Nähplausch im August

Ich nähe im Moment nicht sehr viel aber doch regelmäßig und dokumentiere, mangels guten Fotos und Zeit, viel zu wenig davon im Blog. Ich mache auch immer fleißig Pläne, die ich dann aber nicht umsetze. Um all diesen Problemen auf einen Schlag beizukommen, hab ich überlegt ab jetzt an einer für mich neuen Verlinkungsaktion teilzunehmen. Dank Muriel und ihrem Podcast nahtzugabe5cm habe ich nämlich den Nähplausch bei Fadenwechsel entdeckt. Und da plausche ich jetzt einfach mal mit, damit hier nicht nur noch Sonntagsbilder auftauchen.

Was hab ich in letzter Zeit fertig genäht?
Ich habe viel geändert, ehemalige Schwangerschaftsklamotten ent-umstandet, z.B. dieses Anna wurde jetzt ein Anna-NL6069-Hack.

Dann nähte ich ein bisschen was für die Kinder, dünne Sommerhosen nach dem Schnitt Dreamy und Hüte und Mützen für meine Kinder und andere Kinder nach dem Beanie-Schnitt von Lybstes und dem Sonnenhut Mats und Mathilda von Engelinchen. Kurze Hosen für den Mikromensch nach eigenem Schnitt. (So viel Hochsommerkleidung hatten wir fürs Baby nicht vom großen Geschwister.)

Und jüngst noch ein Maxikleid für mich aus einem Stoff, der an Pippa Middleton erinnert und einem Schnitt aus der Knip Juli 2013, das muss ich noch verbloggen.

Woran nähe ich gerade?
Ich nähe gerade zwei identische Röcke für zwei fünfjährige Mädchen, die beide mit dem Minimensch befreundet sind, sich aber untereinander nicht kennen. Ich mag beide sehr und wollte ihnen gern was schenken. Da beide große Bewunderinnen meiner selbst gemachten Kleidung sind, habe ich mich entschlossen ihnen Stufenröcke zu nähen. Dazu habe ich türkis-petrolige Stoffe im Ausverkauf des stoffbüros geordert und arbeite nach dem ‚Schnittmuster‘ und der Videoanleitung ‚Linda‘ von pattydoo. Der erste Rock in Gr. 128 ist schonmal fertig bis auf Saum.

Was plane ich?
Eigentlich brauche ich streng genommen nicht wirklich neue Kleidung, ich habe viele Kleider und Röcke und auch einige Shirts. Alles selbst genäht. Allerdings habe ich in letzter Zeit ein wenig aussortiert. Manche meiner älteren Röcke und Kleider sind nun 6-7 Jahre alt und waren einfach nicht mehr so schön oder ich hatte mich gründlich satt gesehen, bei anderen mag ich den Stil nicht mehr, oder bin mit Sitz oder Verarbeitung unzufrieden. Da sind jetzt ein paar Lücken, die per se nicht groß klaffen, aber die ich mal füllen könnte. Gleichzeitig kann ich das nutzen um etwas mehr Vielfalt in den Kleiderschrank zu bringen. Zum Beispiel mal einen neuen Rockschnitt probieren statt den gefühlt 20sten Tellerrock oder den 10ten Lotti-Rock. Sehr wichtig wäre mir da, mein Blusensortiment aufzustocken. Ich trage im Alltag oft Röcke, aber finde einfache Shirts latent etwas zu casual. Gleichzeitig hasse ich Hemdblusen aus tiefster Seele. Aber zum Glück gibt es ja alternativ andere Blusenschnitte. Konkret in Planung ist eine „Rita Blouse“ nach dem Schnitt von Gertie, erstmal aus grünem (!) Probestoff. Und eine Pam aus der La Maison Victor auch erstmal aus einem Reststück. Der Sieger darf sdann über eine zweite Version aus diesen absolut hinreißenden Ballerinas freuen.

Für die Kinder sind dann wohl leider mal wieder Puschen zu nähen. Der Mikromensch wächst auch schon wieder aus den Shirts raus… achseufz.

Außerdem steht mittelfristig noch ein geheim geheimes Geschenk an, das wird nochmal spannend. und wenn mir dann langweilig wird, kann ich wieder ändern. Meine beiden Blazer sind mir zu weit geworden, ebenso mein Softshellmantel, den ich noch nichtmal verbloggt hab, obwohl er schon fast ein Jahr alt ist…

Gab es Neu-Erwerbungen?
Aus dem Urlaub in Frankreich habe ich mir ein kleines bisschen Stoff mitgebracht:

Und dann hat ja das Stoffbüro Ende Juni leider geschlossen und da gabs für mich was im Ausverkauf, weil ich noch einen Gutschein hatte.

Mein Stoffschrank platzt im Moment aber echt aus allen Nähten, weil ich zu wenig zum nähen komme. Deshalb wird jetzt erstmal verarbeitet.

Und damit ist mein Nähplausch für heute auch erstmal aus.

Stillgarderobe: Das schlicht-edle Petrolkleid

Dieses Kleid hatte ich schon seit Monaten in Planung, aber dann kam solang was dazwischen, dass ich es jetzt erst Anfang Februar fertiggestellt und auf der Geburtstagsfeier der Drehumdiebolzeningenieurin erstmals getragen habe.

