Puh, was für ein Jahr!

In den letzten Jahren gab es hier eher keine Rückblicke und Vorsätze. Aber dieses Jahr steht schon so sehr raus, dass es mal gewürdigt werden muss.

Als ich im Januar auf der AnNÄHerung war, ging ich schon auf dem Zahnfleisch. Ein kleines Kind, ein Hauskauf, Arbeit, Rechtsstreit mit Mieter*innen … es war schon da wirklich viel. Nun. Es sollte über das Jahr eher mehr werden.

Ein Deckendurchbruch. Ein Berg Tapeten abgekratzt. Unheimlich viel Dreck weggemacht. Eine Wand gebaut. Und Müll entsorgt. Und verputzt. Geschliffen. Tapeziert. Gestrichen. Eine Etage Parkett geschliffen. Eine Etage Kork geklebt. Alles x mal geölt. 180 fucking Kisten gepackt. Einen Großteil davon auch schon wieder ausgepackt. Büsche geschnitten. Beete umgegraben. Einen Sandkasten gebaut. Mehr Schrott entsorgt. Möbel montiert. Und zwischendurch oft und bang den Kontostand kontrolliert. Riesige Vorhänge genäht.

Und auch: Eingewöhnung in der U3-Kita. Abschied im Kindergarten. Im Garten rumgehangen. Ein neues Fahrrad und ein Laufrad. Einschulung. 2 mal Magendarm für alle. X Erkältungen. 4 mal Bronchitis. Viel früher aufstehen als bisher. Schulwegüben. Weiterer Bringweg zur Kita.

Und noch: eine neue Mitarbeiterin. Arbeitszeit erhöht. Neue und andere Aufgaben. 3 Dienstreisen. Etliche Abendtermine. 4 Fortbildungen.

Etliche Podcastepisoden.

Aber dafür feiern wir Weihnachten in einem wunderbar schrulligen alten Haus mit Urwald-Garten rundrum. Und einem absolut zauberhaften Nähzimmer. Und das große Kind liest (keine Bücher, aber Instant Messages – lustig diese digital natives) und das kleine redet wie ein Wasserfall, kann alles *ALLEINE* und braucht schon fast keine Windeln mehr.

Nebenbei viele kleine Dinge in Sachen Nachhaltigkeit verändert: Kosmetikauswahl reduziert, viel mehr zu Fuß eingekauft, festes Shampoo und Duschgel und Zahnpasta eingeführt, Biokiste abonniert. Fast nur Geschenksäcke oder wieder benutztes Papier benutzt. Alles natürlich mit dem Gefühl, dass das leider gar nix bringt. Und auch noch viel zu wenig ist. Und wo kommt denn dieser ganze Plastikmüll immer her? Denn ja, an der Welt verzweifelt, immer und immer wieder.

Vieles ist auf der Strecke geblieben. Dieses Blog pflegen. Freunde treffen. Urlaub. Familie besuchen. Ausgehen. Yoga- und Sportroutine. Nähen. Marmelade. Einkochen. Brotbacken. Schlafen.

Das muss besser werden. So viel Vorsatz muss sein.

Sonntagssachen 18/2019

Croissantfrühstück, leider ist der Milchschäumer noch nicht aufgetaucht. Geschraubt. Einen scheußlichen gelben Zierstreifen angeklebt. Und mit Fliesenlack bepinselt, Ergebnis leider unzufriedenstellend. Viele Kisten ausgepackt (mit tollen Helfern!). Einen Kindertisch montiert. Ikea-Puzzle. Leckerer Kuchen, den auch die Helfer mitbrachten.

Sonntagssachen 27/2018

Gefrühstückt. Dem Minimensch geholfen, sein Zimmer für die wöchentliche Tour des Staubsaugerroboters aufzuräumen. Gleiche Tiere gesucht. Bolognese vorgekocht. Einen sehr leckeren Apfelkuchen von und mit Familie Drehumdiebolzeningenieur gegessen. Industrie-Natur bespaziert. Den letzten Schluck eines sehr guten Rotweins getrunken. Ein ziemlich hübsches aber vermutlich eher uninteressantes weil eilig gebackenes Brot aus dem Ofen geholt.

