Sonntagssachen 36/2018

Dieser Tag war etwas auf Sparflamme, weil wir ein Kind mit sehr langwierigem Magendarminfekt und eins mit Zeitumstellungsverwirrung und Zahnen bespaßen, bekuscheln, trösten und dabei voneinander fernhalten mussten.

Obwohl beide Kinder für Ihre Verhältnisse lang schliefen, war die Schlafausbeute eher bescheiden und ich war versucht meine Schlafanalyse mit Captain Obvious anzureden. Deshalb aufs Croissant noch Nussnougatcreme, weil! Ein paar Reihen Ärmel gestrickt, ich will die verdammte graue Jacke endlich fertig haben, langweiliges Ding! Mango-Apfel-Chutney eingekocht. Mehrere neue Wärmflaschen gemacht. Viele Seiten vorgelesen. Einen Lizzie-Skirt in dunkelrot zugeschnitten. Den Tag mit Weißwein und einem geschenkten Cupcake beschlossen.

Sonntagssachen 34/2018

Vorgelesen. Yoga praktiziert. Sehr viel darüber diskutiert, wer den Roller vom Bäcker wieder nach Hause befördern muss. Äpfel geschält und gestückelt. Mini-Mini bis Mini Klamotten durchsortiert. Kuchen gegessen. Dinge für Burrito auf den Tisch gestellt. Futterstoffreststücke gekettelt um sie dem Kindergarten zu schenken.

***

Service:

Der Apfelkuchen war schon das zweite sehr leckere Rezept, das ich dieses Jahr probiert hab: Äpfel-Bienenstich. Auch toll und simpelst Französische Apfeltarte.

Sonntagssachen 33/2018

Den kalt gegangenen Kürbisstuten reingeholt. Dinge über Steinzeitmenschen vorgelesen. Der Kürbisstuten wurde leider etwas dunkel aber lecker – das optimiere ich noch. Kindergartenfest, Waffeln, gutes Wetter, zufriedenes Kind – ich lernte, dass in einer anderen Gruppe eine spinnende Erzieherin ist und dort Wolle kadiert und dann zum Filzen genutzt wurde. Kletterkind. Entspannter Kaffee in der Sonne. Kichererbsen eingeweicht. Falafeltasche vertilgt. Eine ziemlich wild gemusterte Schlafanzughose aus Waxprint genäht, mit exakt dem letzten Zentimeter Unterfaden fertig geworden und direkt angezogen.

Sonntagssachen 27/2018

Gefrühstückt. Dem Minimensch geholfen, sein Zimmer für die wöchentliche Tour des Staubsaugerroboters aufzuräumen. Gleiche Tiere gesucht. Bolognese vorgekocht. Einen sehr leckeren Apfelkuchen von und mit Familie Drehumdiebolzeningenieur gegessen. Industrie-Natur bespaziert. Den letzten Schluck eines sehr guten Rotweins getrunken. Ein ziemlich hübsches aber vermutlich eher uninteressantes weil eilig gebackenes Brot aus dem Ofen geholt.

Nähplausch im August

Ich nähe im Moment nicht sehr viel aber doch regelmäßig und dokumentiere, mangels guten Fotos und Zeit, viel zu wenig davon im Blog. Ich mache auch immer fleißig Pläne, die ich dann aber nicht umsetze. Um all diesen Problemen auf einen Schlag beizukommen, hab ich überlegt ab jetzt an einer für mich neuen Verlinkungsaktion teilzunehmen. Dank Muriel und ihrem Podcast nahtzugabe5cm habe ich nämlich den Nähplausch bei Fadenwechsel entdeckt. Und da plausche ich jetzt einfach mal mit, damit hier nicht nur noch Sonntagsbilder auftauchen.

Was hab ich in letzter Zeit fertig genäht?
Ich habe viel geändert, ehemalige Schwangerschaftsklamotten ent-umstandet, z.B. dieses Anna wurde jetzt ein Anna-NL6069-Hack.

Dann nähte ich ein bisschen was für die Kinder, dünne Sommerhosen nach dem Schnitt Dreamy und Hüte und Mützen für meine Kinder und andere Kinder nach dem Beanie-Schnitt von Lybstes und dem Sonnenhut Mats und Mathilda von Engelinchen. Kurze Hosen für den Mikromensch nach eigenem Schnitt. (So viel Hochsommerkleidung hatten wir fürs Baby nicht vom großen Geschwister.)

