Tag 5 – Finale

Heute konnten wir den Tag gemütlicher angehen, denn es stand nur noch putzen und Müll wegbringen auf dem Programm. Außerdem noch sehr viel Wäsche.

Aber jetzt erstmal Fotos vom Ergebnis. Unser neuer Schrank, der eigentlich ein Regal ist:

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Links der Tür, wo vorher meine Nähecke war

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Rechts der Tür - die ehemalige Schmuddelecke des Zimmers

Es ging bei dem Projekt darum, Stauraum zu schaffen, für all den Kram, den wir in unseren Dachgeschosszimmern bisher offen in Regalen, Kisten und rumstehend lagerten. Zusätzlich natürlich neuer Platz für die Sachen des Minimenschen. Dabei sollten folgende Bedingungen erfüllt sein: Den Platz trotz Schräge optimal ausnutzen, weitgehend ‚child proof‘ sein, nicht allzu teuer und nicht gänzlich nur in dieser Wohnung nutzbar. Nach einer denkbar knappen Recherche zu angepassten Schrägen-Schränken war klar, dass diese Option nicht in Frage kommt. Auch einen Schrank komplett zu bauen, haben wir verworfen. In einer Mietwohnung extra angepasste Möbel zu bauen, schien uns wenig zielführend. So kamen wir schnell auf den Trichter, dass eine Regalkombination Sinn machen könnte. Wir entschlossen uns für IKEA-Hacking und das Alltime-Standard IVAR.

Natürlich passen die verfügbaren Leiterlängen nicht exakt. Die längste Grösse (2,26) würde in dem Raum nur genau in der Mitte passen – uns blieben also nur die zwei Maße 1,79 und 1,24 – mehr bietet das abgespeckte Sortiment nicht mehr. Folglich haben wir die Leitern individuell zugesägt. Die kürzeste Leiter ganz links in der Ecke ist unter 40cm lang, die langen neben der Tür 1,79.

Wir haben einige Wochen lang alles abgegrast, was sich an gebrauchten Teilen in der Umgebung aufkaufen ließ und außerdem Bretter und Leitern von Eltern und Schwiegereltern bekommen. Neu kaufen mussten wir nur einen Schrank (links) & eine Kommode (rechts). Folglich eint unser Schrank nun Elemente aus den späten 70ern bis heute. Daher sind sie farblich auch recht unterschiedlich, aber das wird sich ja geben.

Die Kommode mit den kleinen Fächern war pottenhässlich OP-grün lackiert. Nach Anschliff hab ich sie 3mal weiß lackiert- leider ist fast nichts so schwer wieder auszubügeln wie ein mit viel Liebe und Dilletantismus erfolgter Lackanstrich-perfekt ist das Ergebnis nicht. Alle anderen Teile hat Herr Siebenhundertsachen z.T. sehr mühsam abgeschliffen und ich hab sie danach geölt.

Die Schränke links der Tür fassen nun grob den Bereich „werkeln“ . Hier ist nun mein Stofflager, meine Schnitte und Nähzeitschriften. Die weiße Kommode enthält Bastelsachen und Kurzwaren. Darüber ist die Fotolabor-Ausstattung des Gatten eingezogen.

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Rechts der Tür ist weitgehend Minimensch-Zone. Die Kommode ist seiner Kleidung zugedacht, der Schrank darüber fasst Decken und zugehörige Bezüge, Schaffelle und anderes. Ganz außen das kleine Regal, soll mal Kisten mit Spielzeug enthalten.

Leider fehlen uns noch passende Holzkisten für die kleinen Ecken. Es gibt nirgendwo welche in 50 tief und 40 breit. Ich werde daher wohl noch welche basteln müssen – eine Idee hab ich schon.

Das Zimmer ist einmal dem Minimenschen zugedacht, aber erst, wenn er unserem Schlafzimmer entwachsen ist. Zum Glück muss icn selbst dann nicht auf eine Nähecke verzichten. Ein Alternativplatz ist schon ausgeschaut. Erstmal bleibt sie aber noch im MuFuZi, sie ist an die gegenüberliegende Wand, neben das Fenster umgezogen.

