Me made Mittwoch: Schmetterlinge und Vögel und Anna – again

Vollkommen überraschend – für mich – zeige ich heute ein Kleid mit Tieren. Dabei habe ich ja keine Kleidung mit Tieren, dachte ich. Das Tiermotto des MMM hätte ich also nicht erfüllen können und so habe ich auch überhaupt nicht daran gedacht als ich dieses Kleid letzte Woche nähte. Die Fotos sind von Samstag, als es noch relativ warm war und ich das Kleid zu einem ausgedehnten Ausflug in die Essener Gruga trug. Da ich es erst danach fotografierte ist es leicht knittrig (es saß den Tag über auf Picknickdecken und Rutschen) und das Licht etwas fotofeindlich, da es schon deutlich nach 20 Uhr war.

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Der Schnitt ist das Anna Dress von By Hand London, das derzeit eine Renaissance in der Nähbloggerinnenwelt erfährt, wie mir scheint. Vollkommen zurecht. Ich bin Fan der ersten Stunde, dies ist mein viertes Anna Dress. Neben der Tatsache, dass das Kleid mir mit sehr geringen Anpassungen in einer schmeichelhaft kleinen Größe passt, mag ich daran vor allen, dass es sich hervorragend für auffällig gemusterte Stoffe eignet. Deshalb fiel die Wahl auch auf diesen Schnitt, als ich mich entschloss, endlich den Stoff zu verarbeiten. Der Stoff lag nun drei Jahre in meinem Stoffschrank, ich bekam ihn von meiner Schwiegermutter geschenkt, fand ihn direkt wunderschön (Schmetterlinge! Vögel! Türkis!) – aber hatte Hemmungen ihn anzuschneiden, weil ich nicht wusste, wie ich die Streifen schlau platzieren sollte, vor allem weil bei querer Verarbeitung die Vögelchen aus den Streifen fallen würden… Irgendwann ging mir jedoch auf, dass das Anna Dress genug Raum bietet, um die Streifen weitgehend ungebrochen zu verarbeiten und so legte ich los.

imageMit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden. Durch den diagonal verarbeiteten Rock ist der Querstreifen-Gefangenen-Montur-Effekt abgemildert und dennoch sind von vorn alle Vöglein aufrecht. Hinten stehen sie allerdings Kopf – das gab der Stoff nicht anders her. Dafür ist mir der Streifenanschluss am rückwärtigen Oberteil perfekt gelungen, da bin ich ziemlich froh drüber.

imageAn der Seite passen die Streifen nicht ganz, das liegt daran, dass ich das vordere Oberteil durch das FBA um zwei Fingerbreit verlängere, das hintere aber – durch das Hohlkreuz – nicht. So musste ich zwischen oben passend oder unten passend einen Kompromiss finden. imageDas Kleid ist für den Sommer gedacht und daher nicht gefüttert, auf den Fotos trage ich ein Petticoat darunter. Einzige sonstige Änderungen (neben FBA): Rockteile durch einen halben Teller ersetzt und Seitennahttaschen hinzugefügt.

imageUnd nun reihe ich mich bei den bereits über 100 Damen in vielerlei Getier auf dem Me Made Mittwoch-Blog ein.

Me made Mittwoch: Das Hochzeitsgastkleid, das den Fluch brach

Ich berichtete vor 3 Wochen von meinem miesen Karma bei Hochzeitsgastkleidern. Es war wie verhext, niemals konnten Kleid, ich und geplante Hochzeit zusammenkommen. Entweder war das Kleid nicht fertig, oder es passte nicht mehr, weil ich zwischen Planung und Hochzeit schwanger wurde oder ich konnte nicht zur Hochzeit (so gesehen bin ich dann doch recht glücklich, dass ich keines meiner beiden Hochzeitskleider selbst genäht hab. Wäre dann doch doof gewesen) – unverdrossen plante ich aber zu jeder nahenden Hochzeit wieder ein Kleid. Und diese Beharrlichkeit hat sich nun ausgezahlt. Am Samstag war ich auf einer Hochzeit im eigens dafür genähten Kleid. Und die Welt ist nicht implodiert oder ähnliches. Zwar musste ich mich ziemlich ranhalten, weil ich ja bekanntlich die letzten 3 Wochen quasi dauerkrank war und wir mussten außerdem noch eine Autobahnvollsperrung umfahren, aber am Ende war alles gut. Und dieses Kleid trug ich:

Und ja. Ich habe das Kleid passend zu den Schuhen genäht, die ich versehentlich bestellt habe, als ich eigentlich knallrote wollte und dann zu schön fand zum zurückschicken.