Und jüngst noch ein Maxikleid für mich aus einem Stoff, der an Pippa Middleton erinnert und einem Schnitt aus der Knip Juli 2013, das muss ich noch verbloggen.

Woran nähe ich gerade?
Ich nähe gerade zwei identische Röcke für zwei fünfjährige Mädchen, die beide mit dem Minimensch befreundet sind, sich aber untereinander nicht kennen. Ich mag beide sehr und wollte ihnen gern was schenken. Da beide große Bewunderinnen meiner selbst gemachten Kleidung sind, habe ich mich entschlossen ihnen Stufenröcke zu nähen. Dazu habe ich türkis-petrolige Stoffe im Ausverkauf des stoffbüros geordert und arbeite nach dem ‚Schnittmuster‘ und der Videoanleitung ‚Linda‘ von pattydoo. Der erste Rock in Gr. 128 ist schonmal fertig bis auf Saum.

Was plane ich?
Eigentlich brauche ich streng genommen nicht wirklich neue Kleidung, ich habe viele Kleider und Röcke und auch einige Shirts. Alles selbst genäht. Allerdings habe ich in letzter Zeit ein wenig aussortiert. Manche meiner älteren Röcke und Kleider sind nun 6-7 Jahre alt und waren einfach nicht mehr so schön oder ich hatte mich gründlich satt gesehen, bei anderen mag ich den Stil nicht mehr, oder bin mit Sitz oder Verarbeitung unzufrieden. Da sind jetzt ein paar Lücken, die per se nicht groß klaffen, aber die ich mal füllen könnte. Gleichzeitig kann ich das nutzen um etwas mehr Vielfalt in den Kleiderschrank zu bringen. Zum Beispiel mal einen neuen Rockschnitt probieren statt den gefühlt 20sten Tellerrock oder den 10ten Lotti-Rock. Sehr wichtig wäre mir da, mein Blusensortiment aufzustocken. Ich trage im Alltag oft Röcke, aber finde einfache Shirts latent etwas zu casual. Gleichzeitig hasse ich Hemdblusen aus tiefster Seele. Aber zum Glück gibt es ja alternativ andere Blusenschnitte. Konkret in Planung ist eine „Rita Blouse“ nach dem Schnitt von Gertie, erstmal aus grünem (!) Probestoff. Und eine Pam aus der La Maison Victor auch erstmal aus einem Reststück. Der Sieger darf sdann über eine zweite Version aus diesen absolut hinreißenden Ballerinas freuen.

Für die Kinder sind dann wohl leider mal wieder Puschen zu nähen. Der Mikromensch wächst auch schon wieder aus den Shirts raus… achseufz.

Außerdem steht mittelfristig noch ein geheim geheimes Geschenk an, das wird nochmal spannend. und wenn mir dann langweilig wird, kann ich wieder ändern. Meine beiden Blazer sind mir zu weit geworden, ebenso mein Softshellmantel, den ich noch nichtmal verbloggt hab, obwohl er schon fast ein Jahr alt ist…

Gab es Neu-Erwerbungen?
Aus dem Urlaub in Frankreich habe ich mir ein kleines bisschen Stoff mitgebracht:

Und dann hat ja das Stoffbüro Ende Juni leider geschlossen und da gabs für mich was im Ausverkauf, weil ich noch einen Gutschein hatte.

Mein Stoffschrank platzt im Moment aber echt aus allen Nähten, weil ich zu wenig zum nähen komme. Deshalb wird jetzt erstmal verarbeitet.

Und damit ist mein Nähplausch für heute auch erstmal aus.

Erfahrungsbericht: Reflux beim Säugling

Wer mir auf Twitter folgt hat in den letzten Wochen ein wenig mitbekommen, dass wir beim Mikromensch so wie auch schon beim Minimensch mit einem Reflux kämpfen. Ich wurde auf Twitter gebeten, meine Erfahrungen hierzu zu teilen und da tatsächlich darüber in Deutschland viel zu wenig bekannt ist, mache ich das gern. „Speihbabys sind Gedeihbabys“ – das scheint auch unter Kinderärzten so verbreiteter Glaube zu sein, dass die Diagnose Reflux oft nicht mal ordentlich gestellt wird, geschweige denn über Ursachen und Handlungsoptionen sauber aufgeklärt.