Der Schnitt ist aus der Knipmode 4/2016 und mein geschultes Auge erkannte gleich: das ist eine Abwandlung des Frau-Kirsche-Kleides (Knip 9/2011). Und zwar eine stilltaugliche Abwandlung, jucheee.

Als Stoff habe ich eine petrolfarbene Baumwollpopeline mit Stretch genommen, die ist von Fashion for Designers und ich hab die eigentlich für eine Bluse gekauft. Ich wollte aber ganz gern was aus dem Vorrat nehmen, und da alle winterfarbigen (sprich nicht-weißgrundigen) Baumwollstoffe, die ich fand Geschenke waren und ich die nicht für ein Experiment nehmen wollte, fiel die Wahl vollkommen untypisch auf einen einfarbigen Stoff. Entsprechend war der Zuschnitt Tetris für Fortgeschrittene, besonders da ich den Tellerrock des Frau-Kirsche-Kleides statt des schmaleren Rockes nehmen wollte. Auch die Wahl der Paspel Ton-in-Ton war vor allem dem Vorrat geschuldet. Eine Musterpaspel in petrol hatte ich nicht und eine Kontrastfarbe wollte ich nicht. Jetzt ist die Stoff-Paspel-Kombi ungewohnt schlicht für mich, aber gefällt mir in dieser edlen Anmutung sehr sehr gut.

So ganz direkt losnähen, wie gehofft, konnte ich nicht. Das Oberteil brauchte ein FBA und außerdem habe ich es seitlich in der Rundung an das Schnittteil des Frau-Kirsche-Kleides aus der Knip 9/2011 angepasst. Da schien mir das Schnittteil zu viel Stoff zu haben.  Die FBA-Mehrweite habe ich in den Falten untergebracht. Ich hätte, das sieht man auf den Fotos ganz gut, allerdings noch mehr in der Oberteillänge zugeben sollen. Da zieht die Brust etwas das Taillenband hoch.

Als ich das Kleid dann fast fertig anprobierte, stellte ich fest, dass es so gut sitzt, dass es auch  ohne Knopfleiste vorn nicht aufspringt. Und gleichzeitig sieht es ohne Knopfleiste viel weniger nach Kittel aus, als das Hemdblusenkleider üblicherweise tun. Kurzum beschloss ich, keine Knopfleiste zu nähen sondern nur innen einen kleinen Druckknopf anzubringen.

Im Endeffekt ist das Taillenband dieses Schnittes deutlich weniger gebogen als das des Frau-Kirsche-Kleides. Das werde ich bei einer nächsten Variante vielleicht noch mal ändern und das Taillenband des älteren Schnittes verwenden.

Sehr toll finde ich an dem Schnitt, dass er innen im Oberteil überall Belege vorsieht, dadurch sieht das Kleid auch von innen sehr schön aus.

Den Saum habe ich mit Schrägband verstürzt und dann von Hand umgenäht – wo es schon so edel aussah, wollte ich es dann nicht durch eine sichtbare Saumnaht entstellen.

Ich mag das Kleid sehr sehr und hoffe, dass ich es nach der Stillzeit entsprechend kleiner machen kann. Ich werde den Schnitt auch nochmal aus einem gemusterten Stoff nähen. Was ich allerdings erst fast am Ende sah und was sich mir überhaupt nicht erschließt: In der Anleitung steht, der Schnitt sei für Jersey. Aber er hat definitiv zu wenig negative ease um für Jersey zu sein, mit dem bisschen Stretch ist er super bequem aber auch aus nicht-stretchigem Stoff ginge er problemlos. Hmhmhm.

Die Geburtstagsbluse

Ja, also diese Bluse ist inzwischen nun doch schon über einen Monat alt. Genäht habe ich sie zu meinem Geburtstagskaffee im November. Ich trug sie aber auch an Weihnachten und diese Woche zu einem Diensttermin. Und heute komme ich endlich dazu, sie zu verbloggen.

Der Stoff dürfte denjenigen, die letztes Jahr bei der AnNÄHerung waren, bekannt vorkommen. Dort hat sich Frau Dreikah daraus ein Kleid genäht, das sie dann spontan zur Bluse kürzte und den Stoffrest auf den Tauschtisch legte. Ich sah mein Farbbeuteschema, griff zu und habe nun also ein Jahr später eine Partnerlookbluse.

Der Schnitt ist aus der Retro-Knip/Fashion-Style von 4/2016 und ich habe schon eine Kurzarmbluse nach dem Schnitt genäht, die leider ein Mottenloch bekommen hat, aaargh. Nun habe ich die Langarmversion probiert. Ich mag die Bluse sehr.

Allerdings habe ich nicht wie letztes Mal den Stehkragen selbst gebastelt, sondern das Schnittteil dafür genommen und nun ja, während mein selbst gebastelter Kragen etwas zu weit ist, ist dieser definitiv zu kurz gewesen. Ich musste die Ausschnittlinie einhalten und jetzt zieht sich die Schulterpartie hoch. Ich werde das mal für die nächste Wiederholung vermerken, denn ich werde sicher weitere Blusen nach dem Schnitt nähen, ich mag ihn sehr.

Ich habe außerdem im Rücken Abnäher hinzu gefügt, vorn die Falten leicht verlängert und die Bluse insgesamt 3 cm verlängert. Das könnte noch mehr sein, im Rockbund hält sie, aber aus der Hose rutscht sie raus.

