Sonntagssachen 13/2017


„Lang“ (7.30) geschlafen und mit aufgebackenen Brötchen gefrühstückt. Nägel lackiert. Rhabarber-Baiser-Kuchen gebacken. Mich in ein schickes neues Kleid geworfen. Und einen Sonnenspaziergang mit demokratischer Rechtewahrnehmung gemacht. Die Kaffeetafel gedeckt und Kuchen geschlemmt. Zugeguckt wie die Großeltern damit dem Minimensch Lego bauen. Und dabei ein paar Reihen gestrickt – langsam wird es warm unter der Babydecke. Pizza gemacht.

Sonntagssachen X/2017


Der Minimensch hat Mittelohrentzündung und entsprechend lief die Nacht und läuft der Sonntag. Frühstück. Viele Runden verschiedenste Spiele. Kuchen zum trösten. Ein FBA beim Anna Dress gemacht – besondere Umstände erfordern Änderungen selbst an alt-bewährten Schnitten. Der Minimensch macht derweil Kinderkunst. Ich schneide das Maternity-Hack-Anna-Dress auch gleich noch zu. Und erfreue mich an den gleich drei riesigen Laufmaschen in meiner nahezu neuen Strumpfhose. Gratinierter Ofenspargel zum Abendessen.

Halbzeit

Die Schwangerschaftsmitte ist erreicht und auch die Babydecke ist schon über die Hälfte groß.


Ich habe bei der Hälfte einige Farbstreifen kurz hintereinander eingezogen und bin nicht ganz sicher ob ich vielleicht jetzt zu breiteren Farbstreifen übergehe so dass es nicht ganz so regelmäßig aussieht.


Für diese Hälfte habe ich acht Wochen gebraucht, mal gucken, ob ich das Tempo halte oder eine Abschlussschwäche entwickle…


Natürlich werden dann auch noch Fäden zu vernähen sein…

Me made Mittwoch: Endlich ein buntes Umstandskleid

Ich glaube, ich habe meinen Schnitt für diese Schwangerschaft gefunden. Es ist ein leicht ausgestelltes Wasserfallkleid, das ich lose aus dem Schnitt des Wasserfallkleides aus der Burda entwickelt habe, nach Abgleich mit einem sehr schön sitzenden aber schon etwas knappen Umstandskleid von Freundin Z.


Dieses hier ist mein bisheriges Lieblingsumstandskleid. Denn es ist nicht schwarz oder grau oder dunkelblau, es ist sehr bequem, genau richtig lang und sieht schön aus. Und auch wenn ich noch 2-3 Schnitte ausprobieren will, bin ich sicher: das bleibt auch ein Liebling. Ein weiterer Viskosejersey ist schon auf der Wäscheleine und noch einer mit eher heller Farbgebung liegt für eine Ärmellos-Variante für den Urlaubskoffer bereit.


Der rote Punktejersey aus Viskose stammt vom Stoffmarkt in Dortmund und ich habe ihn letztes Jahr in netter Begleitung von Birgit und Freundin J. gekauft – nachdem ich seinen marineblauen Bruder schon letztes Jahr vernäht habe, weiß ich allerdings, dass er nicht sehr wäschebeständig ist und so rechne ich nicht damit dass das Kleid die Schwangerschaft überdauert. Der Coupon von 1,5m war recht knapp und es hat gerade so für Dreiviertelärmel gereicht, da das aber eh meine präferierte Armlänge ist, passt das schon so.


Ich habe gegenüber dem Burdaschnitt das Rückenteil im Bereich des oberen Rückens um 2cm verschmälert, ebenso die Schulterbreite des Vorderteils und ein wenig auch die Breite des Wasserfallkragens. Außerdem habe ich im Vorderteil die Taillenverjüngung rausgenommen und das Kleid ab der Hüfte um 2cm weiter ausgestellt. Auf Höhe der Taille habe ich das Vorderteil um 3cm verlängert und diese Mehrlänge in 3 kleine Falten gelegt. Bei einer kommenden Version sollte ich endlich darauf achten, den Kragenbeleg zu verlängern, der endet mitten auf der Brust und zeichnet sich je nach Stoff dort ab. Wenn genug Stoff dagewesen wäre, hätte ich das vordere Oberteil einfach bis unter die Brust gedoppelt.


Natürlich war es heute viel zu kalt für ’nur‘ ein Jerseykleid. Ich trage darunter ein selbst genähtes Unterkleid aus Microjersey, das ich aus dem Shirtschnitt Plaintain von Deer&Doe genäht habe und darüber einen Sweat-Blazer (gekauft) und einen Schal.

