7 Sachen

Ein wunderschöner Spätsommer-Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machte liegt hinter mir und war wieder angefüllt mit Dingen, für die ich wundervollerweise meine Händer benutzen konnte:

1. Haarkur in die Haare schmieren und während der Einwirkzeit, die Augenbrauen zupfen und die Zehnägel lackieren.

2. Einen Sockenspanner basteln und eine Socke spannen.

3. Endlich die drei Teile einer gefühlt seit 200 Jahren in Arbeit befindlichen Stricknacke zusammennähen. Bergfest. Jetzt „nur noch“ Kapuze, Ärmel und Beschläge. Ich bin der Welt langsamste Strickerin, fürchte ich.

4. Einen ziemlich platten Kuchen gebacken.

5. Ca. 2 00000000000000 Stoffe streicheln und einen großen Teil davon auch erwerben auf dem Stoff- und Tuchmarkt in Werden, zudem ein altes Buch, ein Knäuel Sockenwolle und einen neuen Korb auf dem Herbstmarkt dort und ein leckeres Eis. Gratis dazu ganz viel Sonne.

6. Erste entscheidende Schritte auf dem Weg zum lila Jerseykleid unternehmen. Ich befürchte allerdings, es wird zu weit…

7. Federweißen und Flammkuchen essen (Rezept am nächsten Freitag).

 

Die Idee zu den 7 Sachen stammt von Frau Liebe, die aber gerade im Südurlaub weilt.

7 Sachen

Frau Liebe hat’s erfunden, ich mache gern mit: Sieben Fotos von sieben Sachen, für die ich am Sonntag meine Hände gebraucht habe, ob fünf Minuten oder fünf Stunden ist egal…

Eine neue Tischdecke aufgelegt und den Frühstückstisch gedeckt.

Letzte Hand an unsere neuen pflaume-farbenen Wandpaneele angelegt, in der Hoffnung, der Wolkigkeit endgültig den Garaus zu machen.

Einen riesengroßen Berg Bügel- und Faltwäsche weggemacht (das ist nicht alles !!!).

Einen ausgedehnten Spaziergang in der Sonne gemacht und dabei einen Blumenstrauß gepflückt…

… und ein paar Brombeeren gesammelt.

Marmelade gekocht (traditionell im Topf und kaltgerührte).

Einen Flammkuchenteig vorbereitet.

7 Sachen unterwegs

Da wir am gestrigen Sonntag die meiste Zeit auf Reisen waren, gibt es die 7 Sachen erst heute. Außerdem sind leider, wegen der gebotenen Eile, die meisten Fotos etwas unscharf geworden. Hierfür bitte ich vielmals um Entschuldigung. Also hier nun: Sieben Sachen für die ich am gestrigen Sonntag meine Hände gebraucht habe, nach einer Idee von Frau Liebe.

Sehr früh am Sonntag: Kirschkuchen aus dem Ofen genommen, ihn einige Stunden später reisefertig gemacht.

Wäsche aufgehängt.

„Noch schnell“ die Nägel lackiert, zu ungeduldig gewesen, verschmiert, im Auto nochmal lackiert.

Etwa die Hälfte der zweiten Vorderseite meiner Sommerstrickjacke fertig gestrickt, während die bundesdeutsche Autobahn an mir vorbeisegelte.

Kirschkuchen verspeist.

Bei der Zubereitung von mediterranem Fisch mit Tomatenkruste und Rosmarinkartoffeln (hier im Bild) assistiert und sie nachher gegessen.

Unsere Aloe vera, die auf dem schwiegermütterlichen Balkon wegen Lichtmangels in Kur war, wieder in Empfang genommen und nach Hause transportiert (die fachkundige Verzurrung hat der liebe Gatte angebracht und geschleppt hat er sie auch, ich hab sie nur gestreichelt mich gefreut, dass sie wieder bei uns ist.)

Wochenend und Sonnenschein

Leider gibt es diese Woche keinen 7-Sachen-Sonntag. Zwar habe ich am Wochenende durchaus viele Dinge mit meinen Händen gemacht. Allerdings war ich dabei 1. nicht hier und 2. zu beschäftigt um Fotos zu machen. Wir waren nämlich auf dem väterlichen Geburtstag.