Freitags mit … Handwerkern (und anderen)

Ich habe ja neuerdings freitags meinen Extrem-Entspannungstag. Also das ist dieser Tag an dem das Kind nur maximal bis 12 in die Kita kann. Wo also praktisch nicht lohnt irgendwas sinnvolles zu machen und ich deshalb plante, einfach gar nicht erst zu arbeiten, sondern totaaaaal tiefenentspannt meine Freiheit zu genießen. Meine Entspannung sah entsprechend in den letzten Wochen freitags jeweils so aus: Einkaufen ohne Kind *juhuuu*, krank sein, doch noch schnell ganz viel arbeiten müssen, krank sein, … klappt super mit den 3-4 Stunden Entspannungszeit am Freitag, nicht wahr? Heute neuer Gipfel der Entspannung: Handwerker an drei verschiedenen Stellen der Wohnung. Und nebenher noch arbeiten, weil nix geschafft, weil erst seit gestern wieder im Dienst. Der Plan war also, das Kind pünktlich um 8 in der Kita abzuliefern (wir sind sehr schlecht im pünktlich in der Kita sein), schnell einkaufen, 3 Stunden arbeiten während nebenher die Handwerker alles wieder gut machen, was derzeit doof ist. Um 11.45 entspannt zur Kita fahren und dann das Kind mit Mittagessen füttern und danach Mittagsschlaf machen. Guess what – läuft ganz anders.

Ich wache um 7 Uhr von allein auf, weil nunja, eine der Sachen, die repariert werden muss, ist die Rollade im Schlafzimmer. Also wache ich mit der Sonne auf. Das ist 7. So weit so gut. Ich schleiche ins Bad (der Mann kam erst gefühlt vor 5 Minuten von einer Betriebsfeier ins Bett). Palim palim da tönt es aus dem Babyfon. „Mama?“ Ich stelle mich tot. …. „Die Mama soll kommen.“ (Immerhin, das mit der Grammatik kann der Minimensch gut.) Also wieder raus aus dem Bad. Kind kuscheln. Kind mit in die Dusche nehmen. Mann wir liegen gut in der Zeit. Dann passiert, was immer passiert – wir fallen in das Badezimmer-Zeitloch und kommen erst um 7.55 wieder heraus. Am Frühstückstisch stelle ich fest, dass ich vergessen habe mich zu schminken. Das Kind vertilgt derweil eine halbe Million Brote und fragt alle drei Bissen „Papa, keinen Hunger?“ „Nein, Papa will noch schlafen. Der war erst sehr spät im Bett.“ Kind, nickt sehr wissend: „Das ist anstrengend.“ Ha, erfasst. Erkenntnis – Besserung. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich schminke mich und schreibe nebenher meine Einkaufsliste und hoffe, 8.15 das Haus verlassen zu können.

8.40 Wir sitzen im Auto. Vorher Flur-Zeitloch. Immer dieses Sockensuchen, Schuhesuchen, über die Anzieh-Hoheit diskutieren, ausdiskutieren welche Kuscheltiere mit in die Kita dürfen. Heute ergänzt um Papa wecken und diskutieren welche Schuhe Mama anziehen darf. Achja. Die Freuden der Elternschaft. Immerhin in der Kita alles top, das Kind flitzt schneller ab, als ich ihm die Hausschuhe anziehen kann, ich parke um 9.00 in der Fußgängerzone und beginne den Drei-Geschäfte-Einkaufs-Marathon. Ich habe optimistisch nur 45 Minuten Parkschein gezogen.

