Waxprints für den „Guten Zweck“

In meiner Seitenleiste ist schon immer ein Link zu meinem dawanda-Shop. Ich betreibe, davon ist hier eher nie die Rede, bereits seit Jahren einen Non-Profit-Dawanda-Shop zugunsten von Projekten in Afrika. Ich verkaufe dort Waxprint-Stoffe, die ich aus Sambia bekomme und die dort Chitenge heißen. Leider habe ich in den letzten 2 Jahren kaum noch Zeit gehabt, mich um den Shop zu kümmern. Das hochladen und ständige wieder einstellen der Artikel ist oft einfach nicht drin, noch weniger das verpacken und versenden genau am nächsten Werktag usw. Da ich aber noch einen ganzen Stapel Waxprints im Lager habe, dachte ich, ich suche hier im Blog Abnehmerinnen dafür. Wäre ja schade wenn die hier versauern, wenn sie auch unters Volk und der Erlös einem guten Zweck zukommen könnte.

IMG_20141123_143401[1]

Der Reinerlös des Stoffverkaufs kommt den Projekten des eine-welt-engagement e.V. zugute, für den ich schon lang ehrenamtlich tätig bin. Meinen noch vorhandenen Stapel würde ich gern für das Projekt „Schulfee Zambia“ verkaufen, das es Familien im südlichen Sambia ermöglicht, ihre Kinder auf eine weiterführende Schule zu schicken, indem es für Schulgebühren, Uniform und Lernmaterialien aufkommt. Die Stipendienempfänger werden von einem einheimischen Team vor Ort ausgewählt, hier in Deutschland wurde das Projekt von einer Studenteninitiative ins Leben gerufen. Die StudentInnen hinter dem Projekt haben die Idee im Rahmen einer Summer School in Sambia entwickelt. Ich habe mich im Rahmen meiner Forschung unter anderem mit Entwicklungshilfe beschäftigt und bin dabei eher kritischer geworden und zu der Erkenntnis gelangt, dass ich die meisten Formen von Entwicklungshilfe irgendwo zwischen nutzlos und schädlich verorten würde. Entwicklungshilfe ist ein sehr ambivalentes, oft umstrittenes Unterfangen. Staatliche Entwicklungshilfe ist vielfach enorm ineffizient, nicht genug auf den Bedarf angepasst und leider nach wie vor zu oft strategisch ausgerichtet. Private Entwicklungshilfe hat das Potential erheblich besser zu funktionieren, nutzt dies aber oft nicht aus, gerade wenn sie durch kleine Initiativen geleistet wird. Kleine Organisationen unterstützen leider zu oft Abhängigkeitsstrukturen und schaffen Wohlstandsinseln, aus der durchaus nachvollziehbaren Motivation heraus, greifbare Verbesserungen in kurzer Zeit erreichen zu wollen. Eine der wenigen unumstrittenen Erkenntnisse aus der entwicklungsökonomischen Forschung ist, dass Bildung tatsächlich zu einer erheblichen Verbesserung beiträgt. Allerdings eben nicht von heute auf morgen. Bildung, vor allem sekundäre Schulbildung von Mädchen, verringert das Armutsrisiko, die Geburtenrate und die Mütter- und Säuglingssterblichkeit. Leider führen höhere Bildungsausgaben, selbst mehr Schulen, noch nicht zwangsläufig zu höheren Schülerzahlen und schon gar nicht zu höheren Absolventenquoten, denn oft ist die zusätzliche Arbeitskraft für die Familie wichtig, oder es mangelt an „Kleinigkeiten“ wie Uniform, Essensgeld oder Materialien. Gut durchdachte Bildungsprogramme sind daher ein Baustein wünschenswerter Entwicklungspolitik. Und das Programm Schulfee erscheint mir als solches, gerade auch, weil es von einem Team vor Ort verantwortet wird.

