Sonntagssachen 27/2017

Vorgelesen. Legosteine angereicht. Gefrühstückt. Mittagsschlaf gemacht. Gelesen, notiert und geplant. Gestopft. Einen Seespaziergang gemacht. Ein Stillkleid zugeschnitten. Sehr kleine Socken gestrickt.

Sonntagssachen 20/2017

Kinderkunst bewundert. Milch geschäumt und wie immer nicht glauben wollen, dass das Glas auf die Gasflamme kann. Improvisiertes Hockey gespielt. Bett abgezogen und gelüftet. Vorgelesen. Gebloggt. Gelesen und dabei am Sandkasten in der Sonne gesessen. Den Zuschnitt für ein Stillnachthemd gemacht.

Mutterschutz

Nun bin ich im Mutterschutz. Das fällt mir gar nicht so leicht. Zwar bin ich eigentlich müde und ausruhbedürftig genug, aber ich bin auch etwas rastlos und suche Beschäftigung. Denn nach 3 Jahren als arbeitende Mutter bin ich sehr daran gewöhnt in optimiertem Tagesablauf und bestmöglichem Output zu denken. Nichts hat meine Effizienz am Arbeitsplatz so erhöht wie das Wissen um die Schließzeit der Kita und die Vergänglichkeit der Arbeitsstunden. Nun richtet sich diese antrainierte Effizienz auf die chaotische Wohnung und die Ablage. Mit mäßigem Erfolg denn der Rücken schmerzt und der Nachtschlaf ist wenig und unerholsam. Gut dass mich der Gesetzgeber zur Pause zwingt. Denn das stete schlechte Gewissen, doch weniger zu leisten, weniger Flexibilität zu zeigen, andere Kollegen zu belasten, so schnell geht das nicht weg – wie unangebracht es auch sein mag.

Tatsächlich habe ich in dieser Schwangerschaft im Gegensatz zur ersten bis zum letzten Tag vorm Mutterschutz gearbeitet. Und dass das ging macht mich froh, denn es heißt ja, dass es mir und dem Bauchzwerg gut geht. Gut aber auch, sagen zu können: Und jetzt ist Schluss, ab jetzt Ruhe und Kraft tanken. Denn trotz vieler bemühter Worte („Sie heben aber nicht zu schwer?“ „Wenn Ihnen das Wetter zu schaffen macht, melden Sie sich.“) am Ende wird eine dann doch nicht besonders geschont. Mein letzter wirklich wichtiger Termin war zwei Tage vor Ende, und da gab es noch einiges nachzuarbeiten. Im Grunde ist schon die Erwartungshaltung deutlich: Sie haben einen Job mit Verantwortung, also kommen Sie der bitte auch möglichst uneingeschränkt nach. Ich gewinne latent den Eindruck, dass die Bereitschaft von Eltern ihre angeblichen Nachteile als Arbeitnehmer*innen zu kompensieren ausgenutzt wird. So erhielt ich z. B. mit dem Infoschreiben zum Mutterschutz auch gleich eine Information, dass ich auf eigenen Wunsch den vorgeburtlichen Mutterschutz kürzen kann. What? Ich bin doch nicht irre. 

Ich werde direkt nach dem Mutterschutz wieder mit einer sehr geringen Stundenzahl beginnen zu arbeiten. Auch hier sehe ich jetzt schon, dass ich da scharfe Grenzen ziehen muss, damit ich nicht heimlich weit über das verabredete hinaus an Aufgaben bekomme. Und irgendwie macht mich das alles sauer. 

Es gibt viele, sehr viele Eltern, die aus persönlichem Engagement, Spaß am Job, finanzieller Not, oder wirtschaftlicher Unsicherheit heraus nach kurzer Elternzeit von max. einem Jahr wieder viel und sehr engagiert arbeiten. Der Komplettausstieg für viele Jahre ist heute sicher nicht mehr der Regelfall. Ich arbeite aus innerem Antrieb heraus ohnehin mehr und vor allem engagierter als man eigentlich von mir erwarten kann – bei höchstens mittelmäßiger Bezahlung. Und genauso komme ich eben auch aus Spaß an der Arbeit und aus Verantwortungsgefühl für meine Aufgaben schnell wieder zurück. Aber das darf doch nicht zur Grunderwartung werden. Dass Eltern quasi „unmerklich“ Eltern sind und nach einem kurzen „Urlaub“ (haha!) wieder da sind, als sei nichts gewesen. Denn Elternschaft ist kein Privathobby, das man ausübt wenn es gerade gut passt. Wir tragen damit gleichzeitig zur Zukunft der Gesellschaft bei. Unter Aufbringung erheblicher finanzieller und persönlicher Ressourcen. Und selbst wenn man diesen gesellschaftlichen Aspekt außer acht lässt- sollte ich nicht mehr Herrin über meine Lebenszeit sein, als meine Arbeitgeberin? Sollte mein Engagement und mein Einsatz nicht auch dadurch honoriert werden, dass mir ermöglicht wird, meine Arbeitszeit individuell zu wählen – anstatt dass Engagement als Aufforderung verstanden wird, noch mehr davon zu fordern.

