Kalamata-Bratensoße

Bei den Weihnachtssachen erwähnte ich unter anderem, dass es zu den aufgebratenen Semmelknödel Kalamata-Sauce gab. Daraufhin wurden Rezeptwünsche laut, denen ich hiermit Nachkomme:

2 kleine Zwiebeln

2 EL Kalamata-Oliven aus dem Glas, abgetropft

1 EL Tomatenmark

Butterschmalz oder neutrales Öl

400ml Gemüsebrühe

1/2 Becher Sahne oder Pflanzencreme

Sojasauce

1 TL brauner Zucker

Salz

Pfeffer

Soßenbinder für dunkle Saucen oder einfach Speisestärke

Die Zwiebeln fein würfeln und in Öl/Butterschmalz leicht braun anbraten

Die Oliven in Ringe oder Würfel schneiden

Wenn die Zwiebeln Farbe haben, Zucker, Tomatenmark und Oliven kurz mitbraten, mit einem kräftigen Schluck Sojasauce, wer mag etwas Rotwein oder Sherry und der Brühe ablöschen

Köcheln lassen bis sich die Flüssigkeit reduziert hat, die Zwiebeln ganz weich sind, das dauert etwa 10 Minuten.

Sahne zugeben, kräftig pfeffern und nachsalzen

Anbinden

Schmeckt zu allem, zu dem man Bratensauce halt so isst: Knödel, Klöße, Kartoffeln, Kroketten, Nudeln…

Veggieblogtag reloaded: Spitzpaprika mit Brotfüllung

Einer meiner Neujahrsvorsätze war: „Weniger Essen wegschmeißen“ und das funktioniert – ganz sang- und klanglos – erstaunlich gut. Wir kaufen einfach für einen Tag weniger ein, als die Woche hat und es ist, wer hätte das gedacht, auch am Vor-Einkaufstag immer noch genug Essen da. Außerdem wird gnadenlos was vom Vortag übrig war am nächsten Tag ins Essen geworfen. Das ist zwar manchmal zunächst merkwürdig, z.B. wenn in der Nudelsoße ein paar Kartoffeln verschwinden sollen – aber eigentlich geht es immer gut und ist uns bislang nie negativ aufgefallen. (Ok, manchmal wird das Vortagsessen auch einfach als Mittagessen am nächsten Tag aufgewärmt, das zählt ja auch). Neben weniger Essensmüll fällt dadurch übrigens auch weniger Verpackungsmüll an, das merke ich deutlich an den gelben Säcken und begrüße diesen unbedachten Nebeneffekt außerordentlich. Aus diesem Verwertungsgedanken heraus entstand das heutige Veggietagsgericht:
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(Randbemerkung: Ich finde Essen fotografieren wirklich furchtbar anstrengend und unser normaler Abendrhythmus lässt es beim besten Willen nicht zu, das Essen zunächst noch in Szene zu setzen, womöglich in einem anderen Zimmer mit extra Fotoplatz und gutem Licht. Ich habe wirklich Hemmungen, diese unschönen Essensbilder überhaupt zu zeigen. Ich hoffe, im Sommer wird alles besser.)

Zutaten für ca 3 Personen (je nach Hunger):

3 große oder 6 kleine Spitzpaprika (wir hatten 4 mittelgroße und das war auch ok für 2,5 Personen)

ca. 6 EL altes dunkles Brot – zu Semmelbröseln gerieben

50g herzhafter Käse (hier eine fröhliche Sammlung von Resten von Bergkäse, mittelaltem Gouda und Emmentaler)

1 Ei

1/2 Packung Kräuterfrischkäse (hier Mischung aus Ziege und Kuh, was halt so da ist. Frischkäse ohne Kräuter oder Quark gehen wohl auch)

1 TL Ajvar

1 Zwiebel, fein gewürfelt

3 EL Tomatenmark

100ml Sahne

Gemüsebrühe, Paprika edelsüß, 1 TL Zucker, Salz, Pfeffer

dazu: Reis

Zuerst die Füllung vorbereiten indem Semmelbrösel, Ei, Frischkäse, Ajvar, Käse gemischt werden, mit Salz und Pfeffer würzen (schlau ist, wer erst das Ei rauslässt, abschmeckt, und dann das Ei dazu tut).

