Sonntagssachen 13/2017


„Lang“ (7.30) geschlafen und mit aufgebackenen Brötchen gefrühstückt. Nägel lackiert. Rhabarber-Baiser-Kuchen gebacken. Mich in ein schickes neues Kleid geworfen. Und einen Sonnenspaziergang mit demokratischer Rechtewahrnehmung gemacht. Die Kaffeetafel gedeckt und Kuchen geschlemmt. Zugeguckt wie die Großeltern damit dem Minimensch Lego bauen. Und dabei ein paar Reihen gestrickt – langsam wird es warm unter der Babydecke. Pizza gemacht.

Spring Style Along: Passt? Eher nicht

Im aktuellen Teil des Spring Style Alongs bei HandMade. Glamour. Everyday. geht es um Anpassungen und ob diese nötig waren. Da hab ich mal ein passendes Kleid, nämlich diesen Totalausfall hier:

Es handelt sich um die Robe 14h von 2eme Arrondissement und was ihr hier seht ist schon die Variante nach mehreren Abenden Änderungen. Ich bin nach wie vor nur sehr wenig angetan. Ich hatte gedacht, dass in der Schwangerschaft  vielleicht ein Wechsel, weg vom weiten Rock, hin zu einer geraderen Silhouette nicht schlecht wäre – nun. Dumme Idee.

Der Schnitt enthält die Größen S, M, L und keine Maßtabelle, sondern lediglich dieAngabe, man möge die Größe nehmen, die man vor der Schwangerschaft hatte, sowie dass die Schnitte für eine Körpergröße von 1,65 konzipiert seien. Ich wählte also M und verlängerte etwas. Dann wird entlang der vertikalen Nähte eine Nahtzugabe von 2 cm empfohlen, sonst 1cm. Warum wird aber nirgendwo erklärt. 

Nach dem Zusammensetzen hatte ich einen hübsch gemusterten OP Kittel. Das wurde natürlich durch die Farbe noch verstärkt. Ich habe in den Rückenabnähern deutlich was raus genommen und sie viel weiter nach oben verlängert, außerdem je 4 cm oberhalb der Brust aus der Prinzessnaht genommen und 2cm aus beiden Seitennähten sowie aus der Prinzessnaht unterhalb der Brust bis zum Beginn des Bauches. Die angeschnittenen Ärmel habe ich um 2cm gekürzt. 

Trotz dieser Änderungen finde ich das Kleid immer noch unvorteilhaft. Um die Brust sitzt es eng und um den Bauch wird es sicher nicht bis Woche 40 reichen. Dennoch sehe ich aus wie eine Tonne. Ich trage es heute mit Gürtel und Strickjacke, das geht irgendwie. Ich überlege noch, ob ich an der Stelle wo jetzt der Gürtel sitzt evtl einem Tunnelzug einnähen sollte, oder ob ich einfach das Kleid weglege und nach der Schwangerschaft zu einem Rock mit ausgefallenen Taschen umarbeite… Der Stoff ist jedenfalls zu schön zum wegwerfen. 

Inzwischen habe ich einen zweiten Schnitt von 2eme Arrondissement genäht, der sitzt besser, der unprofessionelle Eindruck was die handwerkliche Aufbereitung der Schnitte anbelangt, hat sich aber eher noch verfestigt.

Me made Mittwoch: Nicht so frühlingserwacht in Ceduna

Heute ist das Motto beim Me made Mittwoch „Frühlingserwachen“ und während mein Kleid mit seinem dünnen Viskosejersey und seinen 3/4-Ärmeln dazu ganz gut passt, hat das Wetter heute das Thema verfehlt.


Ich trage heute am ersten Tag im Büro nach 9 Tagen krank eine weitere Variante von Schnittstelle Ceduna. Der lila Jersey mit schwarzen Punkt-Kringeln ist von Coupons St. Pierre in Paris. Der Schnitt hat sich für mich für Schwangerschaft, Stillzeit und Bauchschrumpfungszeit bewährt und deshalb hab ich jetzt das dritte Ceduna.

Dem vorderen Rockteil habe ich 10cm Mehrweite spendiert, eigentlich fällt der Rock recht schmal.


Von der Seite sieht man die Kugel ein bisschen. In diesem Schnitt versteckt sie sich aber noch gut.