Was ist ein Reflux?

Reflux kann prinzipiell bei Kindern wie Erwachsenen vorkommen und bezeichnet den Umstand, dass Teile des Mageninhalts in die Speiseröhre zurückfließen. Dies kann mit würgen und sogar Erbrechen einher gehen, muss es aber nicht. Im Falle eines dauerhaften Reflux kann daraus eine Entzündung der Speiseröhre und, je nach Ausprägung, auch eine Reizung der Luftröhre bis hin zu Asthma, Pseudokrupp und anderen chronischen Lungenbeschwerden entstehen.

Bei Säuglingen ist zwischen physiologischem und pathologischem Reflux zu unterscheiden. In den ersten Lebenswochen (bis zu 12) ist das Verdauungssystem von Säuglingen noch nicht vollständig entwickelt. Dies bedingt die berühmt-berüchtigten Koliken und kann auch einen Reflux beinhalten. Bei vielen Säuglingen ist am Anfang zudem der Winkel zwischen Mageneingang und Speiseröhre noch nicht optimal, das gibt sich meist nach dem ersten Wachstumsschub. Der physiologische Reflux reguliert sich von selbst binnen weniger Wochen und ist oft für das Kind auch weitgehend beschwerdefrei.

Ein pathologischer Reflux liegt vor wenn 

  • Die Beschwerden über die ersten 12 Wochen andauern
  • Das Kind sichtlich beeinträchtigt ist (Schmerzen, Schlafprobleme, Trinkprobleme, Gedeihstörungen)

Woran erkenne ich einen (pathologischen) Reflux, wie unterscheide ich ihn von „einfach nur spucken“?

Tatsächlich ist ein Reflux nicht immer offensichtlich. Nicht alle Refluxbabies sind Spuckbabies und nicht jedes sog. Spuckbaby hat einen pathologischen Reflux. Beim Minimensch haben wir erst nach fast drei Monaten gewusst, das seine Beschwerden einen Reflux als Ursache haben. 

Folgende Beschwerden können auftreten:

  • Spucken auch noch lang nach einer Mahlzeit
  • Häufiges Aufstoßen bis zu 2 Std nach einer Mahlzeit
  • Schwallartiges Erbrechen ganzer Mahlzeiten
  • Das Baby überstreckt sich plötzlich und würgt, dabei muss nichts ausgespuckt werden – meine beiden Kinder haben so gut wie immer das zurückgeflossene wieder runter geschluckt 
  • Spucken oder würgen sind sichtlich mit Schmerzen verbunden, das Baby erwacht hiervon oder weint
  • Das Baby weint beim trinken oder verweigert das Trinken
  • Unruhiger Schlaf. Das Baby schläft nicht beim stillen/füttern ein, ist lang nach der Mahlzeit unruhig, erwacht sobald man es ablegt, schläft nur aufrecht, wenn es getragen wird
  • Das Kind weint, sucht, hat scheinbar Hunger und verweigert dann die Nahrung

Die Abgrenzung zum normalen Spucken ist einfach. Spucken erfolgt normalerweise kurz nach der Mahlzeit, mit dem Bäuerchen oder wenig später. Das Spucken ist mühelos, oft schläft das Baby vollkommen da drüber. Reflux macht dem Kind Mühe, es hat Schmerzen, es würgt Sicht- oder hörbar. Reflux tritt kontinuierlich immer wieder 1-2 Stunden nach einer Mahlzeit auf. 

Was ist bei einem Reflux zu tun?