Dafür habe ich am Freitag noch ein Etui für sein Stimmgerät genäht aus einem afrikanischen Stoffrest. Das Täschchen wird umgeschlagen und mit einem Lederband verschlossen, nach dem gleichen Prinzip wie meine Stifterollen. Es ist mit Volumenvlies gefüttert und hat innen ein Einschubfach und zwei kleine Fächer für Plektren:

   

Das gab’s geschenkt zusammen mit einem Gitarrenkoffer.

Meine Schwester hat gerade ihren Bachelor abgeschlossen und hierzu gab’s auch was: Einen Loop-Schal. Außen blau mit Blümchen, innen zweierlei Punkte:

   

Ich musste die untere Naht leider mehrfach auftrennen, weil meine Nähmaschine offenbar beschlossen hat, dass sie es nicht mehr mag, zwei unterschiedlich raue Stoffe zu transportieren. Sie war noch nie das unkomplizierteste Exemplar und hat auf ihre alten Tage ziemliche Zipperlein entwickelt. Ich hoffe, sie hält noch durch, bis mal ein größeres Fest, eine Beförderung oder ein Lottogewinn mir eine neue beschert.

Der Samstag stand gänzlich im Zeichen der Partyvorbereitung. Hierzu habe ich beigetragen: Taboulé (Couscoussalat), verschiedene Pfannkuchenröllchen (wobei ich nur die Füllung gemacht hab, die Pfannkuchen stammen vom Löbsten) und Guacamole.

Taboulé ist mein liebster liebster Sommersalat. Macht sich auf Grillparties genauso gut wie in der Lunchbox und geht so:

Für 4 Hungrige Leute:

200g Couscous oder feinen Bulgur (vorgekocht)

2 Tomaten

1/4 Salatgurke

4-5 Frühlingszwiebeln

1 kleine Möhre

2 EL Rosinen

evtl. 1/2 Paprika, wer mag

1 Chilischote

5 EL Zitronensaft

5 EL Olivenöl

1 Bund frische Minze (oder getrocknete) – am besten Nana-Minze aus Marokko

1 Bund Petersilie

Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß, Kreuzkümmel

Den Couscous in einer Schüssel mit handwarmem Wasser einweichen, so dass er gut einen Finger breit bedeckt ist. Etwa 15 min ziehen lassen, bis das Wasser weggequollen ist.

In der Zeit die Kräuter waschen und hacken, die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, alles andere Gemüse hübsch klein würfeln.

Nach der Quellzeit zunächst das Olivenöl und den Zitronensaft sowie Salz und Pfeffer unter den Couscous mischen. Dann das Gemüse, die Rosinen und die Kräuter dazu. Würzen und ggf. mehr Zitronensaft drangeben. Dann min. 1 Std ziehen lassen (geht auch über Nacht) und danach nochmal abschmecken.

Hält sich im Kühlschrank 2-3 Tage, schmeckt frisch und macht satt. Bietet sich auch super als kaltes Mittagessen im Büro an.

Ein Foto gibts leider nicht – zu beschäftigt.

Der Sonntag war eher ruhig mit langem Frühstück, im Garten rumgammeln und Waffeln schmausen.

Heute abend näh ich vielleicht noch was, mal gucken. Ich warte die ganze Zeit sehnsüchtig auf ein Stoffpaket mit Stoffen für das Kreativzimmer… aber es lässt sich sehr sehr viel Zeit.

Venice für Eilige mit Muße

Letzte Woche war ich zu einer Konferenz in Venedig: Die Konferenz hat von den ziemlich genau 3 Tagen, die ich dort war, 2,5 eingenommen. Und zwar dann von morgen 8 bis abends 11. Also wenig Zeit für Sightseeing. Aber der Mittwoch nachmittag stand mir zu meiner völlig freien Verfügung. Ein bisschen was wollte ich ja nun auch von der Stadt sehen. Da die Konferenz nicht für jeden geneigten Leser genau so spannend sein wird wie für mich – hier nun also mein Bericht: Venedig in einem halben Tag.

