Me made Mittwoch: Nicht so frühlingserwacht in Ceduna

Heute ist das Motto beim Me made Mittwoch „Frühlingserwachen“ und während mein Kleid mit seinem dünnen Viskosejersey und seinen 3/4-Ärmeln dazu ganz gut passt, hat das Wetter heute das Thema verfehlt.


Ich trage heute am ersten Tag im Büro nach 9 Tagen krank eine weitere Variante von Schnittstelle Ceduna. Der lila Jersey mit schwarzen Punkt-Kringeln ist von Coupons St. Pierre in Paris. Der Schnitt hat sich für mich für Schwangerschaft, Stillzeit und Bauchschrumpfungszeit bewährt und deshalb hab ich jetzt das dritte Ceduna.

Dem vorderen Rockteil habe ich 10cm Mehrweite spendiert, eigentlich fällt der Rock recht schmal.


Von der Seite sieht man die Kugel ein bisschen. In diesem Schnitt versteckt sie sich aber noch gut.


Für das Kleid und seine dunkelblaue Schwester habe ich schon viele Komplimente bekommen. Es trägt sich auch ganz gut unterm offenen Blazer und ist damit sehr Büro-tauglich.

Ich habe für das Kleid ca 1,30m verbraucht, obwohl ich das Rockteil verbreitert und verlängert hab. Aus den Resten des 1,50m Coupons wurden noch zwei Slips.

Und nun schau ich mich beim Me made Mittwoch um.

Me made Mittwoch: not Bread and Butter

Ich gebe zu, heute habe ich mein Outfit ausnahmsweise extra für den MMM angezogen. Es gibt heute überhaupt keinen Anlass derart schick ins Büro zu gehen und mir wäre eigentlich auch eher nach Wollkleid gewesen. Aber ich hab den Rock nach über 1 Jahr beendet, da muss ich jetzt durch. Das fotografieren war heute auch eher herausfordernd, das Licht und mein Handy wollten sich nicht recht einigen.

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Diesen Rock habe ich auf der AnNÄHerung 2014(!) angefangen. Auch kurz danach zuende genäht und beim ersten anziehen ging der Reißverschluss kaputt. Ich sage ja immer, ich hätte keine UFOs. Tatsache ist, dass ich zwar eigentlich alles zuende nähe oder sehr zeitnah wegschmeiße, aber dafür hüte ich den Inhalt der Flickkiste sehr sehr lang. In diesem Fall ist der Rock sogar in der Kiste mit umgezogen. Dafür war er übrigens erstaunlich unverknittert, als ich ihn am Sonntag rauszog und mit einem neuen Reißverschluss versah.

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Ich bin recht erstaunt, dass er gut passt, wiege ich doch locker 4kg mehr als vor einem Jahr. Aber der Stoff ist einfach sehr stretchig. Es handelt sich um Stretchgabardine von Alfatex und trotz hohen Polyanteils finde ich sie sehr angenehm. Gefüttert ist der Rock mit Wirkfutter.

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Ich weiß offen gestanden nicht, welcher Schnitt das ist. Er ist von Butterick, so viel ist aber sicher.

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Die Schößchen habe ich etwas verschmälert, sie waren doch recht wuchtig. Sonst nähte ich ihn nur etwas eingestellter, das mache ich immer bei schmalen Röcken. Durch die Teilungsnähte war er gut anzupassen.

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Ich bin ganz froh, dass er fertig ist, er trägt sich auch angenehm. Aber ich weiß, dass er überhaupt nicht in meinen Alltag passt. Schon der morgendliche Anziehkampf mit dem Minimensch inklusive Zusatzchallenge Schneehose war eine Herausforderung. Ich werde ihn zuhause sicher sofort ausziehen. Und dann vor allem auf Konferenzen tragen. Bleistiftröcke sind für mich einfach zu unpraktisch und ich hab auch nicht immer die Laune derart hohe Schuhe zu tragen. Also heute mal kein Brot und Butter-Projekt.
imageDieses für mich untypische Outfit verlinke ich heute beim Me made Mittwoch, dem wöchentlichen Treff der selbst benähten Damen.

