Die Geburtstagsbluse

Ja, also diese Bluse ist inzwischen nun doch schon über einen Monat alt. Genäht habe ich sie zu meinem Geburtstagskaffee im November. Ich trug sie aber auch an Weihnachten und diese Woche zu einem Diensttermin. Und heute komme ich endlich dazu, sie zu verbloggen.

Der Stoff dürfte denjenigen, die letztes Jahr bei der AnNÄHerung waren, bekannt vorkommen. Dort hat sich Frau Dreikah daraus ein Kleid genäht, das sie dann spontan zur Bluse kürzte und den Stoffrest auf den Tauschtisch legte. Ich sah mein Farbbeuteschema, griff zu und habe nun also ein Jahr später eine Partnerlookbluse.

Der Schnitt ist aus der Retro-Knip/Fashion-Style von 4/2016 und ich habe schon eine Kurzarmbluse nach dem Schnitt genäht, die leider ein Mottenloch bekommen hat, aaargh. Nun habe ich die Langarmversion probiert. Ich mag die Bluse sehr.

Allerdings habe ich nicht wie letztes Mal den Stehkragen selbst gebastelt, sondern das Schnittteil dafür genommen und nun ja, während mein selbst gebastelter Kragen etwas zu weit ist, ist dieser definitiv zu kurz gewesen. Ich musste die Ausschnittlinie einhalten und jetzt zieht sich die Schulterpartie hoch. Ich werde das mal für die nächste Wiederholung vermerken, denn ich werde sicher weitere Blusen nach dem Schnitt nähen, ich mag ihn sehr.

Ich habe außerdem im Rücken Abnäher hinzu gefügt, vorn die Falten leicht verlängert und die Bluse insgesamt 3 cm verlängert. Das könnte noch mehr sein, im Rockbund hält sie, aber aus der Hose rutscht sie raus.

Me made Mittwoch: Post-Schwangerschafts-Ashland-Dress

Das heutige Kleid versteckt sich leider etwas unter Strickjacke und Schal, denn es hat nur halbe Ärmel.

Es handelt sich um ein Ashland-Dress allerdings aus Jersey. Genäht habe ich es im Mutterschutz ohne Anprobe nur in Erwartung meiner ungefähren Körbchengröße nach der Geburt. Es passte mir auch tatsächlich in den ersten Wochen gut. Hier ein Bild aus der dritten Lebenswoche des Mikromensch:

Inzwischen ist es mir zu weit. Ich habe es bereits vier Zentimeter enger gemacht. Aber perfekt sitzt es dennoch nicht. Für einen Tag zuhause mit Haushalt und sonst nichts ist es aber ok. Die Knopfleiste ist – der Stilleignung zuliebe mit Druckknöpfen versehen.

Ich werde nun, da ich annähernd Konstante Maße habe, noch ein Ashland aus Webstoff nähen. Der Schnitt gefällt mir schon länger, aber da das auf sehr viele Schnitte zutrifft hat er es bisher noch nicht bis zur Unsetzung gebracht.

Das Tuch, das hier nicht besonders gut zu erkennen ist, ist auch selbst gestrickt. Ich habe es im letzt- und diesjährigen Sommerurlaub gestrickt. Das Muster ist „Diva“ von Drops und das Garn ist Drops Delight. Hier ein Bild im sonnigen Süden:

Auf dem Me made Mittwoch-Blog ist heute Zusza zu Gast in einem Jeanskleid, das aber sowas von toll ist!

Spring Style Along: Passt? Eher nicht

Im aktuellen Teil des Spring Style Alongs bei HandMade. Glamour. Everyday. geht es um Anpassungen und ob diese nötig waren. Da hab ich mal ein passendes Kleid, nämlich diesen Totalausfall hier:

Es handelt sich um die Robe 14h von 2eme Arrondissement und was ihr hier seht ist schon die Variante nach mehreren Abenden Änderungen. Ich bin nach wie vor nur sehr wenig angetan. Ich hatte gedacht, dass in der Schwangerschaft  vielleicht ein Wechsel, weg vom weiten Rock, hin zu einer geraderen Silhouette nicht schlecht wäre – nun. Dumme Idee.

