Me made Mittwoch: Das störrische Tea Dress

Gestern trug ich zu einer Fortbildung mein nagelneues 1940s Tea Dress, und heute trage ich es gleich nochmal (aber habe keinen so schönen Spiegel zur Hand wie im Fortbildungshotel).

 

wp-1477489499800.jpgDas 1940s Tea Dress von Sew Over it hat in Nähbloggerinnen-Kreisen einen ziemlich katastrophalen Ruf. Mir ist keine bekannt, die es einfach so ohne großen Änderungsmarathon nähte. Eher kenne ich Berichte von Wut, Verzweiflung und langem Kampf um dieses Kleid. Also stehen alle Zeichen auf: NICHT NACHMACHEN! Leider ist es aber halt ein echt schönes Kleid. Und leider bin ich ja auch von Natur aus etwas trotzig veranlagt. Also hatte es sich schon ein bisschen in meinem Kopf festgesetzt, dass ich das Kleid trotzdem (ätschi) haben möchte. In der wunderbaren Drehumdiebolzeningenieurin fand ich da eine Schwester im Geiste, auch trotzig entschlossen das Kleid zu nähen. Und weil es sich terminlich spontan ergab fanden wir uns letzten Samstag zu einem Nähkränzchen zusammen und gingen das Projekt an. Allerdings mit zwei unterschiedlichen Strategien. Ich nahm den Originalschnitt, nähte im Vorfeld zwei Probeoberteile und passte den Schnitt auf Basis von anderen gut passenden Schnitten an. Die Drehumdiebolzeningenieurin konstruierte sich aus ihrem Grundschnitt einen Schnitt mit den Designmerkmalen des Originalschnittes nach. Zeitmäßig scheint mir, kam es etwa auf das selbe hinaus – alles in allem viel Arbeit, so viel sei zur Warnung potenzieller trotziger Nachmacherinnen gleich gesagt. Ich habe zwei Abende gebraucht um die Proben anzupassen und einen Nachmittag und zwei Abende für Zuschnitt, nähen, anpassen des Kleides.

Leider habe ich versäumt, meine Proben zu dokumentieren. Die erste Probe habe ich in meiner Größe laut Maßtabelle genäht, das wäre Größe 12, das ist soweit auch sonst meine Größe. Das Ergebnis war ein Oberteil, das im Rücken locker 6 vielleicht sogar 8 cm zu weit war. Das Taillenband vorn war 4 cm zu weit. Unter den Armen und über der Brust  war auch reichlich überflüssiger Stoff, um die Brust war das Oberteil aber dennoch zu eng.

Mein Eindruck ganz klar: vollkommen unprofessionell gradiert. Mir scheint, der Schnitt wurde für ein A-Körbchen erstellt und dann basierend auf den Brustweiten der einzelnen Größen überall gleichmäßig weiter gemacht. Da die Schnittteile aber schon recht speziell sind, ist es gleichzeitig nicht trivial, das ganze anzupassen.

Die Differenz im Rücken habe ich zu gleichen Teilen i der Teilungsnaht, der Mittelnaht und der Seitennaht rausgenommen. Beim Taillenband habe ich 2cm mittig und je 1 cm an den Teilungsnähten rausgenommen. Die Brustteile habe ich mit dem Schnitt New Look 6069 abgeglichen, den ich sehr gut angepasst habe und der eine ähnliche Form der Brustteile hat.  Daraus ergab sich das zweite Probeteil.

Das war dann um die Brust etwas eng und über der Brust etwas weit. Ich habe also nochmal 1cm FBA gemacht und dann das Kleid zugeschnitten. Mein Stoff ist ein Wollstoff, Kammgarn, klassische Anzug/Kostümware mit feinen Streifen in blau und dunkelgrau. Gekauft bei alfatex letztes Jahr im Winterschlussverkauf. Nur so halb die richtige Wahl, kann ich jetzt sagen.

