Me made Mittwoch: Nicht so frühlingserwacht in Ceduna

Heute ist das Motto beim Me made Mittwoch „Frühlingserwachen“ und während mein Kleid mit seinem dünnen Viskosejersey und seinen 3/4-Ärmeln dazu ganz gut passt, hat das Wetter heute das Thema verfehlt.


Ich trage heute am ersten Tag im Büro nach 9 Tagen krank eine weitere Variante von Schnittstelle Ceduna. Der lila Jersey mit schwarzen Punkt-Kringeln ist von Coupons St. Pierre in Paris. Der Schnitt hat sich für mich für Schwangerschaft, Stillzeit und Bauchschrumpfungszeit bewährt und deshalb hab ich jetzt das dritte Ceduna.

Dem vorderen Rockteil habe ich 10cm Mehrweite spendiert, eigentlich fällt der Rock recht schmal.


Von der Seite sieht man die Kugel ein bisschen. In diesem Schnitt versteckt sie sich aber noch gut.


Für das Kleid und seine dunkelblaue Schwester habe ich schon viele Komplimente bekommen. Es trägt sich auch ganz gut unterm offenen Blazer und ist damit sehr Büro-tauglich.

Ich habe für das Kleid ca 1,30m verbraucht, obwohl ich das Rockteil verbreitert und verlängert hab. Aus den Resten des 1,50m Coupons wurden noch zwei Slips.

Und nun schau ich mich beim Me made Mittwoch um.

Me made Mittwoch: Lieblingsteil 2016

Heute startet der Me Made Mittwoch in das Jahr 2017 und fragt – nun schon traditionell – nach dem Lieblingsstück des letzten Jahres. Ich dachte, als ich das Thema sah zunächst  (wie eigentlich jedes Jahr) „och letztes Jahr hab ich doch nur ganz wenig und nix besonderes genäht“ – dann ging ich mal meine Posts des vergangenen Jahres durch und stellte fest: „Huch, ganz schön tolle Sachen dabei.“ Daher nun hier meine Lieblingsteile:

Das allerwelttollste Gesamtoutfit ist dieses:

wp-1468383871061.jpg

Das Outfit ist aus verschiedenen Gründen das Gewinneroutfit des Jahres. Zum einen vereint es zwei neu entdeckte Schnitte, die für mich gut funktionieren: den Falten-Tellerrock nach eigenem Schnitt und die Vintage-Bluse aus der Knip. Beide Schnitte sind absolut super, weil sie zu meinem Stil passen und mir eine Variante des „Tellerrock+Shirt-Outfits“ eröffnen, mit dem ich sonst 95% der Zeit zumlaufe. Außerdem mag ich die Farben des Outfits sehr sehr sehr. Der Stoff der Bluse war ein wundervoller Glücksfund, sie passt super zu vielen meiner Röcke und beides passt super zu diesen schönen Schuhen.

Das komplizierteste, was ich im vergangenen Jahr genäht habe, war mein Blazer:

wp-1456317748740.jpegAuch den trage ich sehr oft – unter anderem zu dem besagten Rock – weswegen er auch noch keinen passenden Rock aus dem selben Stoff bekommen hat. Das müsste ich dann wohl mal machen.

Und dann noch das Kleid, für das ich am meisten Komplimente bekommen habe, das ist nämlich mein Far-from-perfect-1940s-TeaDress:

wp-1477489527112.jpg

Das Kleid ist wirklich noch nicht perfekt angepasst, der Schnitt hat noch Luft nach oben. Dennoch erhalte ich immer sehr viele Komplimente, wenn ich es trage. Ich glaube, das liegt an der Kombination aus dem verspielten Schnitt und dem eher strengen Anzugstoff, das fällt auch „Laien“ als was besonderes auf. Den Schnitt werde ich definitiv noch einer weiteren Optimierung unterziehen und nochmal nähen, denn ich trage das Kleid oft, gerade auch, weil es sich auch gut mit Blazer drüber macht.

Und damit genug der Rückschau und auf zum Me Made Mittwoch-Blog. An dieser Stelle ein dickes Danke an das unermüdliche Team hinter dem Me made Mittwoch. Ich finde es immernoch, auch nach nun 6 Jahren Nähbloggerinnendasein, eine sehr große Bereicherung diese Plattform zu haben und bin unendlich dankbar für vieles, das daraus erwachsen ist. Ich erahne, dass es sehr viel Arbeit ist, das zu wuppen und finde umso wichtiger, das anzuerkennen!