Der Schnitt enthält die Größen S, M, L und keine Maßtabelle, sondern lediglich dieAngabe, man möge die Größe nehmen, die man vor der Schwangerschaft hatte, sowie dass die Schnitte für eine Körpergröße von 1,65 konzipiert seien. Ich wählte also M und verlängerte etwas. Dann wird entlang der vertikalen Nähte eine Nahtzugabe von 2 cm empfohlen, sonst 1cm. Warum wird aber nirgendwo erklärt. 

Nach dem Zusammensetzen hatte ich einen hübsch gemusterten OP Kittel. Das wurde natürlich durch die Farbe noch verstärkt. Ich habe in den Rückenabnähern deutlich was raus genommen und sie viel weiter nach oben verlängert, außerdem je 4 cm oberhalb der Brust aus der Prinzessnaht genommen und 2cm aus beiden Seitennähten sowie aus der Prinzessnaht unterhalb der Brust bis zum Beginn des Bauches. Die angeschnittenen Ärmel habe ich um 2cm gekürzt. 

Trotz dieser Änderungen finde ich das Kleid immer noch unvorteilhaft. Um die Brust sitzt es eng und um den Bauch wird es sicher nicht bis Woche 40 reichen. Dennoch sehe ich aus wie eine Tonne. Ich trage es heute mit Gürtel und Strickjacke, das geht irgendwie. Ich überlege noch, ob ich an der Stelle wo jetzt der Gürtel sitzt evtl einem Tunnelzug einnähen sollte, oder ob ich einfach das Kleid weglege und nach der Schwangerschaft zu einem Rock mit ausgefallenen Taschen umarbeite… Der Stoff ist jedenfalls zu schön zum wegwerfen. 

Inzwischen habe ich einen zweiten Schnitt von 2eme Arrondissement genäht, der sitzt besser, der unprofessionelle Eindruck was die handwerkliche Aufbereitung der Schnitte anbelangt, hat sich aber eher noch verfestigt.

Spring Style Along 2 & 3: Wunschkonzert und Battle of Will

Burda-Wasserfall-Kleid

Jersey-Vorrat

Ich bin etwas zurück mit dem Spring Style Along – nicht mit den Plänen aber mit dem Bloggen. Daher frühstücke ich jetzt Teil 2 – das Wunschkonzert und Teil 3 – die realistische Planung gemeinsam ab.

Nachdem inzwischen auch noch einige meiner Umstandsklamotten und Leihgaben von Freundin Z. bei mir (wieder) eingetroffen sind und ich zudem eine Stoffschrankinventur gemacht habe, habe ich eine recht klare Vorstellung davon, was ich gern hätte.

Vor zwei Wochen hatte ich wundervollen Besuch von der Drehumdiebolzen-Familie. Dabei habe ich mich auch etwas länger mit Frau Drehumdiebolzeningenieurin über Umstandsklamotten unterhalten. Sie schilderte, woran ich mich auch aus der ersten Schwangerschaft noch erinnere – dass ihr ein paar Hosen und etwas größer gekaufte normale Shirts schon recht weit reichten ergänzt um wenige echte Umstandsklamotten. Ich habe in der ersten Schwangerschaft auch lange Zeit meine normalen Oberteile weitertragen können – ich besaß überhaupt nur zwei Umstandsoberteile und trug, so scheint es mir aus der Inventur meiner Umstandsklamotten in der Hauptsache zwei Hosen und drei Röcke sowie einige meiner normalen Jerseykleider. Allerdings kommt es mir nicht so vor, als würde eine ähnliche Strategie diesmal auch fruchten. Das hat im Wesentlichen 3 Gründe: 1. Mein Bauch wächst sehr viel schneller als in der letzten Schwangerschaft. 2. Meine gewohnte Silhouette (tailliert, weiter Rock, kurze Oberteile, fast immer Webstoffkleider/-röcke) ist sehr wenig schwangerschaftskompatibel – anders als noch vor der letzten Schwangerschaft, wo ich z.T. recht viele Kleider mit Empire-Taille und insg. mehr Jersey und mehr Hosen trug. 3. Ich möchte gern auch für mich nähen.