Beim nähen ergab sich dann noch, dass die Schultern etwas zu breit waren, dass über der Brust zu viel Stoff war, der interessanterweise zu einer Beule neben der Brust führte. Zum Glück hatte ich ja fachkundige Unterstützung und kurzweilige Unterhaltung dank Frau Drehumdiebolzen, steo konnte mich das nicht allzu sehr aus der Ruhe bringen. Der Schnitt sieht übrigens keine Einlage nirgends vor. Vollkommen eigenmächtig haben wir aber das Mittelteil des Taillenbandes und den Ausschnitt-Beleg einfach trotzdem bebügelt. Der Rock in Gr. 12 passte irritierenderweise fast perfekt an das insg. 8cm engere Oberteil, ich musste nur hinten die Abnäher etwas versetzen – was immer das zu bedeuten hat.

Das zu viel Stoff über der Brust konnte ich nur mit Hilfe eines recht unkonventionellen Abnähers ins Armloch bannen, da muss ich dann nochmal ans Schnittteil ran. Ansonsten sitzt das ganze aber prinzipiell wie ich mir das vorstellte. Einzig dass die Ausschnittkante trotz Staystitchens erheblich leierte und der Ausschnitt dann auch zu tief wurde, das war ziemlich doof. So trug ich das Kleid gestern notgedrungen mit Shirt drunter und das Baumwollshirt und der Wollstoff sind keine guten Partner. Zuppelig. ußerdem zeichnete sich der Beleg durch den Oberstoff ab und rutschte an den Schultern auch etwas raus trotz understitching. Mit Schal gings natürlich, ich bekam für das Kleid zahlreiche Komplimente, das motivierte mich, das Ausschnittproblem anzugehen.

 

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Ich trennte den Beleg raus und verstürzte die Ausschnittkante mit einem minimal gedehnten Spitzen-Wäschegummi. Jetzt steht nichts mehr ab, nichts krabbelt raus und der Einblick ist auch nicht mehr so tief. Somit kann ich das Kleid nun mit einem Seidenunterkleid tragen, da klebt dann auch der Wollstoff nicht mehr ganz so dran. So sieht das ganze also dann heute optimiert aus:

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Ich bin ganz zufrieden. Dem Rock hatte ich schon 2cm an Saumlänge zugegeben, dennoch konnte ich nur 1cm umbügeln für den Saum. Der Wollstoff ist eine Spur  zu steif, ein Stoff mit weicherem Fall wäre besser, die Optik des strengen schlichten Stoffes mit dem eher blusigen Schnitt finde ich allerdings sehr super.

Für eine zweite Version, die ich fest plane, würde ich mal Feingabardine mit Viskoseanteil versuchen. Crepe, der sicher geeignet wäre, mag ich von der Haptik einfach nicht. Aber es muss ein Stoff mit einem weichen aber schweren Fall sein, Baumwolle wäre definitiv zu steif. Dann würde ich auch nochmal das Brustschnittteil und die Ausschnittlinie anpassen, 1 cm höherer Ausschnitt wäre nicht gänzlich verkehrt.

Das Fazit zum Schnitt: Nett gedacht, schlecht umgesetzt. Nur mit Blut, Schweiß und Tränen gut umzusetzen. Definitiv kann man am fertigen Kleid nicht mehr viel anpassen, Anpassungen gehen hier nur mittels Probeteilen. Also eigentlich so gar nicht mein Ding – aber der Trotz hat gesiegt.

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Frau Prinzenrolle fordert uns heute auf, einfach mal Komplimente zu machen. Ich kann das nur befürworten, schon ein freundliches Lächeln macht echt viel aus! Also auf auf zum MMM-Blog und die vielen schönen Kleider komplimentieren!