Me made Mittwoch: Abschiedsrunde

Heute nur ein kleiner Beitrag mit einem Foto, das ich schnell auf dem Weg ins Büro heute morgen gemacht hab. Ich suche noch nach passenden Fotoplätzen.

 

wp-1475087961711.jpgIch trage dieses Kleid wohl heute zum letzten Mal. Es ist wunderschön, ich mag es sehr, ich bekam dafür schon Millionen Komplimente und es erinnert mich an Kollege J, der mir den Stoff schenkte. Leider ist es sehr ausgewaschen, hat überall solche weißen Waschstreifen und ist hier und da schon arg fadenscheinig. Heute war es ideal warm und wurde auch von den neuen Kolleginnen zahlreich komplimentiert. Ein gutes Kleid, schade, dass es geht.

Schnitt: „Frau-Kirsche-Kleid“ aus Knipmode 9/2011 (?) – nein, es gibt das Heft nicht mehr und den Schnitt auch sonst nirgendwo, es tut mir sehr leid.

Material: Waxprint aus Namibia, leider aus Polyester (und „echte“ Paspel aus Satinschrägband ohne Faden drin, wie die sachkundige Drehumdiebolzeningenieurin uns kürzlich lehrte)

Und nun schaue ich mal, was beim me made Mittwoch unter Claudias Führung heute so los war – ich komm ja zu nix gerade.

Me made Mittwoch: Vintage-Bluse

Gestern trug ich meine nagelneue und schon sehr geliebte Bluse:

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Es handelt sich um ein Modell aus der Vintage-Knip (4/2016). Das Titelmodell. Ich tue mich ja mit Blusen im allgemeinen schwer. Ich mag das Gewurschtel im Bund nicht, aber auch nicht, wenn sie drüber hängen. Hemdkrägen stehen mir sowieso nicht so und schnell finde ich die Optik zu bieder für mich. Ich fühle mich in Blusen auch immer direkt so eingesperrt und wenig wie ich selbst. Gleichzeitig würde ich wirklich gern auch mal andere Oberteile als schnöde Shirts tragen und suche deshalb schon lang nach zu mir passenden Blusenschnitten. Dieser sprang mir vor allem ins Auge, weil die Abnäherlösung dem Anna Dress ähnelt – und das ist ja bekanntermaßen einer meiner Alltimefavorites (die 4 Annas in meinem Schrank winken enthusiastisch an dieser Stelle). So ging ich beim gemeinsamen Stoffmarktbesuch im Mai mit Birgit, Freundin J. und Minimensch auf die Suche nach einem weich fallenden Blusenstoff und fand diesen hier, der wirklich wunderhübsch ist:

wp-1468383894320.jpgEs handelt sich um sehr schöne weiche Viskose, fällt toll, näht und vor allem schneidet sich eher bescheiden, wie Viskose halt so ist – zickig. Recht schnell begab ich mich auch daran den Schnitt zu kopieren. Dabei verzichtete ich sofort auf die Schluppe, da weiß ich direkt, dass so Gebammsel am Hals mich wahnsinnig macht und pauste stattdessen den Stehkragen einer Kaufbluse ab. Da ich sehr unsicher war, wie die weite Form mir gefällt, aber auch sehr sicher war, dass ich in dem dünnen Stoff nicht allzu viel würde trennen wollen, heftete ich die Teile erstmal zusammen ohne die Abnäher vorn und hinten zu nähen und steckte dann die zugesteppten Falten vorn direkt am Spiegel an die richtige Stelle. Sie sind bei mir deutlich weiter innen und etwas höher als im Schnitt vorgesehen. Hinten ließ ich mir von Freundin L. als sie eh gerade mal zur Stelle war normale Abnäher stecken, weil mir klar war, dass mir viel weite im Rücken garantiert nicht gefallen würde. Dann nähte ich das ganze ohne weitere Änderungen zusammen.

Das Foto von hinten ist leider nichts geworden, von der Seite sieht man aber, dass ich die Form hinten nicht so weit und blusig habe, wie der Schnitt es vorsieht, sondern eher klassisch – dennoch ist der Rücken nicht körpernah angepasst sondern immernoch locker.

Ich mag das Ergebnis sehr. Einige kleinere Probleme könnten für die nächste Version noch behoben werden: Den Halsausschnitt würde ich eine Spur mehr einhalten und somit den Kragen ein klein wenig kürzen, der steht nämlich etwas auf weil er eine Spur zu lang ist bzw mit zu wenig Spannung angenäht. Das eine Armloch ist weiter als das andere – das ist vermutlich beim Annähen des Schrägbandes passiert, der Viskosestoff verzieht sich einfach zu schnell, da würde ich nächstes Mal vorher eine Stütznaht setzen. Die Knopfleiste ist suboptimal geworden, zum allerersten Mal hat die Knopflochautomatik einen Stoff nicht gemocht und hat Stiche ausgelassen oder nicht transportiert, ich habe die Knopflöcher daher von Hand korrigiert und jetzt sehen sie insgesamt nicht ganz gut aus und sind z.T. auch einfach zu groß geraten. Ich würde vermutlich nächstes Mal beide Teile der Knopflochleistenseite, nicht nur den Beleg, mit Einlage versehen und hoffen, dass es dann besser klappt. Ich habe in der vorderen Mitte beidseitig 1,5cm zugegeben, da hätte 1cm vermutlich gereicht, das war es aber an Größenkorrektur auch schon.