Von daher bin ich froh, dass es den Mutterschutz gibt, der unmissverständlich sagt „jetzt ist mal gut“ und mich davon entbindet, ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich nicht mehr so leistungsfähig bin wie sonst. Und um einen guten Start in geteilte, faire, engagierte Elternschaft für beide zu gewährleisten, würde ich sofort auch einen „Vaterschutz“, wie ihn jüngst die SPD-Ministerin Katarina Barley vorschlug unterstützen. (Das Interview ist insgesamt lesenswert!)

Sonntagssachen 19/2017

Nein, das Kind spielt hier weder Handy noch Tablet, es fröhnt seiner neuesten Leidenschaft „Zahlen“ an einem leicht defekten Taschenrechner. Kunstwerke geschenkt bekommen. Kuchen verspeist gemeinsamen mit der besten Drehumdiebolzeningenieurin samt kl kl Mensch. Nägel lackiert. Kleinstreste eines mitgewaschenen Taschentuchs von Kleidungsstücken weggerollert. Kuchen gebacken. Und mit Kuvertüre überzogen.

Sonntagssachen 17/2017

Auf dem Sofa eine große Kuschellandschaft eingerichtet. Den Babyquilt begonnen. Bei der Erbauung einer KfZ-Werkstatt mit Notfallflugzeug und Wildtier-Wachdienst assistiert. Episch gefrühstückt mit nettem Besuch und viel Zeit. Die Innovation in der Bauwirtschaft: Bagger mit Windkraft-Antrieb. Viele minikleine Klamotten gefaltet. An der Babydecke weitergestrickt, die Temperaturen lassen das ja wieder zu, die Reihen werden merklich kürzer, ca. 1/5 fehlt noch. Die ganze lange Schlange von Jelly-Roll-Elementen für den Baby-Quilt vermessen und in Teile geschnitten. Jersey-Reste verwertet.

Baby-Erstausstattung: meine persönliche Empfehlung

Es gibt Listen zu Babyausstattung zuhauf. Solche die eher das Konsumbedürfnis werdender Eltern befeuern, die vielleicht auch nutzen, dass man so händeringend alles richtig machen will genauso wie solche die betonen, dass man ja quasi nichts braucht und gleich darauf teure bio Wollsachen und Naturkosmetik empfehlen.

Vor der Geburt des Minimensch ahnte ich schon, dass mein Ansatz wohl eher ein pragmatischer sein würde. Allerdings kam der Minimensch dann ja früher und sehr viel kleiner als geplant auf die Welt und wir waren tatsächlich nicht ganz fertig mit dem Vorbereiten. Wir hatten z.B. noch keine Babyschale, das Bettchen war nicht aufgebaut, Windeln in kleinster Größe hatten wir auch nicht da. Und alle vorher gekauften Klamotten waren zu groß. Das ließ sich aber alles schnell regeln. Dennoch bin ich diesmal früher dran mit der Babysachen-Vorbereitung.

Was man wirklich unbedingt sofort braucht:

  • Autositz
  • Bettchen, inkl. Matratzenauflage und Spannbetttuch
  • Schlafsack
  • Windeln in Größe 1 – ruhig mehr als eine Packung
  • Wundschutzsalbe vorzugsweise ohne synthetische Fette, da hat inzwischen ja jede Drogeriemarktkette eine Bio-Serie, das muss nicht immer das teure Anthroposophie-Produkt sein
  • 10 Bodies aus Baumwolle, mehr Langarm als Kurzärmlig, am besten zum wickeln (da braucht es auch mal zwei am Tag)
  • 5 Garnituren Oberbekleidung, also Shirt und Strampler/Hose
  • Dünne Jacke
  • Spucktücher, reichlich
  • Wickelunterlage(n)
  • Baby-Wolldecke
  • Fieberthermometer
  • Wärmestrahler oder Lampe
  • 2 Kapuzenhandtücher
  • Verschiedene Mützchen/Sonnenhüte
  • Wollsöckchen