Me made Mittwoch: Vortragsoutfit

Heute habe ich einen beruflichen Vortrag gehalten. Da das der erste Vortrag im neuen Job war, war ich ein bisschen nervös. Um so besser, kleidungstechnisch auf der sicheren Seite zu sein, in einem wohlerprobten Outfit für feine Bürotage:

Das Kleid nach dem Schnitt Retro-Simplicity 7275 habe ich wohl zum Ende des Winter 2011/2012 genäht. Der Stoff ist ein sehr feiner grau-blau karierter Wollstoff, den ich sehr günstig bei einer Geschäftsauflösung gekauft habe und von dem ich noch ein komfortables Reststück horte. 

(Leider sieht man das Muster auf keinem meiner Fotos)

Ich habe an diesem Kleid erstmals ein FBA gemacht, es markiert damit auch den Beginn der Phase, in der ich Anpassungen systematisch anging und nicht länger so hinschluderte. Das Innenleben des Kleides wäre mir allerdings heute dann doch unangenehm. 

Darunter trage ich eine Kaufbluse. Und eigentlich trug ich darüber noch ein gekauftes Cordjackett und einen Schal.

Lucy zeigt heute schon Strickware, das hätte ich heute mittag im Regen-Wind-Wetter auch gut gefunden. 

Me made Mittwoch: Cowgirl-Rock

Heute trage ich nagelneue Klamotten. Den Rock habe ich am Sonntag beim Nähkränzchen genäht und das Shirt entstand gestern abend, als ich kurzfristig befand, dass meine blau-gemusterten Shirts alle schon zu abgenutzt sind und mir einfarbig blau zu monochrom zum Rock war. Schnell den Stoffbestand gecheckt und diesen hübschen Baumwolljersey gefunden. Und dann mal eben in unter einer halben Stunde ein Plaintain-Top genäht. Es ist einfach großartig, nähen zu können.

Der Rock ist eine weitere Variante des Lotti-Rocks. Diese Variante in Jeans-Optik mit Punktepaspel war schon ewig in meinem Kopfkleiderschrank. Der Stoff ist ein Chambray von „The Sweet Mercerie“. Die Paspel hatte ich im Sommer lang in Dortmund auf dem Stoffmarkt gekauft. Als ich dann vor ein paar Wochen online nach passendem Schrägband für den Saum suchte, wurde mir auch diese Rüschenpaspel angezeigt. Da konnte ich nicht widerstehen. Punkte, Rüsche und Paspel – das kann nur gut sein. Als es dann am Rock war und auch noch die vielen Knöpfe drauflagen, da drängte sich dann schon eine gewisse Cowgirlassoziation auf. Aber geht noch, oder?

Der Rock gefällt mir sehr, ich hoffe, der Stoff ist von guter Qualität. Das könnte nämlich ein Garderobenliebling werden.

Das Shirt ist auch eine x-te Version eines bewährten Schnittes. Plaintain von Deer and Doe. Vor ein paar Tagen habe ich meinen knickigen auseinanderfallenden Papierschnitt neu kopiert und dabei meine Änderungen an dem Shirt protokolliert:
Ich nähe Größe 38 mit den Armlöchern von 34 und ab der Taille so verschmälert, dass er körpernah sitzt. Außerdem kürze ich in der Länge 8-10cm, da ich zu Röcken eh relativ kurze Shirts bevorzuge. Für dieses Shirt habe ich außerdem den Halsausschnitt 1cm nach oben gelegt, weil die letzten Varianten mir etwas offenherzig für’s Büro waren. (Das seht ihr hier nicht, weil ich für kein Foto den schal ausgezogen hab… schlau, nicht wahr?)

Der Stoff ist Baumwollstretchjersey vom Stoffmarkt und ich bevorzuge Baumwolljersey auch definitiv für diesen Schnitt. Auch das Shirt mag ich sehr.

Und trotz herbstlicher Dunkelheit im Büro, hab ich immerhin drei brauchbare Fotos geschafft und kann mich beim Me made Mittwoch einreihen, wo heute Katharina auch in blau vortanzt.