Es handelt sich um ein pattern-Hack von Elisalex (by hand london), das ich als Papierkopie besitze. Ich hatte Elisalex schon einmal recht erfolglos genäht, damals hatte ich es beim anpassen verschlimmbessert und außerdem einen biestigen Stoff verwandt, so dass es aussortiert wurde – ich wusste aber, dass mir das Oberteil mit kleineren Anpassungen sehr gut passt. Kombiniert habe ich das Oberteil mit einem 3/4-Tellerrock. Tellerröcke berechne ich nach dieser Anleitung/Tabelle. Ich habe das Kleid komplett gedoppelt. Es ist aus Partysatin in bordeauxrot von hier. Und Spitze aus der gleichen Quelle. Den rückwärtigen Reißverschluss habe ich in die Seite verlegt. Ich fand es schon beim ersten Kleid uneinsichtig, warum der hinten sein sollte, wo das Kleid einen so weiten Ausschnitt hat und die schöne Rückenansicht ohne Nutzen gebrochen wird. Dann habe ich das mittlere Rückteil im Bruch (minus Nahtzugabe) zugeschnitten, dabei habe ich das Spitzenteil nach Abgleich mit meinem Grundschnitt bis zu Hals nach oben verlängert, das Satinteil folgt der Originalschnittführung. Die Ärmel sind nur aus Spitze.

Die Verarbeitung war nicht so ganz ohne. Ich habe zunächst die beiden mittleren Vorderteile am Ausschnitt verstürzt und die Nahtzugabe sehr knapp zurückgeschnitten, dann jeweils die Spitzen- und Satinteile des Oberteils gemeinsam mit Zickzackstich versäubert, so dass sie schon passend geheftet waren und die Spitze sich nicht mehr auflösen konnte. Den oberen Rand des rückwärtigen Mittelteils habe ich mit Schrägband eingefasst, den des darunterliegenden Satinteils mit Säumerfüßchen schmal versäubert. Danach habe ich im Oberteil beide Lagen als eine verarbeitet, damit man die Nähte nicht durch die Spitze sieht. Ich musste die Prinzessnähte leicht anpassen, das mittlere Rückenteil war leider etwas weit und die Spitze dehnte sich noch weiter aus, das sitzt nicht so ganz optimal.

Die Röcke sind getrennt gearbeitet und nur an der Taillennaht gemeinsam angenäht. Das Spitzenrockteil und die Ärmel haben französische Nähte. Den Spitzenrock und die Ärmel habe ich mit flachem Zickzack versäubert, das ist nicht so schön, aber eine andere Lösung fiel mir nicht ein. Der Satinrock hat einen Rollsaum mit 6mm-Säumerfüßchen genäht.

Die vorderen Oberteil-Teile habe ich jeweils um 3cm verlängert, das war noch etwas knapp, 4cm wären besser gewesen, im Rücken musste ich 1cm Länge rausnehmen (eine Vorn-hinten-Differenz von 5cm also, das fällt mir in letzter Zeit massiv auf, dass das ständig so ist.) Die Taille sitzt daher etwa 1cm zu hoch, deshalb habe ich dann noch den Gürtel dazu genäht um die Taille optisch an die richtige Stelle zu setzen.

Darunter trage ich einen Petticoat, den hatte ich allerdings Samstag gar nicht an, es schwingt auch ohne sehr schön, weil der Satin ja ganz gut Stand hat auch für sich. Das Kleid trug sich perfekt, insbesondere auch zum Tanzen, nur die Ärmel nervten im Verlaufe des Abends zunehmend, weil sie immer weiter wurden. Aber trennen geht bei der Spitze und den frz. Nähten wohl nicht, ich werde sie daher evtl auf 3/4-Länge kürzen und mit Falzgummi einfassen.

Ich finde das Kleid richtig gut und werde den Schnitt evtl. auch nochmal alltagstauglicher nähen, also aus dezentem Stoff und mit 1/2 statt 3/4-Tellerrock – in der aktuellen La Maison Victor ist ein sehr ähnliches Kleid, falls jemand nicht extra für das Prinzess-Oberteil Elisalex erwerben möchte, das ich eh schon auf dem Plan hatte. Die Rückmeldungen auf der Hochzeit waren auch durchweg positiv, nur der Mann sprach „barock“ und die Schwester „sieht aus wie Game of Thrones“. Na gut.