Und kurz vor Toresschluss schlüpfe ich noch beim Me made Mittwoch rein.

Ostersachen 2017

Ostereier gesucht. Im Auto gestrickt. Im westlichen Nachbarland zweisam Cheesecake und Kaffee genossen. Und Schweinereien geshoppt. Nach Hause gefahren. Ostermontagsfrühstück gemacht. Das angekatschte Kind versorgt. Im Matschwald gewesen. Lämmchen gebacken.

Dämonen

Ich habe etwas länger darüber nachgedacht, ob ich hier im Blog oder überhaupt im Internet von meiner Schwangerschaft berichten soll.

Langjährige Leserinnen wissen, dass die Schwangerschaft mit dem Minimensch im letzten Drittel nicht mehr so ganz glatt verlief.  Auch wenn ich das nicht explizit zum Thema gemacht habe, konnte man raus lesen, dass ich einige Zeit vor der Geburt im Krankenhaus war und in wirklich sehr engmaschiger Überwachung. Der Minimensch stellte einfach irgendwann das Wachstum ein, der Verdacht war damals Plazentainsuffizienz. Nun ist ja bekanntlich ein kleines aber gesundes Kind aus ihm geworden. Dennoch bleibt natürlich die Frage „Kommt das diesmal wieder? Vielleicht mit weniger glücklichem Ausgang?“

Dann hatte ich – und das war hier bisher kein Thema – vor einem Jahr eine frühe Fehlgeburt. Daran hatte ich mehr zu knabbern als mir lieb ist und auch das lässt natürlich Zweifel zurück. Darüber schreiben kann ich erst jetzt, wo ein neues Kind unterwegs ist.

Also vielleicht gar nicht so öffentlich über die Schwangerschaft schreiben? Sie aussparen? So sehr privat ist dieses Blog ja dann doch nicht. Und letztlich geht es dabei ja auch nicht nur um mich, sondern auch um die Privatsphäre und das Leben meiner Familie.

Ich habe mich aus zwei Gründen dafür entschieden, es doch zu tun.

Einerseits weil ich ansonsten nicht mehr hätte bloggen können. Ich kann nicht einen Teil meines Lebens ausklammern und dennoch weiter bloggen. Dieses Blog ist meine virtuelle Wohnung. Es gehört zu mir und ich zu ihm. Es hätte mir sehr gefehlt. Und im offline-Leben haben zwangsläufig viele vollkommen Fremde (Nachbarn, Kolleg*innen, Kindergarteneltern,…) an meiner Schwangerschaft teil. Da ist es dann hier im Blog irgendwie doch viel privater und persönlicher.
Andererseits hat mich dieser Post von Frau Frische Brise ermuntert sowie die Offline-Erlebnisse mit vielen Frauen, die selbst eine Fehl- oder Totgeburt, eine komplizierte Schwangerschaft oder eine schlimme erste Zeit mit Baby hatten. Sehr oft, wenn ich zögerlich von meiner Fehlgeburt erzählte, sagten mir andere Frauen „ja. Das habe ich auch erlebt.“ Viele zweimal. Manche ganz traumatisch nach sehr weit fortgeschrittener Schwangerschaft. Das war gut, denn es hat mir geholfen, mich nicht sprachlos zu fühlen. Und diesen Statistiken „Jede dritte Schwangerschaft endet vorzeitig“ Gesichter zu geben.

Ich finde es nach wie vor sehr sinnvoll in den ersten 12 Wochen nicht über eine Schwangerschaft zu reden. Ich war froh, meinem Chef einfach eine Krankmeldung geben zu können, ohne mich genauer erklären zu müssen. Ich finde es wichtig, entscheiden zu können wann ich mit wem über eine Fehlgeburt spreche. Dennoch finde ich es auch nicht richtig, Komplikationen rund um das schwanger werden, schwanger sein und gebären zu tabuisieren oder zweifelhaften Kinderwunschforen zu überlassen. Und so möchte ich auch ermutigen indem ich darüber schreibe, dass es Komplikationen und Hürden gibt. Dass vermutlich jede Schwangerschaft Momente von Unsicherheit und Angst hat (auch in dieser gab es schon einen Schockmoment, der sich zum Glück erledigt hat). Dass nicht jede sofort schwanger wird und bleibt. Dass ich ein Kind verloren habe und das auch nicht einfach so abschütteln kann.

Denn natürlich sitzen die Dämonen der letzten beiden Schwangerschaften neben mir. Mal mehr mal weniger. Am Anfang wagte ich kaum, mich zu freuen. Versuchte mich innerlich erstmal nicht so drauf einzulassen. Und erzählte gleichzeitig nahestehenden Menschen davon, denen, denen ich auch von meiner Fehlgeburt erzählt hatte, damit andere mit uns hofften.