Meine Waxprints stammen alle aus Afrika, sie wurden dort auf dem Markt gekauft. Leider kann ich dadurch keine zuverlässige Aussagen über Herkunft und Material. Ich bitte die Damen, die für mich dort einkaufen immer, nur Baumwollstoffe zu kaufen. Meist gelingt das auch. Allerdings sind ein paar dabei, bei denen ich nicht ganz sicher bin, ob sie wirklich reine Baumwolle sind. Die Stoffe sind alle durch die Waxbatik-Technik sehr steif. Das gibt sich nach dem ersten oder spätestens zweiten Waschen und erst dann kann man auch tatsächlich die Festigkeit des Stoffes beurteilen. Die Stoffe sind, zumindest meiner Erfahrung nach, von der Festigkeit fester als Voile oder Batist, etwa im Bereich von Quilting Cotton, Fahnentuch oder dünnem Nessel, allerdings etwas lockerer gewebt und dadurch oft ein wenig durchscheinend. Ich habe ein paar Kleidungsstücke aus Chitenge, da kann man den Fall sehen, z.B. dieses, dieses, dieses und dieses.

wpid-img_20140916_104820_20140917072208895.jpg

Viele der Stoffe tragen Fabrikanten-Angaben, ich konnte aber keinen der angegebenen Hersteller durch googlen finden. Ich kann also letztlich nicht sagen, ob alle Stoffe tatsächlich in Afrika hergestellt sind. Vor Ort wird gesagt, die meisten Stoffe kämen aus Südafrika oder Tanzania, aber ich kann da leider keine Garantie drauf geben, denn so ein afrikanischer Markt ist eher nicht durch lückenlose Auszeichnung geprägt.

wpid-P1050082_20130626170126174.jpg

Die Stoffe werden auf den Märkten ausschließlich als Coupons verkauft, die Größe ist dabei fest: 1,12m x 1,80m. Das ist natürlich nicht riesig und ich habe keinen einzigen Stoff doppelt. Ich habe sowohl für den Herzchenrock als auch für das rote Kirschen-Kleid jeweils haargenau einen Coupon gebraucht und dabei echt nur Fitzelchen übrig gehabt. Aber: Wenn man keinen ganzen Teller als Rock will, dann reicht es ziemlich genau für ein Kleid, mit Zuschnitttetris, versteht sich 😉 Manche der Muster sind allerdings wohl eh eher Taschen- oder Kissen-geeignet. Ein Teil meiner Coupons ist angeschnitten. Ich habe einige Stoffe, die noch 1,12m x 1,20m sind und einige, die noch 1,12m x 0,6m-0,8m sind. (Siehe Angaben bei den Fotos unten)

So. Nun zu den Verkaufskonditionen: Ich habe mir überlegt, ich setze als Mindestpreis fest: die 60cm-Stücke kosten 7€, die 1,20m-Stücke 10€ und die vollen Coupons 16€, jeweils plus günstigst möglichem Versand, d.h. Brief bei einem Stoff, Päckchen bei mehr als einem. Wer allerdings gern mehr zahlen würde, z.B. auf die 20€ aufrunden, die ein Schuljahr Unterstützung in Sambia kostet, der darf das gern tun. Ich leite den vollen Betrag an Schulfee Zambia weiter, ihr entscheidet, wieviel das ist.

Wer nun Interesse an einem oder mehreren der Stoffe hat, der schreibt bitte einen Kommentar mit Angabe der Nummer des jeweiligen Stoffes, bitte gebt eine gültige Mailadresse an, unter der ich euch dann wegen Adresse und Bezahlung erreichen kann (die ist nur für mich sichtbar, wenn ihr sie in das Email-Feld eingebt). Wer zuerst „hier“ schreit, kriegt den Stoff!

Und jetzt endlich: Fotos. Ich habe jeweils zur Verdeutlichung der Mustergröße einen handelsüblichen Kugelschreiber mit aufs Bild genommen.

Zuerst die ganzen Coupons:

1.

IMG_20141123_144228

2.IMG_20141123_144159

3.IMG_20141123_144109

4.IMG_20141123_144037

5.IMG_20141123_144012

6.IMG_20141123_143956

7.IMG_20141123_143924

8.IMG_20141123_143857

9.IMG_20141123_143838

10.IMG_20141123_143803

11.IMG_20141123_143744

12.IMG_20141123_143714

13.IMG_20141123_143649

14.IMG_20141123_143626

15.IMG_20141123_143607

18.IMG_20141123_143517

19.IMG_20141123_143501

20.IMG_20141123_1434461,20m-Stücke habe ich von folgenden Stoffen:

21.

IMG_20141123_144303

22.IMG_20141123_144452

23.IMG_20141123_144428

24.IMG_20141123_144359

25.