Das mit den Langarmbodies sollte man im Blick haben. Denn es gibt im Sommer kaum Langarmbodies zu kaufen. Ist Saisonware – sagte man dem vollkommen verdatterten Mann als er Mitte Mai versuchte, adäquat kleine Kleidung für den Minimensch zu kaufen. So ein Mummpitz. Babys zieht man tendenziell langärmelig an und es ist ja auch eher nicht von Mai bis September am Stück 30 Grad. Diesmal habe ich im Frühjahr Langarmbodies zum Wickeln in Gr. 50 und 56 gekauft um unsere Bestände aufzufüllen.

So gut wie alle unsere anderen Babyklamotten sind gebraucht gekauft, die meisten bei eBay. Und sie werden jetzt das fünfte Kind kleiden ohne dass die meisten nennenswert abgenutzt sind. Denn auch wenn man sie viel wäscht, die Trageperiode je Kind ist einfach kurz. Durch den Gebrauchtkauf erspare ich der Welt Ressourcen- und mir Geldverschwendung. Zudem sind auch alle Schadstoffe schon rausgewaschen. Unsere Schlafsäcke und wenige Wollsachen haben wir neu und bio gekauft, bzw. uns gewünscht. Aber eine komplette Marken-Bio-Ausstattung finde ich – persönlich – übertrieben.

Natürlich haben wir viel mehr als 10 Bodies und 5 Kombis an Oberbekleidung – allein schon weil wir noch Sachen geliehen und geschenkt bekommen haben. Aber wirklich richtig dringend notwendig sind wahrscheinlich nur 10/5. Natürlich auch schon in der nächst größeren Größe, denn so mancher Säugling wächst binnen Tagen aus Größe 50 raus.

Was manche auf dieser Liste vermissen werden:

1. Wickelkommode

Wir hatten keine. Wir haben die ersten Wochen den Minimensch mit Wickelunterlage auf dem Bett oder Sofa gewickelt. Als er seinen Kopf selbst halten konnte haben wir begonnen, ihn in Bauchlage auf dem Schoß zu wickeln. Wenn man das einmal kann ist das ein grandioser Life-Hack. Denn man kannwirklich überall sauber und hygienisch wickeln, muss nie einen ekeligen Wickelplatz im öffentlichen Klo erstmal grundreinigen und ist auch nicht auf die gendergebiaste Zurverfügungstellung von Wickelgelegenheiten angewiesen.

2. Babybadewanne

Wir haben den Minimensch in einem Wäschekorb/Wanne gebadet. Das ging wunderbar und das Ding steht jetzt nicht im Weg, sondern kommt seinem Ursprungszweck wieder zu.

Was ich darüberhinaus sehr nützlich finde:

  • Mullwaschlappen (Anleitung folgt)
  • Baby-Hängematte
  • Tragetuch
  • Krabbeldecke
  • Kleine Windeltasche
  • Babyöl ohne synthetische Öle
  • Baby-Sonnencreme (je nach Jahreszeit)
  • Kleine Traubenkern- oder Dinkelkissen
  • Strampel- oder Pucksack mit Gurt-Durchlass für den Autositz

Die Baby-Hängematte war sicher das beste, was ich für den Minimensch genäht habe. Er hat hierin mindestens ein halbes Jahr seine Tagschläfchen gemacht. In den ersten Monaten haben wir sie außerdem als Reisebett mitgenommen, das war sehr praktisch.

Ohne Tragetuch hätte ich nicht gewusst, wie ich Zahnen, Blähungen und diverse Entwicklungsschübe überstanden hätte. Ich könnte auf den Kinderwagen verzichten, auf das Tuch sicher nicht. Allein schon, dass man Tragen kann und dennoch die Hände nutzen ist unbezahlbar. Nach einiger Zeit bin ich dazu übergegangen den Minimensch auf dem Rücken in der Manduca zu tragen, das ist Rücken- und Hüft-schonender geht aber eben erst nach einigen Monaten.

Die Traubenkernkissen waren in der Blähungszeit im Dauereinsatz, heute noch kommen Sie bei Mittelohrentzündung zum Einsatz. Inzwischen wurden sie durch selbst genähte Dinkelkissen ersetzt.

