Me made Mittwoch: Das störrische Tea Dress

Gestern trug ich zu einer Fortbildung mein nagelneues 1940s Tea Dress, und heute trage ich es gleich nochmal (aber habe keinen so schönen Spiegel zur Hand wie im Fortbildungshotel).

 

wp-1477489499800.jpgDas 1940s Tea Dress von Sew Over it hat in Nähbloggerinnen-Kreisen einen ziemlich katastrophalen Ruf. Mir ist keine bekannt, die es einfach so ohne großen Änderungsmarathon nähte. Eher kenne ich Berichte von Wut, Verzweiflung und langem Kampf um dieses Kleid. Also stehen alle Zeichen auf: NICHT NACHMACHEN! Leider ist es aber halt ein echt schönes Kleid. Und leider bin ich ja auch von Natur aus etwas trotzig veranlagt. Also hatte es sich schon ein bisschen in meinem Kopf festgesetzt, dass ich das Kleid trotzdem (ätschi) haben möchte. In der wunderbaren Drehumdiebolzeningenieurin fand ich da eine Schwester im Geiste, auch trotzig entschlossen das Kleid zu nähen. Und weil es sich terminlich spontan ergab fanden wir uns letzten Samstag zu einem Nähkränzchen zusammen und gingen das Projekt an. Allerdings mit zwei unterschiedlichen Strategien. Ich nahm den Originalschnitt, nähte im Vorfeld zwei Probeoberteile und passte den Schnitt auf Basis von anderen gut passenden Schnitten an. Die Drehumdiebolzeningenieurin konstruierte sich aus ihrem Grundschnitt einen Schnitt mit den Designmerkmalen des Originalschnittes nach. Zeitmäßig scheint mir, kam es etwa auf das selbe hinaus – alles in allem viel Arbeit, so viel sei zur Warnung potenzieller trotziger Nachmacherinnen gleich gesagt. Ich habe zwei Abende gebraucht um die Proben anzupassen und einen Nachmittag und zwei Abende für Zuschnitt, nähen, anpassen des Kleides.

Leider habe ich versäumt, meine Proben zu dokumentieren. Die erste Probe habe ich in meiner Größe laut Maßtabelle genäht, das wäre Größe 12, das ist soweit auch sonst meine Größe. Das Ergebnis war ein Oberteil, das im Rücken locker 6 vielleicht sogar 8 cm zu weit war. Das Taillenband vorn war 4 cm zu weit. Unter den Armen und über der Brust  war auch reichlich überflüssiger Stoff, um die Brust war das Oberteil aber dennoch zu eng.

Mein Eindruck ganz klar: vollkommen unprofessionell gradiert. Mir scheint, der Schnitt wurde für ein A-Körbchen erstellt und dann basierend auf den Brustweiten der einzelnen Größen überall gleichmäßig weiter gemacht. Da die Schnittteile aber schon recht speziell sind, ist es gleichzeitig nicht trivial, das ganze anzupassen.

Die Differenz im Rücken habe ich zu gleichen Teilen i der Teilungsnaht, der Mittelnaht und der Seitennaht rausgenommen. Beim Taillenband habe ich 2cm mittig und je 1 cm an den Teilungsnähten rausgenommen. Die Brustteile habe ich mit dem Schnitt New Look 6069 abgeglichen, den ich sehr gut angepasst habe und der eine ähnliche Form der Brustteile hat.  Daraus ergab sich das zweite Probeteil.

Das war dann um die Brust etwas eng und über der Brust etwas weit. Ich habe also nochmal 1cm FBA gemacht und dann das Kleid zugeschnitten. Mein Stoff ist ein Wollstoff, Kammgarn, klassische Anzug/Kostümware mit feinen Streifen in blau und dunkelgrau. Gekauft bei alfatex letztes Jahr im Winterschlussverkauf. Nur so halb die richtige Wahl, kann ich jetzt sagen.

Beim nähen ergab sich dann noch, dass die Schultern etwas zu breit waren, dass über der Brust zu viel Stoff war, der interessanterweise zu einer Beule neben der Brust führte. Zum Glück hatte ich ja fachkundige Unterstützung und kurzweilige Unterhaltung dank Frau Drehumdiebolzen, steo konnte mich das nicht allzu sehr aus der Ruhe bringen. Der Schnitt sieht übrigens keine Einlage nirgends vor. Vollkommen eigenmächtig haben wir aber das Mittelteil des Taillenbandes und den Ausschnitt-Beleg einfach trotzdem bebügelt. Der Rock in Gr. 12 passte irritierenderweise fast perfekt an das insg. 8cm engere Oberteil, ich musste nur hinten die Abnäher etwas versetzen – was immer das zu bedeuten hat.

