Me made Mittwoch: not Bread and Butter

Ich gebe zu, heute habe ich mein Outfit ausnahmsweise extra für den MMM angezogen. Es gibt heute überhaupt keinen Anlass derart schick ins Büro zu gehen und mir wäre eigentlich auch eher nach Wollkleid gewesen. Aber ich hab den Rock nach über 1 Jahr beendet, da muss ich jetzt durch. Das fotografieren war heute auch eher herausfordernd, das Licht und mein Handy wollten sich nicht recht einigen.

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Diesen Rock habe ich auf der AnNÄHerung 2014(!) angefangen. Auch kurz danach zuende genäht und beim ersten anziehen ging der Reißverschluss kaputt. Ich sage ja immer, ich hätte keine UFOs. Tatsache ist, dass ich zwar eigentlich alles zuende nähe oder sehr zeitnah wegschmeiße, aber dafür hüte ich den Inhalt der Flickkiste sehr sehr lang. In diesem Fall ist der Rock sogar in der Kiste mit umgezogen. Dafür war er übrigens erstaunlich unverknittert, als ich ihn am Sonntag rauszog und mit einem neuen Reißverschluss versah.

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Ich bin recht erstaunt, dass er gut passt, wiege ich doch locker 4kg mehr als vor einem Jahr. Aber der Stoff ist einfach sehr stretchig. Es handelt sich um Stretchgabardine von Alfatex und trotz hohen Polyanteils finde ich sie sehr angenehm. Gefüttert ist der Rock mit Wirkfutter.

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Ich weiß offen gestanden nicht, welcher Schnitt das ist. Er ist von Butterick, so viel ist aber sicher.

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Die Schößchen habe ich etwas verschmälert, sie waren doch recht wuchtig. Sonst nähte ich ihn nur etwas eingestellter, das mache ich immer bei schmalen Röcken. Durch die Teilungsnähte war er gut anzupassen.

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Ich bin ganz froh, dass er fertig ist, er trägt sich auch angenehm. Aber ich weiß, dass er überhaupt nicht in meinen Alltag passt. Schon der morgendliche Anziehkampf mit dem Minimensch inklusive Zusatzchallenge Schneehose war eine Herausforderung. Ich werde ihn zuhause sicher sofort ausziehen. Und dann vor allem auf Konferenzen tragen. Bleistiftröcke sind für mich einfach zu unpraktisch und ich hab auch nicht immer die Laune derart hohe Schuhe zu tragen. Also heute mal kein Brot und Butter-Projekt.
imageDieses für mich untypische Outfit verlinke ich heute beim Me made Mittwoch, dem wöchentlichen Treff der selbst benähten Damen.

Me made Mittwoch: Murkskleid No 1

Hallo ihr Lieben! Ein schöner Gruß aus Melbourne.
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Während ihr alle noch seelig schlaft, arbeite ich hier schon fleißig bzw. bemühe ich mich, in Vorträgen nicht einzuschlafen. Gestern angekommen bin ich noch ein wenig gejetlagged. Nachdem man in Deutschland ja vor ca. 2 Wochen die Stiefeletten erstmals im Schrank lassen konnte, bin ich nun wieder im gewohnten deutschen Frühlingherbstwetter also bei ca. 12 Grad und Wolken. Deshalb habe ich mich in den Hintern getreten ein schon länger fast fertiges, eher wenig perfektes Kleid fertigzunähen, das ich eigentlich bis Herbst in der Ufo-Kiste ignorieren wollte. Twitterern ist dieses Kleid als das Murkskleid Nummer 1 bekannt und es ist Teil meiner „Big4-Failure-Reihe“. Es handelt sich um das 100fach geliebte Lemming- oder Tinakleid, B5061. Das Kleid ist aus einer wunderwundervollen Viskose-Woll-Feingabardine von alfatex in einem traumhaften dunkellila (das auf Fotos Dreckbraun aussieht.) Den Stoff streichelte ich nun über ein Jahr, den Schnitt bewunderte ich auch schon ewig. Zugeschnitten hatte ich noch vor dem Umzug, genäht kurz danach. Und nunja. Dann war es doof und bedarf eigentlich einiger Änderungen, weswegen ich es kurz vor dem Säumen einfach weglegte und ein weiteres Murkskleid begann (selbst schuld. Karma. I know.)
Nun. jetzt hab ich es gesäumt und in den Koffer gepackt. Der Stoff ist angenehm knitterarm, ideal für Reisebekleidung und die langen Ärmel sind kuschelig um vor dummer Klimaanlagenluft zu schützen.
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Die Fotos aus dem Hotelzimmer sind leider katastrophal beleuchtet und draußen Fotos machen hab ich nicht geschafft, denn wir waren evtl ein wenig spät dran (lies: „hatten die Begrüßung bereits verpasst und wussten nicht wohin wir müssen“)
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Nun. Was ist nun Murks an dem Kleid?