Für das Kleid und seine dunkelblaue Schwester habe ich schon viele Komplimente bekommen. Es trägt sich auch ganz gut unterm offenen Blazer und ist damit sehr Büro-tauglich.

Ich habe für das Kleid ca 1,30m verbraucht, obwohl ich das Rockteil verbreitert und verlängert hab. Aus den Resten des 1,50m Coupons wurden noch zwei Slips.

Und nun schau ich mich beim Me made Mittwoch um.

Sonntagssachen 9/2017

Morgens zunächst Hustensaft und Nasenspray verabreicht. Seufz. Brötchen holen allein und bei strahlendem Sonnenschein. Frühstück. Stricken, rumhängen, Duplo. Den Balkon genießen. Und dass man endlich wieder draußen spielen kann. Rote Bete eingelegt. Früh ins Bett wegen Erkältungskopf. 

Sonntagssachen 8/2017

Beim stricklieseln assistiert. Ein Umstandsjerseykleid genäht mit tatkräftiger Hilfe des Minimensch. Gefrühstückt. Eine Burg besucht. Die Aussicht über die Ruhr genossen. Frühlingsboten gesehen. Uns für Grundfreiheiten und ein geeintes Europa eingesetzt. Tacos in den Ofen geschoben. Schnittmuster kopiert. 

Sonntagssachen 10/2016

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Ausgeschlafen. Frühling bewundert. Das Kind belüftet und bewegt. Den Wollvorrat teilweise sortiert und neue Projekte geplant. Die neu genähte Hose noch mal enger gemacht. Den Ergrünungsstatus des Hauswaldes erhoben. Fancy Brot mit dreierlei Vorteigen und Bier gebacken. Im Vorratsschrank überraschend aufgetauchte Restspekulatius in Nachtisch verwandelt. Einem Shirt die Säume genäht.

Me made Mittwoch: The ultimate Spring-Skirt

Ich trug gestern meinen neuen Rock, den ich am Sonntag beim Nähkränzchen nähte und der so sehr „Frühling“ ruft, dass er genau passend zu diesen schönen ersten warmen Tagen ist.

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Der Stoff ist von marimekko und wurde mir im Spätsommer 2014 von Kollege J. aus Dänemark mitgebracht. Da war es aber schon zu spät im Jahr für das deutlich frühsommerlich-farbige Muster und den hellen Grund (ich finde Türkis ist eine Sommerfarbe, während Petrol ganzjährig geht. Verrückt, ich weiß!). Als dann letztes Jahr Frühling wurde, zogen wir gerade um und ich kam nicht zum nähen und schon gar nicht zu Projekten wie diesem, bei denen ich ordentlich und sauber arbeiten will, weil der Stoff mir doch geschenkt wurde. Es wurde Sommer und Herbst und ich nähte den Lotti-Rock 106 aus der Burda 5/12, den ich letzte Woche zeigte. Da wusste ich: das ist der Schnitt zum Stoff. Denn gelb kann ich nicht gut nah am Gesicht tragen, es musste also ein Rock sein. Die Bahnen brechen das Muster gut, so dass es weniger massiv daherkommt. Dann musste es nur noch wiederum Frühling werden.

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Ich nähe den Rock praktisch ohne Änderungen in Größe 40. Für die Pattentaschen und den Bundbeleg habe ich einen Rest türkise Baumwolle und für den Taschenbeutel Punktestoff verwandt.

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Der vordere Bundbeleg ist bei mir allerdings stets deutlich zu kurz. Hielt ich das beim ersten Rock noch für Schlamperei bei mir (Nahtzugabe vergessen, falsche Nahtzugabe genäht, whatever…), bin ich nun doch recht sicher, dass ich alle Nahtzugabe angeschnitten und eingehalten habe und trotzdem 2cm Länge fehlen.

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Die Knopfleiste ist im unteren Bereich zugesteppt und oben habe ich 6 Druckknöpfe eingenäht, die bezogenen Knöpfe, die aus der Knopfschublade meiner Schwiegermutter stammen, sind nur Zier.

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Ich habe den Rock komplett gefüttert, da der Stoff durchscheinend ist (und weil ich gefütterte Röcke mag). Das Futter habe ich jeweils in der angeschnittenen Knopfleiste mit gefasst und unten einzeln gesäumt. Ich trage auf den Fotos zusätzlich einen Petticoat darunter.