Last days of summer

Heute trage ich nochmal ein sommerliches Bürooutfit – beide Teile sind über den Sommer entstanden. Und etwas wehmütig wurde ich schon, als mir heute morgen bei der Kleiderwahl klar wurde, dass die Tage der leichten Kleidung gezählt sind. Besser schnell die unverbloggten Teile noch verbloggen. (Das ideale Foto-Setting im Büro suche ich noch)

 

Das Shirt nähte ich im Juli im Rahmen meines Camping-Nähens bzw. des Sommernäh-Produktivitäts-Flashs. Ich wollte dringend alternative Shirtschnitte ausprobieren und so kaufte ich download-Schnitte einer deutschen Designerin. Das mache ich sonst selten. Hier seht ihr das Shirt Melli von Confetti Patterns. Ich mag den Schnitt sehr und bin damit inzwischen schon in Kleinserie gegangen. Das Shirt sitzt genau richtig locker und genau richtig eng. Es ist außergewöhnlich genug um nicht nach 0815-T-Shirt auszusehen und geht so auch super fürs Büro. 
Das Shirt hat Raffungen am Halsausschnitt und im Bauchbereich. Die sieht man in den Rock gesteckt natürlich nicht. Voilà:

Ich würde für den Schnitt Viskosejersey empfehlen. Er fällt recht weit aus, ich nähe ihn in 36 und mache ihn dann noch was enger. Es gibt den Schnitt als A0-Version zum plotten und in A4 zum kleben, er ist gut markiert, ob die Beschreibung gut ist, kann ich nicht so genau sagen, ich hab nicht viel reingeguckt. 

Der Rock ist vom Ende August aus meinem langen Urlaub. Der Schnitt ist der brandneu erschienene Partyrock von crafteln.de, Meike beschreibt ihn heute noch einmal drüben in ihrem Blog. Ich durfte den Rock probenähen und kann auch nach einigen Malen tragen nur unterstreichen, dass ich ihn sehr mag. Ich trage ihn auch mal mit Bluse da wirkt er edler und heute mit Gürtel und Shirt legerer. Mal schauen, wie ich ihn bei kühleren Temperaturen kombinieren kann.

Auch dieser Schnitt ist ein download-Schnitt, den es ebenfalls in A0 und A4 gibt. Hier fallen die Größen sehr maßgerecht aus, mein Stoff ist ein fester Baumwollköper und feste Stoffe sind wohl auch am besten geeignet um die tollen Falten zu betonen. 

Ich bin rundum zufrieden mit diesem Outfit und da passt es ja, dass heute RUMS ist. 

Me made Mittwoch: Kuscheldecke

 

IMG_20160203_093225909Geht es euch auch so, dass ihr es derzeit ausgesprochen ungemütlich findet? Ich jedenfalls hatte in den letzten Tagen oft, obwohl es ja eigentlich nicht kalt ist, das dringende Bedürfnis, mich sehr kuschelig einzupacken. Decke, warme Socken, Tee, Sofa. Bloß nicht raus in dieses nass-stürmische Grau des herbstesquen Winters. Gerade am Schreibtisch kroch mir da schonmal eine unangenehme Kälte in den Nacken. Igitt! Und so traf es sich gut, dass auf meiner #projektbrotundbutter-Abarbeitungsliste an nächster Position der Cardigan „Hope“ aus der La Maison Victor Sept-Okt 2015 stand. Der lag bereits seit Monaten zugeschnitten herum und wurde von mir in grandiosen 30 Minuten am Montagabend zusammengeoverlockt. Und stellte sich dann bei der ersten Anprobe als tragbare Kuscheldecke heraus. Tatsächlich hat das ganze mit einem Cardigan weniger Ähnlichkeit als mit einem komfortablen Schultertuch – nicht gerade meine ansonsten präferierte Silhouette aber momentan doch dann irgendwie genau richtig.