9.52 Naja fast. Drogerie, Biosupermarkt, Bank, 2 Kinderschlafanzüge und ein Shirt als Bonus. Ich bin hochzufrieden. Zuhause begrüßen mich neben dem Mann noch drei verschiedene Handwerker, die sich übertreffen in „Leider kann ich ihnen nicht den Einkauf rauftragen-Witzen“ Stur lächeln und winken. Einkauf verräumen, Kaffee kochen, Anweisungen erteilen. Um 10.15 sitze ich am Küchentisch mit Laptop und der Heizungsmann ist schon fertig. Das läuft. Ich lese sehr konzentriert eine Präsentation Korrektur während neben mir an der Wand gespitzt, industriestaubgesaugt und laut geflucht wird. Ich verspreche, nicht zu verraten, dass unsere Klingelanschlussleitung jetzt sehr viel schöner verputzt ist, als die der anderen im Haus. Immerhin, unsere Tür hat nun wieder ein richtiges Schloss. Darauf geht der Handwerker erstmal eine rauchen.  Die 5 Minuten Lärmpause nutze ich für ein Telefonat. Der Handwerker ist übrigens sehr mit sich zufrieden und hochgradig begeistert von seiner eigenen Arbeit. Ich nicht so, bin nämlich erst auf der 4. von 33 Folien. Ja gut. Ist ja noch fast ne Stunde Zeit.

10.50 der Handwerker ist zurück und macht jetzt Sachen, die weniger Lärm machen, aber deutlich mehr stinken. Ich trinke noch einen Kaffee. In einer Stunde muss ich das Kind aus der Kita holen, an der Rolladenreparaturfront ist noch kein Ergebnis zu beobachten und meine Arbeit ist auch noch nicht fertig. Hmpf. Dafür ist der Industriestaubsauger wieder im Einsatz.

11.05 Immernoch Türrahmenreparatur. Nix an der Rolladenreparaturfront. Kinder meine Nerven. Dafür hab ich die halbe Präsentation durch. So ein Industriestaubsauger ist übrigens sehr super, wenn man mal gar nicht denken möchte. Einfach mal den Kopf leer kriegen. bfuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu. bfuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu.

11.15 Es wird gefeilt und gesprüht und gespachtelt und geflucht. Himmlische Ruhe quasi. Ich lese mich flott durch 10 Folien und verteile sporadisch kleine rote Kringel hier und da. Mein Kopf schmerzt, was möglicherweise am unruhigen Nachtschlaf des immernoch hustenden Minimenschen, möglicherweise aber auch am wundervollen Geruch der Spachtelmasse liegt. Ob Kaffee hilft? Kann man ja mal probieren.

11.25 Ich habe die Korrektur fertig und abgeschickt. Kopfschmerz ist kaffeeresistent. Der Handwerker ist verschwunden, bzw. läuft im Hausflur rum. Nix neues an der Rolladenfront. Dafür spielt sein Handy als Klingelton das Star-Wars-Intro. Öfter. Also so ca. alle 10 Minuten. Ich werde den Tag also mit einem Star-Wars-Ohrwurm verbringen. Die Lösung der Spontan-Dematerialisierung des Handwerkers ist eine Belohnungs-Zigarette nach erfolgreicher Tür-Reparatur. Ich bewerfe meine Kopfschmerzen mit Traubenzucker und betrachte die so semi-hübsch beisgespachtelte Tür, das formschön versteckte Klingelkabel und befühle beglückt den nun wieder warmen Heizkörper im Wohnzimmer. Dann besinne ich mich, dass ich ja noch 15 Minuten wertvolle Arbeitszeit hab und arbeite mich durch meine Mails. Unpraktischerweise ist anscheinend gerade im Büro Ausflugszeit, zumindest beantwortet keine/r meine/r Kollegen meine Mails und Chatnachrichten. Ob die auch alle Belohnungszigaretten rauchen? Es ist geradezu gespenstisch ruhig und die Sonne scheint. Ein kurzer Moment des Friedens. Ich durchsuche meinen „WIP“-Hefter (Teufelsding!) nach einem bestimmten Zettel. Dabei finde ich ein Rezept für Weihnachtsplätzchen von meiner Schwiegermutter. Ja gut. Ich wundere mich da jetzt nicht drüber, sondern mache lieber sinnvolle Dinge.

