Lagebericht 13/2013

Danke für all die netten Kommetare und Nachfragen bzgl. meines Krankenhausaufenthalts. Es ist alles gut, wir waren prophylaktisch da und hoffen, dass es auch dabei bleibt. Allerdings hat es sich ergeben, dass dem Minimensch und mir Schonung und ein früherer Start des Mutterschutzes verordnet wurden. Deshalb sind hier jetzt erstmal alle Pläne, Sew-Alongs und sonstigen Aufgaben gecancelt. Wir leben ab heute in den Tag hinein und was ich dann halt nicht schaffe, das bleibt halt liegen. Für mich ziemlich schwierig, alles so liegen zu lassen, wenig strukturiert an den Tag ranzugehen. Da muss ich mich auch erstmal drin üben. Derzeit fühle ich mich noch etwas wie ein Fisch auf dem Trockenen so ohne Struktur und To-Do-Liste. Entsprechend habe ich die 15-Tage-Challenge abgebrochen. Da ich aber davor schon ein paar Aufgaben erledigt hatte, gibt es unter anderem bald nochmal bisschen Wolle im Flohmarktblog. Denn meine Strickprojektekiste brachte recht vieles zum Vorschein, das schon gänzlich in Vergessenheit geraten war.

Und zum Glück ist weder nähen noch stricken körperlich anstrengend, sondern, im Gegenteil, total entspannend – so dass ich hier jetzt auch nicht nur noch auf der Couch hängen und Privatfernsehen gucken muss. PUUUUH.

Weil dennoch meine sozialen Kontakte nun von jetzt auf gleich etwas eingeschränkt sind, habe ich was gemacht, wo ich schon länger mit liebäugle. Ich habe mir einen Twitter-Account zugelegt. Er ist bisher noch jungfräulich und ich fremdele erwas damit. Aber ich hoffe so auf Verminderung meines „von allem abgeschnitten“-Gefühls. Und bin gespannt. Also, ich jetzt auf twitter: @700sachen. Vielleicht schreib ich demnächst auch mal was 😉

Also hier die Lage auf Entspannung eingestellt. Sonne genießen, bisschen werkeln, mir was gutes tun, mittagsschlafen, solche Sachen. In der vergangenen Woche gabs folgendes:

Gewerkelt: Nur gestrickt. Vor allem kleine Sachen.

Garten: Die ersten Salatpflanzen sind draußen. Und auch Kräuter haben es schon auf die Fensterbank geschafft. Mangold ist im Anzuchtgewähshaus, ebenso wie Kürbis. Bald kommt die nächste Fuhre Salat nach draußen. Die Tomaten wohnen nach wie vor drinnen und gedeihen gut. Damit ist jetzt fast alles gesät und das Gartenjahr kommt in Fahrt.

Gekocht: Minestrone, Spaghetti Bolognese, viel Salat, Linsen-Lauch-Gratin.

Gelesen und gesehen: Die heute-Show vom Freitag. Rundum sehenswert, z.B. das hier. Dieser Artikel aus der Zeit bespricht den Umstand, dass Modedesigner, die sich um nachhaltige Kleidung bemühen recht wenig Beachtung hierfür finden, am Beispiel der Conscious Collection von H&M.