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, mit denen man dem Kind Erleichterung verschaffen kann:

  • Stillen oder füttern in einer halb aufgerichteten Position, also einem Winkel von etwa 45-60 Grad
  • Nach der Mahlzeit das Kind einige Zeit aufrecht halten. Ja, das kann schonmal eine Stunde sein. Tragetuch und Schaukelstuhl sind hier sehr nützlich.
  • Den Abstand zwischen den Mahlzeiten von mindestens zwei, besser zweieinhalb Stunden nicht unterschreiten. Das Verdauen einer Milchmahlzeit braucht ca drei Stunden. Wenn der Magen noch teilweise gefüllt ist, ist die Gefahr einer zu großen Füllung größer. Der Mikromensch hielt seine Bauchschmerzen scheinbar für Hunger und wollte je schlimmer der Reflux desto häufiger trinken und das verschlimmerte den Reflux und führte zu schwallartigem Erbrechen. Deshalb haben wir immer versucht erst durch tragen, schuckeln und im Zweifel auch Schnuller zu trösten bevor ich wieder gestillt hab. Auf keinen Fall zum trösten stillen.
  • Übertrinken unbedingt vermeiden
  • Darauf achten, dass man das Kind erst ablegt, wenn es ein Bäuerchen gemacht hat.
  • Vor der Mahlzeit anstatt nach der Mahlzeit wickeln.
  • Eine leicht erhöhte Schlaflagerung herstellen indem man zB einen Aktenordner am Kopfende unter die Matratze legt.
  • Bei Flaschennahrung kann man diese etwas dicker bereiten

All das kann helfen, sollte es trotzdem Gedeihstörungen geben, ist eine Behandlung mit Säureblockern (Omniprazol) möglich – das wird in Deutschland aber kaum je von Kinderärzten in Betracht gezogen, scheint mir.

Grundsätzlich sollte man außerdem eine Ursachenklärung anstreben. Denn obwohl viele Kinderärzte es so darstellen, ist es keineswegs so, dass man immer nur die Möglichkeit hat, abzuwarten bis das Kind Brei bekommt und in eine aufrechte Haltung kommt. Es gibt Ursachen, die behoben werden können.

Ursachen für pathologischen Reflux

Ich kenne inzwischen einige Eltern mit Refluxbabys und bei keinem wurde der Reflux vom Kinderarzt ernsthaft diagnostisch angegangen. „Ja, das mit den Bäuerchen fällt halt manchen Babys schwer“, „Speihbabys sind Gedeihbabys“, „Ja, da hat man dann leider viel Wäsche“, „Das verwächst sich“ – das sind eher so die Reaktionen von denen mir erzählt wurde. Ich finde das vor dem Hintergrund der durchaus möglichen Lungenschädigungen sehr bedenklich. Außerdem ist ein Reflux für Kind und Eltern kein Pappenstiel. Das Kind quält sich teilweise enorm, die Eltern sind übermüdet vom aufrecht tragen des Kindes. Und so ein schwallartig erbrechender Säugling stimmt besorgt, das sag ich euch. Ich finde, das gehört ernst genommen. Kinderärzte hierzulande liefern wenn überhaupt nur eine Erklärung für den Reflux: anatomische Gründe. Doch es gibt mehr Ursachen:

  • Anatomisch bedingter Reflux – der sog Magenpförtnerkrampf. Eine Störung der Schließfähigkeit des Mageneingangs. Hier stimmt in der Regel das „verwächst sich“ und „gibt sich wenn das Kind aufrechter wird“. Ist der Reflux auch im Krabbel- und Laufalter weiter da, muss ggf eine OP erwogen werden. Ansonsten kann man außer den oben genannten Maßnahmen wenig tun. In vielen anderen Ländern wird hier schneller zu Säureblockern gegriffen als in Deutschland.
  • Allergisch bedingter Reflux: In Australien und den USA wird bei Reflux immer eine Allergiediagnostik vorgenommen denn Studien zufolge sind zwischen 30&45% der Refluxfälle durch Nahrungsmittelallergien ausgelöst. Die meisten Kinder sind gegen Kuhmilcheiweiß allergisch (90%), weitere häufig vorkommende Allergene sind Soja, Weizen und Schaf- und Ziegenmilch. Der Mikromensch ist übrigens gegen all das allergisch. Eine Allergie als Ursache ist umso wahrscheinlicher, wenn die Eltern Allergiker sind, die erbrochene Milch weitgehend unverdaut ist, das Kind auch Blähungen hat, die über die ersten 12 Wochen hinaus bleiben. 