Es ist über der Brust und unter der Brust, im Rücken und um die Taille zu weit. Die Taille sitzt nicht ganz richtig. Der Rock ist nur knapp lang genug, weil ich nur einen Rollsaum gemacht hab. Und wenn ich die Arme hebe, rutscht das gesamte Kleid bis zu den Ohrläppchen hoch. Kurz: nicht mein Schnitt. Ich müsste eine kleinere Größe wählen, ein FBA machen. Dann wäre aber immer noch die Kräuselung über- und unter der Brust nicht ideal für meine Figur. Ich bin inzwischen sicher, dass Schnitt mit Kräuselungen einfach nicht so gut für mich sind, oder vielleicht fehlt mir nur die Fähigkeit, sie ordentlich umzusetzen. Ich bin da etwas frustriert.
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Aber mit Gürtel und einem weniger perfektionistischen Blick, ist es ein akzeptables Konferenz-Kleid, dee Stoff trägt sich geradezu traumhaft, ich hätte den ganzen Ballen aufkaufen sollen, und ich werde es wohl doch nochmal auftrennen und die Taille anpassen. Und dann bügele ich auch den Saum *räusper*. Im Herbst dann.

Viel sommerlichere Kleidung gibt es (in ein paar Stunden) beim Me made Mittwoch zu sehen. Ich winke aus der Ferne!

Wintermantel – endlich fertig

Auf den aller allerletzten Drücker kommt mein Wintermantelpost. Der Mantel ist seit einer Woche fertig, ich habe ihn jeden Tag getragen und auch schon am Montag Fotos gemacht. Leider fehlte mir dann entschieden die Zeit, einen ordentlichen Beitrag dazu zu verfassen.

Hier ist er erstmal:
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Wie man sieht, fehlt noch der Gürtel. Den habe ich schon zugeschnitten, als ich den Mantel das erste Mal trug und einen ’normalen‘ Gürtel darüber, hab ich mir aber überlegt, dass ich lieber einen Gürtel mit Schnalle dazu hätte anstatt einen geknoteten, wie vorgesehen. Eine erste Suche nach einer passenden Schnalle war aber nicht erfolgreich. Alle zu klein. Mein Gürtel wird 7cm breit, da finden sich nicht viele Schnallen. Solang trage ich den Mantel so wie hier mit farbigem Gürtel oder auch ganz ohne Gürtel. Das geht auch hervorragend, denn er sitzt gut. Es gibt eine leichte Falte vorn an der Schulter, die wäre wohl weniger ausgeprägt, hätte ich nicht vergessen, die schon zurecht gelegten Schulterpolster auch einzunähen. Außerdem fällt die vordere Kante komisch, weil ich eine Kurve reingenäht hab. Das trenne ich noch mal auf und begradige das.
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Ansonsten bin ich mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Ich finde das weite Rockteil super, auch wenn es durch die Wattierung jetzt so wirkt, als hätte der Mantel ein Petticoat, das ist eigentlich cool. Er ist auch wundervoll warm. Bei den derzeitigen Temperaturen von um 5 Grad fast noch etwas zu warm. Da macht auch die Winddichtigkeit viel aus, denke ich.
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Am Anfang, als ich den Schnitt gerade ausgesucht hatte, war ich nicht sicher, ob ich diesen kleinen Stehkragen praktisch finden würde. Er ist aber sehr gut. Wenn es ganz warm sein soll, wickel ich den Schal außen rum. Aber mit einem normalen Schal/Halstuch und offenem Kragen geht es auch ganz gut und es weht nicht rein.
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Ich bin sehr erleichtert, dass er fertig und gut ist, denn das nähen war wirklich nicht schön. Da ich den Außenmantel anprobieren und ggf auch trennen können wollte, habe ich Windstopper und Thinsulate nicht als eine Lage mit dem Außenstoff, sondern als eine Lage mit dem Flutschfutter verarbeitet. Das war maximal ätzend, denn das verrutschte dauernd und ist insgesamt auch recht krumpelig geworden. Beim nächsten Mal würde ich das anders machen. Von innen bin ich mit dem Mantel deshalb auch nur so semi zufrieden. Aber gut, ich musste auch wirklich kämpfen, denn neben meiner Nähmaschine steht recht nah schon die Overlock und Platz um das Riesenmantelgerät mit seinem voluminösen Innenleben gescheit zu rangieren ist da einfach nicht. Entsprechend bin ich ganz froh, dass überhaupt alles zusammen hängt und hält. Und wärmt. Und gefällt.
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Ich habe für den Mantel schon sehr viel Lob bekommen und bin in der Tat auch selbst sehr angetan. Allerdings brauche ich jetzt auch erstmal eine ausgedehnte Mantelpause. Irgendwann im Sommer setz ich mich dann vielleicht mal an eine Jacke. Vorher gibt es nix mehr mit Funktionsfütterung oder so. Nee, da brauch ich jetzt erstmal viele Kleider, Röcke und evtl. ein Kostüm als Erholung.
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So, und jetzt noch ein großer Dank an Chrissy und Frau Dreikah, die uns alle zusammengebracht, organisiert, angetrieben und bei der Stange gehalten haben. Und ein herzlicher Gruß an alle, die genauso kämpfen mussten wie ich.
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Und Detailbilder:
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Wintermantel: Zwischenstand