Ceduna von Schnittquelle

Tatsächlich fremdele ich sehr mit meiner schwangeren Silhouette. Der Mangel an Taille ist mir sehr ungewohnt. Ich kann mich weder an schmale Hose + langes Oberteil noch an schmalere Röcke so recht gewöhnen. Aber Tellerröcke sehen zugegebenermaßen an schwangerem Bauch doch auch eher merkwürdig aus. Also nähere ich mich langsam an Wohlfühl-Look an. In der letzten Woche trug ich zweimal Hose und fand es sehr befremdlich, einerseits wurde ich dauernd verwundert angesprochen, dann fand ich kaum ein passendes Oberteil (so gut wie alle meine Shirts sind taillenkurz) und vor allem haben Umstandshosen das Problem, das ich mit allen Hosen habe: Sitzen sie um die Hüfte, sitzen sie überall anders nur so geht so. Am wohlsten fühlte ich mich in meinen beiden bereits frisch genähten Kleider. Dem am Mittwoch gezeigten Burda-Wasserfall-Kleid und einem noch nicht gezeigten Knotenkleid nach dem Schnitt Ceduna von Schnittquelle. Beides Jerseykleider, aber nach Schnitten mit netten Details. Besonders Ceduna mit seiner hohen Taille bietet sich sehr an als Schwangerschaftskleid. Ich habe auch in der letzten Schwangerschaft eins genäht, das ich auch gern zum Stillen trug und werde sicher noch weitere folgen lassen. Ich schlussfolgere daraus, dass ich Kleider insgesamt vorziehe. Auch deshalb, weil sie sich relativ gut mit einem Blazer in ein bürotaugliches Outfit verwandeln lassen, denn den Jeans+Ringelshirt-Look finde ich jetzt keineswegs jeden Tag angemessen. Nun haben Kleider leider auch die Angewohnheit, dass sie immer gleich als ganzes Outfit in die Wäsche müssen, so dass man irgendwie dann doch recht viele davon braucht. Ich witzelte schon, ich könne nächste Woche nicht arbeiten, weil meine vier Outfits alle in der Wäsche seien.
Also, das Wunschkkonzert. Ich hätte gern:

  • Mindestens 6 Jerseykleider (2 davon schon genäht)
  • Mindestens 3 Röcke, A-Linie oder gerade
  • Mindestens 3 Kleider aus Webstoff
  • Mindestens 1 Bluse
  • Mindestens 5 Shirts in Farben, die nicht blau, grau oder schwarz sind (blau-grau-schwarze hab ich genug) und die lang genug sind um sie auch über die ungeliebten Schwangerschaftshosen zu tragen.
  • 1 Jersey-Unterkleid
  • 1 Badeanzug
  • Farbige Umstandsstrumpfhosen
  • 1-2 Schlafhosen
  • Viele Slips

Meine Stoffinventur brachte wenig unmittelbar erfreuliches zutage.
Jersey in ausreichender Menge für langärmelige Kleider gab es in schwarz, dunkelblau und grau. Alle anderen sind nur Shirtmenge, z.T. nur Kurzarmshirt.

Auch bei den Webstoffen, wo ich gedacht hätte, da hab ich viel im Lager, sah es nicht erfreulich aus. 2-3 Rock-geeignete Stoffe, also dickere Baumwollstoffe etwa Köper, Feincord oder Hosenstoffe konnte ich finden. Dünnere Baumwolle in Kleidmenge war fast nur noch solche da, die ich geschenkt bekam und wo ich es schade fände, daraus Umstandskleidung zu machen, die nur eine Saison getragen wird. Immerhin Blusenstoff in Petrol und Lila liegt bereit.

Bevor ich nun also meinen Stoffschrank mit 50m neuem Stoff fülle, sollte ich erstmal eine Priorisierung meiner Pläne und einen Abgleich mit dem Vorrat machen. Das hab ich z.T. schon gemacht und umgesetzt.

Die ausreichend vorhandenen Jerseystoffe wurden bereits 2 Kleider und 1 Shirt. Ein weiteres Kleid aus einem Coupon, und daher kurzärmelig, ist zugeschnitten (auch Ceduna). Ich denke, für mindestens 2 farbige Shirts mit 3/4-Arm hab ich auch Stoff. Webstoff habe ich für 1 Bluse (lila) und 1 Kleid (petrol). Außerdem für 2 Röcke (1 blau, 1 rot). Bunte Strumpfhosen hab ich schon bei ebay bestellt.