Da Allergietests bei Säuglingen noch nicht zuverlässig sind (und wer will denn dem Baby Blut abnehmen lassen?!) erfolgt die Diagnose normalerweise über Eliminationsdiät bei der stillenden Mutter Bzw. Umstellung auf Kuhmilch-freie Spezialnahrung bei Flaschenkost (das ist nicht HA-Nahrung, die ist immernoch allergen) . Die Allergene müssen dabei nacheinander durchgetestet werden, ein Effekt ist frühestens nach 24 Stunden erkennbar, meist dauert es 2-3 Tage. Vollständige Besserung wird frühestens nach drei Wochen ohne das Allergen erreicht. 

    Frühe Nahrungsmittelallergien regulieren sich oft mit der Zeit, wenn das Allergen weggelassen wird. Daher kann regelmäßig etwa im Abstand von drei Monaten, wieder probiert werden, ob das Allergen nun wieder vertragen wird.

    • Reflux durch Fehlbesiedelung des Darms: hiervon habe ich bisher von zwei Babies gehört, bei denen eine Therapie mit Darmbakterien den Durchbruch brachte. Da meine Kinder allergischen Reflux haben , weiß ich nicht sehr viel hierüber.
    • Reflux durch Haltungsfehler: eine Fehlstellung, die im Mutterleib oder unter der Geburt entstanden ist, wie etwa das KISS-Syndrom kann ebenfalls einen Reflux bedingen, da sie zu Zug auf dem Zwerchfell führen kann, das die Speiseröhre ja umschließt. In diesem Fall wird eine Behandlung der Fehlhaltung etwa durch Physiotherapie auch den Reflux bessern

    Es wird z.T. auch eine Kombination sein. Beispielsweise manifestiert sich eine Allergie natürlich vor allem dann als Reflux, wenn dies anatomisch eh eine Schwachstelle ist.
    Weiterführende Informationen:

    Mullwaschlappen

    Neben der Baby-Hängematte ist das zweitbeste, was ich vor der Geburt des Minimensch genäht habe ein großer Stapel Mullwaschlappen gewesen. 

    Neue Generation


    Von einer Hebamme hatten wir den Tipp bekommen, das Mullwaschlappen gut in jede kleine Babyfalte kommen und schnell trocknen. Man kann Mullwaschlappen natürlich kaufen – allerdings sind sie viel teurer als Mullwindeln und außerdem hatte ich einen größeren Stapel Mullwindeln geerbt, z.T. mit recht hässlichem Muster oder schon etwas verfärbt. Die boten sich also zur Verwertung an. 

    Ich nähe zwei Varianten:

    Variante 1: beide Seiten Mull 

    Beidseitig Mull


    Variante 2: eine Seite Mull,  eine Seite Frottee (altes, dünnes Handtuch)

    Rückseite Frottee


    Beide Varianten haben sich hier bewährt, die nur Mull Variante gerade am Anfang, auch für Teeumschläge und noch viel länger für Gesicht, Ohren usw. Die Variante mit Frottee dann eher ab Beikost-Zeit und natürlich für hartnäckigen Sandkastendreck.

    Ich habe in den letzten Jahren auch diverse Sätze davon verschenkt, meist je 6 pro Sorte zusammen mit einer kleinen Windeltasche. Jetzt habe ich die alten Lappen ausgebessert und einige aussortiert und aus den letzten alten Windeln nochmal einen Satz neue genäht. Als Spucktücher gibt es jetzt lauter neue mit schicken Mustern.

    Ich falte eine Mullwindel halb und schneide daraus dann sechs Waschlappen in doppelter Lage. Diese sind dann ca 14*20 cm, je nachdem wie stark die Mullwindel schon eingelaufen war. Etwas Verschnitt gibt es dann noch beim rundum overlocken. (Die Farbe des Overlockfadens gibt dann später Aufschluss über die Produktionsserie, denn ich fädel idR nicht um)


    Die Mullwindel läuft stärker an als das Frottee, so dass irgendwann die Variante 2-Lappen etwas unförmig werden. Dann umsäume ich sie neu und sie sind dann halt etwas kleiner. 

    Alte Generation, ca. 3 Jahre genutzt

    Sonntagssachen 17/2017

    Auf dem Sofa eine große Kuschellandschaft eingerichtet. Den Babyquilt begonnen. Bei der Erbauung einer KfZ-Werkstatt mit Notfallflugzeug und Wildtier-Wachdienst assistiert. Episch gefrühstückt mit nettem Besuch und viel Zeit. Die Innovation in der Bauwirtschaft: Bagger mit Windkraft-Antrieb. Viele minikleine Klamotten gefaltet. An der Babydecke weitergestrickt, die Temperaturen lassen das ja wieder zu, die Reihen werden merklich kürzer, ca. 1/5 fehlt noch. Die ganze lange Schlange von Jelly-Roll-Elementen für den Baby-Quilt vermessen und in Teile geschnitten. Jersey-Reste verwertet.