IMG_20141123_143744

Und 60-70cm-Stücke gibt es noch von diesen:

26.

IMG_20141123_144644

27.IMG_20141123_144631

28.IMG_20141123_144619

29.IMG_20141123_144601

30.IMG_20141123_144547Bei Fragen könnt ihr mir natürlich auch mailen, oder einfach kommentieren!

Me made Mittwoch: afrikanischer Spätsommer

Endlich wieder Me made Mittwoch. Mit tollen neuen Crewmitgliedern. Da trifft es sich gut, dass ich einen neuen Fotoplatz im Büro (weil wir erst aus und dann wieder einziehen mussten und dadurch die Möbel umstellen konnten) und ein absolut tolles neues Kleid habe.

image

Dieses Kleid ist ein weiteres Teil meiner Urlaubsproduktion im August. Schon im Gedanken an den Herbst packte ich mir neben Material für zwei Röcke und ein Sommerkleid auch Stoff, Futter und Schnitt für ein halbärmeliges Kleid ein. Ganz fertig gestellt habe ich es, obwohl ich den Schnitt schon mal genäht habe, erst diese Woche. Genau passend zum Spätsommer.

image

Den  Stoff hüte und streichle ich schon länger. Er wurde mir 2012 von Kollege J. aus Namibia mitgebracht und bei solchen Einzigartigkeiten habe ich immer eine gewisse Anschnitthemmung. Hier ein Detailbild.

image

Toll oder? Kleine Rauten und minikleine Punkte, die sich zu Kreisen zusammenfinden. Es handelt sich um ein Waxprint, das Material ist mir unklar, mit Poly vermute ich. Auf jeden Fall leicht und bügelfrei. Ich plante ewig ein Hemdblusenkleid daraus, hatte aber keinen richtig richtig guten Schnitt. Eher spontan fiel mir beim Packen des Materials für den Urlaub das Kirschenkleid ein. Und das wurde es dann.

image

Der Schnitt ist aus der Knipmode 9/2011 & unter Nähnerds als „das Kirschenkleid“ bekannt, weil Juli gar zahlreiche enorm schöne Varianten davon hat. Ich habe bereits eine dickere Variante in grau-pink, wusste aber, dass ich den Schnitt noch anpassen muss aber nicht mehr wie, und hab eine zweite Version daher rausgeschoben. Auch meine diesmal gemachten Änderungen sind noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Dennoch liebe ich dieses Kleid. Sehr sehr.

image

Ich denke, ein großer Teil meiner Änderungen würde sich erübrigen, wenn ich das ganze nochmal eine Größe kleiner abpauste und ein FBA (full bust adjustment) machte. Denn folgendes habe ich geändert:
– Taille 4 cm enger gemacht
– die Abnäher im Vorderteil 1cm verbreitert
– Rückenteil an den Seiten je 1 cm und an den Annähern 1cm enger gemacht
– Schultern 2 cm schmaler
– Statt der Ärmel des Schnittes, die Puffärmel meines Weihnachtskleides genommen und im schrägen Fadenlauf zugeschnitten.
– den Ausschnitt tiefer gesetzt.

image

Ich trage es hier mit meinem „Petticoat light“, wenn es kälter wird, werde ich es mit roter Strumpfhose und grauen  Stiefeln kombinieren.

Juli tanzt heute im MMM-Blog vor und trägt ein sehr sehr schönes Hemdblusenkleid, das ich sofort auch anziehen würde. An dieser Stelle: Ein herzliches Willkommen, den neuen Vortänzerinnen und der immernoch ungebrochene Dank an die gesamte Crew, dass ihr das ganze jeden Mittwoch mit Herzblut und Engagement auf die Beine stellt!