Dann die Paprika putzen und der Länge nach halbieren.

In einer Pfanne Öl aufsetzen.

Jeweils eine Paprikahälfte übervoll füllen, die andere Hälfte wieder draufsetzen, mit 2-3 Zahnstochern an Ort und Stelle fixieren.

Jetzt die Paprika zusammen mit den Zwiebelwürfeln kurz kräftig anbraten, das Tomatenmark und den Zucker mit in die Pfanne geben und mit soviel Gemüsebrühe ablöschen, dass die Paprika noch mindestens halb rausgucken. 1 TL Paprikapulver und je nach Geschmack Chili zugeben. Deckel drauf und bei schwacher Hitze gar ziehen lassen. Wenn die Paprika durch sind, die Sahne einrühren, die Soße ist dann hoffentlich sämig.

Nebenher hat man natürlich Reis gekocht, so dass man jetzt alles zusammen essen kann.

Man kann auch alle möglichen Gemüsereste (gekocht) dezent in der Füllung verschwinden lassen sowie den Käse durch Feta ersetzen. Es geht auch mit normalen Paprika, die verwässern nur etwas mehr und wer ganz wild drauf ist kann auch Pilze oder Zucchini mit der Füllung füllen.

Der Minimensch war erstaunlich begeistert (wahrscheinlich von den Zahnstochern – wer kein Fleisch ist, macht ja selten Rouladen, Essen mit Zahnstochern drin kennt er daher nicht so.) und hat gut zugeschlagen. Bis auf die Spitzpaprika waren alle anderen Zutaten irgendwie Reste und das Essen folglich extrem karma-wirksam.

Veggieblogtag reloaded: Pilaw mit Minzjoghurt

imagePilaw gehört zu meinen absoluten Soulfood-Favoriten und ist außerdem auch sehr gut so „nebenbei“ zu kochen. Kurz bisschen schnippeln, dann lange nur köcheln lassen. Nur ein Topf. Unkompliziertes Alltagsessen. Pilaw ist sowas wie „arabisches Risotto bzw. arabische Paella“ – ich habe einige Rezepte getestet, die meisten enthalten Hühnerfleisch, manche auch Fisch, es geht aber auch sehr gut ohne. Ich mache Pilaw immer mit dem, was gerade so im Hause ist. Der Grundstock ist: Reis, ich nehme Basmati, vollkorn, einige Sorten Gemüse, Dosentomaten und Rosinen. Optional können zur Eiweißanreicherung Kichererbsen aus dem Glas/der Dose oder Cashewnüsse oder Mandeln oder Pinienkerne mit rein, oder auch mal Soja-Schnetzel (fein nicht „sehr fein“) oder Tofu-Reste. Dazu gibt es Joghurtsoße, entweder mit Gurken oder mit Minze drin.

Hier eine Grundvariante zur freien Abwandlung:

Für 4 Portionen:

  • 250g Basmati-Vollkornreis
  • 1 Dose Tomaten in Stücken
  • 1 Zwiebel
  • 2 TL Pinienkerne
  • 100g Zuckerschoten
  • 2 Möhren
  • 1 rote Paprika
  • Gemüsebrühe (Pulver)
  • 1 Handvoll Rosinen
  • 1/2 TL Ras el hanout (oder ähnliche arabische Gewürzmischung)
  • 1 TL Schwarzkümmel
  • Salz, Pfeffer

 

  • 250g Joghurt (am besten mit 10% Fett)
  • 1 TL trockene marokkanische Minze
  • Salz, Pfeffer

Den Reis waschen und mit der doppelten Menge Brühe aufsetzen. Aufkochen und ca. 15 Min auf kleiner Flamme köcheln lassen. Derweil die sämtliches Gemüse in mundgerechte stücke schnipseln und in etwas neutralem Öl in einer großen Pfanne anbraten. Den angekochten Reis mitsamt seiner Rest-Flüssigkeit, die Tomaten, die Pinienkerne, Rosinen und Gewürze zugeben, Deckel auf die Pfanne und auf kleiner Flamme köcheln lassen. Ab und an umrühren, ggf etwas Flüssigkeit auffüllen, es sollte wenn der Reis gar ist immer noch etwas „Soße“ verbleiben. Wenn der Reis gar ist abschmecken. Fertig.