Mit diesen Projekten beginne ich also. Als Schnitte habe ich mir erstmal zurechtgelegt:

  • Melli und Jella von Confettipatterns – beide haben schon Raffungen, die sich gut schwangerschaftstauglich erweitern lassen und sind prinzipiell lang genug.
  • Plaintain von Deer and Doe, entsprechend im Vorderteil mit einer zusätzlichen Kräuselung zu versehen.
  • Die Bluse „Tunique midi“ von deuxième arrondissement
  • Das Kleid „Robe 14h“ von deuxiéme arrondissement
  • Einen Bahnenrock aus der Knipmode bzw. Simplicity 2451 als Basis für die Röcke.

Ich habe außerdem Jersey für weitere Shirts und Kleider bestellt, einen Webstoff in petrol mit Muster vor Ort gekauft und plane noch einen Ausflug zu Stoff und Stil, um Rib-Stretch oder Courtelle-Jersey zu kaufen, für Jerseyröcke.

Wenn ich meine ersten Projekte geschafft hab, dann schaue ich wieder, was mir dann am dringensten erscheint. Möglicherweise ist das dann auch erstmal der Badeanzug.

Weihnachtskleid-Finale 2016

Ich habe fast alle Termine des Weihnachtskleid-Sewalong 2016 geschwänzt und auch zum Finale bin ich reichlich spät. Das liegt daran, dass ich dieses Jahr relativ viele selbst gemachte Weihnachtsgeschenke verschenkt habe, bis einschließlich 22.12. gearbeitet habe und zugleich relativ oft abends ziemlich müde war. Aber, ich habe mein Weihnachtskleid fertig genäht und am 1. Feiertag getragen und es ist toll.

Ja und ich habe es bisher nur im Spiegel fotografiert, mit Kuschelsocken an. 

Dafür aber auch von hinten:

Der Stoff ist von Coupons St. Pierre in Paris, ein Satinjaquard, der innen kuschelig und wunderschön festlich ist. Ich habe den 3m-Coupon mit Freundin Z. geteilt und hatte somit nur 1,50m für mein Kleid. 

Genäht habe ich einen Patternhack aus dem Oberteil von Elisalex (By Hand London) und einem halben Teller. Mit Seitennahttaschen. 

Weil mich das Futter in allen meinen Elisalexen in den Wahnsinn getrieben hat und weil dieser Stoff von innen sehr angenehm ist, habe ich einen Beleg an Hals- und Armausschnitten statt Futter verwandt. Ich habe außerdem am Rückenteil die Naht oberhalb des Reißverschlusses einige Zentimeter zugenäht. Der Halsausschnitt ist dicke weit genug zum reinschlüpfen und der hintere Ausschnitt wirkt so viel schöner als mit einem Häkchen. 

Ansonsten nähe ich Elisalex in Gr. 10, verlängere das Oberteil aber um 3cm und gebe im Stoffbruch des Vorderteils ca 1/2 cm zu. Weil ich eigentlich Kleider nur mit Taillennaht statt Taillenband nicht so schön an mir finde, trage ich das Kleid mit einem Satinband in der Taille. Darunter trage ich ein leichtes Petticoat.

Genäht habe ich das Kleid komplett in der Woche vor Weihnachten als Mann und Kind verreist waren. Und weil ich die Handsäume von anderen immer so bewundernswert finde, habe ich das Kleid mit der Hand gesäumt. Ich habe Saum und Armlöcher mit Schrägband verstürzt und das dann von Hand von außen unsichtbar umgenäht. Das hab ich am Heiligabend nach der Bescherung gemacht.  

Ich bin rundum zufrieden und werde das Kleid Silvester gleich nochmal tragen. 

Und ich hab auch schon ganz viele schöne Weihnachtskleider auf dem Me made Mittwoch-Blog gesehen

Me made Mittwoch: Das störrische Tea Dress

Gestern trug ich zu einer Fortbildung mein nagelneues 1940s Tea Dress, und heute trage ich es gleich nochmal (aber habe keinen so schönen Spiegel zur Hand wie im Fortbildungshotel).

