5 auf einen Streich

Mir fällt auf, dass hier bis auf Sonntagssüßes länger nix gekocht wurde. Zum Glück hab ich jetzt einiges an Rezept-Repertoire von den Partyvorbereitungen am Samstag. Beginnen wir also den Rezeptreigen mit einer kleinen Kollektion Aufstriche: zweimal Feta-Creme, einmal Lachscreme, Tomatenbutter und eine Rote Linsencreme

Feta-Creme:

zunächst als Basis für beide Cremes 1 Paket Frischkäse und 1 Päckchen Feta mit 2EL Olivenöl pürieren. Dann die Masse teilen.

Variante a)

1-2 EL Oliven, 1 Knoblauchzehe und 1 TL Provence-Kräuter mit in den Mixer geben und alles gut durchpürieren.

Variante b)

1 TL Tomatenmark, 1 Chilischote, Pfeffer und rosenscharfes Paprika-Pulver mit in den Mixer geben und ebenfalls gut durchpürieren.

Jeweils ggf. mit Salz abschmecken (hängt von der Salzigkeit des Feta ab).

 

Lachscreme:

1 Paket Räucherlachs fein hacken, 1 Bund Dill fein zupfen oder hacken. Mit 1 Paket Frischkäse, Saft von 1/2-1 Zitrone und Pfeffer vermengen.

 

Linsenpaste:

100g rote Linsen mit der doppelten Menge Gemüsebrühe aufkochen und dann weich ziehen lassen.

Eine kleine Zwiebel fein hacken

Die weichen Linsen mit der Zwiebel und 30-50g Butter (je nach gewünschter Cremigkeit) und 1 EL Tomatenmark pürieren.

Würzen mit Salz, Pfeffer, rosenscharfem Paprikapulver und indischem Curry.

 

Tomatenbutter:

5-8 getrocknete Tomaten in Öl sehr fein hacken oder im Mixer klein machen. Mit 100g weicher Butter, 1 TL Tomatenmark, 1 TL Basilikum und 1 MS Oregano vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

 

Ausprobiert und für gut befunden: Kürbis-Rucola-Salat

Letzte Woche stellte Helmut Gote auf WDR 2 Kürbis-Rucola-Salat vor. Das klang für mich zunächst eher merkwürdig: „Kann man Kürbis überhaupt roh essen? Ist der nicht vielleicht giftig?“ Naja, Zucchini kann man ja auch roh essen (auch wenn das die meisten Leute auch anzweifeln), also hab ich es neugierig und von den kritischen Essens-Blicken meines Mannes vorübergehend entbunden mal ausprobiert. Die Version von Helmut Gote fand ich dann doch sehr puristisch, aber etwas gepimpt schmeckt das ganze in der Tat sehr lecker!

Man braucht (für 2-3 Personen):

  • Kürbis (ich habe einen halben Butternut-Kürbis genommen, im Original wird Hokkaido verwendet)
  • 1/2 Paket Rucola
  • Saft von 1 Zitrone
  • ca. 4 EL Olivenöl
  • 1 EL Rosinen
  • 1 EL Pinienkerne
  • 1 TL Schwarzkümmel
  • 1 MS Curry
  • etwas Balsamico-Essig nach Geschmack
  • Salz, Pfeffer

Und los gehts:

  • Den Kürbis ggf. schälen und in sehr dünne Scheiben hobeln. Die Scheiben, die meine Kitchen Aid, auf die ich sonst nichts kommen lasse, gemacht hat, waren eher noch zu grob. Ich denke Armschmalz und ein Gurkenhobel machen einen besseren Job.
  • Den Kürbis in kochendem, gesalzenem Wasser eine Minute lang blanchieren. Gut abtropfen lassen.
  • Dann den Zitronensaft und das Olivenöl gut verrühren und den Kürbis damit marinieren, salzen und pfeffern.
  • Min. 8 Stunden, besser über Nacht durchziehen lassen.
  • Schlafen, aufstehen, an der Diss (oder was anderem) arbeiten und nach getanem Tagwerk: den Rucola waschen und ggf. die Stiele abzupfen. Zusammen mit den Rosinen unter den Kürbis rühren.
  • Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten und auch noch drunter.
  • Mit Schwarzkümmel, Curry, Salz, Pfeffer und Balsamico abschmecken.
  • Vergnügt und mit zufriedenem Gesundheitsgewissen verspeisen.