Lagebericht 12/2013

Letzte Woche musste der Lagebericht wegen Familienbesuch ausfallen. Allerdings hatte ich ja auch schon weitgehend alle Tätigkeiten der Karwoche in täglichen MuFuZi-Berichten festgehalten. Diese Woche waren wir die meiste Zeit unterwegs, Familie besuchen und ein Kurzurlaub im Mittelgebirge (und damit im Schnee -juchee). Trotzdem will ich wenigstens ein bisschen berichten und ausblicken. Gestern in zwei Wochen beginnt mein Mutterschutz. Ein merkwürdiges Gefühl… Die nächsten beiden Wochen werden daher wohl mit Büro ausräumen und Abschied nehmen gefüllt sein. Ich bin derzeit beruflich zwar ohnehin in einer Phase , die mir den vorübergehenden Abschied ziemlich leicht macht, ich denke auch nicht, dass ich zuhause nix mit mir anzufangen weiß und die Arbeit schrecklich vermissen werde. Trotzdem ist es ja nun so, dass ich am 1. April vor 6 Jahren dieses Büro bezogen habe und seitdem eigentlich die meiste Zeit recht gern hingegangen bin. Und dann ist die Uni ja auch ein bisschen wie ein Kindergarten, der Jahresrhythmus ist recht starr vorgegeben. Vorlesungszeit, Ferien, Vorlesungszeit, Ferien. Jedes Winter – bzw. Sommersemester wiederholt sich ein Jahr später erneut. Zwischendurch forschen, Konferenzdeadlines sind auch jedes Jahr zur gleichen Zeit. Das schafft ein schön bequemes Gefühl von Sicherheit. Und genau das empfinde ich im Hinblick auf das Elternsein nun gerade nicht. Da gibt es noch keine einzige Routine, nichts was immer so war. Alles neu und ungewohnt. Ein bisschen kann man da schon die Flatter bekommen. Zum Glück sind wir ja zu zweit und zumindest ich habe Hormone, die mich schön in falscher Sicherheit wiegen… Jedenfalls nun also noch zwei Wochen im Büro… Weil ich das auf- & umräumen sehr befreiend fand, hab ich mir ein Anschlussprogramm überlegt – eine 14-Tage-Challenge – für jeden Tag bis zum Beginn des Mutterschutz eine kleine Aufgabe. Mehr gibts morgen! Jetzt erstmal der Blick zurück: Wohnung und Haushalt hab ich ja schon ausführlich berichtet. MuFuZi und Abstellkammer sind geordnet und in neuen Glanz getaucht. Wobei die Abstellkammer noch ein wenig mehr Glanz bekommen wird, wenn wir Mitte April unseren neuen Keller beziehen können. Kulinarisches: Chili sin Carne, Fast Food, Linsensuppe und Lammbraten bei meinen Eltern (ja, Ostern gibts Ausnahmen), Grünkernbratlinge, Spaghetti Bolognese, Crepes, Frittata, Bechamelkartoffeln, Chili-Ofenkartoffeln mit Salat und überbackenem Feta, viele Ostereier und Rüblikuchen. Garten: Der Kübelgarten muss ja derzeit noch mit der Fensterbank vorlieb nehmen. Die Tomatenpflanzen waren schon so weit, aus der Aufzuchtstation in eigene Töpfe umzuziehen und haben nun Stellung am Südfenster bezogen. Nun werden sich bald Zucchini und Kürbis zu den Mini-Salatpflanzen im Gewächshaus gesellen. Mit Frau 101Dinge habe ich außerdem einen Saatgut-Tausch vereinbart, der mich noch in den Besitz von Zuckerschoten bringen wird… Handarbeiterei: Obwohl unterwegs war ich keinesfalls untätig. Ich habe Baby-Legs und zwei Mützen für den Minimensch gestrickt, außerdem ein wenig an meinem Cadence-Pulli. Genäht habe ich für mich ein dringend benötigtes Unterkleid, einen flutschigen Unterrock und eine Jeans-Umstands-Römö, die mich nicht recht glücklich macht. Ich mag Römö einfach nicht besonders, war aber auch unmotiviert, was mit 5 oder mehr Bahnen zu nähen, was ich nur einige Wochen tragen kann. Außerdem den Himmel und das Nestchen für das Bett des Minimenschen. Fotos davon kann ich allerdings erst zeigen, wenn das Bett mal steht, was noch etwas dauern wird. Nun steht ein Umstands-Anlasskleid dringend an. Ich bin noch vor der Geburt auf einer Hochzeit und einem 80sten Geburtstag eingeladen, da würd ich schon gern schick hin. Ein Taftstoff ist schon dagewesen und der Schnitt auch. Ich habe also hochmotiviert das Schnittquelle-Kleid Bridisi zugeschnitten, stecke jetzt aber fest, weil die erste Anprobe des Oberteils nicht sehr befriedigend war und der Stoff außerdem ungeplantermaßen nach Futter verlangt. Ich denke, dem Kleid werde ich in den nächsten Wochen eine kleine Serie widmen. Gelesen und gesehen hab ich auch noch so das eine oder andere. Unter anderem „Die Sopranistin“ von Jörg Tadeusz, Besprechung folgt, dann einen erschreckenden Artikel darüber wie fernab aller Transparenz hinter verschlossenen Türen über den Atomausstieg geschachert wird. Einen lesenswerten Kommentar in der Zeit zur Auswirkung der Akademisierung auf das duale Ausbildugssystem und die Hochschulen selbst und ein großartiges Essay im Merkur über PR und Außenwirkungskampagnen von Universitäten. Den Münchner Tatort am Ostermontag fand ich hochgradig deprimierend. So viele überflüssige Leichen… nee, nix für mich!

Lagebericht 8/2013

Das war ja nun wirklich wettertechnisch ein Lichtblick Anfang der Woche. Leider ist das heute schon wieder vorbei. Aber gut, machste nix, ne? Der Minimensch und ich haben diese Woche ein wenig über die richtige Schlafposition gestritten. Deshalb waren die Abende von Müdigkeit und wenig Aktionismus geprägt. Keine besonders produktive Woche also.

Das bisschen Haushalt: läuft. Die Wäscheberge schrumpfen. Ordnung ist hier im Moment sehr relativ, vor allem weil hier überall derzeit die freien Plätze von sowas hier besetzt sind:

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Und sowas:

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Wir horten gerade Regalteile und Kommoden- und Schrankelemente, wann immer sie gebraucht zu bekommen sind (und das ist selten genug). Über Ostern werden sie dann bei der Umgestaltung des MuFuZi ihren Auftritt haben. Dann sollen sie dazu beitragen, dass dort nix mehr lose oder in Pappkisten rumfliegt und sollen die Sachen des Minimenschen beherbergen. Der hat nämlich schon ganz schön viel Kram dafür, dass er noch gar nicht da ist… Bis dahin stehen allerdings sowohl die Regalteile als auch die Minimensch-Sachen irgendwie im Weg herum und sorgen dafür, dass nur Teile der Wohnung je ordentlich aussehen. Deshalb stockt auch das ausmisten etwas – lohnt irgendwie nicht, so kurz vorm erneuten räumen.

Kulinarisches: öhm wenig. Eingelegte Rote Beete mit Bratkartoffeln und Spiegelei, Nudeln, Falafeln, Rohkost.

Werkeln: diese Woche stark erschwert, weil das Nähzimmer seiner zweiten Aufgabe als Werkraum nachkommen musste. Da blieben die Maschinchen unter schützenden Hüllen. Die meiste Werkelzeit hab ich diese Woche mit dem umbügeln von knapp 7m Saum verbracht. Doppelt. Und abgesteppt. Auch doppelt. Gesegnet sei mein Zicken-freies Janome-Arbeitstier, das auch unter solch erschwerten Bedingungen noch schnell und zuverlässig gerade und regelmässige Nähte produziert.

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Nike riet am Sonntag richtig: eine Hängematte für den Minimensch wird es. Der langweiligste Part ist überstanden, mal schauen ob meine Konstruktionsgedanken aufgehen.