Aus Joghurt, Minze, Salz, Pfeffer eine schnelle Soße rühren. Voilà.

 

 

 

 

Veggieblogtag-Revival #1: Vegetarische Bolognese

Ich habe einen ganzen Haufen Fotos von Essen, das ich dann nicht zu bloggen geschafft hab. Und bevor ich vergesse, was ich da eigentlich gekocht habe, arbeite ich das jetzt mal ab. Ist ja auch Donnerstag, also Veggietag. Beginnen möchte ich mit einem Rezept, das hier quasi als zweite Auflage daherkommt. Dieses Blog wird dieses Jahr fünf Jahre alt und es bleibt nicht aus, dass ich Rezepte, die ich in den Anfangsjahren verbloggte inzwischen überarbeitet und verbessert habe. So wir dieses. Vegetarische Bolognese.
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Mit Bolognese ist es ja so, dass sie mich – wie vermutlich die meisten – an die glückseligsten Stunden der Kindheit erinnert. Umso wichtiger, dass ich eine vegetarische Alternative habe, die den Geschmack trifft, der diese Erinnerungen hervorruft, ohne jedoch Hackfleisch zu benötigen. Es mag sein, dass der Kindheits-Bolognese-Geschmack bei anderen anders schmeckt. Jede Familie mag da ihr eigenes überliefertes Rezept haben. Meines zum Beispiel stammt von meiner Großtante Moni und ist erstaunlich ausgefeilt dafür, dass es der Überlieferung zufolge aus deren Studiums-WG stammt. Wer also ein Familien-Bolognesen-Rezept hat, der kann dieses bequem mit meinem vereinen in dem Sinne, dass er die Soja-Verarbeitung übernimmt und dann gemäß gusto damit weiter verfährt.

Ich verwende inzwischen frischen Tofu eigentlich nur noch für asiatische Gerichte, in geräucherter Form als geschmacklicher Schinkenersatz und gelegentlich für Bratlinge, für die meisten anderen Belange nehme ich getrocknetes Soja oder auch mal Convenience-Soja-Produkte wie Sojahack oder Sojaschnetzel aus dem Kühlregal (vor allem, wenn es schnell gehen soll). Neben der für mich schöneren Konsistenz ist der große Vorteil an Trocken-Soja, das man es gut lagern und passgenau dosieren kann. Vom Tofublock bleibt dann zum Teil was über, das dann verdirbt.

Zutaten für 8 Portionen (ich koche vor und mache die Soße ein):

100g Sojaschnetzel fein
2 Zwiebeln
2 Zehen Knoblauch
1 Stange Lauch
2 Möhren
1/4 Sellerie
2 EL Tomatenmark
2 Dosen Tomaten (gewürfelt)
100 ml Milch

Sojasoße
Gemüsebrühe
Zucker
Oregano
Paprika edelsüß
1 Lorbeerblatt
Pfeffer
Salz
Chilipulver nach persönlicher Präferenz

  • Los geht es mit den Sojaschnetzeln (wer convenience-Soja-Bolognese verwendet, startet sofort beim nächsten Punkt): Die Sojaschnetzel in eine Schüssel geben, dazu kommen 2 EL Sojasoße, 1 EL Zucker, 1 TL Oregano und eine gute Prise Pfeffer, dann das ganze mit einer kräftigen Brühe (ich nehme Brühpulver – ich Banausin) übergießen, so dass die Schnetzelchen gut bedeckt sind und stehen lassen, bis die Schnetzel weich sind. Das dauert je nach Fabrikat 10-20 Minuten. Man kann die probieren, ist zwar nicht sehr lecker aber auch nicht schädlich.
  • Nun alles Gemüsen inkl. Zwiebeln und Knoblauch in feine (!) Würfel schneiden. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen. Nun kommen die Gemüsewürfel und das eingeweichte Soja (oder das fertige Soja-Gehackte) inkl. seiner Einweichbrühe dazu. Das ganze jetzt bei mittlerer anschmoren bis alle Flüssigkeit verdunstet ist. Dabei schön geduldig sein, nicht zu oft rühren, das braucht seine Zeit.
  • Wenn die Sojaschnetzel leicht Farbe bekommen, das Tomatenmark zugeben, kurz mitbraten (das vertreibt den „dosigen Geschmack“) und dann mit den Tomatenwürfel ablöschen. Das Lorbeerblatt reinwerfen, kräftig salzen, pfeffern und mit 1 TL Paprikapulver sowie einer vorsichtigen Prise Chili würzen.
  • Jetzt mindestens 45 Minuten mit Deckel drauf auf kleiner Flamme köcheln lassen. Zwischendurch ggf. Flüssigkeit auffüllen.
  • Kurz vor Ende der Garzeit die Milch zugeben und abschmecken.