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Auch unsere Instrumente dürfen noch etwas bleiben, bevor der Minimensch ihnen gefährlich wird…

Ich bin sehr zufrieden. Das Zimmer hat deutlich an Ordnung und Stauraum gewonnen. Einiges wurde entsorgt, Kram aus anderen Zimmern untergebracht, ein Grundstein für die langsame Evolution vom Gäste-Näh-Musik-Zimmer zum Kinderzimmer ist gelegt.

Nebenbei sind damit nun auch die anderen Räume bewohnbar geworden, so dass wir nun die restlichen Urlaubstage genießen können.

Tag 4

So langsam wird es. Nach einer Runde Eier färben und Wäsche aufhängen wurde heute nun der Schrank eingeräumt. Endlich ist mein Stofflager gut verstaut und auch die Bastelsachen sind sortiert und in Schubladen und Schränken verstaut. So manches, was bisher an anderen Orten im Wege stand, hat nun einen echten Platz. Zum Beispiel die Fotoentwicklungsausstattung von Herrn Siebenhundertsachen oder das eine oder andere herumfliegende Notenblatt. Die Kommode und der Schrank des Minimenschen sind noch leer und warten, dass alle kleinen Klamotten aus der Wäsche kommen. Ein bisschen Platz hat der Schrank noch – aber der darf ruhig erstmal als Puffer dienen. Was bisher lose und in Regalen im Zimmer war, ist nun verstaut.
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Ein Scheitern auf der ganzen Linie, war allerdings der Baumarktbesuch. Wir wollen das Holzlager mit OSB-Platten verkleiden. Eine Platte hatten wir noch und wollten nun passend noch zwei weitere besorgen und zuschneiden lassen … tja. Leider gab es nur das falsche Maß und zugeschnitten werden die auch nicht… also sieht das Holzlager nach wie vor so aus:
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Außerdem wollten wir Holzkisten besorgen, für die Stellen, an denen Regal ohne Türen ist. Leider hat die Holzkisten-Auswahl doch stark abgenommen und unser gewünschtes Maß von 40*50cm Grundfläche, das den Platz optimal ausnutzen würde, gab es gar nicht. Deshalb gibt es nun leider noch solche Schmuddelecken:

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Weiß jemand, wo man günstig Holzkisten in 50 tief, 40 breit und 20-30 hoch herkriegen könnte?

Ansonsten steht nun für morgen das große Putzen an, denn sowohl das MuFuZi als auch alle anderen Zimmer sind noch ziemlich baustellig anmutend. Und wenn dann das eine Zimmer geschafft ist (und die Anstellkammer als Bonus) – dann steht uns in 2-3 Wochen noch das Arbeitszimmer bevor, das tritt nämlich einen Teil seines Inhalts an den neu hinzugewonnenen Keller ab…

Tag 3

Auf Grund einer quasi schlaflosen Nacht, war ich heute eher nicht so zu gebrauchen. Nachdem ich heute morgen die zweite Hälfte der Abstellkammer des Schreckens aufgeräumt hatte und wir die Schwedentour zur Beschaffung der fehlenden Teile hinter uns hatten, musste ich erstmal schlafen. Zum Glück habe ich einen tollen Gatten, der derweil den neuen Schrank geschliffen und den Rest der Regalschrankwand aufgebaut hat. Nun steht sie fix und fertig da und wartet darauf, befüllt zu werden.

Naja, fast fix und fertig. Das Op-Kittel-Grün hat sich immernoch nicht geschlagen gegeben. Deshalb habe ich heute abend die Schubladen der Kommode nochmal lackiert. Sie trocknen nun und werden dann morgen auch befüllungsfertig sein.

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Schon eingerichtet ist hingegen der Nähtisch am neuen Platz. Endlich konnte ich auch meinen Garnrollenhalter montieren.

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Morgen früh werden also erstmal Stoffvorrat, Bastelutensilien, Fotoausstattung und Dekokram einziehen. Und danach werden die Kleidungsstücke des Minimenschen ein-zwei Ründchen in der Waschmaschine drehen. Derweil wird Herr Siebenhundertsachen zur Abwechslung mal wieder den Baumarkt visitieren. Denn das Holzlager braucht noch eine ordentliche Verkleidung.