 

wp-1477489499800.jpgDas 1940s Tea Dress von Sew Over it hat in Nähbloggerinnen-Kreisen einen ziemlich katastrophalen Ruf. Mir ist keine bekannt, die es einfach so ohne großen Änderungsmarathon nähte. Eher kenne ich Berichte von Wut, Verzweiflung und langem Kampf um dieses Kleid. Also stehen alle Zeichen auf: NICHT NACHMACHEN! Leider ist es aber halt ein echt schönes Kleid. Und leider bin ich ja auch von Natur aus etwas trotzig veranlagt. Also hatte es sich schon ein bisschen in meinem Kopf festgesetzt, dass ich das Kleid trotzdem (ätschi) haben möchte. In der wunderbaren Drehumdiebolzeningenieurin fand ich da eine Schwester im Geiste, auch trotzig entschlossen das Kleid zu nähen. Und weil es sich terminlich spontan ergab fanden wir uns letzten Samstag zu einem Nähkränzchen zusammen und gingen das Projekt an. Allerdings mit zwei unterschiedlichen Strategien. Ich nahm den Originalschnitt, nähte im Vorfeld zwei Probeoberteile und passte den Schnitt auf Basis von anderen gut passenden Schnitten an. Die Drehumdiebolzeningenieurin konstruierte sich aus ihrem Grundschnitt einen Schnitt mit den Designmerkmalen des Originalschnittes nach. Zeitmäßig scheint mir, kam es etwa auf das selbe hinaus – alles in allem viel Arbeit, so viel sei zur Warnung potenzieller trotziger Nachmacherinnen gleich gesagt. Ich habe zwei Abende gebraucht um die Proben anzupassen und einen Nachmittag und zwei Abende für Zuschnitt, nähen, anpassen des Kleides.

Leider habe ich versäumt, meine Proben zu dokumentieren. Die erste Probe habe ich in meiner Größe laut Maßtabelle genäht, das wäre Größe 12, das ist soweit auch sonst meine Größe. Das Ergebnis war ein Oberteil, das im Rücken locker 6 vielleicht sogar 8 cm zu weit war. Das Taillenband vorn war 4 cm zu weit. Unter den Armen und über der Brust  war auch reichlich überflüssiger Stoff, um die Brust war das Oberteil aber dennoch zu eng.

Mein Eindruck ganz klar: vollkommen unprofessionell gradiert. Mir scheint, der Schnitt wurde für ein A-Körbchen erstellt und dann basierend auf den Brustweiten der einzelnen Größen überall gleichmäßig weiter gemacht. Da die Schnittteile aber schon recht speziell sind, ist es gleichzeitig nicht trivial, das ganze anzupassen.

Die Differenz im Rücken habe ich zu gleichen Teilen i der Teilungsnaht, der Mittelnaht und der Seitennaht rausgenommen. Beim Taillenband habe ich 2cm mittig und je 1 cm an den Teilungsnähten rausgenommen. Die Brustteile habe ich mit dem Schnitt New Look 6069 abgeglichen, den ich sehr gut angepasst habe und der eine ähnliche Form der Brustteile hat.  Daraus ergab sich das zweite Probeteil.

Das war dann um die Brust etwas eng und über der Brust etwas weit. Ich habe also nochmal 1cm FBA gemacht und dann das Kleid zugeschnitten. Mein Stoff ist ein Wollstoff, Kammgarn, klassische Anzug/Kostümware mit feinen Streifen in blau und dunkelgrau. Gekauft bei alfatex letztes Jahr im Winterschlussverkauf. Nur so halb die richtige Wahl, kann ich jetzt sagen.

Beim nähen ergab sich dann noch, dass die Schultern etwas zu breit waren, dass über der Brust zu viel Stoff war, der interessanterweise zu einer Beule neben der Brust führte. Zum Glück hatte ich ja fachkundige Unterstützung und kurzweilige Unterhaltung dank Frau Drehumdiebolzen, steo konnte mich das nicht allzu sehr aus der Ruhe bringen. Der Schnitt sieht übrigens keine Einlage nirgends vor. Vollkommen eigenmächtig haben wir aber das Mittelteil des Taillenbandes und den Ausschnitt-Beleg einfach trotzdem bebügelt. Der Rock in Gr. 12 passte irritierenderweise fast perfekt an das insg. 8cm engere Oberteil, ich musste nur hinten die Abnäher etwas versetzen – was immer das zu bedeuten hat.