 

Ich mache die Hälfte der Soße ein, indem ich sie in ein Schraubglas gebe und bei 120 Grad eine Stunde im Ofen sterilisiere (ich mache das wenn ich den Ofen eh brauche oder wenn ich noch anderes eingemacht hab) – man kann sie auch sehr gut einfrieren egal ob mit oder ohne Nudeln. So kann ich entweder für einen anderen Tag eine „Fertigsoße“ vorproduzieren oder einige Portionen Büroessen vorbereiten.
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Hat noch jemand vegetarische Rezepte auf Lager und wartet nur darauf, sie zu verbloggen? Her damit!

Griechische Weißkohlpfanne

Ein absolut großartiges Rezept! Wurde hier von allen für extrem lecker befunden:
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Für 3-4 Personen
500g Spitzkohl (netto ohne Strunk , das sind ca 1,5 kleine Kohlköpfe)
1 Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
200g Tofugehacktes (alternativ Soja Schnetzel fein, vorher eingeweicht)
2 EL Schmand oder Soja Cuisine
1 Tasse Gemüsebrühe
1  TL Paprika edelsüß
1 TL Thymian getrocknet
Salz, Pfeffer, Chiliflocken
100g Feta

Den Kohl in feine Streifen schneiden, die Zwiebel würfeln, den Knoblauch fein hacken. Zusammen mit dem Hack in ordentlich Olivenöl scharf anbraten.

Wenn das Gemüse gut Farbe bekommen hat, die Gewürze und 1 Tasse Gemüsebrühe zugeben. Mit Deckel köcheln lassen, bis der Kohl weich ist. Mit Salz und Chiliflocken nach Geschmack abschmecken.

Mit Feta bestreut servieren.

Dazu passen Ofenkartoffeln, Brot oder Tomatenreis.

Adieu Veggieblogtag!

Es fällt mir nicht leicht, aber ich muss leider nach knapp 1,5 Jahren dem Veggieblogtag „Auf Wiedersehen“ sagen. Der Donnerstag ist auf absehbare Zeit mein langer Bürotag und da passt es einfach nicht, an diesem Tag auch noch zuverlässig etwas posten zu müssen. Daher muss ich die Serie hier bei mir einstellen. Ich hoffe natürlich, dass der Impuls zumindest einmal pro Woche auf Fleisch zu verzichten dennoch angekommen ist und euch meine Rezepte inspiriert haben. Ich werde selbstverständlich weiter Rezepte posten, aber wohl nicht donnerstags.
Wenn ihr nochmal die vergangenen Donnerstage Revue passieren lassen wollt: guckt doch unter dem Tag „Veggieblogtag“!

Veggieblogtag: Süßkartoffelsuppe

Ich bin eine Suppenkasperin. War ich, denke ich, schon immer. Auf jeden Fall bin ich in meiner gesamten Familien als leidenschaftliche Suppenliebhaberin bekannt. Meine Oma macht sogar IMMER wenn ich sie zum Essen beehre extra eine Suppe vorweg. Selbst wenn noch andere Leute kommen, deren Suppenaffinität weniger stark ausgeprägt ist

. Solche Leute solls ja geben, mit einem davon bin ich sogar verheiratet. Deshalb gibt es bei uns seltener Suppe, als ich persönlich mir wünschen würde, aber mit über die Jahre steigender Tendenz, immerhin. Ich habe nämlich inzwischen herausgefunden: 1. Suppen sind angeblich kein vollwertiges Essen (Das ist natürlich Unsinn, man muss einfach mehr davon essen) 2. Es gibt Suppen, die als vollwertiges Essen im Notfall akzeptiert werden können. Das sind vor allem klassische Eintöpfe. In die Kategorie „Echtes Essen“ fällt auch z.B. diese Suppe: Süßkartoffel-Rosmarinsuppe
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Für 4