7 Sachen im neuen Jahr

So, zurück aus dem Urlaub und langsam soll auch hier im Blog wieder Alltag einkehren. Heute also wie gewohnt: 7 Bilder von 7 Sachen, für die ich heute meine Hände benutzt hab. Die Idee stammt von Frau Liebe.

1. Den Tag gemütlich angegangen: Milch geschäumt fù Chai Latte zum Frühstück.
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2. Ein paar Reihen löchriges gestrickt. Ich weiß noch nicht, ob Lace und ich Freundinnen werden.
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3. Ein Schraubenpuzzle ausgepackt und KEINE Anleitung dabei.
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4. Viele Tackernadeln aus Gummidingern gezogen, um das Lattenrost vollständig in seine (verwertbaren) Einzelteile zu zerlegen.
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5. Während Herr Siebenhundertsachen das Zerlegungswerk fortsetzte, einen Korb Urlaubswäsche weggefaltet.
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6. Den Boden am Ort des Geschehens gewischt.
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7. Gesteckt, geschraubt und gar nicht geflucht. Der Lohn für unsere Mühen und endlich der zweite Teil unseres Hochzeitsgeschenks:Ein richtig richtig gutes neues Bett. Aus Eiche, massiv und gut gefertigt. Wir lachen dem Schweden ins Gesicht und ruhen fortan ohne knarren und wackeln.
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Wochenend und Sonnenschein

Wir waren übers Wochenende im Feriendomizil und haben das wundervolle Wetter, die gute Luft, ausgedehnte Spaziergänge, gutes Essen, Sauna und viel Schlaf genossen. Deshalb weder Sonntagssüß noch 7 Sachen.

Dafür ein „kleines“ Mitbringsel. Im Wald gesammelt und vom Herzensmann tapfer mit leicht zweifelndem Blick im Kofferraum verstaut.

Was daraus wird? Das wird sich im Laufe der Woche aufklären!

Die letzten Urlaubsmitbringsel

Es war ruhig hier in der letzten Woche, ich weiß. Ich war bzw. bin ziemlich erkältet und habe daher meine Freizeit hauptsächlich im Bett verbracht. Dieses warm-kalt-nass-schwül-Wetter kann einen schon ziemlich umhauen. Alle Zeit, die ich nicht im Bett verbracht hab, habe ich mit dem Packen von Stoffpaketen verbracht, denn kaum sind die Sommerferien vorbei, ist im Dawanda-Shop die Hölle los… zum Glück kriege ich am nächsten Wochenende viele neue Stoffe.

Gestern, am Sonntag, ging es mir zwar schon etwas besser, trotzdem bin ich aber nicht so recht zu sieben Sachen gekommen. Zum einen, weil meine Mutter uns für einige Tage besucht und dann vor allem, weil der Großteil des Sonntags leider von der Montage dieser Tür eingenommen wurde:

Eigentlich ist Türen einbauen nicht so schwierig, vorausgesetzt, die Tür, der Rahmen und der Boden sind in etwa rechtwinklig… Dies war allerdings bei unserer Baumarkttür nicht der Fall. Sie saß immer entweder gerade, dann ging sie aber nicht zu, oder sie war schief, ging zu, ließ sich aber nicht verspreizen, oder, was am unangenehmsten war, fiel mitsamt Rahmen einfach aus dem Loch raus und KABAUZ auf den Boden… es wurde also viel geflucht, geschoben, gezerrt und gemessen und wenig gekocht, gebacken, gebastelt und genäht…

Schlussendlich ist sie aber nun an Ort und Stelle, lässt sich schließen und wackelt nicht. Sie trennt nun das Arbeitszimmer vom MuFuZi*, was schon lang überfällig ist, damit unsere Gäste in Ruhe schlafen können, wir die Nachbarn nicht mehr ganz so stark mit unserer Musik belästigen und ich auch nähen kann, wenn der Gatte nebenan arbeitet. Leider gibt es deshalb aber heute keine 7 Sachen.