Die Bluse passt gar wunderbar zu meinem burgundfarbenen Faltenrock und das erfreut mich zusätzlich, denn der hat sonst nur schwarze und graue Partner. Solang es kühl war, trug ich dazu noch eine petrolfarbene Strickjacke und das ist dann aber wirklich schon sehr bunt für meine sonst eher monochromen Verhältnisse…

Die Bluse hat im Heft noch eine langärmelige Schwester und das sind doch gute Aussichten für den Herbst. Jetzt muss ich dann nur mal ein Auge auf die bisher meist geschmähten anstrengenden Viskosestoffe haben… und was sehe ich da auf den Fotos der MMM-Crew am heutigen MeMadeMittwoch: Stoff mit SCHUHEN! Schade, dass ich in nächster Zeit wohl nicht nach Berlin komme, um ihn zu kaufen…

 

 

Me made Mittwoch: Kuscheldecke

 

IMG_20160203_093225909Geht es euch auch so, dass ihr es derzeit ausgesprochen ungemütlich findet? Ich jedenfalls hatte in den letzten Tagen oft, obwohl es ja eigentlich nicht kalt ist, das dringende Bedürfnis, mich sehr kuschelig einzupacken. Decke, warme Socken, Tee, Sofa. Bloß nicht raus in dieses nass-stürmische Grau des herbstesquen Winters. Gerade am Schreibtisch kroch mir da schonmal eine unangenehme Kälte in den Nacken. Igitt! Und so traf es sich gut, dass auf meiner #projektbrotundbutter-Abarbeitungsliste an nächster Position der Cardigan „Hope“ aus der La Maison Victor Sept-Okt 2015 stand. Der lag bereits seit Monaten zugeschnitten herum und wurde von mir in grandiosen 30 Minuten am Montagabend zusammengeoverlockt. Und stellte sich dann bei der ersten Anprobe als tragbare Kuscheldecke heraus. Tatsächlich hat das ganze mit einem Cardigan weniger Ähnlichkeit als mit einem komfortablen Schultertuch – nicht gerade meine ansonsten präferierte Silhouette aber momentan doch dann irgendwie genau richtig.

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Eigentlich sieht der Schnitt noch ein umlaufendes Bündchen und Ärmelbündchen vor – das würde vermutlich den Kuscheldecken-Eindruck etwas abmildern. Allerdings hatte ich dafür nicht genug von diesem wirklich tollen rauchlilanen Strickstoff von dem ich in irgendeiner Umnachtung nämlich nur 1,2m gekauft hatte. Ich habe ihn vor 2 Jahren im Alfatex-Winter-SSV erworben, da kaufte ich ca. 70m Stoff um mich für die Durststrecke nach der Elternzeit zu bevorraten, von denen ich heute noch zehre. Möglicherweise war er ein Reststück, konkrete Pläne hatte ich länger nicht. Für einen Nina-Cardigan reichte er nicht und so beschloss ich, es mal mit Hope zu versuchen. Ich musste bei der Armlänge etwas Kompromisse machen und Bündchen wären definitiv sowas von nicht mehr aus dem Stoff zu quetschen gewesen. Ich hatte dann zunächst Ärmelbündchen und Belege aus einem ebenfalls lilanen Crashjersey zugeschnitten, der auch schon länger lagerte. Als ich dann aber die großen Teile zusammengenäht hatte, fand ich die Farbe und pure Anmutung des ganzen so schön, dass ich einfach nur alle Kanten schmal umgeschlagen und abgesteppt habe.

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Aus den wirklich mickrigen Resten des Strickstoffs konnte ich noch genau Armstulpen zuschneiden, die ich nun bei Bedarf noch als zusätzliche Eskalationsstufe ergänzen kann, falls mir die halben Ärmel zu frostig sind.

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Sollte mir im Laufe des Tages warm genug sein – zum Beispiel nach adrenalingeladener Vorlesung – kann ich dann die Decke abwerfen und darunter versteckt sich ein weiteres #projektbrotundbutter-Teil, nämlich ein Shirt (!) im Paisleymuster (!), das blau, lila und türkis ist. Quasi quietschebunt also und kompatibel mit ca 50% meiner Röcke. Heureka. Der Jersey ist ein edler Markenjersey von Polytex aus Viskose, Baumwolle und Elasthan. Es handelte sich um ein Reststück von 63cm, das ich jetzt ein halbes Jahr lang jedes Mal aus der Restekiste meines lokalen Herzens-Stoffgeschäfts zog und ob des immernoch stolzen Preises zurücklegte. Für #projektbrotundbutter habe ich es dann jetzt doch gekauft und in ein Shirt vernäht. Der Schnitt ist Plaintain von Deer and Doe, allerdings nähe ich den stets abgewandelt: Ich nehme die Weite in der Hüfte und die Länge weg, das habe ich einfach von einem Kaufshirt, das gut saß abgenommen, auch das Armloch verkleinere ich leicht. Ich nähe 34 in den Schultern, 38 in der Brustweite und 36 an Ärmeln und Rücken. Aus Stoffmangel habe ich für dieses Shirt zudem die Arme etwas verschmälert und das Armloch weiter verkleinert, das ging weil der Stoff sehr dehnbar ist.