Erstaunlicherweise schmeckt Kürbis roh total knackig und gar nicht mehlig. Ein bisschen wie eine Mischung aus Möhre und unreifer Mango. Edit: Ich empfehle Butternut oder Muskat-Kürbis, die sind im rohen Zustand aromatischer als Hokkaido, dessen Stärke wohl vor allem in der einfachen Verarbeitung liegt.

Das gute ist: Der marinierte Kürbis hält auch locker noch ne Nacht im Kühlschrank durch und man kann das ganze somit als Zwei-Komponenten-Essen (Rucola und Rest getrennt) auch prima mit ins Büro nehmen. Yummi! Ich bin ein Fan.

No no-knead-bread …

Ich bin enttäuscht. Total.

Ich habe im Buch „Hab ich selbst gemacht“ das Rezept vom „No-Knead-Bread“, also Brot ohne Kneten, aus dem Topf gefunden. Das hat mich sehr angesprochen, denn ein Brot, das sich ohne Arbeit quasi selbst produziert ist ja schonmal ganz nett. Insbesondere fand ich aber toll, dass eine schöne Kruste versprochen wurde. Das fehlt nämlich den meisten selbst gebackenenen Broten etwas.

Ich hab also gestern morgen fluchs einen Teig zusammengerührt. Es gestern abend schön in einen gefetteten Topf umgefüllt und gebacken, wie im Rezept stand … seht selbst:

Entweder das Brot ist nicht für Vollkorn optimiert oder mein Topf ist nicht für Brot optimiert oder beides zusammen. Es kam einfach nicht raus, trotz ordentlichen fettens und vorsichtigen Ablöseversuchen… Es hatte eine schöne Kruste und machte auch einen lockeren Eindruck. Aber alles für die Katz. Als es rausgeprockelt war aus dem Topf, waren nur noch Fetzen von ihm übrig. So ein Reinfall! Mein Enthusiasmus noch mehr aus dem Buch nachzumachen hat einen herben Dämpfer bekommen.

Da ich aber ja nach wie vor kein Weißmehl und keinen Zucker esse (noch bis Freitag), muss schnell ein neues Vollkornbrot her. Daher werde ich heut abend dann doch mein „Standardbrot“ backen. Zwar nicht ohne kneten, dafür aber ohne gehen und vorheizen. Das geht so:

  • 750g Mehl
  • 2 EL Quark oder Joghurt
  • 1 EL Salz
  • 2 EL Honig
  • 1 Würfel Hefel
  • 600ml handwarmes Wasser
  • insg. 6 EL Kerne nach belieben

Alles einfach gut miteinander verkneten, in eine gefettete Kastenform geben und sofort in den nicht vorgeheizten Ofen. (Ist eine ziemlich flüssige Angelegenheit). Auf 200 Grad einstellen und 1 Stunde backen. Wird ein solides ganz leckeres Brot, das sich auch 2-3 Tage ganz gut hält. Ich mags sehr gern mit Walnüssen drin. Allerdings kriegt es keine berauschende Kruste.

Ich hab aber beschlossen, das mit dem Topf-Brot noch mal näher zu ergründen. Ich hab zum Beispiel hier und hier Varianten davon entdeckt, die jeweils mit Backpapier in den Topf kommen, der auch vorher schon heiß gemacht wird. Das macht Sinn.