Ansonsten ist das erste Knäuel meines neuen Pullis weggestrickt. Manch eine mag sich fragen, warum ich im Frühjahr einen Herbstpulli anfange. Die Antwort ist einfach: Ich erwarte nicht, vor dem Herbst fertig zu sein, denn ich bin Weltmeisterin im langsam stricken.

Morgen ist Nähkränzchen. Da gibts dann auch mal wieder was für mich. Ein Jerseykleid. Vielleicht mit kurzen Ärmeln? Außerdem sollte ich mal einen weiteren Nicht-Wollrock fertig machen. Wird ja irgendwann Frühling, oder? Die neue Knip ist endlich da und ich finde sie grandios. Habe sogar den Plan für das erste Post-Bauch-Kleid nochmal übern Haufen geworfen!

Und sonst? Gelesen habe ich über Jan Müller, der genug hat. Und über Kinder, die nicht mehr Kinder sein dürfen. Und gesehen hab ich eine erschreckende Doku über Fukushima und das schlimme Katastrophen-Missmanagement. Und einen Bericht beim WDR darüber, wie viel Essen wir täglich wegwerfen und wie vermeidbar das wäre.

Unnötig zu sagen, dass die Revision meines Papers immernoch nicht fertig ist. Aber zumindest auf dem Wege. Ich schätze sogar schon auf der Schlussrunde.

Lagebericht 7/2013

Ja, Frühling, wo steckst du jetzt? Also ich geb alles, bisschen Kooperation wäre nicht verkehrt.

Das bisschen Haushalt: Diese Woche so leidlich gut erledigt. Kommt davon, wenn man den halben Samstag in Schnee und Eis auf dem Stoffmarkt rumhängt. Die Wäscheberge sind zumindest nicht gewachsen. Dafür musste ich Freitag morgen spontan die Spülmaschine reparieren. ÖRGS. Fenster putzen bei 0 Grad war EINFACH NICHT DRIN. Nein, alles hat Grenzen. Und auch das Ausmisten stockt. Weil nun erst die Schaffung neuen Stauraums notwendig ist. Und das wird erst gegen Ostern was. Apropos. Jemand zufällig ne Garage in Bochum zu vermieten? Das wär echt dufte. Da ja jetzt der Frühling praktisch schon da ist (nur noch etwas getarnt), verkünde ich das Fensterputzziel frohgemut erneut.

Garten: ja, wächst. Bisher noch keine weiteren Schritte notwendig.

Kulinarisches: Bratlinge, Potthucke, Linsensuppe, Nudeln bei Vapiano, Brotsalat, Griesklösschensuppe, ganz viel Hirsebrei.

Werkeln: Sternstunden der Woche. Ein rotes Kleid genäht, lästige Oberteile zugeschnitten, die letzten Quadrate für die Babydecke zugeschnitten, mehrere Schlafanzughosen um einen Gummizug kürzer und einen Jerseybund länger gemacht. Ich verfolge ja die Mission, dass der Minimensch Nähmaschinengeräusche so vertraut findet, dass er am liebsten nur im Nähzimmer schlafen möchte. Da muss man schon was für tun. Dann hab ich meinen Lace-Schal erstmal beiseite gelegt. Wie Lucy schon vor Wochen treffend feststellte, es ist befremdlich Nähgarn mit Baumstämmen zu verarbeiten. Ich bleibe dabei. Stattdessen einen roten Pullover begonnen und mich über die katastrophale Anleitung geärgert. Iiiih.

Gelesen: nicht viel. Kein Buch am Start, komischerweise auch noch keine Märzknip. Folglich vor allem Onlinenachrichten und Blogs. Ziemlich doof fand ich dabei, dass viele blogpost-Bloggerinnen zum Schutz vor massiver Bespammung die Möglichkeit abstellen „anonym“ zu kommentieren. Das macht das kommentieren auch für uns WordPress-User, trotz Open-ID, sehr beschwerlich, weil man nach Verfassen seines netten Kommentars in einem Login-Nirvana landet an dessen Ende der Kommentar futsch und die Nerven auch blank sind.

Und sonst? Die Arbeit war angefüllt von nervigem rund um die Klausurphase und eifriger Paper-Revisions-Prokrastination. Wenn ich eins wirklich absolut verabscheue, ist es, ein Paper umschreiben zu müssen, dass man seit einem Jahr nicht mehr in der Hand hatte. Aber die Zeit rennt, bald muss es weg, also muss ich da mal ran.
Ein paar gebrauchte Sachen für den Minimensch konnten wir günstig ergattern, so langsam braucht sein Kram mal einen Platz. Aber zum Thema Stauraum -Siehe oben. Nicht vor Ostern.

Die kommende Woche also nun doch endlich am Paper arbeiten. Und Oberteile nähen und die Fenster putzen. Und Sonne. Fest eingeplant! LOS!

Lagebericht 6/2013

Oh, das war eine gute Woche! Sie begann schon mit einem grandiosen Sonnen-Sonntag, der mich regelrecht beflügelte. Weder die Rückkehr des Schnees noch eine Müdigkeits-und Schlappattacke konnten deshalb am positiven Wochenresümee was ändern. Paper fertig (meins und das vom Herrn auch), andere Arbeitsbaustellen zumindest in Angriff genommen, ebay-Glück und die Aussicht auf ein schönes und langes Wochenende machen mich heute hoch zufrieden.