Als „Ersatz“ gibt’s noch die letzten beiden Urlaubsmitbringsel zu zeigen:

Nummer eins: Ein Kosmetiktäschchen. Für mich mich mich… juhuu. Ich habe schon etliche dieser Täschchen für den Dawanda-Shop genäht, aber noch nicht ein einziges für mich. Aber da ich im Urlaub (fast) nur für mich genäht hab, durfte auch meine Schminke jetzt endlich in ein hübsches Täschchen umziehen.

Genäht habe ich sie nach dem gleichen Prinzip, wie Anna ihre Make-up-Pouches näht, nur von den Proportionen anders und zusätzlich mit Volumenflies verstärkt.

Nummer zwei: Ein geflochtener Loop-Schal. Auch für mich, hihi.

Auf die Idee gebracht hat mich Frl. Vintage. Ich habe den ungeflochtenen Schal/Schlauch aus zwei Stoffen zusammengesetzt, habe einen geflochtenen Schal aus Baumwoll-Vichykaro und einen aus Jersey angefertigt. Die Länge meiner Zöpfe ist ca. 130cm.

 

*MuFuZi = MultiFunktionsZimmer, kurz für Gäste-Näh-Bastel-Musikzimmer

Schicksalhaftes Drama mit (beinahe) Happy-End

Mir scheint, ich muss mal was gegen das allgemeine Blog-Sommerloch unternehmen. Eine gute Gelegenheit von meinem „Abenteuer Jersey-Oberteil“ zu berichten. Die Entstehungsgeschichte würde einem Rosamunde Pilcher-Film alle Ehre machen, war aber leider länger als die hierfür vorgeschriebenen 90 Minuten. Es ging eigentlich ganz harmonisch los, dann schien schon alles verloren, einige unvorhersehbare schwere Schicksalsschläge und dann am Ende doch alles nochmal versöhnlich ausgegangen.

Ich hege seit langem ein tiefes Misstrauen gegenüber Jersey und sonstigen Elastikstoffen. Schnitte, die elastische Stoffe erfordern, fasse ich normalerweise aus Prinzip nicht an. Ich fürchte, dass weder ich, noch meine Nähmaschine in der Lage sind, einen elastischen Stoff ordentlich zu verarbeiten. Außerdem ist das abmessen wegen dem doofen zusammenziehen auch schwierig. Aber dann hat Anna von noodlehead mit den „Sewing with knits Mondays“ angefangen. Und ich hatte sowieso nach den vielen Kissen total Lust, was zum anziehen zu nähen. Und außerdem hab ich da so’n Kleid, dass ich mir so gern nochmal nähen würde und das muss auch aus Strickstoff sein. Da hat mich dieses Top in Versuchung geführt, die kategorische Jersey-Ablehnung mal kurz zu vergessen. Ein 1Dollar-1Hour-Project, wie schwer kann das schon sein… (merkt ihr schon wie diese Atmosphäre von falscher Sicherheit entsteht, als würde sich was zusammenbrauen?).

Ich hatte da diesen fliederfarbenen Pünktchenstoff auf dem Tisch liegen, der war im Angebot gewesen und schien mir daher für ein unverbindliches kleines Versuchsprojekt prädestiniert.

Also los… schnell ein T-Shirt rausgekramt und wie im Tutorial einen Schnitt gebastelt. (Die Charaktere steuern vollkommen ahnungslos auf das unvermeidliche Drama zu) Den Schnitt auf den Stoff gelegt und da… die erste dramatische Wendung: Weil ich den Stoff eigentlich für einen Schal gekauft hatte, war es nur ein halber Meter. Und das war, wie man sieht, ca. eine Hand breit zu kurz…

Nun hab ich ja auf Grund der nur 1,10m breiten afrikanischen Stoffe schon Erfahrung im Umgang mit Stoffknappheit. Ich habe mir also überlegt, dass das Shirt bestimmt ohnehin viel besser aussieht, wenn es unten einen Bund hat und habe aus dem Reststück, neben der Ärmel- und Ausschnittstreifen auch noch einen doppelt liegenden Bund zugeschnitten.

