Me made Mittwoch: Endlich ein buntes Umstandskleid

Ich glaube, ich habe meinen Schnitt für diese Schwangerschaft gefunden. Es ist ein leicht ausgestelltes Wasserfallkleid, das ich lose aus dem Schnitt des Wasserfallkleides aus der Burda entwickelt habe, nach Abgleich mit einem sehr schön sitzenden aber schon etwas knappen Umstandskleid von Freundin Z.


Dieses hier ist mein bisheriges Lieblingsumstandskleid. Denn es ist nicht schwarz oder grau oder dunkelblau, es ist sehr bequem, genau richtig lang und sieht schön aus. Und auch wenn ich noch 2-3 Schnitte ausprobieren will, bin ich sicher: das bleibt auch ein Liebling. Ein weiterer Viskosejersey ist schon auf der Wäscheleine und noch einer mit eher heller Farbgebung liegt für eine Ärmellos-Variante für den Urlaubskoffer bereit.


Der rote Punktejersey aus Viskose stammt vom Stoffmarkt in Dortmund und ich habe ihn letztes Jahr in netter Begleitung von Birgit und Freundin J. gekauft – nachdem ich seinen marineblauen Bruder schon letztes Jahr vernäht habe, weiß ich allerdings, dass er nicht sehr wäschebeständig ist und so rechne ich nicht damit dass das Kleid die Schwangerschaft überdauert. Der Coupon von 1,5m war recht knapp und es hat gerade so für Dreiviertelärmel gereicht, da das aber eh meine präferierte Armlänge ist, passt das schon so.


Ich habe gegenüber dem Burdaschnitt das Rückenteil im Bereich des oberen Rückens um 2cm verschmälert, ebenso die Schulterbreite des Vorderteils und ein wenig auch die Breite des Wasserfallkragens. Außerdem habe ich im Vorderteil die Taillenverjüngung rausgenommen und das Kleid ab der Hüfte um 2cm weiter ausgestellt. Auf Höhe der Taille habe ich das Vorderteil um 3cm verlängert und diese Mehrlänge in 3 kleine Falten gelegt. Bei einer kommenden Version sollte ich endlich darauf achten, den Kragenbeleg zu verlängern, der endet mitten auf der Brust und zeichnet sich je nach Stoff dort ab. Wenn genug Stoff dagewesen wäre, hätte ich das vordere Oberteil einfach bis unter die Brust gedoppelt.


Natürlich war es heute viel zu kalt für ’nur‘ ein Jerseykleid. Ich trage darunter ein selbst genähtes Unterkleid aus Microjersey, das ich aus dem Shirtschnitt Plaintain von Deer&Doe genäht habe und darüber einen Sweat-Blazer (gekauft) und einen Schal.

Und kurz vor Toresschluss schlüpfe ich noch beim Me made Mittwoch rein.

Me made Mittwoch: Cowgirl-Rock

Heute trage ich nagelneue Klamotten. Den Rock habe ich am Sonntag beim Nähkränzchen genäht und das Shirt entstand gestern abend, als ich kurzfristig befand, dass meine blau-gemusterten Shirts alle schon zu abgenutzt sind und mir einfarbig blau zu monochrom zum Rock war. Schnell den Stoffbestand gecheckt und diesen hübschen Baumwolljersey gefunden. Und dann mal eben in unter einer halben Stunde ein Plaintain-Top genäht. Es ist einfach großartig, nähen zu können.

Der Rock ist eine weitere Variante des Lotti-Rocks. Diese Variante in Jeans-Optik mit Punktepaspel war schon ewig in meinem Kopfkleiderschrank. Der Stoff ist ein Chambray von „The Sweet Mercerie“. Die Paspel hatte ich im Sommer lang in Dortmund auf dem Stoffmarkt gekauft. Als ich dann vor ein paar Wochen online nach passendem Schrägband für den Saum suchte, wurde mir auch diese Rüschenpaspel angezeigt. Da konnte ich nicht widerstehen. Punkte, Rüsche und Paspel – das kann nur gut sein. Als es dann am Rock war und auch noch die vielen Knöpfe drauflagen, da drängte sich dann schon eine gewisse Cowgirlassoziation auf. Aber geht noch, oder?

Der Rock gefällt mir sehr, ich hoffe, der Stoff ist von guter Qualität. Das könnte nämlich ein Garderobenliebling werden.