Me made Mittwoch: Vortragsoutfit

Heute habe ich einen beruflichen Vortrag gehalten. Da das der erste Vortrag im neuen Job war, war ich ein bisschen nervös. Um so besser, kleidungstechnisch auf der sicheren Seite zu sein, in einem wohlerprobten Outfit für feine Bürotage:

Das Kleid nach dem Schnitt Retro-Simplicity 7275 habe ich wohl zum Ende des Winter 2011/2012 genäht. Der Stoff ist ein sehr feiner grau-blau karierter Wollstoff, den ich sehr günstig bei einer Geschäftsauflösung gekauft habe und von dem ich noch ein komfortables Reststück horte. 

(Leider sieht man das Muster auf keinem meiner Fotos)

Ich habe an diesem Kleid erstmals ein FBA gemacht, es markiert damit auch den Beginn der Phase, in der ich Anpassungen systematisch anging und nicht länger so hinschluderte. Das Innenleben des Kleides wäre mir allerdings heute dann doch unangenehm. 

Darunter trage ich eine Kaufbluse. Und eigentlich trug ich darüber noch ein gekauftes Cordjackett und einen Schal.

Lucy zeigt heute schon Strickware, das hätte ich heute mittag im Regen-Wind-Wetter auch gut gefunden. 

Me made Mittwoch: Abschiedsrunde

Heute nur ein kleiner Beitrag mit einem Foto, das ich schnell auf dem Weg ins Büro heute morgen gemacht hab. Ich suche noch nach passenden Fotoplätzen.

 

wp-1475087961711.jpgIch trage dieses Kleid wohl heute zum letzten Mal. Es ist wunderschön, ich mag es sehr, ich bekam dafür schon Millionen Komplimente und es erinnert mich an Kollege J, der mir den Stoff schenkte. Leider ist es sehr ausgewaschen, hat überall solche weißen Waschstreifen und ist hier und da schon arg fadenscheinig. Heute war es ideal warm und wurde auch von den neuen Kolleginnen zahlreich komplimentiert. Ein gutes Kleid, schade, dass es geht.

Schnitt: „Frau-Kirsche-Kleid“ aus Knipmode 9/2011 (?) – nein, es gibt das Heft nicht mehr und den Schnitt auch sonst nirgendwo, es tut mir sehr leid.

Material: Waxprint aus Namibia, leider aus Polyester (und „echte“ Paspel aus Satinschrägband ohne Faden drin, wie die sachkundige Drehumdiebolzeningenieurin uns kürzlich lehrte)

Und nun schaue ich mal, was beim me made Mittwoch unter Claudias Führung heute so los war – ich komm ja zu nix gerade.

Me made Mittwoch: Gewappnet für Überraschungen

Mittwochs ist nun mein langer Arbeitstag, fotografieren im Büro ist noch nicht drin, da bin ich noch etwas zurückhaltend. Also nur schnelle Fotos zerknittert und erschöpft nach 9 Stunden Arbeitstag. Seit knapp zwei Wochen arbeite ich im neuen Job. Obwohl einige Kollegen und Kolleginnen in Jeans und T-Shirt dort sind und somit meine bisherige Bürogarderobe problemlos tauglich wäre, habe ich festgestellt, dass ich eine Spur förmlicher dort hin gehe, als ich zum alten Büro ging. Einerseits weil eben auch ein Teil meiner Kolleginnen eher business tragen, vor allem aber, weil ich derzeit noch jederzeit damit rechne überraschend zu Terminen mitgenommen zu werden, um wichtige Menschen kurz mal kennenzulernen. Das ist leider etwas inkompatibel mit den derzeitigen Temperaturen, denn meine Sommerröcke und -Kleider sind in großen Teilen eher laut und gemustert und bunt. Zum Glück habe ich mir aber kurz vor Jobbeginn noch zwei Sommer-taugliche Röcke genäht, die annähernd einfarbig sind. Heute trage ich einen davon:

wp-1473871409697.jpg
Simplicity 2451, bekannt als der Disputationsrock. Hier aus einem lila Elasthan-Viskose-Baumwolle-Poly-Gemisch aus dem Ramsch-Goldsucher-Bereich von alfatex. Der Stoff ist schlicht, bequem und nicht allzu dick. Der Rock ist ungefüttert und damit ganz gut fürs Wetter. Um die sehr cleane Optik des einfarbigen Stoffes etwas aufzubrechen, habe ich den Taschen und dem Saum eine Ziernaht verpasst. Ich bekommen zunehmend Spaß an Zierstichen. Leider hat meine Maschine nur drei Stück. Evtl. wird es doch mal Zeit für ein Maschinenupgrade.