Bereits letzten Sonntag fragte Karin die versammelten Herbst- & Wintermantelnäherinnen nach ihrem Zwischenstand. Ich hatte auch bereits letzten Sonntag den Obermantel fertig, habe aber die ganze Woche verpennt zur richtigen Tageszeit Fotos zu machen. Gestern hab ich endlich, schnell schnell drei Fotos geschossen.

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Ich bin mit dem Sitz im großen und ganzen sehr zufrieden. Ich habe im Bereich der Hüfte mit etwas schmalerer Nahtzugabe genäht, das wäre zwar vielleicht gar nicht nötig gewesen, derzeit sitzt er noch recht weit, aber es kommt ja noch ein dickes Futter rein und es soll ja auch noch dickere Kleidung drunter passen.

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Hinten im oberen Rücken ist etwas viel Stoff, in der Taille deutlich zu viel. Im Bereich der Taille werde ich auch tatsächlich ein bisschen was raus nehmen. Im oberen Rücken werde ich den Bewegungs- und Futterspielraum drin lassen. Denn mit vorn überkreuzten Armen (leider unscharf) sieht man, dass der Platz durchaus nötig ist.

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Der Kragen ist bereits mit Thinsulate gefüttert und zeigt, wie die Optik im gefütterten Zustand sein wird.

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Nun muss ich den Futtermantel nähen, und wegen der drei Lagen (Windstopper, Thinsulate, Futter) bin ich da nicht so sehr motiviert. Deshalb hab ich jetzt erstmal mein Stoffwechsel-Projekt dazwischen geschoben. Allzu lang darf ich aber nicht mehr warten, denn bald ist es zu kalt für den Robson Coat.

Und? Alle anderen schon fertig?

P.S. Für alle, die auch noch nicht gefüttert haben, noch ein kleiner Trick, den ich mir vom Robson abgeguckt hab: Der Taschenbeutel ist mittels eines kurzen Stücks Band an der Nahtzugabe der vorderen Prinzessnaht fest genäht, so liegt die Tasche später immer Richtung vorn und verirrt sich nicht im Futter.

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Ja, alles ungebügelt, habt ihr richtig gesehen…

Wintermantel-„Fortschritte“

Nun. So richtig weit bin ich nicht. Zwar hatte ich theoretisch mehr Nähzeit, aber dann war ich sehr müde und dann musste ich eine Jacke für den Minimensch nähen und dann musste ich doch arbeiten und dann musste ich einen Rock nähen und … Ihr kennt das. Immerhin sind alle 4 Lagen Stoff (Oberstoff, Windstopper, Thinsulate, Flutschfutter) eingetroffen. Auch abpausen habe ich dann doch irgendwann gemacht . Und auch mühsam, Oberstoff, Membran und Thinsulate zugeschnitten. 12 Schnitteile je 2 Mal aus 4 Lagen Stoff, da kommt einiges zusammen. Ich wurde etwas davon sabotiert, dass meine Schere inzwischen recht dringend mal von einem Profi geschärft werden müsste.

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Ich habe todesmutig Größe 12 mit Cup-Größe D zugeschnitten, obwohl die Maßtabelle mir 16 empfiehlt, weil ich bisher bei Butterick immer deutlichst enger machen musste. Ich hoffe, das ist jetzt nicht ausgerechnet beim Mantel anders. Aber es gibt ja viele Nahtzugaben rauszulassen.
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Mein Futter ist ein petrol-blau changierendes Acetat mit Streifen von Tolko-Stoffe, das ich phänomenal schön finde. Den Futterzuschnitt muss ich noch machen, ich denke dafür werde ich den Rollschneider nehmen, denn meine Schere raubt mir wirklich den letzten Nerv. Hat eine von euch schon mal ihre Schneiderschere schärfen lassen? Hat das gut geklappt? Für Knopfleistenbeleg und Taschen habe ich einen schönen Rest Baumwolle genommen.
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Vielleicht schaffe ich heute abend die ersten Nähte. Auch wenn ich auch gern ein Kleid, einen Rock, einen Unterrock und den nächsten Trägerrock nähen würde. Ich bin gerade nur sehr wenig motiviert für dieses langwierige Projekt. Aber vielleicht wird das besser, wenn ich mich durch die Linkliste der anderen Sewalong-Teilnehmerinnen bei Chrissy klicke?