Das Shirt ist auch eine x-te Version eines bewährten Schnittes. Plaintain von Deer and Doe. Vor ein paar Tagen habe ich meinen knickigen auseinanderfallenden Papierschnitt neu kopiert und dabei meine Änderungen an dem Shirt protokolliert:
Ich nähe Größe 38 mit den Armlöchern von 34 und ab der Taille so verschmälert, dass er körpernah sitzt. Außerdem kürze ich in der Länge 8-10cm, da ich zu Röcken eh relativ kurze Shirts bevorzuge. Für dieses Shirt habe ich außerdem den Halsausschnitt 1cm nach oben gelegt, weil die letzten Varianten mir etwas offenherzig für’s Büro waren. (Das seht ihr hier nicht, weil ich für kein Foto den schal ausgezogen hab… schlau, nicht wahr?)

Der Stoff ist Baumwollstretchjersey vom Stoffmarkt und ich bevorzuge Baumwolljersey auch definitiv für diesen Schnitt. Auch das Shirt mag ich sehr.

Und trotz herbstlicher Dunkelheit im Büro, hab ich immerhin drei brauchbare Fotos geschafft und kann mich beim Me made Mittwoch einreihen, wo heute Katharina auch in blau vortanzt.

Campinggarderobe 1

Ich war im Verlaufe des Juli ausgesprochen nähproduktiv. Für unseren Campingurlaub wollte ich eine unkomplizierte Sommergarderobe nähen. Wir sind da ganz massiv packplatz-beschränkt und deshalb kamen meine sonstigen Sommerkleider und Röcke nicht recht in Frage. Webstoff, viel helles, wenig gut kombinierbar. Da hätte ich zu viele Teile einpacken müssen, die auch noch knitteranfällig gewesen wären. Mein Einpack-Plan war daher: 4 Jerseykleider, 2 Röcke, 1 Jeans, 4 Oberteile, 1 Pulli, 1 Strickjacke. (Südfrankreich im August ist heiß)

Zu diesem Zwecke hatte ich mich an einem heißen Tag Ende Juni (?) auf dem Stoffmarkt mit Frau Fantipanti und Freundin J. mit reichlich Jersey eingedeckt. Tatsächlich habe ich 3 Jerseykleider, 2 Röcke und 3 Shirts unmittelbar vor dem Urlaub genäht und alles hat sich sehr bewährt. 

Hier kommt meine absolute Nr. 1 meiner Campingkleider:

Campingkleid in seinem natürlichen Habitat

Dieses Kleid habe ich im Urlaub richtig viel, und auf der Rückfahrt und in den letzten heißen Tagen auch wieder getragen. Es ist luftig, bequem und sehr hübsch. Perfektes Urlaubskleid.

Der Schnitt ist ein Patternhack. Das Oberteil ist von einem Burda-Kleid (Nr. 111 aus 10/2014), das eigentlich schmal im Rockteil ist. Daran habe ich einen halben Teller angesetzt und in der Taillennaht ein Gummi mit gefasst. Der Stoff ist Viskosejersey und leider leiert er mit dem Tragen sehr aus. Trotz Aushängens hat der Rock jetzt wieder massiv Zipfel und ist auch insg zu lang. Auch die Taille sitzt inzwischen deutlich zu tief. Aber egal. Ein Top- Sommerkleid. 

Bessere Fotos gibt es leider nicht, hier zuhause leben wir ja bei heißem Wetter mehr so immer im Dämmerlicht. Und zu heiß für Fotoaction ist es auch. 

Me made Mittwoch: The ultimate Spring-Skirt

Ich trug gestern meinen neuen Rock, den ich am Sonntag beim Nähkränzchen nähte und der so sehr „Frühling“ ruft, dass er genau passend zu diesen schönen ersten warmen Tagen ist.

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Der Stoff ist von marimekko und wurde mir im Spätsommer 2014 von Kollege J. aus Dänemark mitgebracht. Da war es aber schon zu spät im Jahr für das deutlich frühsommerlich-farbige Muster und den hellen Grund (ich finde Türkis ist eine Sommerfarbe, während Petrol ganzjährig geht. Verrückt, ich weiß!). Als dann letztes Jahr Frühling wurde, zogen wir gerade um und ich kam nicht zum nähen und schon gar nicht zu Projekten wie diesem, bei denen ich ordentlich und sauber arbeiten will, weil der Stoff mir doch geschenkt wurde. Es wurde Sommer und Herbst und ich nähte den Lotti-Rock 106 aus der Burda 5/12, den ich letzte Woche zeigte. Da wusste ich: das ist der Schnitt zum Stoff. Denn gelb kann ich nicht gut nah am Gesicht tragen, es musste also ein Rock sein. Die Bahnen brechen das Muster gut, so dass es weniger massiv daherkommt. Dann musste es nur noch wiederum Frühling werden.