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Ich bin mit Shirt und Jacke sehr zufrieden und finde auch die für mich gewagte Kombi von drei (!) Farben durchaus stimmig. Vermutlich werde ich den Cardigan zuhause ständig tragen, weil er so schön flauschig ist. Unter dem Mantel ist er eher nicht ideal und zu weiten Röcken passt er auch nur mäßig – aber gut, was soll’s – hauptsachen warm!

Die wundervolle Karin zeigt heute meinen Liebling Anna in Lieblingsfarbe blau und mit einer Jacke, die im Gegensatz zu meiner kein unförmiger Sack ist. Wie schön!

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Der Vollständigkeit halber: Der Rock ist ein alter Bekannter. Der Blaurock, nach Knipmode 11/2012. Inzwischen mit neuem Bund und neuem Reißverschluss und ohne Bindeband.

Me made Mittwoch: Der anNÄHerungs-Blazer

Heute trage ich meinen neuen Blazer, den ich am Wochenende in Bielefeld genäht habe.
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Man muss vielleicht dazu sagen, dass ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt jemals tatsächlich ein Kostüm brauche. Ich besitze ein schwarzes Kostüm und einen grauen Blazer, die ich zu formellen Anlässen trage und die damit vollkommen ausreichend sind. Ein Blazer oder dann auch später ein Kostüm ist daher für mich eher eine Variante oder Spielerei um der Rock-Oberteil- und Kleid-Uniform noch etwas hinzuzufügen. Ich würde ein Kostüm daher auch eher wie ein Kleid tragen. Entsprechend ist mein Blazer auch aus einem eher unkomplizierten Stoff, einem robusten Baumwollstoff mit leicht flanelliger Rückseite in dunkelgrau mit schwarzem und dunkelrotem Webkaro. Das dunkelrote Karo ist aus einem Lurex-Faden und deshalb kaufte ich den Stoff vor ca. 2 Jahren, dieser dezente Glitzer gefiel mir auf Anhieb. Der Stoff ist von der Haptik etwa wie Jeansstoff, aber nicht Köper- sondern Leinwand-gewebt. Leider hat er in der ersten Wäsche eine enorme Menge Flusen auf sich selbst verteilt und auch ziemlich ausgeblutet, so dass er jetzt mehr ‚used‘ aussieht, als eigentlich meine Absicht war. Ich nehme ihn aber wie er ist- jetzt also in used.

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Der Schnitt ist auch schon seit 1,5 Jahren getestet und angepasst gewesen. Aber dann fehlte immer die Zeit ein solches Mammutprojekt anzugehen, vor allem weil ich die Taschen des Originalschnittmusters dringend abwandeln wollte und aber noch nie Paspeltaschen genäht hatte. Da fand ich natürlich auf der anNÄHerung fachkundige und nette Unterstützung, so dass ich nun perfekte Paspeltaschen habe. Ich bin sehr sehr stolz.
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Ich trage den Blazer heute mit einem alten Faltenrock aus sehr fester schwarzer Gabardine von H&M, weil ich natürlich noch Stoff aber noch keine Zeit hatte, einen passenden Rock zu nähen. Obwohl der Stoff grau mit schwarzem Karo ist, wirkt er neben dem schwarz recht blau. Ich werde wohl auch noch einen dunkelroten und einen grauen Rock nähen, so dass ich dann eine kleine Blazer-Entourage habe. Also irgendwann, wenn ich halt passend grauen und dunkelroten Stoff gefunden habe.

Der Rock ist übrigens der einzige Faltenrock der Welt, der mir gut steht. Alle Versuche einen schönen Faltenrock zu nähen sind bisher gescheitert, ich vermute, dieser lebt von der Kombi aus Keller- und anderen Falten sowie dem sehr festen Stoff. Irgendwann, eines schönen Tages, baue ich ihn aus einem Grundschnitt heraus nach.

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Praktischerweise habe ich vor ca. 4 Jahren einen Kragen im perfekten Dunkelrot gestrickt, der mir heute ganz hervorragende Dienste leistete und den ich – gemeinsam mit Stulpen – genau perfekt grungig zum etwas abgerockten Stil des Blazers fand.

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Die Rückenansicht offenbart: Ich könnte noch ein wenig an der Hohlkreuzkorrektur optimieren und ich habe vergessen, die Schulterpolster einzusetzen. Letzteres hole ich noch nach, bei ersterem bin ich noch etwas ratlos und werde mich wohl noch etwas weiterbilden müssen.

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Und nun noch eine kleine Flut von Detailfotos ohne schlechtes Bürolicht und auf dem Bügel:

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Der Schnitt ist aus der Knipmode 3/2011 und ich habe ihn schonmal zur Probe genäht und dabei die Änderungen identifiziert. Ich habe dieses Mal zusätzlich die Ärmel angepasst. Im Original sind weite Ärmel mit Manschette vorgesehen, ich hatte letztes Mal 3/4-Ärmel, dieses Mal habe ich daran gedacht, die Schnittteile entsprechend zu verlängern. Zusätzlich habe ich Falten in der Armbeuge gelegt, die dadurch eine gerundete Ärmelform geben, das macht die Ärmel unendlich bequemer als gerade Ärmel. Der Oberärmel ist 5cm länger als der Unterärmel und diese Mehrlänge steckt in den drei Falten. Das Prinzip habe ich von meinem Kaufblazer abgeguckt und dann mittels heften und probieren am Samstagvormittag nachgebaut.