Meine Erwartungen waren, sagen wir, unbestimmt. Ich hatte von anderen vorher so ziemlich jede Einschätzung zwischen „total toll“ und „ekelhaft hässlich“ gehört und ansonsten nur Donna Leon als Referenz… also hab ich mich, wie eigentlich immer am liebsten in fremden Städten, einfach mal reingestürzt. Ich bin kein Mensch für Turbo-Touri-Sightseeing und bin deshalb in vollkommener Ignoranz meines Zeitdrucks einfach mal drauflosgelaufen und hab mich treiben lassen. Auf dem Weg vom Busbahnhof zum Hotel in Dorsoduro (Wohnviertel am Rande) hatte ich ohnehin schon festgestellt, dass gezielte Fortbewegung in Venedig nur was für Profis ist. Google maps bemüht sich sehr, einem möglichst viele Sackgassen-Innenhöfe zu zeigen (kann auch schön sein) und ist so nicht wirklich hilfreich und der eigene Orientierungssinn („Jetzt gleich wieder rechts und dann links halten und dann…“ ) führt einen meistens in etwas diese Situation:

Weil diese Kanäle halt nicht überall „Bürgersteige“ haben und wenn, dann nur auf einer Seite. Also hab ich beschlossen: „Der Weg ist das Ziel“ und bin losmarschiert ohne feste Vorstellung wohin genau. Einmal quer durch Dorsoduro, an der Akademie rüber nach San Marco und dann da quer durchs Gassengewirr. Dabei habe ich ca. eine Million hübsche kleine Kanäle auf hübschen kleinen Brücken überquert. Also so:

Und in der Tat waren auch in den allermeisten Straßen und auf den allermeisten Brücken exakt so viele Touris unterwegs, wie hier zu sehen: KEINE … amazing. Aber dann… San Marco, „das“ Stadtviertel. Schwupps da waren sie auf einmal alle. Touristen überall. Im Viertel San Marco sieht es ziemlich genau so aus, wie im Rest von Venedig auch. Kleine Gasse, kleine Gasse, kleine Gasse, Kanal, kleine Gasse, kleine Gasse, usw. Die kleinen Gassen sind WIRKLICH klein. also meist 1m oder weniger breit. Und die meisten von ihnen sind dunkel, etwas verfallen.Venedig hat eben einen ziemlich morbiden Charme.

Nur gibt es halt in San Marco den Markusplatz und den Dogenpalast und die sind in jedem Reiseführer absolutes Pflichtprogramm. Wenn man sie findet… nicht so einfach in dem Gassengewirr. Es gibt da zwar  Schilder, die einen nach San Marco und Rialto weisen:

und dann läuft man denen so immer hinterher Richtung San Marco. Und irgendwann trifft man auf so eins:

und wird langsam bisschen misstrauisch. Denn es scheint doch so , als wären die Schilder eher dafür gedacht, einen an möglichst vielen Geschäften vorbeizuschleusen als dafür, einen auf direktem Wege zum Ziel zu bringen.

Und Geschäfte gibt es reichlich in Venedig. Für alles alles alles. Z.B. Hände:

Strumpfhosen aus den 60ern:

Strandzubehör für den eher größeren Geldbeutel:

und Hüte für den richtig dicken Geldbeutel (so ab 1000 Euro):

Und noch viel viel mehr. Brokatstoff ab 200 Euro der Meter, Muranoperlen, Handtaschen, Süßigkeiten und und und. Und weil ja alle den Schildern folgen sind da wirklich viele Leute.

Schließlich hab ich den Markusplatz doch noch gefunden. Puh, da war was los. Und das am Mittwoch. Ich möchte mir lieber den Samstag gar nicht vorstellen. Schon so kam man praktisch nicht mehr weiter. Hier die Basilica inkl. ca. 1/4 der Schlange um rein zu kommen:

und der Dogenpalast (zum Teil). Ich muss zugeben, beide sind von außen wirklich beeindruckend. Aber die Masse an Leuten drumrum und drin hat mir gar nicht behagt. Und mich bei 30 Grad in der Sonne in diese Schlange einreihen schien mir auch nicht erstrebenswert. Ich wollte lieber wieder in verfallene kleine Gässchen zurück. Vorher aber dann doch noch ein Blick auf die Lagune. Und dann lieber mit meinem Mittagessen auf einen kleinen beschaulichen Platz:

Lecker! Und gar nicht teuer!