2-3 Süßkartoffeln je nach Größe
1/2 Stange Lauch
1 kleines Stück Sellerie
3 Kartoffeln
1 Petersilienwurzel (zur Not Pastinake)
1 Möhre
1 l Gemüsebrühe
100 ml Sahne
Rosmarin, Muskat, Chili, Paprika edelsüß, Pfeffer, Salz

Alles Gemüse putzen und grob würfeln. Mit der Brühe in einen Topf geben soforz 1 TL getr. Rosmarin und eine gute Prise Muskat zugeben und aufkochen, ca 30 Minuten kochen, bis alles Gemüse gar ist.

Nun die Sahne zugeben. Die Suppe mit dem Stampfer fein stampfen. Dann mit Salz, Pfeffer Paprika und Chili nach Belieben abschmecken. Dazu serviere ich eine Scheibe in der Pfanne mit Provencekräutern angebratenes Vollkorn- oder Roggenbrot.

Veggieblogtag : Kleinkindessen

Ich probiere derzeit so gut wie keine neuen Gerichte aus, weswegen es etwas schwierig ist, den Veggieblogtag wahrzunehmen. Das liegt daran, dass der Minimensch nun mit uns zu Abend isst und wir vollauf damit beschäftigt sind, zu erforschen, welche unserer altbekannten Gerichte er gut mitessen kann.

Die Herausforderung liegt bei uns darin, dass wir nicht nur vegetarisch essen, sondern der Minimensch zusätzlich auch noch allergisch gegen Kuhmilch ist. Das ist gar nicht mal so selten, bleibt aber bei vielen Kindern unerkannt.

Ganz kurz als Hintergrund: Sowohl Laktoseunverträglichkeit als auch Milcheiweißallergie sind unter Säuglingen relativ häufig. Meist allerdings nicht so stark, dass die Ernährung der stillenden Mutter beim Kind eine Reaktion hervorruft. Im Fall von Flaschenernährung gibt es problemlos laktosefreie Formelnahrung, milcheiweißfrei ist sehr viel schwerer. HA-Nahrung reicht oft nicht aus, sojabasierte Nahrung ist auch allergen, immer mit Gensoja produziert, schadstoffbelastet und nierenschädlich. Spezielle ultrahydrolisierte Nahrung aus der Apotheke wird von vielen Kindern verweigert, weil sie biter schmeckt. Der einfache Weg ist, stillen und selbst keine Milch essen. Die Reaktion des Kindes kann sich durch gestörte Verdauung oder Ausschlag zeigen. In unserem Fall rührte der Reflux von einer Milcheiweißallergie. Andere Kinder haben Blähungen über die ersten 12 Wochen hinaus, ungewöhnliche Stühle oder Magenschmerzen. Besteht der Verdacht, wird er zunächst über eine mindestens 2wöchige Ausschlussdiät erhärtet und kann dann per Bluttest letztgültig bestätigt werden. Bei uns führte dies nun dazu, dass ich keine Kuhmilchprodukte aber Ziegen- und Schafskäse sowie Creme fraiche und Sahne esse, der Minimensch darf aber mindestens bis er ein Jahr alt ist gar keine Milchprodukte. Ob Kleinkinder unter einem Jahr Milch kriegen sollten oder nicht ist ohnehin ein umstrittenes Thema, unsere Kinderärztin ist eher dagegen. Milch dient im Rahmen der Kleinkindernährung als Quelle für Jod, B-Vitamine, Kalzium und Proteine. Problematisch zu ersetzen sind nur Jod und B-Vitamine. Kalzium ist in vielen Hülsenfrüchten und Gemüsen, Protein in Getreide und Hülsenfrüchten. B-Vitamine sind in Soja, Sanddorn und Amaranth, Jod kann über moderates Salzen mit Jodsalz und ggf. Fisch in die Nahrung aufgenommen werden.