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Außerdem habe ich Paspeltaschen und -knopflöcher genäht und die aufgesetzten Taschen aus dem Schnitt weggelassen. Die senkrechten Abnäher habe ich nach innen versetzt und deutlich verlängert, die Schultern verschmälert und die Ärmel verschmälert. In der Hüfte habe ich an der Seitennaht etwas zugegeben.

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Dieses Bild gibt die Farbe am besten wieder

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Ich bin sehr sehr zufrieden und freue mich schon auf die 1-4 Röcke dazu. Ich besitze sogar eine farblich sehr gut passende Jeans dazu (hört, hört!) und habe mich heute im Büro auch sehr gut angezogen und bequem gefühlt, besonders knautschig ist der Stoff auch nicht und ich werde den Blazer auch waschen. Er ist also tatsächlich auch ein Brot- und Butter-Teil geworden.

 

Dodo zeigt am heutigen MMM einen sehr schönen Mantel und ich habe schon zahlreiche andere anNÄHerungs-Produkte entdeckt!

 

Details:

Schnitt: Jasje 4, Knipmode 3/2011 (Danke Katharina und Sarah fürs leihen), Größe 40

Änderungen:

  • Ärmel verlängert, verschmälert, Bewegungsfalten zugegeben und keine Manschette angenäht.
  • Aufgesetzte Taschen durch Paspeltaschen ersetzt
  • Schultern schmäler, Abnäher nach innen versetzt und verlängert, Hüfte etwas rausgelassen
  • Futter komplett mit der Maschine verstürzt, Paspelknopflöcher genäht

Stoff und Material: Karierte feste Baumwolle von Alfatex (5,90/m), Futter von fashion for designers (Coupon, vermutlich teurer als der Oberstoff), Knöpfe aus dem lokalen Stoffladen, Gewebeeinlage

Me made Mittwoch: Projekt Brot und Butter 1

Letzte Woche bloggte ich am Mittwoch Gedanken zur sogenannten Übergangsgarderobe. Also den Arbeitstieren im Kleiderschrank. Wenig beachtet aber zuverlässig. Brot und Butter. Heute kann ich dazu direkt Ergebnisse zeigen, was bin ich strebsam.

Heute ist ein sehr typischer Tag aus dem Vereinbarkeitshamsterrad. Ich habe eine ganztägige Coachingveranstaltung von der ich im Vorhinein nicht weiß, wer und was mich da erwartet. Zeitgleich ist der Mann auf Dienstreise und die Anschlussbetreuung muss also jetzt direkt mal den Ernstfall decken. Ich brauche also Kleidung, die semiformell genug ist, dass ich in einer unbekannten Gruppe OK reinpasse. Die bequem genug ist, Morgenroutine und Kitarun in der Sonderschwierigkeitsstufe ‚allein‘ zu meistern und die am besten auch noch als Rüstung taugt gegen die latente Awkwardness auf solchen Postdoc-Karriere-Vernetzungsevents.

Fotos gibt es nur in Eile vorm Spiegel heute.

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Der Rock ist frisch genäht. Es handelt sich um ein weiteres Exemplar des „Wahlsonntagsrocks“ aus der Knip 2/2013(?). Ich habe festgestellt, dass ich meine beiden Exemplare dieses Schnittes sehr viel trage, obwohl ich die Rockform jetzt nicht soooo sehr mag. Also hat er sich für’s Brot-und-Butter-Nähen qualifiziert qua Erfolg im Alltag.

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Den Stoff (Foto unten) habe ich beim Bloggerinnentreffen in Bielefeld vom Tauschtisch genommen. Bunte Nadelstreifen auf einem schwarzen Mischgewebe. Ich vermute viel Kunstfaser und viel Elasthan. Der Rock ist also bequem und hoffentlich pflegeleicht.

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Ich bin so OK zufrieden. Der Stoff ist weicher als meine anderen beiden Varianten, was den Rock zu weit und etwas labberig macht. Ich habe ihn recht rabiat gekürzt, weil er im Original überknielang war. Jetzt denke ich, 1cm länger wäre besser.

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Hier nun noch der Stoff, vielleicht erkennt ihn ja eine wieder?
Natürlich fehlt es an pinken und türkisen Oberteilen dazu, aber wir wollen nicht so viel meckern.

Die wunder-bezaubernde Ella tanzt heute beim MMM vor und zwar in einem Traumstoff. Guckt mal dort vorbei!