Das zu viel Stoff über der Brust konnte ich nur mit Hilfe eines recht unkonventionellen Abnähers ins Armloch bannen, da muss ich dann nochmal ans Schnittteil ran. Ansonsten sitzt das ganze aber prinzipiell wie ich mir das vorstellte. Einzig dass die Ausschnittkante trotz Staystitchens erheblich leierte und der Ausschnitt dann auch zu tief wurde, das war ziemlich doof. So trug ich das Kleid gestern notgedrungen mit Shirt drunter und das Baumwollshirt und der Wollstoff sind keine guten Partner. Zuppelig. ußerdem zeichnete sich der Beleg durch den Oberstoff ab und rutschte an den Schultern auch etwas raus trotz understitching. Mit Schal gings natürlich, ich bekam für das Kleid zahlreiche Komplimente, das motivierte mich, das Ausschnittproblem anzugehen.

 

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Ich trennte den Beleg raus und verstürzte die Ausschnittkante mit einem minimal gedehnten Spitzen-Wäschegummi. Jetzt steht nichts mehr ab, nichts krabbelt raus und der Einblick ist auch nicht mehr so tief. Somit kann ich das Kleid nun mit einem Seidenunterkleid tragen, da klebt dann auch der Wollstoff nicht mehr ganz so dran. So sieht das ganze also dann heute optimiert aus:

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Ich bin ganz zufrieden. Dem Rock hatte ich schon 2cm an Saumlänge zugegeben, dennoch konnte ich nur 1cm umbügeln für den Saum. Der Wollstoff ist eine Spur  zu steif, ein Stoff mit weicherem Fall wäre besser, die Optik des strengen schlichten Stoffes mit dem eher blusigen Schnitt finde ich allerdings sehr super.

Für eine zweite Version, die ich fest plane, würde ich mal Feingabardine mit Viskoseanteil versuchen. Crepe, der sicher geeignet wäre, mag ich von der Haptik einfach nicht. Aber es muss ein Stoff mit einem weichen aber schweren Fall sein, Baumwolle wäre definitiv zu steif. Dann würde ich auch nochmal das Brustschnittteil und die Ausschnittlinie anpassen, 1 cm höherer Ausschnitt wäre nicht gänzlich verkehrt.

Das Fazit zum Schnitt: Nett gedacht, schlecht umgesetzt. Nur mit Blut, Schweiß und Tränen gut umzusetzen. Definitiv kann man am fertigen Kleid nicht mehr viel anpassen, Anpassungen gehen hier nur mittels Probeteilen. Also eigentlich so gar nicht mein Ding – aber der Trotz hat gesiegt.

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Frau Prinzenrolle fordert uns heute auf, einfach mal Komplimente zu machen. Ich kann das nur befürworten, schon ein freundliches Lächeln macht echt viel aus! Also auf auf zum MMM-Blog und die vielen schönen Kleider komplimentieren!

Me made Mittwoch: Vortragsoutfit

Heute habe ich einen beruflichen Vortrag gehalten. Da das der erste Vortrag im neuen Job war, war ich ein bisschen nervös. Um so besser, kleidungstechnisch auf der sicheren Seite zu sein, in einem wohlerprobten Outfit für feine Bürotage:

Das Kleid nach dem Schnitt Retro-Simplicity 7275 habe ich wohl zum Ende des Winter 2011/2012 genäht. Der Stoff ist ein sehr feiner grau-blau karierter Wollstoff, den ich sehr günstig bei einer Geschäftsauflösung gekauft habe und von dem ich noch ein komfortables Reststück horte. 

(Leider sieht man das Muster auf keinem meiner Fotos)

Ich habe an diesem Kleid erstmals ein FBA gemacht, es markiert damit auch den Beginn der Phase, in der ich Anpassungen systematisch anging und nicht länger so hinschluderte. Das Innenleben des Kleides wäre mir allerdings heute dann doch unangenehm. 