Muriel zeigt heute auf dem Me Made Mittwoch-Blog auch ein Hochzeitsgastkleid, das sie zurecht sehr toll findet. Ich bin auch total begeistert von dem schönen blauen Punktekleid!

Me made Mittwoch: Anna

Ich bin etwas sehr ausgelastet derzeit, aber ich machte gestern Fotos von meinem Outfit:
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Ich trug gestern und trage auch heute mein erstes, aber sicher nicht letztes, Anna Dress. Es hat noch ein paar Kinderkrankheiten, aber ich mag es sehr.
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Genäht aus einem etwas zu steifen Patchworkstoff von Buttinette, dessen Muster und Farbe ich aber sehr mag. Ich plane für dieses Jahre weitere Annas, denn ich mag den Schnitt und Sitz des Kleides und es passte mir praktisch ohne Anpassungen. Es lässt sich außerdem gut mit Shirt drunter aber auch ganz ohne alles tragen, was es – kombiniert mit Unterrock – recht Frühling-Sommer-Herbst-kompatibel macht.

Gestern noch mit blickdichter Strumpfhose und Shirt drunter. Ich brauche immer etwas, bis ich glauben kann, dass es ohne Strumpfhose und Schal geht. Heute konnte ich mich schon zu einer Caprileggins durchringen. Ich mag ja Caprileggins. Allein schon zur Entwöhnung, damit der Übergang zu nackten Beinen nicht so plötzlich kommt.

Der Schal aus Strängen von geflochtenen Stoffresten ist übrigens auch selbst gemacht. Und auch gut zur Schalentwöhnung, denn da brauch ich auch immer etwas, um diese Nacktheit am Hals ertragen zu können.

Und nun husche ich – sehr eilig – zum MMM herüber, wo heute Nina ein schönes Simplicity-Kleid zeigt, dessen Schnitt auch noch hier liegt. Für wenn bald alles besser ist…

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Noch ein neues Kleid. Ein bisschen davon war schon unter dem Frühlingsjäckchen zu sehen:

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Das Anna Dress von By Hand London. Wie auch bei Elisalex gibt es viele Fans dieses Schnittes, aber auch viele, die an ihm verzweifelt sind. Ich bin ganz klar Fan. Ich konnte das Kleid in Größe 10 zuschneiden. Das war schon ungewohnt. Und dann passte es auf Anhieb wie angegossen. Toll. Ich habe lediglich das Oberteil um Fingerbreit verlängert. Das mache ich so gut wie immer. Und das war’s. Wobei man klar sagen muss: ich trage BHs mit D-Cup und habe sehr schmale Schultern und ein breites Becken. Wenn mir ein Schnitt ohne Änderungen passt, ist das eher seltsam.
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Der Schnitt ist nicht ganz billig, aber auch wirklich liebevoll verpackt und designt, das Booklet ist gut geschrieben, die Anleitung einwandfrei. Ich bin sehr zufrieden.

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Die zugesteppten Falten sind eine hübsche Abwechslung zu Abnähern, die angeschnittenen Ärmel sind wirklich nett und gut zu verarbeiten.
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Nicht zufrieden bin ich mit meiner Stoffwahl. Der Stoff ist eim Quilting Cotton von Buttinette und ich liebe das Muster wirklich sehr. Leider knittert er wirklich extrem, so dass das Kleid praktisch 5 Minuten nach dem Bügeln schon wieder ungebügelt aussieht. Da es aber auch nur der tragbare Versuch war, sehe ich darüber hinweg und schneide einfach noch eins zu. Dann werde ich allerdings das Rockteil durch einen halben Teller ersetzen, denn diese vielen Bahnen erscheinen mir überflüssig. Außerdem werde ich das Oberteil füttern, denke ich.
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Aber sonst? Perfekt.

Me made Mittwoch: Elisalex beta

Gestern habe ich mich mit meiner Freundin L. getroffen und trug dazu das Kleid, das ich zum Teil bei einem Treffen mit L. vor zwei Wochen genäht habe. Ein By hand London Elisalex.
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Es handelt sich praktisch um das Elisalex-Probekleid und es ist mir mal wieder eine Lehre gewesen. Folgende Lektionen habe ich gelernt:
1. Wer zuviel quatscht beim nähen veranstaltet gewaltigen Blödsinn
2. Manchmal sollte ich auch einfach mal den Maßen trauen
3. Wenn anpassen dann ordentlich
4. Zuviel Wut über die eigenen Versäumnisse macht, dass man sein Nähfüßchen verlegt, gründlich.