Me made Mittwoch: Übergangsalltagskleidung

Heute morgen konnte ich in aller Ruhe vor dem Kleiderschrank stehen und mein Outfit aussuchen, weil Mann und Kind verreist sind – leider hat das nicht zu einem besonders ausgefallenen Outfit geführt. Denn, das muss ich mir leider eingestehen, ich habe ca. 5 tragbare Outfits für dieses Wetter. Mindestens 3 davon bestehen aus einem Tellerrock und einem Shirt. So weit so langweilig. Heute also der Blaurock:

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Katarina überlegte diese Woche zu Stilgedanken und der Alltagstauglichkeit ihrer Kleidung. Bereits im Frühjahr dachte z.B. Luzie über Übergangskleidung nach, Lucy sinnierte darüber schon 2014. Alles auch Sachen an denen ich immer wieder grübele. De facto besteht mein Kleiderschrank gut zur Hälfte aus heißgeliebten Nischenprodukten. Also flattriges Sommerkleidern, die nur an ganz heißen Tagen ohne formale Anforderungen getragen werden können, wundervollen Wollkleidern, die zu warm sind für alles außer Polarexpeditionen und Röcken und Kleidern, die zwar schön und aus schönen Stoffen, aber unpraktisch sind, weil sie empfindlich, hell oder eng sind. Der Kleiderbedarf hingegen bewegt sich sehr stark in Richtung meines heutigen Outfits:

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De facto ist etwa 8 Monate des Jahres, mindestens, eher 9-10, sogenannte „Übergangszeit“, oder wie ich es nenne Frübst. Also genau dieses fast-kalte latent zugige eher graue und feuchte Wetter wie heute. Schon lang nicht mehr Sommerkleidung und noch lang nicht dicke Wollkleidung, sondern eben die Zeit des Zwiebellooks, der Strickjacken, Halbstiefel und Mischgewebekleidung. Wo man sich der Tendenz nach mehrmals täglich falsch angezogen fühlt. Eine Zeit, die man bei der Kleidungsplanung gern übersieht. Weil sie nicht schön ist. Sie ist nicht flattrig-leicht wie der Sommer, nicht kuschlig-kariert wie der Winter. Sie besteht aus zusammengestückelten Garderobenfragmenten, die wir vernünftig aber selten ganz herzig-toll finden. Stattdessen denken wir ab März nur noch an den Sommer und ab September an den Winter. Zumindest mich frustriert das dann beim Anblick des Kleiderschrankes etwas. Ich habe gerade 10 Sommerkleider und 10 Sommerröcke eingemottet und es warten ebensoviele Winterkleider, die aber eigentlich selbst im Winter oft zu dick sind. Und dazwischen stehen nur einige Röcke und zunehmend löchrig-dünne Shirts und ungeliebte Feinstrickpullis. Dabei ist es die Übergangs- oder eigentlich Jahreshauptbekleidung, die die Hauptrolle in der Kleidungsrealität spielen sollte. Und auch könnte, wenn man sie nicht so stiefkindlich behandeln würde. Denn nichts ist schlecht an Outfits wie meinem heutigen. Es gefällt mir eigentlich, es ist ein echtes Arbeits-Allround-Belastungs-Tier und treu, sehr treu.

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Der Rock ist mittlerweile zwei Jahre alt, aber aus einem wirklich absolut perfekten Stoff, eine robuste Viskose-Poly-Wollmischung in Leinenoptik (von Alfatex), der etwas wärmt, etwas Stand hat, problemlos waschbar ist und sich auch nach 2 Jahren in very heavy rotation nicht abnutzt. Zudem hoch kombinationsfreudig weil uni und in einer Farbe zu der gut die Hälfte meiner Shirts passt. Die Rock-Oberteil-Strickjacke-Kombi hat außerdem den Riesenvorteil, dass man bei Kontamination durch Kinderhände, Sandkasten oder ÖPNV einzelne Teile der Garderobe austauschen kann und sich nicht komplett umziehen muss. Und auch wenn ich andere Rockformen wie seichte A-Linie, Tulpenform und auch Bleistiftröcke mag, auch an mir, so greife ich dann doch oft zum Tellerrock. Weit genug um jede Bewegung mitzumachen, hat Taschen, trägt sich gut zu Shirt und Strickjacke aber auch zum Blazer, man kann noch 1-2 wärmende Unterröcke drunterstecken, alle Kinder lieben Drehröcke und im Notfall taugt er auch als Picknickdecke. Klar ist so ein Outfit ein Kompromiss, natürlich nähe und trage ich von Herzen gern Kleider. Aber ich habe eben auch nicht den Nerv mich 2-3 Mal am Tag umzuziehen, ein Bürooutfit, ein Draußenoutfit, ein Zuhauseoutfit… das ist mir zu viel Aufwand und zu viel Wäsche obendrein. Und auch wenn ich z.B. heute problemlos ein empfindliches Etuikleid hätte anziehen können – es ist eben gut einfach zu einem bewährten Teil zu greifen und keine Eventualitäten bedenken zu müssen.

Das Shirt ist von meinem letztjährigen Weihnachtsoutfit, genäht nach dem Schnitt Plantain von Deer & Doe, der sich für mich bewährt hat, aus Baumwolljersey und leider schon etwas verblasst und fadenscheinig. Auch dank heavy rotation. Es ist allerhöchste Zeit mal eine kleine Shirts-Serie zu fabrizieren. Und wohl auch noch 2-3 Röcke. Denn als dieser Rock wegen kaputten Reißverschlusses längere Zeit in der Flick-Kiste lag (immerhin hat er dadurch jetzt endlich einen passenden Bund) vermisste ich ihn doch recht schmerzlich.