Darunter trage ich eine Kaufbluse. Und eigentlich trug ich darüber noch ein gekauftes Cordjackett und einen Schal.

Lucy zeigt heute schon Strickware, das hätte ich heute mittag im Regen-Wind-Wetter auch gut gefunden. 

Herbst Plan-Along 2016

Hallo ihr Lieben und einen schönen Spätsommer-Sonntag!

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Heute wollen wir unsere kreativen Herbstpläne präsentieren. Was wollen wir in diesem Herbst so werkeln? Berichtet uns allen davon, auf dass wir mit Flow und Motivation in den kreativen Herbst starten. Erlaubt sind alle Pläne für Kreativprojekte: nähen, stricken, häkeln, spinnen, weben, drucken, basteln, Origami, laubsägen, filzen, und was auch immer euch noch einfällt. Wichtig ist jedoch, dass ihr einen richtigen Plan habt, nicht nur eine grobe Ideensammlung ohne konkrete Umsetzungsideen, dass ihr dazu innerhalb der kommenden Woche einen Post veröffentlicht und dass sich diese Pläne auch tatsächlich auf die nächsten 2-3 Monate beziehen und nicht auf die nächsten 10 Jahre oder so. Das i-Tüpfelchen wäre natürlich, wenn ihr etwas für euch ganz neues ausprobiert, aber das ist kein Muss!

Hier kommt mein Plan:

Ich habe Näh-, Strick-, Seifen- und Dekobastelpläne. 

Beginnen wir mit den Nähplänen. Ich habe in meinem neuen Job das irrationale Gefühl, auch neue Kleidung zu brauchen. Objektiv gesehen unterscheiden sich die Kleidungsanforderungen nur minimal von bisher. Aber irgendwie will ich wohl einfach das „alles neu“-Gefühl auch auf die Garderobe übertragen. Da meine Zeit aber ja begrenzt ist, habe ich nur ein paar zentrale Kleidungswünsche in den Plan aufgenommen. Ein paar Oberteile habe ich schon gekauft und der Rest muss sich dann später finden. 

Ich nähe also 

1. Einen weiteren Lotti-Rock, aus jeansblauem Chambray mit marineblauer Paspel mit weißen Tupfen. Der ist schon zugeschnitten und ein Großteil des Materials ist da.

2. Einen Rock zu meinem AnNÄHerungsblazer. Da werde ich einen halben oder dreiviertel-Tellerrock nehmen. Mal sehen wieviel von dem Stoff noch da ist. 

3. Einen Blazer aus Sweat oder Romanit. Als Schnitt erwäge ich den Morris Blazer zu nehmen, Farbe sollte blau oder petrol oder blaugrau sein. 

4. Ein weiteres Telisabie-Kleid. Das erste hat sich sehr bewährt, da hätte ich gern noch eins. In grau oder blau-grau.

5. Da der Minimensch auf einmal Spaß am Schwimmen hat, gehen wir jetzt jede Woche schwimmen. Da ich seit Jahren keinen Badeanzug besitze, muss dringend einer her und ich gedenke mir einen lila Bombshell zu nähen. 

6. Und natürlich hat auch der Minimensch Bedarf. Einen Kapuzenpulli aus einem abgelegten Strickpulli des Mannes und

7. eine Breitcord-Hose mit Knieeinsätzen aus Jeans, habe ich fest eingeplant. 

Bei meinen Strickplänen, gilt es, angefangenes zu beenden. Ich stricke

1. einen Pullunder für den Minimensch aus Baumwoll-Merino-Viskose-Seide-Garn in jeansblau und petrol. Unten glatt rechts im oberen Teil im Perlmuster. Da der Fäden doppelt genommen wird, läuft das recht schnell und ich werde in 3-4 Serienabenden fertig sein. 

2. ein dringend benötigtes Paar dicker Socken für mich. Das ist aus Resten eines dunkelblauen Garns aus Omas Fundus und eines Verlaufsgarn unbekannter Herkunft. Da hab ich schon 1,5 Socken fertig. Das ist auch machbar. 

3. und dann bekommt noch der Mann ein paar Kuschelsocken. Die dauern dann trotz dickem Garn etwas.

