Das war der April

Jaja, ich weiß. Etwas spät. Aber dennoch. Der April stand insgesamt unter dem Zeichen des „Wiederimalltagankommens“. Neue Babysitterin eingearbeitet. Ein Schätzchen. Echter Glücksgriff. Den Balkon bepflanzt. Den Garten entwintert. Zum Teil. Im Sand gebuddelt und in der Erde gematscht. Ein Paper geschrieben. Die Musikecke und die Nähecke eingerichtet. Ein Kleid genäht. Und Geschenke für ein Baby soon to arrive. Bilder aufgehängt. Chaos abgemildert. Fahrrad gefahren. Sonne genossen. Familienostern gefeiert. Nach hektischem Arbeiten bei Mann und mir in der ersten Aprilhälfte, Familienzeit genießen in der zweiten Hälfte. Und am Ende waren wir noch mal schön alle nacheinander richtig gepflegt krank. Naja.

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Und im Mai haben wir zwei Geburtstage. Viel tollen Besuch. Ein bisschen unterwegs sein. Hoffentlich mehr nähen. Und eine Präsentation vorbereiten. Also soweit die Planung. Was das Leben daraus macht, sehen wir dann.

Me made Mittwoch: Anna

Ich bin etwas sehr ausgelastet derzeit, aber ich machte gestern Fotos von meinem Outfit:
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Ich trug gestern und trage auch heute mein erstes, aber sicher nicht letztes, Anna Dress. Es hat noch ein paar Kinderkrankheiten, aber ich mag es sehr.
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Genäht aus einem etwas zu steifen Patchworkstoff von Buttinette, dessen Muster und Farbe ich aber sehr mag. Ich plane für dieses Jahre weitere Annas, denn ich mag den Schnitt und Sitz des Kleides und es passte mir praktisch ohne Anpassungen. Es lässt sich außerdem gut mit Shirt drunter aber auch ganz ohne alles tragen, was es – kombiniert mit Unterrock – recht Frühling-Sommer-Herbst-kompatibel macht.

Gestern noch mit blickdichter Strumpfhose und Shirt drunter. Ich brauche immer etwas, bis ich glauben kann, dass es ohne Strumpfhose und Schal geht. Heute konnte ich mich schon zu einer Caprileggins durchringen. Ich mag ja Caprileggins. Allein schon zur Entwöhnung, damit der Übergang zu nackten Beinen nicht so plötzlich kommt.

Der Schal aus Strängen von geflochtenen Stoffresten ist übrigens auch selbst gemacht. Und auch gut zur Schalentwöhnung, denn da brauch ich auch immer etwas, um diese Nacktheit am Hals ertragen zu können.

Und nun husche ich – sehr eilig – zum MMM herüber, wo heute Nina ein schönes Simplicity-Kleid zeigt, dessen Schnitt auch noch hier liegt. Für wenn bald alles besser ist…

Sonntagskuchen: Erdbeer-Baiser-Torte

Letzten Sonntag (zählt das überhaupt, Monika?) hätten wir eigentlich Besuch gehabt. Dafür hatte ich eine Baisertorte geplant, weil ich von einer Sauce Hollandaise noch einige Eiweiße übrig hatte. Leider wurde der Minimensch krank und daher konnte der Besuch nicht kommen. Ich habe trotzdem Kuchen gebacken. Nur für uns .

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Diese Baisertorte hat zwei Schichten Creme und einen Baiserdeckel. Das Rezept war vor Jahren mal in einer ‚Lecker‘ glaube ich, ich habe es inzwischen von den Mengen her an meine Bedürfnisse angepasst. Ich mag an dem Rezept besonders, dass es ohne Gelatine auskommt. Ich finde Gelatine in Torten meist eher fies und bin froh, hier eine Alternative ganz ohne Gelatine gefunden zu haben. Schließlich ist Gelatine auch nicht vegetarisch. Die Torte ist gehaltvoll, daher hab ich sie in mini gebacken, für eine normale Springform alles mal 1,5 nehmen. Für eine Springform von 20cm braucht man:

Teig:

70g Butter vorher aus dem Kühlschrank nehmen
70 g Zucker
3 kleine Ei(er)
1 Pck. Vanillezucker
100 g Mehl
½ TL Backpulver

Baiserbelag:
3 Eiweiß
130 g Zucker
80 g Mandelblättchen

Füllung
1 Pck. Vanillepudding
2 EL Wasser
2 EL Zucker
100 g Himbeeren gefroren
200g Erdbeeren frisch
1 Becher Sahne
1 Pck. Sahnesteif
1 Pck. Vanillezucker

Teig:
Butter mit Zucker und Vanillezucker cremig aufschlagen. Dann die Eier und das mit Backpulver vermischte Mehl nach und nach unterrühren. Wer zwei Backformen hat, fettet beide und gibt in jede die Hälfte des Teiges. Ich habe nur eine und habe die Böden nacheinander gebacken, geht auch.

Baiser:
Eischnee steif schlagen, Zucker langsam einrieseln lassen und kurz weiter schlagen, dann auf den Rührteigböden verteilen, mit jeweils 40 g Mandelblättchen bestreuen und je 25 Min. bei 180°C backen. In der Form etwas abkühlen lassen.

Creme:
Die Erdbeeren putzen und pürieren. Die Himbeeren in einem Topf aufkochen. Dann das mit Zucker und Wasser angerührte Puddingpulver unterrühren, kurz aufkochen lassen, dabei gut umrühren. Das Erdbeerpüree sofort unterrühren.

Einen Tortenring um einen der Böden legen. Die Beeremischung etwas abgekühlt auf den Boden streichen, vollends erkalten lassen.

Die Sahne mit Sahnesteif schlagen und auf die kalt gewordene Himbeer-Erdbeercreme streichen. Den zweiten Boden in die gewünschte Anzahl Tortenstücke schneiden und auf den Kuchen legen. Noch etwa 1 Std kühlen.

Das Osternachthemd

Ich wollte dieses Kleid bereits seit 2 Wochen beim MMM zeigen, habe auch jeweils Fotos gemacht, aber dann im derzeit noch sehr hektischen Working Mum Alltag plus Stoffwechsel-Stress nicht geschafft, meinen Beitrag zu schreiben. Und damit er nicht noch weiter versauert und weil ich gerade etwas Zeit hab: Nähpost außer der Reihe.

Ich habe ca. Karfreitag mittag beschlossen, dass ich mir ein Osterkleid nähen will. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, kein Kleid mehr zu nähen, bevor ich nicht mit dem Grundschnitt fertig bin und den erst anzugehen, wenn ich mit dem Blazer from hell weiter bin, aber dann waren die Eier gefärbt und die Laune da und der Minimensch schlief mit dem Gatten brav und schwupps hatte ich diese Idee im Kopf. Da aber klar war, dass ich nur am Karfreitag abends daran würde arbeiten können, musste es etwas unkompliziertes sein. Gleichzeitig wollte ich aber auch nicht zu einem bewährten Schnitt greifen. Ich tauge nicht zur Serientäterin (außer bei Simplicity 2451) – es juckt mich immer zu sehr, was neues auszuprobieren. Da ich aber auch nicht meine Grundschnittbestrebungen untergraben wollte, entschied ich mich für einen Schnitt bei dem der Grundschnitt eh nicht hilfreich wäre:

Vogue 8728, ein 40s Reprint. Ich besitze den Schnitt bestimmt seit 2 Jahren. Da wollte ich ihn sehr unbedingt sofort haben. Dann hätte ich ihn abpausen müssen. Das dauerte dann so 2-3 Tage Jahre, bis ich mich im Frühlingsurlaub mangels anderer Handwerksmöglichkeiten zu einem Abpausmarathon aufraffte und so ca. gefühlt 20 4 Schnitte kopierte. So lag er nun kopiert bereit.