Der Minimensch isst im Moment morgens Brot, mittags meist gestampftes Gemüse mit Kartoffeln, das ich, wenn’s passt mit Tahin (Protein, Eisen) und Hirse (dito) mische. Abends isst er, soweit möglich eine Babyvariante unseres Essens. Als Zwischenmahlzeiten gibt es Obstbrei mit Hirseflocken. Süßem Obst wie Bananen oder Birnen füge ich Sanddornsaft hinzu, der liefert sehr viel VitaminC für die Eisenaufnahme und B-Vitamine.

Zu jeder Mahlzeit gibt es mindestens eine Komponente, die der Minimensch selbst mit den Fingern essen kann, also z.B. gekochte Gemüsesticks, Rührei, kleine Obststücke, … mir leuchtet es ein, dass Kinder, die früh selbst Lebensmittel kennenlernen dürfen hiervon sensorisch, (mund-)motorisch und auch ernährungstechnisch profitieren. Zwar betreiben wir kein Baby-Led-Weaning (BLW) aber der Minimensch hat sichtbar Spaß daran und das ist ja nie verkehrt.

Ich koche meist für uns alle gemeinsam, gebe aber nur sehr wenig Salz und kein Chili an die Gerichte, Kräuter und andere Gewürze aber schon, nehme dann etwa 250g für den Minimensch weg, koche die noch etwas weicher und würze für uns den Rest mit Salz und Schärfe nach. Das Essen des Minimensch wird dann grob gestampft oder klein geschnitten.

Bisher wurden folgende Gerichte mit großem Appetit weggemampft: westfälische Linsensuppe, Spinat (ohne Rahm) mit Salzkartoffeln und Rührei, indisches Curry, indische Linsensuppe, Linsen-Lauchgratin (ohne Creme fraiche und Käse), Hirseauflauf (ohne Käse), Spaghetti Bolognese, Nudeln mit Gulasch, Orientalische Couscouspfanne, Pfannkuchen mit Apfelmus.

Wir sind sehr beeindruckt, dass der Minimensch offenbar durchaus auf deftiges Essen steht. In der Tat gab es fast nichts, was er nicht mochte, solang es nur bitte nicht allzu sehr nach Brei aussieht und Mama und Papa es auch essen.

Noch ein paar Worte zum Thema Soja und Kinder: Soja soll aus dreierlei Gründen nicht an Säuglinge verfüttert werden: 1. Es gilt als hochallergen, 2. Es soll bei sehr kleinen Menschen nierenschädlich sein, 3. Soja enthält Isoflavone, die die Östrogenrezeptoren besetzen und dadurch potenziell zu Schilddrüsenproblemen führen. Für Erwachsene wurden all diese Faktoren schon vielfach als unbedenklich nachgewiesen. Bei kleinen Kindern findet man widersprüchliche Informationen, während in Deutschland für Kinder unter einem Jahr generell abgeraten wird, haben verschiedene Studien in den USA zu differenzierteren Empfehlungen geführt. Allgemein ist es wohl so, dass Produkte aus der Sojabohne selbst (Sojaschnetzel, Sojaschrot) nur sehr viel weniger Isoflavone enthalten, als fermentierte Soja-Produkte wie Tofu. Wir halten es so, dass wir dem Minimensch kein Tofu, keine Sojamilch geben, stattdessen Mandelmilch. Allerdings kriegt er gelegentlich Sojaschnetzel wenn sie in unserem Essen sind.

Veggieblogtag 4/2014: Möhrenauflauf

Das heutige Rezept ist das Ergebnis einer Freestyle-Resteverwertung, aber es verdient ganz klar die Adelung als echtes Rezept. Ich habe die Mengenangaben nur grob schätzen können, ist aber wohl auch nicht so schlimm.
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Für 2:

4-6 Möhren
1 Dose Tomaten in Stücken
1/2 Chili
1 kleine Zwiebel
50ml Sahne
1 Handvoll Sojaschnetzel extra fein (oder andere leicht weich werdende, sättigende Flocken wie z.B. zarte Haferflocken oder auch Couscous)
3-4 EL Semmelbrösel
1 EL Butter
Muskat, Paprika edelsüß, Zimt, Salz, Pfeffer, Zucker

Die Zwiebel fein würfeln, die eine Hälfte beiseitestellen, die andere Hälfte zusammen mit der gehackten Chili in einem Topf in Olivenöl anschwitzen. 1 TL Zucker, eine gute Prise Salz und die Tomaten zugeben, auf mittlerer Flamme ca 15 Minuten köcheln lassen.