Ganz besonders gefreut hat mich diese Woche ganz viel Bloggedöns. Das Flohmarktblog sorgt nicht nur dafür, dass das ungeliebte Gerümpel auszieht und Luft zum atmen hinterlässt, nein, viel besser, es macht, dass ich ganz viele nette Mails von bisher vollkommen unbemerkten Leserinnen bekomme und eine sogar zur Live-Übergabe treffen konnte. Hach wie schön, mehr davon! Ich krieche sofort in die Abstellkammer und entrümpele weiter, Leserkontakt macht süchtig… Und dann habe ich so viele nette Kommentare zum Mittwochsoutfit bekommen. Da fühlt man sich gleich viel weniger wie ein Walross und mehr wie eine nur ganz leicht rundliche Elfe. Danke Mädels! Und ganz toll auch die vielen wohlwollenden, wohlüberlegten und meine eigene Einstellung bestätigenden Rückmeldungen zum Thema Mutti-Content. Ach hab ich tolle Leserinnen und ist unsere Ecke vom Internet nicht ein wundervoller Ort? Ich bin hoch begeistert von euch!

Und nein, das war noch nicht alles, ich hab NOCH mehr zu berichten:

Handarbeiten: Ein Paar Ufo-Socken für den Liebsten fertig gestrickt. Manchmal fragt man sich ja, warum man etwas derart lang (ca. 1 Jahr) vor sich her geschoben hat. In meinem Kopf waren noh 1/3 des ersten und 3/4 des zweiten Socken zu stricken, de facto waren es nur die beiden Spitzen, die in zwei morgendlichen Busfahrten locker zu schaffen waren. Und nun ist mein Ufo-Karma wieder vollkommen rein. Nichts nichts nichts mehr an Altlasten da! HAHAHA! Wenn das mal nicht ein vorzeitiger Frühjahrsputz ist. Außerdem habe ich einen Body genäht und ein Kleid angefangen, das mich schon beim nähen glücklich macht, denn es ist ROT, richtig kirschenrot, einfach toll. Und es sind wahre Stoffberge eingetroffen, alle für den Minimenschen, bzw. seine Hängematte. Ihr dürft gespannt sein, ich bin es jedenfalls.

Kochen: Wurzelgemüsesuppe, Nudelauflauf, Hirseauflauf, Salat mit gegrilltem Brot, Grünkernbällchen mit Ofenkartoffeln.

Garten: bzw. Fensterbank. Es geht looooohos. Tomaten und Chili sind ausgesät, Salat folgt Anfang März. Leben in der Bude. Yippie.

Medien: kein neues Buch gelesen. Dafür die Landlust (ja, echt!) – allerdings mit Befremden. Und viel viel online und in Blogs. Unter anderem, dass die FDP diese Woche in der Sonntagsfrage erstmals seit einem halben Jahr die 5% knackt. WIE KANN DAS SEIN? Was bewegt dieses Land zu derartigen Fehleinschätzungen? Dank Kollegin K., die mich extra per Sms aufmerksam machte, habe ich auch die 3sat-Themenwoche zur Nahrungsmittelindustrie entdeckt, und was es so gab in der mediathek angeguckt. Sehenswert und angenehm unaufgeregt.

Wo ich jetzt so einen Run hab, könnte der Frühling dann jetzt auch mal kommen, als Anerkennung meiner Leistung in Sachen Frühjahrsrambazamba oder so… käme mir sehr gelegen. Denn für die kommende Woche habe ich Fensterputzen geplant, und weitere Entrümpelung. Und die Fertigstellung des roten Kleides. (Und 5 Maschinen Wäsche … bah!) Aber zuallerallererst gehts am Samstagmorgen auf den ersten Stoffmarkt des Jahres, da wäre Sonne auch sehr nett. Und ich hab schon eine Liste gemacht *flöööt*…

Während ich diesen Post verfasse, befinde ich mich übrigens in den Fängen der Deutschen Bahn, die es bisher an keinem meiner auswärtigen freitäglichen Vorlesungstermine fertig gebracht hat, mich planmäßig zu befördern. Zum Glück bin ich einiges gewöhnt und habe schon vor langer Zeit den Linienplan von ganz NRW memorisiert, so kann ich immer noch eine getarnte Sbahn als letzte Ausweichmöglichkeit ausmachen OBWOHL alle diese Servicemenschen eifrig so tun, als wüssten sie von nix!

Lagebericht 5/2013 meets Gartenpläne

Puh, das war eine recht stressige Woche. Nur 4 Tage lang mit einer Klausuraufsicht ab 7 Uhr morgens und einer Vorlesung am Freitag, die erst Donnerstagabend fertig vorbereitet war. Aber: ich habe überlebt.

Allerdings unter Aufopferung der Wohnungsdisziplin und sämtlicher textiler Hobbies. Und zu essen gabs auch öfter nur Brot. Außerdem Spaghetti Bolo, Feldsalat mit Orange und Walnüssen und Spinat mit Bratkartoffeln und Spiegelei. Elaboriert ist anders – so ist das manchmal. Derzeit im Kühlschrank noch vorrätig: Licht und Senf. Da lohnt sich dann der Einkauf wenigstens.

Immerhin haben Kollegin Z. und ich ernsthaft Hoffnung, dass unser Paper vielleicht doch noch vor der Konferenz übernächste Woche fertig wird, das war keinesfalls immer klar. Und ich hab mich auch endlich aufgerafft, eine lang fällige Revision anzugehen. Manchmal muss man auch mal produktiv sein dürfen. Weil das ganze Nähkränzchen arbeitstechnisch leicht gestresst ist, musste unser Termin am kommenden Sonntag dran glauben. Mal schauen, ob ich mich auch allein vom Sofa aufraffen kann. Ich könnte aber auchmal versuchen, meine Vorlesung vor Donnerstag vorzubereiten. Birgt dann halt weniger Nervenkitzel.