11.45 Das Fluchen hat sich ins Schlafzimmer verschoben. Ich klappe den Rechner zu und teile dem Handwerker mit, dass ich zur Kita fahre. Dieser ist gerade dabei, in hilfloser Geste die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und „Supergau“ und „was soll ich da denn jetzt machen“ vor sich hinzumurmeln. Auf mein: „Sollten Sie vor in einer halben Stunde fertig sein, ziehen Sie einfach die Tür zu“ hin ertönt hilfloses Schnauben. Na gut. Ich fahre lieber mal. Und bin dann sogar überpünktlich an der Kita, wo ich voll gecheckt sowohl das Essensgeld passend dabei habe als auch endlich mit einer anderen Mutter über eine angedachte gemeinsame Babysitting-Lösung für lange Arbeitstage sprechen kann.

12.20 Der Minimensch und ich betreten die Wohnung und der Handwerker betätigt gerade testweise die wieder funktionierende Rollade. Ich enthalte mich jeden Kommentars der Dinge von „Wunderheilung“ oder „not so GAU“ enthält, danke freundlich und wünsche ein schönes Wochenende. Der Handwerker wünscht fröhlich „bis nächste Woche“ – ich schnaube. Der Minimensch und ich essen Pizzareste und erzählen ausführlich und zusammenhanglos vom Tag (also vor allem er, ich sage „Willst du noch essen?“ im Minutentakt).

13:00 Haben wir endlich das essen beendet, die Hände gewaschen, die Hose gewechselt, die Zähne geputzt, das Kind ist umfallmüde. Und zwar genau so lang, bis es in seinem Bett liegt. Dann besteht es darauf, dass ich dort bleibe und beginnt Rollenspiele und Fingerreime mit seinen Kuscheltieren. Ich schaue mir das eine Zeitlang an und verlasse dann – natürlich unter lautstarkem Protest den Raum. Ich will noch etwas arbeiten und nach Möglichkeit zumindest 10 Minuten kurz schlafen. Und während das Kind mir fröhlich durch das Babyfon Lieder vorsingt, mache ich mich an das Korrigieren meines Papers …

7 Sachen-Sonntag

Es gibt wenig Bilder derzeit hier. Da mach ich doch einfach mal wieder einen 7-Sachen-Sonntag.

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Recht früh, zu früh, unangenehmer Start mit Hustenbalsam und Fieberthermometer. Kind krank.

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Immerhin, Sonnenschein.

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Auf dem Weg zur Bude und den Sonntagsbrötchen die „Zu verschenken-Kiste“ neu bestückt. Bisher ist alles verschwunden, was ich rein gelegt hab.

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Mit engagierter Papierknüllunterstützung Kisten packen. Küche.

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Zwischendurch dringend benötigte Koffeinzufuhr.

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Dass die Wäsche nicht jetzt mal bis nach dem Umzug warten kann ist ja auch eher unschön.

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Am Abend nach einigen Computerdingen noch die letzten Handstiche am Bielefeld-Zweitprojekt. Morgen also auch die letzten Rollen Nähgarn einpacken.

Und was bringt 2014?

Mein Rückblick erschien ja schon vor ein paar Tagen. Auh das neue Jahr hält viel aufregendes bereit. Zunächst ist ja das Leben mit kleinem Kind per se sehr spannend. Fast täglich gibt es neue Gafahrenzonen aus dem Weg zu räumen neues zu bestaunen und langweilig wird es da schonmal nicht. Aber außerdem beginne ich, noch in meiner Elternzeit, ab Anfang Februar wieder schrittweise mit dem arbeiten, ab April dann mit 50%. Das wird spannend, denn Herr Siebenhundertsachen und ich teilen uns die Betreuungszeiten (vermutlich mit externer Unterstützung hier und da) – hinzu kommen noch die Pendelzeiten und außergewöhnliches wie Konferenzen usw. Da wird es viel zu organisieren geben und eine ganz neue Routine muss erst noch gefunden werden. Ich freue mich vor allem auf meine Vorlesungen, bin aber auch gespannt, wie ich es hinkriege, meine Energie und Zeit gut und sinnvoll aufzuteilen in einer Weise, die uns auch noch Freiräume „für uns“ lässt. Ob wohl die Regierung uns hier tatsächlich mal helfen wird? Das wäre ja ausgesprochen verwunderlich, so eine Anwandlung von nachhaltiger, familienfreundlicher Arbeitsmarktpolitik.

