erst durch den Me Made Mittwoch habe ich mir bewusst gemacht wie viele selbst gemachte, vor allem gestrickte, Kleidungsstücke ich habe. Und dank der Nähecke auch viele neue geschneidert.  Ohne Blog und Platz zum „mal alles liegen lassen“ hätte ich mich dazu vermutlich nicht aufgerafft.

Auch mit der neuen Wohnung habe ich noch mehr Freude am kochen und backen entwickelt. Eine moderne gute Küche mit Elektro- und Gasherd und genug Platz für Vorräte und Gewürze sind da sehr förderlich. Ich habe viel eingekocht und eingefroren, ausprobiert und fast jeden Sonntag gebacken. Die Küche und das MuFuZi haben viel Liebe und Handwerk von uns bekommen und das war auch sehr gut so.

Im Kurzurlaub im August habe ich mir eine sehr schöne Tasche genäht, eine Reihe von Loop-Schals und mein erstes Jerseykleid. Außerdem habe ich gelernt, wie man Patentsocken strickt und damit gleichzeitig das Patentmuster wieder entdeckt.

Ich habe mich außerdem im Herbst einem Herzkissen Nähkreis angeschlossen, war darin aber nur mäßig produktiv.

Denn dann kam erstmal der Diss-Endspurt. Und danach eigentlich praktisch direkt der Thesis-Endspurt meines Mannes. Da war dann zwischendurch nicht so viel Zeit zum selbst machen.

Froh bin ich, dass ich meine Freundin Z. fürs nähen begeistern konnte. Mit ihr zusammen habe ich das Weihnachtskleid und einige Röcke erfolgreich meistern können. Dazu beigetragen hat auch meine neue Nähmaschine. Mit ihr geht alles doppelt so schnell und schön. Ein tolles Teil. Das weckt Freude auf neue Nähherausforderungen! Seit ich sie habe ist mir noch nicht einmal der Faden gerissen, kein einziger Stoff gefressen worden und keine Naht krumpelig geworden.

Weil ich noch nicht das ganze Jahr blogge gibt es lange nicht zu allem Fotos. Sehr stolz bin ich aber auf folgende Werke:

Platz 1: Das Weihnachtskleid

Platz 2: Die Küchenpaneele

Platz 3: Der Sitzsack

Platz 4: Meine Allround-Tasche

Platz 5: Die Freunde-Galerie

Platz 6: Der graue Winterrock

Platz 7: Das Brot

Und nächstes Jahr? Wie gesagt, keine Pläne! Aber aufregend wird es schon werden. Wir machen Urlaub in Israel. Ich habe einiges auf der Nähliste und richtig Lust es anzugehen. Puh, dann steht noch die Verteidigung an. Langsam werde ich nervös. Beruflich wird sich für uns beide zwar nix großes, aber viel kleines ändern. Auch unser Lebensablauf muss ein bisschen an die Verhältnisse angepasst werden. Ein bisschen mehr auf mich und vor allem auf meine Ernährung achten wäre gut. Erstmal freue ich mich nun auf NOCH eine Woche Urlaub. Und dann auch darauf, bald bald meine allerallerletzte Prüfung abzulegen. (Also nicht auf die Prüfung selbst, aber dass es die letzte ist.)

Zuletzt möchte ich euch allen, meinen lieben Leserinnen und Lesern, Mitnäherinnen und Werkerinnen danken. Für’s Lesen, Mitfiebern, Kommentieren und Loben. Auch dafür, wie viel ihr selbst in euren Blogs teilt. Ich habe viel gelernt und sehr viel gestaunt dieses Jahr! Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein wundervolles neues Jahr!

Die letzten Urlaubsmitbringsel

Es war ruhig hier in der letzten Woche, ich weiß. Ich war bzw. bin ziemlich erkältet und habe daher meine Freizeit hauptsächlich im Bett verbracht. Dieses warm-kalt-nass-schwül-Wetter kann einen schon ziemlich umhauen. Alle Zeit, die ich nicht im Bett verbracht hab, habe ich mit dem Packen von Stoffpaketen verbracht, denn kaum sind die Sommerferien vorbei, ist im Dawanda-Shop die Hölle los… zum Glück kriege ich am nächsten Wochenende viele neue Stoffe.

Gestern, am Sonntag, ging es mir zwar schon etwas besser, trotzdem bin ich aber nicht so recht zu sieben Sachen gekommen. Zum einen, weil meine Mutter uns für einige Tage besucht und dann vor allem, weil der Großteil des Sonntags leider von der Montage dieser Tür eingenommen wurde:

Eigentlich ist Türen einbauen nicht so schwierig, vorausgesetzt, die Tür, der Rahmen und der Boden sind in etwa rechtwinklig… Dies war allerdings bei unserer Baumarkttür nicht der Fall. Sie saß immer entweder gerade, dann ging sie aber nicht zu, oder sie war schief, ging zu, ließ sich aber nicht verspreizen, oder, was am unangenehmsten war, fiel mitsamt Rahmen einfach aus dem Loch raus und KABAUZ auf den Boden… es wurde also viel geflucht, geschoben, gezerrt und gemessen und wenig gekocht, gebacken, gebastelt und genäht…

Schlussendlich ist sie aber nun an Ort und Stelle, lässt sich schließen und wackelt nicht. Sie trennt nun das Arbeitszimmer vom MuFuZi*, was schon lang überfällig ist, damit unsere Gäste in Ruhe schlafen können, wir die Nachbarn nicht mehr ganz so stark mit unserer Musik belästigen und ich auch nähen kann, wenn der Gatte nebenan arbeitet. Leider gibt es deshalb aber heute keine 7 Sachen.

Als „Ersatz“ gibt’s noch die letzten beiden Urlaubsmitbringsel zu zeigen:

Nummer eins: Ein Kosmetiktäschchen. Für mich mich mich… juhuu. Ich habe schon etliche dieser Täschchen für den Dawanda-Shop genäht, aber noch nicht ein einziges für mich. Aber da ich im Urlaub (fast) nur für mich genäht hab, durfte auch meine Schminke jetzt endlich in ein hübsches Täschchen umziehen.

Genäht habe ich sie nach dem gleichen Prinzip, wie Anna ihre Make-up-Pouches näht, nur von den Proportionen anders und zusätzlich mit Volumenflies verstärkt.

Nummer zwei: Ein geflochtener Loop-Schal. Auch für mich, hihi.

Auf die Idee gebracht hat mich Frl. Vintage. Ich habe den ungeflochtenen Schal/Schlauch aus zwei Stoffen zusammengesetzt, habe einen geflochtenen Schal aus Baumwoll-Vichykaro und einen aus Jersey angefertigt. Die Länge meiner Zöpfe ist ca. 130cm.

 

*MuFuZi = MultiFunktionsZimmer, kurz für Gäste-Näh-Bastel-Musikzimmer