Der Schnitt fasziniert mich unter anderem deshalb, weil er laut Umschlag sowohl für Webstoff als auch für Jersey geeignet ist. Da es ja mit dem Osterkleid möglichst ohne langen Anpassungszirkus gehen sollte (dachte ich…) griff ich zu eine Viskosejersey der Klasse“Beifang“, den ich letztes Jahr reduziert bei stoffe.de gekauft hab. Natürlich hatte ich, wie sollte es anders sein, nur 2m. 2,40 hätte ich laut Umschlag für Gr. 16 gebraucht… aber kreatives zuschneiden kann ich ja, und da der Rock gekräuselt wird, hab ich einfach das rückwärtige Rockteil mit Teilungsnaht und quer zum Fadenlauf zugeschnitten (und ich höre euer lautes vernehmliches Räuspern bis hier!!!) & dann ging das schon.

So ganz schnell näht sich das ganze nicht, weil sowohl Oberteil als auch Rock gekräuselt werden und man das beim Oberteil auch ordentlich machen muss, damit die Falten über der Brust gerade verlaufen. Ich habe die Anleitung weitgehend ignoriert. Die Anleitung ist aber sehr interessant, denn sie sieht, so weit ich das sehe, die Originaltechniken aus den 40ern vor, z.B. soll die Kante des Taillenbandes umgebügelt und dann auf das obere Oberteil von außen aufgesteppt werden. Auch sieht der Schnitt Schulterpolster vor. Das halte ich dann doch für zu originalgetreu für meinen Alltag.
Die erste Anprobe war eine ziemliche Ernüchterung. Zunächst mal war das ganze viiiieeel zu weit. Viel as in <10cm. Dann waren die Kräusel schief. Und die Taille saß deutlich unterhalb meiner Taille. Auch war der Rock keineswegs knielang, wie auf der Schnittzeichung, sondern eher mittelwadenlang. Eine unsägliche Länge. Am allermeisten störte mich aber die Ärmelpartie. Die angeschnittenen Ärmel waren unglaublich weit und unter den Armen sehr viel Stoff (was man genaugenommen auf Schnittzeichnung und den Fotos vom Modell bei Vogue auch schon erahnen konnte. ) das sah irgendwie auf den Bildern von anderen Näherinnen nie so aus. Hinzu kam, dass sich mein Viskoseflutschjersey als extrem leiernd herausstellte. Dadurch veränderte das Ding auch noch während des nähens beständig seine Form.

Ich habe also folgendes geändert:
– Taillenband gedoppelt
– aus dem Taillenband an jeder Seite 5cm rausgenommen
– seitlich unter den Armen vom Taillenband ausgehend erheblich was weggenommen, so dass die Armlöcher erheblich kleiner wurden.
-Taille 2 cm höher gesetzt. Hätte noch 1-2 vertragen können, ist nämlich schon nachgelabbert.
– 15cm gekürzt – das waren allerdings so 2-3 zuviel

An Ostermontag trug ich das Kleid mit Seidenunterkleid und Strickjacke.

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Und war nur sehr mäßig begeistert. Die Taille sitzt nicht. Kräuselröcke stehen mir eigentlich sowieso nicht, auch wenn das mit dem dünnen Jersey noch so eben geht. Die Weite im Oberteil fand ich hochgradig irritierend, da zuppelte ich dauernd dran rum. Und war sicher, mir in Wahrheit ein Nachthemd genäht zu haben. Trotzdem habe ich das Kleid dann doch vergangenen Dienstag auch nochmal im Büro getragen. Diesmal mit einem langärmeligen Unterkleid aus Baumwolljersey. Das war schon viel besser, weil es sich viel weniger zuppelig anfühlte. Allerdings war der doofe Mistjersey schon wieder in die Länge gegangen, die Taille saß nun wieder gut 3cm unter meiner Taille.
Auf den Fotos kann man das nur erahnen, weil das Wetter schlecht war und unser Büro extrem dunkel ist. (Auch zu sehen: langsam zieht meine berufliche Identität in die hässlichen Regale ein). Ich habe die Fotos jetzt extrem aufgehellt, damit man überhaupt was erkennt.
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Interessanterweise erhielt ich sogar Komplimente für das ungeliebte Nachthemd. Es ist außerdem sehr fahrradfreundlich. Am Ende des Dienstags war ich deshalb bereit, dem Schnitt noch eine Chance zu geben. Ich habe ihm mit dem viel zu flutschig dünnen Jersey vielleicht unrecht getan. Ich werde noch eine Webstoffversion nähen. Allerdings muss ich mir da was für die Ärmel überlegen. Vielleicht nehm ich die Ärmelpartie von Tiramisu. Außerdem werde ich einen Tellerrock statt des gekräuselten Rockteils nehmen. Kräusel sind aus der Hölle, verarbeitungs- und aussehenstechnisch. Vielleicht merke ich mir das ja doch mal endlich.