In der Zeit die Möhren putzen und in Scheiben schneiden. Mit den restlichen Zwiebelwürfeln in einem Topf in Butterschmalz andünsten, 1 TL Zucker, eine Prise Zimt, ordentlich geriebenen Muskat und einen Schluck Wasser zugeben und mit geschlossenem Deckel garen lassen.

Wenn die Tomaten weich sind, die Sahne zur Soße geben und mit Salz, Pfeffer, Paprika abschmecken.

Möhren, Tomatensoße und Sojaschnetzel/… mischen und in eine Auflaufform geben.

Aus Butter, Semmelbröseln, Salz, Pfeffer und Muskat eine Krustenmasse herstellen. Diese auf dem Auflauf verteilen.

Im Backofen bei 200 Grad in ca. 10-15 Minuten überbacken.

Veggieblogtag 3/2014

Huch, schon Freitag. Das Arbeiten klaut mir einen Wochentag scheint mir. Weil ich aber das heutige Rezept verbloggen muss, bevor ich es vergesse, hier Nachholveggietag.

Gebratene Nudeln mit Sweet-Chili-Sauce
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Ich bin der asiatischen Küche gegenüber weitgehend ignorant. Zwar kann ich Sushi von Frühlingsrollen unterscheiden und gehe auch ganz gern thailändisch essen, aber ansonsten ist meine Sozialisation in diesem Bereich stark vom „China“-Imbiss und dem obligatorischen Hühnchen knusprig mit süß-saurer Soße geprägt. Und auch wenn ich weiß, dass diese Gerichte mit chinesischer Küche etwa so viel zu tun haben, wie Solarium mit Südsee, habe ich mich bisher nie bemüßigt gefühlt, mich da einzuarbeiten. Im Gegensatz zu arabischer, indischer oder italienischer Küche. Also dilettiere ich eben so vor mich hin und lasse euch heute mal daran teilhaben.

Für 2-3:

250g Mie-Nudeln
2 rote Chillis
4cm Ingwer
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Möhre
100 g Zuckerschoten
1/2 Paprika
2 Handvoll Brechbohnen TK
Sojasoße normal und süß (ersatzweise Zucker)
Tomatenmark
Asiengewürzmischung
Etwas Zitronensaft
2 Eier

1,5 der 2 Chillies mit Kernen grob schneiden, die Hälfte des Ingwers würfeln. In einem kleinen Topf in 1 EL neutralem Öl kurz anschwitzen. 2 EL Tomatenmark und 2 EL süße sowie 2 EL salzige Sojasoße zugeben. Mit 300 ml Wasser auffüllen, kurz aufkochen und dann auf kleiner Flamme 20-30 Minuten köcheln lassen.

Die Nudeln nach Packungsangabe in Salzwasser kochen.

Das Gemüse waschen und in mundgerechte Stücke schneiden, die verbliebenen Stücke von Ingwer und Chili fein hacken.

Alles gemeinsam im Wok oder Pfanne in Öl scharf anbraten. Mit asiatischer Würzmischung und salziger Sojasoße würzen, etwas Wasser zugeben und das Gemüse bissfestgaren, das Wasser sollte dabei weitgehend verdampfen.

Die abgegossenen Nudeln zugeben, anbraten. Mit Salz und Sojasoße sowie einem Spritzer abschmecken.

Die Eier verquirlen und darüber geben und gut durchrühren.

Während die Eier stocken die Soße probieren. Wenn sie schon sehr scharf ist, die Chili- und Ingwerstücke rausfischen und danach mit Sojasoße und etwas Zucker abschmecken. Wenn die Soße noch schärfer sein dürfte, den Pürierstab reinhalten und die Chili und Ingwerstücke fein pürieren. Dann auch abschmecken.

Habt ihr die gestrigen Beiträge von Lotti und Melleni zum Veggieblogtag gesehen? Noch wer dabei?