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Ich nähe den Rock praktisch ohne Änderungen in Größe 40. Für die Pattentaschen und den Bundbeleg habe ich einen Rest türkise Baumwolle und für den Taschenbeutel Punktestoff verwandt.

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Der vordere Bundbeleg ist bei mir allerdings stets deutlich zu kurz. Hielt ich das beim ersten Rock noch für Schlamperei bei mir (Nahtzugabe vergessen, falsche Nahtzugabe genäht, whatever…), bin ich nun doch recht sicher, dass ich alle Nahtzugabe angeschnitten und eingehalten habe und trotzdem 2cm Länge fehlen.

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Die Knopfleiste ist im unteren Bereich zugesteppt und oben habe ich 6 Druckknöpfe eingenäht, die bezogenen Knöpfe, die aus der Knopfschublade meiner Schwiegermutter stammen, sind nur Zier.

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Ich habe den Rock komplett gefüttert, da der Stoff durchscheinend ist (und weil ich gefütterte Röcke mag). Das Futter habe ich jeweils in der angeschnittenen Knopfleiste mit gefasst und unten einzeln gesäumt. Ich trage auf den Fotos zusätzlich einen Petticoat darunter.

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Der Stoff ist supertolle Qualität und ich freue mich sehr über den neuen Rock. Aus dem Rest des Stoffes werde ich tatsächlich Sofakissen nähen, falls wir jemals unser rotes Monster gegen ein braunes Sofa tauschen…

Und nun reihe ich mich für meine Verhältnisse extrem früh beim Me made Mittwoch ein – wo Claudia spontan Fotos von Jeans und sehr schöner Bluse aus dem Ärmel zu schütteln vermag. Respekt!

Me made Mittwoch: Lüla

Heute trage ich ein Standardoutfit in Standardfarbe: weiter Rock, Shirt, Strickjacke in lila.

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Der Rock ist im Herbst entstanden, der Stoff ist sowas wie denim in lila und aus viel Kunstfaser, zumindest ist er nicht so wirklich bügelfreundlich und glänzt verdächtig. Der Schnitt ist aus einer älteren Burda, die ich von Lotti leihen durfte, die einige viele tolle Versionen dieses Rocks hat. Es handelt sich um den Prototyp, der gut sitzt und tolle Taschen hat, aber aufspringende Knopflöcher im Bund. Ich habe inzwischen mit einem Druckknopf Abhilfe schaffen können und mache beim nächsten die Knopflöcher quer – also keine Blusen – sondern Hosenknopflöcher. Ist ja auch viel logischer am Bund und abwärts, nicht wahr? Und den nächsten Rock plane ich am kommenden Sonntag beim Nähkränzchen zu nähen, weswegen ich den Prototyp heute nochmal auf Herz und Nieren prüfe.

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Das Shirt ist im Rahmen von #projektbrotundbutter entstanden und wird quasi immer getragen, wenn es nicht in der Wäsche ist. Perfekte Farben. Der Schnitt ist Deer and Doe Plantain, genäht in Gr. 36 (also zwei Größen kleiner als Maßtabelle), weniger ausgestellt und kürzer, als im Original und mit leicht engeren Armlöchern.

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Die Jacke habe ich im Rahmen des Frühlingsjäckchen-Knitalongs 2014 gestrickt. Das Muster ist „Little Peacock“ (Link zu ravelry), die Form ist einer Kaufjacke nachempfunden. Also ich habe die Maschenprobe in Rippenmuster auf meinen Taillenumfang umgerechnet und dann das Strickstück immer auf die Kaufjacke gelegt und Abnahmen gestrickt, wo nötig, gestrickt habe ich von unten ohne Seitennähte und die Ärmel von oben mittels verkürzten Reihen direkt eingestrickt (Ich verlinke hier mal eine mögliche Vorgehensweise, ich mache es technisch etwas anders, aber das Prinzip ist immer das gleiche, jede Reihe werden weitere Maschen mit abgestrickt, das untere Drittel des Armlochs dann in einem Rutsch.) . Ich verabscheue zusammennähen und Fäden vernähen und stricke deshalb wann immer es geht ohne Nähte. Ich finde auch das sitzt schöner, die Passform lässt sich besser beurteilen und die Motivationshürde „zweites gegengleiches Vorderteil“ entfällt. Am Anfang hatte ich Puffärmel gestrickt, die fand ich aber dann doof und im Sommerurlaub  2015 habe ich die Ärmel nochmal aufgemacht und durch normale Ärmel ersetzt, jetzt mag ich die Jacke sehr.