Das zu viel Stoff über der Brust konnte ich nur mit Hilfe eines recht unkonventionellen Abnähers ins Armloch bannen, da muss ich dann nochmal ans Schnittteil ran. Ansonsten sitzt das ganze aber prinzipiell wie ich mir das vorstellte. Einzig dass die Ausschnittkante trotz Staystitchens erheblich leierte und der Ausschnitt dann auch zu tief wurde, das war ziemlich doof. So trug ich das Kleid gestern notgedrungen mit Shirt drunter und das Baumwollshirt und der Wollstoff sind keine guten Partner. Zuppelig. ußerdem zeichnete sich der Beleg durch den Oberstoff ab und rutschte an den Schultern auch etwas raus trotz understitching. Mit Schal gings natürlich, ich bekam für das Kleid zahlreiche Komplimente, das motivierte mich, das Ausschnittproblem anzugehen.

 

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Ich trennte den Beleg raus und verstürzte die Ausschnittkante mit einem minimal gedehnten Spitzen-Wäschegummi. Jetzt steht nichts mehr ab, nichts krabbelt raus und der Einblick ist auch nicht mehr so tief. Somit kann ich das Kleid nun mit einem Seidenunterkleid tragen, da klebt dann auch der Wollstoff nicht mehr ganz so dran. So sieht das ganze also dann heute optimiert aus:

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Ich bin ganz zufrieden. Dem Rock hatte ich schon 2cm an Saumlänge zugegeben, dennoch konnte ich nur 1cm umbügeln für den Saum. Der Wollstoff ist eine Spur  zu steif, ein Stoff mit weicherem Fall wäre besser, die Optik des strengen schlichten Stoffes mit dem eher blusigen Schnitt finde ich allerdings sehr super.

Für eine zweite Version, die ich fest plane, würde ich mal Feingabardine mit Viskoseanteil versuchen. Crepe, der sicher geeignet wäre, mag ich von der Haptik einfach nicht. Aber es muss ein Stoff mit einem weichen aber schweren Fall sein, Baumwolle wäre definitiv zu steif. Dann würde ich auch nochmal das Brustschnittteil und die Ausschnittlinie anpassen, 1 cm höherer Ausschnitt wäre nicht gänzlich verkehrt.

Das Fazit zum Schnitt: Nett gedacht, schlecht umgesetzt. Nur mit Blut, Schweiß und Tränen gut umzusetzen. Definitiv kann man am fertigen Kleid nicht mehr viel anpassen, Anpassungen gehen hier nur mittels Probeteilen. Also eigentlich so gar nicht mein Ding – aber der Trotz hat gesiegt.

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Frau Prinzenrolle fordert uns heute auf, einfach mal Komplimente zu machen. Ich kann das nur befürworten, schon ein freundliches Lächeln macht echt viel aus! Also auf auf zum MMM-Blog und die vielen schönen Kleider komplimentieren!

Me made Mittwoch: Vortragsoutfit

Heute habe ich einen beruflichen Vortrag gehalten. Da das der erste Vortrag im neuen Job war, war ich ein bisschen nervös. Um so besser, kleidungstechnisch auf der sicheren Seite zu sein, in einem wohlerprobten Outfit für feine Bürotage:

Das Kleid nach dem Schnitt Retro-Simplicity 7275 habe ich wohl zum Ende des Winter 2011/2012 genäht. Der Stoff ist ein sehr feiner grau-blau karierter Wollstoff, den ich sehr günstig bei einer Geschäftsauflösung gekauft habe und von dem ich noch ein komfortables Reststück horte. 

(Leider sieht man das Muster auf keinem meiner Fotos)

Ich habe an diesem Kleid erstmals ein FBA gemacht, es markiert damit auch den Beginn der Phase, in der ich Anpassungen systematisch anging und nicht länger so hinschluderte. Das Innenleben des Kleides wäre mir allerdings heute dann doch unangenehm. 

Darunter trage ich eine Kaufbluse. Und eigentlich trug ich darüber noch ein gekauftes Cordjackett und einen Schal.

Lucy zeigt heute schon Strickware, das hätte ich heute mittag im Regen-Wind-Wetter auch gut gefunden. 

Me made Mittwoch: Abschiedsrunde

Heute nur ein kleiner Beitrag mit einem Foto, das ich schnell auf dem Weg ins Büro heute morgen gemacht hab. Ich suche noch nach passenden Fotoplätzen.

 

wp-1475087961711.jpgIch trage dieses Kleid wohl heute zum letzten Mal. Es ist wunderschön, ich mag es sehr, ich bekam dafür schon Millionen Komplimente und es erinnert mich an Kollege J, der mir den Stoff schenkte. Leider ist es sehr ausgewaschen, hat überall solche weißen Waschstreifen und ist hier und da schon arg fadenscheinig. Heute war es ideal warm und wurde auch von den neuen Kolleginnen zahlreich komplimentiert. Ein gutes Kleid, schade, dass es geht.