Habt ihr sonst noch Empfehlungen für Vollkornbrot mit richtig knackiger Kruste? Meine Eltern backen seit Jahrzehnten Sauerteigbrot. Das hält natürlich viel besser als Hefebrot. Allerdings haben wir das bisher nie so gut hinbekommen, weil man eben mehrfach daran denken muss Dinge mit dem Brotteig zu tun und weil man dazu neigt, das „Ansatz abnehmen“ zu vergessen oder der Ansatz dann im Kühlschrank vergammelt, weil man 2 Wochen lang Brot kauft und keins backt.

Sonntagssüß: Ricotta-Waldbeer-Kuchen

Heute gab es richtig opulentes sonntagssüß, weil wir großelterlichen Besuch zum Kaffee hatten und weil ich außerdem dachte: „wenn schon Zucker-Ausnahme dann auch richtig“. Im Radio habe ich das Rezept für diesen Ricotta-Kuchen gehört und es mit kleinen Abwandlungen gebacken. Ich fand irgendwie, dass nicht so die richtige Jahreszeit für Orangenmarmelade ist. Außerdem wollte ich etwas fruchtigeres als einen Käsekuchen machen, daher bin ich wie folgt vorgegangen:

Teig wie angegeben. Allerdings dann mit Waldbeer-Sauerkirschmarmelade (kaltgerührte von letzten Sonntag) bestrichen. Den Belag habe ich auch weitgehend nach dem Rezept gemacht, habe aber zusätzlich den Saft einer halben Orange dazu gegeben. Backzeit brauchte das ganze bei mir 55 Minuten. Nach dem Abkühlen ließ er sich ganz wunderbar aus der Form lösen und ich habe ihm dann oben drauf nochmal eine Schicht Marmelade verpasst. Voilà.

Hat allgemeinen Anklang gefunden und wird auf jeden Fall nochmal gemacht! Alle anderen sonntagssüßen Leckereien gibt’s an der Pinnwand hier.

Lunchbox-Rezepte III: Pizzaaufstrich

An gut der Hälfte der Tage enthält die Lunchbox den deutschen Klassiker: Butterbrot (Stulle wie man hier im Pott sagen würde), evtl. ergänzt durch Gemüse oder Obst. Damit da auch keine Langeweile aufkommt, gehört die Herstellung von Aufstrichen mit zu den wichtigsten Lunchbox-Fertigkeiten.

Heute der absolute Liebling meiner Kindheit, der Star auf jedem Klassenfrühstück und erklärte all-time-favorite des lieben Mannes: Pizzaaufstrich. Im vegetarischen Zuhause gelernt und bis dato auch noch nie woanders gesehen, bis vor einigen Wochen im Blog von Frieda Fliegenpilz. Es gibt kaum ein Essen, das so einfach und gleichzeitig so überzeugend lecker für wirklich echt jeden ist. Außerdem ist er zuckerfrei *juhuu* (und nebenbei bemerkt auch gluten- und eifrei und laktosearm).

Hier das Rezept:

Zutaten:

  • 1 große Möhre
  • 1 Zwiebel
  • 25g Butter
  • 100g Tomatenmark
  • 1 TL Oregano
  • Salz, Pfeffer

So gehts:

  • Die Möhre schälen und fein reiben, die Zwiebel fein würfeln.
  • Die Butter in einer Pfanne schmelzen und darin die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze glasig andünsten.
  • Dann Möhrenraspel, Zwiebel inkl Butter, Tomatenmark und Oregano gut mit einer Gabel zusammenkneten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Am besten mit Käse zusammen aufs Brot. Ergibt ein Glas und ist ratzefatz aufgegessen.

Lunchbox-Rezepte II: Vegetarischer Flammkuchen (plus Projektabschluss)

Die erste zuckerfreie Woche ist vorbei. Und fast ohne schummeln geschafft. Das bedeutet zwar leider auch, dass die erste Chef-weg-Woche und damit die erste der dreiwöchigen Gnadenfrist, bis mein Paper fertig sein muss, auch vorbei ist. Aber wir wollen uns mal am positiven festklammern.