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Geschlossen sieht sie zu Shirt und Rock eher bescheiden aus, aber ich zeige hier mal kurz Muster und Form. Das Muster ist wirklich sehr hübsch und strickt sich ziemlich locker weg. Die Wolle ist Drops Merino extra fine.
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Wiebke zeigt ein Jerseyknotenkleid und ist da sie in dieser Disziplin quasi DIE EXPERTIN der deutschen Nähbloggerinnenszene ist, ist das natürlich toll!

Me made Mittwoch: Der Flauschrock (#projektbrotundbutter Nr. 3)

Gestern trug ich erstmals und mit großer Freude einen neuen Rock, der als weiteres Element meiner Frübst-Garderobe auf der Stelle super in meine Garderobe passte und ein neues Lieblingsstück ist:

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Der Rock heißt Flauschrock, weil sich in ihm ganz viel #nähnerdflausch versteckt. Der Schnitt ist aus der Burda 5/2012 (Modell 106) und ist für mich vollkommen untrennbar mit Lotti verbunden, die mir auch das Heft lieh. Sie hat gefühlt 10 Röcke nach diesem Schnitt, alle toll oder toller und so erwachte bei mir der dringende Wunsch nach auch einem. Da ich aber ja keine Probeteile mache, musste zunächst ein günstiger Stoff dafür her. Diesen fand ich bei einem Spontanbesuch bei Alfatex vor drei Wochen. In der Filiale in Bochum gibt es seit einigen Monaten einen „Schnäppchen“-Bereich, der normalerweise nur absolut ekelhaften Ramsch enthält (aber alles unter 5 Euro/m) – als ich dort kurz hinschaute stand da aber ein ganzer Tisch mit stark reduzierten Anzug- und Kostümstoffen mit Wollanteil und es lagen auch etliche Ballen sehr brauchbare Hosen- und Kostümstoffe zwischen den üblichen Polytierchen. Ich kaufte daher 8m Stoff für 24 Euro, darunter diesen hier. Ein dünner Köperstoff, denim-artig vom Ansehen aber dünner vom Anfassen her. Der Stoff hat schwarze, lilane und hellgraue Fäden und war laut seinem Ballen aus 60% Baumwolle und 40% Polyester. Durch die schwarzen Schussfäden und die abwechselnd lila und grauen Kettfäden ergibt sich eine leicht melierte oder verwaschene Optik. Nach Feinwäsche und Bügeln bin ich da nicht ganz sicher, denn er ist etwas steif und recht bügelekelig geblieben. Innen im Bundbeleg und in den Taschen verstecken sich wohl-gehütete Reste meines Stoffwechselstoffs von Meike aus dem ersten Stoffwechsel, was mich bei jedem angucken erneut sehr erfreut und so hab ich einen Rock der mich zeitgleich an gleich zwei wundervolle tolle Mitbloggerinnen erinnert. Total super.

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Ich bin mit dem Ergebnis ausgesprochen zufrieden. Die Burda-Anleitung habe ich natürlich ignoriert, ich bin Burda-Legasthenikerin aus Überzeugung und wollte ohnehin die unsichtbare vorgesehene Knopfleiste durch eine sichtbare Knopfleiste ersetzen, so wie Lotti dies jüngst bei ihrem Sommerexemplar aus Jeans tat. Ich habe zudem nur die obersten vier Knöpfe tatsächlich nutzbar gemacht, der Rest der Knopfleiste ist zwar genäht aber dann miteinander versteppt und die Knöpfe sind durch alle Lagen aufgenäht. Warum? Weil der Rock gefüttert ist. Der Futterrock hat demnach eine vordere Mittelnaht und ist im oberen Bereich unsichtbar von Hand an die Knopfleisten angenäht. Bis auf die Tatsache, dass die vorderen Belegteile zu schmal waren – weiß der Henker was mir da passiert ist, ich nehme an, ich habe irgendwo die Nahtzugabe vergessen, denn ich nähe ja selten nach Schnitten ohne enthaltene Nahtzugabe – passt der Rock hervorragend ohne Änderungen bis auf radikales kürzen um ca. 10cm.

