Me made Mittwoch: Schmetterlinge und Vögel und Anna – again

Vollkommen überraschend – für mich – zeige ich heute ein Kleid mit Tieren. Dabei habe ich ja keine Kleidung mit Tieren, dachte ich. Das Tiermotto des MMM hätte ich also nicht erfüllen können und so habe ich auch überhaupt nicht daran gedacht als ich dieses Kleid letzte Woche nähte. Die Fotos sind von Samstag, als es noch relativ warm war und ich das Kleid zu einem ausgedehnten Ausflug in die Essener Gruga trug. Da ich es erst danach fotografierte ist es leicht knittrig (es saß den Tag über auf Picknickdecken und Rutschen) und das Licht etwas fotofeindlich, da es schon deutlich nach 20 Uhr war.

wp-1464163068828.jpg

Der Schnitt ist das Anna Dress von By Hand London, das derzeit eine Renaissance in der Nähbloggerinnenwelt erfährt, wie mir scheint. Vollkommen zurecht. Ich bin Fan der ersten Stunde, dies ist mein viertes Anna Dress. Neben der Tatsache, dass das Kleid mir mit sehr geringen Anpassungen in einer schmeichelhaft kleinen Größe passt, mag ich daran vor allen, dass es sich hervorragend für auffällig gemusterte Stoffe eignet. Deshalb fiel die Wahl auch auf diesen Schnitt, als ich mich entschloss, endlich den Stoff zu verarbeiten. Der Stoff lag nun drei Jahre in meinem Stoffschrank, ich bekam ihn von meiner Schwiegermutter geschenkt, fand ihn direkt wunderschön (Schmetterlinge! Vögel! Türkis!) – aber hatte Hemmungen ihn anzuschneiden, weil ich nicht wusste, wie ich die Streifen schlau platzieren sollte, vor allem weil bei querer Verarbeitung die Vögelchen aus den Streifen fallen würden… Irgendwann ging mir jedoch auf, dass das Anna Dress genug Raum bietet, um die Streifen weitgehend ungebrochen zu verarbeiten und so legte ich los.

imageMit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden. Durch den diagonal verarbeiteten Rock ist der Querstreifen-Gefangenen-Montur-Effekt abgemildert und dennoch sind von vorn alle Vöglein aufrecht. Hinten stehen sie allerdings Kopf – das gab der Stoff nicht anders her. Dafür ist mir der Streifenanschluss am rückwärtigen Oberteil perfekt gelungen, da bin ich ziemlich froh drüber.

imageAn der Seite passen die Streifen nicht ganz, das liegt daran, dass ich das vordere Oberteil durch das FBA um zwei Fingerbreit verlängere, das hintere aber – durch das Hohlkreuz – nicht. So musste ich zwischen oben passend oder unten passend einen Kompromiss finden. imageDas Kleid ist für den Sommer gedacht und daher nicht gefüttert, auf den Fotos trage ich ein Petticoat darunter. Einzige sonstige Änderungen (neben FBA): Rockteile durch einen halben Teller ersetzt und Seitennahttaschen hinzugefügt.

imageUnd nun reihe ich mich bei den bereits über 100 Damen in vielerlei Getier auf dem Me Made Mittwoch-Blog ein.

Me made Mittwoch: Sonntagskleid

Ich bin in der sehr luxuriösen und sehr seltenen Situation, dass ich in der vergangenen Woche gleich zwei Kleidungsstücke fertig gestellt habe. Das ist mir ca. seit Menschengedenken nicht mehr passiert. Ich zeige heute also nur eins meiner neuen Stücke. Ein Kleid nach dem schon getesteten und für gut befundenen Schnitt des Anna-Dress. Als ich es zum Nähkränzchen am Sonntag zum ersten Mal trug, sagte Lotti direkt, das sei ein richtiges Sonntagskleid. Und das finde ich auch. Ich trage es auch heute im Büro mit einer gewissen Festlichkeit und kann mir gut vorstellen es auch zu einer standesamtlichen Trauung oder einem Geburtstagsfest zu tragen.

image

Der Stoff ist von fashion for designers und ich habe ihn beim Besuch dort im Rahmen des Köln-Bielefeld-Treffens im vergangenen November gekauft. Er ist also nicht nur schön, sondern auch mit sehr schönen Erinnerungen an 1a-Nähnerdflausch verknüpft. Der Stoff ist ein etwas festerer Baumwollstoff mit 3% Elasthan, dicker als Quiltstoff, also eher für ein Frühjahrs- als ein Sommerkleid geeignet. Ich habe ihn schon im Gedanken an eine Anna Dress gekauft, da das Oberteil mit den angeschnittenen Ärmeln dem großem Muster viel Raum bietet. Der Stoff ist tolle Qualität und ließ sich gar traumhaft verarbeiten.