Me made Mittwoch: Afrika Afrika

Heute schaffe ich mal wieder einen kleinen Alltagsoutfit-Beitrag. In letzter Zeit war oft die Zeit zum schreiben zu knapp oder die Kleidung nun wirklich schon 20mal gezeigt.
image

Heute trage ich afrikanisch-schwarz. Der Rock ist das zweitälteste selbst genähte Kleidungsstück, das ich noch im aktiven Gebrauch habe. Genäht habe ich diesen Rock 2008 (was so lang ist das schon her ???) als ich mit einem Paket Stoffe von meiner ersten SambiaReise zurückkam und dies zum Anlass nahm, mich an das Nähen von Kleidung zu wagen. Mit Hilfe meiner Schwiegermutter nahm ich den Schnitt – ein einfacher A-Linien-Rock, nur Vorder- & Rückteil, je zwei Abnäher, Reißverschluss in der Seite, kein Bund – von einem Kaufrock ab, nähte einen Proberock aus hochqualitativen Bettlaken und dann diesen Rock.
image

Er sitzt heute zugegebermaßen etwas weniger hüftig als 2008 (ähem, Mensa sei Dank) aber wird sehr geschätzt und hält nun schon 6 Jahre tapfer durch. Natürlich weiß ich heute, dass bei mir Röcke ohne Form Bund hoch rutschen und auch meine Reißverschlüsse sehen heute besser aus, aber es ist toll ein Kleidungsstück mit Geschichte zu tragen.
image

Und mein Herz schlägt ja auch bei der WM immer ein wenig für die afrikanischen Mannschaften. Und die sind ja nun leider zum Großteil schon raus. Da ist afrikanisches Schwarz doch sehr angemessen.

Meike zeigt heute ein tolles Outfit mit Rot und bunt und einen von mir auch sehr heiß begehrten Unterrock. Hier.

Lese- und Guckempfehlung

Ich möchte nachdrücklich den aktuellen Post von Frifris zu Fairer Kleidung empfehlen, der einige sehr lesenswerte Links zum Erkennen von „fairer“ Kleidung zusammenstellt.

Und auf meinen Artikel zur Kinderarbeit bezug nehmend noch eine Guckempfehlung: Die NDR-Doku „Schmutzige Schokolade“ setzt sich – passend zum Fest – mit der Frage auseinander, wie eigentlich die Arbeitsbedingungen in der Schokoladenproduktion sind. Wem danach der Hunger auf konventionelle Schokolade vergangen ist, dem sei die Alternative „Die gute Schokolade“ ans Herz gelegt, die sich zur Aufgabe gemacht hat, faire und klimaneutrale Schokolade Supermarkt-tauglich zu machen.

Boykott gegen Kinderarbeit?

Durch einen der von mir sehr geschätzten Lesetipps von Melleni/Talentfreischön bin ich auf einen Artikel zur Sinnhaftigkeit von Produktboykotten im Freitag gestoßen, der mir etwas kurz gegriffen scheint. Recht ausführlich werden hier die Ergebnisse einer Studie zitiert und dann mit drei recht salopp gestellten Fragen entkräftet. Dabei ist an der Studie, die zitiert wird, viel Wahres dran, und vor allem ist es nur eine Studie, die hier als Gesamtmeinung der entwicklungsökonomischen Forschung und zudem als theoretisch dargestellt wird. Für mich sehr schlechte Recherche. Daher hier eine lose Sammlung zu Erkenntnissen zu Kinderarbeit:

1. Das Risiko, dass ein Kind zur Arbeit gezwungen ist, ist insb. im asiatischen Raum, Bangladesh aber auch Indien, China, Indonesien sehr hoch. Es gibt aber ein fast ebenso hohes Risiko auch in Sub-Sahara Afrika. (je dunkler auf der Karte desto höher das Risiko in Kinderarbeit zu landen)

2. Im Jahr 2004 wurde von Unicef geschätzt, dass weltweit etwa 250 Millionen Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren zumindest in Teilzeit arbeiten. Schlimmer noch: über 110 Millionen dieser Kinder sind in sog. Ausbeuterverhältnissen, d.h. Sklaven, Kindersoldaten, Drogenkuriere, Zwangsprostituierte.

3. Die Arbeit, der die Kinder nachgehen ist dabei sehr divers. Während in Bangladesh die Textilidustrie als Hauptarbeitgeber fungiert, arbeiten Kinder in Malaysia, Thailand und Indonesien vorrangig als Haussklaven und Prostituierte. In Sub-Sahara Afrika herrschen landwirtschaftliche Tätigkeiten vor, und leider auch die Arbeit als Kindersoldaten.