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Allerdings werde ich das Oberteil wohl stets drüber und nicht in den Bund gesteckt tragen, denn trotz sorgfätigen Bebügelns mit (Gewebe-)Einlage, recht robustem Stoff und der Tatsache, dass mir der Bund sogar etwas weit ist, ziehen sich die oberen beiden Knopflöcher leider unschön. Das habe ich bei Röcken mit Knöpfen öfter und kann es mir nicht recht erklären, ich werde es wohl mit einem Druckknopf zwischen den beiden Knöpfen zumindest etwas abmildern.

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Der Me made Mittwoch steht heute unter dem Motto Jeans und da passt mein optischer Jeansrock doch ganz gut rein, nicht wahr?

Ein Kleid! Ein Kleid!

Ich habe seit vielen vielen Monden nichts mehr wirklich für mich und zuende genäht. Seit der AnNÄHerung um genau zu sein. Als die Nähecke in der neuen Wohnung provisorisch eingerichtet war, nähte ich erstmal Bettwäsche für den unermüdlichen Umzugshelfer, Kollege J. und eine Hose für den Minimensch. Dann produzierte ich ein vortreffliches UFO mit starker Tendenz zu TfT nach dem Lemmingkleidschnitt B6018, das jetzt erstmal ein wenig abhängt, bis ich mich durchringe es zu säumen. Im Herbst oder so. Derart vom Nähkarma gebeutelt erhielt ich zu Ostern ein liebes Päckchen meiner nähenden und ältesten Freundin L. die mir diesen wundervollen Viskosejersey schickte, den sie einfach so für mich im Stoffladen mitgenommen hatte. Ist es nicht schön, wenn man solche Freundinnen hat?
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Er ist in echt deutlich blauer. Hauchfein und sehr hochwertig.

Nun habe ich seit der Schwangerschaft kein Jerseykleid mehr genäht, Oberteile aus Viskosejersey haben sich für mich als nicht ideal erwiesen. Ich hatte also nicht direkt ein passendes Projekt vor Augen. Es waren auch nur 1,5m Stoff, was die Schnittauswahl einschränkte und ich wollte sehr dringend mit dem nähen beginnen und nicht erst einen Schnitt kopieren. Also kamen nur bereits kopierte, schmal geschnittene Kleider in Frage. Ja, hm.

Nun hatte ich, ebenfalls von Freundin L. einen Schnittadventskalender bekommen, mit jede Woche einem Schnitt, fertig kopiert und der Anleitung. Sagte ich bereits, dass es toll ist, sie zur Freundin zu haben? Also nicht nur deshalb. Darunter war auch ein Burda-Jerseykleid mit Wasserfallkragen. (Modell 111, Burda 10/2014) Schmal geschnitten, schon kopiert, auflegen der Teile ergab, dass es passen könnte mit dem Stoffverbrauch.
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Nun bin ich mit Burda ja eher so nicht besonders gut befreundet. Das letzte Burdakleid ist Jahre her. Meine Erfahrung zeigt, dass ich keine ‚Burdafigur‘ habe und immer sehr umfangreich anpassen muss. Ich hoffte jedoch, dass es bei einem Jerseykleid wohl gehen würde.
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Nun. Es ging. Die Anleitung half nicht direkt weiter, verwirrte mich eher. Allerdings habe ich ja schon mal was mit Wasserfallkragen genäht und war so einigermaßen sicher, es auch ohne Anleitung hinzubekomnen.
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Im Dunklen blieb letztlich nur, wie die Raffung des Kragens gemacht wird. Die Anleitung sieht nämlich vor, dass am fertigen Kleid am Ausschnitt Rollfalten abgebracht werden sollen. Hierzu konnte ich weder Markierungen auf meiner Schnittkopie finden, noch der Anleitung entnehmen wie genau das denn zu machen sei. Ich habe die für mich wahrnehmbare Mehrweite zwischen Ausschnitt und Schulter per Handnaht leicht eingereiht. Ob das so gehört? Keine Ahnung.
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Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Der Stoff ist so schön, dass ich das Kleid gern trage und der Schnitt ausreichend schick, dass es mir nicht zu sehr wie ein Schlafanzug vorkommt.
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Ich habe das Kleid, da der Oberstoff sehr fein und durchscheinend ist, komplett mit grauem Viskosejersey gefüttert. Den musste ich erst bestellen, was die Anfertigung etwas verzögerte. Hat sich aber gelohnt, denn jetzt ist es gemütlich warm und scheint nicht durch. Dadurch konnte ich es am Montag, als ich die Fotos machte, gut mit Strumpfhose tragen. Aber es wird bestimmt auch ohne gut zu tragen sein.
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Ich habe das Kleid mit der Ovi gerollsäumt, einerseits weil ein doppelt umgeschlagener Saum bei dem Stoff etwas wuchtig gewesen wäre, vor allem aber, weil das Kleid trotz 4cm Saumzugabe dann zu kurz geworden wäre.