Zunächst hatte ich ja angekündigt zum Thema „zuckerfreie Wochen“ noch ein-zwei Worte zu verlieren: Ich vertrage, auf Grund einer Stoffwechselproblematik, Zucker nicht besonders gut. Er macht mir Verdauungs-, Schlaf- und Hautprobleme. Normalerweise kann ich das mit Tabletten einigermaßen hinbiegen, aber so ca. alle paar Monate merke ich, dass es mal wieder Zeit ist, eine Zucker-Verschnaufpause einzulegen. Dann bemühe ich mich, einige Wochen lang streng auf Zucker und möglichst auch auf Weißmehl zu verzichten. Das macht gar keinen Spaß und es gibt nie einen guten Zeitpunkt dafür, immer feiert gerade jemand Geburtstag, es ist schlechtes Wetter, das nach Kakao ruft, ein Festtag naht oder man muss dringend Eiskaffee trinken. Also muss ich einfach durch. In gewisser Weise ist es auch erhellend mal auf Zucker zu verzichten. Man merkt zum Beispiel deutlich, wie Zucker das Hungergefühl nährt und wie viel weniger man nach einiger Zeit nach Zwischenmahlzeiten lechzt. Außerdem schmeckt man nach ein paar Tagen alles viel süßer. Trotzdem, toll ist anders und deshalb freu ich mich über die erste einigermaßen geglückte Woche. Es ist nämlich auch rein praktisch ziemlich mühsam, man ahnt ja nicht, wo überall Zucker drin ist. Glücklicherweise gehen zumindest im geringen Umfang Fruchtdicksäfte und Honig zum süßen von bspw. Nudel- und Salatsoßen.

Aus aktuellem Anlass also auch alle Rezepte dieser Tage eher herzhaft, vollkornig und zuckerfrei. So wie heute in meiner Lunchbox: Vegetarischer Flammkuchen a la Lorraine.

Man braucht (wie immer in order of appearance):

  • 450 g Mehl
  • 230 ml Wasser (bei Vollkornmehl, Weißmehl braucht etwas weniger)
  • 50 g Öl
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 1TL Salz
  • 1TL Honig
  • 200g Tofu natur
  • Sojasoße, Senf, Rauchsalz
  • 1 Becher Schmand
  • 1 Becher Saure Sahne
  • 200g geriebener Emmentaler
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1 Zwiebel
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Der Teig reicht für zwei Bleche, der Belag nur für eins. Ich friere immer den halben Teig nach der ersten Geh-Phase ein, man kann ihn auch für Pizza benutzen.

  • Mehl und Salz  in eine Schüssel geben, eine Kuhle reindrücken, das Wasser, den Honig und die Hefe reingeben, mit etwas Mehl bestreuen und 15 Minuten vorgehen lassen. Dann das Öl dazu und lange und gut mit der Maschine kneten. 30 Minuten gehen lassen. Dann den Teig teilen, die Hälfte einfrieren. Die andere Hälfte entweder für 8 Stunden im Kühlschrank oder für weitere 15 Minuten draußen gehen lassen.
  • Den Tofu bröseln und mit Sojasoße, Senf und Rauchsalz marinieren. 20-30 Minuten durchziehen lassen.
  • Den Ofen auf 200 Grad vorheizen.
  • Den Schmand mit der Sauren Sahne und dem Käse verrühren. Den Lauch in feine Ringe schneiden, die Zwiebel fein würfeln. Tofu, Lauch, Zwiebel unter die Käsecreme rühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  • Den Teig dünn ausrollen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und mit dem Belag bestreichen. 20-25 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

So sieht das ganze dann in der Lunchbox aus:

Schmeckt aber auch frisch und warm mit einem Salat und einem Glas Weißwein.

Außerdem schulde ich ja noch die Lösung des Rätsels mit den lackierten Platten:

Es handelt sich um Wandpaneele für die Küche !