Noch einige Zeit nach der 12. Woche war mein Schlaf unruhig und meine Träume ziemlich wirr, beängstigend und erschreckend. Mit den ersten zaghaften Kindsbewegungen wurde das besser.

Es bleibt die bange Frage „wächst es genug, wird es genug versorgt?“ die ist immer ein bisschen da. Beim Blick auf die Waage und beim Kontrollieren des Bauchumfangs, bei jeder der wirklich zahlreichen Gyn-Kontrollen. Ich achte viel mehr darauf, eiweißreich zu essen, zähle moch akribischer die Koffeindosen nach, nehme Tabletten, beobachte kritisch jede Eintragung im Mutterpass. Dieser Dämon sitzt da, noch einige Wochen mindestens. Das muss ich wohl akzeptieren. Das selbstverständliche „es ist schon alles in Ordnung“-Gefühl aus der ersten Schwangerschaft fehlt mir. Aber das gehört dann jetzt wohl dazu.

Und so wird auch diese Schwangerschaft hier nicht ausgeklammert werden. Auch wenn ich nach wie vor keine Mamabloggerin bin und es hier weder ein Schwangerschaftstagebuch noch Bauchfotos mit Wochenangabe geben wird. Und auch sicher keine Produktempfehlungen und Bauchshooting-Aufnahmen vom Profifotograf. Aber natürlich selbst genähte Umstandskleidung. Und Einblicke in das Leben, das eben derzeit ein Schwangeren-Leben ist. Und sicher auch niedliche Mini-Kindersachen – wenn die Zeit dafür reif ist. Ohne dass diese Schwangerschaft hochglanz-perfekt aussehen soll oder wird. Keine Schwangerschaft ist hochglanz-perfekt. Muss sie ja auch gar nicht sein.

Sonntagssachen

pixlr_20170410062809107Um 7.15 von Licht erwacht – Sonnenlicht – kurz darauf kam der Minimensch angetapert um mir zu verkünden, es sei schon hell – wir kuscheln noch etwas und stehen dann auf. Vor dem Frühstück schnell die Spitze an mein neues Mikrojersey-Unterkleid genäht, nach nur 2 Jahren, die der Stoff im Schrank lag, war es binnen 30 Minuten am Samstagabend fertig. Gefrühstückt. Den Bodensatz der Handtasche sortiert. Verschiedene Schokolade gehackt. Eine Blume geschenkt bekommen. Einen Muffin in der Sonne gegessen. Die genau mittige Reihe der Babydecke gestrickt. Die Zubereitung von Rosmarinkartoffeln an die Filialgeneration delegiert. Yoga gemacht.

Spring Style Along: Passt? Eher nicht

Im aktuellen Teil des Spring Style Alongs bei HandMade. Glamour. Everyday. geht es um Anpassungen und ob diese nötig waren. Da hab ich mal ein passendes Kleid, nämlich diesen Totalausfall hier:

Es handelt sich um die Robe 14h von 2eme Arrondissement und was ihr hier seht ist schon die Variante nach mehreren Abenden Änderungen. Ich bin nach wie vor nur sehr wenig angetan. Ich hatte gedacht, dass in der Schwangerschaft  vielleicht ein Wechsel, weg vom weiten Rock, hin zu einer geraderen Silhouette nicht schlecht wäre – nun. Dumme Idee.

Der Schnitt enthält die Größen S, M, L und keine Maßtabelle, sondern lediglich dieAngabe, man möge die Größe nehmen, die man vor der Schwangerschaft hatte, sowie dass die Schnitte für eine Körpergröße von 1,65 konzipiert seien. Ich wählte also M und verlängerte etwas. Dann wird entlang der vertikalen Nähte eine Nahtzugabe von 2 cm empfohlen, sonst 1cm. Warum wird aber nirgendwo erklärt. 

Nach dem Zusammensetzen hatte ich einen hübsch gemusterten OP Kittel. Das wurde natürlich durch die Farbe noch verstärkt. Ich habe in den Rückenabnähern deutlich was raus genommen und sie viel weiter nach oben verlängert, außerdem je 4 cm oberhalb der Brust aus der Prinzessnaht genommen und 2cm aus beiden Seitennähten sowie aus der Prinzessnaht unterhalb der Brust bis zum Beginn des Bauches. Die angeschnittenen Ärmel habe ich um 2cm gekürzt. 