Ich habe schließlich auch den Rialto-Markt noch gefunden. Aber der war vielleicht eine Enttäuschung. Jedes einzelne Geschäft da hatte genau dieses Sortiment:

Hässliche Masken, falsches Muranoglas, falsche Designertaschen, Kitsch, Kitsch, Kitsch. Und von der gleichen Sorte standen auch noch auf allen Plätzen in San Marco und am Canal Grande Stände rum. Apropos. Ich habe mich gefragt, ob irgendwo in China, wo all die Taschen mit Stadt-Namen hergestellt werden, Leute rumlaufen mit Taschen aus aller Herren Länder und einen Flair von Weltgewandtheit versprühen…

Insgesamt war es mir jedenfalls im Touri-Viertel entschieden zu voll. Und ständig kam ein Gondoliere an und wollte einen für sehr viel Geld rumfahren. Nicht mein Geschmack. Ich habe mich lieber an die Uferpromenade der Lagune zurückgezogen und bin danach noch durch Dorsoduro gestreift. Dort bin ich auf die letzte Gondel-Werft auf der Insel gestoßen.

Und ein zeitgenössisches chinesisches Installationskunstwerk:

Das waren übrigens die einzigen Bäume, die ich gesehen hab. Venedig ist die wohl park- und baumärmste Stadt, die ich kenne. Dagegen ist Bochum ziemlich grün.

Trotzdem hat es mir in den „normalen“ Gegenden von Venedig gut gefallen. Es ist beeindruckend eine Stadt zu erkunden, die eigentlich nur für Fußgänger gemacht ist. Nirgendwo kann man auch nur mit einer Kutsche durch. Das vermittelt einem ein Gefühl, wie anders Städte vor der Zeit der Prachtstraßen waren. Außerdem ist es relativ leise und beschaulich, sobald man erstmal die Touris durch ein-zwei Haken abgehängt hat. Die meisten Häuser sind dabei ziemlich verfallen, manche sogar gesperrt. Die Erhaltung dieser Stadt muss wirklich kostspielig sein. Wie gesagt – morbider Charme.

In Dorsoduro konnte man auch ganz gut Abendessen. Noch besser hat es mir allerdings im alten jüdischen Ghetto gefallen. Da ist wirklich wenig los, es ist alles sehr ursprünglich und ruhig. Kleine Restaurants und Cafés und sehr lustige Geschäfte.

Am Ende meines freien Tages konnte ich stolz sein. Ich hatte ausschließlich zu Fuß die Hälfte der Insel erkundet, relativ günstig gegessen und weder Sonnenbrand noch Blasen bekommen.

Fazit: Venedig ist schön, wenn man die Touri-Ströme meidet. Man ist bei weitem am besten mit Rucksack und zu Fuß unterwegs. Die Brücken machen es mit dem Trolley sehr mühsam und das Vaporetto ist voll und laut. Kaufen kann man dort nichts. Alles ist unglaublich teuer. Selbst in den Wohnvierteln.Aber  abends mit einem Vino frizzante auf einem der abgelegeneren Plätze oder an der Promenade ist es wirklich nett.

Und wer keine Lust hat von Gondoliere und Handtaschenverkäufern angelabert zu werden: Einfach bisschen zu schick und zu warm (also etwa wie für ne Konferenz 😉 ) anziehen. Schwupps hat man seine Ruhe, man wird nur manchmal von Touris nach dem Weg gefragt.

Es war übrigens sehr sehr warm, fast 30 Grad. Wieder zurück in Deutschland habe ich mich also prompt erkältet. Zum Glück habe ich aber den Ingwersirup von Frau Liebe (mitsamt des ganzen schönen Blogs) gefunden. Damit bemühe ich mich schlimmeres zu verhindern.

Projekt für den freien Tag: Sockenschublade montieren, Flohmarkt, endlich die neuen Stoffe für den dawanda-Shop fotografieren.