Indes war ich im Geiste sehr produktiv und habe meinen Kübelgarten geplant. Eigentlich hatte ich gehofft, dass wir bald einen Balkon angebaut bekommen – aber derzeit sieht es nicht danach aus. Also habe ich nochmal umdisponiert.

Sehr gute Erfahrungen habe ich im letzten Jahr mit Salat auf den Außenfensterbänken gemacht. Das werde ich definitiv wieder machen. Aber mit mehr verschiedenen Sorten, glaub ich. Auch meine Erdbeerpflanzen sollen auf die Fensterbänke umziehen, dort ist mehr Sonne und Schutz vor Wind und mehr Platz zum ranken. Allerdings bin ich sehr skeptisch, ob sie viel tragen werden.

Einige meiner Zimmerpflanzen sind in eher beklagenswertem Zustand und ich hatte vor, sie durch neue zu ersetzen. Aber ich habe mir überlegt, dass Nutzpflanzen ja auch schön aussehen und mich über Gemüseanbau in der Wohnung schlau gemacht. Tomaten und Chili sollen diese Saison drinnen wachsen, ebenso wie Lauchzwiebeln. Da werde ich auch bald schon mit der Anzucht beginnen, genauso wie bei Radieschen und Rucola, die ja schon bald nach dem Frost nach draußen können.

Außerdem werde ich wohl erneut eine Kartoffeltonne ansetzen und es auch nochmal mit Zucchini probieren – in einem sehr viel größeren Topf mit Komposterde. Ob ich auch wieder Mangold ziehe, das entscheide ich dann, wenn es so weit ist, Priorität haben Salat und Tomaten. Bei den Tomaten werde ich mir eine mehrjährige Wildsorte mit kompakter Form suchen, die sollen am besten ganzjährig in der Wohnung zu ziehen sein.

Für die kommende Woche plane ich ein Jerseykleid zuzuschneiden, und ein paar langweilige Oberteile wären nötig. Außerdem Stoff aussortieren und im Flohmarkt einstellen.

Lagebericht 4/2013

Ich habe diese Woche einige interessante Artikel gelesen: Zunächst der Artikel des Spiegel zum desaströsen Zustand der deutschen Familienpolitik, der leider nicht vollständig online verfügbar ist. Dem Artikel nach kommen die Wissenschaftler  in dem vielzitierten aber nicht veröffentlichten Bericht zu dem Urteil, dass alle Instrumente der deutschen Familienpolitik irgendwo zwischen „wenig effektiv“ und „schädlich“ einzuordnen sind, sehr viel kosten und nichts bringen, sondern sich im Gegenteil in ihrer Wirkung gegenseitig aufheben. Besonders geht der Artikel mit der Orientierung der Familienpolitik an der Ehe anstatt der Familie hart ins Gericht. Zurecht.

Dann einen sehr guten Zeit-Artikel über die nicht-vorhandene Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem. Der Satz „»Wir sind eine Schule, die für die Lehre ausbildet, das war schon immer so«, sagt Frau Bäumler.“ Bringt für mich auf den Punkt, warum jede Schulreform nur eine Farce ist: Das Beharrungsvermögen von Lehrern aller Schulen, das System zu zementieren und gegen jede Neuerung zu verteidigen ist beinahe unendlich.

Außerdem lese ich nach wie vor an „Blasmusikpop“ und werde langsam traurig, dass es bald vorbei ist.

An der Handarbeitsfront habe ich spontan noch ein letztes Winterkleid genäht und dann aber wirklich die Nähecke aufgeräumt, damit der Frühling einziehen kann. Außerdem ein paar sehr kleine Kleidungsstücke zugeschnitten und natürlich weiter Lace gestrickt. Ohne große Freude, wie ich leider zugeben muss. Ich glaub ich fang lieber was aus dickerem Garn an…

Großer Erfolg an der Aufräumfront: das Dackkabuff erfolgreich ausgemistet, nur der Müll muss noch wegebracht werden. Aber dabei eine ganze Kiste Dekokram ausgemistet, die bald im Flohmarktblog auftauchen wird. Das Flohmarktblog zu eröffnen war auch ein wichtiger Erledigungspunkt. Als nächstes wartet -oh Graus- die Abstellkammer. Aber das muss nicht unbedingt nächste Woche sein. Denn die ist ja schließlich etwas kurz. Und am kommenden Sonntag ist schon wieder Nähkränzchen. Da muss ich mir ja auch erstmal Gedanken drum machen.

Zu essen gab’s Curry, Risotto, Nudeln mit Pesto, Spaghetti Carbonara, Feldsalat und bunten Salat. Ich habe das Winteressen langsam etwas über und sehne mich nach frischem Salat, Tomaten und Sommergemüse.

Auf der Arbeit musste ich mich noch etwas an die Vorlesungsfreie Zeit gewöhnen und meine Pläne für die nächsten Wochen sortieren. Pläne schmieden steht auch in der nächsten Woche hoch im Kurs, denn ich will einen Garten- und einen Wohnungsplan machen.

Fotos gibt es heute keine, die Internetanbindung ist zu schlecht…

Lagebericht 3/2013

Hier kommt wieder mein Rück- und Ausblick für diese Woche. Die vergangene Woche war meine letzte echte Vorlesungswoche. Jetzt habe ich zwar noch einen kleinen Lehrauftrag, aber meine regelmäßigen Veranstaltungen an der Uni sind beendet. Es ist ein komisches Gefühl, zu wissen, dass ich nun über 1 Jahr nicht lehren werde. Trotzdem bedeutet das aber auch Freiheit in der Wochen- & Tagesgestaltung für die nächsten 2 1/2 Monate. Das freut mich. So einige Sachen sind noch zu Ende zu bringen oder anzugehen, dafür ist nun mehr Raum. Was gabs sonst noch?