Trotz dieser Änderungen finde ich das Kleid immer noch unvorteilhaft. Um die Brust sitzt es eng und um den Bauch wird es sicher nicht bis Woche 40 reichen. Dennoch sehe ich aus wie eine Tonne. Ich trage es heute mit Gürtel und Strickjacke, das geht irgendwie. Ich überlege noch, ob ich an der Stelle wo jetzt der Gürtel sitzt evtl einem Tunnelzug einnähen sollte, oder ob ich einfach das Kleid weglege und nach der Schwangerschaft zu einem Rock mit ausgefallenen Taschen umarbeite… Der Stoff ist jedenfalls zu schön zum wegwerfen. 

Inzwischen habe ich einen zweiten Schnitt von 2eme Arrondissement genäht, der sitzt besser, der unprofessionelle Eindruck was die handwerkliche Aufbereitung der Schnitte anbelangt, hat sich aber eher noch verfestigt.

Wahlplakat-Dadaismus

Ich habe das relativ zweifelhafte Vergnügen in letzter Zeit recht viel mit dem Auto innerstädtisch in mehreren Ruhrgebietsstädten unterwegs zu sein. Das gibt mir einen recht guten Überblick über den Status der Plakat-Wahlkampfes hier in NRW. Und was ich da so sehe ist auf der ganzen Parteien-Bandbreite dermaßen sinnbefreit, dass ich schon jetzt diese Wahl nicht mehr ernst nehmen kann:

Der SPD hat scheinbar irgendwer gesagt, dass man heutzutage eigentlich keine Inhalte braucht, solang man Hashtags hat, weswegen sie allüberall #NRWIR drauf druckt. Ergänzt um das Konterfei von Hannelore Kraft. Fertig ist das Plakat. Mehr braucht man ja nicht zu wissen, oder? Falls doch gibt es noch die fast genauso sinnfreien Varianten #NRWIR RABAUKEN (Bild von Kindern), #NRWIR MALOCHER (Bild von „Arbeitern“) sowie bestimmt noch weitere, die mich gnädigerweise bisher nicht ereilt haben. Wir halten fest, mit einer tollen Landesmutter und einem Wir-Gefühl kommt man schon aus. Na gut.

Der CDU hat das mit den Hashtags wieder keiner verraten, weswegen da das Bild von Armin Laschet mit dem Schriftzug „Armin Laschet“ ohne weitere Inhalte reichen muss. Armin Laschet ist nicht Hannelore Kraft, reicht auch als Aussage, was? Ansonsten gibt es von der CDU Plakate mit seltsamen Aussagen-Zusammenstellungen, die mir z.T. wirklich wie beliebig aus dem Generator gezogen vorkommen: „Mehr Bewegung. Weniger Stau.“ Gesehen am Bochumer Innenstadtring. Herzhaft gelacht. Oder „Mehr Polizisten. Weniger Einbrüche.“ Sind das Kausalitätsaussagen? Wunschaufzählungen? Was soll das sein? Ich hätte da als weitere heiße Kandidaten: „Mehr Sonntage. Weniger Montage.“ und „Mehr Katzenbilder. Weniger sinnlose Wahlplakate.“ Aber gut, das ist ja der Landesverband, der sich einst mit „Kinder statt Inder“ aus der Existenzberechtigung schoss und deren ehemaliger Ministerpräsident im Interview sagte, zur Feier des Wahlsieges bekomme seine Frau jetzt eine Spülmaschine.

Die FDP wirbt mit schon fast revolutionär viel Inhalt. Nämlich mehr oder weniger Sinn machenden Aussagen zum Politikbetrieb. Über das Schwarz-weiß-Bild von Christian Lindner in verschiedenen schwer politikermäßigen Posen gedruckt. Er redet engagiert, schaut kämpferisch oder macht konzentriert Notizen. Staatsmännisch. Leider lässt das Pink-Gelb-Blau des Schriftzuges dann doch irgendwie auf merkwürdige Drogen beim Plakatdesigner schließen und macht den staatsmännischen Eindruck kaputt. Der Minimensch denkt schon seit Tagen intensiv darüber nach, was der Mann da wohl schreibt und ist zu dem Schluss gekommen, dass er ein Anamnese-Formular beim Arzt ausfüllt – ist vielleicht notwendig, wenn man sich die Farbkombi zu lang angucken musste.

Auch die Grünen haben Inhalt. Allerdings kommt der verstörenderweise immer als Aufzählung mit 1. & 2. vor. „1. Beherzt regieren. 2. Weniger Hass“ oder „1. Freíheit. 2. Sichern“ Was soll denn das? Sind schon 4-Wort-Sätze so lang, dass man sie nur in Etappen verstehen kann? Oder brauchen die Grünen überraschend viele Milestones auf dem Weg zu gar nicht mal so riesigen Zielen? Es bleibt schleierhaft.