Ansonsten habe ich das Rockteil leicht ausgestellt, denn ein eng anliegendes, wenig elastisches Schlauchkleid erschien mir etwas presswurstig und zudem unpraktisch.

Derzeit sind wir hier seit 14 Tagen im Dauerlazarett. Erst das Kind, dann der Mann zum guten Schluss ich. Es bleibt also wohl erstmal bei Nähabstinenz.

Me made Mittwoch: Frühlingskleid

Am Sonntag wollte ich bei über 20 Grad unbedingt was richtig sommerliches anziehen und fand meinen Kleiderschrank recht schlecht bestückt. Passiert ja, guckt man rein und ist einfach nix zum anziehen drin. Ich blickte ohne grosse Hoffnung hinter die „Für-seltene-Anlässe-Tür“, weil hinter den anderen Türen mir nix zusagte und fand zwischen Brautkleid und kleinem schwarzem das hier vor:
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Natürlich wusste ich theoretisch, dass ich dieses Kleid besitze, aber ich hatte es als wenig alltagstauglich abgespeichert. Als ich es vor knapp 2 Jahren im Blümchenmonat Mai (eine Aktion, die mir wie kaum eine andere viele gern getragene Kleidungsstücke bescherte. Danke Meike, auch nach 2 Jahren noch mal.) nähte, war ich wenig angetan davon. Ich ärgerte mich, denn ich hatte das Burdaheft (3/2012) extra für den Schnitt gekauft und alle meine Vorbehalte waren bestätigt worden: Schulterbreite wie so ne Schwimmerin, Anleitung kryptisch,der Ausschnitt zu offenherzig, der Rock zu schwanger aussehend, das große Muster auch nicht so meins. Es landete im Schrank und ward im Folgejahr dort vergessen.

Nun fiel mir auf, dass ich es ja mal mit was drunter tragen könnte und seit ich weiß, wie ich schwanger aussehe, finde ich es auch bauchtechnisch harmlos. Also zog ich es an und … mochte es. Verrückt.
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Natürlich ist der Ausschnitt immernoch zu weit, das ganze Oberteil müsste überarbeitet werden, aber egal. Es ist ein schönes Kleid.

Das Unterkleid, das ich daruntertrug ist allerdings nicht für ärmellose Kleider geeignet. Es dehnt sich extrem aus und rutscht dann und verzieht seinen Ausschnitt. Daher wählte ich die Lösung mit Tuch. Beides war eigentlich zu warm. Aber ich kann mich nach dem Winter immer nur schwer daran gewöhnen ohne Unterkleid und Tuch rumzulaufen…
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Mir fiel dann auch auf, dass mein Frühlingsjäckchen farblich perfekt dazu passen wird. Eine gute Motivation zum weiterstricken.

Und wenn jemand jetzt dringend auch so ein Kleid haben will: Ich verkaufe das Heft Burda 3/2012 für 3 Euro plus Porto. Einfach einen Kommentar hinterlassen.

Melleni läd heute in einem Simplicity-Kleid zum Jubiläums-MMM. 100 Posts, das ist doch toll! Liebe MMM-Crew, das nehme ich doch gleich zum Anlass nochmal ganz deutlich zu sagen: dass ihr jeden Mittwoch vor und hinter den Kulissen total tollen Einsatz zeigt, euch sehr viel Mühe macht und uns alle so toll vernetzt, das kann man gar nicht genug loben. Selbstverständlich ist das nicht und ich danke euch von Herzen.
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