Das bisschen Haushalt: Klappt erstaunlich gut derzeit. Zumindest das Ordnung halten. Die großen Ordnungsprojekte schiebe ich weiterhin schön vor mir her. Aber so langsam werde ich kribbelig, es kann also nicht mehr lang dauern, bis ich diese auch angehe.

Textile Hobbies: Tatsächlich habe ich beim Nähkränzchen letzten Sonntag einen Cord-Rock genäht. Er knittert etwas und dehnt sich über den Tag ziemlich aus, trotzdem ist er insgesamt gelungen und wird noch ein weiteres Mal aus Jeans genäht werden. Auch das elende Jerseykleid hab ich endlich fertig. Es ist nicht besonders toll und irgendwie sehr bunt, aber ich sehe Potenzial für den Frühling. Und eine sehr winzige Hose hab ich auch noch genäht. Schnelles Erfolgserlebnis und so… stricken tu ich dafür nach wie vor sehr langsam, mal schauen, wann mein Laceschal fertig wird, 2015 oder so… Gestern wäre SWAP Zwischenbericht gewesen. Aber ich werde lieber demnächst schon meinen Abschlussbericht schreiben. Denn der Rest meiner Pläne ist nicht bauchkompatibel und muss bis nächstes Jahr warten. Eben hab ich ein letztes Strickkleid zugeschnitten. Das wird mein nächstes Projekt. Und dann muss ich erstmal zwei Auftragskissen fertignähen und die Nähecke aufräumen.

Kulinarisches: Schmorkohl mit Kartoffeln, Enchiladas, Pastinaken-Kartoffelsuppe, Feldsalat mit gegrilltem Brot, jede Menge Nüsse und ein bisschen viel Süßes

Sonst so? Ich lese gerade Blasmusikpop. Ein tolles Buch. Außerdem habe ich Mellenis Bericht von „Wir haben es satt“ zum dieswöchigen Veggieblogtag, Lottis sehr lesenswerten Post zu #aufschrei und einen ziemlichen Berg unerfreuliche Mails gelesen. Und mir angesichts des Februar-Deutschlandtrends ein wenig die Hände gerieben, mich aber auch gefragt, wie es sein kann, dass die Mehrheit der Befragten gleichzeitig finden, es sei Zeit für einen Regierungswechsel und Angela Merkel höchste Zufriedenheitswerte attestieren. Hm, vielleicht hat sie es einfach erfolgreich geschafft, alle davon zu überzeugen, dass sie rein gar nix mit dieser Regierung zu schaffen hat. Dieses kleine Video möchte ich wärmstens empfehlen, ein frappierender Blick auf unsere Ignoranz gegenüber den Produktionsumständen unserer Nahrung.

Heute hatte ich gleich mehrere Stofflieferungen, Schnittmuster, Nähzeitschriften und den Stoff&Stil-Katalog im Briefkasten. Frühling, ich wär dann so weit!

Kampf dem Chaos – geplant in den Herbst

Ich bin ja ein eher chaotischer Mensch. (An dieser Stelle beginnen meine Mutter und Schwester so heftig zu nicken, dass sie ein Schleudertrauma bekommen – verdient!) Ordnung halten fällt mir schwer und Ordnung schaffen müssen versetzt mich latent in Panik. Ich laste das zum Teil meinem fotographischen Gedächtnis an. Ich merke mir einfach ganz gut wo ich etwas zuletzt GESEHEN HAB aber deutlich weniger gut, wo etwas logischerweise hingehört. Jetzt ist es nicht so, dass ich Chaos mag. Ich mag es total wenn es ordentlich ist. Ich finde mich halt nur im Chaos ganz gut zurecht. Und natürlich fällt Herrn Siebenhundertsachen ohne fotographisches Gedächtnis das Zusammenleben mit meinem Chaos auch nicht ganz leicht. Komischerweise war ich trotz des äußeren Chaos immer eine sehr ordentliche Schülerin und Studentin, meine Unterlagen waren eigentlich immer sehr ordentlich und strukturiert. Das ist witzigerweise genauso aufs visuelle merken zurückzuführen, denke ich. Weil ich nun doch langsam aus der Pubertät rausbin, den Trotz abgelegt habe und mich selbst vielleicht reflektierter betrachte als früher, habe ich erkannt, dass ich zufriedener bin, wenn es ordentlich ist und dass ich das bewerkstelligen kann, indem ich das Prinzip ordentliche Studentin auf den Rest übertrage. Magischer Helfer hierbei: Das Whiteboard. Jeder sollte ein Whiteboard haben. Was auf einem Whiteboard steht sieht offiziell wichtig und zu bewältigen aus. Meine Diss wäre ohne Whiteboard nie fertig geworden. Weil ich in den nächsten Monaten vor vielen neuen und unbekannten Aufgaben stehe und gleichzeitig eine ganz tolle Forscherin sein muss, ist der September ein wichtiger Monat um alles schön ordentlich zu planen. Deshalb habe ich als erste Amtshandlung das mighty Whiteboard geputzt und befüllt.

Puh, alles gleich viiiiel weniger beängstigend. Ich kann das schaffen. Chacka.