4. So divers die Arbeit, so einheitlich der Grund: Armut. Hier sind sich alle Studien einig. Kein Elternteil schickt seine Kinder arbeiten, wenn der Haushalt nicht zwingend darauf angewiesen ist. Kinder werden zwar im Verhältnis zu Erwachsenen bedeutend schlechter bezahlt, tragen aber dennoch wichtige Teile zum Familieneinkommen bei.

Anteil der Personen die mit weniger als 1,25$ pro Tag auskommen müssen in %, dunklere Farbe = größere Armut. Quelle: http://www.netpublikationer.dk/um/11157/html/large00.htm

5.  Auch die Auswirkungen sind recht klar: ein Kind, das arbeitet erwirbt keine Bildung, hat eine deutlich schlechtere Gesundheit und damit ein doppeltes Risiko als Erwachsener selbst arm zu sein.

6. Die Lösung liegt nicht auf der Hand. Während die ILO seit Jahren für ein konsequent umgesetzes Verbot eintritt, bemühen sich Kinderschutzorganisationen wie Unicef in erster Linie Kindern eine adäquate Entwicklung trotz Kinderarbeit zu ermöglichen.

7. Was oft vergessen wird, ist die Frage nach den Alternativen. Selbst wenn ein Produktboykott dazu führen würde, dass kein Kind in Bangladesh mehr arbeiten würde, würde dies letztlich kaum dazu führen, dass die Kinder alle glücklich, wohlernährt und ohne materielle Sorgen aufwachsen. Die Kinderarbeit ist immer gekoppelt an mangelnde Gesundheitsversorgung, mangelnde Bildungschancen und Armut. Ein Kind das nicht arbeitet, kann dennoch nur zur Schule gehen, wenn es überhaupt eine adäquate Schule in erreichbarer Nähe gibt. Es benötigt Gesundheitsversorgung und hochwertige Nahrung, die seine Eltern sich nicht leisten können. Solang diese Probleme nicht aus der Welt geschafft sind, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch über kurz oder lang wieder jemand finden, der das Kind arbeitet lässt.

8. Aus dieser Erkenntnis heraus haben viele lateinamerikanische Länder das mexikanische Oportunidades-Programm übernommen. Das Programm sieht vor, dass Eltern, die unterhalb der Armutslinie leben eine Reihe von Gesundheitsleistungen, Nahrungsmittelgutscheine, Nahrungsergänzungsmittel und Schul-/Lernmittelstipendien sowie einen Geldtransfer erhalten, aber nur, wenn sie ihr Kind regelmäßig zur ärztlichen Vorsorge bringen und das Kind die Schule besucht. Damit wird den Eltern eine Alternative zu Kinderarbeit geboten, die gleichzeitig die Versorgung des Kindes und das Einkommen des Haushalts verbessert. In Lateinamerika sind diese Programme sehr erfolgreich, sie sind allerdings auch teuer und an die existenz von Gesundheitswesen und Schulen gebunden. Auf ärmere Länder sind sie daher nur eingeschränkt übertragbar.

9. Festzuhalten ist, Kinderarbeit ist ein komplexes und sehr weitreichendes Problem. Allein auf Seite der Unternehmen lässt es sich nicht bekämpfen und auch bürgerliches Engagement allein wird hier wenig ausrichten. Vielmehr ist das Problem nur politisch in den Griff zu bekommen. Auf Seiten der Entwicklungsländer durch gesetzliche Bestimmungen zum Arbeitsschutz, Investitionen in das Schulwesen und Bekämpfung der Armut. Auf Seiten der Industrieländer durch strengere Einfuhrbestimmungen, die ausschließen, das Güter aus Kinderarbeit, aber auch aus Umwelt-schädlicher Produktion eingeführt werden können. Und auf Seiten der Konsumenten durch den Kauf von zertifizierten Gütern, im Idealfall fair gehandelt, bei gleichzeitiger Unterstützung von Initiativen, die in den betroffenen Ländern Bildungs- und Ausbildungsprojekte unterstützen.

10. Denn letztlich sollte jedem klar sein: Ob ein Kleidungsstück aus Bangladesh, Vietnam, der Türkei oder Rumänien kommt: wenn es nur 5 Euro kostet, dann ist es unter furchtbaren Arbeitsbedingungen produziert worden. Aber selbst wenn das Kleidungsstück 20 oder 30 oder sogar 200 Euro kostet – es gibt kaum ethisch-moralisch einwandfrei produzierte Kleidung. Nur ein Zertifikat spricht eine eindeutige Sprache, nicht der Preis.