Ich verlinke diese Gedanken und mein Outfit heute beim MMM wo Lucy auch ein altbewährtes Stück Übergangsgarderobe zeigt.

Rock: Knipmode 11/2012, hier zuerst gezeigt, Stoff: alfatex, Gr. 38, Bund von Simplicity 2451

Oberteil: Deer & Doe Plantain, hier zuerst gezeigt, gekürzt und verschmälert in 36, Stoff: Baumwolljersey von stoffkontor.eu

Me made Mittwoch: Nicht-so-toll-Faltenrock

Pünktlich zum Temperatursturz ist der MMM aus der Sommerpause zurück und ich trage einen neuen Rock. Das trifft sich ja ganz gut. An der bescheidenen Menge von Fotos kann die geneigte Leserin aber schon ablesen: Zufrieden bin ich nicht.
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Der Rock hat eine etwas verworrene Entwicklungsgeschichte. Sie begann damit, dass ich mir rote Schnürschuhe bei Kleiderkreisel bestellte, die sich dann, als sie ankamen, als sehr schön und sehr himbeerrot herausstellten. Ich mag Himbeerrot. Aber ich hatte tatsächlich exakt kein passendes Kleidungsstück im Schrank. Also musste nun Kleidung für die neuen Schuhe her. (ja, ich habe auch NOCH ein Paar Himbeerschuhe bestellt.) Bei meinem Alfatex-Beutezug bei dem ich den Stoff für marrus gekauft habe, wanderte daher auch der Stoff dieses Rockes in meine Tüte mit dem Plan daraus einen Tellerrock zu nähen. Dann waren wir auf einer Hochzeit, zu der ich einen sehr geliebten schwarzen H&M-Faltenrock trug und ich beschloss, dass ich doch nochmal einen Faltenrock-Versuch machen sollte. Denn ich liebe das Aussehen von Faltenröcken. Ich mag nur die meisten davon so gar nicht an mir. Meine bisherigen Faltenröcke sind alle direkt nach Fertigstellung entsorgt worden, es klappte einfach nicht. Aber dieser eine Rock, der ist toll, sowas muss sich doch hinkriegen lassen. Er hat eine sehr ausgeklügelte Kombi aus Keller- und Andersrum (wie heißt das???)-Falten und Taschen im Faltenboden, der nach vorn verlegten Seitennaht. Dann fiel mir die Fashion Style April (?) in die Hände, darin dieser Schnitt. Und weil ja der Stoff, die Himbeerschuhe usw. da waren, beschloss ich, einfach noch mal einem Faltenrock-Schnitt eine Chance zu geben, bevor ich mir die Mühe mache, den geliebten Rock nachzukonstruieren. Dödöööö. Weitere Monate später war dann auch der Schnitt abgepaust, der Stoff gewaschen und ein Nähkränzchen angesetzt und ich nähte den Rock. Aufmerksame Leserinnen haben ihn schon in den Sonntagsfotos von vor 2 Wochen gefunden. Das nähen gelang nicht unbedingt reibungslos. Ich trennte jede Naht, zum Teil mehrfach, was aber nicht am Rock oder der Anleitung lag, sondern daran, dass ich nicht in die Anleitung schaute, dafür aber recht viel quatschte. Außerdem stimmten der Rock in meinem Kopf und der im Heft einfach nicht überein. So versuchte ich, den innenliegenden Bundbeleg oben als Bund anzunähen, weil ich einfach dachte, es müsse einen Bund geben, der aber gar nicht da ist. Und ähnliches. Am Ende war der Rock fertig, aber monster zu groß und vor allem fast knöchellang. Das hab ich bei der Knip manchmal, aber so krass noch nie. Ich kürzte als um 18 (!) cm und nähte ihn noch ordentlich enger so dass er eine tragbare Form erhielt. Aber mehr halt auch nicht.
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Er ist immernoch zu weit, sitzt für meinen Geschmack zu hüftig und ist deshalb auch wieder zu lang. Das bundlose Dasein finde ich auch höchst irritierend, dadurch dreht er sich beim gehen und ich muss das Shirt darübertragen. Und ich finde er hat auch viel zu wenig Falten und die springen genau an der breitesten Stelle meiner Hüfte auf. Hmpf. Das ist nicht, was ich mir wünsche. Aber ich hab auch nicht so viel Lust nochmal zu ändern, denn ich hab noch zwei Röcke zu flicken und sowas macht einfach keinen Spaß. Also trag ich ihn erstmal so. Ich hab aber auch kein Shirt, das richtig gut passt. Dieses ist eigentlich zu pink und trotzdem immernoch besser als alle anderen. Aber meine Motivation ein passendes Shirt zu nähen, hält sich auch in Grenzen. Ihr seht: Ich mag ihn nicht, den Faltenrock. Aber ich habe natürlich ein bisschen was darüber gelernt, wie ein Faltenrock sein sollte. Also probier ich es halt bald mal wieder… oder eben nicht.
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Einen Hinweis in eigener Sache möchte ich aber noch unterbringen: Ich habe gestern einen Post zur Aktion „Blogger für Flüchtlinge“ beigetragen, und weil der jetzt durch den MMM-Post im Blog nach unten rutscht, möchte ich ihn hier nochmal explizit verlinken, denn die Sache ist (mir) wichtig.

Und jetzt ein letzter Hauch vom Sommer bei MMM.