Die Linke wiederum wirbt mit dem Slogan „Zeig Stärke!“, unbekannten Menschen und darunter in kleiner Schrift Erläuterungen, wofür man Stärke zeigen solle „Mindestlohn, der kein Armutsrisiko ist“ „Bezahlbaren Wohnraum“ „Günstigen ÖPNV“ – inhaltlich solide linke Kernforderungen. Aber was soll das „Zeig Stärke!“??? Ich möchte hier doch wissen, was die Partei zu tun gedenkt und nicht von der Partei befohlen bekommen, was ich zu tun habe. Und wie bitteschön zeige ich Stärke für günstigen ÖPNV? Oder will man mir sagen, dass es Stärke erfordert, die Linke zu wählen? Ja, das stimmt vielleicht ist aber dann doch irgendwie auch ein  merkwürdiges Selbstbild, oder? „Überwinde dich, wähl uns!“ – hm, nein.

Der Quell der größten Freude sind die erstaunlich zahlreichen Plakate der MLPD. Da gibt es dann geradezu einen Überfluss an Inhalt. In bunten Farben. Und sehr zum lachen, denn ich komme nicht umhin mich zu fragen, ob die sich eigentlich mal kurz selbst zuhören. Mein Favorit: „Revolution ist kein Verbrechen – Weg mit §129 ab/b“ Also, 1. Revolution strebt qua Definition nach dem Umsturz des existenten (Rechts-)Systems, damit muss sie im gegenwärtig gültigen System ein Verbrechen sein. 2.Und dann, was soll denn das? „Nee Leute, Revolution find ich ja voll knorke, wär ich ja dabei, wenn es nur nicht verboten wär…“ ?! Oder wie hab ich mir das in revolutionären Kreisen vorzustellen? Schön auch „Politik für Arbeiter*innen – Nicht für Milliardäre“ 1. Warum haben Arbeiterinnen ein Sternchen verdient und Milliardärinnen werden qua Plakat exkludiert? 2. Wieviele Milliardär*innen denkt die MLPD denn so haben wir in Deutschland, dass es sich lohnt danach die Politik auszurichten? Auch noch ganz toll: „Protest ist links!“ Ja, sieht man ja z.B. schön montags in Dresden, den ganzen linken Protest, ne? Das klingt mir dann doch irgendwie stark nach dreijährigem Trotzkind: „Ist es doch! Männo! *fußaufstapfend ab*“

Am erfreulichsten jedoch: ich habe noch kein einziges AfD-Plakat gesehen. Die haben nämlich scheinbar den Wahlkampfauftakt um eine Woche verpennt und jetzt hängt schon an jeder Laterne ein Plakat.

Ansonsten trägt jedenfalls kein einziges dieser Plakate auch nur einen Hauch zu meiner Wahlentscheidung bei und es fiel mir auch sichtlich schwer, dem Minimensch zu erklären, wofür genau die eigentlich alle gut sind…

P.S. Wer außerhalb von NRW wohnt und sich das ganze Drama angucken möchte: die Google-Bildersuche ist da recht ergiebig…

Me made Mittwoch: Nicht so frühlingserwacht in Ceduna

Heute ist das Motto beim Me made Mittwoch „Frühlingserwachen“ und während mein Kleid mit seinem dünnen Viskosejersey und seinen 3/4-Ärmeln dazu ganz gut passt, hat das Wetter heute das Thema verfehlt.


Ich trage heute am ersten Tag im Büro nach 9 Tagen krank eine weitere Variante von Schnittstelle Ceduna. Der lila Jersey mit schwarzen Punkt-Kringeln ist von Coupons St. Pierre in Paris. Der Schnitt hat sich für mich für Schwangerschaft, Stillzeit und Bauchschrumpfungszeit bewährt und deshalb hab ich jetzt das dritte Ceduna.

Dem vorderen Rockteil habe ich 10cm Mehrweite spendiert, eigentlich fällt der Rock recht schmal.


Von der Seite sieht man die Kugel ein bisschen. In diesem Schnitt versteckt sie sich aber noch gut.


Für das Kleid und seine dunkelblaue Schwester habe ich schon viele Komplimente bekommen. Es trägt sich auch ganz gut unterm offenen Blazer und ist damit sehr Büro-tauglich.

Ich habe für das Kleid ca 1,30m verbraucht, obwohl ich das Rockteil verbreitert und verlängert hab. Aus den Resten des 1,50m Coupons wurden noch zwei Slips.

Und nun schau ich mich beim Me made Mittwoch um.