wp-1473871157391.jpg

Die Taschen sind überhaupt das beste an dem Schnitt. Geräumig, klaffen nicht auf, sehen gut aus und sind gut zu nähen. Ansonsten hat sich der Schnitt für mich etwas überlebt. Die Röcke nach dem Schnitt sitzen etwas unterhalb der Taille, ich trage inzwischen lieber taillenhohe Röcke. Allerdings habe ich die Mühe, einen anderen höheren Bleistiftrock-Schnitt,, wie etwa den Gertie Pencil-Skirt, auf mich anzupassen bisher etwas vor mir her geschoben. Und so dient dieser Schnitt als bewährtes Arbeitstier und ich trage die Röcke nach wie vor.

wp-1473871023687.jpg

Die Bluse dazu habe ich im Räumungsverkauf einer ortsansässigen E*prit-Filiale gekauft, weil mir klar wurde, dass ich das Bedürfnis nach mehr blusigen Oberteilen habe, aber keine Zeit ausreichend viele in kurzer Zeit zu nähen. Sie sitzt zwar nur okayish, aber auch hier: tut ihren Dienst. So setzt mich mein gefühlter Blusenbedarf nicht unter Nähstress. Eigentlich müsste die Bluse taillierter und länger sein , sie rutscht dauernd aus dem Rockbund und beult – man wird ja doch ein bisschen anspruchsvoll wenn man nur noch Maßklamotten hat.

 

Es war übrigens gut, dass ich klamottentechnisch für alle Eventualitäten vorbereitet war, denn heute stand auf einmal der Prorektor in meinem Büro. Alles richtig gemacht.

Monika nimmt heute Abschied aus dem MMM-Team. In meinem Lieblingsschnitt, dem Anna Dress. Liebe Monika, danke für deinen Einsatz für diese tolle Sache!

Me made Mittwoch: Unkompliziert kompliziert

Heute war ich in einem meiner geplanten Ferienoutfits im Büro.

Prinzipiell zwei sehr einfache Sommer-Kleidungsstücke: ein halber Teller Rock aus Baumwolle und ein Shirt aus Baumwolljersey. Leider sind beide zwar OK aber irgendwie doch kompliziert.

Das Shirt ist das Cabarita Knit Top von Cake Patterns. Ich hatte mir von dem Schnitt viel versprochen. Auf den Schnittzeichnungen sieht das Shirt eng anliegend, kurvig und dabei durch den tiefen Rückenausschnitt doch besonders aus. Tja. Ich wählte die Größe nach meinen Körpermaßen, schnitt im vorgegebenen Fadenlauf zu und…. hatte einen unförmigen aber kurzen Sack an. Ich habe aus der Rückennaht und den Seitennähten insgesamt 10cm (!) Weite raus genommen. Und dennoch ist das Shirt immer noch nicht so körpernah, wie die Schnittzeichnung suggeriert. Bereits für mein D-Körbchen ist der Schnitt nicht kurvig genug, so dass die Brust nun zwar eng, der Rest aber schlabberig sitzt. Ich bin nach dem zweiten Schnitt nun endgültig über zeugt, dass das Größensystem von Cake Patterns Murks ist. Zudem ist das Design auch nicht praktisch, der tiefe hintere Ausschnitt rutscht gen vorn, unter den Armen ist viel zu viel Stoff, so dass ich dort schwitzte, dass zuerst das Halsbündchen angenäht und dann die hintere Naht geschlossen wird, macht es schwierig, die optimale Spannung des Bündchens zu bestimmen. Ich bin recht unzufrieden. 

Der Rock ist aus einem sehr schönen Baumwolldruck in Quiltstärke. Der Stoff hat allerdings einen sehr merkwürdigen Fall, so dass ich die ursprünglich eingenähte Tasche wieder zunähte und heraus nahm, weil sie so sehr am Oberstoff klebte. Die eine Seitennaht dreht sich komisch. Auch nicht ganz super alles. Aber definitiv weit weniger schlimm als Cabarita. 