Achtung, das wird ein langer Post.

Fangen wir ganz von vorn an. Ich war verliebt in Elisalex, seit ich sie bei Dodo zum ersten Mal sah. Wenn Dodo einen Schnitt toll findet, ist die Chance, dass er mir auch gefällt schon relativ hoch. Zudem schien mir, dass das Oberteil den meisten Näherinnen gut gelang – und langärmelige, gut sitzende Kleider gibt es nicht wie Sand am Meer. Ich finde die Silhouette mit diesem stark überzeichneten Tulpenrock wirklich sehr reizvoll.

Relativ klar war mir schon nach Ansicht einiger Versionen im Netz, dass es mit der Länge des Rockteils nicht so ganz einfach ist. Die Dame auf der Schnittzeichnung hat in etwa die Proportionen von Barbie, und das muss sie auch, damit der Rock knielang fällt. De facto ist er bei normal proportionierten Frauen eher wadenlang. Das bedeutet auch, dass das Kleid für die Fotos von By Hand London nicht Originallänge hat – was ich offen gestanden ziemlich unverschämt finde. Ich finde, ein Kleid für Barbies zu konstruieren ist ein recht handfester Konstruktionsfehler, der nicht besser wird, indem man das Kleid dann anpasst und mit diesem irreführenden Foto verkauft. Aber gut, ich war gewarnt und hatte mich vorher ausführlich mit den #nähnerds auf Twitter beraten, wie der Rock zu kürzen sei. Ich habe also direkt aus dem Schnittteil insg. 10cm in der Länge weggefaltet, in dem ich an 5 Stellen horizontal je 2cm rausgenommen hab. Damit ist die Länge für mich perfekt geworden. Soweit so gut. Bis hierhin alles super. Ich nahm also einen Stoff, den ich durchaus mag aber dessen Verlust ich verschmerzen konnte aus dem Regal:

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Ein fein karierter Wollstoff, den ich letztes Jahr im WSV bei alfatex für kleines Geld gekauft habe. Natürlich hatte ich nur 2m, kam aber mit gekürztem Rock easy damit aus.

Und nun begann das Drama durch eine kleine feine Dummigkeit. Ich hatte mich extra neu ausgemessen und dann festgestellt, dass irritierenderweise alle meine Maße zu Größe 10 passen. Das passiert mir NIE. In der Regel habe ich Brust 14, Taille u Schulter 10, Hüfte 12 oder sowas in der Art. Ich hielt mir also das zusammengeklebte vordere Folienschnittteil an, das auch gut aussah. Und dachte mir : Das kann nicht sein, ich geb mal bisschen was zu. (FEHLER) Gedacht getan und in der vorderen Mitte im Bruch 2cm zugegeben (DOPPELFEHLER). Fröhlich alles ausgeschnitten und zu L. zum Nähtreffen gefahren. Dort das Oberteil zusammengenäht, dabei bereits 2 Nähte getrennt wegen Schusseligkeit, anprobiert und *Tusch* es war zu weit, wer hätte das gedacht. Also die Weite grob weggesteckt, angeregt quatschend das ganze an den Prinzessnähten enger genäht, in der Mitte ging ja nicht. (Ohnehin doof!) Den Rock angenäht, alle Nahtzugaben zurückgeschnitten, auseinandergebügelt, nach Hause gefahren.

Am nächsten Abend in freudiger Erwartung – nur noch schnell Reißverschluss rein und Säumen – nochmal angezogen, und stolz dem Gatten präsentiert und dabei entsetzt festgestellt: Jetzt wars um die Brust zu eng. Da war ich wohl im seeligen Nähtreffen-Flow etwas großzügig beim engermachen. Nähte nochmal getrennt, das bisschen an verbliebenem Spielraum noch rausgelassen. Nochmal angezogen, immernoch recht spack. In der Taille aber nun zu weit und die Schulter rutschen runter – wenig verwunderlich, da ich ja durch meine Zugabe in der Mitte den Ausschnitt weiter gemacht hatte. WUTSCHNAUBEND RUMGETRAMPELT. Grummelnd den Reißverschluss eingesetzt, festgestellt, dass ich an den Ärmeln besser etwas zugegegeben hätte und sie nur minimal umnähen konnte, grummelnd die Ärmel gesäumt. Den Saum begradigt und mich dabei nicht gewundert, dass das rückwärtige Rockteil recht schief wirkte. (FEHLER! FEHLER! FEHLER) Inzwischen schon ziemlich in Grummeltrance („MirdochegalichlassdasjetztsoisehnenScheißschnitt) den Blindsaumfuß an die Maschine montiert. Das Kleid gesäumt und dabei den Saum um gut einen Cm verzogen. Das wellig gesäumte Ding anprobiert und selbst in meiner Spiegelung im Fenster gesehen: da stimmt hinten was nicht:

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Irgendwie waren die beiden rückwärtigen Oberteile nicht gleich lang, ich hatte aber den Rock einfach drangenäht und den RV eingesetzt und unten die Schiefe abgeschnitten und gesäumt, OHNE ES ZU MERKEN. Mir ein paarmal kräftig gegen die Stirn gehauen und schlafen gegangen. Vorher allerdings noch festgestellt, dass mein normales Standardzickzackfüßchen nicht mehr aufzufinden war.

Am nächsten Tag das Füßchen überall gesucht und nicht gefunden, dafür war danach das Nähzimmer deutlich ordentlicher.

In den folgenden Tagen ein paar Sachen für den Minimensch genäht und weitere Sachen zugeschnitten, mir 2 Schlafshirts genäht, den nicht zurückkehrende Nähfuß betrauert und neu bestellt. Geflucht.

Als schließlich sogar des Gatten Hosen repariert und alle Minimenschhalstücher mit Kam Snaps versehen waren, mir nichts anderes mehr einfiel, das Drecksding erneut zur Hand genommen. Den Saum getrennt und neu genäht – immernoch verzogen aber weniger schlimm. In den zu weiten Ausschnitt 4 kleine Falten gelegt und mittels RV-Fuß abgesteppt. Das Oberteilfutter per Hand an die Nahtzugaben genäht. Und beschlossen es jetzt dabei zu belassen.
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Es ist ein Probekleid. Es ist Lehrgeld. Ich ziehe es jetzt ein paarmal an, um zu probieren, ob der Schnitt und ich zusammenpassen und dann trenn ich den Rock ab und verpasse ihm einen Bund und guck mal, ob ich den nicht einzeln tragen mag. Der Stoff kratzt eh an den Armen.

Es gibt aber dennoch ein Happy End. Auf der gestrigen Autofahrt zu L. hat sich das Füßchen aus seinem Versteck befreit. Es hatte sich zwischen Kleinteilfach und Freiarm eingeklemmt, als ich bei L. die Maschine auf den Tisch stellt, fiel es unten raus.
Ich glaube Elisalex und ich passen zusammen, allerdings mit 3/4-Ärmel. Ich weiß jetzt, mir würde Gr. 10 fast perfekt passen, ich müsste nur die Schulternaht etwas anheben und die Taille leicht verschmälern. Und beim gestern begonnenen Kleid habe ich brav vorher alle Nahtlinien angemalt, alles ausgemessen und zuerst die Passform anhand des Futters geprüft. So brav bin ich sonst selten.

Was den Schnitt anbelangt komme ich aber auch nicht ohne Kritik aus. Er ist keinesfalls für Durchschnittsfiguren konstruiert. Nicht nur braucht es Beine wie Barbie. Ich trage D-Körbchen. Das ein Schnitt für Körbchengröße D ausgelegt ist, ist eigentlich auch eher ungewöhnlich. Ich verstehe außerdem nicht, warum ein 60cm Reißverschluss vorgesehen ist. Man passt mit dem Kopf so locker durch den Ausschnitt, dass man locker mit 40cm auskommen würde. Ich würde beim nächsten Mal die Rückteile im Bruch zuschneiden und einen kleinen unscheinbaren RV in die Seitennaht machen. Die Anleitung ist sehr detailliert, dafür finde ich die Informationen auf dem Schnittbogen eher dürftig. Keine Angabe zu Nahtzugaben, keine Änderungslinien, keine Angaben wie oft welches Teil aus welchem Stoff zugeschnitten werden soll. Also – ich finde die Idee und die hochwertige Aufmachung schön, aber an den Details besteht noch Luft nach oben.
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Ich werde Elisalex noch eine Chance geben. Wiebkes Kleid, mit dem sie den MMM-Reigen anführt, ist weniger zickig als Elisalex. Dafü aber wunderschön punktig.