Heimliches Shawl-Stricken

Bei Monika von wollixundstoffix gibt es seit Ende Januar einen Summer Shawl Knitalong, dessen Zeitplan mich schon beim lesen ganz atemlos macht. In nicht mal 6 Wochen ein Tuch stricken? No way.

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Dabei stricke ich mir schon gerade ein Tuch. Aber nunja, ich stricke daran seit Ende Juni. Und zwar legte ich es für einige kleinere Projekte mal zur Seite. Aber dennoch ist es aussichtslos, es bis Ende Februar fertig zu bekommen. Denn ich stricke gerade am 2. von 4-5 Knäuel. Immerhin habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, mehr zu stricken. Also genauer: mehr zu stricken statt im Internet Zeit zu vergeuden. Es bleibt allerdings das Problem der Strickgelegenheiten. Denn ich schaue eigentlich nie fern, nein auch keine Serien, nur selten mal einen Film. Und wenn wir einen Film schauen, dann bin ich immer dermaßen paralysiert, dass ich vergesse, dass in meiner Hand Strickzeug ist. Ich fahre auch leider leider kein ÖPNV mehr. Folglich stricke ich nur einzelne Reihen, wenn ich den Minimensch beim Spielen beaufsichtige und ab und an bei langen Autofahrten. Da ist das Fortkommen frustrierend langsam. Aber wo alle ihre tollen Tuchpläne zeigen, kann ich ja auch mal mein Tuch bzw. meine Stola zeigen:

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Es ist das Strickmuster Meandering Vines Shawl, von Susanna IC, das es bei ravelry gibt. Ich finde es wirklich sehr schön, vor allem auch, weil man es wohl auch mit dickeren Qualitäten stricken kann – oder so wie im Designbeispiel mit doppeltem Faden. Mir ist ja Lace sonst zu fimpschig. Ich hatte das Muster schonmal aus Drops Lace angestrickt, fand es dann aber viel zu mühsam und hatte für mich mit Lace-Stricken schon abgeschlossen. Dann kam ich irgendwann auf die Idee, es mit Drops Alpaka und einer etwas dünneren Nadel (3,25 statt 4) nochmal zu probieren. Das erste halbe Knäuel verstrickte ich auf dem Hin- und Rückflug nach Melbourne letztes Jahr im Juni. Dann beendete ich zwei Strickufos im Sommerurlaub, strickte zwei Paar Socken und bis Sonntag ein Paar Puschen (bah!) und begebe mich nun erneut an die Stola, die seitdem immer mal wieder mit auf lange Autofahren ging. Leider vergesse ich durch die langen Unterbrechungen das im Prinzip recht simple Muster schnell wieder und finde mich immer nur mühsam ein. Ich bin aber nun entschlossen, die Stola zu Ende zu stricken. Wann allerdings „zu Ende“ ist, finde ich noch etwas schwer festzulegen. Ich hätte 250g Wolle und nach den ersten 50g dachte ich „oh, das ist kurz“ nun bin ich bei etwa 80g angelangt und denke, dass nach Spannen schon etwa die Hälfte einer guten Stola-Länge erreicht sein wird. Folglich peile ich mal 150-200g an und sage mir, dass ich jetzt schon die Hälfte geschafft hab (ist ja auch psychologisch schlau).

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Das Muster strickt sich übrigens gut und wird, glaub ich, auch ganz schön werden. Es ist eine gute Mischung aus komplex und gut auswendig zu lernen und ich finde die Beispiele auf Ravelry z.T. sehr schön.

Und wenn ich dann fertig bin, stricke ich mir endlich ein Tuch in Bananenform – die Form scheint mir nämlich total super zu tragen. Aber sicher nicht von Stephen West. Sondern zarter und weniger kraus rechts und weniger bunt.