Aber natürlich gibt es auch Pläne, was werkeln, nähen, basteln angeht. Zunächst wird da das Arbeitszimmer anstehen. Leider können wir es nicht mehr länger rausschieben. Seit etwa einem Jahr arbeitet eigentlich so recht niemand im Arbeitszimmer. Aber mit home office für uns beide wird das bald wieder anders sein. Bis dahin sollten im Idealfall all die Dinge, die dort hingepröllt mal eben kurz abgestellt wurden, wieder verschwunden sein. Außerdem muss die Schreibtischorganisation wohl überlegt werden und Platz für meinen Nähtisch geschaffen werden. Denn – und das ist schon der zweite Punkt – irgendwann werden wohl der Nähtisch, das Gästebett und unsere Musikinstrumente aus dem Kinderzimmer ausziehen müssen, weil der Minimensch dort einzieht. Hmpf. Ich habe sowas ja geahnt, aber bislang noch tunlichst ignoriert.

Neben diesen Räum-Ausmist-Organisiertätigkeiten, wird es natürlich auch was zu nähen geben. Ich bin ganz geruhsam mit einem Rock in das Jahr gestartet, nach bewährtem Schnitt und mit bekanntem Stoff. Schwarz-grau-weiß, also ein Allrounder. Nicht an einem Stück genäht, sondern wenn der Krankenstand hier es mal zuließ am Abend. Das Futter fehlt noch, das mach ich im Verlauf des Wochenendes, denke ich. Da das Ende der Stillkleider nun deutlich absehbar ist, tummelt es sich auf meiner Projektliste ganz schön. Ich hab hier Elisalex und Anna von By Hand London liegen. Außerdem das Pavlova Wrap Top und das Tiramisu Dress von Cake Patterns. Und noch einige Kleiderschnitte mehr. Sehr dringend ist der Wunsch nach einem Blazer, der zu meinen vorrangig blauen Dozentinnenkleidern passt. Ich werde also wohl ein Kostüm in Angriff nehmen, denn wenn ich wieder arbeite, gibt es auch wieder Anlässe für „Frau-Dozentin-Outfits“. Hier muss ich aber nochmal auf Stoffjagd gehen, denn ich hab ja nie mehr als 2m von irgendwas im Lager. Zum Glück hat alfatex Wollstoffe reduziert. Beim Kostümschnitt habe ich so 4-5 zur Wahl, zum Teil Vintage zum Teil aus Zeitschriften. Kommt Zeit kommt Blogpost…

Der Minimensch soll Latzhosen bekommen, das erscheint krabbelfreundlich. Und der Mann wartet schon lang sehnsüchtig auf einen Hoodie. Im Wege steht eigentlich bei all diesen Projekten erstmal das nervige Kopieren.

Und dann noch der Garten. Unser erstes richtiges Gartenjahr. Ich habe eifrig Bücher gewälzt und eine erste grobe Vorstellung eines Bepflanzungsplans entwickelt. Der muss noch finalisiert werden. Und dann natürlich viel getan. Laube streichen und einrichten, Wiese düngen und neu einsäen, Bäume schneiden, Saatgut besorgen. Das wird aufregend und viel Arbeit. Aber hoffentlich auch schön. Ich bin jedenfalls schon gespannt wie ein Flitzebogen und freu mich. Wie Bolle.

So, und jetzt versuch ich mal gesund zu werden, damit ich mit irgendwas davon überhaupt mal anfangen kann…

Zurückschauen

2013 war für mich eines der aufregendsten und umwälzenden Jahre meines Lebens. Beim Baumschmücken haben wir darüber sinniert, dass ich letztes Jahr Weihnachten noch gar nicht so sehr dolle schwanger war und nun krabbelt ein wundervoller Minimensch hier rum und vandalisiert die verpackten Geschenke. Eigentlich unfassbar. Dazwischen lagen komplizierte und nervöse letzte Schwangerschaftswochen, ein wundervoller Monat gemeinsame Elternzeit und sehr viel tolle Minimensch-Zeit. Aber natürlich auch anstrengende Wochen bis Monate mit Blähungen, Reflux, Zahnen, wenig Schlaf, viel Chaos, wenig Energie.