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Eigentlich sieht der Schnitt noch ein umlaufendes Bündchen und Ärmelbündchen vor – das würde vermutlich den Kuscheldecken-Eindruck etwas abmildern. Allerdings hatte ich dafür nicht genug von diesem wirklich tollen rauchlilanen Strickstoff von dem ich in irgendeiner Umnachtung nämlich nur 1,2m gekauft hatte. Ich habe ihn vor 2 Jahren im Alfatex-Winter-SSV erworben, da kaufte ich ca. 70m Stoff um mich für die Durststrecke nach der Elternzeit zu bevorraten, von denen ich heute noch zehre. Möglicherweise war er ein Reststück, konkrete Pläne hatte ich länger nicht. Für einen Nina-Cardigan reichte er nicht und so beschloss ich, es mal mit Hope zu versuchen. Ich musste bei der Armlänge etwas Kompromisse machen und Bündchen wären definitiv sowas von nicht mehr aus dem Stoff zu quetschen gewesen. Ich hatte dann zunächst Ärmelbündchen und Belege aus einem ebenfalls lilanen Crashjersey zugeschnitten, der auch schon länger lagerte. Als ich dann aber die großen Teile zusammengenäht hatte, fand ich die Farbe und pure Anmutung des ganzen so schön, dass ich einfach nur alle Kanten schmal umgeschlagen und abgesteppt habe.

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Aus den wirklich mickrigen Resten des Strickstoffs konnte ich noch genau Armstulpen zuschneiden, die ich nun bei Bedarf noch als zusätzliche Eskalationsstufe ergänzen kann, falls mir die halben Ärmel zu frostig sind.

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Sollte mir im Laufe des Tages warm genug sein – zum Beispiel nach adrenalingeladener Vorlesung – kann ich dann die Decke abwerfen und darunter versteckt sich ein weiteres #projektbrotundbutter-Teil, nämlich ein Shirt (!) im Paisleymuster (!), das blau, lila und türkis ist. Quasi quietschebunt also und kompatibel mit ca 50% meiner Röcke. Heureka. Der Jersey ist ein edler Markenjersey von Polytex aus Viskose, Baumwolle und Elasthan. Es handelte sich um ein Reststück von 63cm, das ich jetzt ein halbes Jahr lang jedes Mal aus der Restekiste meines lokalen Herzens-Stoffgeschäfts zog und ob des immernoch stolzen Preises zurücklegte. Für #projektbrotundbutter habe ich es dann jetzt doch gekauft und in ein Shirt vernäht. Der Schnitt ist Plaintain von Deer and Doe, allerdings nähe ich den stets abgewandelt: Ich nehme die Weite in der Hüfte und die Länge weg, das habe ich einfach von einem Kaufshirt, das gut saß abgenommen, auch das Armloch verkleinere ich leicht. Ich nähe 34 in den Schultern, 38 in der Brustweite und 36 an Ärmeln und Rücken. Aus Stoffmangel habe ich für dieses Shirt zudem die Arme etwas verschmälert und das Armloch weiter verkleinert, das ging weil der Stoff sehr dehnbar ist.

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Ich bin mit Shirt und Jacke sehr zufrieden und finde auch die für mich gewagte Kombi von drei (!) Farben durchaus stimmig. Vermutlich werde ich den Cardigan zuhause ständig tragen, weil er so schön flauschig ist. Unter dem Mantel ist er eher nicht ideal und zu weiten Röcken passt er auch nur mäßig – aber gut, was soll’s – hauptsachen warm!

Die wundervolle Karin zeigt heute meinen Liebling Anna in Lieblingsfarbe blau und mit einer Jacke, die im Gegensatz zu meiner kein unförmiger Sack ist. Wie schön!

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Der Vollständigkeit halber: Der Rock ist ein alter Bekannter. Der Blaurock, nach Knipmode 11/2012. Inzwischen mit neuem Bund und neuem Reißverschluss und ohne Bindeband.