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Frühlingsjäckchen-Knitalong: 1. Zwischenbericht

Heute geht es um Materialwahl, Maschenprobe und endgültige Entscheidung für ein Jäckchen.

Ich habe mich für meinen Favoriten, den Peacock Cardigan entschieden. Die Idee, Peggy Sue mit dem Peacock Muster zu stricken, ist zwar eigentlich gut, weil die Form von Peggy Sue mir am besten gefällt. Leider geht das nicht, weil Peggy Sue von oben gestrickt wird, da würden die Pfauenschwänze kopfstehen.

Also werde ich den Peacock stricken, allerdings die Maße beständig mit meinem Kaufjäckchen abgleichen, um so eine gute Passform zu erreichen. Damit das gut geht stricke ich den Hauptteil am Stück bis unter die Arme. Das kommt mir auch insofern entgegen, weil ich sonst dazu neige, aufzugeben, wenn nur noch ein Vorderteil fehlt, oder dumme Denkfehler einzubauen sodass am Ende die beiden Vorderteile nicht zusammen passen.

Ich habe bereits eine Maschenprobe gemacht und dabei auch direkt selbst herausgefunden, wo der Fehler in der Anleitung liegt. Eigentlich besteht das Muster aus 2 Reihen gefolgt von 6 Reihen glatt rechts, in der Anleitung folgt bereits nach 2 Reihen glatt rechts wieder das Muster. An das Muster selbst musste ich mich etwas gewöhnen, man muss da ein bisschen mit der Spannung der durchgezogenen Schlaufen experimentieren. Jetzt hab ich’s aber gut raus. Die Maschenprobe entsprach erstaunlich gut der Anleitung. Ich stricke (grundsätzlich) eine halbe Nadelstärke unter der auf dem Garn und in der Anleitung angegebenen. Also stricke ich in diesem Fall das Bündchen mit Stärke 3,0 und den Rest mit 3,5. Damit erzielte ich eine annähernd perfekte Maschenprobe.
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Ich habe dennoch eine kleinere Größe gewählt, als meinem Brustumfang entspricht. Der Peacock-Cardigan wird in der Anleitung mit 1-3 inch positive ease gestrickt. Ich möchte jedoch ein eng anliegendes Jäckchen. Außerdem ging meine Maschenprobe beim waschen auch noch etwas auseinander. Ich stricke daher nun mit 1,5 inch negative ease. Damit passt das Bündchen bisher auch sehr gut auf mein Vorbildkaufjäckchen, ich bin also noch guter Dinge.
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Ich werde ggf. Zunahmen für die Brust einbauen, das sehe ich aber, wenn ich soweit bin ja auch am Abgleich mit dem Passformvorbild.

Weitere Änderungen, die ich schon fest plane: verlängertes Bündchen, durchgehende Knopfleiste, längere Ärmel.

Ich habe nun bisher ca. das halbe Bündchen fertig und werte das erstmal als Erfolg. Zwei bis drei Reihen schaffe ich jeden Tag, manchmal auch mehr, das ist zwar kein schnelles Tempo, aber die Nadelstärke ist dick genug, dass eine Reihe schon als Fortschritt sichtbar wird.

Ich habe heute schon ein paar recht vielversprechende weit fortgeschrittene Jäckchen, aber zum Glück auch manches Bündchen gesehen. Und zwar hier auf dem MMM-Blog.