Aus einer eher anstregenden Zeit komme ich gerade. Seit bereits vor Weihnachten sind Herr Siebenhundertsachen und ich wechselnd krank. Ein fieses Erkältungsdings, das uns einfach nicht in Frieden lässt. Auch der Minimensch war zwischendurch arg verschnupft. Außerdem hat er sich genau diesen Moment ausgesucht, um endlich endlich mit den ersten beiden Zähnen rauszurücken, da hat er jetzt auch lang genug dran rumgearbeitet. Aber nunja. Wenig Schlaf blieb da nur. Und entsprechend hab ich jetzt auch noch mit Migräne-artigen Kopfschmerzen zu kämpfen. Deshalb gab es hier auch in letzter Zeit wenig zu lesen und einen Jahresrück- oder -ausblick konnte ich bisher auch noch nicht so recht erstellen.

Aber innehalten und zurückschauen möchte ich eigentlich schon gern, auch wenn das neue Jahr nun bald 10 Tage alt ist. Denn es gab ja nun doch einiges in 2013.

Angefangen hat es mit dem langen langen langen, praktisch unendlichen Winter. Meine wenigen Umstands-Winterkleider konnte ich im April, als endlich der Frühling kam, wirklich nicht mehr sehen. Genäht habe ich in dieser Zeit wenig für mich – denn ich wollte ja auch keine unendliche Reihe Winter-Umstandskleider nähen. Ein Highlight gab’s trotzdem: Das rote Jurk, das ich immernoch gern und viel trage. Mein Himmelfahrtskommando-Hochzeitsgast-Kleid wurde nicht mehr fertig und auch nicht gebraucht, denn als die Hochzeit stattfand, war ich schon zur Überwachung im Krankenhaus, und hängt daher bis heute auf der Puppe, weil ich nicht sicher bin, ob ich die Mehrweite für den Bauch wieder rausnehmen, oder es als Umstandskleid fertignähen und dann mal auf Verdacht in den Schrank hängen soll. Dafür habe ich so dies und das für den Minimensch genäht. Aber am allermeisten war diese Zeit von der Umgestaltung des MuFuZi geprägt, das schonmal einen Regal-Schrank bekam, damit es irgendwann bald ein Kinderzimmer werden kann. Derzeit ist es also nun das Näh-Gästezimmer auf Abruf. Aber bald wird der Nähtisch ins Arbeitszimmer umziehen müssen.

Und selbst im Mai hatte der Minimensch zunächst noch einige recht stürmisch-kalte Lebenswochen, wer hätte damit denn gerechnet. Also weder mit der Ankunft des Minimensch im Mai noch mit dem Regen-Sturm-10-Grad-Wetter, das ihn begrüßte. So waren wir insgesamt nicht ganz so gut ausgestattet, wie gedacht, denn die kleinsten selbstgenähten und gebraucht gekauften Klamotten waren alle noch viel zu groß und auch viel zu kalt. Mein Plan nur oder fast nur gebraucht zu kaufen, ging also gleich zu Beginn nicht auf. Aber seit der Minimensch Größe 50/56 hatte, haben wir uns weitgehend dran gehalten. Hosen hat er fast nur selbstgenähte, Bodies, Oberteile, Schlafanzüge sind alle gebraucht. Nur Schlafsäcke und Socken sowie natürlich geschenktes haben wir in neu. Und bisher fahren wir damit gut und sind sehr zufrieden. Auch der gebrauchte und strunzenbillige Kinderwagen tut brav seinen Dienst, besser als viele teure Markenteile, die wir in unserem Bekanntenkreis so betrachten können. Direkt in den ersten Lebenswochen des Minimensch habe ich seine Krabbeldecke fertig genäht, die ich vor der Geburt nicht mehr geschafft hatte. Die Wickeltasche war noch so grade fertig geworden. Beides fuhr dann mit uns in den Urlaub in unserer gemeinsamen Elternzeit. Auch die Nähmaschine durfte mit und meine ersten beiden Nähprojekte nach der Geburt des Minimensch: Der Herzchenrock und das lila Hemdblusenkleid. Beide trage ich gern, der Herzchenrock ist ein richtiger Liebling geworden, einfach weil er so praktisch ist.