Me made Mittwoch: Sonntagskleid

Ich bin in der sehr luxuriösen und sehr seltenen Situation, dass ich in der vergangenen Woche gleich zwei Kleidungsstücke fertig gestellt habe. Das ist mir ca. seit Menschengedenken nicht mehr passiert. Ich zeige heute also nur eins meiner neuen Stücke. Ein Kleid nach dem schon getesteten und für gut befundenen Schnitt des Anna-Dress. Als ich es zum Nähkränzchen am Sonntag zum ersten Mal trug, sagte Lotti direkt, das sei ein richtiges Sonntagskleid. Und das finde ich auch. Ich trage es auch heute im Büro mit einer gewissen Festlichkeit und kann mir gut vorstellen es auch zu einer standesamtlichen Trauung oder einem Geburtstagsfest zu tragen.

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Der Stoff ist von fashion for designers und ich habe ihn beim Besuch dort im Rahmen des Köln-Bielefeld-Treffens im vergangenen November gekauft. Er ist also nicht nur schön, sondern auch mit sehr schönen Erinnerungen an 1a-Nähnerdflausch verknüpft. Der Stoff ist ein etwas festerer Baumwollstoff mit 3% Elasthan, dicker als Quiltstoff, also eher für ein Frühjahrs- als ein Sommerkleid geeignet. Ich habe ihn schon im Gedanken an eine Anna Dress gekauft, da das Oberteil mit den angeschnittenen Ärmeln dem großem Muster viel Raum bietet. Der Stoff ist tolle Qualität und ließ sich gar traumhaft verarbeiten.

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Da mich die Belege des Anna Dress tendenziell beim tragen nerven, habe ich das Oberteil komplett mit dunkelblauem Futter gefüttert. Dabei habe ich zum ersten Mal die Variante mit komplett verstürztem Halsausschnitt und Ärmeln ausprobiert. Nachdem ich zunächst deutlich Knoten in meinem Kopf hatte, hat mir das Internet (und nicht das Burda-Buch) geholfen. Hier gibt es eine super Anleitung. Weil ich den Stoff so gut finde und er auch verspricht haltbar zu sein, habe ich zudem erstmalig die Nahtzugaben mittels Hong-Kong-Finish versäubert. Allerdings war der Rest hellblauen Atlas-Schrägbandes, den ich dafür zur Hand nahm ziemlich minderwertig, deshalb ist es nicht so besonders brilliant gut geworden. Aber mein Bandeinfasserfüßchen tut einen guten Job, das weiß ich jetzt (insbesondere nachdem ich am Sonntag die gefühlten 200m Saum meines Petticoats eingefasst habe). Um das Muster nicht zu brechen habe ich statt des Bahnen-Rockteils einen halben Tellerrock mit Seitennahttaschen angesetzt. Das geht hervorragend und ich werde es bei folgenden Anna-Dresses wohl wieder so machen, spart es doch mindestens 3 Nähte (und das nehme ich als gute Nähschlampe natürlich gern mit).

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Das Kleid ist in der Taille etwas weit, ich habe den Eindruck, ich hatte an dem Tag, als ich es anprobierte ein recht großes Abendessen zu mir genommen, da passte es nämlich. Ich warte mal ab, ob ich das so ok finde, sonst ändere ich es halt nochmal, allzu kompliziert ist diese Änderung ja nicht. Das Rockteil ist ungefüttert. Ich rechne damit, das Kleid meist mit einem schlanken Petticoat, meinem doppelten Tüll-Teller (wie heute) oder zumindest einem Unterrock zu tragen, will es aber auch im Hochsommer tragen können und da wäre mir die dickere Baumwolle plus Futter zu warm.

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Auch in Kombi mit Strickjacke macht es sich gut und ich bin recht stolz auf die für mich sehr gelungene Verarbeitungsqualität. Ich weiß genau, das ist ein Lieblingskleid. Und noch mehr Lieblingskleidungsstücke gibt es auch heute wieder auf dem Me made Mittwoch-Blog zu sehen.

Ein Kleid! Ein Kleid!