Schnitt: „Frau-Kirsche-Kleid“ aus Knipmode 9/2011 (?) – nein, es gibt das Heft nicht mehr und den Schnitt auch sonst nirgendwo, es tut mir sehr leid.

Material: Waxprint aus Namibia, leider aus Polyester (und „echte“ Paspel aus Satinschrägband ohne Faden drin, wie die sachkundige Drehumdiebolzeningenieurin uns kürzlich lehrte)

Und nun schaue ich mal, was beim me made Mittwoch unter Claudias Führung heute so los war – ich komm ja zu nix gerade.

Campinggarderobe 1

Ich war im Verlaufe des Juli ausgesprochen nähproduktiv. Für unseren Campingurlaub wollte ich eine unkomplizierte Sommergarderobe nähen. Wir sind da ganz massiv packplatz-beschränkt und deshalb kamen meine sonstigen Sommerkleider und Röcke nicht recht in Frage. Webstoff, viel helles, wenig gut kombinierbar. Da hätte ich zu viele Teile einpacken müssen, die auch noch knitteranfällig gewesen wären. Mein Einpack-Plan war daher: 4 Jerseykleider, 2 Röcke, 1 Jeans, 4 Oberteile, 1 Pulli, 1 Strickjacke. (Südfrankreich im August ist heiß)

Zu diesem Zwecke hatte ich mich an einem heißen Tag Ende Juni (?) auf dem Stoffmarkt mit Frau Fantipanti und Freundin J. mit reichlich Jersey eingedeckt. Tatsächlich habe ich 3 Jerseykleider, 2 Röcke und 3 Shirts unmittelbar vor dem Urlaub genäht und alles hat sich sehr bewährt. 

Hier kommt meine absolute Nr. 1 meiner Campingkleider:

Campingkleid in seinem natürlichen Habitat

Dieses Kleid habe ich im Urlaub richtig viel, und auf der Rückfahrt und in den letzten heißen Tagen auch wieder getragen. Es ist luftig, bequem und sehr hübsch. Perfektes Urlaubskleid.

Der Schnitt ist ein Patternhack. Das Oberteil ist von einem Burda-Kleid (Nr. 111 aus 10/2014), das eigentlich schmal im Rockteil ist. Daran habe ich einen halben Teller angesetzt und in der Taillennaht ein Gummi mit gefasst. Der Stoff ist Viskosejersey und leider leiert er mit dem Tragen sehr aus. Trotz Aushängens hat der Rock jetzt wieder massiv Zipfel und ist auch insg zu lang. Auch die Taille sitzt inzwischen deutlich zu tief. Aber egal. Ein Top- Sommerkleid. 

Bessere Fotos gibt es leider nicht, hier zuhause leben wir ja bei heißem Wetter mehr so immer im Dämmerlicht. Und zu heiß für Fotoaction ist es auch. 

Me made Mittwoch: Alt und warm

Heute trage ich, für einen langen Bürotag mit ein bisschen öffentlichem Auftritt, eins der ersten Kleider, die ich mir genäht habe. Es ist aus dem Winter 2011/2012 und ich trage es nach wie vor gern, aber selten.

 
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Das Kleid ist genäht nach dem Schnitt Simplicity 7275, ein Retro-Schnitt, den ich insgesamt 3 mal genäht habe, einmal mit weitem Rock und noch ein weiteres Mal mit schmalem Rock. Ich dachte auch immer, dass ich noch einige weitere Versionen nähen würde – aber dann kamen andere Schnitte dazwischen und ich schob das ganze auf. Ich mag den Schnitt nach wie vor sehr und trage die Kleider alle gern, auch wenn Kleider mit schmalem Rock einfach seltener aus dem Schrank dürfen, als Kleider mit weitem Rock.

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Dieses hier war die erste Version, und sehr vieles würde ich heute viel besser können, z.B. weiß ich jetzt, wie man ein ordentliches FBA macht, dass es meiner Hüfte nicht gut gefällt, wenn ich enge Röcke mit ihrem Futter verstürze und dass ich statt Kräuseln unter der Brust Falten oder Abnäher bevorzuge.

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Dennoch, ist das Kleid super, vor allem auch wegen des wirklich schönen und wollig warmen Stoffes, dessen tolle Farben hier in der Sonne erstrahlen:

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Meine heutige Tragevariante ist eher leger, meist kombiniere ich dazu eine Bluse, falls ich irgendwann mal meinen geplanten lila Blazer nähe, würde der auch dazu passen.