         

Unsere Küche hatte keinen Fließenspiegel. Das sah ziemlich weiß und kalt aus und war außerdem äußerst unpraktisch. Bereits nach der ersten Marmelade fanden sich lila Spritzer an der Wand, die nicht mehr weggingen und wir mussten befürchten, es würden sich bald noch Tomatensoße und Kaffee hinzu gesellen. Weil einfaches lackieren der Wand nicht so nett für den Nachmieter ist (insb. bei geputzten Wänden) und gekaufte Paneele teuer und langweilig sind, haben wir uns für die Selbstmach-Variante entschieden.

Dazu haben wir genau passendes Sperrholz der Stärke 4mm zusägen (in zwei Stücken, weils einfacher zu transportieren und anzubringen ist) und uns eine schöne Farbe Lack anmischen lassen. Weil wir uns nicht recht zwischen lila und bordeaux einigen konnten, ist es jetzt pflaumefarben geworden. Ich habe die Platten erst mit Vorstreichfarbe grundiert, dann mit Körnung 240 und 320 geschliffen und dann insg. 3 mal in lila lackiert jeweils mit Zwischenschliff mit 320er Papier. Danach war immer noch ein Hauch von Wolken erkennbar, so dass ich sie, als sie schon an der Wand hingen noch einmal dünn überlackiert habe. Dies erst an der Wand um Montage-bedingte Macken ausbessern und beim endgültigen Lichteinfall arbeiten zu können. Nachdem also eine halbe Woche lang jeden Abend lackieren angesagt war, sind wir nun auch ganz froh, den Wohnzimmerfußboden wieder betreten zu können.

Wir haben die Paneele mit Powerstrips befestigt, um sie später mal möglichst spurlos wieder entfernen zu können. Hat bei dem einen toll, beim anderen nicht so gut geklappt. Hier werden wir die eine Ecke, die sich immernoch hartnäckig von der Wand löst, nun wohl doch mit Montagekleber befestigen müssen. Jetzt muss das ganze noch am Wand- und Arbeitsplattenanschluss silikoniert werden und dann ist es fertig. Abwischen klappt schonmal super, hab ich mit der Marmelade am Sonntag gleich mal ausgiebig ausprobiert 😉

Doppelter Projektstart und Lunchbox-Rezept 1,5: Selbstgemachte Salsa

Heute war der erste Tag der Zuckerfrei-Wochen (dazu vielleicht in den nächsten Tagen mehr), was an sich kein besonders gutes Vorzeichen ist. Zum Glück hat die Sonne den Zuckerentzug mehr als wett gemacht, so dass der Tag doch recht gutlaunig dahinzog. Das wurde noch besser, als ich sicher war, dass ich nach wochenlanger Suche einen Kitsch-Barock-Rahmen würde in die Arme schließen können. Genauer gesagt einen Kitsch-Barock-Spiegel mit null passenden Lampen:


Der Rahmen ist Teil des Masterplans zur Flurdekoration und wird daher hier sicher nochmal auftauchen. Der Masterplan muss auch ein wenig revidiert werden, da es ja jetzt ein Spiegel ist… die komischen Lampen kommen natürlich ab.

Um den Sommer auch essensmäßig voll auszukosten gab es zum Abendessen einen großen gemischten Salat mit überbackenen Nachos und selbstgemachter Salsa. Ich sortiere diese hier mal als Lunchbox-Rezept ein, weil sie sich super als Basisfüllung für Wrap und als Dip für Röstbrot, kleine Bratlinge oder ähnliches eignet.

Man braucht:

  • 1/2 Paprika (gelb, grün, rot, was man mag)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 rote Chilischote (Schärfegrad nach Geschmack, meine war eher scharf)
  • 1 Dose Tomaten in Stücken oder Passata
  • Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • 30 Minuten Zeit

So gehts:

  • Die Paprika und die Zwiebel fein würfeln. Den Knoblauch und die Chili samt Kernen fein hacken.
  • Alles zusammen mit Olivenöl in eine Pfanne und andünsten.
  • Ca. 1 EL Zucker, bzw. wenn man wie ich gerade Zucker meidet Agavendicksaft, Honig oder whatever, dazu geben. Dann die Tomaten drunterrühen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Das ganze bei niedriger Hitze köcheln lassen, bis das Gemüse ganz weich ist und die Soße eine gute Konsistenz hat, falls sie dabei zu sehr eingedickt ist, mit bisschen Wasser strecken.
  • Ganz am Ende die gehackte Petersilie dazu geben.