Und dann kam der Sommer. Mit richtig heiß und so. Und zwei langen wallenden Sommerkleidern sowie dem Kauf eines Kleingartens. Fortan verbrachten der Minimensch und ich schonmal etwas Zeit im Garten mit der Spätsommerernte und der Planung fürs Frühjahr. Und mit abhängen.

Und im Herbst folgten Röcke. Der Jackie-O-Rock, der leider etwas steif ist, um richtig toll zu sein, und der Wahlsonntagsrock, den ich sehr sehr liebe. Ein weiteres Hemdblusenkleid. Und schließlich. Robson. Der Höhepunkt des Nähjahres. Der Minimensch bekam viele dünne Hosen und auch Oberteile, die ich nicht verbloggt habe und eine Zwergenmütze, auch unverbloggt sowie eine zweite Krabbeldecke für die Küche und dicke Hosen – auch unverbloggt. Man sieht, das Bloggen musste etwas in den Hintergrund treten. Denn während der Minimensch am Anfang friedlich 4 Stunden Mittagsschlaf machte und sich wie ein echtes Schlafkind hier einführte mit viel Schlaf am Tag und in der Nacht, hat er sich das inzwischen abgewöhnt. Tagschlaf ist für Loser. Für einen neugierigen kleinen Krabbelmensch reichen die Stunden des Tages kaum aus um alles zu erkunden, erklettern und entdecken. Da wird nur geschlafen, wenn man schon vor Müdigkeit tot umfällt und dann muss auch ein Power-Nap von 20 Minuten reichen. Tagnähzeit ade. Der kleine Sack Flöhe braucht alle Aufmerksamkeit. Aber dafür ist er ein toller kleiner Entdecker und spielt selbstvergessen auf der Decke – am liebsten natürlich mit allem, was er nicht haben soll: Mülltonne, Glaslampe, Schallplatten, Altpapier, you name it. Wofür wir den Berg Spielsachen haben, hat sich mir bisher nicht erschlossen, denn Spielzeug kann nicht punkten, wenn auch nur ein Berg Faltwäsche oder ein Karton in der Nähe ist.

Und dann der Winter, so man ihn so nennen will. Also die nassere und windigere Fortsetzung des Herbstes. Die Adventszeit  verging hier weitgehend unbegangen. Weihnachten mit Minimensch war aber super. Bis die Erkältungsbazillen ihren zweiten Anlauf nahmen und uns ins Bett verfrachteten. Und so klang das Jahr recht ereignislos mit inhalieren und Tee trinken aus. Auf die letzten Wochen hat der Minimensch sowohl krabbeln gelernt, als auch die Zähne gekriegt. Ersteres zu unserer großen Freude, denn es macht einfach enorm Spaß, das Kind wie ein junges Fohlen durch die Wohnung hoppeln und dabei begeisterte Juchzlaute machen zu sehen. Sitzen wär jetzt noch schön, dann wären die Mahlzeiten wieder etwas nörgelfreier zu überwinden, nehme ich an.

Zu kurz gekommen sind vor allem lesen, stricken und ein wenig auch das Kommentieren auf anderen Blogs. Immerhin zwischen den Jahren habe ich mal wieder ein Buch gelesen. Stricken hingegen bleibt im Bereich der Planungen stecken. Leider eigentlich. Aber der Minimensch ist mit Wollknäulen schlimmer als kleine Katzen. Und DAS will schon was heißen. Zum Thema kommentieren habe ich so einige Gedanken angesammelt, die ich gern nochmal in einem gesonderten Blogpost niederschreiben möchte. Bald. Irgendwann. Wenn Zeit ist.