Heute gibt es auf dem Me made Mittwoch-Blog eine Gastbloggerin im kurzärmeligen Blumenkleid (brrrrr, kalt!) zu sehen. Und ich freu mich schon, dort vorbeizuschauen, wo sich allmitwöchlich, die Kleidungsnäherinnen der deutschsprachigen Blogszene ein Stelldichein geben. Wunderbarst moderiert und betreut von der Crew!

Me made Mittwoch: Telisabie

Für mein heutiges Kleid bekam ich eben eine Kompliment von meinem Chef. Das passiert nur alle paar hundert Monde mal und ist deshalb ein eindeutiges Qualitätsmerkmal auch was sein Kompatibilität mit meinem Alltag anbelangt. Es ist schön UND passt offenbar gut in mein Arbeitsumfeld, ist bequem und trotzdem „sehr stilsicher“ (Zitat Chef). Es ist außerdem petrol und damit hat es eh einen festen Platz in meinem Herzkleiderschrank.
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Es handelt sich um mein zweites anNÄHerungsprojekt, das ich in Bielefeld nur noch begann und dann zuhause fertigstellte. Der Schnitt ist eine Fusion aus dem Oberteil von Elisalex (by hand London) mit dem Taillenband und den Taschen von Cambie (sewaholic) und einem selbst konstruierten 2/5-Teller (ich habe eigentlich natürlich einen halben Teller konstruiert, aber mich beim Winkel oben ein bisschen verzeichnet, das macht dann im Saum schon satte 20 cm aus und da ich die etlichen damit produzierten Röcke gern trage, bleibt es jetzt halt bei 2/5-Saumweite). Daher Teller-Elisalex-Cambie oder kurz Telisabieimage

 

Der Stoff ist ein Flanell-Köper aus Wollbaumwollmischgewebe von Alfatex, relativ fest und sehr angenehm zu vernähen und zu tragen. Er ist leicht petrol-schwarz changierend weil die Schussfäden schwarz und die Kettfäden petrol sind.image

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Das Oberteil ist mit dem Rest des mintfarbenen Mantelfutters gefüttert und der Saum ist überhaupt der weltschönste, den ich je nähte: Verstürzt mit wundervollem Blümchenschrägband. Ich bin hellauf begeistert, wie toll das aussiehtimage

Ein ganz kleines bisschen ist das Kleid ein potemkinsches Dorf, denn das Futter flattert innen noch lose herum. Das liegt daran, dass mir bei der Anprobe das Oberteil unter der Brust und im Taillenband etwas weit schien, ich aber erst den Bequemlichkeitstest im Alltag machen wollte. Denn ein Brot-und-Butter-Kleidungsstück soll ja auch genug Platz zum bewegen, atmen, essen und vor allem am Schreibtisch sitzen bieten. Schon auf den Fotos sieht man aber, dass sowohl unter der Brust als auch im Rücken noch Weite weg kann. Nach einem Tag tragen hat sich inzwischen alles nochmal ziemlich geweitet und schlackert jetzt an mir herum. Das Futter allerdings nicht. Ich werde also wohl das Futter noch etwas raus lassen und das Kleid noch etwas enger machen. Im Rücken habe ich auch wiederum ein bisschen viel Länge – obwohl ich schon von vornherein welche rausgenommen hab, aber ich bin da, gerade bei rückwärtigem Reißverschluss wohl immernoch zu zaghaft mit der Hohlkreuzanpassung.

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Dann wird das Kleid aber tatsächlich ganz Brot und Butter sein, denn es lässt sich mit Shirt oder Bluse drunter tragen. Ich finde solche Träger-Kleider mit Oberteil drunter haben immer eine leichte Uniform-Anmutung und das passt ja auch irgendwie zu dem Gedanken, dass Brot-und-Butter-Kleidung letztlich unsere Alltagsuniform ist.

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Beim Me made Mittwoch gibt es heute wieder haufenweise Alltagskleidung zu sehen. Unter anderem ganz viele Kleidungsstücke aus dem #projektbrotundbutter. Sehr schön!