Und dann gings los mit nähen. Streifen an den Kragen annähen easy. Streifen umbügeln, is ja schnell gemacht. Denkste. Dieser blöde schmale Jerseystreifen wollte sich einfach dauernd verrollen und partout überhaupt keine schöne Kante machen. Ich grummelte vor mich hin und fand mich in all meiner Jersey-Abneigung bestätigt. Trotzdem hab ich gewonnen und das blöde Ding angezickzackt. Ha! Dann die Seiten geschlossen, den Bund unten angenäht und nur noch gefühlt 3 Stunden fürs umbügeln der Ärmelbündchen gebraucht – fertig. Zwar hab ich’s nicht in einer Stunde geschafft, aber jetzt war ich eh schon zu lang auf, da sind auch 2,5 Stunden drin…

Nur sah das ganze fertige Oberteil dann, weder an mir, noch am Bügel, wirklich ansprechend, geschweige denn im entferntesten so wie auf Annas Fotos, aus. Das einzige was mir gefiel war mein angenähtes Bündchen. Das saß auch gut. Aber der Ausschnitt war viel zu hoch, die Armlöcher etwas klein. Hm, ja ich weiß, ich hätte vielleicht den zusätzlichen Streifen einplanen und keine Nahtzugabe draufschlagen sollen, nachher ist man immer schlauer. Außerdem zog sich der Ausschnitt vorne wie hinten schief zurecht. Und das gezickzackte Bündchen sah sowieso total doof und unsauber aus. Männo.

   

Da musste ich mich erstmal geschlagen geben und schlafen gehen.  Gestern hab ich dann die ganzen blöden Saumstreifen wieder abgetrennt, den Ausschnitt und die Arme größer gemacht und … hatte dann keinen Stoff mehr für neue Streifen. Halber Meter= Schal= kein Oberteil. Mensch… (Alles wirkt aussichtslos, doch dann, wie aus dem Nichts taucht ein neuer, unbekannter, lange verschollener Verwandter/Bekannter/Geliebter auf…)

Zum Glück hatte meine Jersey-Euphorie (ich naives Ding) mich dazu bewegt, mir schonmal dunkellila Stoff für das geplante Kleid zu kaufen. Und zwar genug… So dass ich dort einen Streifen erübrigen konnte. Also habe ich dann schließlich die deutlich vergrößerten Armausschnitte mit jeweils der Hälfte des ehemaligen Kragenstreifens versäumt, und zwar als stinknormale Saumstreifen, ohne umbügeln, Zickzack und Murks. Und den Kragen mit einem dunkellila Streifen, der dankenswerterweise zudem etwas dicker, weniger elastisch und damit auch weniger rollanfällig war. Weil ich nun einmal so innovativ zugange war, und es mir ziemlich gegen den Strich ging, dass die Nahtzugaben auch nach ordentlichem Einkürzen immernoch unordentlich und krumpelig aussahen, hab ich zudem auch noch äußerst vorbildlich und eigenmächtig alle Nahtzugaben Zickzack-versäubert. Jetzt hat mein Oberteil zwar bis auf die Rückenpartie nichts mehr mit dem Tutorial gemein, gefällt mir aber ganz gut. Es könnte für meine Begriffe noch eine Handbreit länger sein, aber das gab der Stoff nun wirklich nicht her und passen tut es auch so. (Erleichterung pur, gerade nochmal vor den Nachrichten zum glücklichen Abschluss gekommen.)

Ich bin stolz wie Oskar auf meine ordentlichen Nahtzugaben, denn da bin ich manchmal bei Sachen für mich selbst etwas schludrig. Erstaunlicherweise hat meine Nähmaschine an dem elastischen Stoff rein gar nichts auszusetzen gehabt (naja, außer als ich wollte, dass sie zwei verschiedene Stoffe verbindet, aber das ist nun auch WIRKLICH viel verlangt) und ich bin daher nun verhalten optimistisch, was das Jersey-Kleid anbelangt…

                          

Achja, das ominöse Holzplattenprojekt befindet sich nun in Phase 2: Zwei eckige Löcher und lila Lack – heute abend gehts damit weiter.