Me made Mittwoch: Kuscheldecke

 

IMG_20160203_093225909Geht es euch auch so, dass ihr es derzeit ausgesprochen ungemütlich findet? Ich jedenfalls hatte in den letzten Tagen oft, obwohl es ja eigentlich nicht kalt ist, das dringende Bedürfnis, mich sehr kuschelig einzupacken. Decke, warme Socken, Tee, Sofa. Bloß nicht raus in dieses nass-stürmische Grau des herbstesquen Winters. Gerade am Schreibtisch kroch mir da schonmal eine unangenehme Kälte in den Nacken. Igitt! Und so traf es sich gut, dass auf meiner #projektbrotundbutter-Abarbeitungsliste an nächster Position der Cardigan „Hope“ aus der La Maison Victor Sept-Okt 2015 stand. Der lag bereits seit Monaten zugeschnitten herum und wurde von mir in grandiosen 30 Minuten am Montagabend zusammengeoverlockt. Und stellte sich dann bei der ersten Anprobe als tragbare Kuscheldecke heraus. Tatsächlich hat das ganze mit einem Cardigan weniger Ähnlichkeit als mit einem komfortablen Schultertuch – nicht gerade meine ansonsten präferierte Silhouette aber momentan doch dann irgendwie genau richtig.

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Eigentlich sieht der Schnitt noch ein umlaufendes Bündchen und Ärmelbündchen vor – das würde vermutlich den Kuscheldecken-Eindruck etwas abmildern. Allerdings hatte ich dafür nicht genug von diesem wirklich tollen rauchlilanen Strickstoff von dem ich in irgendeiner Umnachtung nämlich nur 1,2m gekauft hatte. Ich habe ihn vor 2 Jahren im Alfatex-Winter-SSV erworben, da kaufte ich ca. 70m Stoff um mich für die Durststrecke nach der Elternzeit zu bevorraten, von denen ich heute noch zehre. Möglicherweise war er ein Reststück, konkrete Pläne hatte ich länger nicht. Für einen Nina-Cardigan reichte er nicht und so beschloss ich, es mal mit Hope zu versuchen. Ich musste bei der Armlänge etwas Kompromisse machen und Bündchen wären definitiv sowas von nicht mehr aus dem Stoff zu quetschen gewesen. Ich hatte dann zunächst Ärmelbündchen und Belege aus einem ebenfalls lilanen Crashjersey zugeschnitten, der auch schon länger lagerte. Als ich dann aber die großen Teile zusammengenäht hatte, fand ich die Farbe und pure Anmutung des ganzen so schön, dass ich einfach nur alle Kanten schmal umgeschlagen und abgesteppt habe.

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Aus den wirklich mickrigen Resten des Strickstoffs konnte ich noch genau Armstulpen zuschneiden, die ich nun bei Bedarf noch als zusätzliche Eskalationsstufe ergänzen kann, falls mir die halben Ärmel zu frostig sind.

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Sollte mir im Laufe des Tages warm genug sein – zum Beispiel nach adrenalingeladener Vorlesung – kann ich dann die Decke abwerfen und darunter versteckt sich ein weiteres #projektbrotundbutter-Teil, nämlich ein Shirt (!) im Paisleymuster (!), das blau, lila und türkis ist. Quasi quietschebunt also und kompatibel mit ca 50% meiner Röcke. Heureka. Der Jersey ist ein edler Markenjersey von Polytex aus Viskose, Baumwolle und Elasthan. Es handelte sich um ein Reststück von 63cm, das ich jetzt ein halbes Jahr lang jedes Mal aus der Restekiste meines lokalen Herzens-Stoffgeschäfts zog und ob des immernoch stolzen Preises zurücklegte. Für #projektbrotundbutter habe ich es dann jetzt doch gekauft und in ein Shirt vernäht. Der Schnitt ist Plaintain von Deer and Doe, allerdings nähe ich den stets abgewandelt: Ich nehme die Weite in der Hüfte und die Länge weg, das habe ich einfach von einem Kaufshirt, das gut saß abgenommen, auch das Armloch verkleinere ich leicht. Ich nähe 34 in den Schultern, 38 in der Brustweite und 36 an Ärmeln und Rücken. Aus Stoffmangel habe ich für dieses Shirt zudem die Arme etwas verschmälert und das Armloch weiter verkleinert, das ging weil der Stoff sehr dehnbar ist.

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Ich bin mit Shirt und Jacke sehr zufrieden und finde auch die für mich gewagte Kombi von drei (!) Farben durchaus stimmig. Vermutlich werde ich den Cardigan zuhause ständig tragen, weil er so schön flauschig ist. Unter dem Mantel ist er eher nicht ideal und zu weiten Röcken passt er auch nur mäßig – aber gut, was soll’s – hauptsachen warm!

