Sonntagssachen 17/2017

Auf dem Sofa eine große Kuschellandschaft eingerichtet. Den Babyquilt begonnen. Bei der Erbauung einer KfZ-Werkstatt mit Notfallflugzeug und Wildtier-Wachdienst assistiert. Episch gefrühstückt mit nettem Besuch und viel Zeit. Die Innovation in der Bauwirtschaft: Bagger mit Windkraft-Antrieb. Viele minikleine Klamotten gefaltet. An der Babydecke weitergestrickt, die Temperaturen lassen das ja wieder zu, die Reihen werden merklich kürzer, ca. 1/5 fehlt noch. Die ganze lange Schlange von Jelly-Roll-Elementen für den Baby-Quilt vermessen und in Teile geschnitten. Jersey-Reste verwertet.

Knitterkleid als Umstandssack

Das Knitterkleid von crafteln fand ich zuerst gar nicht reizvoll, weil ich dieser Crashoptik nicht viel abgewinnen kann. Dann jedoch sah ich die ungeknitterten Versionen von Dodo und Frau buntekleider und fand es schon gleich viel besser. Gerade für heiße Tage stellte ich mir so ein luftiges Nix sehr gut vor. Als ich mir dann die Schnittführung mit der vorderen Mittelnaht noch etwas genauer ansah wuchs in mir der Gedanke, dass der Schnitt sich auch für ein luftiges Umstandszelt eignen könnte. Und als ich dann wusste, dass ich über den Hochsommer schwanger sein würde, da bestellte ich den Schnitt. Und einen günstigen fließenden Viskosestoff.

Vor dem Urlaub begann ich das Kleid zwar noch, fertig wurde es aber erst danach, genau passend zu der Hitze diese Woche.
Tatsächlich ist mein Plan gut aufgegangen. Das Kleid ist luftig und sommerlich, es klebt nirgendwo am Körper und sitzt sehr bequem. 
Was habe ich also geändert? 

Ich habe als Basis eine Größe kleiner gewählt, als mein Brustmaß erforderte, da ich das Kleid ja nicht knittern wollte. In dieser Größe haben ich alle Rückenteile, die Ärmel und die oberen Vorderteile zugeschnitten. Die vorderen Rockteile habe ich zwei Größen größer zugeschnitten und an der vorderen Mitte weiter ausgestellt zugeschnitten, so dass ich insgesamt um den Bauch rum 25 cm zugegeben habe. Beim zusammennähen der vorderen Ober- und Unterteile habe ich die Mehrweite der Nahtlinie eingehalten.

Zuerst habe ich alles nur geheftet-  nach Anprobe habe ich die Brustabnäher versetzt, die Schulter verschmälert und im oberen Bereich Weite im Rücken rausgenommen. 

Danach habe ich dann alle Nähte mit der Overlock genäht und das Kleid um gut 15cm gekürzt, so dass es vorn nun knielang ist. Länger sah mir zu tonnig aus. 

Den Saum habe ich als Rollsaum gearbeitet, den Ausschnitt habe ich doppelt umgebügelt (dabei leider etwas gedehnt) und abgesteppt. Und im Ergebnis habe ich, genau wie geplant, ein ultraluftiges sehr leichtes Kleid für sehr warme Tage:


Das Kleid wirkt sommerliche, wie für den Strand gemacht und dabei nicht formlos. Ich mag es sehr. Insbesondere auch die schöne Nahtführung im Rücken.

Erstaunlich finde ich, das man von vorn in dem Kleid den Bauch kaum sieht. Dass ich in diesem geblümten formschönen Sack gekonnt eine achter-Monat-Kugel verstecke, fällt nur von der Seite auf:

Sonntagssachen 15/2017


Lego gebaut und einen Mangel an Dachsteinen diagnostiziert. Zwei Geschenk-Babyhosen aus lang gehütetem Stoff genäht. Brötchen geholt. Dem Sandkastentreiben zugesehen. An der Babydecke weitergestrickt und zum wiederholten Male gedacht: ich brauche ein weniger warmes Projekt! Mittagsschlaf gemacht, sehr lang. Bunten Nudelsalat für heißes Wetter fabriziert. Vergessen das Radler im Biergarten und die Kinokarten zu fotografieren….

Me made Mittwoch: Das Konzertkleid

Am vergangenen Sonntag waren mein Mann und ich in einem Klassik-Konzert. Das habe ich zum Anlass genommen, mir ein weiteres schwarzes Umstandskleid zu nähen. Ich habe ein gekauftes Kleid, dass ich prinzipiell zu schickeren Anlässen tragen kann, also z.B. zu Oberchefin-Terminen im Büro oder halt zu einem kulturellen Vergnügen wie einem Konzert. Allerdings sieht dieses Kleid vor allem mit Blazer schick aus und jetzt langsam ist es dann doch oft zu warm für 3/4-Arm-Kleid + Blazer. Da kam mir der Anlass wie gerufen, um mir ein zweites „Für-gut“-Umstandskleid zu nähen. Den Stoff dafür habe ich schon vor einigen Wochen bei Stoff & Stil gekauft, auch der Schnitt stand fest. Wieder das Wasserfall-Kleid aus der Burda, diesmal aber mit ausgestelltem Rock.


Für das Kleid habe ich inkl. Zuschnitt 45 Minuten gebraucht. Der Schnitt war fertig angepasst, 3 Schnittteile sind schnell aufgelegt und genäht habe ich alles bis auf Säume mit der Overlock. Bis auf eine Anprobe für die Länge konnte ich das ganze bequem am Samstagabend runternähen und am Sonntag ausführen.

Ich bin mit dem Ergebnis vollkommen zufrieden und war genau passend angezogen. Auch bei einem Termin am Montag im Büro machte sich das Kleid sehr gut. Morgens noch mit Blazer, mittags dann solo.