Me made Mittwoch: Das verhinderte Hochzeitsgastkleid

Ich gebe es zu, ich trage das Kleid gar nicht heute (was bei mir ja sonst eiserne Regel am MMM ist) – ich werde es aber aller Voraussicht nach am kommenden Samstag in Paris tragen, wo ich zu einer Konferenz sein werde, bei spätsommerlichem Wetter. Eigentlich hatte es jedoch eine andere Bestimmung. Es war als Hochzeitsgastkleid geplant. Für die Hochzeit von Freundin L. am Meer. Die war vergangenes Wochenende und fiel für uns leider aus. Dickeste Erkältung bei allen drei Haushaltsmitgliedern verhinderte, dass wir die Autofahrt, Party und Hotelübernachtung heil überstehen konnten und so konnte das Kleid leider nicht das Meer sehen und tanzen. Dabei hätte es, wie ich Fotos entnahm, perfekt zur Blumendeko gepasst. Ich bin darüber recht sehr traurig, wegen mir und L. und dem Kleid und überhaupt. Ich hab da ein ganz mieses Hochzeitsgastkleid-Karma. Ich habe exakt NOCH NIE ein geplantes zu nähendes Kleid dann auch zu der Hochzeit getragen, es wurde nicht fertig, ich wurde schwanger oder ich kriegte ein Kind und konnte nicht hin oder das Kind hatte Bronchitis oder oder oder. Hochzeitsgastkleider vermiesen Hochzeiten. Dennoch plane ich schon wieder eins, für die nächste Hochzeit Ende September, denn da wird es mir für dieses Kleid zu frisch sein. Stay tuned.

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Nun aber zunächst dieses Kleid. Es ist ein Traum, ich liebe es, leider habe ich es zu spät im Jahr genäht, um es noch öfter als 1-2 Mal tragen zu können.

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Es handelt sich um das Oberteil von Robe Belladonne von Deer and Doe mit einem halben Tellerrock. Ich habe mich für einen weiteren Rock entschieden, weil der Stoff mir dies zu verlangen schien.

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Der Stoff ist Viskose-Jacquard mit Druck, wahnsinnig schön im Detail, von fashion for designers, ich kaufte ihn, als ich im Mai mit Lotti dort im Showroom war und habe damit eine ganz hervorragende Verarbeitungs-Bilanz meiner bisherigen FFD-Einkäufe, nämlich ca. 2/3 verarbeitet binnen jeweils 6 Monaten nach Kauf (Futter-Coupons nicht eingerechnet). Der Stoff fasst sich toll an und hat einen tollen Fall. Das hindert ihn keineswegs daran, ein Verarbeitungsbiest zu sein. Die Schnittteile wandelten ihre Form nur vom schräg angucken und dehnten sich im schrägen Fadenlauf mal locker um 1/3 aus. Als der Rock fertig ausgehangen war, war er an den Seitennähten 18cm (!) länger als in der Mitte, wo der gerade Fadenlauf liegt. Ich habe nachher gedacht, ich hätte den schrägen Fadenlauf in die Mitte legen sollen, das fällt viel schöner. Da der Stoff durchsichtig und zudem sehr fragil ist (Löcher vom trennen sind tunlichst zu vermeiden) habe ich das Oberteil mit Baumwoll-Nessel gedoppelt. Ich habe dabei die Kanten des Rückenlochs verstürzt ansonsten aber beide Lagen wie eine verarbeitet, dadurch ist das ganze an den neuralgischen Stellen Armloch und Reißverschluss sehr viel stabiler. Der Rock ist auch gefüttert. Ganz edel mit Venezia-Futter, wenn schon denn schon.

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Ich musste am Oberteil nicht viel ändern. Ich habe Gr. 38 zugeschnitten und nach einer Nesselprobe ein FBA von 1,5cm im Brustumfang gemacht. Das war’s. Indieschnitte und ich – das passt, ich füge Deer and Doe meiner Gelingliste hinzu.  Bis auf das doppeln habe ich auch komplett die (französische) Anleitung befolgt und fand sie ausreichend und verständlich. Der Rock ist mit dem Rollsaumfuß der Nähmaschine gesäumt.

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Da es ja nun doch nicht mehr über 30 Grad ist, trage ich dann wohl auch kommenden Samstag darüber eine Strickjacke. Und zwar – tadaa – die Frühlingsjacke 2014. Ich habe ihr endlich die Ärmel nochmal neu angestrickt. Diesmal ganz klassisch, ohne Puff. Also eingestrickt von oben mit verkürzten Reihen. Nun gefällt sie mir sehr gut und ist sehr sehr warm (sie ist nämlich aus Merino extra fine von drops). Dass die Farbe so perfekt passt, hat die Pedantin in mir natürlich sehr gefreut. Dazu habe ich neue alte Schuhe, die ich seitdem schon so oft anhatte, dass ich mich frage, wie ich je ohne lila Schuhe auskam.

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Beim Me made Mittwoch gibt es heute eine Gastbloggerin, die ein wundervolles Färbeexperiment zeigt. Super beeindruckend!

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Stoffwechsel III – Mein Kleid

So. Seit vorgestern ist mein Kleid nun auch fertig und gestern warf ich es kurz für Fotos über, obwohl die schwüle Wärme natürlich nicht ganz adäquat für das Kleid ist.