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Der Stoff ist supertolle Qualität und ich freue mich sehr über den neuen Rock. Aus dem Rest des Stoffes werde ich tatsächlich Sofakissen nähen, falls wir jemals unser rotes Monster gegen ein braunes Sofa tauschen…

Und nun reihe ich mich für meine Verhältnisse extrem früh beim Me made Mittwoch ein – wo Claudia spontan Fotos von Jeans und sehr schöner Bluse aus dem Ärmel zu schütteln vermag. Respekt!

Me made Mittwoch: Lüla

Heute trage ich ein Standardoutfit in Standardfarbe: weiter Rock, Shirt, Strickjacke in lila.

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Der Rock ist im Herbst entstanden, der Stoff ist sowas wie denim in lila und aus viel Kunstfaser, zumindest ist er nicht so wirklich bügelfreundlich und glänzt verdächtig. Der Schnitt ist aus einer älteren Burda, die ich von Lotti leihen durfte, die einige viele tolle Versionen dieses Rocks hat. Es handelt sich um den Prototyp, der gut sitzt und tolle Taschen hat, aber aufspringende Knopflöcher im Bund. Ich habe inzwischen mit einem Druckknopf Abhilfe schaffen können und mache beim nächsten die Knopflöcher quer – also keine Blusen – sondern Hosenknopflöcher. Ist ja auch viel logischer am Bund und abwärts, nicht wahr? Und den nächsten Rock plane ich am kommenden Sonntag beim Nähkränzchen zu nähen, weswegen ich den Prototyp heute nochmal auf Herz und Nieren prüfe.

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Das Shirt ist im Rahmen von #projektbrotundbutter entstanden und wird quasi immer getragen, wenn es nicht in der Wäsche ist. Perfekte Farben. Der Schnitt ist Deer and Doe Plantain, genäht in Gr. 36 (also zwei Größen kleiner als Maßtabelle), weniger ausgestellt und kürzer, als im Original und mit leicht engeren Armlöchern.

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Die Jacke habe ich im Rahmen des Frühlingsjäckchen-Knitalongs 2014 gestrickt. Das Muster ist „Little Peacock“ (Link zu ravelry), die Form ist einer Kaufjacke nachempfunden. Also ich habe die Maschenprobe in Rippenmuster auf meinen Taillenumfang umgerechnet und dann das Strickstück immer auf die Kaufjacke gelegt und Abnahmen gestrickt, wo nötig, gestrickt habe ich von unten ohne Seitennähte und die Ärmel von oben mittels verkürzten Reihen direkt eingestrickt (Ich verlinke hier mal eine mögliche Vorgehensweise, ich mache es technisch etwas anders, aber das Prinzip ist immer das gleiche, jede Reihe werden weitere Maschen mit abgestrickt, das untere Drittel des Armlochs dann in einem Rutsch.) . Ich verabscheue zusammennähen und Fäden vernähen und stricke deshalb wann immer es geht ohne Nähte. Ich finde auch das sitzt schöner, die Passform lässt sich besser beurteilen und die Motivationshürde „zweites gegengleiches Vorderteil“ entfällt. Am Anfang hatte ich Puffärmel gestrickt, die fand ich aber dann doof und im Sommerurlaub  2015 habe ich die Ärmel nochmal aufgemacht und durch normale Ärmel ersetzt, jetzt mag ich die Jacke sehr.

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Geschlossen sieht sie zu Shirt und Rock eher bescheiden aus, aber ich zeige hier mal kurz Muster und Form. Das Muster ist wirklich sehr hübsch und strickt sich ziemlich locker weg. Die Wolle ist Drops Merino extra fine.
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Wiebke zeigt ein Jerseyknotenkleid und ist da sie in dieser Disziplin quasi DIE EXPERTIN der deutschen Nähbloggerinnenszene ist, ist das natürlich toll!

Leicht verspätet: Ostersachen 2016

Statt Sonntagssachen gesammelte Bilder vom Ostersonntag und Ostermontag:

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Ostereiersuche wegen Bindfadenregens im großelterlichen Wohnzimmer. Die Tiere und Puppen kriegen auch ein extra delikates Wäscheklammer-Frühstück. Am Nachmittag zuhause Lämmchen an Ostertisch. Salat gesät. Und gestrickt, letztes Knäuel! Am Ostermontag morgens noch das stürmisch-sonnige Wetter für einen See-Spaziergang genutzt. Danach kam der große Regen. Da konnten die neuen Duploplatten ausprobiert werden. Und die Knopfsammlung nach Farben sortiert. Am Abend nähte ich, auf dringlichen Wunsch hin, dem Minimensch einen Rock in Wunschstoffen.