Und es gibt sogar ein Foto:

Der Rest des Abends entfiel auf den ersten Schritt eines mehrtägigen Projekts. Was es wird, wird sich noch früh genug zeigen:

                                                           

Lunchbox-Rezepte I: Pide-Quiche

Seit einiger Zeit versuchen mein Mann und ich nicht mehr in der Mensa zu essen. Wir haben beide lang genug die Mensa frequentiert um zu wissen, wie man so gut wie jedes Lebensmittel frittiert zubereiten kann und dass Erbsen und Möhren sehr vielfältige weitere Identitäten haben (Sommergemüse, Gemüse der Saison, Balkangemüse, Mischgemüse, buntes Gemüse, …) sowie dass man offenbar Salat durch irgendeine geheime Behandlung in Brei mit Zuckergeschmack verwandeln kann. Es ist zwar aus naturwissenschaftlicher Sicht durchaus spannend, wie ein Essen es schaffen kann einen gleichzeit so pappesatt zu machen, dass man es kaum noch vom Stuhl bis zum Büro schafft, nur um dann in ca. einer Stunde zu verpuffen und einem kleinen Kuchenhüngerchen Platz zu machen. Aber da es weder gesund noch lecker ist und wir beide keine naturwissenschaftlichen Ambitionen unser eigen nennen, hatten wir genug davon. Dennoch will das hart arbeitende Forscherhirn und der langsam verfallende Körper ja gefüttert werden und so werden wir langsam Experten in abwechslungsreichem (vegetarischem) Mitnehm-Essen. Nicht jedes Experiment ist dabei von Erfolg gekrönt gewesen, aber das bisher akkumulierte Bring-your-own-Lunch-Wissen, teile ich gern ab jetzt in loser Folge mit euch.

Den Anfang macht die Pide-Quiche, die zu meinen Favorites gehört, wenn sie auch beim Gatten nur unter „mittelgern mitnehmen“ fällt:

Das Rezept ist lose angelehnt an die Salat-Quiche a la Mittelmeer von Helmut Gote, die ich aber mit Feldsalat, ehrlich gesagt, nicht so lecker fand.

Man braucht

  • 8 Blätter Yufka-Teig (vorzugsweise rund) oder Strudelteig oder 1 Rolle schnöden Blätterteig (in dem Fall kann man sich natürlich die ganze Ölpinsel- und Schicht-Action sparen, is aber fettiger, und weniger knusprig)
  • 300 g Blattspinat gefroren
  • 3 aromatische Tomaten (Roma) oder 8 Cocktailtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 4 Eier
  • 200g Feta
  • 100g Emmentaler, gerieben
  • 0,1l Milch
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Backofen vorheizen auf 200 Grad.

Zuerst die Füllung vorbereiten:

  • Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln, in Olivenöl andünsten, dann den Spinat dazugeben und bei geringer Hitze auftauen lassen. In der Zwischenzeit die Tomaten würfeln und ganz am Ende dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig würzen.
  • Den Feta zerbröseln, mit den Eiern, dem Emmentaler und der Milch zusammen unter den Spinat ziehen.

Jetzt den Teig in die Form:

  • Eine Quiche-Form mit Backpapier auslegen (auch den Rand hoch).
  • Das erste Blatt vom Yufka-Teig reingeben und mit einem Pinsel mit Olivenöl bestreichen.
  • Ein neues Blatt drauflegen und wieder bestreichen und so weiter und so fort bis 5 Blätter in der Form liegen. (Blätterteig einfach reinlegen…)
  • Dann die Füllung auf dem Teig verteilen.
  • Jetzt die restlichen 3 Teigblätter obendrauf (oder den Rest vom Blätterteig, ggf. ausgerollt), wieder jeweils mit Öl bestrichen (vor allem das obere)
  • Die überhängenden Kanten nach innen umfalten.
  • Ab in den Ofen für 40 Minuten.