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Ich hatte ja einen wunderschönen türkisen Baumwollstoff bekommen mit feinen rot-weiß-Ornamenten. Es war für mich sofort klar, dass ich das rot mit Paspeln aufgreifen möchte und so schwankte ich lediglich zwischen dem Frau-Kirsche-Kleid (Knip 9/2011) und dem Cambie-Dress (sewaholic). Da ich aber ohnehin viel zu wenig Kleider mit Ärmeln habe und das Frau-Kirsche-Kleid außerdem der für mich routiniertere Schnitt ist, wurde es ein Frau-Kirsche-Kleid. Und zwar ein tolles.

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Ich habe mir, wie immer beim Stoffwechsel, extra viel Mühe gegeben. Irgendwie möchte man es einfach so gut wie irgend möglich machen, um dem mit Liebe ausgesuchten Stoff auch gerecht zu werden.

Ich habe daher das Oberteil, das ich sonst immer etwas ad-hoc angepasst habe nochmal vernünftig angepasst nach Abgleich mit meinem Grundschnitt. Ich habe Gr. 38 genäht, ein FBA gemacht und die Schultern zusätzlich verschmälert. Ungewollt habe ich auch das Taillenband um 1cm verbreitert, weil ich vergaß, wieviel Nahtzugabe ich zugegeben hatte. Nunja. Ansonsten habe ich nur den Rock in Falten gelegt statt ihn zu kräuseln und den Ausschnitt tiefer ausgeschnitten.

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Mit dem Ausschnitt bin ich nicht ganz zufrieden, der steht ein bisschen ab. Und unter der Brust und im Rücken ist etwas viel Stoff. Das ist mir in letzter Zeit ständig passiert und das obwohl ich eigentlich über den Urlaub sogar zugenommen hab. Ich frage mich, ob mein Unterbewusstsein damit rechnet, dass ich noch mehr zunehme oder was da los ist. Hier ist es aber noch erträglich und stört mich nicht. (Wahrscheinlich bin ich einfach pingeliger geworden)

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Ich finde das Kleid toll, ich werde es sicher, sobald die Temperaturen wieder unter 25 Grad sind, gern und viel tragen. Leider passen die Schuhe, die meine Stoffpatin zum Gedanken an rote Akzente inspirierten, gar nicht zur Paspel. Zu himbeerig. Muss ich mir wohl rote Stiefel kaufen… Aber ich habe das Kleid ja extra für Strumpfhose, Stiefel, Petticoat konzipiert damit ich es dieses Jahr noch ganz viel tragen kann.

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Innen in den Taschen verstecken sich Reste von einem anderen Lieblingskleid. Und hier sieht man auch nochmal den allertollsten Stoff. Und vom wem kam er? Ich dachte erst an Muriel, dann fiel mir auf, dass ich wusste, wem Muriel Stoff schickt. Die Patin schreibt, sie liest mein Blog schon lange. Der Brief war mit viel Mühe mit kleinen Bildchen gestaltet. Ich könnte mir Frau Kreativsucht oder Frau Schildkröte vorstellen. Und??????

Me made Mittwoch: Sonntagskleid

Ich bin in der sehr luxuriösen und sehr seltenen Situation, dass ich in der vergangenen Woche gleich zwei Kleidungsstücke fertig gestellt habe. Das ist mir ca. seit Menschengedenken nicht mehr passiert. Ich zeige heute also nur eins meiner neuen Stücke. Ein Kleid nach dem schon getesteten und für gut befundenen Schnitt des Anna-Dress. Als ich es zum Nähkränzchen am Sonntag zum ersten Mal trug, sagte Lotti direkt, das sei ein richtiges Sonntagskleid. Und das finde ich auch. Ich trage es auch heute im Büro mit einer gewissen Festlichkeit und kann mir gut vorstellen es auch zu einer standesamtlichen Trauung oder einem Geburtstagsfest zu tragen.

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Der Stoff ist von fashion for designers und ich habe ihn beim Besuch dort im Rahmen des Köln-Bielefeld-Treffens im vergangenen November gekauft. Er ist also nicht nur schön, sondern auch mit sehr schönen Erinnerungen an 1a-Nähnerdflausch verknüpft. Der Stoff ist ein etwas festerer Baumwollstoff mit 3% Elasthan, dicker als Quiltstoff, also eher für ein Frühjahrs- als ein Sommerkleid geeignet. Ich habe ihn schon im Gedanken an eine Anna Dress gekauft, da das Oberteil mit den angeschnittenen Ärmeln dem großem Muster viel Raum bietet. Der Stoff ist tolle Qualität und ließ sich gar traumhaft verarbeiten.