Ich verlinke mich nun noch sehr spät beim Me made Mittwoch. 

Me made Mittwoch: Vintage-Bluse

Gestern trug ich meine nagelneue und schon sehr geliebte Bluse:

wp-1468383825084.jpg
Es handelt sich um ein Modell aus der Vintage-Knip (4/2016). Das Titelmodell. Ich tue mich ja mit Blusen im allgemeinen schwer. Ich mag das Gewurschtel im Bund nicht, aber auch nicht, wenn sie drüber hängen. Hemdkrägen stehen mir sowieso nicht so und schnell finde ich die Optik zu bieder für mich. Ich fühle mich in Blusen auch immer direkt so eingesperrt und wenig wie ich selbst. Gleichzeitig würde ich wirklich gern auch mal andere Oberteile als schnöde Shirts tragen und suche deshalb schon lang nach zu mir passenden Blusenschnitten. Dieser sprang mir vor allem ins Auge, weil die Abnäherlösung dem Anna Dress ähnelt – und das ist ja bekanntermaßen einer meiner Alltimefavorites (die 4 Annas in meinem Schrank winken enthusiastisch an dieser Stelle). So ging ich beim gemeinsamen Stoffmarktbesuch im Mai mit Birgit, Freundin J. und Minimensch auf die Suche nach einem weich fallenden Blusenstoff und fand diesen hier, der wirklich wunderhübsch ist:

wp-1468383894320.jpgEs handelt sich um sehr schöne weiche Viskose, fällt toll, näht und vor allem schneidet sich eher bescheiden, wie Viskose halt so ist – zickig. Recht schnell begab ich mich auch daran den Schnitt zu kopieren. Dabei verzichtete ich sofort auf die Schluppe, da weiß ich direkt, dass so Gebammsel am Hals mich wahnsinnig macht und pauste stattdessen den Stehkragen einer Kaufbluse ab. Da ich sehr unsicher war, wie die weite Form mir gefällt, aber auch sehr sicher war, dass ich in dem dünnen Stoff nicht allzu viel würde trennen wollen, heftete ich die Teile erstmal zusammen ohne die Abnäher vorn und hinten zu nähen und steckte dann die zugesteppten Falten vorn direkt am Spiegel an die richtige Stelle. Sie sind bei mir deutlich weiter innen und etwas höher als im Schnitt vorgesehen. Hinten ließ ich mir von Freundin L. als sie eh gerade mal zur Stelle war normale Abnäher stecken, weil mir klar war, dass mir viel weite im Rücken garantiert nicht gefallen würde. Dann nähte ich das ganze ohne weitere Änderungen zusammen.

Das Foto von hinten ist leider nichts geworden, von der Seite sieht man aber, dass ich die Form hinten nicht so weit und blusig habe, wie der Schnitt es vorsieht, sondern eher klassisch – dennoch ist der Rücken nicht körpernah angepasst sondern immernoch locker.

Ich mag das Ergebnis sehr. Einige kleinere Probleme könnten für die nächste Version noch behoben werden: Den Halsausschnitt würde ich eine Spur mehr einhalten und somit den Kragen ein klein wenig kürzen, der steht nämlich etwas auf weil er eine Spur zu lang ist bzw mit zu wenig Spannung angenäht. Das eine Armloch ist weiter als das andere – das ist vermutlich beim Annähen des Schrägbandes passiert, der Viskosestoff verzieht sich einfach zu schnell, da würde ich nächstes Mal vorher eine Stütznaht setzen. Die Knopfleiste ist suboptimal geworden, zum allerersten Mal hat die Knopflochautomatik einen Stoff nicht gemocht und hat Stiche ausgelassen oder nicht transportiert, ich habe die Knopflöcher daher von Hand korrigiert und jetzt sehen sie insgesamt nicht ganz gut aus und sind z.T. auch einfach zu groß geraten. Ich würde vermutlich nächstes Mal beide Teile der Knopflochleistenseite, nicht nur den Beleg, mit Einlage versehen und hoffen, dass es dann besser klappt. Ich habe in der vorderen Mitte beidseitig 1,5cm zugegeben, da hätte 1cm vermutlich gereicht, das war es aber an Größenkorrektur auch schon.