    Baby-Erstausstattung: meine persönliche Empfehlung

    Es gibt Listen zu Babyausstattung zuhauf. Solche die eher das Konsumbedürfnis werdender Eltern befeuern, die vielleicht auch nutzen, dass man so händeringend alles richtig machen will genauso wie solche die betonen, dass man ja quasi nichts braucht und gleich darauf teure bio Wollsachen und Naturkosmetik empfehlen.

    Vor der Geburt des Minimensch ahnte ich schon, dass mein Ansatz wohl eher ein pragmatischer sein würde. Allerdings kam der Minimensch dann ja früher und sehr viel kleiner als geplant auf die Welt und wir waren tatsächlich nicht ganz fertig mit dem Vorbereiten. Wir hatten z.B. noch keine Babyschale, das Bettchen war nicht aufgebaut, Windeln in kleinster Größe hatten wir auch nicht da. Und alle vorher gekauften Klamotten waren zu groß. Das ließ sich aber alles schnell regeln. Dennoch bin ich diesmal früher dran mit der Babysachen-Vorbereitung.

    Was man wirklich unbedingt sofort braucht:

    • Autositz
    • Bettchen, inkl. Matratzenauflage und Spannbetttuch
    • Schlafsack
    • Windeln in Größe 1 – ruhig mehr als eine Packung
    • Wundschutzsalbe vorzugsweise ohne synthetische Fette, da hat inzwischen ja jede Drogeriemarktkette eine Bio-Serie, das muss nicht immer das teure Anthroposophie-Produkt sein
    • 10 Bodies aus Baumwolle, mehr Langarm als Kurzärmlig, am besten zum wickeln (da braucht es auch mal zwei am Tag)
    • 5 Garnituren Oberbekleidung, also Shirt und Strampler/Hose
    • Dünne Jacke
    • Spucktücher, reichlich
    • Wickelunterlage(n)
    • Baby-Wolldecke
    • Fieberthermometer
    • Wärmestrahler oder Lampe
    • 2 Kapuzenhandtücher
    • Verschiedene Mützchen/Sonnenhüte
    • Wollsöckchen

    Das mit den Langarmbodies sollte man im Blick haben. Denn es gibt im Sommer kaum Langarmbodies zu kaufen. Ist Saisonware – sagte man dem vollkommen verdatterten Mann als er Mitte Mai versuchte, adäquat kleine Kleidung für den Minimensch zu kaufen. So ein Mummpitz. Babys zieht man tendenziell langärmelig an und es ist ja auch eher nicht von Mai bis September am Stück 30 Grad. Diesmal habe ich im Frühjahr Langarmbodies zum Wickeln in Gr. 50 und 56 gekauft um unsere Bestände aufzufüllen.

    So gut wie alle unsere anderen Babyklamotten sind gebraucht gekauft, die meisten bei eBay. Und sie werden jetzt das fünfte Kind kleiden ohne dass die meisten nennenswert abgenutzt sind. Denn auch wenn man sie viel wäscht, die Trageperiode je Kind ist einfach kurz. Durch den Gebrauchtkauf erspare ich der Welt Ressourcen- und mir Geldverschwendung. Zudem sind auch alle Schadstoffe schon rausgewaschen. Unsere Schlafsäcke und wenige Wollsachen haben wir neu und bio gekauft, bzw. uns gewünscht. Aber eine komplette Marken-Bio-Ausstattung finde ich – persönlich – übertrieben.

    Natürlich haben wir viel mehr als 10 Bodies und 5 Kombis an Oberbekleidung – allein schon weil wir noch Sachen geliehen und geschenkt bekommen haben. Aber wirklich richtig dringend notwendig sind wahrscheinlich nur 10/5. Natürlich auch schon in der nächst größeren Größe, denn so mancher Säugling wächst binnen Tagen aus Größe 50 raus.