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Da mich die Belege des Anna Dress tendenziell beim tragen nerven, habe ich das Oberteil komplett mit dunkelblauem Futter gefüttert. Dabei habe ich zum ersten Mal die Variante mit komplett verstürztem Halsausschnitt und Ärmeln ausprobiert. Nachdem ich zunächst deutlich Knoten in meinem Kopf hatte, hat mir das Internet (und nicht das Burda-Buch) geholfen. Hier gibt es eine super Anleitung. Weil ich den Stoff so gut finde und er auch verspricht haltbar zu sein, habe ich zudem erstmalig die Nahtzugaben mittels Hong-Kong-Finish versäubert. Allerdings war der Rest hellblauen Atlas-Schrägbandes, den ich dafür zur Hand nahm ziemlich minderwertig, deshalb ist es nicht so besonders brilliant gut geworden. Aber mein Bandeinfasserfüßchen tut einen guten Job, das weiß ich jetzt (insbesondere nachdem ich am Sonntag die gefühlten 200m Saum meines Petticoats eingefasst habe). Um das Muster nicht zu brechen habe ich statt des Bahnen-Rockteils einen halben Tellerrock mit Seitennahttaschen angesetzt. Das geht hervorragend und ich werde es bei folgenden Anna-Dresses wohl wieder so machen, spart es doch mindestens 3 Nähte (und das nehme ich als gute Nähschlampe natürlich gern mit).

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Das Kleid ist in der Taille etwas weit, ich habe den Eindruck, ich hatte an dem Tag, als ich es anprobierte ein recht großes Abendessen zu mir genommen, da passte es nämlich. Ich warte mal ab, ob ich das so ok finde, sonst ändere ich es halt nochmal, allzu kompliziert ist diese Änderung ja nicht. Das Rockteil ist ungefüttert. Ich rechne damit, das Kleid meist mit einem schlanken Petticoat, meinem doppelten Tüll-Teller (wie heute) oder zumindest einem Unterrock zu tragen, will es aber auch im Hochsommer tragen können und da wäre mir die dickere Baumwolle plus Futter zu warm.

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Auch in Kombi mit Strickjacke macht es sich gut und ich bin recht stolz auf die für mich sehr gelungene Verarbeitungsqualität. Ich weiß genau, das ist ein Lieblingskleid. Und noch mehr Lieblingskleidungsstücke gibt es auch heute wieder auf dem Me made Mittwoch-Blog zu sehen.

Me made Mittwoch: anNÄHerungskleid

Endlich endlich endlich, kann ich auch mein AnNÄHerungskleid zeigen. Es war ja in Bielefeld eigentlich bis auf die Knöpfe fertig geworden. Die Knöpfe hat Nina mir auch recht schnell geschickt (DANKE!!!), aber dann fehlte erst Zeit und Muße mir ihre Position zu überlegen und sie anzunähen und danach war ich krank und daher nicht dazu aufgelegt das Kleid zu tragen oder gar Fotos zu machen.
Am Montag war es endlich soweit und das anNÄHerungskleid durfte zum ersten Mal ins Büro:IMG_20150209_094409

Es handelt sich um Simplicity 2403, ein Kleid, das ich wirklich schon ewig nähen wollte. Der Schnitt, den man in Deutschland leider nicht kaufen kann, war schon vor langer Zeit als Leihgabe bei mir und ich hatte ihn auch kopiert, dann aber immer angesichts der recht zahlreichen (23!) Schnittteile immer wieder zur Seite gelegt. Da ich aber wusste, dass ich in Bielefeld würde konzentriert und am Stück daran arbeiten können und mindestens zwei Ratgeberinnen zugegen sein würden, die das ganze schonmal umgesetzt hatten, bot sich hier die passende Gelegenheit.

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Ich habe mich mit dem Kleid recht weit aus meiner Comfortzone begeben. Zunächst mal ist braun schonmal nicht meine Farbe. Mir steht nur exakt dieser eine Braunton, und der auch nur so okeish. Ich finde allerdings die Kombi braun-türkis sehr hübsch und wollte deshalb gern ein solches Kleid. Aber vermutlich greife ich nicht unbedingt zu diesem Kleid, wenn es unkompliziert und schnell gehen muss.

Auch ist der schmale Rock für mich vollkommen ungewohnt. Ich habe schmale Röcke bisher nur an Etuikleidern. Die weniger Bleistiftkleider und -röcke, die ich besitze trage ich eigentlich nur zu schicken Anlässen, als Verkleidung quasi. Richtig zuhause fühle ich mich darin nie. Es reizte mich, das ganze auszuprobieren (ich habe sogar in Bielefeld auch noch einen Bleistiftrock genäht) aber auch hier gilt: nichts, das mir natürlich in die Hand fiele, sollte ich ein typisches Kleidungsstück auswählen.