Problem: es gibt zu wenige Whiteboards in meinem Leben. Ich bräuchte noch ein Haushalts-Whiteboard und ein Nähzimmer-Whiteboard und vielleicht noch eins für krude Ideen, die einem nachts kommen. Das unterbemittelte Substitut sind Notizbücher. Denen fehlt es aber leider an ermahnender, still-offizieller Ausstrahlung. Trotzdem fällt mir aber auh das aufräumen putzen etc. sehr viel leichter, wenn ich mir vorher einen Plan gemacht hab. Keine Liste, nein, einen akribischen Ablaufplan. Mit Zeitfenstern für jeden Task und Pufferzonen für Verpeilung . Problematisch ist es mit langfristigeren Plänen. Denn man kann halt das Notizbuch einfach zuklappen nie wieder reingucken und weiter vor sich hin chaotisieren. Dieser Gefahr möchte ich meine Nähpläne für den Herbst keinesfalls aussetzen. Deshalb habe ich sie schön brav in ein Notizbuch geschrieben und nutze jetzt euch, liebe Leser, um die mahnend-offizielle Funktion des Whiteboards und die nötige Öffentlichkeit zu schaffen.

Die Zeichen stehen diesen Herbst auf „Bürokleider“. Ich muss im nächsten Semester viele Vorlesungen halten, ich vertrete meinen Chef. Ein Teil davon sind so riesige Massenveranstaltungen vor mehreren hundert Menschen. Dafür brauche ich erwachsene Klamotten um mich moralisch zu unterstützen. Ich habe mir deshalb einige Röcke und Kleider mit schmaler Silhouette rausgesucht und denke an dünne, eher gedeckte Wollstoffe für die Umsetzung. Hinzu kommt ein Cocktailkleid für eine Hochzeit Anfang Oktober. Außerdem bräuchte ich eigentlich dringend eine lange und warme Weste zum Fahrradfahren. Hier überlege ich, ob ich mal die Jacke aus dem Buch „Passt!“ angehen soll. Bin aber noch unentschieden. Bisher sähe das Whiteboard also so aus:

Vor dem Rock aus der Knip (Nr. 20 – hier die Modellübersicht) habe ich mächtig Bammel. Ich habe den schon vor Urzeiten kopiert aber diese vielen Falten und das auf holländisch – das flößt mir Respekt ein.

Vogue 8787 habe ich leider noch nicht, es ist wohl noch auf dem Postweg aus den USA – ich probiere es jetzt mal in schick aus meergrünem Taft, aber wenn es sich gut nähen lässt, könnte ich mir auch eine Alltagsvariante vorstellen. Der Schnitt hat übrigens Taschen -Vielleicht sind Taschen in nem Cocktailkleid das worauf die Welt gewartet hat? Ich hab den Schnitt wegen des neckischen Wasserfalls ausgesucht und weil er recht hoch geschlossen und damit wohl eher herbst-hochzeits-tauglich ist. Und ansonsten fällt der Schnitt ja zu 100% in mein Beuteschema. Wenn auch nicht ganz in den „schlichte-Bürokleider-Plan“…

Der Rock (Nr. 21) aus der Sabrina Woman Herbst 2012 sieht super aus. Aber ich habe keine hohen Erwartungen an den Schnitt. Was in dieser Zeitschrift geboten wird ist meiner Erfahrung nach einfach bodenlos schlecht. Die meisten „Schnitte“ bestehen nur aus Rechtecken, die an einen Jerseybund genäht werden. Und oft sind auch noch 3-4 Modelle in Wirklichkeit gleich bis auf den Saum. Aber ich finde die Taschen und die Gehfalte süß und werde mich also mal an einer Version versuchen. Hier fehlt mir noch ein Stoff – aber der Stoff&Stil-Katalog ist ja schon da 😉

Simplicity 7275 und Jurk 17 aus der Knip 2/2012 sind erprobt und für gut gefunden, hier erwarte ich keine bösen Überraschungen. Und die Stoffe sind auch schon vorrätig. Wenn dann noch Luft ist, käme das Projekt Fahrrad-Weste dran. Hier fehlt mir aber Schnitt, Stoff, Futter und Erfahrung – also kein besonders guter Startpunkt. Aber jetzt erstmal ran an die Kataloge.

Und nun noch off-topic, quasi als outtakes: Was noch so an meinem Whiteboard hängt:

Lagebericht mit Rezept

So, die Talsohle scheint durchschritten zu sein. Heute habe ich erstmals für einen Spaziergang am Teich das Haus verlassen. Habe mich schon die ganze Woche geärgert, dass ich das gewittrige aber schöne Wetter verpasse. Ich beobachte übrigens mit großem Interesse, dass wir jedes Jahr zu genau dieser Zeit genau dieses Wetter haben. Ich weiß das sehr genau, denn wir hatten diese Woche Hochzeitstag. Und an unserer Hochzeit vor drei Jahren hatten wir kaum den Spaziergang um den See begonnen als ein Gewitter sondergleichen niederging. Beim abendlichen Besuch bei Bochum Total waren alle (außer uns) entsprechend völlig durchweicht. Damit nicht genug haben wir dann unseren ersten Hochzeitstag im Keller meiner Großeltern verbracht, wo das Unwetter, das niedergegangen war, das Wasser aus der Kanalisation die Abflüsse hochgedrückt und für eine einen Meter hohe Schlammlavine im gesamten Keller gesorgt hatte. Unser zweiter Hochzeitstag verlief zwar Katastrophen-frei aber ebenfalls mit unwetterartigen Gewitterschauern nach sehr heißem Tag. Auch dieses Jahr konnte ich vom Bett aus Gewitter und Graupelschauer beobachten. Das scheint also Anfang Juli fortan normal. Gut wohl, dass wir uns für die kirchliche Hochzeit einen Termin im August gesucht haben – es besteht also die Chance künftig wenn man den standesamtlichen Hochzeitstag mal wieder in einem vollgelaufenen Tunnel oder mit dem Eimer im Keller verbracht hat, zumindest am kirchlichen gutes Wetter zu bekommen. Aber ich komme vom Thema ab. Denn ich wollte von der Lage berichten.