Doppelter Projektstart und Lunchbox-Rezept 1,5: Selbstgemachte Salsa

Heute war der erste Tag der Zuckerfrei-Wochen (dazu vielleicht in den nächsten Tagen mehr), was an sich kein besonders gutes Vorzeichen ist. Zum Glück hat die Sonne den Zuckerentzug mehr als wett gemacht, so dass der Tag doch recht gutlaunig dahinzog. Das wurde noch besser, als ich sicher war, dass ich nach wochenlanger Suche einen Kitsch-Barock-Rahmen würde in die Arme schließen können. Genauer gesagt einen Kitsch-Barock-Spiegel mit null passenden Lampen:


Der Rahmen ist Teil des Masterplans zur Flurdekoration und wird daher hier sicher nochmal auftauchen. Der Masterplan muss auch ein wenig revidiert werden, da es ja jetzt ein Spiegel ist… die komischen Lampen kommen natürlich ab.

Um den Sommer auch essensmäßig voll auszukosten gab es zum Abendessen einen großen gemischten Salat mit überbackenen Nachos und selbstgemachter Salsa. Ich sortiere diese hier mal als Lunchbox-Rezept ein, weil sie sich super als Basisfüllung für Wrap und als Dip für Röstbrot, kleine Bratlinge oder ähnliches eignet.

Man braucht:

  • 1/2 Paprika (gelb, grün, rot, was man mag)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 rote Chilischote (Schärfegrad nach Geschmack, meine war eher scharf)
  • 1 Dose Tomaten in Stücken oder Passata
  • Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • 30 Minuten Zeit

So gehts:

  • Die Paprika und die Zwiebel fein würfeln. Den Knoblauch und die Chili samt Kernen fein hacken.
  • Alles zusammen mit Olivenöl in eine Pfanne und andünsten.
  • Ca. 1 EL Zucker, bzw. wenn man wie ich gerade Zucker meidet Agavendicksaft, Honig oder whatever, dazu geben. Dann die Tomaten drunterrühen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Das ganze bei niedriger Hitze köcheln lassen, bis das Gemüse ganz weich ist und die Soße eine gute Konsistenz hat, falls sie dabei zu sehr eingedickt ist, mit bisschen Wasser strecken.
  • Ganz am Ende die gehackte Petersilie dazu geben.

Und es gibt sogar ein Foto:

Der Rest des Abends entfiel auf den ersten Schritt eines mehrtägigen Projekts. Was es wird, wird sich noch früh genug zeigen:

                                                           

nachbauenswert

Ich bin heute, via Facebook, auf die Seite http://www.hartzivmoebel.de gestoßen (worden), eine sehr coole Initiative eines Berliner Designers. Das Motto ist so einfach wie bestechend: „konstruieren statt konsumieren“. Le Van Bo hat sich dies zur Aufgabe gemacht und einige vielseitige Möbelstücke in schlichtem Design aber aus gutem Massivholz entworfen, die man mit Hilfe seiner Anleitungen einfach nachbauen kann. Die Anforderungen: das Material muss im Baumarkt zu bekommen und in der U-Bahn zu transportieren sein. Das  Möbelstück muss in einem VHS-Tischlerkurs hinzubekommen sein und es sollte auch in kleinen Wohnungen gut zum Einsatz kommen können. So dass eben wenig Geld nicht gleichzusetzen ist mit schlechter Qualität. Dabei ist der Selbstbau ihm genauso wichtig wie der Kostenfaktor, scheint mir.

Derzeit gibt es einen Sessel, einen Stuhl, einen Tisch, ein Schlaf-Sofa-Bank und ein Hocker-Regal-Sideboard. Das sehr eckige Design ist zwar nicht so meins, aber die Idee an sich gefällt mir sehr. Und die „Berliner Hocker“ haben es mir angetan und ich glaub davon kriegen wir vielleicht auch mal welche als Regal im Arbeitszimmer oder Hocker im Kreativzimmer.

Die Bauanleitung bekommt man auf Emailanfrage, kaufen kann man die Möbel nicht, nur selbst bauen. Auf der Website gibt es auch sehr viele Geschichten und Fotos von erfolgreichen Selbstbauern und aus Baukursen. Trotz des Anspruchs, der schon im Namen steckt, scheinen mir allerdings nur ein Bruchteil der Selbstbauer wirklich Hartz IV-Empfänger zu sein, aber immerhin entstehen wohl viele der Möbel für soziale Einrichtungen und in sozialen Einrichtungen.

Mehr Infos hier. Und auf Facebook hier.