Nichtzuletzt ist der auffällige Kragen sicher nichts für jeden Tag, da muss man schon auch in der Laune sein, ein solches Kleid, das immer leicht nach Stewardessen-Uniform aussieht anzuziehen, find ich.

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Nun erstmal zum Kleid an sich: Ich habe einen braunen Stretchstoff gewählt, der bei – ich glaube – buttinette als „Hosenstretch“ verkauft wurde und im Angebot war. 97% Baumwolle, 3% Elasthan, das erschien mir bei einem engen Rock ratsam. Die Paspel ist Satinpaspel, als petrol bestellt, türkis bekommen, ein altbekanntes Problem. Aber gut, ich mag ja auch türkis. Der Stoff schnitt und nähte sich gut, fusselt nicht, lässt sich gut bügeln und hat eine angenehme Dicke für winterliche Baumwollkleider. Ich habe den Rock gefüttert, mit Resten vom Mantelfutter und das innere Taillenband und die Taschen – rebellisch wie immer – aus Punktestoff zugeschnitten. IMG_20150209_094352

Frau Drehumdiebolzeningenieurin hatte mich bereits gewarnt, dass das Oberteil eher knapp ausfällt und in der Tat habe ich die Oberteil-Stücke um ca. 2 cm weniger weit überlappen lassen, als vorgesehen – weswegen die doppelreihige Knöpfung auch nicht mehr hinhaute. Auch das Taillenband musste ich verlängern, und zudem – das hat mich in Bielefeld viel Arbeit gekostet – um die Hüfte ganz ordentlich die Nahtzugaben rauslassen. Zuhause habe ich dann festgestellt, dass bei meinen anderen engen Röcken die Hüftrundung einfach etwas weiter unten ist, als dieser Schnitt vorsieht.   Ich würde beim nächsten Mal wohl um die Brust und Hüfte eine Größe größer wählen als für den Rest. Den Rock habe ich um 2 cm verlängert und 2 cm weiter eingestellt. Die im Schnitt vorgesehenen Puffärmel habe ich durch Tulpenärmel ersetzt. Wie das geht hat Lotti mir geduldig erklärt. Danke! IMG_20150209_094605

Bei der Anpasserei habe ich übersehen, dass ich –  zur Hohlkreuzkorrektur – das hintere Taillenband zwar verschmälert, dies aber an der Reißverschlussseite nicht hatte auslaufen lassen. So treffen sich die Paspeln am Reißverschluss nun nicht so wirklich. Ich sag da dann jetzt Kunst dazu. Ich habe die Knöpfe einfach durch alle Stofflagen hindurch aufgenäht, öffnen würde ich sie – dank Reißverschluss – ja doch nie. Ich habe auch den Ausschnitt, um ungewünschte Einblicke zu vermeiden, mit der Hand etwas zugenäht.

Nach dem ersten Tag tragen kann ich recht sicher sagen, dass ich das Kleid zwar schon mag. Allerdings ist es sehr sehr ungewohnt. Der enge Rock kommt mit meinem weit ausholenden Gang nicht so gut zurecht, obwohl der Rock dank Stretch sehr bequem ist, bin ich befremdet, wenn das typische Rock-Schwingen fehlt. ich finde auch, dass die Falten im oberen Rock, die ihn von vorn sehr hübsch machen, in der Seitenansicht ein wenig am Bauch auftragen. Auch der Kragen, so schön er ist, verleitet mich etwas zum zuppeln und er liegt auch wirklich manchmal recht komisch. Dicker Pluspunkt sind natürlich die hübsch gelösten Taschen.

Ich besitze leider keine passende Strickjacke. Als ausgewiesen langsamste Strickerin der Welt war es mir bisher noch nicht möglich, eine türkise Strickjacke zu produzieren. Immerhin habe ich aber gleich zwei farblich exakt passende Schulterwärme-Dingse. Das eine davon, ein Schultertuch ist recht neu. Es handelt sich *tusch* um mein Sommer-Projekt 2014, das im Januar fertig wurde (ja, wirklich!). Ein Schultertuch, das aber ordentlich Substanz hat. Denn Lace-Stricken macht mich fertig, mit so dünnen Fädchen rumhampeln liegt mir nicht. Daher habe ich bei ravelry nach der Garnstärke gefiltert (Nadelstärke 4,5 – bei mir dann 4, ich stricke lose) und mir dann die einfachste Anleitung rausgesucht. Das war diese. Kuura. Ich bin sehr zufrieden, strickte sich gut und interessant, wurde wie erhofft und gefällt mir gut. So sieht das ganze dann aus:

 

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Heute tanzt Frau Exclamation Point beim Me made Mittwoch vor. Ihr Blog ist jetzt schon meine Entdeckung des Jahres!