Die Bakterien haben den Rückzug angetreten, ich sehe Land und hege ernsthafte Hoffnung am Montag ins Büro gehen zu können. Semesterendspurt. Heidiho. Natürlich hat sich in Sachen Projekte weder in der Genf-Woche noch in der krank-Woche viel getan. Meine Gemüsepflanzen machen mir derzeit etwas Sorgen. Sie mögen den Platzregen nicht so und brauchen außerdem Dünger. Ich habe jetzt welchen bestellt, denn wir trinken zu wenig Kaffee und Tee um allein daraus den Bedarf zu decken. Ich hoffe, dann wird es ihnen bald besser gehen. Mangold habe ich schon etwas geerntet, den wird es morgen geben, und Radieschen natürlich. Die Zucchini wollen nicht recht wachsen und die Kürbispflanze hat leider Läuse (aber auch sehr viele süße kleine Kürbisse). Hervorragend geht es meinem Pflücksalat, der nun unseren gesamten Salatbedarf deckt:

Und der auch die Basis für das angekündigte Rezept ist (unten).

Ich nähe derzeit an einem Kleid aus der Simplicity Meine Nähmode 2/2012 (bzw. New Look 6069), das schon vielfach in Blogs zu bewundern war. Es wird schön. Aber mein Fortschritt wäre mit Schneckentempo noch übertrieben schnell beschrieben. Was keinesfalls am Schnitt liegt, sondern an meiner entweder körperlichen oder geistigen Abwesenheit. Ich hoffe, ich kann es diese Woche fertigstellen, denn ich würde es zu gern in den Koffer für Berlin packen. Denn dahin gehts am Donnerstag. Wir besuchen eine Hochzeit und verbringen ein langes Wochenende dort. Ich freu mich und hoffe auf gutes Wetter, Zeit für einen Maybachufermarktbesuch und einen Flohmarktbesuch.

Ansonsten wird meine Freizeit nun doch langsam ziemlich von Hochzeitsvorbereitungen absorbiert. Wir hatten uns fest vorgenommen uns 1. nicht viel Stress zu machen und 2. alles ganz einfach zu halten. Eine dufte Party, kein Klimmbimm, auf die Kacke hauen ohne besondere Umstände. Es hängt aber nun halt doch einiges dran… und die Zeit ist knapper als geplant. Herr Siebenhundertsachen krank, jetzt ich krank, Schneider, Priester und Floristen unpassenderweise im Urlaub, …. Ich bewundere die Weitsicht mit der Miri ihr eigentlich kleines Fest plant. So umsichtig bin ich nicht. Langsam ist aber doch das meiste geschafft, Herr Siebenhundertsachen hat einen Anzug, das Kleid wird mit und mit angepasst, der Gottesdienst ist einigermaßen fertig, ich habe eine Deko im Kopf und (fast) alle Materialien dafür besorgt. Diese Woche wird das Menü ausgemacht. Wir haben also was an, wissen wann wir wie Ja sagen und kriegen nachher was zu trinken und zu essen. Ich denke damit sind die schlimmsten Ausfälle schonmal vermieden. Könnte nun noch passieren, dass die Sitzordnung oder die Deko nicht fertig wird, ich keinen Brautstrauß habe, die Kerze nicht ankommt und die Gäste den Weg nicht finden. Achja, sie könnten außerdem nicht wissen was sie singen sollen. Aber davon lass ich mich gaaaaar nicht stressen *räusper* Also nun zu tun in der nächsten Woche: Menü ausmachen, Blumen klarmachen, und auf der langen Zugfahrt nach Berlin: Wegbeschreibungsmail vorbereiten. Neben dem Kleid sollte das wohl reichen. Haushalt und Urlaubsplanung müssen bis nach der Hochzeit warten.

So und ich weiß, hier wurde recht wenig gekocht in letzter Zeit, zu meinem eigenen großen Unmut. Aber heute: Ein Rezept. Ein tolles! Unbedingt nachmachen, sommerlicher geht nicht!

Wassermelonen-Salat

  • Wassermelone
  • Grüner Salat (welchen man mag, ich hab Lollo Bionda Pflücksalat genommen)
  • Cocktailtomaten
  • Minze
  • Öl
  • Balsamico-Essig
  • Sojasoße
  • Cashews, geröstet und gesalzen

Ich finde Mengenangaben hier schwierig. Für mich allein hab ich ein großes Stück Melone, drei Tomaten und eine Handvoll Cashews genommen. Man kann das je nach Hunger und Anzahl der Personen raufskalieren und wenn’s zu wenig aussieht, einfach noch was von allem reinwerfen.

Salat waschen und zupfen. Tomaten grob würfeln und dazu geben, die Wassermelone in mundgerechte Würfel schneiden und auch dazu geben. Die Minze (pro Portion ein Stengel) fein hacken. Ein Dressing aus Öl, Balsamicoessig und Sojasoße anrühren, Zucker ist wegen der Melone nicht nötig, die Minze dazu geben. Das ganze über den Salat geben und 30 Min ziehen lassen (zwischendurch rühren). Dann die Cashews grob hacken und drüber streuen. Fertig. Braucht man nix dazu. Einfach eine Riesenportion machen und es saulecker finden!