Die Bluse passt gar wunderbar zu meinem burgundfarbenen Faltenrock und das erfreut mich zusätzlich, denn der hat sonst nur schwarze und graue Partner. Solang es kühl war, trug ich dazu noch eine petrolfarbene Strickjacke und das ist dann aber wirklich schon sehr bunt für meine sonst eher monochromen Verhältnisse…

Die Bluse hat im Heft noch eine langärmelige Schwester und das sind doch gute Aussichten für den Herbst. Jetzt muss ich dann nur mal ein Auge auf die bisher meist geschmähten anstrengenden Viskosestoffe haben… und was sehe ich da auf den Fotos der MMM-Crew am heutigen MeMadeMittwoch: Stoff mit SCHUHEN! Schade, dass ich in nächster Zeit wohl nicht nach Berlin komme, um ihn zu kaufen…

 

 

Me made Mittwoch: Reiseoutfit

Einen schönen guten Morgen aus Washington! Ich grüße von einer Konferenz und da mich ein nicht bestellter Weckruf eine Stunde zu früh geweckt hat, habe ich Zeit, euch heute auf die Schnelle mein gestriges Reiseoutfit zu zeigen.
Ich hatte die Herausforderung zu meistern dass ich von 14 Grad zuhause über zugig-klimatisiert im Flugzeug bis zu über 30 Grad hier in DC alles mit einem Outfit abdecken musste. Und bequem sollte es auch noch sein. Die Wahl fiel auf ein Lagen-Outfit. Die Basis ist mein neues Tiramisu-Dress (Cake patterns), das ich eigentlich für den Sommerurlaub genäht habe. Darunter trage ich sexy Kompressionsstrümpfe und eine petrolfarbige Leggins, darüber Strickjacke und Schal. So war ich am Morgen und in Zug und Flug gut gewärmt. Leider ergab sich aber am Flughafen keine Möglichkeit für ein Ganzkörperfoto:
image

image

Kurz vor der Landung hab ich dann Leggins, Jacke und Schal von mir geworfen. Und konnte so einigermaßen ohne Schwitzen bis zu meinem Hotel gelangen. (Das Taxi war natürlich wieder auf unter 20 Grad klimatisiert und ich brauchte die Strickjacke wieder).

image
Das Kleid ist bequem und trotzdem angezogen. Ich bin allerdings vom Schnitt ziemlich underwhelmed. Nachdem ich schon zahlreiche schöne Tiramisus gesehen habe, hätte ich das nicht erwartet. Zunächst war das Kleid mir in der Größe nach meinen Maßen um Meter zu groß. Ich habe im Oberteil locker 2-3 cm aus der Seitennaht, 3 cm aus der Länge genommen. Das Taillenband habe ich 5cm enger gemacht. Das Konzept Jerseytaschen in Jerseykleid überzeugt mich auch nicht. Sobald mein Handy in der Rocktasche steckt, wird der Rock auf der Seite länger und länger.

Auch wenn mir dieses Kleid ganz OK gefällt: das wird sicher nicht mein Sommerjerseykleider-Standardschnitt. Ich werde wohl doch mal wieder Knip-Hefte wälzen müssen.

Und nun schau ich mal beim Me made Mittwoch rein, bevor ich eine Kombination von Klamotten suche, die für 32 Grad draußen und ca. 18 Grad drinnen gleichermaßen taugt.

Me made Mittwoch: Graue Jella

Gestern trug ich zu einem wichtigen Termin eine Kombi aus meinem gekauften Lieblingsfaltenrock (den ich nun auch klonen kann) und einem gekauften Blazer (den ich nun ebenfalls klonen kann) sowie einem neuen und selbstgenähten Wasserfallshirt in seriös-langweiligem grau:
image

Unterm Blazer sieht das Shirt so aus:
image

Es handelt sich um den Schnitt „Jella“ von konfettipatterns, den ich vor einigen Wochen beim MMM entdeckte – ich weiß nicht mehr bei wem. Und da ich ja derzeit an meiner Urlaubsgarderobe arbeite kam mir ein luftiges Shirt recht genehm. Ein leichter grauer Viskosejersey war als Beifang in einem stoffe.de-Paket und so konnte ich eine Probeversion wagen.
image

Ich hab den Schnitt plotten lassen und dann laut Maßtabelle Gr. 38 ausgeschnitten. Die habe ich dann erstmal was enger gemacht, weil ich sie insb. in der kurzen Version erheblich zu weit fand – und auch jetzt finde ich noch, dass es enger sein könnte. Das ist aber natürlich Geschmacksache. Ich werde nächstes Mal 36 zuschneiden und vermutlich dennoch etwas in der Taille wegnehmen, damit es für mich stimmig aussieht zum weiten Rock (denn das ist ja meine Anwendung)
image