image

Da mich die Belege des Anna Dress tendenziell beim tragen nerven, habe ich das Oberteil komplett mit dunkelblauem Futter gefüttert. Dabei habe ich zum ersten Mal die Variante mit komplett verstürztem Halsausschnitt und Ärmeln ausprobiert. Nachdem ich zunächst deutlich Knoten in meinem Kopf hatte, hat mir das Internet (und nicht das Burda-Buch) geholfen. Hier gibt es eine super Anleitung. Weil ich den Stoff so gut finde und er auch verspricht haltbar zu sein, habe ich zudem erstmalig die Nahtzugaben mittels Hong-Kong-Finish versäubert. Allerdings war der Rest hellblauen Atlas-Schrägbandes, den ich dafür zur Hand nahm ziemlich minderwertig, deshalb ist es nicht so besonders brilliant gut geworden. Aber mein Bandeinfasserfüßchen tut einen guten Job, das weiß ich jetzt (insbesondere nachdem ich am Sonntag die gefühlten 200m Saum meines Petticoats eingefasst habe). Um das Muster nicht zu brechen habe ich statt des Bahnen-Rockteils einen halben Tellerrock mit Seitennahttaschen angesetzt. Das geht hervorragend und ich werde es bei folgenden Anna-Dresses wohl wieder so machen, spart es doch mindestens 3 Nähte (und das nehme ich als gute Nähschlampe natürlich gern mit).

image

Das Kleid ist in der Taille etwas weit, ich habe den Eindruck, ich hatte an dem Tag, als ich es anprobierte ein recht großes Abendessen zu mir genommen, da passte es nämlich. Ich warte mal ab, ob ich das so ok finde, sonst ändere ich es halt nochmal, allzu kompliziert ist diese Änderung ja nicht. Das Rockteil ist ungefüttert. Ich rechne damit, das Kleid meist mit einem schlanken Petticoat, meinem doppelten Tüll-Teller (wie heute) oder zumindest einem Unterrock zu tragen, will es aber auch im Hochsommer tragen können und da wäre mir die dickere Baumwolle plus Futter zu warm.

image

Auch in Kombi mit Strickjacke macht es sich gut und ich bin recht stolz auf die für mich sehr gelungene Verarbeitungsqualität. Ich weiß genau, das ist ein Lieblingskleid. Und noch mehr Lieblingskleidungsstücke gibt es auch heute wieder auf dem Me made Mittwoch-Blog zu sehen.

Anna Dress 1/n

Noch ein neues Kleid. Ein bisschen davon war schon unter dem Frühlingsjäckchen zu sehen:

image

Das Anna Dress von By Hand London. Wie auch bei Elisalex gibt es viele Fans dieses Schnittes, aber auch viele, die an ihm verzweifelt sind. Ich bin ganz klar Fan. Ich konnte das Kleid in Größe 10 zuschneiden. Das war schon ungewohnt. Und dann passte es auf Anhieb wie angegossen. Toll. Ich habe lediglich das Oberteil um Fingerbreit verlängert. Das mache ich so gut wie immer. Und das war’s. Wobei man klar sagen muss: ich trage BHs mit D-Cup und habe sehr schmale Schultern und ein breites Becken. Wenn mir ein Schnitt ohne Änderungen passt, ist das eher seltsam.
image

Der Schnitt ist nicht ganz billig, aber auch wirklich liebevoll verpackt und designt, das Booklet ist gut geschrieben, die Anleitung einwandfrei. Ich bin sehr zufrieden.

image

Die zugesteppten Falten sind eine hübsche Abwechslung zu Abnähern, die angeschnittenen Ärmel sind wirklich nett und gut zu verarbeiten.
image

Nicht zufrieden bin ich mit meiner Stoffwahl. Der Stoff ist eim Quilting Cotton von Buttinette und ich liebe das Muster wirklich sehr. Leider knittert er wirklich extrem, so dass das Kleid praktisch 5 Minuten nach dem Bügeln schon wieder ungebügelt aussieht. Da es aber auch nur der tragbare Versuch war, sehe ich darüber hinweg und schneide einfach noch eins zu. Dann werde ich allerdings das Rockteil durch einen halben Teller ersetzen, denn diese vielen Bahnen erscheinen mir überflüssig. Außerdem werde ich das Oberteil füttern, denke ich.
image

Aber sonst? Perfekt.