Der Stoff, ein Viskosejersey, ist allerdings etwas enttäuschend. Schon bei minimaler Dehnung wird er durchscheinend und beim Tragen weitet und längt er sich erheblich. So war das Kleid nicht nur am zweiten Tragetag sichtbar länger, sondern ich musste auch einen Gürtel anziehen, weil es um die Brust und unter der Brust etwas schlabberte. Auch die Schultern sitzen nicht mehr ganz wo sie sollen. Ich habe bisher nicht viele Viskosejerseys von Stoff & Stil vernäht – für den Preis von immerhin 14€/m bin ich aber doch etwas enttäuscht. Das Muster ist allerdings natürlich wirklich ziemlich toll – ich werde das Kleid also dennoch gern und viel tragen.


Beim Me made Mittwoch gibt es heute ganz viel sommerliches zu sehen. Da macht es richtig Spaß zu stöbern.

Zusammenfassung:

Schnitt: Wasserfallkleid Nr. 111 aus Burda 10/2014

Stoff: Viskosejersey von Stoff&Stil, 13,95 p.m. gekauft in der Filiale, Verbrauch: 1,5m

Änderungen für die Schwangerschaft: im Vorderteil die Taillenverjüngung weggelassen und ab unter der Brust 2cm auf beiden Seiten bis unter die Hüfte zugegeben, Rockteil ausgestellt, das Vorderteil auf Höhe der Taille um 5 cm verlängert, diese Mehrlänge in kleine Falten auf Höhe des Bauches gelegt, Ärmel auf 3/4-Länge gekürzt, Schultern verschmälert durch weglassen der Nahtzugabe am Armloch (muss ich bei Burda immer).

Sonntagssachen 14/2017

Um 7.00 irgendwie unausgeschlafen erwacht, die morgendliche Abhängzeit für schön machen der Nägel genutzt. Derweil baute der Minimensch innovative Legowerke. Frühstück. Strickzeit – ca. 2/3 sind fertig und Millionen Fäden zu vernähen. Seeausflug mit Kletterpartie. Das nagelneue Kleid angezogen. Um endlich mal das (relativ) neue Bochumer Musikforum zu besichtigen – gefällt sehr, die ehemalige Marienkirche ist nun der Pausensaal des Konzerthauses, die Kirchenglocke fungiert nun als Pausengong. Es gab Kammermusik in eher unüblicher Quintettbesetzung, gut war ’s. Und danach noch was zugeschnitten – der Sommerurlaub naht mit recht flotten Schritten.

Lessons learned

Ich habe eine kleine Liste von Dingen, die ich aus Schwangerschaft und Säuglingsalter mit dem Minimensch gelernt habe. Mal gucken ob ich schaffe, das diesmal besser zu machen. Und vielleicht kann ja die eine oder andere Erst-Mutter das auch direkt brauchen.

In dieser Schwangerschaft will ich:

  1. Schwangerschaftsforen grundsätzlich und kategorisch meiden. (Läuft)
  2. Meinen Rücken trainieren und meine Kondition behalten. (Rückenkurs gerade begonnen)
  3. Tatsächlich Essen vorkochen und einmachen. (Noch nicht angefangen)
  4. Mir mehr Ruhe gönnen. (Klappt zum Teil)
  5. Das Wohnung aufräumen und Besorgungen erledigen nicht bis zum Mutterschutz rausschieben. (Zumindest Besorgungen sind schon z.T. gemacht)
  6. Ausreichend Mullwaschlappen vorbereiten (Material ist da)
  7. Die Freiheit ohne Stillkind adäquat ausnutzen (Läuft ganz ok)
  8. Bis zum Mutterschutz arbeiten können und eine geordnete Übergabe an meine Vertretung hinbekommen. (Liegt nicht ganz in meiner Hand)
  9. Schwimmen gehen. (Bisher dank Erkältungssaison noch nicht)
  10. Eine Vorsorgehebamme haben. (Check)

In der ersten Babyzeit möchte ich:

  1. Mir zugestehen, Zeit für mich zu haben und das heißt eben eher nähen als schlafen
  2. Das Kind konsequent an abgepumpte Milch aus der Flasche gewöhnen.
  3. Genug Besuch bekommen, dass ich mich nicht isoliert fühle 
  4. Nach dem Mutterschutz in sehr geringem Umfang direkt wieder arbeiten
  5. Nicht zum Pekip gehen

Sonntagssachen X/2017


Der Minimensch hat Mittelohrentzündung und entsprechend lief die Nacht und läuft der Sonntag. Frühstück. Viele Runden verschiedenste Spiele. Kuchen zum trösten. Ein FBA beim Anna Dress gemacht – besondere Umstände erfordern Änderungen selbst an alt-bewährten Schnitten. Der Minimensch macht derweil Kinderkunst. Ich schneide das Maternity-Hack-Anna-Dress auch gleich noch zu. Und erfreue mich an den gleich drei riesigen Laufmaschen in meiner nahezu neuen Strumpfhose. Gratinierter Ofenspargel zum Abendessen.

Halbzeit

Die Schwangerschaftsmitte ist erreicht und auch die Babydecke ist schon über die Hälfte groß.


Ich habe bei der Hälfte einige Farbstreifen kurz hintereinander eingezogen und bin nicht ganz sicher ob ich vielleicht jetzt zu breiteren Farbstreifen übergehe so dass es nicht ganz so regelmäßig aussieht.


Für diese Hälfte habe ich acht Wochen gebraucht, mal gucken, ob ich das Tempo halte oder eine Abschlussschwäche entwickle…


Natürlich werden dann auch noch Fäden zu vernähen sein…