Ich habe seit vielen vielen Monden nichts mehr wirklich für mich und zuende genäht. Seit der AnNÄHerung um genau zu sein. Als die Nähecke in der neuen Wohnung provisorisch eingerichtet war, nähte ich erstmal Bettwäsche für den unermüdlichen Umzugshelfer, Kollege J. und eine Hose für den Minimensch. Dann produzierte ich ein vortreffliches UFO mit starker Tendenz zu TfT nach dem Lemmingkleidschnitt B6018, das jetzt erstmal ein wenig abhängt, bis ich mich durchringe es zu säumen. Im Herbst oder so. Derart vom Nähkarma gebeutelt erhielt ich zu Ostern ein liebes Päckchen meiner nähenden und ältesten Freundin L. die mir diesen wundervollen Viskosejersey schickte, den sie einfach so für mich im Stoffladen mitgenommen hatte. Ist es nicht schön, wenn man solche Freundinnen hat?
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Er ist in echt deutlich blauer. Hauchfein und sehr hochwertig.

Nun habe ich seit der Schwangerschaft kein Jerseykleid mehr genäht, Oberteile aus Viskosejersey haben sich für mich als nicht ideal erwiesen. Ich hatte also nicht direkt ein passendes Projekt vor Augen. Es waren auch nur 1,5m Stoff, was die Schnittauswahl einschränkte und ich wollte sehr dringend mit dem nähen beginnen und nicht erst einen Schnitt kopieren. Also kamen nur bereits kopierte, schmal geschnittene Kleider in Frage. Ja, hm.

Nun hatte ich, ebenfalls von Freundin L. einen Schnittadventskalender bekommen, mit jede Woche einem Schnitt, fertig kopiert und der Anleitung. Sagte ich bereits, dass es toll ist, sie zur Freundin zu haben? Also nicht nur deshalb. Darunter war auch ein Burda-Jerseykleid mit Wasserfallkragen. (Modell 111, Burda 10/2014) Schmal geschnitten, schon kopiert, auflegen der Teile ergab, dass es passen könnte mit dem Stoffverbrauch.
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Nun bin ich mit Burda ja eher so nicht besonders gut befreundet. Das letzte Burdakleid ist Jahre her. Meine Erfahrung zeigt, dass ich keine ‚Burdafigur‘ habe und immer sehr umfangreich anpassen muss. Ich hoffte jedoch, dass es bei einem Jerseykleid wohl gehen würde.
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Nun. Es ging. Die Anleitung half nicht direkt weiter, verwirrte mich eher. Allerdings habe ich ja schon mal was mit Wasserfallkragen genäht und war so einigermaßen sicher, es auch ohne Anleitung hinzubekomnen.
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Im Dunklen blieb letztlich nur, wie die Raffung des Kragens gemacht wird. Die Anleitung sieht nämlich vor, dass am fertigen Kleid am Ausschnitt Rollfalten abgebracht werden sollen. Hierzu konnte ich weder Markierungen auf meiner Schnittkopie finden, noch der Anleitung entnehmen wie genau das denn zu machen sei. Ich habe die für mich wahrnehmbare Mehrweite zwischen Ausschnitt und Schulter per Handnaht leicht eingereiht. Ob das so gehört? Keine Ahnung.
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Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Der Stoff ist so schön, dass ich das Kleid gern trage und der Schnitt ausreichend schick, dass es mir nicht zu sehr wie ein Schlafanzug vorkommt.
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Ich habe das Kleid, da der Oberstoff sehr fein und durchscheinend ist, komplett mit grauem Viskosejersey gefüttert. Den musste ich erst bestellen, was die Anfertigung etwas verzögerte. Hat sich aber gelohnt, denn jetzt ist es gemütlich warm und scheint nicht durch. Dadurch konnte ich es am Montag, als ich die Fotos machte, gut mit Strumpfhose tragen. Aber es wird bestimmt auch ohne gut zu tragen sein.
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Ich habe das Kleid mit der Ovi gerollsäumt, einerseits weil ein doppelt umgeschlagener Saum bei dem Stoff etwas wuchtig gewesen wäre, vor allem aber, weil das Kleid trotz 4cm Saumzugabe dann zu kurz geworden wäre.