Ein ganz persönlicher Tipp noch: Ich habe allen Stramplern die Füße abgeschnitten und Bündchen angenäht. Einerseits war der Minimensch oft drinnen im Warmen mit nackten Füßen viel zufriedener, andererseits sind die Klamotten dann viel flexibler, man kann sie umgekrempelt schon anziehen, wenn sie noch etwas lang sind und auch noch wenn sie schon ein bisschen kurz werden. Denn am Ende wachsen Babys ja nicht normgerecht und dann passen die Strampler mit Füßen vielleicht nie oder nur kurz, weil das Kind einfach lange oder kurze Beine hat. Das amputieren von Stramplerfüßen war meine erste Nähmaschinen-Handlung nach der Geburt des Minimensch und genau richtig für die erste halbe Stunde Zeit, die ich mir irgendwo für mich rausnehmen konnte.

Es lohnt sich, auch wenn man fest vorhat, zu stillen auch Fläschchen, Sauger und ein Päckchen Milchpulver da zu haben. Auch Informationen einzuholen, welche Apotheken elektrische Milchpumpen vermieten macht Sinn.

Knitterkleid als Umstandssack

Das Knitterkleid von crafteln fand ich zuerst gar nicht reizvoll, weil ich dieser Crashoptik nicht viel abgewinnen kann. Dann jedoch sah ich die ungeknitterten Versionen von Dodo und Frau buntekleider und fand es schon gleich viel besser. Gerade für heiße Tage stellte ich mir so ein luftiges Nix sehr gut vor. Als ich mir dann die Schnittführung mit der vorderen Mittelnaht noch etwas genauer ansah wuchs in mir der Gedanke, dass der Schnitt sich auch für ein luftiges Umstandszelt eignen könnte. Und als ich dann wusste, dass ich über den Hochsommer schwanger sein würde, da bestellte ich den Schnitt. Und einen günstigen fließenden Viskosestoff.

Vor dem Urlaub begann ich das Kleid zwar noch, fertig wurde es aber erst danach, genau passend zu der Hitze diese Woche.
Tatsächlich ist mein Plan gut aufgegangen. Das Kleid ist luftig und sommerlich, es klebt nirgendwo am Körper und sitzt sehr bequem. 
Was habe ich also geändert? 

Ich habe als Basis eine Größe kleiner gewählt, als mein Brustmaß erforderte, da ich das Kleid ja nicht knittern wollte. In dieser Größe haben ich alle Rückenteile, die Ärmel und die oberen Vorderteile zugeschnitten. Die vorderen Rockteile habe ich zwei Größen größer zugeschnitten und an der vorderen Mitte weiter ausgestellt zugeschnitten, so dass ich insgesamt um den Bauch rum 25 cm zugegeben habe. Beim zusammennähen der vorderen Ober- und Unterteile habe ich die Mehrweite der Nahtlinie eingehalten.

Zuerst habe ich alles nur geheftet-  nach Anprobe habe ich die Brustabnäher versetzt, die Schulter verschmälert und im oberen Bereich Weite im Rücken rausgenommen. 

Danach habe ich dann alle Nähte mit der Overlock genäht und das Kleid um gut 15cm gekürzt, so dass es vorn nun knielang ist. Länger sah mir zu tonnig aus. 

Den Saum habe ich als Rollsaum gearbeitet, den Ausschnitt habe ich doppelt umgebügelt (dabei leider etwas gedehnt) und abgesteppt. Und im Ergebnis habe ich, genau wie geplant, ein ultraluftiges sehr leichtes Kleid für sehr warme Tage:


Das Kleid wirkt sommerliche, wie für den Strand gemacht und dabei nicht formlos. Ich mag es sehr. Insbesondere auch die schöne Nahtführung im Rücken.

Erstaunlich finde ich, das man von vorn in dem Kleid den Bauch kaum sieht. Dass ich in diesem geblümten formschönen Sack gekonnt eine achter-Monat-Kugel verstecke, fällt nur von der Seite auf:

Sonntagssachen 15/2017


Lego gebaut und einen Mangel an Dachsteinen diagnostiziert. Zwei Geschenk-Babyhosen aus lang gehütetem Stoff genäht. Brötchen geholt. Dem Sandkastentreiben zugesehen. An der Babydecke weitergestrickt und zum wiederholten Male gedacht: ich brauche ein weniger warmes Projekt! Mittagsschlaf gemacht, sehr lang. Bunten Nudelsalat für heißes Wetter fabriziert. Vergessen das Radler im Biergarten und die Kinokarten zu fotografieren….