2013 war auch das Jahr des Veggieblogtags. Der pausiert ja derzeit, aber immerhin an fast 40 Donnerstagen habe ich vegetarisches gebloggt und gesammelt. Ich nutze das Rezeptarchiv hier im Blog inzwischen als mein persönliches Best-of-Kochbuch. Allein dafür hat es sich schon gelohnt.

Was das neue Jahr bereit hält, erzähle ich ein andernmal. Dieser Rückblick muss fürs erste genügen. Für viele #nähnerds beginnt das Jahr mit der anNÄHerung. Für mich leider nicht, aber ich wünsche allen, die nach Bielefeld fahren viel Spaß, hoffe auf spannende Berichte und auf ein baldiges Bloggerinnentreffen, das sich nicht mit Migräne, Zahnkind UND krankem Mann überschneidet.

Weihnachtspost #1: (keine) Deko

Ich muss jetzt mal schnell noch alle Weihnachtsdinge verbloggen, die noch in den Blogplänen schlummern, sonst ist nachher Weihnachten vorbei.

Ich bin ohnehin nicht so die Riesendekorateurin. Früher, als ich noch in Blumen machte und später in Geschenkverpackungen, da sah es in meiner Wohnung immer sehr weihnachtlich-festlich aus. Das habe ich mangels Zeit und Priorität schon in den letzten Jahren stark reduziert. Dieses Jahr sind dann noch einige bisher etablierte Dekoelemente wie auf dem Boden stehende Windlichter mit Christbaumkugeln, der Krabbelkindprävention zum Opfer gefallen. So ist es hier eher unfestlich. Einen Adventskranz gibt es, auf einem höheren Regal, wo das Kind nicht rankommt.
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Und Transparentpapiersterne. Damit habe ich schon letztes Jahr begonnen und ich finde sie sehr schön. Katharina zeigte ihre (die sehr viel komplexer sind als meine) schon vor einiger Zeit. Hier nun meine:

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Diese 3 stammen alle aus diesem Buch. Das Buch kann ich nicht so ganz empfehlen. Es enthält letztlich nur einige wenige Elemente, die zu insgesamt 6 Sternen kombiniert werden können und sich z.T. sehr ähneln. Alle sind aus Rechtecken im Seitenverhältnis 1:2 oder 1:3. Die Auswahl an Büchern zum Thema war zumindest in den 3 hiesigen Bastelgeschäften aber auch stark begrenzt – es gab genau eins und das war sehr teuer, so dass ich dieses von meiner Mutter geliehen habe.
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Dieser Stern ist nach einer Anleitung von Handmade Kultur und ich finde ihn für einen achtzackigen Stern sehr hübsch. Er wird aus Quadraten gefaltet, verbraucht also – im Verhältnis – recht viel Papier.
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Diesen „Waldorfstern“ habe ich mir bei Katharina abgeguckt. Ich finde den vollen Farbkreis, so wie in der Anleitung, schon recht *räusper* anthroposophisch, habe daher mit halben Farbkreisen experimentiert und finde das sehr schön. Dieser Stern ist aus Fünfecken und es bedarf etwas mehr Zeit zum zuschneiden der Elemente, dafür faltet er sich total simpel und macht echt was her. Meine Fünfecke haben eine Kantenlänge von 9cm, ich habe aber auch mit 6cm experimentiert, das wird auch sehr schön. Wer, wie ich, das letzte Fünfeck in der Mittelstufe konstruiert hat: ein gleichseitiges Fünfeck hat Innenwinkel von 108 Grad. Ich musste das kurz googlen, shame on me.

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Auf der Fensterbank habe ich zwei – gekaufte – Lichttüten in die ich je durch einen der unteren Sterne auf der Rückseite eine 10er Lichterkette gepfriemelt hab.

Und wenn mich irgendwann am Wochenende noch ganz dicke die Dekorierlaune trifft, verstreu ich vielleicht noch ein paar Filzsterne auf freien Flächen. Wobei: Welche freien Flächen eigentlich?