Derweil kann ich das Shirt aber trotzdem prima tragen und mich so gleichzeitig auch an das Tragegefühl weiter geschnittener blusiger Oberteile gewöhnen, denn auch lockere Blusen lassen mich bisher eher fremdeln.  Weitere Jellas aus eher sommerlich gemusterten Stoffen werden sicher folgen, ich finde den Schnitt aber auch „für chic“ sehr geeignet und denke, er würde sogar mit leichter Viskose ohne Stretch funktionieren, zumindest an etwas weniger kurvigen Oberkörpern als meinem.

Ich fühlte mich in dem Outfit recht wohl für den Anlass und das ist ja oft sehr wichtig, dass man sich stimmig fühlt, wenn es drauf ankommt.

Heute zeigt Nadine auf dem MMM-Blog auch eine weite Bluse. Die Oberteile liegen wohl in der Luft…

 

Me made Mittwoch: Schmetterlinge und Vögel und Anna – again

Vollkommen überraschend – für mich – zeige ich heute ein Kleid mit Tieren. Dabei habe ich ja keine Kleidung mit Tieren, dachte ich. Das Tiermotto des MMM hätte ich also nicht erfüllen können und so habe ich auch überhaupt nicht daran gedacht als ich dieses Kleid letzte Woche nähte. Die Fotos sind von Samstag, als es noch relativ warm war und ich das Kleid zu einem ausgedehnten Ausflug in die Essener Gruga trug. Da ich es erst danach fotografierte ist es leicht knittrig (es saß den Tag über auf Picknickdecken und Rutschen) und das Licht etwas fotofeindlich, da es schon deutlich nach 20 Uhr war.

wp-1464163068828.jpg

Der Schnitt ist das Anna Dress von By Hand London, das derzeit eine Renaissance in der Nähbloggerinnenwelt erfährt, wie mir scheint. Vollkommen zurecht. Ich bin Fan der ersten Stunde, dies ist mein viertes Anna Dress. Neben der Tatsache, dass das Kleid mir mit sehr geringen Anpassungen in einer schmeichelhaft kleinen Größe passt, mag ich daran vor allen, dass es sich hervorragend für auffällig gemusterte Stoffe eignet. Deshalb fiel die Wahl auch auf diesen Schnitt, als ich mich entschloss, endlich den Stoff zu verarbeiten. Der Stoff lag nun drei Jahre in meinem Stoffschrank, ich bekam ihn von meiner Schwiegermutter geschenkt, fand ihn direkt wunderschön (Schmetterlinge! Vögel! Türkis!) – aber hatte Hemmungen ihn anzuschneiden, weil ich nicht wusste, wie ich die Streifen schlau platzieren sollte, vor allem weil bei querer Verarbeitung die Vögelchen aus den Streifen fallen würden… Irgendwann ging mir jedoch auf, dass das Anna Dress genug Raum bietet, um die Streifen weitgehend ungebrochen zu verarbeiten und so legte ich los.

imageMit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden. Durch den diagonal verarbeiteten Rock ist der Querstreifen-Gefangenen-Montur-Effekt abgemildert und dennoch sind von vorn alle Vöglein aufrecht. Hinten stehen sie allerdings Kopf – das gab der Stoff nicht anders her. Dafür ist mir der Streifenanschluss am rückwärtigen Oberteil perfekt gelungen, da bin ich ziemlich froh drüber.

imageAn der Seite passen die Streifen nicht ganz, das liegt daran, dass ich das vordere Oberteil durch das FBA um zwei Fingerbreit verlängere, das hintere aber – durch das Hohlkreuz – nicht. So musste ich zwischen oben passend oder unten passend einen Kompromiss finden. imageDas Kleid ist für den Sommer gedacht und daher nicht gefüttert, auf den Fotos trage ich ein Petticoat darunter. Einzige sonstige Änderungen (neben FBA): Rockteile durch einen halben Teller ersetzt und Seitennahttaschen hinzugefügt.

imageUnd nun reihe ich mich bei den bereits über 100 Damen in vielerlei Getier auf dem Me Made Mittwoch-Blog ein.