    Was manche auf dieser Liste vermissen werden:

    1. Wickelkommode

    Wir hatten keine. Wir haben die ersten Wochen den Minimensch mit Wickelunterlage auf dem Bett oder Sofa gewickelt. Als er seinen Kopf selbst halten konnte haben wir begonnen, ihn in Bauchlage auf dem Schoß zu wickeln. Wenn man das einmal kann ist das ein grandioser Life-Hack. Denn man kannwirklich überall sauber und hygienisch wickeln, muss nie einen ekeligen Wickelplatz im öffentlichen Klo erstmal grundreinigen und ist auch nicht auf die gendergebiaste Zurverfügungstellung von Wickelgelegenheiten angewiesen.

    2. Babybadewanne

    Wir haben den Minimensch in einem Wäschekorb/Wanne gebadet. Das ging wunderbar und das Ding steht jetzt nicht im Weg, sondern kommt seinem Ursprungszweck wieder zu.

    Was ich darüberhinaus sehr nützlich finde:

    • Mullwaschlappen (Anleitung folgt)
    • Baby-Hängematte
    • Tragetuch
    • Krabbeldecke
    • Kleine Windeltasche
    • Babyöl ohne synthetische Öle
    • Baby-Sonnencreme (je nach Jahreszeit)
    • Kleine Traubenkern- oder Dinkelkissen
    • Strampel- oder Pucksack mit Gurt-Durchlass für den Autositz

    Die Baby-Hängematte war sicher das beste, was ich für den Minimensch genäht habe. Er hat hierin mindestens ein halbes Jahr seine Tagschläfchen gemacht. In den ersten Monaten haben wir sie außerdem als Reisebett mitgenommen, das war sehr praktisch.

    Ohne Tragetuch hätte ich nicht gewusst, wie ich Zahnen, Blähungen und diverse Entwicklungsschübe überstanden hätte. Ich könnte auf den Kinderwagen verzichten, auf das Tuch sicher nicht. Allein schon, dass man Tragen kann und dennoch die Hände nutzen ist unbezahlbar. Nach einiger Zeit bin ich dazu übergegangen den Minimensch auf dem Rücken in der Manduca zu tragen, das ist Rücken- und Hüft-schonender geht aber eben erst nach einigen Monaten.

    Die Traubenkernkissen waren in der Blähungszeit im Dauereinsatz, heute noch kommen Sie bei Mittelohrentzündung zum Einsatz. Inzwischen wurden sie durch selbst genähte Dinkelkissen ersetzt.

    Ein ganz persönlicher Tipp noch: Ich habe allen Stramplern die Füße abgeschnitten und Bündchen angenäht. Einerseits war der Minimensch oft drinnen im Warmen mit nackten Füßen viel zufriedener, andererseits sind die Klamotten dann viel flexibler, man kann sie umgekrempelt schon anziehen, wenn sie noch etwas lang sind und auch noch wenn sie schon ein bisschen kurz werden. Denn am Ende wachsen Babys ja nicht normgerecht und dann passen die Strampler mit Füßen vielleicht nie oder nur kurz, weil das Kind einfach lange oder kurze Beine hat. Das amputieren von Stramplerfüßen war meine erste Nähmaschinen-Handlung nach der Geburt des Minimensch und genau richtig für die erste halbe Stunde Zeit, die ich mir irgendwo für mich rausnehmen konnte.

    Es lohnt sich, auch wenn man fest vorhat, zu stillen auch Fläschchen, Sauger und ein Päckchen Milchpulver da zu haben. Auch Informationen einzuholen, welche Apotheken elektrische Milchpumpen vermieten macht Sinn.

    Sonntagssachen #6/2016

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    Nach sehr unruhiger Nacht dann doch schon wieder wach um *gähn* sieben. Alle. Hrmpf. Also auch frühes Frühstück und schon vormittags los zu einem Klinikbesuch. Den dringend benötigten Kaffee mussten wir rein schmuggeln. Der Spaziergang fand dann kurz um die Klinik statt und der Mittagsschlaf im Auto. Wieder zuhause wurde Pizzateig bereitet. Zur Abwechslung mal Eisenbahn gebaut. Strickzeug passend zur Strumpfhose. Und erste zaghafte Gartenplanung. Dann Pizza und Wein. Und schließlich noch der Ginger Skirt.