Ansonsten werde ich zwei Sorten Seife machen, eine Duschbutter und eine Haarseife.Das mit der Haarseife ist bei mir das neue, das ich noch nie gemacht habe. 

 Und den Jahreszeitentisch und seine Umgebung noch etwas herbstlichen gestalten. Das erfordert die Herstellung von gefilztem Obst und Kürbissen. Das Kind wird auch Jahreszeitliche Deko haben wollen. Und es verlangt jetzt schon bei jedem Einkauf nach einer Kürbislaterne.

Jetzt erstmal ihr! Was plant ihr denn?

 Teilnehmen könnt ihr übrigens nicht nur mit eigenem Blog sondern auch mit Instagram. Nur bitte verlinkt keine Werbung, verlinkt zum Planungspost, nicht zur Startseite eures Blogs und denkt daran, einen backlink zu dieser Aktion zu setzen (In instagram gehen links nicht, wenn ich richtig informiert bin, dann wäre zumindest eine Erwähnung sehr nett, wenn jemand Probleme beim verlinken hat, bitte melden!). Das Plan-Along-Bild dürft ihr gern mitnehmen. Hier kommt schonmal das Linktool (öffnet in einem neuen Fenster) – mein Plan vervollständigt sich im Verlaufe des Tages.

Das Linktool ist geöffnet bis inklusive 3.10.2016.

Aber in der nächsten Woche treffen wir uns dann auch schon wieder – dann gilt es eine Materialplanung zu machen, inklusive Bestandsaufnahme und einer Einkaufsliste, was ihr noch für die Umsetzung eurer Herbstpläne besorgen müsst.

Gegen Schmuddelwetter: Herbst-Plan-Along

Draußen ist es grau in grau. Der ewig währende Sommer scheint vorbei. Gutes Wetter zum nähen und stricken, basteln und einkochen. Aber irgendwie habe ich so gar keine Ideen, keinen Plan. Bei 30 Grad an den Herbst denken, das ging einfach nicht. Und jetzt stehe ich da, wie das Kaninchen vor der Schlange und starre in die graue Suppe da draußen. Geht es euch auch so? 


Na dann hereinspaziert, fühlt euch eingeladen zum gemeinsamen Pläne schmieden. Nehmt euch etwas Zeit, macht euch einen Plan. Und nächste Woche schwelgen wir zum Herbstanfang in unseren Plänen. Da fällt der Abschied vom Sommer nicht mehr so schwer, denn wir stehen in den Startlöchern für einen kreativen Herbst. 

So geht es:

Ihr macht euch euren kreativen Plan für den Herbst. Dabei sind alle kreativen Projekte erlaubt. Nähen, stricken, basteln, häkeln, klöppeln, drucken, malen, filzen, Origami. Was immer ihr euch für das letzte Quartal 2016 noch auf den Zettel schreiben wollt: tut es!

Aber bitte macht euch einen strukturierten und konkreten Plan. Beantwortet grob die folgenden Fragen:

Was möchte ich im Herbst unbedingt fertigstellen, welche Projekte nehme ich mir konkret vor?

Welche Techniken, Werkstoffe, Materialien beschäftigen mich gerade? 

Welche Projekte haben Priorität, womit beginne ich?

Probiere ich etwas ganz neues aus oder bleibe ich bei meinen Leisten?

Das alles postet ihr nächste Woche ab Sonntag (25.9.) und könnt es dann hier bei mir verlinken. Gern könnt ihr dabei zu Planungsposts für einzelne Projekte  (z.b. im Rahmen der diversen Sewalongs und Knitalongs) innerhalb eures Gesamtplans verlinken. 

Und weil zu guter Planung auch Ressourcenmanagement gehört treffen wir uns in der Woche danach (2.10.) noch einmal mit einer Materialplanung. Also einer Bestandsaufnahme des vorhandenen Materials und einer Einkaufsliste, was noch fehlt. 

Und dann sind wir bestens auf das Herbstwerkeln eingestellt. Und weil das ja ein Plan-Along und kein Sew-Along ist, fragt auch nachher keine, was aus den Plänen geworden ist. Ihr dürft aber trotzdem davon berichten.