Die wundervolle Karin zeigt heute meinen Liebling Anna in Lieblingsfarbe blau und mit einer Jacke, die im Gegensatz zu meiner kein unförmiger Sack ist. Wie schön!

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Der Vollständigkeit halber: Der Rock ist ein alter Bekannter. Der Blaurock, nach Knipmode 11/2012. Inzwischen mit neuem Bund und neuem Reißverschluss und ohne Bindeband.

Me made Mittwoch: Murkskleid No 1

Hallo ihr Lieben! Ein schöner Gruß aus Melbourne.
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Während ihr alle noch seelig schlaft, arbeite ich hier schon fleißig bzw. bemühe ich mich, in Vorträgen nicht einzuschlafen. Gestern angekommen bin ich noch ein wenig gejetlagged. Nachdem man in Deutschland ja vor ca. 2 Wochen die Stiefeletten erstmals im Schrank lassen konnte, bin ich nun wieder im gewohnten deutschen Frühlingherbstwetter also bei ca. 12 Grad und Wolken. Deshalb habe ich mich in den Hintern getreten ein schon länger fast fertiges, eher wenig perfektes Kleid fertigzunähen, das ich eigentlich bis Herbst in der Ufo-Kiste ignorieren wollte. Twitterern ist dieses Kleid als das Murkskleid Nummer 1 bekannt und es ist Teil meiner „Big4-Failure-Reihe“. Es handelt sich um das 100fach geliebte Lemming- oder Tinakleid, B5061. Das Kleid ist aus einer wunderwundervollen Viskose-Woll-Feingabardine von alfatex in einem traumhaften dunkellila (das auf Fotos Dreckbraun aussieht.) Den Stoff streichelte ich nun über ein Jahr, den Schnitt bewunderte ich auch schon ewig. Zugeschnitten hatte ich noch vor dem Umzug, genäht kurz danach. Und nunja. Dann war es doof und bedarf eigentlich einiger Änderungen, weswegen ich es kurz vor dem Säumen einfach weglegte und ein weiteres Murkskleid begann (selbst schuld. Karma. I know.)
Nun. jetzt hab ich es gesäumt und in den Koffer gepackt. Der Stoff ist angenehm knitterarm, ideal für Reisebekleidung und die langen Ärmel sind kuschelig um vor dummer Klimaanlagenluft zu schützen.
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Die Fotos aus dem Hotelzimmer sind leider katastrophal beleuchtet und draußen Fotos machen hab ich nicht geschafft, denn wir waren evtl ein wenig spät dran (lies: „hatten die Begrüßung bereits verpasst und wussten nicht wohin wir müssen“)
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Nun. Was ist nun Murks an dem Kleid?

Es ist über der Brust und unter der Brust, im Rücken und um die Taille zu weit. Die Taille sitzt nicht ganz richtig. Der Rock ist nur knapp lang genug, weil ich nur einen Rollsaum gemacht hab. Und wenn ich die Arme hebe, rutscht das gesamte Kleid bis zu den Ohrläppchen hoch. Kurz: nicht mein Schnitt. Ich müsste eine kleinere Größe wählen, ein FBA machen. Dann wäre aber immer noch die Kräuselung über- und unter der Brust nicht ideal für meine Figur. Ich bin inzwischen sicher, dass Schnitt mit Kräuselungen einfach nicht so gut für mich sind, oder vielleicht fehlt mir nur die Fähigkeit, sie ordentlich umzusetzen. Ich bin da etwas frustriert.
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Aber mit Gürtel und einem weniger perfektionistischen Blick, ist es ein akzeptables Konferenz-Kleid, dee Stoff trägt sich geradezu traumhaft, ich hätte den ganzen Ballen aufkaufen sollen, und ich werde es wohl doch nochmal auftrennen und die Taille anpassen. Und dann bügele ich auch den Saum *räusper*. Im Herbst dann.

Viel sommerlichere Kleidung gibt es (in ein paar Stunden) beim Me made Mittwoch zu sehen. Ich winke aus der Ferne!