Me made Mittwoch: Sonntagskleid

Ich bin in der sehr luxuriösen und sehr seltenen Situation, dass ich in der vergangenen Woche gleich zwei Kleidungsstücke fertig gestellt habe. Das ist mir ca. seit Menschengedenken nicht mehr passiert. Ich zeige heute also nur eins meiner neuen Stücke. Ein Kleid nach dem schon getesteten und für gut befundenen Schnitt des Anna-Dress. Als ich es zum Nähkränzchen am Sonntag zum ersten Mal trug, sagte Lotti direkt, das sei ein richtiges Sonntagskleid. Und das finde ich auch. Ich trage es auch heute im Büro mit einer gewissen Festlichkeit und kann mir gut vorstellen es auch zu einer standesamtlichen Trauung oder einem Geburtstagsfest zu tragen.

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Der Stoff ist von fashion for designers und ich habe ihn beim Besuch dort im Rahmen des Köln-Bielefeld-Treffens im vergangenen November gekauft. Er ist also nicht nur schön, sondern auch mit sehr schönen Erinnerungen an 1a-Nähnerdflausch verknüpft. Der Stoff ist ein etwas festerer Baumwollstoff mit 3% Elasthan, dicker als Quiltstoff, also eher für ein Frühjahrs- als ein Sommerkleid geeignet. Ich habe ihn schon im Gedanken an eine Anna Dress gekauft, da das Oberteil mit den angeschnittenen Ärmeln dem großem Muster viel Raum bietet. Der Stoff ist tolle Qualität und ließ sich gar traumhaft verarbeiten.

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Da mich die Belege des Anna Dress tendenziell beim tragen nerven, habe ich das Oberteil komplett mit dunkelblauem Futter gefüttert. Dabei habe ich zum ersten Mal die Variante mit komplett verstürztem Halsausschnitt und Ärmeln ausprobiert. Nachdem ich zunächst deutlich Knoten in meinem Kopf hatte, hat mir das Internet (und nicht das Burda-Buch) geholfen. Hier gibt es eine super Anleitung. Weil ich den Stoff so gut finde und er auch verspricht haltbar zu sein, habe ich zudem erstmalig die Nahtzugaben mittels Hong-Kong-Finish versäubert. Allerdings war der Rest hellblauen Atlas-Schrägbandes, den ich dafür zur Hand nahm ziemlich minderwertig, deshalb ist es nicht so besonders brilliant gut geworden. Aber mein Bandeinfasserfüßchen tut einen guten Job, das weiß ich jetzt (insbesondere nachdem ich am Sonntag die gefühlten 200m Saum meines Petticoats eingefasst habe). Um das Muster nicht zu brechen habe ich statt des Bahnen-Rockteils einen halben Tellerrock mit Seitennahttaschen angesetzt. Das geht hervorragend und ich werde es bei folgenden Anna-Dresses wohl wieder so machen, spart es doch mindestens 3 Nähte (und das nehme ich als gute Nähschlampe natürlich gern mit).

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Das Kleid ist in der Taille etwas weit, ich habe den Eindruck, ich hatte an dem Tag, als ich es anprobierte ein recht großes Abendessen zu mir genommen, da passte es nämlich. Ich warte mal ab, ob ich das so ok finde, sonst ändere ich es halt nochmal, allzu kompliziert ist diese Änderung ja nicht. Das Rockteil ist ungefüttert. Ich rechne damit, das Kleid meist mit einem schlanken Petticoat, meinem doppelten Tüll-Teller (wie heute) oder zumindest einem Unterrock zu tragen, will es aber auch im Hochsommer tragen können und da wäre mir die dickere Baumwolle plus Futter zu warm.

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Auch in Kombi mit Strickjacke macht es sich gut und ich bin recht stolz auf die für mich sehr gelungene Verarbeitungsqualität. Ich weiß genau, das ist ein Lieblingskleid. Und noch mehr Lieblingskleidungsstücke gibt es auch heute wieder auf dem Me made Mittwoch-Blog zu sehen.