Schmeckt warm sehr lecker aber auch super kalt in der Brotdose.

Wochenend und Sonnenschein

Leider gibt es diese Woche keinen 7-Sachen-Sonntag. Zwar habe ich am Wochenende durchaus viele Dinge mit meinen Händen gemacht. Allerdings war ich dabei 1. nicht hier und 2. zu beschäftigt um Fotos zu machen. Wir waren nämlich auf dem väterlichen Geburtstag.

Dafür habe ich am Freitag noch ein Etui für sein Stimmgerät genäht aus einem afrikanischen Stoffrest. Das Täschchen wird umgeschlagen und mit einem Lederband verschlossen, nach dem gleichen Prinzip wie meine Stifterollen. Es ist mit Volumenvlies gefüttert und hat innen ein Einschubfach und zwei kleine Fächer für Plektren:

   

Das gab’s geschenkt zusammen mit einem Gitarrenkoffer.

Meine Schwester hat gerade ihren Bachelor abgeschlossen und hierzu gab’s auch was: Einen Loop-Schal. Außen blau mit Blümchen, innen zweierlei Punkte:

   

Ich musste die untere Naht leider mehrfach auftrennen, weil meine Nähmaschine offenbar beschlossen hat, dass sie es nicht mehr mag, zwei unterschiedlich raue Stoffe zu transportieren. Sie war noch nie das unkomplizierteste Exemplar und hat auf ihre alten Tage ziemliche Zipperlein entwickelt. Ich hoffe, sie hält noch durch, bis mal ein größeres Fest, eine Beförderung oder ein Lottogewinn mir eine neue beschert.

Der Samstag stand gänzlich im Zeichen der Partyvorbereitung. Hierzu habe ich beigetragen: Taboulé (Couscoussalat), verschiedene Pfannkuchenröllchen (wobei ich nur die Füllung gemacht hab, die Pfannkuchen stammen vom Löbsten) und Guacamole.

Taboulé ist mein liebster liebster Sommersalat. Macht sich auf Grillparties genauso gut wie in der Lunchbox und geht so:

Für 4 Hungrige Leute:

200g Couscous oder feinen Bulgur (vorgekocht)

2 Tomaten

1/4 Salatgurke

4-5 Frühlingszwiebeln

1 kleine Möhre

2 EL Rosinen

evtl. 1/2 Paprika, wer mag

1 Chilischote

5 EL Zitronensaft

5 EL Olivenöl

1 Bund frische Minze (oder getrocknete) – am besten Nana-Minze aus Marokko

1 Bund Petersilie

Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß, Kreuzkümmel

Den Couscous in einer Schüssel mit handwarmem Wasser einweichen, so dass er gut einen Finger breit bedeckt ist. Etwa 15 min ziehen lassen, bis das Wasser weggequollen ist.

In der Zeit die Kräuter waschen und hacken, die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, alles andere Gemüse hübsch klein würfeln.

Nach der Quellzeit zunächst das Olivenöl und den Zitronensaft sowie Salz und Pfeffer unter den Couscous mischen. Dann das Gemüse, die Rosinen und die Kräuter dazu. Würzen und ggf. mehr Zitronensaft drangeben. Dann min. 1 Std ziehen lassen (geht auch über Nacht) und danach nochmal abschmecken.

Hält sich im Kühlschrank 2-3 Tage, schmeckt frisch und macht satt. Bietet sich auch super als kaltes Mittagessen im Büro an.

Ein Foto gibts leider nicht – zu beschäftigt.

Der Sonntag war eher ruhig mit langem Frühstück, im Garten rumgammeln und Waffeln schmausen.

Heute abend näh ich vielleicht noch was, mal gucken. Ich warte die ganze Zeit sehnsüchtig auf ein Stoffpaket mit Stoffen für das Kreativzimmer… aber es lässt sich sehr sehr viel Zeit.