Ich bin völlig damit einverstanden, Textilkonzerne, die nachweislich Raubbau an Mensch und Natur betreiben nicht noch durch den Kauf der Produkte zu unterstützen. Ich halte allerdings wenig davon, einzelne Länder, einzelne Konzerne anzuprangern und die Augen davor zu verschließen, dass die Unterschiede marginal sind. Und letztlich sehen wir allein in der Möglichkeit mit derlei Geschäftsgebahren durchzukommen und Gewinne zu machen, dass das Desinteresse an den Produktionsbedingungen andernorts erschreckend groß ist. Der Textilienkonsum, wie wir ihn heute betreiben ist schlicht nicht nachhaltig. Punkt.

siebenhundertsachen unterwegs

Ich bin derzeit in meiner Heimatstadt in gemeinnützig-ehrenamtlicher Mission sowie bei meinen Eltern zu Besuch. Ein Teil meiner Dawanda-Artikel und ich sind gestern ins Rheinland aufgebrochen, wo ich heute auf einer „Messe“ zum  Thema „Entwicklung braucht Gesichter“ war, um von unserer Vereinsarbeit und dem Shop zu erzählen. Leider war das Echo nicht sehr groß und die Zahl der Interessenten eher gering, aber wir haben alles gegeben. Frei nach dem Motto: „Tu gutes und sprich darüber.“

Mein Vater ist frisch aus Sambia zurück und hatte viel zu erzählen und viele viele Stoffe für mich im Gepäck. Also geht es morgen ans sichten und fotografieren.

Ich bin derzeit nicht ganz so blogmäßig aktiv, weil meine Mutter für zwei Wochen bei mir ist, da ist nicht ganz so viel Zeit für Blogeinträge. Wird aber nachgeholt. Versprochen

Achja. Heute habe ich meinen Römertopf bekommen. Die Brotexperimente können also in eine neue Runde gehen.

MMM: Sommer im Herbst

Ich weigere mich einfach, mich in Herbstoutfits zu werfen. Und weil es heute zwar nicht warm, aber zumindest sonnig ist, gibt es heute ein sommerliches Kleid im herbstlichen Styling. Wieder ein Afrika-Stöffchen, welches ich extra zu diesem Zweck aus Zambia mitgebracht hatte.

Das Kleid ist im wesentlichen nach dem Burda-Schnitt für ein Empire-Top genäht, ich habe dieses nur durch einen Stoffstreifen in Akzentfarbe unten auf „Kleidlänge“ verlängert und außerdem den Gummizug unter der Brust durch Zugbänder ersetzt, weil so ein Gummizug ständig rumrutscht. Ich trage das Kleid meist mit einem T-Shirt und Leggins drunter.

                                       

Im herbstlichen Gewand ist es heute kombiniert mit Schal, Strickjacke, Röhrenjeans und Stiefeln. Auch schön.

Initiiert wurde der Me-made-Mittwoch von Catherine. Die anderen Me-Made-Ladies gibts hier zu sehen.

Me-made-Mittwoch: Das Afrika-Oberteil

Heute ist der erste Me-Made-Mittwoch nach der Sommerpause, Catherine hat nach erfolgreichem Umzug diese schöne Aktion nun fortgesetzt und ich kann perfekt an den letzten MMM vor dem „Sommer“ anknüpfen. Denn da zeigte ich das Probe-Teil zu dem Oberteil, das ich heute trage. Daher brauch ich nicht mehr viele Worte. Voilà:

Weil der Stoff so schön ist, hat dieses im Gegensatz zum Probeteil keinen Gürtel. Hier mal eine größere Aufnahme des Stoffs und des Übergangs vom oberen Teil zum unteren.

In der Seitennaht versteckt sich ein kleiner Reißverschluss.

Der Ausschnitt ist mit einem Samtband abgesteppt, das die gleiche Farbe hat, wie die kleinen blauen Sprenkel. Ich bin sehr traurig, dass ich nichts mehr von diesem Stoff habe, ich würde zu gern einen Schal daraus besitzen…

Andere Kleidungskreationen gibts in der MMM-Runde bei Mr. Linky zu sehen. Dank an Cat für die Organisation!