Punkteteller

Ein neuer Rock, und zwar eher von der schönen als von der praktischen Seite. Aber toll!

Den Stoff habe ich vor zwei Jahren auf dem Stoffmarkt in Dortmund gekauft und hatte eigentlich vor, daraus ein Sommerkleid mit Neckholder zu nähen. Allerdings kam ich dann nicht dazu, und als ich dieses Jahr die Sommergarderobe plante, den Stoff genauer betrachtete und sah, dass die Punkte Streifen bilden, ich aber nur 1,50 Stoff hatte, war mir das dann doch etwas haarig. Ich fürchtete, ich könnte unschönes Musterclustering produzieren, wenn ich etwas allzu kompliziertes daraus Nähte. Also schaute ich mal, wieviel Tellerrock ich daraus produzieren könnte, ohne dass die Streifen aus dem Rock laufen und kam auf einen ganzen Teller. Dabei könnte ich das „Gewicht“ des Musters jeweils in die vordere und hintere Mitte bekommen. Ich kaufte also noch ein hochwertiges weißes Futter und nähte ziemlich flott einen ganzen Teller mit Seitenreißverschluss und Tasche in der rechten Naht.

Dann ließ ich den Rock viele Tage aushängen und brauchte ziemlich Anlauf um zweimal den Umfang eines vollen Tellers Rollsaum zu nähen. Nachdem das vollbracht war, war ich allerdings überglücklich mit dem Ergebnis.

Der Rock schwingt so schön und raschelt dabei so dezent. Toll. Natürlich ist er mit kleinem Kind eher unpraktisch, so weiß. Und im Wind hat man schnell mal den Marilyn-Effekt weil er wirklich sehr fluffig ist. Aber ich liebe ihn sehr und trage ihn dauernd.

Sonntagssachen 19/2018

Träge auf dem Sofa dösend dem hellwachen Baby zugeschaut. Kokos-Quellerde eingeweicht. Gefrühstückt. Die Maus geguckt. Nägel lackiert. Wäsche gefaltet. Entwicklungsverzögerte Tomaten ausgepflanzt. Wassermelone-Cocktail getrunken.

Sonntagssachen 18/2018

Noch vor dem Frühstück den Mikromensch in den Vormittagsschlaf geschaukelt – wir waren was früh wach… Frühstück, endlich wieder Milchschaum, aus Schafmilch. Zweites Frühstück für den Mikromensch. Rhabarberkompott gekocht. Ein Lieblingskleid zerschnitten. Pizzateig geknetet. Teige gefüttert. Aktuelle Maße genommen.

Sonntagssachen 17/2018

Der Tag begann zu früh und mit Erkältungsversorgung beim Mikromensch. Frühstück mit frischer Erdbeermarmelade. Restliche Gläser Erdbeermarmelade beschriftet. Kinderwagen geschoben (ohne Schlaf beim Baby zu erreichen). Balkonbaby. Viele Luftpolsterumschläge mit Pflänzchen gepackt. Feierabendespresso.

Me made Mittwoch: Fast Peggy Sue

Im vorletzten Jahr begann ich während des Frühlingsjäckchen-Knit-Alongs eine Strickjacke. Es hat bei mir schon Tradition, dass die Frühlingsjäckchen niemals im Frühling fertig werden. Aber zwei Jahre später ist schon ziemlich Late to the Party. Aber irgendwann bringe ich jedes Strickstück zuende, da bin ich eisern.

Das Muster Peggy Sue ist schon ewig in meinen Favoriten bei Ravelry. So ewig dass ich damals noch nicht raus hatte, dass hoch geschlossene Rundhals-Jäckchen gar nicht mal so gut für mich sind. Und als ich dann beschloss endlich ein blaues Jäckchen aus der Drops Cotton Merino zu Stricken, die ich auch bestimmt schon vier Jahre lagere, da dachte ich über diese Erkenntnis auch nicht weiter nach.

Ich strickte also Peggy Sue. Es ging sogar recht flott und ich wurde schon im Sommerurlaub mit der Jacke fertig. Allerdings war dann erst die Knopfleiste doof, die leierte, weil ich zu lose stricke und dann ging sie immer auf.

Nachdem ich sie dann einige Male an hatte, stellte ich fest, dass sie mir schlecht passt. Zu viel Stoff über der Brust, zu eng an der Brust. Die inzwischen verstärkte Knopfleiste hing doof rum. Ich ließ die Jacke also lustlos im Schrank liegen. Und wurde schwanger. Und vergaß die Jacke.

Als ich dann im letzten Herbst meine Vorschwangerschaftskleidung wieder einräumte, beschloss ich, die Jacke nochmal zu ändern. Aber auf die harte Tour.

Ich nahm die Ausschnittform meiner Pfauen-Jacke ab und markierte mir diese mit Reihgarn. Dann nähte ich entlang dieser Linie abzüglich Bündchenbreite beherzt zweimal mit der Nähmaschine drüber und schnitt danach das überschüssige Gestrick EINFACH AB!!! Aus den letzten intakten Maschen vor der Sicherungsnaht nahm ich neue Bündchenmaschen auf und strickte ein neues Bündchen. Und Zack: tragbare Jacke! Hurra!

Der Vollständigkeit halber: darunter trage ich ein Ashland Dress aus Jersey, das ich im Blindflug am Ende der Schwangerschaft für die Stillzeit genäht habe. Es hat auch seinen Dienst gut getan und wurde inzwischen zweimal enger gemacht. Nun ist es ohne Jacke nicht mehr sehr tragbar, aber das ist ja auch ok.

Sonntagssachen 14/2018

Auch wenn es regnet muss der Status der Balkon-Sämereien sorgfältig kontrolliert werden – vor dem Frühstück, nur in Regenjacke und Schlafanzug – Gärtnern mit Herzblut. Frühstück. Maus. Während der Minimensch die Straße bemalen war, gemeinsam die Füße hochgelegt und geplauscht. Blumenmitbringsel. Das Tuch wächst sehr langsam vor sich hin. Einen Turnbeutel zugeschnitten und später auch genäht. Kässpätzle gegessen.