Ansonsten habe ich das Rockteil leicht ausgestellt, denn ein eng anliegendes, wenig elastisches Schlauchkleid erschien mir etwas presswurstig und zudem unpraktisch.

Derzeit sind wir hier seit 14 Tagen im Dauerlazarett. Erst das Kind, dann der Mann zum guten Schluss ich. Es bleibt also wohl erstmal bei Nähabstinenz.

Me made Mittwoch: Anna

Ich bin etwas sehr ausgelastet derzeit, aber ich machte gestern Fotos von meinem Outfit:
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Ich trug gestern und trage auch heute mein erstes, aber sicher nicht letztes, Anna Dress. Es hat noch ein paar Kinderkrankheiten, aber ich mag es sehr.
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Genäht aus einem etwas zu steifen Patchworkstoff von Buttinette, dessen Muster und Farbe ich aber sehr mag. Ich plane für dieses Jahre weitere Annas, denn ich mag den Schnitt und Sitz des Kleides und es passte mir praktisch ohne Anpassungen. Es lässt sich außerdem gut mit Shirt drunter aber auch ganz ohne alles tragen, was es – kombiniert mit Unterrock – recht Frühling-Sommer-Herbst-kompatibel macht.

Gestern noch mit blickdichter Strumpfhose und Shirt drunter. Ich brauche immer etwas, bis ich glauben kann, dass es ohne Strumpfhose und Schal geht. Heute konnte ich mich schon zu einer Caprileggins durchringen. Ich mag ja Caprileggins. Allein schon zur Entwöhnung, damit der Übergang zu nackten Beinen nicht so plötzlich kommt.

Der Schal aus Strängen von geflochtenen Stoffresten ist übrigens auch selbst gemacht. Und auch gut zur Schalentwöhnung, denn da brauch ich auch immer etwas, um diese Nacktheit am Hals ertragen zu können.

Und nun husche ich – sehr eilig – zum MMM herüber, wo heute Nina ein schönes Simplicity-Kleid zeigt, dessen Schnitt auch noch hier liegt. Für wenn bald alles besser ist…

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Noch ein neues Kleid. Ein bisschen davon war schon unter dem Frühlingsjäckchen zu sehen:

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Das Anna Dress von By Hand London. Wie auch bei Elisalex gibt es viele Fans dieses Schnittes, aber auch viele, die an ihm verzweifelt sind. Ich bin ganz klar Fan. Ich konnte das Kleid in Größe 10 zuschneiden. Das war schon ungewohnt. Und dann passte es auf Anhieb wie angegossen. Toll. Ich habe lediglich das Oberteil um Fingerbreit verlängert. Das mache ich so gut wie immer. Und das war’s. Wobei man klar sagen muss: ich trage BHs mit D-Cup und habe sehr schmale Schultern und ein breites Becken. Wenn mir ein Schnitt ohne Änderungen passt, ist das eher seltsam.
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Der Schnitt ist nicht ganz billig, aber auch wirklich liebevoll verpackt und designt, das Booklet ist gut geschrieben, die Anleitung einwandfrei. Ich bin sehr zufrieden.

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Die zugesteppten Falten sind eine hübsche Abwechslung zu Abnähern, die angeschnittenen Ärmel sind wirklich nett und gut zu verarbeiten.
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Nicht zufrieden bin ich mit meiner Stoffwahl. Der Stoff ist eim Quilting Cotton von Buttinette und ich liebe das Muster wirklich sehr. Leider knittert er wirklich extrem, so dass das Kleid praktisch 5 Minuten nach dem Bügeln schon wieder ungebügelt aussieht. Da es aber auch nur der tragbare Versuch war, sehe ich darüber hinweg und schneide einfach noch eins zu. Dann werde ich allerdings das Rockteil durch einen halben Teller ersetzen, denn diese vielen Bahnen erscheinen mir überflüssig. Außerdem werde ich das Oberteil füttern, denke ich.
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Aber sonst? Perfekt.